{"id":34595,"date":"2016-08-12T16:44:41","date_gmt":"2016-08-12T14:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595"},"modified":"2016-08-12T16:44:41","modified_gmt":"2016-08-12T14:44:41","slug":"hinweise-des-tages-ii-260","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h01\">Die Sarrazin der Linkspartei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h02\">Intellektuelle in der Krise: Schlau sein hilft!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h03\">Ich habe versucht, Burka-Tr&auml;gerinnen in Deutschland zu finden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h04\">Sprache des Jobcenters<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h05\">Wir wissen es einfach nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h06\">Staatshaushalt: Wohin mit der ganzen Kohle?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h07\">0,4 Prozent: Deutschlands Wirtschaft w&auml;chst robust<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h08\">Die falschen Versprechungen einer Geiz-ist-geil-Branche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h09\">Gei&szlig;ler, bitte melden!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h10\">Umk&auml;mpftes Aleppo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h11\">Lopsided Peace Talks Collapse, Saudis Resume Bombing Yemen and U.S. Sells More Weapons<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h12\">Beleidigte Obrigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h13\">F&uuml;r eine unabh&auml;ngige t&uuml;rkische Justiz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h14\">Scharf, sch&auml;rfer, am sch&auml;rfsten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h15\">Abgr&uuml;nde der Gewalt in Brasilien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h16\">Brazil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h17\">Wie digitale Text-H&auml;ppchen das Denken ver&auml;ndern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h18\">Zur manipulativen Berichterstattung und zum undemokratischen Verhalten der Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34595#h19\">Am Ende<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Sarrazin der Linkspartei<\/strong><br>\nWieso es in Deutschland keinen linken Populismus geben kann &ndash; erl&auml;utert am Beispiel Sahra Wagenknecht<br>\nDie Selbstdarstellung der kalkulierend mit Ressentiments spielenden Wagenknecht als &ldquo;mutige Kritikerin&rdquo;, die von betonk&ouml;pfigen Tabuwahrern verfolgt werde, wirkt &uuml;brigens geradezu l&auml;cherlich auf alle jene Beobachter, die genau wissen, wie in diesem national-sozialen Milieu mit Kritik umgegangen wird (ein Blick in die Foren gen&uuml;gt). Auch hier gibt es Parallelen zu Sarrazin, der sich immer als unterdr&uuml;ckter Klartextredner inszenierte, w&auml;hrend er gegen Kritik zumeist rabiat vorging.<br>\nEs ist evident: Hier wird von den populistischen Kr&auml;ften innerhalb der Linken eine Schmierenkom&ouml;die aufgef&uuml;hrt, die letztendlich Wagenknecht zum Sarrazin der Linkspartei macht: zu der gro&szlig;en &ldquo;Tabubrecherin&rdquo;, in deren Windschatten die Verrohung des Diskurses auch in der Linkspartei etabliert wird. Nun sollen auch in der Linken &ouml;ffentlich Ressentiments ge&auml;u&szlig;ert werden k&ouml;nnen, was einfach dem Bed&uuml;rfnis eines gro&szlig;en Teils der Basis dieser Partei entspricht. Unf&auml;hig oder unwillig, den &uuml;berlebensnotwendigen, radikalen Bruch zu kapitalistischen Dauerkrise auch nur zu denken, bleibt nichts anders, als sich in Reaktion auf die zunehmenden Krisenverwerfungen dem Ressentiment hinzugeben.<br>\nDamit aber betreibt die Linke ihre Selbstaufl&ouml;sung, sie wird zu einer &ldquo;Wir auch&rdquo;-Partei, zu einer reinen Attrappe, hinter der national-soziale Kr&auml;fte mobilmachen. Die massenhafte Abwanderung von Linke-W&auml;hlern zur Rechten wird dieser Populismus nicht stoppen, sondern weiter bef&ouml;rdern. Das Beispiel der &ldquo;nationalen&rdquo; KPD der 30er Jahre ist hier tats&auml;chlich angebracht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/49\/49110\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.M.:<\/strong> Auch in der im weitesten Sinne Linken darf mit dem Vorwurf des &ldquo;Populismus&rdquo; geholzt werden. Der in linken Diskursen nicht unbekannte Konicz, kann in der ansonsten ja durchaus um Aufkl&auml;rung bem&uuml;hten Telepolis, Wagenknecht, wenn auch etwas verklausuliert, zum Sarrazin Der Linken erkl&auml;ren.<\/em><br>\n<em>Was am Schlu&szlig; von Konicz selbst als Warnung vor der &ldquo;Selbstabschaffung der Linkspartei&rdquo; gekennzeichnet wird, als Warnung vor einer Anpassung an die herrschenden Verh&auml;ltnisse aus Machtopportunismus, f&ouml;rdert praktisch die Handlungsunf&auml;higkeit der Partei in der Fl&uuml;chtlingsfrage &ndash; dem Argumentationsmuster folgend auch in anderen Fragen.<\/em><br>\n<em>Nach einleitenden, durchaus richtigen und intelligenten Bemerkungen &uuml;ber die Konstituierung des Alltagsbewu&szlig;tseins im &ldquo;Kapitalismus&rdquo;, kommt dann die moralisierende Wende mit Hinweis einerseits auf die End-Krisenhaftigkeit des gegenw&auml;rtigen Zustandes der Welt aufgrund der von ihm diagnostizierten Fundamental- oder auch End-Krise des Kapitalismus. Andererseits soll in einer solchen Lage das aufgekl&auml;rte Vernunftinteresse nicht nur der Aufkl&auml;rer wie Konicz, sondern auch der politischen Profis in der Linken darin bestehen, den konkreten Individuen in der jetzigen Gesellschaft unbegrenzte christliche N&auml;chstenliebe gegen&uuml;ber den Fl&uuml;chtlingen, u. d. h. auch, gegen&uuml;ber den potentiellen zu predigen, und von ihren konkreten Verh&auml;ltnissen und den Sorgen darum abzusehen &ndash; auch und gerade dann, wenn sie die Verh&auml;ltnisse nicht recht durchschauen und spontan von falschen Voraussetzungen ausgehen und ihren beschr&auml;nkten Alltagsansichten und -gef&uuml;hlen folgen. <\/em><br>\n<em>Man m&ouml;chte ihn gern etwas am Revers sch&uuml;tteln und fragen, ob er mit seiner Predigt schon mal jemanden erreicht hat, der nicht schon genau so denkt wie er. <\/em><br>\n<em>Aber auch ein Appell an theoretische Einsichten k&ouml;nnte hilfreich sein: Nicht theoretisierende Menschen, aber oft auch diese, lernen &uuml;ber die Verh&auml;ltnisse nur etwas und wollen diese evtl. &auml;ndern, wenn sie mit ihnen handelnd umgehen, und nicht von moralisierenden Predigten &uuml;ber die wirkliche Natur der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse. Das wu&szlig;ten schon Marx und Engels, die Konicz sonst ja wohl gern zu seinen intellektuellen Grundlagen z&auml;hlt. Thesen &uuml;ber Feuerbach, Deutsche Ideologie und der objektiv falsche Schein des Lohnarbeitsverh&auml;ltnisses beim Kapital im Bd I des Kapital, sollten ihm ja eigentlich nicht unbekannt sein. Aber auch Eltern und Lehrer wissen das. Politisierende kritische Intellektuelle sollten das eigentlich auch verstehen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Intellektuelle in der Krise: Schlau sein hilft!<\/strong><br>\nWenn wir in einer Welt leben, in der sich eine Menge Leute in vielen L&auml;ndern gleichzeitig abgeh&auml;ngt oder nicht mehr vertreten f&uuml;hlen, liegt das ja nicht daran, dass nicht oft genug Besuch vom Journalisten kommt. Dann muss es irgendwas sein, was &uuml;berall &auml;hnlich real wirkt.<br>\nDa spricht einiges daf&uuml;r, dass das mit jener naiv-liberalen Globalisierung zu tun hat, die lange fast alles diktiert hat. Dass ein guter Teil der Leute &uuml;ber Jahre immer nur geh&ouml;rt hat, dass sie verzichten m&uuml;ssen &ndash; weil man sich dies und jenes nicht mehr leisten kann. Und weil sonst andere es kosteng&uuml;nstiger machen. Oder weil dann gleich Billigarbeiter zu uns kommen. Dann aber Milliarden da sind, um Banken zu retten.<br>\nDass es wichtig ist, den K&uuml;ndigungsschutz zu lockern oder Minijobs einzuf&uuml;hren &ndash; weil sonst, klar, die Globalisierung alles &uuml;bernimmt. Was de facto den Druck erh&ouml;ht hat &ndash; nicht nur auf Leute, die einfache Arbeit haben, sondern auch auf viele, die zur Mittelschicht geh&ouml;ren (oder es meinen). Und die gar keine haben. W&auml;hrend andere sich den ganzen Tag Gedanken dar&uuml;ber machen, wie sie ihr vieles sch&ouml;nes Geld am besten vor dem Finanzamt retten. Und Politiker vor lauter Delegation eigener Kompetenzen an die M&auml;rkte einen immer hilfloseren Eindruck hinterlassen. [&hellip;]<br>\nDas wahre Problem ist dann, wenn &uuml;berhaupt, dass wir zu wenig Intellektuelle hatten, also Leute, die sich vorher Gedanken gemacht haben, was man mit einer ziemlich unkoordinierten Globalisierung (neben vielem Positivem) an Nebenfolgen anrichten kann &ndash; und ob Menschen damit klarkommen, die nicht st&auml;ndig durch die Welt jetten. Was man sich ja durchaus durch Nachdenken h&auml;tte erarbeiten k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/krisen-wir-brauchen-mehr-intellektuelle-keine-populisten-kolumne-a-1107274.html\">Thomas Fricke auf Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ich habe versucht, Burka-Tr&auml;gerinnen in Deutschland zu finden<\/strong><br>\nEin kleines St&uuml;ck Stoff steht f&uuml;r den &ldquo;Kulturkampf&rdquo; zwischen dem liberalen Westen und dem konservativen Islam: die Burka. In Frankreich, Belgien und der Schweiz ist sie schon verboten. In Deutschland sagte zuletzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn der &ldquo;Welt&rdquo;: &ldquo;Ich will in diesem Land keiner Burka begegnen m&uuml;ssen. In diesem Sinne bin ich burkaphob.&rdquo; Aber muss Jens Spahn das &uuml;berhaupt? Wie viele Frauen tragen in Deutschland eigentlich den afghanischen Schleier? Ich wohne in Berlin. Verschleierte Frauen geh&ouml;ren zum Stra&szlig;enbild. Die meisten von ihnen tragen den Niqab, er ist auf der Arabischen Halbinsel und zunehmend auch in Nordafrika verbreitet, mal beliebt und oft verhasst. Aber eine Frau, die eine echte afghanisch-pakistanische Burka tr&auml;gt, habe ich noch nie gesehen. Ist das Zufall? [&hellip;]<br>\nHunderttausende Fl&uuml;chtlinge wandern durch die Korridore des Bundesamtes f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge (BAMF), darunter sicherlich auch einige Vollverschleierte. Doch die Pressesprecherin Edith Avram kann mir nicht weiterhelfen: Zwar werde &ldquo;das Alter, die Religionszugeh&ouml;rigkeit und ethnische Zugeh&ouml;rigkeit von Fl&uuml;chtlingen erfasst&rdquo;, aber es l&auml;gen keine Statistiken &uuml;ber das Tragen von Burkas in Deutschland vor. Bei der Suche nach anderen Ansprechpartnern in deutschen Bundesbeh&ouml;rden, stelle ich fest: Ich bin nicht der erste, der versucht die Burka-Debatte um konkrete Zahlen zu bereichern. Schon im Dezember 2015 hatte der Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordneten &Ouml;zcan Mutlu in einer parlamentarischen Anfrage an die Bundesregierung genau meine Frage gestellt. Die Antwort: &ldquo;Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse &uuml;ber die Anzahl von Burkatr&auml;gerinnen in Deutschland vor.&rdquo;<br>\nWarum glauben so viele Menschen, Burkas zu sehen, wo gar keine sind?<br>\nMit dieser Frage wende ich mich an Andreas Ismail Mohr. Der Islamwissenschaftler an der FU-Berlin kl&auml;rt mich auf, dass auch ich die Begriffe falsch verwende: Der Schleier, nach dem ich suche, werde in Afghanistan nicht Burka, sondern Tschadari gennant. (vom Persischen Tschador f&uuml;r Zelt). Der Begriff Burka (vom Arabischen burqu f&uuml;r Gesichtsschleier) sei &ldquo;bis 2000 in deutschen Medien praktisch unbekannt&rdquo; gewesen. &ldquo;Dass jetzt alle glauben, Frauen mit einer &lsquo;Burka&rsquo; gesehen zu haben, liegt an diesem Medienhype. Davor wussten selbst die meisten verschleierten Frauen nichts mit dem Begriff anzufangen.&rdquo; Im &Uuml;brigen sei auch ihm in Deutschland noch nie eine Burka-Tr&auml;gerin begegnet, sagt Mohr. Er bezweifle sogar, dass es &uuml;berhaupt eine gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bento.de\/politik\/burka-in-deutschland-wie-viele-vollverschleierte-frauen-gibt-es-in-deutschland-773270\/\">bento<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sprache des Jobcenters<\/strong><br>\nDie finanzielle Grundsicherung, die gerade zum &Uuml;berleben reicht, ist f&uuml;r Menschen am Grund keinesfalls gesichert. Das Thema Sanktion ist immer im Hintergrund anwesend. Etwaige Mehrfachsanktion kann rasch bedeuten, gar nichts zu bekommen. Eine Vermieterin, die mich als &raquo;staatlich alimentiert&laquo; bezeichnet, wird bei Mietr&uuml;ckstand k&uuml;ndigen. Ob meine &raquo;Bem&uuml;hungen&laquo; bei der Arbeitssuche ausreichen, liegt in der f&uuml;r die &raquo;Kundin&laquo; willk&uuml;rlichen Entscheidung des Sachbearbeiters. Was daraus entsteht, ist unweigerlich Angst, die w&auml;chst, wenn ein Termin im Jobcenter bevorsteht. Der &raquo;Einladung&laquo; dazu ist die &raquo;Rechtsfolgenbelehrung&laquo; f&uuml;r den Fall, dass ich ihr &raquo;nicht Folge leiste&laquo;, beigelegt. Sprache des Jobcenters. Der Inhalt der &raquo;Eingliederungsvereinbarung&laquo;, die m&ouml;glichst jede &raquo;Kundin&laquo; unterschreiben soll, wird nicht &raquo;vereinbart&laquo;, sondern vom Sachbearbeiter vorgegeben. Als ich nicht unterschrieben hatte, wurde die &raquo;Vereinbarung&laquo; durch einen &raquo;Verwaltungsakt&laquo; in Kraft gesetzt. Grundsicherung gibt es nur, wenn Grundrechte dehnbar werden. Angst geh&ouml;rt zum System, ebenso Abwertung.<br>\nLangzeitarbeitslosigkeit ist ein Zustand, der einem den Stempel &raquo;M&auml;ngelexemplar&laquo; aufdr&uuml;ckt. Kein noch so kurzer Medienbericht &uuml;ber Langzeitarbeitslosigkeit, der mangelnde Qualifizierung und Vermittlungshemmnisse nicht nennt. Das hat Folgen. So bin ich etwa vor drei Jahren zu einem Vorstellungsgespr&auml;ch eingeladen worden, wo eigentlich alles passte, nur die Entdeckung, ich sei arbeitslos, nahm mir jede Chance. Arbeitslosigkeit ist ein Mangel, der aus M&auml;ngeln entsteht, diese Haltung hat sich durchgesetzt. Ein vermeintliches &raquo;M&auml;ngelexemplar&laquo; l&auml;sst sich auf dem Arbeitsmarkt nicht verkaufen, es muss verramscht werden. Wenn ein Sachbearbeiter m&ouml;glichst viele Bewerbungen fordert und mir sagt, ich m&ouml;ge mich &raquo;breiter aufstellen&laquo;, meint &raquo;breiter&laquo; weiter nach unten. Ich bin verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Was f&uuml;r mich zumutbar ist, entscheide letztlich nicht ich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/14-2016&amp;textfile=3588\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wir wissen es einfach nicht<\/strong><br>\nDer &ouml;konomische Mainstream ist zutiefst verunsichert, weil alle seine Vorhersagen offensichtlich falsch sind. Unsicherheit pr&auml;gt das globale Bild &uuml;ber die Wirtschaft. Da sucht man Zuflucht bei dem &Ouml;konomen, der &uuml;ber Jahrzehnte als die Verk&ouml;rperung des B&ouml;sen schlechthin galt. Was noch nicht verstanden wird: Wer A sagt, muss auch B sagen; wer Keynes&rsquo; objektive Unsicherheit in die &ouml;konomische Welt einf&uuml;hrt, muss konsequenterweise die Neoklassik und ihren politischen Bruder, den Neoliberalismus, vollst&auml;ndig &uuml;ber Bord werfen.<br>\nIn diesen Zeiten der Krise und der Stagnation passieren manchmal schon erstaunliche Dinge. So erw&auml;hnt der f&uuml;r den Finanzmarkt verantwortlicher Redakteur der FAZ (Gerald Braunberger) in einem Kommentar (hier) gleich zwei Mal ein extrem wichtiges Zitat von John Maynard Keynes. Er benutzt es jedoch nicht, um Keynes zu widerlegen oder zu denunzieren, sondern als Beleg f&uuml;r den Zustand der Welt. Da ist etwas ins Rutschen geraten. Das war eigentlich schon lange zu erwarten, wurde aber von den Beharrungskr&auml;ften der m&auml;chtigen herrschenden Lehre bisher erfolgreich blockiert.<br>\nMit den schlichten Worten &bdquo;We simply do not know&ldquo; (Wir wissen es einfach nicht) hat Keynes in seiner &bdquo;General Theory&ldquo; das beschrieben, was er &bdquo;objektive Unsicherheit&ldquo; nennt. Es gibt einfach keine Methode, mit der man bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen vorhersehen kann, weil sie objektiv unbekannt sind. Keynes hat damit fundamental mit der herrschenden neoklassischen Lehre gebrochen. Die neoklassische Lehre vermutete damals und vermutet auch noch heute, dass es zu beobachtende Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten in der Entwicklung der Wirtschaft gibt, die, sobald sie erkannt sind, es der Politik erlauben, sich auf kleinere Eingriffe und Korrekturen zu beschr&auml;nken, weil das Gro&szlig;e und Ganze vorgegeben ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2016\/08\/wir-wissen-es-einfach-nicht\/\">Heiner Flassbeck auf Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Staatshaushalt: Wohin mit der ganzen Kohle?<\/strong><br>\nDie gute Haushaltslage in Deutschland weckt Begehrlichkeiten. Was soll man mit dem Geld machen? Steuern senken, investieren? Ein genauer Blick auf die Zahlen hilft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2016-08\/staatshaushalt-entwicklung-verwendung-finanzen-staatsvermoegen-staatsschulden\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Punkt 5 und Punkt 6 im Artikel zeigen, da&szlig; Deutschland am wenigstens f&uuml;r die Infrastruktur und mit am wenigsten f&uuml;r die Bildung ausgibt. Und bei den Staatsausgaben liegen wir auf einem Niveau mit den neoliberalen Briten. Also ich w&uuml;&szlig;te, was man mit dem Geld machen sollte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>0,4 Prozent: Deutschlands Wirtschaft w&auml;chst robust<\/strong><br>\nBessere Gesch&auml;fte im Ausland, kauffreudige Konsumenten und ein starker Arbeitsmarkt: Die deutsche Wirtschaft w&auml;chst schneller als die Profis gedacht haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/0-4-prozent-deutschlands-wirtschaft-waechst-robust-14384102.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Robustes Wachstum von 0,4%, zum Lachen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Zun&auml;chst einmal hat das Wirtschaftswachstum nach 0,7% im ersten Quartal einen deutlichen D&auml;mpfer erlitten. Aber weil die &bdquo;Experten&ldquo; mit noch weniger gerechnet hatten, ist alles supertoll und robust. Tats&auml;chlich &uuml;berstiegen einmal mehr die Ausfuhren die Importe. Letztere waren sogar r&uuml;ckl&auml;ufig, <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2016\/08\/PD16_279_811.html\">wie das statistische Bundesamt mitteilt<\/a>. Dass man &uuml;ber dieses fortgeschriebene Ungleichgewicht in der Leistungsbilanz keinesfalls jubeln sollte, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34559\">haben die NachDenkSeiten zuletzt<\/a> noch einmal deutlich gemacht. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die falschen Versprechungen einer Geiz-ist-geil-Branche<\/strong><br>\nDie sogenannte Sharing Economy gibt Wissenschaft und Politik nach wie vor R&auml;tsel auf &ndash; bisher besteht nicht einmal Konsens &uuml;ber den Namen oder die Definition dieser neuen Form des Wirtschaftens. Dabei h&auml;ngt von der Reaktion der Aufsichtsbeh&ouml;rden ab, ob die Expansion der Branche weitergeht.<br>\nViele Milliarden Risikokapital flie&szlig;en jedes Jahr in Unternehmen der sogenannten Sharing Economy. Diese Wirtschaft des &bdquo;Teilens&ldquo; verhei&szlig;t, die Welt besser zu machen. Die Investmentbank Morgan Stanley setzt sie mit &bdquo;nachhaltigem Wirtschaften&ldquo; gleich. Der wissenschaftliche Dienst des EU-Parlaments beziffert die Kosten daf&uuml;r, dass es keinen einheitlichen Sharing-Binnenmarkt gibt, auf 572 Milliarden Euro! Zudem dienten neue Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten dem Abbau der Ungleichheit. Und die EU-Kommission hat den Regierungen verboten, die Sharing Economy zu diskriminieren, um etablierte Gesch&auml;ftsmodelle zu sch&uuml;tzen. Verr&uuml;ckt!<br>\nWas das sein soll, diese Wirtschaft des Teilens, auch &bdquo;kollaborative Wirtschaft&ldquo; genannt, davon hat jeder Studien- und Richtlinienschreiber eigene Vorstellungen. Doch die meisten dieser Definitionen passen auf die Flaggschiffe dieses neuen Wirtschaftsmodells wie den Taxi-Schreck Uber und den Hotel-Konkurrenten Airbnb allenfalls leidlich. Im Fachblatt MIT Sloan Management Review beschreiben Kurt Matzler und Mitarbeiter Sharing Economy so: &bdquo;Statt Produkte zu kaufen und zu besitzen, sind die Konsumenten zunehmend daran interessiert, sie zu leasen und gemeinsam zu nutzen.&ldquo; Diese gebr&auml;uchliche Beschreibung passt auf das gute alte Carsharing &ndash; aber nicht auf Uber oder Airbnb.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/makronom.de\/die-falschen-versprechungen-einer-geiz-ist-geil-branche-16425\">Norbert H&auml;ring auf Makronom<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gei&szlig;ler, bitte melden!<\/strong><br>\nWarum schweigt die Bahn, warum ist Heiner Gei&szlig;ler so still? &ldquo;Jetzt ist es auch f&uuml;r Sie, Herr Gei&szlig;ler, an der Zeit, Ihre Stimme zu erheben!&rdquo;, fordert die fr&uuml;here Bundesministerin Herta D&auml;ubler-Gmelin (SPD) auf der 333. Montagsdemo gegen Stuttgart 21. Ihre Rede im Wortlaut.<br>\nSie haben nicht aufgegeben. Sie sind hartn&auml;ckig. Trotz Frust und immer wiederkehrenden Entt&auml;uschungen aus vielen Richtungen. Aber &ndash; das ist geradezu zu sp&uuml;ren &ndash; jetzt kreist die Frage in einigen K&ouml;pfen herum: Warum dankt die uns, und warum gratuliert sie? Wo doch sicher viele von Ihnen h&auml;ufig genug daran gezweifelt haben oder auch heute die Frage w&auml;lzen, ob Demos &uuml;berhaupt etwas bringen und ob die heutige 333. oder ob vielleicht die 350. Demo dazu beitragen k&ouml;nnen, dieses tolle Vorhaben zu verhindern? Diese Frage schl&uuml;ssig beantworten kann ich genauso wenig wie Sie.<br>\nAber, ich wei&szlig;, dass ohne Ihr Aktionsb&uuml;ndnis, ohne die Parksch&uuml;tzer und ohne die Demos, also ohne Ihre Hartn&auml;ckigkeit &ndash; Frust und Problemen zum Trotz &ndash; bis heute vieles nicht erreicht worden w&auml;re und nur dadurch m&ouml;glich gewesen ist: Das betrifft zum einen das sch&auml;ndliche und politisierte Vorgehen von Teilen der Polizei an jenem elenden Schwarzen Donnerstag vor sechs Jahren und das leider auch kritikw&uuml;rdige Vorgehen von Staatsanw&auml;lten und Richtern bis heute. Ohne Sie und Ihre Unterst&uuml;tzung w&auml;re noch weniger aufgearbeitet, w&auml;ren noch weniger Verletzungen ges&uuml;hnt worden, als das heute der Fall ist. Ich wei&szlig;, da ist noch viel zu tun, und ich danke auch den vielen Kolleginnen und Kollegen aus Anwaltschaft und Justiz an Ihrer Seite, die dabei helfen.<br>\nDa ist aber noch mehr: Ohne Sie, ohne Ihre Aktivit&auml;ten und Demonstrationen, w&auml;ren die M&auml;ngel bei der Konzeption, der Planung und bei der Durchf&uuml;hrung von S 21 noch weniger transparent, als sie es bis heute sind. Sie w&uuml;rden auch mit viel mehr Erfolg heruntergeredet, als das bis heute immer noch geschieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/280\/geissler-bitte-melden-3821.html\">Herta D&auml;ubler-Gmelin in Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Umk&auml;mpftes Aleppo<\/strong><br>\nDer Westen liefert Waffen und steuert die Aufst&auml;ndischen. Auch NATO-Spezialeinheiten sollen in Syrien operieren<br>\n&raquo;Nach Aleppo wollen Sie? Na klar komme ich mit!&laquo; Der Mitarbeiter Josef G. des Nationalen Medienrats in Damaskus lehnt sich in seinem Stuhl zur&uuml;ck. &raquo;Eine sch&ouml;ne Stadt, ich habe viele Freunde da, mit einigen habe ich zusammen an der Uni studiert.&laquo; Auf die Frage, in welchem Teil der Stadt seine Freunde wohnten, tr&uuml;bt sich der Blick des etwa 30j&auml;hrigen, und er sagt leise: &raquo;Drei von ihnen sind bei der Armee und leben nicht mehr. Vor drei Tagen wurden sie get&ouml;tet, von einer Rakete der Terroristen.&laquo; Einer dieser drei Freunde sei ein Anwalt gewesen: &raquo;Drei Kinder hat er, was soll seine Frau nun tun? Er hat nur seine Heimat verteidigt.&laquo; Die Leichen der drei Soldaten konnten nicht geborgen werden. Islamistische K&auml;mpfer hatten den Ort eingenommen, den die syrischen Soldaten verteidigt hatten.<br>\nAus &raquo;Sicherheitsgr&uuml;nden&laquo; r&auml;t das Milit&auml;r Journalisten gegenw&auml;rtig von Fahrten nach Aleppo ab. Wer bei der syrischen Armee oder bei der &raquo;Armee der Eroberung&laquo; eingebettet ist, sendet aktuell Bilder und Berichte von der Frontlinie im S&uuml;dwesten der Stadt. T&auml;glich gibt es Gefechte, allein in den ersten Tagen sollen 250 Islamisten get&ouml;tet worden sein, so eine Mitteilung des syrischen Milit&auml;rs. Die libanesische Tageszeitung Al-Safir berichtet unter Berufung auf eine &raquo;oppositionelle Quelle vor Ort&laquo; von 1.000 verletzten islamistischen K&auml;mpfern. In Idlib &ndash; das von der &raquo;Dschabha Fatah Al-Scham&laquo; (Levante-Eroberungsfront, fr&uuml;her Dschabha Fatah Al-Scham (Levante-Eroberungsfront, fr&uuml;her Nusra-Front) genannt) kontrolliert wird &ndash; werden t&auml;glich Dutzende K&auml;mpfer zu Grabe getragen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/08-12\/073.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34568\">Die Verantwortung des Westens f&uuml;r das Elend im Mittleren Osten<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Lopsided Peace Talks Collapse, Saudis Resume Bombing Yemen and U.S. Sells More Weapons<\/strong><br>\nThe Pentagon announced an additional $1.15 billion in weapons sales to Saudi Arabia this week, even as a three-month cease-fire collapsed and the Saudi-led coalition resumed its brutal bombing campaign of the Yemen capital Sana.<br>\nThe U.S. has already sold more than $20 billion in weapons to Saudi Arabia since the war began in March 2015, defying calls from Human Rights Watch and Amnesty International to cut off support. The Saudi-led coalition is responsible for the majority of the 7,000 deaths in the conflict, which has left more than 21 million people in need of urgent humanitarian assistance. Saudi Arabia has been accused of intentionally targeting homes, factories, schools, markets, and hospitals.<br>\nOn Tuesday, the coalition targeted and destroyed a potato chip factory, killing 14 people (see top photo). The Yemeni press has since reported that coalition has conducted hundreds more airstrikes across the country, killing dozens of people.<br>\nThe Saudi-led coalition started bombing Yemen several months after Houthi rebels overran the capital and forced the U.S.- and Saudi-backed dictator, Abd Rabbuh Mansur Hadi, into exile. Saudi Arabia has demanded the return of their preferred ruler, calling the rebel group a &ldquo;coup militia.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2016\/08\/11\/lopsided-peace-talks-collapse-saudis-resume-yemen-bombing-and-u-s-sells-more-weapons\/\">The Intercept<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Ein weiterer vergessener Krieg des Westens, &uuml;ber den hierzulande noch nicht einmal berichtet wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Beleidigte Obrigkeit<\/strong><br>\nSeit dem dubiosen Milit&auml;rputschversuch in der T&uuml;rkei und den dadurch entfesselten (aber offenkundig schon vorher in zahlreichen Schubladen liegenden) Pl&auml;nen zur &bdquo;S&auml;uberung&ldquo; von Milit&auml;r, Justiz, Verwaltung, Bildungs- und Mediensektor etc., von den Massenverhaftungen ganz zu schweigen, ist es stiller geworden um die Auseinandersetzungen im Vorfeld dieses Pr&auml;sidialputsches, z.B. um die massenhaften Beleidigungsanzeigen Erdogans gegen Kritiker im In- und Ausland.<br>\n&Uuml;ber vergleichbare Anzeigen von Seiten des Bundespr&auml;sidenten ist zwar nichts bekannt, aber dass die hiesige Obrigkeit auch gerne zum Mittel der Anzeige gegen Kritiker greift, ist notorisch, und (zu) viele Staatsanwaltschaften und Gerichte geben sich daf&uuml;r her, die Angezeigten auch zu verurteilen: Wegen Beleidigung, &uuml;bler Nachrede oder Verleumdung (&sect;&sect; 185 ff. StGB), wie es gerade passt. Dass damit gegebenenfalls &bdquo;berechtigte Interessen&ldquo; wahrgenommen werden (wie das in &sect; 193 StGB hei&szlig;t) oder gar von dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit (incl. Medien-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit) Gebrauch gemacht wird (Art. 5 GG), ger&auml;t dabei allzu leicht in Vergessenheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.grundrechtekomitee.de\/node\/803\">Grundrechtekomitee<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>F&uuml;r eine unabh&auml;ngige t&uuml;rkische Justiz<\/strong><br>\nHans-Ernst B&ouml;ttcher, ehemaliger Pr&auml;sident des Landgerichts L&uuml;beck, warnt: Der t&uuml;rkische Pr&auml;sident Erdogan will die unabh&auml;ngige Justiz endg&uuml;ltig loswerden. Europ&auml;ische RichterInnen rufen zur Solidarit&auml;t mit ihren t&uuml;rkischen Kolleginnen und Kollegen auf. Unter all den Schreckensnachrichten aus der T&uuml;rkei nach dem gescheiterten Milit&auml;rputsch am 15. Juli 2016 geht in den Medien eines fast unter: Pr&auml;sident Erdogan setzt in versch&auml;rfter Form seine Versuche fort, sich einer unabh&auml;ngigen Justiz zu entledigen.<br>\nRund 3000 Richterinnen und Richter, Staatsanw&auml;ltinnen und Staatsanw&auml;lte (von insgesamt etwa 15 000) sind suspendiert, viele hundert wurden festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Oft wird ihnen unterstellt, die G&uuml;len-Bewegung zu unterst&uuml;tzen. Es trifft vor allem Kolleginnen und Kollegen, die der unabh&auml;ngigen Richterorganisation YARSAVangeh&ouml;ren. YARSAV ist den t&uuml;rkischen Beh&ouml;rden auch deshalb ein Dorn im Auge, weil sie zur europ&auml;ischen Richtervereinigung MEDEL (Europ&auml;ische Richter f&uuml;r Demokratie und Grundrechte) geh&ouml;rt. MEDEL wurde 1985 gegr&uuml;ndet &ndash; unter Beteiligung der Richterinnen und Richter, Staatsanw&auml;ltinnen und Staatsanw&auml;lte, organisiert in der Gewerkschaft &Ouml;TV (&Ouml;ffentliche Dienste, Transport und Verkehr, heute: ver.di). MEDEL hat heute &uuml;berall in Europa Mitglieder &ndash; von Portugal bis Georgien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/37-2016\/++co++8e8ebe5e-5fa1-11e6-b1a8-52540088cada\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Scharf, sch&auml;rfer, am sch&auml;rfsten<\/strong><br>\nAls vor zehn Jahren der F&ouml;deralismus reformiert wurde, trat der Bund die Verantwortung f&uuml;r den Strafvollzug an die L&auml;nder ab. Wie mit H&auml;ftlingen umgegangen wird, h&auml;ngt seither von deren Wohnort ab.<br>\nDienst ist Dienst, Schnaps ist Schnaps, Haft ist Haft. Das erste stimmt nicht, das zweite stimmt nicht und das dritte stimmt &uuml;berhaupt nicht. Haft ist nicht gleich Haft in Deutschland. Die Haftbedingungen sind je nach Bundesland sehr verschieden. Das war nicht immer so krass wie heute, es ist so krass geworden in den vergangenen zehn Jahren &ndash; weil in dieser Zeit jedes Bundesland sein ganz eigenes Strafvollzugsgesetz geschrieben hat.<br>\nWie unterschiedlich die Gesetze sind, kann man am kleinen Beispiel der Besuchszeiten gut zeigen: In dem einem Land (in Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg zum Beispiel) hat der Gefangene nur Anspruch auf eine Stunde Besuch im Monat, in dem anderen (in Brandenburg) auf vier Stunden. In dem einen Land werden die Besuche der Kinder des Gefangenen auf diese Regelbesuchszeit angerechnet, in dem anderen bis zu zwei Stunden nicht. In dem einen Bundesland wird der offene Vollzug &ndash; also derjenige, bei dem die Gefangenen tags&uuml;ber zum Arbeiten nach drau&szlig;en d&uuml;rfen &ndash; gef&ouml;rdert, in dem anderen ist er verp&ouml;nt. In dem einen Bundesland gibt es viel Hafturlaub; im anderen sehr wenig. Ein Strafverteidiger, der seine Mandanten in der ganzen Bundesrepublik einsitzen hat, braucht heute einen ganzen Schrank voll von Gesetzb&uuml;chern und den einschl&auml;gigen Kommentaren dazu, um seine Gefangenen ordentlich zu beraten und zu betreuen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/haftbedingungen-in-deutschland-scharf-schaerfer-am-schaerfsten-1.3117627\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Abgr&uuml;nde der Gewalt in Brasilien<\/strong><br>\nErz&auml;hlt aus der Sicht einer Kommissarin und Mutter, wirft der Krimi &ldquo;Tr&uuml;gerisches Licht&rdquo; einen Blick auf den von Gewalt gepr&auml;gten Alltag im heutigen Brasiliens. Wie soll die Polizistin einen Mord aufkl&auml;ren, wenn es selbst unter ihren Kollegen Kriminelle gibt?<br>\nF&aacute;bbio C&aacute;ssio, ein Fernsehserien-Star, nach dem die M&auml;dchen ihre Unterhosen werfen, schie&szlig;t sich auf der Theaterb&uuml;hne am Ende eines Monologs in den Kopf. Es sieht aus wie ein brillant inszenierter Selbstmord. Bald schon kommen aber Zweifel an der Suizid-These auf, und die perfekte Tatverd&auml;chtige ist schnell ausgemacht: F&aacute;bbios Freundin Cayanne, von der er sich trennen wollte und auf die seine Lebensversicherung l&auml;uft.<br>\nNat&uuml;rlich war auch sie es nicht, und bis Kommissarin Azucena den wahren T&auml;ter aufsp&uuml;rt, erlebt sie so einiges.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/patricia-melo-truegerisches-licht-abgruende-der-gewalt-in.1270.de.html?dram:article_id=362663\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Brazil<\/strong><br>\nDer Heppenheimer Hiob &uuml;ber die Fr&ouml;hlichkeit des sportiven Flexi-Kolonialismus als Importschlager<br>\nDie Bilder, die vor der letzten Weltmeisterschaft um die Welt gingen, d&uuml;rften noch pr&auml;sent sein. Ausgerechnet die vom Fu&szlig;ball so faszinierten Brasilianer spuckten Gift und Galle gegen das FIFA-Turnier und protestierten. Sie kriegten schon im Vorfeld zu sp&uuml;ren, dass es kein Fest des Volkes oder gar der armen Leute sein sollte, was hier organisiert wurde. Kleine H&auml;ndler verbannte man vom Areal um das Stadion; billige Stehpl&auml;tze wurden getilgt, um sie durch lukrative Sitzpl&auml;tze zu ersetzen. Die Diktatur der Sponsoren entschied dar&uuml;ber, was Existenzberechtigung haben d&uuml;rfe und was nicht. Brasilianische Getr&auml;nke mussten zum Beispiel weichen, um den &uuml;blichen Globallimonaden einen Absatzmarkt zu garantieren. Sozialstandards waren ja eh ein seltenes Gut in Brasilien, aber der Weltverband hatte es bei der Regierung durchgesetzt, diese umgehen zu d&uuml;rfen, sofern sie st&ouml;rten; staatliche Hoheitsrechte standen so unter FIFA-Richtlinien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1021802.brazil.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wie digitale Text-H&auml;ppchen das Denken ver&auml;ndern<\/strong><br>\nEine schlechtere Schreibkompetenz von Sch&uuml;lern h&auml;nge nicht mit der 1996 eingef&uuml;hrten Rechtschreibreform zusammen, meint der Bildungsexperte Christian F&uuml;ller. Die Gr&uuml;nde seien vielmehr in der Internet-Nutzung der &ldquo;Generation always on&rdquo; zu suchen.<br>\nBeherrschen deutsche Sch&uuml;ler die Rechtschreibung immer schlechter? Dar&uuml;ber streiten Bildungsexperten 20 Jahre nach der Einf&uuml;hrung der Rechtschreibreform. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat die Reform verteidigt: Die Hauptursache der offenbar zunehmend mangelnden Schreibkompetenz sieht er im Fehlen intensiver Leseerlebnisse. Der Bildungsexperte Christian F&uuml;ller sieht keinen Zusammenhang zwischen der Fehlerh&auml;ufigkeit in Texten und der Rechtschreibreform:\n<blockquote><p>\n&ldquo;Es geht darum, dass Kinder heute m&ouml;glicherweise mehr Fehler machen. Und das hat auch bestimmte Gr&uuml;nde. Ich glaube, dass es entscheidend damit zusammenh&auml;ngt &ndash; und das sagen auch viele Forscher -, dass wir heute eine &lsquo;Generation always on&rsquo; haben. Also Sch&uuml;ler, die sehr viel im Internet sind, die das Smartphone benutzen. Das ist gerade in den letzten vier, f&uuml;nf Jahren explodiert.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/schreibkompetenz-von-schuelern-wie-digitale-text-haeppchen.1008.de.html?dram:article_id=362648\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zur manipulativen Berichterstattung und zum undemokratischen Verhalten der Tagesschau<\/strong><br>\nHier die Mail eines NachDenkSeiten-Lesers:<br>\n(A.M.)<br>\nSehr geehrte Damen und Herren,<br>\nwarum haben Sie den Kommentarbereich unter dem Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/meta.tagesschau.de\/id\/114692\/tuerkei-will-gemeinsam-mit-russland-gegen-den-is-in-syrien-kaempfen\">T&uuml;rkei will gemeinsam mit Russland gegen den IS in Syrien k&auml;mpfen<\/a>&ldquo; schon nach zwei Kommentaren geschlossen?<br>\nSo wie es aussieht, schlie&szlig;en sie&nbsp;die Kommentarbereiche, sobald Kritik an Ihrer Darstellung ge&uuml;bt wird. Wenn sich Leser fragen, ob die gem&auml;&szlig;igten Rebellen nicht in Wahrheit radikale Islamisten sind, die von der T&uuml;rkei, Saudi-Arabien und Katar, aber von den USA oder der EU unterst&uuml;tzt werden, machen Sie die Klappe zu?<br>\nIhre Berichterstattung zu Syrien scheint mir sehr einseitig zu sein. Schauen Sie sich einmal die Berichte von Frau Karin Leukefeld&nbsp;an, siehe:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34568\">Die Verantwortung des Westens f&uuml;r das Elend im Mittleren Osten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/08-12\/073.php\">Umk&auml;mpftes Aleppo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/international\/39950-syrien--auch-wirtschaftssanktionen-katastrophe\/\">Syrien &ndash; Auch die Wirtschaftssanktionen der EU st&uuml;rzen das Land in die Katastrophe<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Aus meiner Sicht berichten Sie einseitig zu Gunsten von radikalen Islamisten, die von der T&uuml;rkei, Saudi-Arabien, Katar unterst&uuml;tzt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die radikalen Islamisten in Syrien stehen ideologisch denen nahe, die&nbsp;in Paris, Br&uuml;ssel, Nizza, &hellip; Anschl&auml;ge ver&uuml;ben. Und die, die gegen die Assad-Regierung k&auml;mpfen, nennen Sie (gem&auml;&szlig;igte) Rebellen, bzw. oppositionelle Gruppen?<br>\nH&ouml;ren Sie endlich auf, der &Ouml;ffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Das Beste, was den Menschen in Syrien passieren k&ouml;nnte, w&auml;re, dass die Terroristen sich ergeben und die T&uuml;rkei und andere L&auml;nder ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r diese beenden!<br>\nWelches Interesse haben Sie daran, radikale Islamisten als Opposition, die f&uuml;r die Freiheit in Syrien k&auml;mpft, darzustellen? Haben Sie vor einigen Monaten von dem <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Assad-hat-das-Recht-sich-Hilfe-zu-holen-article17054276.html\">Appell<\/a> vom Bischof von Aleppo Kenntnis genommen oder berichtet?<\/p>\n<p><strong>Ihre einseitige Darstellung und das Auslassen von Informationen ist &uuml;belste Manipulation der &ouml;ffentlichen Meinung.<\/strong><\/p>\n<p>Wer ist f&uuml;r die Darstellung der Situation in Syrien verantwortlich?<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Am Ende<\/strong><br>\nFalsche Diagnose, falsche L&ouml;sung: Hillary Clintons und Donald Trumps Wirtschaftspl&auml;ne greifen zu kurz. Innovationen und Ideen fehlen, viele Menschen verzweifeln. Wenige Tage nach ihrem republikanischen Konkurrenten Donald Trump hat nun auch die demokratische Pr&auml;sidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ihr Wirtschaftsprogramm vorgestellt. Beide haben gemeinsam, dass sie viele Arbeitspl&auml;tze schaffen wollen. Doch ihre Pl&auml;ne &ndash; im Kern Steuersenkungen bei Trump und die Besteuerung der Reichen bei Clinton &ndash; greifen viel zu kurz. Amerikas wahre Probleme lassen sich mit diesen Ideen nicht l&ouml;sen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-08\/usa-wirtschaft-wahlkampf-hillary-clinton-donald-trump\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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