{"id":346,"date":"2004-08-06T10:43:46","date_gmt":"2004-08-06T09:43:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=346"},"modified":"2016-03-29T09:31:36","modified_gmt":"2016-03-29T07:31:36","slug":"graf-lambsdorff-als-stichwortgeber-das-meiste-was-heute-als-modern-gilt-ist-uralt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=346","title":{"rendered":"Graf Lambsdorff als Stichwortgeber &#8211; Das meiste, was heute als modern gilt, ist uralt."},"content":{"rendered":"<p>Seit &uuml;ber zwanzig Jahren immer nur dieselben Rezepte und nichts hat sich verbessert. Am 9. September 1982 hat der damalige Bundeswirtschaftsminister Graf Lambsdorff sein &bdquo;Konzept f&uuml;r eine Politik zur &Uuml;berwindung der Wachstumsschw&auml;che und zur Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit&ldquo; &ndash; den &bdquo;Scheidebrief&ldquo; f&uuml;r die damalige sozialliberale Koalition &ndash; ver&ouml;ffentlicht. Seit dieser Zeit wird Politik &ndash; manchmal mehr, manchmal weniger &ndash; nach dieser Rezeptur gemacht. Und dennoch haben sich die Staatsschuld und die Zahl der Arbeitslosen vervielfacht.<br>\n<!--more--><br>\nVor einigen Tagen besuchte mich ein guter Freund &ndash; in den achtziger Jahren ein aktives FDP-Mitglied &ndash; und zeigte mir freudestrahlend einen Fund aus seinen im Keller ausgelagerten Akten. Es war das sog. Lambsdorff-Papier aus dem Herbst 1982. Ich hatte das Papier nat&uuml;rlich noch in lebendiger Erinnerung, zumal ich zu dieser Zeit im Bundeskanzleramt gearbeitet habe und es f&uuml;r uns alle damals ziemlich klar war, dass das der &bdquo;Scheidebrief&ldquo; der FDP f&uuml;r die sozialliberale Koalition unter dem Kanzler Helmut Schmidt war.<br>\nDennoch habe ich das Papier noch einmal aufmerksam gelesen und war dann doch &uuml;berrascht und elektrisiert. Und zwar deshalb, weil es mir bei der Lekt&uuml;re wie Schuppen von den Augen fiel, wie dieses &bdquo;Konzept&ldquo; die politische Agenda der letzten zwanzig Jahre bis hin zur Agenda 2010 pr&auml;gte und wie &ndash; z.T. bis hin zur Wortwahl &ndash; die dort beschriebene Analyse und die L&ouml;sungsvorschl&auml;ge mehr und mehr die &ouml;ffentliche Debatte und den Mainstream in den Medien heute beherrschen. Ich fand das spannend genug, diesen Text noch einmal auf den &bdquo;NachDenkSeiten&ldquo; zu dokumentieren, damit sich unsere Leserinnen und Leser selbst davon &uuml;berzeugen k&ouml;nnen, dass unsere heutigen &bdquo;Modernisierer&ldquo; die eigentlichen &bdquo;Traditionalisten&ldquo; sind und dass seit &uuml;ber zwanzig Jahren immer nur die gleichen Rezepte propagiert werden. Mit dem Ergebnis, dass sich die Arbeitslosigkeit von damals 1,8 Millionen mehr als verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht hat. Es hei&szlig;t ja, dass der Mensch (jedenfalls auch) aus Erfahrung klug wird. Man fragt sich deshalb, wie es kommt, dass zwanzig Jahre schlechte Erfahrung mit einem politischen Konzept noch immer nicht genug sind? <\/p><p>F&uuml;r den eiligen Leser einige Kostproben: <\/p><p><strong>Schilderung der Ausgangslage:<\/strong><\/p><blockquote><p>Diese erneute Verschlechterung der Lage ist zum Teil Reflex von Vorg&auml;ngen im internationalen Bereich (anhaltende Schw&auml;che der Weltkonjunktur, ungewisse Konjunktur- und Zinsentwicklung in den USA, amerikanisch-europ&auml;ische Kontroversen). Die gesamte Weltwirtschaft steht offensichtlich in einer hartn&auml;ckigen Stabilisierungs- und <strong>Anpassungskrise<\/strong>.&ldquo;<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.3<\/p>\n<\/blockquote><blockquote><p>Die gegenw&auml;rtig besonders deutliche Vertrauenskrise ist nicht kurzfristig entstanden. Sie muss im Zusammenhang mit <strong>tiefgreifenden gesamtwirtschaftlichen Ver&auml;nderungen<\/strong> gesehen werden, die zwar zumeist schon in einem l&auml;ngeren Zeitraum eingetreten sind, deren volle Problematik aber teilweise erst in den letzten Jahren &ndash; nicht zuletzt mit den neuen internationalen Herausforderungen &hellip;- deutlich geworden sind. Es handelt sich hierbei vor allem um:<\/p>\n<ul>\n<li>einen gravierenden R&uuml;ckgang der gesamtwirtschaftlichen Investitionsquote&hellip;<\/li>\n<li>den besonders in der ersten H&auml;lfte der 70er Jahre entstandenen <strong>starken Anstieg der Staatsquote<\/strong> (Anteil aller &ouml;ffentlichen Ausgaben incl. Sozialversicherung am BSP), &hellip;dieser strukturelle Anstieg des Staatsanteils am Sozialprodukt ist ausschlie&szlig;lich zustande gekommen durch die &uuml;beraus expansive Entwicklung der laufenden Ausgaben&hellip;,insbesondere f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst, die <strong>Sozialleistungen<\/strong> (einschlie&szlig;lich Sozialversicherungsleistungen) und auch die Subventionen an Unternehmen&hellip;<\/li>\n<li>den tendenziellen <strong>Anstieg der Abgabenquote<\/strong> (Anteil der Steuer- und Sozialabgaben am BSP) &hellip;; dieser Anstieg ist nahezu ausschlie&szlig;lich auf die <strong>Anhebung der Sozialbeitr&auml;ge in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung<\/strong> zur&uuml;ckzuf&uuml;hren&hellip;<\/li>\n<li>den tendenziellen <strong>Anstieg der Kreditfinanzierungsquote der &ouml;ffentlichen Haushalte<\/strong> (Anteil der &ouml;ffentlichen Defizite am BSP)&hellip;Trotzt der bisherigen Konsolidierungsma&szlig;nahmen d&uuml;rfte der &uuml;berwiegende Teil dieser <strong>Defizite struktureller und nicht konjunktureller<\/strong> Natur sein.&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.3f.<\/p>\n<\/blockquote><blockquote><p>Unabh&auml;ngig davon, wie lange die internationale Wachstumsschw&auml;che noch andauert, kann und muss deshalb in der Bundesrepublik <strong>das erforderliche Mindestma&szlig; sozialer Anpassungsbereitschaft mobilisiert<\/strong> werden, <strong>um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu stoppen und die Besch&auml;ftigungschancen eines neuen Wachstumsprozesses in der Weltwirtschaft auch tats&auml;chlich nutzen zu k&ouml;nnen<\/strong>&hellip;&ldquo;<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.4<\/p>\n<\/blockquote><blockquote><p>Da die Wachstums-, Besch&auml;ftigungs- und Budgetprobleme in der Bundesrepublik nicht prim&auml;r konjunktureller Natur sind&hellip;ist die Gefahr sehr gro&szlig;, dass die Aufw&auml;rtsbewegung nur schwach&hellip;ausf&auml;llt. Sie wird jedenfalls aller Voraussicht nach allen nicht ausreichen, die derzeitigen und erst recht die f&uuml;r das n&auml;chsten Jahre (schon aufgrund der <strong>demographischen Entwicklung<\/strong>) abzeichnenden Arbeitsmarkt- und Finanzierungsprobleme zu l&ouml;sen.&ldquo;<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.4<\/p>\n<\/blockquote><p><strong>L&ouml;sungskonzept:<\/strong> <\/p><blockquote><p>Angesichts der Komplexit&auml;t der Ursachen f&uuml;r die derzeitige Besch&auml;ftigungs- und Wachstumskrise gibt es sicherlich kein einfaches und kurzfristig wirkendes Patentrezept f&uuml;r ihre &Uuml;berwindung. Wichtig ist aber, dass <strong>die Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit als politische Aufgabe Nummer 1<\/strong> in den n&auml;chsten Jahren allgemein anerkannt wird und dass daraus die notwendigen Schlussfolgerungen gezogen werden. <strong>Dieser vordringlichen Aufgabe haben sich andere W&uuml;nsche und Interessen unterzuordnen<\/strong>, m&ouml;gen sie f&uuml;r sich betrachtet noch so wichtig erscheinen&hellip; Zwar wird allenthalben die Sicherung und Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen gefordert. In Wirklichkeit werden aber von <strong>politischen und gesellschaftlichen Gruppen, von Verb&auml;nden und auch von Ressorts die jeweiligen Sonderinteressen nach wie vor immer wieder vorangestellt.<\/strong>&ldquo;<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.5<\/p>\n<\/blockquote><blockquote><p>Ein solches zukunftsorientiertes Gesamtkonzept der Politik muss sich auf folgende Bereiche konzentrieren:<\/p>\n<ol>\n<li>Festlegung und Durchsetzung einer &uuml;berzeugenden <strong>marktwirtschaftlichen Politik<\/strong> in allen Bereichen staatlichen Handelns <strong>mit einer klaren Absage an B&uuml;rokratisierung<\/strong>&hellip;<\/li>\n<li>Festlegung und Durchsetzung eines mittelfristig angelegten &hellip;&uuml;berzeugenden <strong>Konsolidierungskonzeptes f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte, das die Erh&ouml;hung der Gesamtabgabebelastung ausschlie&szlig;t<\/strong> &hellip;<\/li>\n<li>Festlegung und Durchsetzung einer mittelfristig angelegten und m&ouml;glichst gesetzlich abgesicherten <strong>Umstrukturierung der &ouml;ffentlichen Ausgaben und Einnahmen von konsumtiver zu investiver Verwendung<\/strong>, um die private und &ouml;ffentliche Investitionst&auml;tigkeit zu st&auml;rken und <strong>die wirtschaftliche Leistung wieder st&auml;rker zu belohnen<\/strong>.<\/li>\n<li>Festlegung und Durchsetzung einer <strong>Anpassung der sozialen Sicherungssysteme an die ver&auml;nderten Wachstumsm&ouml;glichkeiten und eine l&auml;ngerfristige Sicherung ihrer Finanzierung (ohne Erh&ouml;hung der Gesamtabgabenbelastung), um das Vertrauen in die dauerhafte Funktionsf&auml;higkeit der sozialen Sicherung wieder herzustellen und zugleich der Eigeninitiative und der Selbstvorsorge wieder gr&ouml;&szlig;eren Raum zu geben<\/strong>.&ldquo;<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.5f.<\/p>\n<\/blockquote><blockquote><p>Der Erfolg einer solchen Gesamtpolitik wird allerdings nicht zuletzt davon abh&auml;ngen, ob die <strong>Lohnpolitik&hellip;die notwendige Verbesserung der Ertragsperspektiven sowie die relative Verbilligung des Faktors Arbeit zul&auml;sst<\/strong>. Sicherlich wird es bei einer solchen Politik zu <strong>Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften<\/strong> kommen, die sich auch negativ auf das Stimmungsbild auswirken k&ouml;nnen. Die Gewerkschaften selbst m&uuml;ssen jedoch vorrangig an einer L&ouml;sung der Besch&auml;ftigungsprobleme interessiert sein&hellip;&ldquo;<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.6<\/p>\n<\/blockquote><blockquote><p>Wer einer solchen Politik den &ndash; in der Sache unbegr&uuml;ndeten &ndash; <strong>Vorwurf einer &bdquo;sozialen Unausgewogenheit oder einer Politik &bdquo;zu Lasten des kleinen Mannes&ldquo; macht, dem kann und muss entgegengehalten werden, dass nur eine solche Politik in der Lage ist, die wirtschaftliche Grundlage unseres bisherigen Wohlstandes zu sichern und die Wachstums- und Besch&auml;ftigungskrise allm&auml;hlich und schrittweise zu &uuml;berwinden<\/strong>. Die <strong>notwendigen Korrekturen<\/strong> m&uuml;ssen auch vor dem Hintergrund des au&szlig;erordentlich starken Anstiegs der Sozialleistungsquote (Anteil der Sozialleistungen am BSP) in den letzten beiden Jahrzehnten gesehen werden. <strong>Die schlimmste soziale Unausgewogenheit w&auml;re eine andauernde Arbeitslosigkeit von 2 Millionen Erwerbsf&auml;higen oder gar noch mehr.<\/strong>&ldquo;<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.6<\/p>\n<\/blockquote><p><strong>Einzelma&szlig;nahmen: U.a.<\/strong> <\/p><blockquote><p>Haushalt: <\/p>\n<ul>\n<li>&bdquo;Weitere Einschr&auml;nkungen konsumtiver &hellip;Ausgaben&hellip;&ldquo;(S.6)<\/li>\n<li>&bdquo;Begrenzung des Anstiegs der Beamtenbesoldung&hellip;&ldquo; (S.6)<\/li>\n<li>&bdquo;Abbau von Finanzhilfen (Subventionen) (&bdquo;linearer Abschlag von 5% bzw. 10%&ldquo;)&hellip;&ldquo; (S.7)<\/li>\n<li>&bdquo;Verringerung des Leistungssatzes f&uuml;r Arbeitslosengeld am Anfang der Bezugsdauer (z.B. erste drei Monate nur 50% des letzten Nettoeinkommens)&hellip; <strong>Begrenzung des Arbeitslosengeldbezuges auf maximal 1 Jahr<\/strong>, auch bei Krankheit. &hellip;&ldquo; (S.7)<\/li>\n<li>&bdquo;Umstellung des BAF&ouml;G f&uuml;r Studenten auf (Voll-) Darlehen&hellip;&ldquo; (S.7)<\/li>\n<li>&bdquo;Investitions- und leistungsf&ouml;rdernde Steuerpolitik&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Vermeidung eines Anstiegs der gesamtwirtschaftlichen Steuerlastquote&hellip;&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Leistungs- und investitionsfreundliche Gestaltung des Steuersystems &hellip;(z.B. durch eine) schrittweise Abschaffung der Gewerbesteuer&hellip;&ldquo; (S.7)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&bdquo;Konsolidierung der sozialen Sicherung sowie besch&auml;ftigungsf&ouml;rdernde Sozial- und Arbeitsmarktpolitik&hellip;<\/p>\n<ul>\n<li>Dauerhafte Konsolidierung der sozialen Sicherungssysteme ohne Anhebung von Beitr&auml;gen bzw. Einf&uuml;hrung von Abgaben<\/li>\n<li>St&auml;rkere Ber&uuml;cksichtigung der Prinzipien der <strong>Selbstvorsorge und Eigenbeteiligung<\/strong> sowie der Subsidiarit&auml;t&hellip;<\/li>\n<li>Erleichterung der <strong>Flexibilisierung der Arbeitszeit<\/strong>&hellip;<\/li>\n<li><strong>Anhebung der Beteiligung der Rentner an den Kosten ihrer Krankenversicherung<\/strong>&hellip;<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung eines kostendeckenden Abschlags bei der Inanspruchnahme der flexiblen Altersgrenze&hellip;<\/li>\n<li>Ber&uuml;cksichtigung des steigenden Rentneranteils in der Rentenformel&hellip;<\/li>\n<li><strong>Anhebung der Altersgrenze (einzige M&ouml;glichkeit, weiter steigender Belastung durch Steigerung der Lebenserwartung zu begegnen)<\/strong>&hellip;<\/li>\n<li>Ausbau der <strong>Selbstbeteiligung im Krankenversicherungsbereich<\/strong>&hellip; (S.8)<\/li>\n<li>Mehrj&auml;hrige Minderanpassung bzw. zeitweiliges Einfrieren der Regels&auml;tze bei der Sozialhilfe&hellip; (S.9)<\/li>\n<li>&Uuml;berpr&uuml;fung des f&uuml;r die Bemessung der Regels&auml;tze relevanten Warenkorbs auf Angemessenheit&hellip;(S.9)<\/li>\n<li>Strengere Regelung f&uuml;r die <strong>Zumutbarkeit einer dem Hilfesuchenden m&ouml;glichen Arbeit<\/strong>&hellip;(S.9)<\/li>\n<li>&Uuml;berpr&uuml;fung, ob nicht Arbeitslosenhilfe auch von Sozial&auml;mtern verwaltet werden soll&hellip;(S.9)<\/li>\n<li>Keine &Auml;nderungen des Arbeitszeitrechts, welche die betriebliche <strong>Flexibilisierung<\/strong> einschr&auml;nken&hellip;(S.9)<\/li>\n<li>Keine Erweiterung des K&uuml;ndigungsschutzrechtes&hellip;(S.9)<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><blockquote><p><strong>Abbau von unn&ouml;tiger Reglementierung und B&uuml;rokratie in allen Breichen der Wirtschaft und st&auml;rkere Verlagerung bisher &ouml;ffentlich angebotener Leistungen auf den privaten Bereich&hellip;&ldquo;<\/strong><\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">S.10<\/p>\n<\/blockquote><p><strong>Pers&ouml;nliche Schlussanmerkung:<\/strong> <\/p><p>Lesen Sie heute in den Wirtschaftsteilen unserer Zeitungen sehr viel anderes oder viel Neues? Man hat den Eindruck als h&auml;tten viele unserer Kommentatoren das Lambsdorff-Papier in ihrem Computer gespeichert und bet&auml;tigten beim Abfassen ihrer Beitr&auml;ge nur noch die Kopiertaste.<br>\nBef&uuml;rworter der Agenda-Politik werden Lambsdorff vermutlich gerade zu &bdquo;seherische&ldquo; Qualit&auml;ten bescheinigen.<br>\nDie praktische Erfahrung mit einer solchen Politik, die Lambsdorff selbst und mit ihm seine Partei, die w&auml;hrend der gesamten Kohl&auml;ra das Wirtschaftsressort besetzte, und diesen Kurs &uuml;ber sechzehn Jahre beharrlich verfolgte und in vielen Bereichen umsetzte, sprechen allerdings eine andere Sprache: Obwohl Jahr f&uuml;r Jahr die Dosierung dieser Rezeptur erh&ouml;ht wurde, ist der &bdquo;Patient&ldquo; krank und kr&auml;nker geworden. Vern&uuml;nftige Politiker h&auml;tten also schon l&auml;ngst den Arzt und die Rezepte gewechselt. <\/p><p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/lambsdorff_papier_1982.pdf\" title=\"PDF - 1.4 MB\">Lambsdorff-Papier aus dem Jahre 1982 [PDF &ndash; 1.4 MB] &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit &uuml;ber zwanzig Jahren immer nur dieselben Rezepte und nichts hat sich verbessert. Am 9. September 1982 hat der damalige Bundeswirtschaftsminister Graf Lambsdorff sein &bdquo;Konzept f&uuml;r eine Politik zur &Uuml;berwindung der Wachstumsschw&auml;che und zur Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit&ldquo; &ndash; den &bdquo;Scheidebrief&ldquo; f&uuml;r die damalige sozialliberale Koalition &ndash; ver&ouml;ffentlicht. Seit dieser Zeit wird Politik &ndash; manchmal mehr,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=346\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,145,30],"tags":[296,288,273,479,1273],"class_list":["post-346","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-sozialstaat","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-lambsdorff-otto-graf","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-privatvorsorge","tag-reservearmee","tag-staatsquote"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=346"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32546,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/346\/revisions\/32546"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}