{"id":34749,"date":"2016-08-25T14:56:03","date_gmt":"2016-08-25T12:56:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34749"},"modified":"2018-12-27T11:35:55","modified_gmt":"2018-12-27T10:35:55","slug":"der-v-mann-fuehrer-andreas-temme-und-die-politischejuristische-aufklaerung-in-form-eines-bestattungsunternehmens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34749","title":{"rendered":"Der V-Mann F\u00fchrer Andreas Temme und die politische\/juristische Aufkl\u00e4rung in Form eines Bestattungsunternehmens"},"content":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht in M&uuml;nchen hat kurz vor der Sommerpause die Akte Temme geschlossen. Der V-Mann-F&uuml;hrer des hessischen Geheimdienstes Andreas Temme hatte sich zur Tatzeit in dem Internetcaf&eacute; in Kassel aufgehalten, in dem Halit Yozgat am 6. April 2006 durch zwei Sch&uuml;sse in den Kopf ermordet wurde. Die Frage, welche Rolle der V-Mann-F&uuml;hrer spielte, der seine Anwesenheit leugnete und vor allem durch Falschaussagen auffiel, sollte auch im Prozess in M&uuml;nchen gekl&auml;rt werden. Nun ist der Fall &bdquo;gekl&auml;rt&ldquo;: Das OLG h&auml;lt Andreas Temme f&uuml;r glaubw&uuml;rdig und unschuldig, die &bdquo;Wahrheitssuche&ldquo; f&uuml;r abgeschlossen und weitere Beweisantr&auml;ge der Nebenkl&auml;ger f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig. Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34749#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7363\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-34749-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160830_V_Mann_Fuehrer_Andreas_Temme_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160830_V_Mann_Fuehrer_Andreas_Temme_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160830_V_Mann_Fuehrer_Andreas_Temme_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160830_V_Mann_Fuehrer_Andreas_Temme_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=34749-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160830_V_Mann_Fuehrer_Andreas_Temme_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160830_V_Mann_Fuehrer_Andreas_Temme_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Stellen Sie sich einmal vor, sie bek&auml;men folgendes Drehbuchskript zur Begutachtung: <\/p><p><em>Als junger Mann tr&auml;gt der Protagonist aufgrund seiner neonazistischen Gesinnung den Spitzname &sbquo;Klein Adolf&rsquo;. Dann wird er Geheimdienstmitarbeiter beim hessischen Verfassungsschutz. Er &sbquo;f&uuml;hrt&rsquo; Neonazis als V-Leute. Er und seine als V-Leute gef&uuml;hrten Neonazis sollen Straftaten vor ihrer Begehung verhindern. Seine Vorgesetzten bezeichnen ihn als ausgezeichneten Mitarbeiter. Dieser Mann hat einen &sbquo;siebten Sinn&rsquo;. Als NSU-Mitglieder in Kassel 2006 den Internetbesitzer Halit Yozgat mit zwei Sch&uuml;ssen in den Kopf hinrichten, sitzt er mittendrin. Kurz nach dem Mord verl&auml;sst er seinen Internetplatz und legt ein Geldst&uuml;ck auf den Tisch, der mit Blutspritzern bedeckt ist. Der Besitzer liegt tot hinter dem Schreibtisch. Wenig sp&auml;ter wird er sich an nichts erinnern: Weder will er das Internetcafe gekannt, noch Sch&uuml;sse geh&ouml;rt haben, geschweige denn den schwer verletzten Halit Yozgat hinter seinem Schreibtisch gesehen haben.<\/em><\/p><p><em>In den zahlreichen Vernehmungen, erst als Tatverd&auml;chtiger, dann als Zeuge bleiben mehr Falschaussagen zur&uuml;ck, als glaubw&uuml;rdige Einlassungen. Seine Vorgesetzten halten eisern zu ihm, treffen sich mit ihm auf einer Rastst&auml;tte, machen ihm Mut und erinnern ihn unentwegt an die &sbquo;Kasseler Problematik,&rsquo; in der er auch ein bisschen drinstecke.<\/em><\/p><p><em>Das Verfahren gegen ihn wird eingestellt. Heute hat er einen ruhigen Job in der Rentenabteilung des hessischen Innenministeriums.<\/em><\/p><p>Sie w&uuml;rden ein solches Skript als haarstr&auml;ubend konstruiert in den Papierkorb werfen. Tats&auml;chlich hat der V-Mann-F&uuml;hrer Andreas Temme bis heute &bdquo;<em>einen Stein im Brett<\/em>&ldquo; &ndash; nicht nur bei seinen Vorgesetzten.<\/p><p><strong>Das Oberlandesgericht\/OLG &ndash; ein teures Bestattungsunternehmen<\/strong><\/p><p>Das OLG h&auml;lt f&uuml;r glaubw&uuml;rdig, dass Andreas Temme, der im Nebenraum des Internetcaf&eacute;s sa&szlig;, keine Sch&uuml;sse geh&ouml;rt habe &ndash; ein Mann, der zum Spa&szlig; seine Freizeit im Sch&uuml;tzenverein verbringt und im Besitz zahlreicher Waffen ist.<\/p><p>Es sei nachvollziehbar, dass der ca. 1,90 Meter gro&szlig;e Andreas Temme dreimal an dem Sterbenden vorbeigegangen war, ohne den hinter seinem 80 Zentimeter hohen Tisch Liegenden gesehen zu haben.<\/p><p>Es h&auml;lt f&uuml;r glaubw&uuml;rdig, dass der V-Mann-F&uuml;hrer Andreas Temme weder den dahinter liegenden Halit Yozgat gesehen habe, noch die Blutspritzer auf dem Tisch, auf den er ein Geldst&uuml;ck legte.<\/p><p>Das OLG h&auml;lt es f&uuml;r plausibel, dass Andreas Temme, als gegen ihn als m&ouml;glichen Tatbeteiligten ermittelt wurde, erst glaubhaft bestritt, dass er das Caf&eacute; &uuml;berhaupt kenne, dann glaubhaft leugnete, dass er an diesem Tag dort war und schlie&szlig;lich glaubhaft einr&auml;umte, dass er vermeiden wollte, dass seine schwangere Ehefrau davon erf&auml;hrt, dass er in besagtem Internetcaf&eacute; in einem &bdquo;Flirtportal&ldquo; surfen gegangen ist.<\/p><p>Und noch plausibler h&auml;lt das OLG die eigene Entscheidung, die Schmauchspuren an Handschuhen, die in seinem Zimmer (bei seinen Eltern) gefunden wurden, nicht daraufhin zu untersuchen zu lassen, ob sie identisch sind mit der verwendeten Munition der Tatwaffe.<br>\n&ldquo;<em>Sachlich, nachvollziehbar und plausibel<\/em>&rdquo; finden das deutsche Richter summa summarum und &uuml;ben schon einmal f&uuml;r das Urteil, das bald &uuml;ber eine neonazistische Terrorgruppe namens NSU gef&auml;llt werden wird, die &ndash; mindestens genauso <em>sachlich, nachvollziehbar und plausibel<\/em> &ndash; aus drei Mitgliedern bestanden habe. <em>Im Namen des deutschen Volkes<\/em>.<\/p><p>So kafkaesk diese Wahrheitssuche auch ist, sie deckt nur m&uuml;hsam zu, was der Fall Temme wie kein anderer Stolperstein in der NSU-Aufkl&auml;rung belegen hilft. Er kann dazu beitragen, bestimmte, vage Ausdeutungen aus dem Weg zu r&auml;umen.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rt das von vielen geteilte Urteil, der Schl&uuml;ssel f&uuml;r das &bdquo;Komplettversagen&ldquo; sei schlampige Ermittlungst&auml;tigkeit der Polizei und ein institutioneller Rassismus, der die Ermittlungsrichtung leite.<\/p><p>Der Fall Temme in Kassel belegt eindrucksvoll, dass dieser Vorwurf einiges erkl&auml;ren kann, aber auch einiges zudecken und verbergen hilft, wenn es um die Gr&uuml;nde f&uuml;r Ermittlungssabotage, f&uuml;r den Schutz m&ouml;glicher Mitt&auml;ter oder Personen geht, die T&auml;terwissen haben. <\/p><p>Die polizeilichen Ermittlungen waren in Kassel &ndash; im Gegensatz zu anderen NSU-Tatorten &ndash; durchaus konsequent, geradezu vorschriftsm&auml;&szlig;ig: Man ermittelte tats&auml;chlich in <em>alle<\/em> Richtungen und stie&szlig; somit sehr schnell auf den hessischen Geheimdienstmitarbeiter Andreas Temme. Aufgrund der Beweismittel wurde er als Tatverd&auml;chtiger gef&uuml;hrt und aufgrund seiner fortgesetzten Unglaubw&uuml;rdigkeit abgeh&ouml;rt &ndash; wochenlang und &auml;u&szlig;erst ergiebig. Dass die Polizei den Verfassungsschutz abgeh&ouml;rt hatte, ist sicherlich keine Allt&auml;glichkeit, umso aufschlussreicher sind die Protokolle, nachdem eine von Anw&auml;lten entdeckte Manipulation r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden konnte. Sie belegen aufs Eindringlichste, wie sich sein Vorgesetzter, LfV-Direktor Lutz Irrgang, wie sich der Geheimschutzbeauftragte des LfV, Gerald-Hasso Hess, bis hin zum hessischen Innenministerium darum bem&uuml;hten, die polizeilichen Ermittlungen zu sabotieren und Andreas Temme dergestalt zu coachen, dass die in Telefonaten immer wieder erw&auml;hnte &bdquo;<em>Kasseler Problematik<\/em>&ldquo; unter dem Teppich bleibt.<\/p><p>Dass dies kein zuf&auml;lliges Zusammenspiel &uuml;berirdischer Kr&auml;fte ist, hat bereits im Juni 2012 Gerhard Hoffmann, leitender Kriminaldirektor des Polizeipr&auml;sidiums Nordhessen und damaliger Leiter der &rsaquo;<em>SOKO Caf&eacute;<\/em>&lsaquo;, gegen&uuml;ber den Mitgliedern des NSU-Ausschusses in Berlin ausgesagt. Aus dem Ged&auml;chtnis gibt Mely Kiyak folgenden Dialog zwischen Mitgliedern des Untersuchungsausschusses (UA) und dem SOKO-Chef Gerhard Hoffmann (GH) wieder:<\/p><blockquote><p>\n&raquo;GH: <em>Innenminister Bouffier hat damals entschieden: Die Quellen von Herrn T. k&ouml;nnen nicht vernommen werden. Als Minister war er f&uuml;r den Verfassungsschutz verantwortlich.<\/em><\/p>\n<p>UA: Er war doch auch Ihr Minister! Ist Ihnen das nicht komisch vorgekommen? Jedes Mal, wenn gegen V-M&auml;nner ermittelt wurde, kam einer vom Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz vorbei, stoppt die Ermittlung mit der Begr&uuml;ndung, der Schutz des Landes Hessen ist in Gefahr. Aus den Akten geht eine Bemerkung hervor, die meint, dass man erst eine Leiche neben einem Verfassungssch&uuml;tzer finden m&uuml;sse, damit man Auskunft bekommt. Richtig?<\/p>\n<p>GH: <em>Selbst dann nicht &hellip;<\/em><\/p>\n<p>UA: Bitte?<\/p>\n<p>GH: <em>Es hei&szlig;t, selbst wenn man eine Leiche neben einem Verfassungssch&uuml;tzer findet, bekommt man keine Auskunft.<\/em>&laquo;<br>\n(FR vom 30.6.2012)\n<\/p><\/blockquote><p>Eigentlich hatte der Leiter der &rsaquo;<em>SOKO Caf&eacute;<\/em>&lsaquo; bereits sehr fr&uuml;h alles N&ouml;tige gesagt, wie die &sbquo;Aufkl&auml;rung&rsquo; vonstatten zu gehen hat. Er hat die &sbquo;rote Linie&rsquo; gezogen &ndash; und alle haben sich daran gehalten. Bis heute.<\/p><p>Dass das Gericht in M&uuml;nchen diese &sbquo;rote Linie&rsquo; ohne t&ouml;dliche Gefahr &uuml;berschreiten k&ouml;nnte, dass diese auch die parlamentarischen Untersuchungsaussch&uuml;sse in Berlin und Wiesbaden &uuml;bertreten k&ouml;nnten und m&uuml;ssten, w&auml;re ihre Aufgabe, ihre Pflicht. <\/p><p>Dass sie es dennoch nicht tun, liegt ganz sicher nicht an mangelndem Wissen, schon gar nicht an fehlenden M&ouml;glichkeiten.<\/p><p><strong>Ermittlungsmethoden<\/strong><\/p><p>Wer sich mit polizeilichen Ermittlungst&auml;tigungen und -methoden besch&auml;ftigt, wird schnell erfahren, dass dort &rsaquo;der Zufall&lsaquo; &ndash; also die Lehre vom Unwahrscheinlichen &ndash; als Erkenntnismethode nicht vorkommt. Zu Recht. Denn polizeiliche Ermittlungsmethoden gehen vom Gegenteil aus: von der Wahrscheinlichkeit eines Geschehensablaufes. Denn weder die Polizei noch ein Staatsanwalt noch ein Richter kennen die Wahrheit. Sie k&ouml;nnten im besten Fall nur ein Geschehen rekonstruieren &ndash; mithilfe von Indizien, Zeugen und Spuren. Ausgangspunkt ist folglich nicht ein Geschehen, ein bestimmtes, sondern verschiedene Geschehensabl&auml;ufe, die sich aus den &rsaquo;Beweismitteln&lsaquo; ergeben. Das bekommt &ndash; in der Theorie &ndash; den Namen: Ermittlungen in <em>alle<\/em> Richtungen.<\/p><p>Am Ende dieses Ermittlungsprozesses bleibt ein Geschehensablauf, der aufgrund der vorhandenen Beweismittel in sich konsistent ist, am plausibelsten rekonstruiert werden kann.<\/p><p>Nimmt man alle uns vorliegenden Beweismittel im Fall Kassel zur Grundlage und handelt nach diesen polizeilichen Pr&auml;missen, dann kommt man zu einem recht eindeutigen Ergebnis:<\/p><p>F&uuml;r den Geschehensablauf, den Polizei und Gericht f&uuml;r die Ereignisse in Kassel f&uuml;r plausibel halten, spricht so gut wie nichts: Es gibt keine einzige Zeugenaussage, die die NSU-Mitglieder Mundlos und B&ouml;hnhardt als unmittelbare Tatbeteiligte nahelegen.<\/p><p>Einzig und allein die Tatwaffe (eine &#268;esk&aacute; 83), die im Brandschutt des Hauses gefunden wurde, in dem auch die NSU-Mitglieder wohnten, l&auml;sst eine T&auml;terschaft des NSU infrage kommen. Mehr nicht.<\/p><p>Das ist ein schwacher, um nicht zu sagen, hauchd&uuml;nner Beweis. Denn damit ist weder gekl&auml;rt noch bewiesen, dass die beiden NSU-Mitglieder auch die T&auml;ter waren &ndash; selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die Waffe tats&auml;chlich im Besitz der uns bekannten NSU-Mitglieder befand.<\/p><p>Gegen den Geheimdienstmitarbeiter Andreas Temme sprechen <strong><em>zahlreiche<\/em><\/strong> Indizien und Sachbeweise: <\/p><ol>\n<li>Ein neonazistischer Hintergrund <\/li>\n<li>Ein Duz-Verh&auml;ltnis zu dem V-Mann und Neonazi Benjamin G&auml;rtner, der zum NSU-Netzwerk z&auml;hlt<\/li>\n<li>Die Anwesenheit zur Tat- und Mordzeit<\/li>\n<li>Das Mitf&uuml;hren einer Plastikt&uuml;te, in der sich laut Zeugenberichten die Tatwaffe befunden haben k&ouml;nnte. Von dieser berichtete auch seine Ehefrau, in einem abgeh&ouml;rten Telefonat: &raquo;<em>willst du nicht mal auf mich h&ouml;ren? Ich sage noch, ne, nimm keine Plastikt&uuml;te mit!<\/em>&laquo; (tagesspiegel.de vom 8.6.2015)<\/li>\n<li>Das Auffinden von Handschuhen, an denen sich Schmauchspuren befinden, die identisch mit denen sind, die die Tatwaffe hinterl&auml;sst<\/li>\n<li>Die Verweigerung einer Zeugenschaft<\/li>\n<li>Zahlreiche Falschaussagen in Verbindung mit Absprachen von Falschaussagen<\/li>\n<li>Die Verhinderung der Aufkl&auml;rung angeblicher &rsaquo;privater&lsaquo; Umst&auml;nde durch seine Vorgesetzten<\/li>\n<\/ol><p>Vergleicht man &ndash; ohne Ansehen der Person &ndash; die Indizien und Sachbeweise, die f&uuml;r eine T&auml;terschaft der drei stets genannten NSU-Mitglieder und\/oder f&uuml;r die (Mit-)T&auml;terschaft von Andreas Temme sprechen, dann braucht man f&uuml;r dieses Ergebnis keine kriminalistische Ausbildung.<\/p><p>Geht man &ndash; gem&auml;&szlig; der vorliegenden Beweismittel &ndash; von einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer T&auml;terschaft der uns bekannten NSU-Mitglieder aus, so belasten die restlichen 80 Prozent den hessischen Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme wegen m&ouml;glicher Mitt&auml;terschaft bzw. Beihilfe zu Mord.<\/p><p>F&auml;nden die polizeilichen Ermittlungsgrunds&auml;tze tats&auml;chlich Anwendung, w&uuml;rde das Ermittlungsergebnis im Mordfall Kassel geradezu zwingend zu einer Anklage gegen Andreas Temme f&uuml;hren.<\/p><p>Dass dies bis heute nicht passiert ist, hat auch nichts mit Zufall zu tun.<\/p><p>Anders formuliert: Wenn die genannten &bdquo;Beweismittel&ldquo; hinreichend die T&auml;terschaft der beiden NSU-Mitglieder Mundlos und B&ouml;hnhardt belegen, dann m&uuml;sste Andreas Temme zehn Mal lebensl&auml;nglich erhalten.<\/p><p><em>Ein gek&uuml;rzte Fassung findet sich in der Tageszeitung <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/07-25\/012.php\">&sbquo;Junge Welt&rsquo; vom 25.7.2016<\/a><\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Wolf Wetzel<\/strong>, Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund &ndash; wo h&ouml;rt der Staat auf? 3. Auflage, Unrast Verlag 2015<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht in M&uuml;nchen hat kurz vor der Sommerpause die Akte Temme geschlossen. Der V-Mann-F&uuml;hrer des hessischen Geheimdienstes Andreas Temme hatte sich zur Tatzeit in dem Internetcaf&eacute; in Kassel aufgehalten, in dem Halit Yozgat am 6. April 2006 durch zwei Sch&uuml;sse in den Kopf ermordet wurde. Die Frage, welche Rolle der V-Mann-F&uuml;hrer spielte, der seine<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34749\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,159,166],"tags":[1443,901,930,955,1266,421],"class_list":["post-34749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-terrorismus","tag-bouffier-volker","tag-geheimdienste","tag-justiz","tag-neonazismus","tag-nsu","tag-polizei"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34749"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48027,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34749\/revisions\/48027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}