{"id":34759,"date":"2016-08-26T08:44:14","date_gmt":"2016-08-26T06:44:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34759"},"modified":"2023-05-31T15:16:34","modified_gmt":"2023-05-31T13:16:34","slug":"der-horror-von-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34759","title":{"rendered":"Der Horror von K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160826_walter-van-rossum.jpg\" alt=\"Walter van Rossum\" title=\"Walter van Rossum\"><\/div><p>Durch die Ereignisse am Hauptbahnhof in der Silvesternacht 2015\/16 wurde K&ouml;ln zu einer Art Chiffre barbarischer Gewalt knapp unterhalb von 9\/11. Die schaurigsten Pegida-Fantasien schienen wirklich zu werden: Zu Hunderten fallen &ldquo;Araber&rdquo; &uuml;ber wehrlose deutsche Frauen her &ndash; und dies auch noch vor den Augen einer v&ouml;llig &uuml;berforderten Polizei. Eine &bdquo;fremde&ldquo;, bedrohliche und aggressive &bdquo;Kultur&ldquo; erschien von nun an als gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Bedrohung f&uuml;r &bdquo;unsere&ldquo; Zivilisation. Doch was ist in K&ouml;ln wirklich geschehen? Und was wurde aus den M&ouml;rderbanden vermeintlich ausl&auml;ndischen Ursprungs? <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach mit dem in K&ouml;ln lebenden investigativen Journalisten und Buchautor <strong>Walter van Rossum<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7893\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-34759-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160826_Der_Horror_von_Koeln_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160826_Der_Horror_von_Koeln_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160826_Der_Horror_von_Koeln_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160826_Der_Horror_von_Koeln_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=34759-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160826_Der_Horror_von_Koeln_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160826_Der_Horror_von_Koeln_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr van Rossum, die Ereignisse des letzten Silvesters in K&ouml;ln haben Sie sowohl als K&ouml;lner als auch als Journalist nicht mehr losgelassen. Auf &bdquo;Deutschlandfunk&ldquo; erschien daher vor kurzem ein beachtenswertes <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/silvester-in-koeln-making-of-apokalypse-2-0.1170.de.html?dram:article_id=356648\">Feature<\/a> von Ihnen hierzu. Ist inzwischen klar, was da genau, was wirklich geschah?<\/strong><\/p><p>Es stehen ca. 1.200 Anzeigen im Raum. Der gr&ouml;&szlig;te Teil betrifft Handydiebstahl oder &auml;hnliche kleinkriminelle Delikte, bei ca. 500 Anzeigen geht es um Sexualdelikte. Allerdings muss man da differenzieren. Es hat keinen einzigen Fall von erzwungenem Geschlechtsverkehr gegeben &ndash; auch wenn man k&uuml;rzlich noch versucht hat, zwei F&auml;lle nachzuliefern. Bei 21 Anzeigen geht es um Vergewaltigung als Form sexueller N&ouml;tigung. In diesen F&auml;llen sollen etwa Finger in die Geschlechtsteile eingef&uuml;hrt worden sein.<\/p><p>Bei dem Gros der Anzeigen von Sexualdelikten handelt es sich um 470 F&auml;lle von sogenannter sexueller Beleidigung &ndash; also Handlungen, die im Volksmund etwa &bdquo;Grabschen&ldquo; hei&szlig;en. Strafrechtlich geh&ouml;ren die eher zu den Bagatelldelikten, doch man sollte die Leiden auch dieser Opfer nicht kleinreden. Es geht nicht nur um das Betatschen an sich. Die bedrohlichen Umst&auml;nde, unter denen das geschehen ist, k&ouml;nnen durchaus die traumatisierende Wirkung gesteigert haben. <\/p><p>Aufgrund dieser Anzeigen sind von einer zeitweilig &uuml;ber hundertk&ouml;pfigen Sonderkommission mit hervorragenden technischen Mitteln in aufwendigster Kleinarbeit bislang 175 Beschuldigte ermittelt worden, davon geht es bei 37 Beschuldigten um Sexualdelikte. Von den 175 sind 66 Asylsuchende, 18 waren sogenannte Illegale. Nach Herkunftsl&auml;ndern waren von den 175 Beschuldigten 51 aus Algerien, 55 aus Marokko, 3 aus Libyen, drei aus Tunesien, 19 aus dem Irak, 13 aus Deutschland und 12 aus Syrien und der Rest verteilt sich auf ein Dutzend anderer L&auml;nder. Allerdings waren zum Beispiel die 13 Deutschen gar nicht direkt an den Ereignissen beteiligt, sondern haben sich im Umfeld der Taten strafbar gemacht, etwa als Hehler. <\/p><p>Wenn man die Ereignisse r&uuml;ckblickend halbwegs n&uuml;chtern analysiert, dann haben wir eine riesige Zahl an Anzeigen, von denen der &uuml;berw&auml;ltigende Anteil &ndash; rein strafrechtlich gesehen &ndash; Bagatelldelikte zum Inhalt hat. Bis auf die 21 F&auml;lle von versuchter Vergewaltigung im oben beschriebenen Sinne. Ich vermute mal, das entspricht in etwa dem Pensum eines ganz normalen Karnevaltages und vermutlich ist an Karneval die Dunkelziffer &ndash; also die Zahl der nicht angezeigten F&auml;lle &ndash; noch weit h&ouml;her. Ansonsten muss man einfach feststellen: Anzeigen sind noch keine erwiesenen Straftaten. Und bis heute wei&szlig; niemand auch nur ann&auml;hernd, wie viele T&auml;ter es &uuml;berhaupt gegeben hat und wie viele sich an den schweren Sexualdelikten beteiligt haben.<\/p><p><strong>Klingt ein bisschen so, als relativierten Sie die Ereignisse. &ldquo;Irgendwie also alles gar nicht so schlimm&ldquo;&hellip;<\/strong><\/p><p>Eine n&uuml;chterne Betrachtung wird traumatischen Erfahrungen niemals gerecht. Das Strafrecht selbst relativiert die furchtbarsten Ereignisse und das ist auch gut so. Gleichwohl hat es auch nach meinen Recherchen in der besagten Nacht entsetzliche Szenen gegeben. Die <em>m&uuml;ssen<\/em> aufgekl&auml;rt und strafrechtlich sanktioniert werden.<\/p><p>Aber es gibt auch und vor allem eine besoffene Wahrnehmung der Ereignisse, die nichts mit den h&auml;sslichen Tatsachen zu tun hat. Und diese vollkommen haltlose Deutung ist inzwischen tief in die Gesellschaftsfolklore eingedrungen und daher au&szlig;erordentlich folgenreich. Ob das nun der pathetische Schwachsinn unserer Leitartikler ist oder Abertausende von Hasskommentaren im Netz, die jedem, der noch bei Verstand ist, sehr viel mehr Angst machen m&uuml;ssten als ein Rudel besoffener und marodierender Typen.<\/p><p><strong>Von welchen Mythen reden wir denn genau? Und wie kann es &uuml;berhaupt zu solchen kommen, wenn das Wissen um die realen Geschehnisse vor Ort und die diesbez&uuml;gliche Aufkl&auml;rung doch bis heute nur sp&auml;rlich vorhanden ist?<\/strong><\/p><p>Man muss die Mythen schmieden, bevor die Tatsachen sie erkalten lassen. Und das ist hier auf eine Weise gelungen, dass man sich fragt, wie irre das Abendland inzwischen eigentlich geworden ist, wie tollw&uuml;tig. Und eben, weil man so wenig wusste, hat der Mythos die Dramaturgie &uuml;bernommen.<\/p><p>Doch das mythische Drama, das hier zur x-ten Wiederauff&uuml;hrung gelangt, ist nat&uuml;rlich die Saga von den arabischen M&auml;nnern, die deutsche Frauen sch&auml;nden. Man k&ouml;nnte im Detail zeigen, wie sich dieses Narrativ durch die Geschichte des Abendlandes zieht. Ich erinnere nur an drei Ereignisse: 732 soll Karl Martell &ndash; der Hammer &ndash; in einer gro&szlig;en Schlacht bei Poitiers die Araber besiegt haben. Historiker des 9. Jahrhunderts sprechen von 350.000 Arabern, die da vernichtet worden seien. Und bis weit in die Gegenwart wird gerne kolportiert, dass wir Karl dem Hammer verdanken, dass Europa damals nicht islamisiert worden sei. Karl Martell allerdings verdankt dieser Geschichte seinen Ruf. Er begr&uuml;ndete die Dynastie der Karolinger, aus der bald Karl der Gro&szlig;e hervorgehen wird. Im Zusammenhang mit jener Schlacht taucht erstmals der Name Europa auf. Ein europ&auml;isches Bewusstsein entsteht sozusagen als Kampfbegriff gegen die arabische Bedrohung. Das Problem ist nur, es gab gar keine arabische Bedrohung. Nach Stand heutiger Forschung war die ber&uuml;hmte Schlacht 732 allenfalls ein Scharm&uuml;tzel mit ein paar Dutzend arabischen Kundschaftern. <\/p><p>1529 und 1683 standen die Osmanen vor Wien. Auch hier rankten sich schauerliche Geschichten &uuml;ber die T&uuml;rken um den harten Kern der Tatsachen. Doch beide Male wurden sie zur&uuml;ckgeschlagen. Die Osmanen vor Wien und Karl Martell &ndash; diese Ereignisse geh&ouml;ren zur Grundausr&uuml;stung des europ&auml;ischen Selbstbewusstseins und pr&auml;gen jenseits aller historischen Bedeutung die Seele des wei&szlig;en Mannes: als Urbild der permanenten Bedrohung durch die Barbaren. Komplett vergessen hingegen sind die &Uuml;berf&auml;lle der Europ&auml;er, angefangen bei den Kreuzz&uuml;gen, der Amnesie verfallen &uuml;ber zweihundert Jahre eines durch und durch barbarischen Kolonialismus, und im toten Winkel unserer Wahrnehmung liegen die muslimischen Staaten, die wir heute mit dem Napalm unserer &Uuml;berlegenheit &bdquo;befreien&ldquo;. Wie viele sind es im Moment noch mal? Doch was auch immer wir machen: Der wei&szlig;e Mann ist stets Opfer. Opfer des Terrors, Opfer der Fl&uuml;chtlinge: das ist eine zuverl&auml;ssige kollektive Grundstimmung. <\/p><p>Man findet in unseren publizistischen Zentralorganen keine einzige Reflexion dar&uuml;ber, was wir den Afghanen angetan haben, heute und in den vergangenen 200 Jahren, man findet ausschlie&szlig;lich uns&auml;gliche Lamentos &uuml;ber afghanische Fl&uuml;chtlinge, die uns auf der Tasche liegen und die Reinheit unserer Kultur bedrohen. Auf diesem aberwitzigen historischen Bewusstsein war es dann nicht schwer, die Ereignisse der Silvesternacht als eine Manifestation jener Bedrohung zu erleben. <\/p><p>Doch lange vor &bdquo;K&ouml;ln&ldquo;, ohne alle historische Kenntnis, geschweige denn pers&ouml;nliche Erfahrung, zelebrierte der Pegida-Mob diese Mythologie vom &bdquo;Araber&ldquo;. Und in &bdquo;b&uuml;rgerlichen&ldquo; Kreisen hatte man l&auml;ngst gelernt, den alten Antisemitismus in einen frischen Antiislamismus umzuarbeiten. Die Techniken und die Rhetorik sind exakt dieselben. Lesen Sie nur mal, was eine Alice Schwarzer ihrem Publikum seit Jahren predigt: Die Scharia hat l&auml;ngst unser Land im W&uuml;rgegriff und &auml;hnlicher Wirrsinn. &Uuml;ber die K&ouml;lner Ereignisse hat sie ein Buch mit dem Titel <em>Der Schock<\/em> herausgegeben. <\/p><p>Darin schreibt sie &uuml;ber die Armee von Muslimen, die sich als Ort ihres &Uuml;berfalls nicht umsonst den Platz vor dem K&ouml;lner Dom ausgesucht haben: &bdquo;M&auml;nner, die fanatische Anh&auml;nger des Scharia-Islams sind (&hellip;). An diesem Abend setzten sie eine f&uuml;r sie ganz einfache Waffe ein. Die sexuelle Gewalt. Sexuelle Gewalt ist eine traditionelle Kriegswaffe. (&hellip;) Sie bricht die Frauen und dem&uuml;tigt die M&auml;nner, die &bdquo;ihre&ldquo; Frauen nicht sch&uuml;tzen k&ouml;nnen.&ldquo; <\/p><p>F&uuml;r Alice Schwarzer ist vollkommen klar, dass hier organisierte Dschihadisten am Werk waren. Der IS als besoffene Partytruppe mit Silvesterb&ouml;llern. Kinder mit dem Zettel &bdquo;Ich will fucken&ldquo; in der Hand. Sie wei&szlig; Bescheid und hat genaue Informanten: &bdquo;Schon vor 15, 20 Jahren hat ein leitender K&ouml;lner Polizeibeamter mir anvertraut: &sbquo;70 bis 80 Prozent aller Vergewaltiger in K&ouml;ln sind T&uuml;rken&lsquo;.&ldquo; Und solchen Irrsinn darf sie in &ouml;ffentlich-rechtlichen Talkshows verbreiten.<\/p><p>Wir wissen heute genau, dass die Taten weder verabredet noch organisiert waren. Doch Justizminister Heiko Maas erkl&auml;rt der <em>Bild<\/em>-Zeitung am 5. Januar, was ein H&auml;uptling des wei&szlig;en Mannes sich einfach vorstellen muss: &bdquo;Wenn tausend Menschen sich zu einer enthemmten Horde zusammenfinden und das offenbar so geplant war, dann ist das nicht weniger als ein zeitweiliger Zivilisationsbruch. Niemand kann mir erz&auml;hlen, dass das nicht abgestimmt oder vorbereitet wurde.&ldquo; Ein enthemmter Justizminister im Rausch des Zivilisationsbruchs gibt zu Protokoll, was die historische Folklore ihn gelehrt hat.<\/p><p>Rassismus kommt nicht nur aus dem Bauch, im aufgekl&auml;rten Europa bedarf es der wissenschaftlichen Begr&uuml;ndungen. Eine der aberwitzigsten Expertisen zu K&ouml;ln stammt vom Bundeskriminalamt. NRW-Innenminister J&auml;ger erkl&auml;rt in einer Stellungnahme vom 10. Januar: &bdquo;So liegen dem Bundeskriminalamt Erkenntnisse dazu vor, dass in arabischen L&auml;ndern ein Modus Operandi bekannt ist, der als &sbquo;taharrush gamea&lsquo; (gemeinsame sexuelle Bel&auml;stigung in Menschenmengen) bezeichnet wird. Dar&uuml;ber wurde z. B. anl&auml;sslich der &auml;gyptischen Revolution von den Medien berichtet.&ldquo; Im Eifer des Gefechts muss den BKA-Orientalisten entgangen sein, dass es sich dabei nicht um eine muslimische Kulturtechnik handelt, sondern um eine gezielte politische Aktion, die durch die grausamen &Uuml;bergriffe auf protestierende Frauen auf dem Tahirplatz in Kairo traurige Ber&uuml;hmtheit erlangte: Die Geheimpolizei des &auml;gyptischen Pr&auml;sidenten Mubarak, bekanntlich ein guter Freund des zivilisierten Westens, hatte ihre M&auml;nner auf den Tahirplatz geschickt, um Frauen brutal sexuell zu misshandeln &ndash; mit keinem anderen Ziel als dem, die Protestierenden gegeneinander aufzubringen.<\/p><p>Den Beweis, dass die Entartung der Barbaren bereits in ihrer Zivilisation angelegt ist, liefert das BKA gewisserma&szlig;en auf Bestellung. Sowas wei&szlig; der Europ&auml;er seit 732. Und es wird geradezu be&auml;ngstigend, wenn man beobachtet, wie diese v&ouml;lkerkundliche Ente namens &ldquo;taharrush gamea&ldquo; binnen weniger Tage in fast s&auml;mtlichen westlichen Medien von Polen bis Kanada zum Motiv f&uuml;r die K&ouml;lner Sarazenen avanciert. Welche Moderne wollen wir eigentlich gegen was f&uuml;r Barbaren verteidigen?<\/p><p>Ich erspare Ihnen jetzt mal Beispiele unserer leitartikelnden Besorgnistr&auml;ger. Aber ich versichere Ihnen, jeder, ausnahmslos jeder, versteht sich als eine Schreibtischausgabe von Karl Martell. Kein Text, der nicht die Zivilisationsgrenzen rauf und runter patrouillierte. <\/p><p>Und das Phantasma hatte die Wahrnehmung aller im festen W&uuml;rgegriff. Der Beweis? Schauen Sie sich doch bitte mal das ber&uuml;hmte Video an, das gef&uuml;hlte 4 Millionen Mal &uuml;ber die Bildschirme flimmerte. <em>Die<\/em> Bilder des Grauens, der letzte Beweis. Doch leider sieht man auf diesem Video nur ein paar Bl&ouml;dm&auml;nner, die es krachenlassen &ndash; rein silvesterm&auml;&szlig;ig. Ohne den Dom im Hintergrund k&ouml;nnte das auch in Neu-Ulm oder Bremen aufgenommen worden sein. Auch &uuml;ber die Herkunft der Menschen geben die Videos keinerlei Aufschluss. Damit nicht genug: Wenn man sich das Video genauer anschaut, dann sieht man jede Menge Passanten, die unbehelligt ihres Weges gehen. Keine Spur von den hunderttausendfach beschworenen b&uuml;rgerkriegs&auml;hnlichen Zust&auml;nden. <\/p><p>Der Mann, der das Video aufgenommen hatte, erkl&auml;rte hinterher, von den Ausschreitungen nichts mitbekommen zu haben. Ich kenne Dutzende Leute, darunter &uuml;brigens auch Frauen, die in jener Nacht am Bahnhof waren und nichts von irgendwelchen marodierenden, frauensch&auml;ndenden Arabern mitbekommen haben.<br>\nWohlgemerkt, ich sage nicht: Da war nix. Aber was da war, das wollte man m&ouml;glichst nicht so genau wissen. Denn die Vielzahl fieser, aber meist doch eher kleinkrimineller Taten k&ouml;nnte man leicht ohne durchgeknallte Kulturkampfrhetorik erkl&auml;ren. Doch damit das nicht passierte, musste pausenlos ins mythische Feldhorn geblasen werden. Die fundamentalistische Sicht der Dinge, die hat der schwer aufgekl&auml;rte, der vernunftbestimmte und kritikbegabte wei&szlig;e Mann ins Spiel gebracht.<\/p><p>Sie haben ja vorhin mein Feature f&uuml;r den Deutschlandfunk erw&auml;hnt. Nach der Ausstrahlung bekam die Redaktion weit &uuml;ber hundert Reaktionen per Mail, Facebook oder Post. Die allermeisten ergingen sich in w&uuml;sten Beschimpfungen, ich verh&ouml;hnte die Opfer und verdingte mich als Araberliebchen. Nichts davon war argumentativ ernst zu nehmen. Es ging allein darum, dass ich am Mythos gekratzt und den Vorschlag gemacht hatte, die Sache als &ndash; allerdings einzigartiges &ndash;  Kriminalst&uuml;ck zu untersuchen. Genau das emp&ouml;rte unsere wenig reizenden Wutb&uuml;rger ausschlie&szlig;lich. &bdquo;K&ouml;ln&ldquo; hatte ihnen gerade ein gro&szlig;artiges Gesinnungserlebnis beschert, endlich sp&uuml;rten sie ob der Evidenz des Hasses gemeinsamkeitsstiftende Orientierung. Da kam eine frische Brise Faschismus auf und wehte bis weit in die sogenannte Mitte dieser Gesellschaft. <\/p><p><strong>Noch einmal f&uuml;r mein Verst&auml;ndnis: Die Ereignisse waren furchtbar und h&auml;tten nicht geschehen d&uuml;rfen; das leugnen Sie auch nicht. Was Sie st&ouml;rt, ist die Tatsache, dass die Probleme in Richtung politischer Interessen missbraucht wurden, um vor allem Ressentiments gegen Fl&uuml;chtlinge und Mythen vom &bdquo;Kampf der Kulturen&ldquo; zu sch&uuml;ren?<\/strong><\/p><p>Es gab einen Umstand, der den Wahn &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich gemacht hat: Die Falschmeldung der Pressestelle der K&ouml;lner Polizei am Neujahrsmorgen: Ganz normale Silvesternacht usw. Wie man heute mit Sicherheit wei&szlig;, beruhte diese Meldung auf einer Kommunikationspanne der Polizei. Mit eisiger Pr&auml;zision haben bestimmte Kreise darauf ihre Behauptung aufgebaut: Polizei, Politik und Medien kollaborieren partei&uuml;bergreifend, um die &ouml;ffentliche Massensch&auml;ndung deutscher Frauen durch muslimische Fl&uuml;chtlinge im Schatten des Doms zu vertuschen.<\/p><p>Doch auf diese blo&szlig;e und leicht widerlegbare Behauptung haben Polizei, Politik und Medien dann panisch reagiert und sich umgehend zum ergebenen Diener dieses Bildes von der &ouml;ffentlichen Massensch&auml;ndung deutscher Frauen durch Araber und Nordafrikaner vor dem Dom gemacht. Ab diesem Moment wurden die Ereignisse allesamt und l&uuml;ckenlos nur noch auf politischem, religi&ouml;sem und ethnischem Niveau verhandelt. Bevor irgendjemand wusste, wieviele T&auml;ter eigentlich was f&uuml;r Straftaten begangen haben sollen, war es bereits allgemeiner Konsens, dass alles nur durch die barbarische Zivilisation der T&auml;ter und durch ihren religi&ouml;sen Hintergrund zu erkl&auml;ren sei. Man verhandelte im politisch-medialen Raum keine Straftaten mehr, sondern bek&auml;mpfte die Invasion der Barbaren. <\/p><p>Allerdings unterstelle ich den Akteuren jener &Ouml;ffentlichkeit nicht unbedingt strategische Interessen. Das ist ja fast das Schlimmste dabei. Die meisten waren wohl tats&auml;chlich &uuml;berrascht und verwirrt. Die haben dann einfach mal die inneren Schleusen aufgemacht &ndash; und vorbei war es mit Rechtsstaat, Moderne und Aufkl&auml;rung. Was allerdings eine ganz wichtige Rolle spielte, war der gesellschaftlich hochgespannte Wartezustand, wie das wohl mit der Lawine, der Flut, dem Strom der Fl&uuml;chtlinge weitergehen mag. <\/p><p>Merkels Politik, die Lasten der Fluchtimmigration auf alle europ&auml;ischen L&auml;nder zu verteilen, war ganz offensichtlich gescheitert. Merkel wurde von den medialen Eliten und sogar von Leuten aus der eigenen Partei geradezu vorgef&uuml;hrt. Man wusste nicht, wie das weitergehen w&uuml;rde. Die AfD machte ersch&uuml;tternd erfolgreich mobil. Kurz, das ganze Land ersehnte den Funken der Kl&auml;rung, ein Ereignis, das die Richtung vorgab. Und da kam K&ouml;ln wie bestellt. Damit will ich aber in keiner Weise behaupten, dass es bestellt war.<\/p><p><strong>&hellip;Aber vorhin haben Sie Steuerung angedeutet &ndash; zumindest seitens &bdquo;bestimmter Kreise&ldquo;, wie Sie es nennen &ndash; Vorsatz? Sie haben sogar von &bdquo;eisiger Pr&auml;zision&ldquo; gesprochen.<\/strong><\/p><p>Man muss verstehen, was zwischen den Ereignissen und ihrem Erscheinen in der &Ouml;ffentlichkeit vier Tage sp&auml;ter geschah. In dieser Zeit wurde aus einer vermeintlich ruhigen Silvesternacht ein muslimischer &Uuml;berfall. Und daran haben ein paar Leute heftig geschraubt. Die erste Meldung ging am 1. Januar bei dem <em>Nettwerk<\/em> K&ouml;ln ein, einem lokalen Netzwerk, in dem in der Regel gebrauchte Sofas und Nachbarschaftshilfen aller Art angeboten werden. Da sind aber auch schon heftige Diskussionen &uuml;ber &bdquo;die Fl&uuml;chtlinge&ldquo; gef&uuml;hrt worden.<\/p><p>Jene erste Meldung am fr&uuml;hen Neujahrsmorgen war allerdings schon verd&auml;chtig &bdquo;instruiert&ldquo;. Der m&auml;nnliche Verfasser berichtete von seinen Erfahrungen mit seiner Freundin in jener Nacht. Er wusste sogleich, dass es sich um arabisch sprechende Fl&uuml;chtlinge handelte und f&uuml;gte dann noch hinzu, ist es das &bdquo;wof&uuml;r ich den halben Inhalt meines Kleiderschrankes gespendet habe? Ist das das neue K&ouml;ln? Ist das das neue Deutschland?&ldquo;. Die Polizei hatte erst am 2. Januar nachmittags zum ersten Mal Hinweise auf die Herkunft der m&ouml;glichen T&auml;ter ver&ouml;ffentlicht.<\/p><p>Die Administratoren des <em>Nettwerks<\/em> haben den Post gel&ouml;scht, weil sie dachten, es handelte sich entweder um einen Scherz oder blo&szlig;e P&ouml;belei. Vor der L&ouml;schung hatte allerdings ein anderer User den Beitrag kopiert und in alle Himmelsrichtungen geteilt. Genauer gesagt, die verbl&uuml;ffend zahlreichen rechten Netzwerke von &bdquo;Politically incorrect&ldquo; bis Kopp-Online &ndash; alle waren seit dem 1. Januar voll auf Sendung und verbreiteten Horrornachricht auf Horrornachricht, obwohl sich erst ganz allm&auml;hlich einige wenige Opfer zu Wort gemeldet hatten. Der User, der den gel&ouml;schten ersten Post vervielf&auml;ltigt hatte, wurde zum Berserker und beschimpfte die <em>Nettwerk<\/em>-Administratoren als Zensoren und Teil einer Verschw&ouml;rung. Als Beweis postete er ein Video, in dem sich tats&auml;chlich h&auml;ssliche Szenen abspielen. Das Video wurde umgehend auf YouTube hochgeladen und eine Million Mal angeklickt. <\/p><p>Unvorstellbar ekelhafte Kommentare veranlassten die YouTube-Administratoren, bald die Kommentarfunktion zu sperren. Bis dann mal jemand feststellte, dass es sich bei dem Video um Aufnahmen vom Tahirplatz in Kairo handelte. Dann erst wurde es gel&ouml;scht. Doch nicht nur beim BKA kam die Meldung an. Kurz, man kann ganz klar feststellen, dass &ndash; sagen wir mal &ndash; Pegida-affine Milieus die Wahrnehmung der Ereignisse mit allen Mitteln in eine ganz bestimmte Richtung gedr&auml;ngt haben. Sie haben fast schon professionell die Verwirrung um die Falschmeldung der Polizei ausgenutzt, um eine pogrom&auml;hnliche Stimmung zu erzeugen. Und diese Matrix hat sich bis ins Detail durchgesetzt. Sie bestimmt bis heute die Deutung jener Nacht. Und das ist eine Katastrophe, an der die Katastrophe unserer Qualit&auml;tsmedien erheblichen Anteil hat.<\/p><p><strong>Und, was meinen Sie, wie kommt es zu so etwas? Ist der Diskurs und ist also die &ouml;ffentliche Meinung in Deutschland einfach inzwischen &bdquo;so rechts&ldquo; &ndash; oder wurden Ihrer Einsch&auml;tzung nach hier konkrete Interessen in Rassismus und Ideologie umgem&uuml;nzt? Und wenn Ja: Um welche Interessen welcher Kreise geht es hier im Hintergrund und warum verlief der Diskurs dann, wie er verlief?<\/strong><\/p><p>Ich sage es noch einmal: Der wei&szlig;e Mann setzt die Welt in Brand und doch f&uuml;hlt er sich stets als Opfer. In gewisser Weise f&uuml;hlt er sich ja sogar zu Recht bedroht. Wenn man pausenlos den Rest der Welt beschie&szlig;t, wird gelegentlich zur&uuml;ckgeschossen. Allerdings haben wir mittlerweile sagenhafte Techniken entwickelt, unsere Aggressionen als entweder defensiv, blo&szlig; reaktiv oder gar humanit&auml;r zu verstehen. Trotzdem hat sich so etwas wie eine dunkle Ahnung eingestellt, dass die Menschenmassen, die ums nackte Leben rennen, uns zwingen, Farbe zu bekennen. Und an leuchtenden Bekenntnissen hat es nicht gefehlt. Ein nicht unerheblicher Teil der Bev&ouml;lkerung hat selbstlos Kleidung, Geld und Arbeit zur Betreuung von Fl&uuml;chtlingen beigesteuert. Anders die Eliten und Institutionen: Fl&uuml;chtlinge haben die EU zu einem moralischen und politischen Offenbarungseid gezwungen. Durch sie sind faschistoide Gruppen und Netzwerke wieder gesellschaftsf&auml;hig geworden. Dialektik der Aufkl&auml;rung. Die Moderne sucht mal wieder bei den D&auml;monen Rat.<\/p><p>Moderne W&uuml;rdentr&auml;ger, die sonst penetrant unsere Werte beschw&ouml;ren, kapitulieren ohne Not vor diesen Werten. Horst Seehofer erkl&auml;rt, Deutschland sei nicht das Sozialamt f&uuml;r die ganze Welt. Der Kirchenf&uuml;rst Reinhard Marx erg&auml;nzt, Deutschland k&ouml;nne nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen, es gehe nicht um Barmherzigkeit, sondern um Vernunft. Man k&ouml;nnte glatt den Eindruck haben, wir h&auml;tten tapfer das letzte Hemd geteilt und jetzt g&auml;be es nichts mehr zu verteilen. Auf Erden gibt es drei Milliarden Notleidende, 80 Millionen davon sind auf der Flucht. In Deutschland haben letztes Jahr knapp 500.000 Menschen einen Asylantrag gestellt. Das entspricht nicht einmal einem Prozent der globalen Kriegs-und Armutsmigration. Der allergr&ouml;&szlig;te Teil der Fl&uuml;chtlinge wurde von bettelarmen L&auml;ndern wie Kenia, Libanon und Pakistan aufgenommen. <\/p><p>Mit anderen Worten: Das Abendland befindet sich auf der Flucht vor ein paar Hunderttausend Fl&uuml;chtlingen, an deren Fluchtmotiven es einigen Anteil hat. Man scheint zu ahnen, dass die Fl&uuml;chtlinge die menschlichen Unkosten der milit&auml;rischen und der &ouml;konomischen Globalisierung repr&auml;sentieren. Jedes Mittel scheint recht, sich dieses Anblickes, dieser furchtbaren Pr&auml;senz zu entledigen. Das ist die Fl&uuml;chtlingskrise.<\/p><p><strong>Kann man denn &ndash; oder k&ouml;nnen Sie &ndash; erkl&auml;ren, wie die Situation nun final derart eskalieren konnte? Wie kam es dazu und warum stellten die Beh&ouml;rden die, wie es so sch&ouml;n hei&szlig;t, &bdquo;&ouml;ffentliche Ordnung&ldquo; nicht wieder her und schritten unmittelbar ein?<\/strong><\/p><p>Das ist ganz einfach: Niemand war auf solche Tumulte vorbereitet. Ein solches Ereignis hat das Land noch nicht gesehen: so viele Straftaten auf so engem Raum, in aller &Ouml;ffentlichkeit und im Verlauf weniger Stunden &ndash; dazu noch in Rufweite eines erheblichen Polizeiaufgebots. <\/p><p>Dazu kamen bestimmte Organisationsprobleme bei der Polizei. Die hatte keine zentrale Einsatzleitung, aber die gibt es nur, wenn man mit Gro&szlig;ereignissen rechnet. Deshalb hat die Polizei auch keine Verst&auml;rkung angefordert, was durchaus m&ouml;glich gewesen w&auml;re. <\/p><p>Wenn man sich von der lancierten Vorstellung befreit, dass hier eine Art organisierter Gro&szlig;angriff tausender Araber stattgefunden habe, ein Ereignis von allgemeiner Sichtbarkeit, erst dann versteht man, wie es zu einer so verz&ouml;gerten Wahrnehmung kommen konnte. Weder T&auml;ter noch Opfer noch Polizei oder die zahllosen Zeugen hatten zu einem Zeitpunkt einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Ereignisse.<\/p><p><strong>Und &uuml;ber die &bdquo;Motive&ldquo; der T&auml;ter, so von soetwas denn &uuml;berhaupt gesprochen werden kann, k&ouml;nnen wir also nach wie vor nur spekulieren, verstehe ich recht? Sie sehen hier aber weniger die unterstellte Religion und Religiosit&auml;t als Ursache f&uuml;r derlei Handeln an als vielmehr &hellip; ja, was eigentlich?<\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;rde mal behaupten, unsere Qualit&auml;tsjournalisten haben fast alle Umst&auml;nde unter den Tisch fallen lassen, die zu einer n&uuml;chternen Lesart der Ereignisse h&auml;tten verhelfen k&ouml;nnen. Zum Beispiel die schlichte Tatsache, dass Neujahr auch in vielen muslimischen L&auml;ndern ein gesetzlicher Feiertag ist. Der pure Zufall. Das ist auch kein religi&ouml;ser Festtag. Zu dieser Gelegenheit haben sich Fl&uuml;chtlinge in ihren Unterk&uuml;nften &uuml;ber die sozialen Netzwerke verabredet. Und wo k&ouml;nnten sich solche Heimbewohner, die teilweise von weit herkamen, am besten treffen? Wohl am Bahnhof der beliebten Feiermetropole K&ouml;ln. Liest man die ver&ouml;ffentlichten Berichte der Polizei oder andere Zeugenaussagen genau, dann f&auml;llt auf, dass viele unserer &bdquo;Islamisten&ldquo; komplett besoffen waren. Und wenn ich hier mal auf eigene Erfahrungen in den arabischen L&auml;ndern zur&uuml;ckgreifen darf, eines habe ich schon oft erlebt: Alkohol ist nicht deren Droge. <\/p><p>Es gibt noch einen anderen bemerkenswerten Umstand: Der &uuml;berwiegende Teil der ermittelten Tatverd&auml;chtigen stammt aus den L&auml;ndern des Maghreb, aus Algerien, Marokko oder Tunesien. Das sind meist sehr junge M&auml;nner, die wissen, dass sie kaum eine Chance auf Asyl haben. Die richten sich von vornherein darauf ein, dass sie sich hier als Illegale mit Diebstahl und &Auml;hnlichem durchschlagen m&uuml;ssen. So haben die meisten von denen sich auch schon in ihrer Heimat durchgeschlagen. Und laut Kriminalstatistik machen sich die meisten auch binnen k&uuml;rzester Zeit hier strafbar. Es gibt viele Gr&uuml;nde, diese M&auml;nner zu bedauern, aber leider auch einige, sie zu f&uuml;rchten. <\/p><p>Ich k&ouml;nnte Ihnen jetzt noch ein Dutzend anderer Punkte nennen, die eine &bdquo;s&auml;kularisierte&ldquo;, eine aufgekl&auml;rte, eine rechtsstaatliche Lesart durchaus plausibel gemacht h&auml;tten, doch das Ersch&uuml;tternde ist: Wer nur den Versuch unternimmt, der wird Bekanntschaft mit dem &bdquo;guten Deutschen&ldquo; unserer Tage machen. Ich h&auml;tte es nicht gedacht, doch da bl&auml;st einem mehr als ein Hauch von Faschismus an. Es stinkt bereits ganz gewaltig.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Walter van Rossum<\/strong> ist Autor, Medienkritiker und Investigativjournalist. Er studierte Romanistik, Philosophie und Geschichte in K&ouml;ln und Paris. Mit einer Arbeit &uuml;ber Jean-Paul Sartre wurde er 1989 an der K&ouml;lner Universit&auml;t promoviert. Seit 1981 arbeitet er als freier Autor f&uuml;r WDR, Deutschlandfunk, Zeit, Merkur, FAZ, FR und Freitag. F&uuml;r den WDR moderierte er unter anderem die &bdquo;Funkhausgespr&auml;che&ldquo;. <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/3a4374c1255c4a439f1f0b8dfcd5baa4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160826_walter-van-rossum.jpg\" alt=\"Walter van Rossum\" title=\"Walter van Rossum\"\/><\/div>\n<p>Durch die Ereignisse am Hauptbahnhof in der Silvesternacht 2015\/16 wurde K&ouml;ln zu einer Art Chiffre barbarischer Gewalt knapp unterhalb von 9\/11. Die schaurigsten Pegida-Fantasien schienen wirklich zu werden: Zu Hunderten fallen &ldquo;Araber&rdquo; &uuml;ber wehrlose deutsche Frauen her &ndash; und dies<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34759\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[207,107,159,60,209,123,125],"tags":[1171,1945,1055,1959,1760,458,421,1567],"class_list":["post-34759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anti-islamismus","category-audio-podcast","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-innere-sicherheit","category-interviews","category-kampagnentarnworteneusprech","category-rechte-gefahr","tag-asyl","tag-faschismus","tag-fluechtlinge","tag-hate-speech","tag-kriminalitaet","tag-maas-heiko","tag-polizei","tag-schwarzer-alice"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34759"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98610,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34759\/revisions\/98610"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}