{"id":34769,"date":"2016-08-26T13:28:51","date_gmt":"2016-08-26T11:28:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34769"},"modified":"2023-05-31T15:13:51","modified_gmt":"2023-05-31T13:13:51","slug":"bizarr-ungleiche-verteilung-des-wassers-im-palaestinensischen-westjordanland-ein-loesbares-problem-das-absichtlich-nicht-geloest-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34769","title":{"rendered":"Bizarr ungleiche Verteilung des Wassers im pal\u00e4stinensischen Westjordanland. Ein l\u00f6sbares Problem, das absichtlich nicht gel\u00f6st wird."},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/Clemens_Messerschmid.png\" alt=\"Clemens Messerschmid\" title=\"Clemens Messerschmid\"><\/div><p>In dem folgenden Interview gibt uns der Hydrogeologe <strong>Clemens Messerschmid<\/strong> einen Einblick in die Wasserprobleme Pal&auml;stinas. Seine Aussagen sind mit Zahlen belegt. Er erlebt als Hydrogeologe die Situation vor Ort und die Beschr&auml;nkungen seiner Arbeit seit fast 20 Jahren mit. Er bezeichnet den Dauernotstand im Wasser als politisch erzeugt aber l&ouml;sbar. Voraussetzung daf&uuml;r w&auml;re allerdings politischer Willen f&uuml;r eine solche L&ouml;sung, den er jedoch nicht zu erkennen vermag. Die Debatte &uuml;ber dieses Thema erhielt k&uuml;rzlich durch einen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/westjordanland-wasserknappheit-101.html\">Tagesschau-Bericht<\/a> gr&ouml;&szlig;ere &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit. Das Interview fand bereits vor dessen Ausstrahlung statt. Aus diesem Anlass haben wir nachtr&auml;glich noch einige Fragen hierzu eingeflochten. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Clemens Messerschmid<\/strong>, (Jahrgang 1964) hat in M&uuml;nchen und Aachen Geologie und Hydrogeologie studiert und ist von Beruf Hydrogeologe. Seine Hauptt&auml;tigkeit in Pal&auml;stina besteht in der Erkundung, Erschlie&szlig;ung und Nutzung der &ouml;rtlichen Grundwasserressourcen zumeist im Rahmen von internationalen Projekten.Dar&uuml;ber hinaus versucht er, im Rahmen von Vortr&auml;gen in Europa, Einblicke in die Wassersituation in den besetzten pal&auml;stinensischen Gebieten zu geben und ber&auml;t diesbez&uuml;glich auch politische und Menschenrechtsorganisationen. <\/p><p><strong>Ressourcen und die Wasserkrise<\/strong><\/p><p><strong>AM (Albrecht M&uuml;ller):<\/strong> Der Nahe Osten, insbesondere Pal&auml;stina, ist als besonders wasserarm bekannt. Wie sieht das der Hydrogeologe?<\/p><p><strong>CM (Clemens Messerschmid):<\/strong> Der Nahe Osten ist sicherlich nicht tropisch regenreich, aber <a href=\"http:\/\/www.wasserraub.de\/durst\/palaestina\/\">Pal&auml;stina<\/a>, speziell die West Bank, ist keineswegs arid (trocken).<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Also stimmt es gar nicht, dass es zuwenig Wasser gibt? Gibt es also gar keine Wasserkrise?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Die Pal&auml;stinenser z&auml;hlen sicher zu den am schlechtesten versorgten Bev&ouml;lkerungen der Erde. Aber es gibt eben mehr als genug Wasser f&uuml;r eine gesicherte Trinkwasserversorgung, wenngleich sicher nicht f&uuml;r ma&szlig;lose Bew&auml;sserung. Das Problem ist schlicht eine bizarr asymmetrische Verteilung.<br>\nIn Israel werden mindestens 270 l pro Tag verbraucht, in der Westbank h&ouml;chstens 73 l. Zum Vergleich: in Deutschland werden 120 l pro Tag verbraucht.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Wenn die West Bank also genug Wasser hat, wieso kommen die Pal&auml;stinenser aus der Wasser-Dauerkrise nicht heraus?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Dies liegt schlicht und ergreifend an der Besatzung. Bis 1967 machten die Pal&auml;stinenser in der West Bank enorm rasche Fortschritte in der Wasserentwicklung, konzentriert auf Brunnen. Dem setzte 1967 die israelische Milit&auml;rbesatzung ein Ende &ndash; bis heute!<\/p><p><strong>Besatzung und Military Orders (MO)<\/strong><\/p><p><strong>AM:<\/strong> Wie muss man sich das vorstellen? Wieso hat Israel eine gesicherte Versorgung und die Pal&auml;stinenser nicht?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Die pal&auml;stinensische Dauerkrise ist ein stabiler Zustand, der aktiv betrieben, von Israel administrativ und milit&auml;rrechtlich erzeugt und bis heute aufrechterhalten wird.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Wie wird das bewerkstelligt? Wie sollte Israel die pal&auml;stinensische Wassernutzung unterbinden k&ouml;nnen?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Durch die Milit&auml;rbesatzung. Israel herrscht mit Military Orders, sogenannten MO&lsquo;s, einfach erlassen und dann f&uuml;r immer g&uuml;ltig. Pal&auml;stinenser haben keinerlei Mitsprache &ndash; geschweige denn ein Widerspruchsrecht. Es gibt tausende solcher MO&rsquo;s, aber interessanterweise nur drei zu Wasser.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Und was ist der Inhalt dieser Milit&auml;rerlasse?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Der erste MO ist Nr. 92 [<em>Anmerkung Redaktion<\/em>: Die Milit&auml;rerlasse werden chronologisch nummeriert] und datiert bereits vom August 1967! Er enteignete auf einen Schlag das vollst&auml;ndige Wasser der ganzen West Bank und legte es in die H&auml;nde der israelischen Kontrolle, also eines sogenannten &bdquo;<em>Area Commander<\/em>&ldquo;. Alles Wasser, ob tiefes Grundwasser, ob Brunnen oder Quellen oder &ndash; wie sich in j&uuml;ngster Zeit herausstellt &ndash; sogar der Regen, der den pal&auml;stinensischen Boden ber&uuml;hrt, geh&ouml;rt dem sogenannten &bdquo;<em>official-in-charge<\/em>&ldquo;, sozusagen dem Kolonialherren.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Das klingt in meinen Ohren und bestimmt auch in denen unserer Leserinnen und Leser abenteuerlich oder gar unglaubw&uuml;rdig.<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Allerdings! Es ist eine geradezu groteske Form von Herrschaft. Ich habe selbst viele Jahre gebraucht, bis ich das realisiert habe. Aber leider ist es Realit&auml;t. Und das war erst der erste Schritt. Nur als Beispiel: Es gibt noch zwei weitere MO&lsquo;s, vor allem Milit&auml;rerla&szlig; Nr.158, auch dieser aus dem ersten Jahr der Besatzung [19. November 1967, <em>Anmerkung Redaktion<\/em>]. Er f&uuml;hrt das ber&uuml;chtigte und verhasste Permit-Regime ein, das System der Erlaubnisscheine. Jedes pal&auml;stinensische Wasserprojekt, bedarf seit November 1967 eines solchen offiziellen Permits vom Milit&auml;r. Das Milit&auml;r kann den Antrag, und das ist wichtig, ohne Begr&uuml;ndung ablehnen; und genau das tut Israel seither routinem&auml;&szlig;ig, in manchen Gegenden ununterbrochen seit 50 Jahren.<br>\nUm nochmal auf das von Ihnen als &bdquo;abenteuerlich&ldquo; bezeichnete Bild von der Regenenteignung zur&uuml;ckzukommen: Selbst der Bau von Zisternen, mit denen Pal&auml;stinenser den Regen auf ihren D&auml;chern auffangen und speichern k&ouml;nnten, ist verboten, bzw. bedarf eines Permits und wird von der israelischen Milit&auml;rregierung als illegal behandelt, also kriminalisiert. Obwohl es hier um l&auml;cherlich kleine Wassermengen geht, gerade einmal ein paar Dutzend Kubikmeter im Jahr &ndash; agiert Israel auch hier mit vollem Furor und zwar verst&auml;rkt in den letzten Jahren. Seit etwa 2011 rei&szlig;t Israel zunehmend und immer mehr solcher &bdquo;illegalen&ldquo; &ndash; weil ohne Permit gebauten &ndash; <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/092\/1709289.pdf\">Zisternen ab<\/a>.<br>\nEs gibt bei uns hier einen Witz: Das einzige, was noch nicht verboten ist und nicht eines Permits bedarf, sind Regenschirme. Leider ist das nicht lustig.<br>\nWas mich wirklich aufregt, ist das Verhalten der deutschen Bundesregierung. Denn die hat sich noch nie &uuml;ber diese Praxis der Milit&auml;rerlasse beschwert. Wir, d.h. unsere Diplomaten, das Au&szlig;enministerium, das BMZ (Entwicklungsministerium) usw. wissen das alles. <\/p><p><strong>AM:<\/strong>Den meisten Deutschen d&uuml;rfte die skizzierte Praxis, die Wasserversorgung der Pal&auml;stinenser zu beschr&auml;nken, nicht gel&auml;ufig sein. Noch einmal zur&uuml;ck zu den Permit-Scheinen. Was ist die praktische Folge dieses Systems?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Mit MO Nr. 158, dem Permitsystem, wird jegliche pal&auml;stinensische Wasserentwicklung praktisch unterbunden. Wenn seit 50 Jahren nichts gebaut werden darf, dann wird damit der Wassersektor der West Bank eingefroren auf den Stand von 1967. Das israelische Milit&auml;r erweist sich hierbei geradezu als fanatisch: Nicht nur neue Brunnen m&uuml;ssen erlaubt werden, oder der Zugang und Ausbau von Quellen, auch &Uuml;berlandleitungen, Pumpstationen, Wasserspeicher, Verteilungsnetzwerke etc. Alles wird hiermit in Bausch und Bogen verboten, kriminalisiert. Und damit nicht genug! Nicht nur der Neubau, sondern sogar die Reparatur eines Brunnens, also eines nach diesem perversen Rechtssystem bereits existierenden &sbquo;<em>legalen<\/em>&lsquo; Brunnens, bedarf eines offiziellen Erlaubnisscheins durch die Milit&auml;rverwaltung; und selbst die werden routinem&auml;&szlig;ig verweigert! Wer es nachlesen will, <a href=\"http:\/\/siteresources.worldbank.org\/INTWESTBANKGAZA\/Resources\/WaterRestrictionsReport18Apr2009.pdf\">sowohl Amnesty als auch die Weltbank<\/a> haben in ihren Berichten vor 7 Jahren diese Praxis recht <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2009\/10\/27\/israel-verweigert-palaestinensern-zugang-zu-wasser?destination=startseite\">anschaulich beschrieben<\/a>.<br>\nEin praktisches Beispiel: Gegenw&auml;rtig harren etwa 140 alter, noch in Vor-Besatzungszeit gebohrter Brunnen dringender Reparatur, Instandsetzung und Ausbesserung. Nach und nach fallen diese Brunnen aus. MO 158 erweist sich damit als Mittel zum aktiven Herunterfahren der Wasserproduktion und damit der Wasserversorgung. Infolgedessen wird die Versorgung hier bei uns in der West Bank immer prek&auml;rer, denn die zu versorgende Bev&ouml;lkerung w&auml;chst ja ziemlich rasant.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> K&ouml;nnen Sie dazu Zahlen nennen, um es etwas anschaulicher zu machen?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Gerne. In Oslo-II (1995) wurde offiziell der bestehende Ressourcenzugriff beziffert: Die pal&auml;stinensischen Entnahmen aus eigenen Brunnen und Quellen betrugen demnach 118 mcm\/Jahr. Also, die St&auml;dte und Gemeinden der West Bank hatten insgesamt einen Zugang zu 118 Millionen Kubikmetern j&auml;hrlich aus ihren eigenen Brunnen und Quellen; in Oslo wurde dann f&uuml;r die sog. Interimsphase bis Mitte 1999 eine Erh&ouml;hung von 23.6 mcm\/Jahr als &sbquo;immediate needs&lsquo; (= sofortiger Bedarf) und von weiteren rund 75 mcm\/Jahr als &sbquo;future needs&lsquo;(=zuk&uuml;nftiger Bedarf) vereinbart. Das w&auml;ren bis 1999 rund 220mcm\/Jahr gewesen. <\/p><p><strong>AM:<\/strong> War so etwas wirklich Gegenstand und Ergebnis der Verhandlungen in Oslo? Welche Aktivit&auml;ten der Politik aus welcher Zeit beschreiben Sie da gerade?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Ich spreche von den Interimsabkommen, die in Oslo ausgehandelt wurden, die also Rabin und Arafat unterzeichnet haben. Erstens die &bdquo;Declaration of Principles&ldquo; von 1993 und dann das Interimabkommen &uuml;ber die West Bank und Gaza von 1995, welches auch &bdquo;Oslo-II&ldquo; genannt wird, und in dem Details zu Wasser festgelegt wurden.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Und was bedeuten nun diese in Oslo vereinbarten Zahlen zu sofortigem und zuk&uuml;nftigem Bedarf?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Diese Mengen, selbst wenn sie 1999 erreicht worden w&auml;ren, also 25 plus 75 Millionen Kubikmeter zus&auml;tzlich pro Jahr, sind eindeutig viel zu wenig, um auch nur einen Bruchteil der aktuellen israelischen Versorgung, rund 270 l pro Kopf und Tag (IWA 2012: 54), oder auch nur der von der WHO vorgeschlagenen Untergrenzen, n&auml;mlich 100 l pro Kopf\/Tag, zu erreichen.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/fbhomgiegppfggao.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><em>(NB: Die 73 Liter in der West Bank beinhalten auch gewerbliches Brauchwasser, welches z.B. in Deutschland 72% der Gesamtwasserversorgung ausmacht.)<\/em><\/p><p>Offizielle Quelllen: In: <a href=\"http:\/\/www.water.gov.il\/Hebrew\/ProfessionalInfoAndData\/2012\/24-The-State-of-Israel-National-Water-Efficiency-Report.pdf\">IWA (2011:13)<\/a><br>\nAuch der <a href=\"http:\/\/www.water.gov.il\/Hebrew\/Planning-and-Development\/Planning\/MasterPlan\/DocLib4\/MasterPlan-en-v.4.pdf\">Master Plan<\/a> (IWA 2012:54) nennt 100m3\/c\/yr  (274 l\/c\/d) als gegenw&auml;rtige Menge<\/p><p>Aber hier beginnt nun der zweite, eigentlich noch unerh&ouml;rtere Skandal. <\/p><p><strong>AM:<\/strong> Welchen Skandal meinen Sie?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Wir sprechen nicht mehr von 1999, sondern inzwischen von 2016. Die Interimsphase sollte &ndash; das ist vertraglich bindend vereinbart &ndash; im Juli 1999 beendet sein &ndash; &bdquo;sp&auml;testens&ldquo; steht da &uuml;brigens geschrieben! Statt vier Jahren haben wir bald 20 Jahre Interim! Aber der noch gr&ouml;&szlig;ere Skandal ist folgender: Der Zugang zu Wasser wurde nicht, wie 1995 bindend vereinbart, und &uuml;brigens auch von der EU als Schirmmacht mit abgesegnet, um 100 Millionen Kubikmeter erh&ouml;ht. Das Gegenteil ist der Fall! Die Gesamtnutzung aus Quellen und Brunnen ist seit 1995 auf unter 90 Millionen Kubikmeter\/Jahr gefallen(!). Man k&ouml;nnte sagen: sie ist jedes Jahr im Schnitt um 1 Million Kubikmeter gefallen. Und dies sind nur die Absolut-Zahlen; die sich verdoppelnde Bev&ouml;lkerung ist nicht mit eingerechnet.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Sie sagen, die Wasserf&ouml;rderung w&auml;re seit Oslo nicht nur viel langsamer als geplant vorangekommen, sondern in absoluten Ziffern sogar gesunken? Das will ich nicht glauben.<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Doch, so ist es. Und dabei, ich betone das nochmals, ist das Wasser vorhanden, buchst&auml;blich unter den F&uuml;&szlig;en der darbenden St&auml;dte und D&ouml;rfer, aber es darf nicht entnommen und genutzt werden, bzw. eben nicht von den pal&auml;stinensischen Bewohnern der pal&auml;stinensischen Gebiete. Das ist der wirkliche Skandal von Oslo, vom sogenannten Friedensprozess. Die Besatzung hat sich real versch&auml;rft und damit auch das t&auml;gliche Leiden der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung. Das ist kein Ausrutscher, das ist die Architektur der Abkommen! Die pal&auml;stinensische Beh&ouml;rde hat nun &ndash; formal &ndash; die Verantwortung f&uuml;r die Versorgung ihrer Bev&ouml;lkerung. Aber an der fehlenden Souver&auml;nit, am mangelnden Ressourcenzugang hat sich nichts ge&auml;ndert. Deshalb haben wir, je l&auml;nger der Friedensprozess andauert, immer weniger Wasser! Jedes Jahr weniger. Unausweichlich.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Wie kann das sein? Sind denn nicht Milliarden von ausl&auml;ndischen, europ&auml;ischen und speziell deutschen Steuergeldern in die sogenannte Aufbau- und Entwicklungshilfe geflossen? Warum erfahren wir davon nichts? <\/p><p><strong>CM:<\/strong> Hier kommen wir nun zu einem neuen, meines Erachtens besonders wichtigen Thema, n&auml;mlich dem, was wir hier so veranstalten. Mit &sbquo;wir&lsquo; meine ich die vielen internationalen, speziell deutschen Projekte, in denen auch ich seit rund 20 Jahren arbeite. Technisch ausgedr&uuml;ckt: die bizarre Diskrepanz zwischen dem, was n&ouml;tig w&auml;re, den L&ouml;sungen der Wasserkrise und dem, was wirklich getan wird.<\/p><p><strong>Deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Kumpanei mit der Besatzung?<\/strong><\/p><p><strong>AM:<\/strong> Sprechen wir doch &uuml;ber die L&ouml;sungen. Was m&uuml;sste denn getan werden, um die Menschen nachhaltig mit Wasser zu versorgen?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Das ist einfach und das wei&szlig; in der West Bank auch jedes Kind. Wir haben in der West Bank keinen Zugang zum Jordan. Das einzig vorhandene und erreichbare Wasser ist Grundwasser. Es gibt deshalb exakt eine einzige und auch nachhaltige und wirklich bezahlbare Option: Brunnen bohren. Fertig. Ganz einfach. Die West Bank ist eines der wenigen, dicht besiedelten Territorien der Erde, in denen die systematische Erschlie&szlig;ung der Wasserressourcen &uuml;ber weite Gebiete noch gar nicht begonnen hat! Ursache sind die fehlenden Erlaubnisscheine der Milit&auml;rverwaltung. Deswegen wird nicht getan, was getan werden m&uuml;sste.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> In der aktuellen Diskussion anl&auml;sslich des Tagesschaubeitrags wird die Schuld an der Misere nicht den israelischen K&uuml;rzungen der vereinbarten Wasserlieferungen und schon gar nicht den fehlenden Erlaubnisscheinen gegeben, sondern zuf&auml;lligen Ereignissen wie Wasserrohrbr&uuml;chen in angeblich maroden Wasserleitungen. Die Verantwortung hierf&uuml;r l&auml;ge bei der pal&auml;stinensischen Autonomiebeh&ouml;rde. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Nun, um das viel tiefer liegende, dauerhafte Problem mit den von der Milit&auml;radministration verweigerten Erlaubnisscheinen dreht sich die augenblickliche Diskussion ja gar nicht &ndash; leider. Dinge, wie sie im oben genannten Weltbankbericht beschrieben werden, tauchen in der Diskussion gar nicht auf.<br>\nDer Tagesschaubeitrag hingegen handelte von den akuten sommerlichen K&uuml;rzungen der Wasserzulieferungen durch die Israeli. Viele St&auml;dte wie Salfit bekommen seit Monaten nur einen Bruchteil der vertraglich vereinbarten Mengen. Diese sind keine Gunst Israels &ndash; die Pal&auml;stinenser m&uuml;ssen f&uuml;r dieses Wasser ja teuer bezahlen. Dabei stammt &uuml;ber ein Viertel der Wasserlieferungen gar nicht aus Israel sondern aus v&ouml;lkerrechtlich illegalen israelischen Brunnen innerhalb der besetzten Westbank. Die Pal&auml;stinenser kaufen also Israel buchst&auml;blich ihr eigenes Wasser ab. Aber auch darum geht es den aufgeregten Kritikern der Tagesschau-Reportage keineswegs. Das meiste ist leider ein autistischer Diskurs &uuml;ber deutsche Befindlichkeiten, bei dem die Pal&auml;stineser allenfalls eine Komparsenrolle spielen.<br>\nNun zu den geplatzten Rohren: Die platzen oder brechen t&auml;glich, st&uuml;ndlich. Das ist t&auml;gliche Routine in jedem Wasserwerk der Erde, in Deutschland, in Pal&auml;stina und in Israel. Schon hier wird mit dem Unwissen der Leserinnen gespielt. Die Landschaft der geographischen Zust&auml;ndigkeiten ist in der Tat extrem kompliziert &ndash; leider. Das ist aber die beabsichtigte Folge der politischen Fragmentierung der West Bank durch die Besatzung und noch versch&auml;rft durch die in Oslo vorgenommene Einteilung in sogenannte A-, B- und C-Gebiete. Also, ja, an vielen Stellen (A- und B-Zonen) m&uuml;ssen &ndash; oder d&uuml;rfen &ndash; Pal&auml;stinenser reparieren, im gr&ouml;&szlig;ten Teil, den C-Gebieten m&uuml;ssen wir auf die Israelis warten. So eine Reparatur dauert meist Stunden, in Ausnahmen auch Tage, in ganz seltenen F&auml;llen mal eine Woche. Wenn aber Salfit seit 2 Monaten stabil nur noch einen Bruchteil der vertraglich vereinbarten Minimalmengen bekommt, hat das mit den vorgeblichen Pannen an den Wasserrohren nichts zu tun. Das ist pure Irref&uuml;hrung. Die offiziellen Sprecher Israels verwenden ihre Ausrede von den Rohrbr&uuml;chen schon seit Mitte\/Ende Juni nicht mehr. Die Tagesschau-Kritikerinnen in Deutschland nehmen dies nur nicht zur Kenntnis.<br>\nNoch ein letztes Wort zu &bdquo;marode&ldquo;. Auch hier wird die Sachlichkeit verlassen. Niemand kann in Zweifel stellen, dass heute die Netzwerke erheblich besser dastehen und besser gewartet sind als vor Oslo. Das Argument ist aber schwach: Es war n&auml;mlich Israel, unter der vollen, offenen Herrschaft &uuml;ber die gesamten St&auml;dte und D&ouml;rfer, vor Oslo, das solche Reparaturen systematisch und str&auml;flich vernachl&auml;ssigt hatte. Auch das &uuml;brigens gegen internationales Recht. Seit Oslo behindert Israel solche Projekte und Bauma&szlig;nahmen sogar noch aktiver und noch akribischer. Genau davon handelt der bereits erw&auml;hnte Bericht der Weltbank. Seit 20 Jahren arbeite ich schon hier. Wisssen Sie, wie oft dieses Thema schon in der Tagesschau war? Noch nie.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Sie sind 1997 ins Land gekommen, um f&uuml;r die deutsche Gesellschaft f&uuml;r Technische Zusammenarbeit (GTZ, heute GIZ) Brunnen in der West Bank zu bohren.<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Richtig. Zu Beginn von &bdquo;Oslo&ldquo; herrschte die naive Hoffnung vor &ndash; auch bei mir &ndash; die Israelis h&auml;tten das, was sie vertraglich versprochen hatten, also die sowieso schon h&ouml;chst bescheidenen 25 plus 75 Millionen Kubikmeter zus&auml;tzlich, auch so gemeint und sie w&uuml;rden nun Brunnenbohrungen zulassen. &bdquo;Oslo&ldquo; stellte sich aber nach und nach als Irref&uuml;hrung heraus. Die GTZ hatte Brunnenbohrprojekte mit gro&szlig;en Wasserwerken der West Bank, in Ramallah und Nablus. Hierf&uuml;r sollte im &ouml;stlichen Grundwasserbecken, dem Eastern Aquifer gebohrt werden. Aber die Israelis verz&ouml;gerten an vielerlei Stellen, sie gaben uns viel zu sp&auml;t Permits, oder an den falschen Stellen, den falschen Bohrpunkten, oder eben auch gar nicht! <\/p><p><strong>AM:<\/strong> Sie behaupten, das sei ein Bruch von Oslo?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Richtig. Das geschah ja nicht heimlich, sondern war ein offenes Geheimnis &ndash; und &Auml;rgernis! Und das ging allen so, allen Bohrprojekten, den Amerikanern, den Deutschen, der EU.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Haben Sie diese Informationen nicht weitergeleitet?  An Ihre Auftraggeber, an die deutschen Beh&ouml;rden, an die Bundesregierung?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Doch selbstverst&auml;ndlich, das ging alles nach oben, vor allem die Finanzberichte. Bei so einem Tiefbrunnen handelt es sich schliesslich um Kosten von rund einer Million Euro. Das kann man nicht &uuml;bersehen. Und von oben &ndash; also zum Beispiel von der Zentrale der GTZ in Eschborn, oder auch vom BMZ und vom AA &ndash; kam ja dann auch zunehmend Druck, warum bei uns nichts voranginge. Wir gaben die bewilligten Projektgelder eins ums andere Jahr nicht aus. St&auml;ndig trugen wir unsere Behinderungen und Beschwerden den deutschen Regierungsdelegationen vor, also unter anderem auch Frau Wieczorek-Zeul, damals Bundesministerin f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und vor allem dem damaligen Au&szlig;enminister Herrn Joschka Fischer. Was wir brauchten, das wurde immer offensichtlicher: politischen Druck auf Israel f&uuml;r die Bewilligung ganz konkreter Brunnenprojekte, zu denen sich Deutschland gegen&uuml;ber den Wasserwerken bindend verpflichtet hatte.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Wie war deren Reaktion? Was hat sich seither ge&auml;ndert?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Nichts. Oder noch schlimmer &ndash; das Gegenteil ist passiert. Anstatt des gew&uuml;nschten Drucks auf Israel, um die gew&uuml;nschten Permits zu bekommen, also Bohr-Permits, damit die Pal&auml;stinenser endlich ihre Grundwassererschlie&szlig;ung beschleunigen und systematisch nachholen k&ouml;nnen, beschloss die deutsche Regierung, diese dringend ben&ouml;tigten und einzig erfolgversprechenden Projekte still und leise einzustellen. Alle!<br>\nDas grenzt schon an Sabotage. 1999 haben wir den letzten von einer handvoll Brunnen f&uuml;r Ramallah gebohrt. Im Jahr 2000 wurde er fertig und an die Wasserversorgung angeschlossen. Danach war Ruhe im Schacht. Nicht ein einziger Brunnen wurde seither gebohrt. Noch nicht einmal anvisiert und projektiert. Wir Deutschen haben uns aus dem gesamten Bereich des Zugangs zu Wasser leise verabschiedet. Bis heute. Das betrachte ich als den eigentlichen Skandal. Daran gemessen ist das Thema der gegenw&auml;rtigen Mediendebatte um die Wasserzuk&auml;ufe in Salfit fast sekund&auml;r. Zu Salfit selbst gibt es noch erheblich skandal&ouml;sere Geschichten, aber aus dem Bereich des Permitregimes und des deutschen Umgangs damit.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Was meinen Sie?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Nun, das &bdquo;marode&ldquo; Salfit war gegen Ende der 90er Jahre Vorreiter, n&auml;mlich im Kl&auml;ranlagenbau. Das waren deutsche GTZ- und KfW-Projekte. Vor fast 20 Jahren lagen alle Permits vor und wir begannen gerade mit den Bauarbeiten, als Israel dies rechtswidrig stoppte, und zwar mit der sogar offen ausgesprochenen Begr&uuml;ndung, dass es die Erweiterung der illegalen Nachbarsiedlung Ariel behindere. Amnesty hat den Fall in seinem Bericht ausf&uuml;hrlich beschrieben (AI 2009: 39). Die Bundesrepublik hingegen hat sich dar&uuml;ber nie &ouml;ffentlich emp&ouml;rt. Es gab keinen Skandal, kein Wort gegen&uuml;ber der Presse oder den Steuerzahlern. Die Bundesregierung hat lieber gekniffen und damit de-facto den Weg frei gemacht f&uuml;r zwei Dinge: a) die Erweiterung illegaler Siedlungen und b) die oben angesprochene &bdquo;marode&ldquo; Infrastruktur in Salfit. Das Projekt wurde eingestampft. Bis heute hat Salfit keine Kl&auml;ranlage. Die gegenw&auml;rtige hitzige Debatte &uuml;ber Salfit zeichnet sich also sowohl durch Unwissenheit als auch durch Desinteresse aus, gerade wenn sich BMZ-Vertreterinnen emp&ouml;rt zu Wort melden.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Welche Gr&uuml;nde vermuten Sie hinter diesem Handeln der Bundesregierung?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Nun, Israels Ressourcenegoismus kann ich ja ein wenig nachvollziehen. Er ist offenes Unrecht, aber aus deren Sicht verst&auml;ndlich. V&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist, warum Deutschland dabei mitspielt.<br>\nSoweit ich wei&szlig;, gibt es nur einen einzigen Vorgang, bei dem sich eine deutsche Bundesregierung f&uuml;r ihre Unt&auml;tigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit mit Pal&auml;stina und f&uuml;r ihr penetrantes Schweigen gegen&uuml;ber Israel rechtfertigen musste. Ansonsten haben auch insbesondere unsere Medien diesbez&uuml;glich bisher v&ouml;llig versagt.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Von welchem konkreten Vorgang sprechen Sie?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Die LINKEN im Bundestag haben in den Jahren 2010 ff mehrfach nachgefragt, warum die Regierung alle Brunnenprojekte in den Orkus bef&ouml;rdert hat, obwohl diese alles andere als abgeschlossen waren. (<a href=\"https:\/\/heikehaensel.files.wordpress.com\/2010\/11\/entwicklungspolitischer-rundbrief-17_9.pdf\">Entwicklungspolitischer Rundbrief Nr. 17\/9<\/a> insbesondere Frage 29, Seite 15)<br>\nSie fragten auch, warum die Regierung nur noch andere Arten von Wasserprojekten f&ouml;rdert, die nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun haben, n&auml;mlich dem, dass Pal&auml;stinenser schlicht kein Wasser haben! Heute bauen wir Kl&auml;ranlagen, legen Leitungen, bessern Wassernetze und betreiben sogenanntes capacity building &ndash; nur eines tun wir nicht: daf&uuml;r sorgen, dass Wasser aus den Leitungen kommt! <\/p><p><strong>AM:<\/strong> Wie lauteten die Antworten?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Dirk Niebel (Von 2009 bis 2013 (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesminister_(Deutschland)\">Bundesminister<\/a>&nbsp;f&uuml;r<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesministerium_f%C3%BCr_wirtschaftliche_Zusammenarbeit_und_Entwicklung\">&nbsp;wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<\/a>&nbsp;im&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kabinett_Merkel_II\">Kabinett Merkel II<\/a>) hat es nicht abgestritten. Im Gegenteil, er erkl&auml;rte, das sei auch gut so! W&ouml;rtlich hat er die neuen Projekte, die mit Wasserf&ouml;rderung nichts mehr zu tun haben, verteidigt mit den Worten: &bdquo;<a href=\"https:\/\/heikehaensel.files.wordpress.com\/2010\/11\/entwicklungspolitischer-rundbrief-17_9.pdf\">anstelle von zus&auml;tzlicher Rohwasserentnahme aus knappen, bereits &uuml;bernutzten &hellip; Grundwasserressourcen<\/a>&ldquo;. Das ist eine schon 35 Jahre alte M&auml;r Israels. Man muss das verstehen: Israel spielt sich als Besch&uuml;tzer der Ressourcen auf &ndash; so ist auch Oslo gestrickt. Israel hat wenig andere Gr&uuml;nde, die es f&uuml;r seinen Ressourcenraub anf&uuml;hren k&ouml;nnte. Deshalb nutzen sie dieses technische Konstrukt. Das ist aber falsch. Im Gegensatz zu Gaza sinken in der West Bank die Wasserspiegel nicht permanent, sondern schwanken j&auml;hrlich. Mit dem Argument Ressourcenschutz hat Israel den Pal&auml;stinensern jahrzehntelang das Bohren verboten, aber selbst flei&szlig;ig weitergebohrt. Vom Westlichen Grundwasserbecken, dem sogenannten &bdquo;Western Aquifer&ldquo;, bekommen die Pal&auml;stinenser noch nicht einmal 6% ab, aber die Israelis hat Niebel noch nie vor &bdquo;zus&auml;tzlicher Rohwasserentnahme&ldquo; gewarnt. Niebel sch&uuml;tzte folglich das pal&auml;stinensische Grundwasser. Vor den Pal&auml;stinensern! Das war schon eine Unversch&auml;mtheit &ndash; sozusagen deutsche Staatsr&auml;son, in Echtform.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Welche Erkl&auml;rung haben Sie f&uuml;r diese Politik?<\/p><p><strong>CM:<\/strong> Es ist immer schwierig, die Motive von Politikern zu beurteilen. Ich kann ja nicht in ihre K&ouml;pfe hineinschauen. Aber ihre Taten sprechen eine eindeutige Sprache: Deutschland war nicht willens, seine eigenen Wasserprojekte zum Erfolg zu f&uuml;hren, weil unsere Regierung dann politischen Druck auf Israel h&auml;tte aus&uuml;ben m&uuml;ssen. Das ist &uuml;brigens nicht nur im Wassersektor so. Etwas pr&auml;gnanter ausgedr&uuml;ckt: Die Interessen der pal&auml;stinensischen Projektpartner, die elementaren Lebensinteressen des Volkes &ndash; immerhin sprechen wir von der Mindestversorgung mit Trinkwasser! &ndash; werden geopfert auf dem Altar der guten Beziehungen zu Israel. Die Schuldigen sitzen also nicht nur in Israel, sondern ebenso in Berlin.<\/p><p><strong>AM:<\/strong> Herr Messerschmid, ich bedanke mich f&uuml;r dieses Gespr&auml;ch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/Clemens_Messerschmid.png\" alt=\"Clemens Messerschmid\" title=\"Clemens Messerschmid\"\/><\/div>\n<p>In dem folgenden Interview gibt uns der Hydrogeologe <strong>Clemens Messerschmid<\/strong> einen Einblick in die Wasserprobleme Pal&auml;stinas. Seine Aussagen sind mit Zahlen belegt. Er erlebt als Hydrogeologe die Situation vor Ort und die Beschr&auml;nkungen seiner Arbeit seit fast 20 Jahren mit. 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