{"id":34787,"date":"2016-08-29T08:34:06","date_gmt":"2016-08-29T06:34:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787"},"modified":"2016-08-29T08:34:06","modified_gmt":"2016-08-29T06:34:06","slug":"hinweise-des-tages-2698","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h01\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h02\">Neoliberaler Mustersch&uuml;ler Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h03\">Fiskalpolitik und Geldsch&ouml;pfung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h04\">Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h05\">US-Finanzminister attackiert die EU ungew&ouml;hnlich scharf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h06\">Abgas-Aff&auml;re: Regierung wusste seit Jahren von Manipulationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h07\">Unions- und SPD-Politiker f&uuml;r weniger Steuern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h08\">Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h09\">&bdquo;TTIP geh&ouml;rt in die Tonne&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h10\">Geopolitik und der Putsch in Brasilien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h11\">Unterwegs zur L&uuml;genwissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h12\">GEW: Ferien-Arbeitslosigkeit von Lehrern belastet Schulen und Sozialkassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h13\">Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h14\">Rot-rot-gr&uuml;n &ndash; ohne Zahnl&uuml;cken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h15\">Gef&auml;hrliche Halbbildung: &Uuml;ber die rabiate Mittelm&auml;&szlig;igkeit eines entkultivierten B&uuml;rgertums<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34787#h16\">Lupenreiner Postdemokrat<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Union der Unwilligen<\/strong><br>\nIm europ&auml;ischen Klub der Unwilligen bei der Fl&uuml;chtlingsaufnahme tobt ein Kampf zweier Linien: Die zeitweise Willigen, wie die Merkel-Regierung, die EU-Kommission und ein paar andere, setzen alles auf den Fl&uuml;chtlingsdeal mit der T&uuml;rkei. Ankara soll die &Auml;g&auml;is weiterhin abriegeln und m&ouml;glichst alle Fl&uuml;chtlinge wieder zur&uuml;cknehmen.<br>\nDie schon immer Unwilligen, die Viktor Orbans in Europa mit ihrem jung-dynamischen Wortf&uuml;hrer, dem &ouml;sterreichischen Au&szlig;enminister Sebastian Kurz, wollen die Abwehr alleine organisieren. Kurz veranlasste die Schlie&szlig;ung der Balkanroute und nimmt die Destabilisierung Griechenlands billigend in Kauf. Sein Vorbild ist das menschenverachtende australische Modell: &bdquo;Wer illegal nach Europa reist, muss auf Inseln an der Au&szlig;engrenze versorgt und dann in Zentren sicherer Drittstaaten zur&uuml;ckgeschickt werden.&ldquo;<br>\nBeide Fl&uuml;chtlingsbek&auml;mpfungsstrategien verfolgen dasselbe Ziel: Fluchtwege versperren und unter dem Motto &bdquo;aus den Augen aus dem Sinn&ldquo; Fliehende in Transitstaaten vor den Toren Europas zwangsweise halten oder zur&uuml;ckschaffen. Menschenrechte und Fl&uuml;chtlingsschutz spielen dabei keine Rolle. Kurz nennt es Mut haben, die &bdquo;h&auml;sslichen Bilder&ldquo; selbst zu produzieren, anstatt sie an Recep Tayyip Erdogan zu delegieren.<br>\n&Uuml;ber 3100 Tote im Mittelmeer in den ersten sieben Monaten des Jahres, knapp 60 000 gestrandete Fl&uuml;chtlinge in Griechenland, ein kollabierendes Aufnahmesystem in Italien produzieren jeden Tag diese h&auml;sslichen Bilder einer gnadenlosen europ&auml;ischen Fl&uuml;chtlingspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.migazin.de\/2016\/08\/26\/fluechtlingspolitik-union-der-unwilligen\/\">Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Konflikt um EU-Fl&uuml;chtlingspolitik<\/strong><br>\nMerkel st&ouml;&szlig;t in Prag und Warschau auf Widerstand<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel ist auf ihrer Reise durch Mittelosteuropa in der tschechischen Hauptstadt Prag gestern mit einem Pfeifkonzert empfangen worden. &bdquo;Merkel muss weg&ldquo;, war zu h&ouml;ren und auf Transparenten zu lesen. Immerhin Dutzende Demonstranten waren zusammengekommen, um gegen die Fl&uuml;chtlingspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.<br>\nDie Haltung der tschechischen Regierung in der Fl&uuml;chtlingsfrage ist ebenso klar. &bdquo;Wir k&ouml;nnen keinem System zustimmen, das auf verpflichtenden Quoten zur Umverteilung von Fl&uuml;chtlingen besteht&ldquo;, betonte Ministerpr&auml;sident Bohuslav Sobotka. Zuvor hatte er der Zeitung Pravo gesagt: &bdquo;Wir haben hier bei uns keine starke muslimische Gemeinschaft &ndash; und ehrlich gesagt w&uuml;nschen wir uns auch nicht, dass sich hier eine starke muslimische Gemeinschaft bildet.&ldquo; In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hat Tschechien lediglich 132 Menschen Asyl erteilt. Die meisten Antragsteller kamen allerdings aus der Ukraine, nicht aus dem Nahen Osten.<br>\nDer Widerstand gegen die EU-Fl&uuml;chtlingspolitik beruht also erstens auf einer grunds&auml;tzlichen Abneigung gegen Muslime, zum anderen aber auf der Bef&uuml;rchtung, dauerhaft die Kontrolle dar&uuml;ber an die Europ&auml;ische Union zu verlieren. Au&szlig;erdem wird die Entscheidung Deutschlands &uuml;ber die Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen von Seiten der mittelosteurop&auml;ischen Regierungen als selbstherrlich wahrgenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201608264092\/politik\/politik-eu\/konflikt-um-fluechtlingspolitik-in-eu.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><strong>S&ouml;der will Hunderttausende Fl&uuml;chtlinge zur&uuml;ckschicken<\/strong><br>\nDer Krieg in Syrien ist ungebremst, Bayerns Finanzminister Markus S&ouml;der (CSU) denkt schon weiter: Er plant die R&uuml;cksendung von Fl&uuml;chtlingen. Der Grund liegt f&uuml;r ihn auf der Hand.&nbsp;<br>\nBayerns Finanzminister Markus S&ouml;der will in den n&auml;chsten drei Jahren Hunderttausende nach Deutschland gekommene Fl&uuml;chtlinge in ihre Herkunftsl&auml;nder zur&uuml;ckschicken. Das sagte der CSU-Politiker dem &ldquo;Spiegel&rdquo;. Seine Begr&uuml;ndung daf&uuml;r: &ldquo;Selbst beim besten Willen wird es nicht gelingen, so viele Menschen aus einem v&ouml;llig fremden Kulturkreis erfolgreich zu integrieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/syrien-soeder-will-hunderttausende-fluechtlinge-zurueckschicken-44983522.html\">heute<\/a>\n<p><strong>dazu: Herrmann: &ldquo;Fl&uuml;chtlinge sollen nach Afrika zur&uuml;ck&rdquo;<\/strong><br>\nDer bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine konsequentere Abschiebung von Fl&uuml;chtlingen gefordert, die &uuml;ber das Mittelmeer nach Europa kommen. Wie in der &Auml;g&auml;is sollten die Schutzsuchenden nach Afrika zur&uuml;ckgebracht werden.<br>\nDamit w&uuml;rde sowohl das Gesch&auml;ftsmodell der Schleuserbanden zerst&ouml;rt als auch die Fl&uuml;chtlingssituation in Italien entspannt, sagte Herrmann der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe zwar davon aus, dass die Grenzen am Balkan, in Bulgarien und Mazedonien hielten, &ldquo;das gro&szlig;e Problem ist in Italien aufgrund der Fl&uuml;chtlinge, die von Afrika direkt &uuml;ber das Mittelmeer &uuml;bersetzen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/herrmann-fluechtlinge-rueckfuehrung-100.html\">BR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Kann den Herren Herrmann und S&ouml;der guter Wille in der Fl&uuml;chtlingspolitik unterstellt werden? Das kann bezweifelt werden. Offenbar haben die bayerischen Minister vergessen, dass in einem Asylverfahren zun&auml;chst die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Flucht f&uuml;r jede asylsuchende Person individuell ermittelt werden m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Neoliberaler Mustersch&uuml;ler Deutschland<\/strong><br>\nDer &raquo;deutsche Staat&laquo; erzielte im ersten Halbjahr 2016 nach vorl&auml;ufigen Ergebnissen einen Finanzierungs&uuml;berschuss von 18,5 Mrd. &euro;. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen (1.543,5 Mrd. &euro;) errechnet sich daraus eine Quote von +1,2%. Die Haushalte von Bund, L&auml;ndern, Gemeinden und Sozialversicherung konnten damit weiter von einer g&uuml;nstigen Besch&auml;ftigungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie einer neoliberalen Konsolidierungspolitik profitieren.<br>\nVon den Ergebnissen f&uuml;r das erste Halbjahr lassen sich allerdings nur begrenzt R&uuml;ckschl&uuml;sse auf das Jahresergebnis ziehen, da der Finanzierungssaldo des Staates in der zweiten Jahresh&auml;lfte strukturbedingt regelm&auml;&szlig;ig niedriger ausf&auml;llt.<br>\nKnapp die H&auml;lfte des gesamtstaatlichen &Uuml;berschusses entfiel auf den Bund, der im ersten Halbjahr 2016 9,7 Mrd. &euro; erzielen konnte. Die L&auml;nder erreichten einen &Uuml;berschuss von 0,4 Mrd. &euro;, die Gemeinden 2,5 Mrd. &euro;. Die Sozialversicherung hat das erste Halbjahr 2016 mit einem Einnahmen&uuml;berschuss von 5,9 Mrd. &euro; abgeschlossen.<br>\nDie wichtigste Einnahmequelle des Staates sind die Steuern, die mit 365,1 Mrd. &euro; gut die H&auml;lfte der gesamten Einnahmen ausmachten. Der Zuwachs bei den Steuereinnahmen blieb mit 4,8% im ersten Halbjahr 2016 weiter hoch, wobei der Anstieg bei den Einkommen- und Verm&ouml;gensteuern (+6,1%) knapp doppelt so hoch ausgefallen ist wie bei den Produktions- und Importabgaben (+3,3%). Die Sozialbeitr&auml;ge an den Staat sind um 4,2% auf 253,0 Mrd. &euro; ebenfalls deutlich angestiegen. R&uuml;ckl&auml;ufig waren hingegen die Einnahmen des Staates aus Zinsen und empfangenen Aussch&uuml;ttungen (&ndash;10,9%), auch weil sich der in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen gebuchte Bundesbankgewinn deutlich reduzierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/neoliberaler-musterschueler-deutschland\/\">Sozialismus aktuell<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fiskalpolitik und Geldsch&ouml;pfung<\/strong><br>\nDie Sch&ouml;pfung und Vernichtung von Geld ist ein normaler Vorgang der Geldzirkulation, der in der VWL zu kurz kommt. Eine schnelle Einf&uuml;hrung in die Funktionsweise der Zirkulation von&nbsp;Giral- und Zentralbankgeld.<br>\nEine theoretische Schwachstelle in der Volkswirtschaftslehre ist die Verdr&auml;ngung der Tatsache, dass die Regierung durch Staatsausgaben Geld sch&ouml;pfen kann. Dieser Prozess ist etwas kompliziert, in der Eurozone aber noch komplizierter: hier darf die Zentralbank der Regierung die Staatsanleihen nicht direkt abkaufen, so wie es etwa in Kanada der Fall ist. Dadurch ist die klassische M&ouml;glichkeit der &bdquo;Finanzierung&ldquo; der Staatsausgaben durch Verkauf an die Zentralbank blockiert. Der Umweg f&uuml;hrt &uuml;ber das Bankensystem. Die deutsche Bundesregierung verschuldet sich &uuml;ber die Deutsche Finanzagentur GmbH in Frankfurt am Main, die dem Bundesfinanzministerium geh&ouml;rt. Diese verkauft Staatsanleihen an Banken im sog. Prim&auml;rmarkt, also dem Markt, in dem die Anleihen erstmalig (daher prim&auml;r) verkauft werden. Ein Leser stellt dazu fest:<br>\n&bdquo;F&uuml;r mein Verst&auml;ndnis entsteht in dem Moment, als die Banken am Prim&auml;rmarkt die Anleihe kaufen, neues Geld (neue Kaufkraft). Was passiert in der Praxis aber weiter? Die K&auml;uferbanken behalten doch nicht 100%-ig die Neuemission in den B&uuml;chern! Deren Gesch&auml;ft ist es doch, an der Neuemission zu verdienen (Stichwort Provision). Die K&auml;uferbanken verkaufen die neue Anleihe am &bdquo;Sekund&auml;rmarkt&ldquo; (Finanzmarkt) weiter an &bdquo;anonyme&ldquo; &bdquo;Marktteilnehmer&ldquo; (Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen, Fonds usw.), was einfach bedeutet, dass die neugeschaffene Kaufkraft in dem Moment wieder vernichtet wird! Diese kaufen n&auml;mlich mit schon vorhandenen Mitteln, was einer Kredittilgung gleicht (Geldvernichtung!)&ldquo;<br>\nAn dieser Stelle m&uuml;ssen wir erstmal zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld unterscheiden. Ersteres wird durch die EZB erzeugt, letzteres durch die Banken. Der f&uuml;r die Realwirtschaft &ndash; Kauf von G&uuml;tern und Dienstleistungen &ndash; wichtige Kreislauf ist der des Giralgelds, denn dieses wird haupts&auml;chlich dort eingesetzt. Bargeld kommt zwar auch vor, allerdings in geringerem Ausma&szlig;. Zudem &auml;ndert sich die Summe der Kreditvergabe st&auml;ndig, w&auml;hrend die Bargeldhaltung relativ konstant ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2016\/08\/fiskalpolitik-und-geldschoepfung\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Rente<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Rente mit 69: Bekloppte Idee oder notwendiger Schritt?<\/strong><br>\nSchon wieder eine Rentendebatte. Rente mit 69 ist nun an der Reihe und wieder werden argumentativ alle Register gezogen, um eine ehrliche Diskussion &uuml;ber die Rentenbeitr&auml;ge zu verhindern. Vorneweg das Medium, das uns &bdquo;komplexe Zusammenh&auml;nge genau erkl&auml;ren&ldquo; will.<br>\nDieser Tage hat ein &bdquo;Exkurs&ldquo; der Deutschen Bundesbank (hier) Aufmerksamkeit erregt, der daf&uuml;r eintritt, &uuml;ber ein Renteneintrittsalter von 69 Jahren nachzudenken, weil sonst &uuml;ber 2030 hinaus die Rente nicht sicher sei. Das hat sofort den Bundeswirtschaftsminister auf den Plan gerufen, der das &bdquo;eine bekloppte Idee&ldquo; nannte (hier). Da hat er sicherlich Recht, obwohl man sich erinnert, dass es einer seiner Vorg&auml;nger war (der mit den kurzen S&auml;tzen), der das Prinzip dieser Idee, die Rente mit 67, mit Gewalt durchgedr&uuml;ckt hat.<br>\nSo eine Kontroverse ruft nat&uuml;rlich unseren Qualit&auml;tsjournalismus in Form von Spiegel-Online auf den Plan, der gleich ein Erkl&auml;rst&uuml;ck dazu macht, denn der eigene Anspruch (siehe den Ausriss aus der Eigenwerbung) ist es ja, komplexe Zusammenh&auml;nge &bdquo;genau zu erkl&auml;ren&ldquo;. (&hellip;)<br>\nDer Knackpunkt der ganzen Debatte ist eigentlich die Frage, warum nicht einfach die Beitr&auml;ge erh&ouml;ht werden, wenn die Alterung der Gesellschaft tats&auml;chlich dazu f&uuml;hrt, dass weniger Junge mehr Alte finanzieren m&uuml;ssen. Sind 22 Prozent (11 Prozent Arbeitgeber und 11 Prozent Arbeitnehmer) f&uuml;r alle Zeit in Stein gemei&szlig;elt? Hier h&auml;tten wir eigentlich eine &bdquo;genaue Erkl&auml;rung&ldquo; von Spiegel-Online erwartet. Doch davor dr&uuml;ckt man sich. Beitragserh&ouml;hungen werden ganz schnell und ohne weitere Erkl&auml;rungen zum Tabu erkl&auml;rt: Das, sagt uns Spiegel-Online lapidar &hellip;&ldquo;w&uuml;rde nicht nur die J&uuml;ngeren belasten, sondern auch den Arbeitsmarkt. Experten gehen davon aus, dass um einen Prozentpunkt h&ouml;here Rentenbeitr&auml;ge erfahrungsgem&auml;&szlig; 100.000 Jobs kosten.&ldquo;<br>\nDa haben wir es! Da h&auml;tten wir nicht nur die Experten gerne gekannt, wir h&auml;tten auch ganz gerne genau erkl&auml;rt bekommen, auf welchem Wege (auf der Basis welcher Theorie) die Experten ableiten, dass Beitragserh&ouml;hungen zu einem genau bezifferbaren Verlust von Arbeitspl&auml;tzen f&uuml;hren. Geht es hier wieder einmal um die ber&uuml;chtigten Lohnnebenkosten, von denen einfach jeder wei&szlig;, dass sie immer nur Schaden anrichten? Darf man auch nach 15 Jahren Lohnzur&uuml;ckhaltung in Deutschland an eine Erh&ouml;hung der Lohnnebenkosten (die nichts anderes sind als Lohnkosten) als nachdenklicher Journalist nicht einmal denken? Wie soll die Welt besser werden, wenn Spiegel-Online selbst vor den einfachen Fragen zur&uuml;ckschreckt, von den komplexen ganz zu schweigen?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2016\/08\/rente-mit-69-bekloppte-idee-oder-notwendiger-schritt\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>Frank Bsirske: &bdquo;Die Talfahrt bei der Rente muss gestoppt werden&ldquo;<\/strong><br>\nDer Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, spricht &uuml;ber zu niedrige Renten und den Kaisers-Edeka-Deal.<br>\nHerr Bsirske, warum machen die Gewerkschaften jetzt die Renten zum Thema?<br>\nWeil sich hier ein Riesen-Problem aufbaut. Aus aktuellen Umfragen wissen wir, dass 42 Prozent der Arbeitnehmer davon ausgehen, dass sie mit ihren Renten &bdquo;eher nicht&ldquo; &uuml;ber die Runden kommen werden &ndash; und 40 Prozent &bdquo;gerade so&ldquo;. Wer 1964 geboren wurde, 2500 Euro brutto verdient und 40 Jahre arbeitet, wird knapp 800 Euro Rente bekommen. Und ein Drittel der Arbeitnehmer verdient weniger als 2500 Euro im Monat. Diese Menschen erwartet eine Rente auf Hartz-IV-Niveau.<br>\nSchafft die geplante Lebensleistungsrente (Zuschuss von etwa 150 Euro) keine Abhilfe?<br>\nDie Voraussetzungen erf&uuml;llen nur ein paar Zehntausend Menschen. Vor allem Frauen bekommen die erforderlichen 35 bis 40 Beitragsjahre oft gar nicht zusammen. Die Lebensleistungsrente ist eine Ente. Bei der Altersversorgung tickt eine soziale Zeitbombe. Die m&uuml;ssen wir entsch&auml;rfen, nachdem die Riester-Rente gescheitert ist.<br>\nWas planen Sie?<br>\nDie DGB-Gewerkschaften werden am 6. September eine Rentenkampagne vorstellen. Die Talfahrt bei der Rente muss gestoppt werden, das gesetzliche Rentenniveau muss stabilisiert und wieder angehoben werden. Wir brauchen eine Aufstockung der Erwerbsminderungsrenten. Wir brauchen wieder eine Beitragszahlung der Bundesagentur f&uuml;r Langzeitarbeitslose. Kurzum: ein ganzes B&uuml;ndel, das zum einen h&ouml;here Beitr&auml;ge und zum anderen eine h&ouml;here Steuerfinanzierung verlangt.<br>\nDer Rentenbeitragssatz (aktuell 18,7 Prozent) ist gesetzlich begrenzt &ndash; auf maximal 22 Prozent bis 2030.<br>\nLetztlich muss es darum gehen, ein Rentenniveau zu erreichen, von dem man in Verbindung mit betrieblicher Altersrente leben kann. Wir werden umdenken m&uuml;ssen. Das Tabu muss fallen. Wir werden an h&ouml;heren Beitr&auml;gen &uuml;berhaupt nicht vorbeikommen. Das Ziel der Beitragsstabilit&auml;t muss wieder ersetzt werden durch das Ziel der Lebensstandardsicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/deutschland\/frank-bsirske-die-talfahrt-bei-der-rente-muss-gestoppt-werden\">BZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die NachDenkSeiten haben sich mehrfach zu den Themen &bdquo;Renten&ldquo; und &bdquo;Kartellverfahren EDEKA mit Tengelmann-Kaiser&rsquo;s&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert &ndash; vier Beispiele:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34312\">Betriebsrente &ndash; Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte nicht die IG Metall, Andrea Nahles und die CDU<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33118\">Angriff ist die beste Verteidigung, glaubt der fr&uuml;here Sozialminister und Namensgeber der Riester-Rente<\/a>. <\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34325#h05\">Kartellgericht geht auf Gabriel los<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34245#h10\">Gabriel und die Merkw&uuml;rdigkeiten<\/a>.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Vertrauenskrise der Betriebsrente<\/strong><br>\nDer Wegfall von Garantien mag H&uuml;rden beseitigen. Das reicht aber nicht aus, meint unser Autor Roland Pichler.<br>\nBerlin &ndash; Zumindest der Ansatz ist richtig. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will im Herbst ein Rentenkonzept vorlegen, das Verbesserungen in verschiedenen S&auml;ulen der Altersvorsorge vorsieht. Ganz oben auf der Agenda steht bei Nahles das Bestreben, Betriebsrenten attraktiver zu machen. Das ist notwendig, denn vor allem in kleinen und mittleren Betrieben fristet diese Vorsorge ein Schattendasein. Grund daf&uuml;r ist auch, dass die verschiedenen Formen der betrieblichen Altersvorsorge &auml;u&szlig;erst komplex sind. Das zeigt sich schon daran, dass die Bundesregierung bei Wissenschaftlern zwei Gutachten in Auftrag gegeben hat, um Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine Reform zu erhalten. Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die nicht &uuml;ber eine spezialisierte Personalabteilung verf&uuml;gen, begegnen der betrieblichen Altersvorsorge mit Vorbehalten. Deren Sorge vor unkalkulierbaren Risiken ist gro&szlig;. Grund daf&uuml;r sind die Haftungsregeln. Auch wenn Betriebe die Betriebsrenten &uuml;ber Versicherungen und Pensionskassen anbieten, m&uuml;ssen sie &uuml;ber Jahrzehnte daf&uuml;r geradestehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kommentar-vertrauenskrise-der-betriebsrente.1a8c6666-a661-446a-b3f4-b01dd7d05f38.html\">Stuttgarter Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.N.:<\/strong> Arbeitnehmer sollten sich fragen, inwiefern ein Produkt f&uuml;r sie attraktiver werden soll, wenn die bisherige Risikoabsicherung durch den Arbeitgeber abgeschafft wird. Dann haften nur noch die bisherigen brancheninternen Sicherungseinrichtungen, deren Leistungsf&auml;higkeit in einer Finanzkrise schnell ersch&ouml;pft sein d&uuml;rfte. Die betriebliche Altersversorgung ist sukzessive immer unattraktiver geworden: Es gibt oft nur noch Beitragszusagen, die Garantieverzinsung liegt nahe 0, die Verrentungsfaktoren werden unattraktiver und nun soll der Arbeitgeber nicht mehr haften. Aber anstatt den teuren Ausflug in die Kapitaldeckung zu beenden, fordern die Arbeitgeber eine Erh&ouml;hung der Entgeltumwandlung auf max. 8% der Beitragsbemessungsgrenze.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>US-Finanzminister attackiert die EU ungew&ouml;hnlich scharf<\/strong><br>\nDas US-Finanzministerium nimmt die Steuerermittlungen der EU-Kommission gegen amerikanische Konzerne auseinander.<br>\nIn einem Papier wirft Washington den Wettbewerbsh&uuml;tern in Br&uuml;ssel vor, sich wie eine &ldquo;supranationale Steuerbeh&ouml;rde&rdquo; aufzuspielen. Eine Bank hat ausgerechnet, dass Apple wom&ouml;glich bis zu 19 Milliarden Dollar zur&uuml;ckzahlen muss.<br>\nDieser Angriff hat es in sich. Auf 25 Seiten nimmt das US-Finanzministerium die Steuerermittlungen der EU-Kommission gegen amerikanische Konzerne auseinander. Auch wenn manche Argumente nicht gerade neu sind, die Sch&auml;rfe der Worte ist es allemal: Das Papier aus Washington wirft den Wettbewerbsh&uuml;tern in Br&uuml;ssel vor, sich wie eine &ldquo;supranationale Steuerbeh&ouml;rde&rdquo; aufzuspielen, die internationale Vereinbarungen zur Bek&auml;mpfung von Steuerflucht gef&auml;hrde. Das US-Ministerium pr&uuml;fe &ldquo;eventuelle Antworten, wenn die Kommission an ihrem aktuellen Kurs festh&auml;lt&rdquo;. Konkreter wird es nicht. Und doch klingt es wie eine Drohung &ndash; so ist es auch&nbsp;gemeint.<br>\nZufall ist es ohnehin keiner, dass dieses White Paper am Mittwoch in Washington ver&ouml;ffentlicht wurde. Die Europ&auml;ische Kommission befindet sich zurzeit in den letzten Z&uuml;gen einer Untersuchung, die eines der m&auml;chtigsten US-Unternehmen teuer zu stehen kommen k&ouml;nnte: Apple. Die Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde hat die Steuerpraktiken des Technologiekonzerns in der Europ&auml;ischen Union analysiert, im September will EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ihr Urteil&nbsp;f&auml;llen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/steuerermittlungen-us-finanzminister-attackiert-die-eu-ungewoehnlich-scharf-1.3135514\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Fast ohne jeden Zweifel sind die USA in der Lage, Druck gegen&uuml;ber der EU und ihren Mitgliedstaaten aufzubauen. Bitte lesen Sie dazu: Und hier frei Haus die Verschw&ouml;rungstheorie f&uuml;rs Wochenende: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34515\">US-Fondsgesellschaften im Dienste des Imperiums?<\/a>. <\/em><br>\n<em>Sind die Europ&auml;er eigentlich in der Lage, Druck in die umgekehrte Richtung zu lenken?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Streit um&nbsp;Gro&szlig;konzerne: Warum die USA&nbsp;Europa&nbsp;mit&nbsp;Steuerkrieg drohen<\/strong><br>\nOb Apple oder Starbucks: Viele amerikanische Konzerne sparen in Europa Steuern. Das soll eigentlich bald vorbei sein &ndash; doch Washington droht offen mit Konsequenzen, falls Br&uuml;ssel die US-Firmen hart anfasst. (&hellip;)<br>\nHinter dem Papier aus Washington d&uuml;rfte denn auch eher der Versuch stehen, heimische Unternehmen vor zu viel Regulierung zu sch&uuml;tzen. Steuerexperte Meinzer kritisiert sonst h&auml;ufig Deutschland und andere EU-Staaten. Doch er sagt: &ldquo;In den letzten zwei, drei Jahren war die EU im Vergleich zu den USA die treibende Kraft in der Steuerpolitik.&rdquo;<br>\nDie US-Regierung dagegen nimmt finanz- und wirtschaftspolitisch immer wieder eine Doppelrolle ein: Wenn es um eigene Einnahmen und Interessen geht, k&ouml;nnen US-Beh&ouml;rden beeindruckend effizient vorgehen. So brachten sie auf der Jagd nach Steuers&uuml;ndern de facto das Schweizer Bankgeheimnis zu Fall und deckten den Abgasbetrug bei Volkswagen auf.<br>\nDoch so wie die Bundesregierung bei den Tricks der deutschen Autoindustrie nicht so genau hinschaute, so zeigten amerikanische Politiker viel Langmut mit Konzernen wie Apple, Google oder Amazon. Die Motivation d&uuml;rfte in beiden F&auml;llen dieselbe sein: Die Vorzeigeunternehmen der heimischen Wirtschaft will man auf keinen Fall verschrecken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/warum-die-usa-der-europaeischen-union-mit-steuerkrieg-drohen-a-1109670.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> Toll! Einen solchen Artikel des Spiegel w&uuml;nsche ich mir auch zur Betrachtung deutscher Konzerne und ihrer Rolle im Steuerparadies Deutschland, sowie &uuml;ber ihr Management eigener globaler Wertsch&ouml;pfungsketten. Z.B.auch &uuml;ber die Rolle Luxemburgs, im Konzert der innereurop&auml;ischen und globalen Steuervermeidung, durfte auf deutschen Druck hin im europ&auml;ischen Parlament, das ist das Parlament das jetzt CETA durchwinken wird, nicht ernsthaft recherchiert und diskutiert werden. Der Spiegel mu&szlig; jetzt mal eine vergleichbare Liste deutscher Unternehmen ver&ouml;ffentlichen, die sich im globalen Steuerkarussel eine goldenen Nase verdienen. Dabei sollte niemand den Spiegel daran hindern, politisch-&ouml;konomische Ursache-Wirkungs-Zusammenh&auml;nge plausibel offenzulegen. Wir haben ja jetzt Wahlkampf, da darf man schonmal ein wenig mutiger werden, gegen&uuml;ber den M&auml;chtigen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Abgas-Aff&auml;re: Regierung wusste seit Jahren von Manipulationen<\/strong><br>\nDer ADAC und andere Experten haben bereits 2010 das Umweltministerium auf die gef&auml;lschten Werte hingewiesen. Das Problem betreffe &ldquo;alle Hersteller&rdquo;. (&hellip;)<br>\nDer Gutachter Denis P&ouml;hler vom Institut f&uuml;r Umweltphysik der Universit&auml;t Heidelberg betont in seiner Stellungnahme, es sei sp&auml;testens im Jahr 2010 durch eine damalige Studie bekannt geworden, dass die Motoren moderner Diesel-Fahrzeuge darauf ausgelegt seien, die Grenzwerte f&uuml;r giftige Stickoxide nur bei den offiziellen Messungen im Labor nicht zu &uuml;berschreiten. Auf der Stra&szlig;e sei der Schadstoffaussto&szlig; vielfach h&ouml;her. Der Zustand der Motoren sei &ldquo;so manipuliert&rdquo; worden, dass die Grenzwerte auf dem Teststand gerade noch eingehalten w&uuml;rden. &ldquo;Die Schw&auml;chen der Pr&uuml;fung wurden hier ausgenutzt. Das betrifft im Wesentlichen Dieselfahrzeuge aller&nbsp;Hersteller.&rdquo;<br>\nP&ouml;hler verschont auch den Staat nicht von harscher Kritik. &ldquo;F&uuml;r alle Beh&ouml;rden&rdquo; sei seit etlichen Jahren &ldquo;ersichtlich&rdquo;, dass der tats&auml;chliche Schadstoffaussto&szlig; auf der Stra&szlig;e von den offiziellen Werten bei der Zulassung der Fahrzeuge deutlich abweiche. P&ouml;hler ist einer von mehreren Experten, die der vom Bundestag eingesetzte Untersuchungsausschuss zur Aufkl&auml;rung der Abgas-Aff&auml;re zu Rate gezogen&nbsp;hat. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Das Bild, was die Gutachter zeichnen, ist sehr eindeutig&rdquo;, sagt Oliver Krischer, Gr&uuml;nen-Abgeordneter im Bundestag und stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses. Die Wissenschaftler best&auml;tigten &ldquo;organisiertes Staatsversagen&rdquo;. Der Ausschuss-Vorsitzende Herbert Behrens (Die Linke) kritisiert Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Der Minister habe sich &ldquo;vorschnell die Argumentation der Automobilindustrie zu eigen&nbsp;gemacht&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/vw-abgas-affaere-regierung-wusste-seit-jahren-von-manipulationen-1.3138240\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><strong>dazu: Abgasaff&auml;re: Wie das Wirtschaftsministerium dem VW-Konzern zur Seite springen wollte<\/strong><br>\nWarum ist die Bundesregierung so zur&uuml;ckhaltend bei der Aufkl&auml;rung der VW-Abgasaff&auml;re?&nbsp;Interne Dokumente zeigen, wie das Bundeswirtschaftsministerium dem Volkswagen-Konzern international zur Seite springen wollte. Umweltsch&uuml;tzer werden in den Akten als &ldquo;Hardliner in Sachen CO2&rdquo; abgetan. Viel wurde in den vergangenen Monaten &uuml;ber eine drohende Verschlechterung des EU-Verbraucherschutzes durch das TTIP-Abkommen diskutiert. Ein Blick auf die Autobranche zeigt jedoch, dass zumindest Autofahrer jenseits des Atlantik derzeit deutlich besser gesch&uuml;tzt sind als hierzulande.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/blog\/2016-08-24\/staatliche-pr-agentur-fur-volkswagen-welche-dokumente-fuhren-ministerien-zu#pk_campaign=nl20160828\">abgeordnetenwatch.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Unions- und SPD-Politiker f&uuml;r weniger Steuern<\/strong><br>\nDie Staatskasse ist so gut gef&uuml;llt wie seit der Wende nicht. Was tun mit den Milliarden? Mehrere Politiker aus Union und SPD wollen B&uuml;rger und Unternehmen teilhaben lassen und fordern, die Steuern deutlich zu senken.<br>\nAngesichts des Rekord&uuml;berschusses des deutschen Haushalts von 18,5 Milliarden Euro fordern Politiker aus Union und SPD, Steuern f&uuml;r B&uuml;rger und Unternehmen zu senken. Der nieders&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Stephan Weil (SPD) sagte der &ldquo;Neuen Osnabr&uuml;cker Zeitung&rdquo;, er halte einen &ldquo;deutlich zweistelligen Milliardenbetrag&rdquo; als Entlastung f&uuml;r realistisch.<br>\nInsbesondere die Mittelschicht m&uuml;sse entlastet werden, so Weil: &ldquo;Die SPD ist gut beraten, sich auf diese Diskussion einzulassen und ein eigenes Konzept zu erarbeiten.&rdquo; Man d&uuml;rfe das Feld nicht der Union &uuml;berlassen. (&hellip;)<br>\nAuch f&uuml;r Bremens B&uuml;rgermeister Carsten Sieling (SPD) sind Steuersenkungen nicht der richtige Weg. Er forderte die Bundesregierung dazu auf, ihre Ausgabenpolitik zu &auml;ndern. In Zeiten niedriger Zinsen m&uuml;sse Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble mehr Gewicht auf Wachstum und nachhaltige Investitionen legen. &ldquo;Das hei&szlig;t ganz konkret mehr Geld f&uuml;r Bildung, Forschung und Infrastruktur&rdquo;, so Sieling in der &ldquo;Neuen Osnabr&uuml;cker Zeitung&rdquo;.<br>\nDer wissenschaftliche Direktor des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung, Gustav A. Horn, warnte vor Steuersenkungen. Den &ldquo;Ruhr Nachrichten&rdquo; sagte er: &ldquo;Bund und Kommunen investieren zu wenig. Die sinnvollste Verwendung der &Uuml;bersch&uuml;sse w&auml;ren mehr Investitionen. Das w&uuml;rde unsere Produktivkraft erh&ouml;hen und k&auml;me der Konjunktur viel st&auml;rker zugute als Steuersenkungen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/ueberschuss-steuersenkungen-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Von Unions-Politikern ist hierzu wohl nichts anderes zu erwarten. Mit Stephan Weil m&ouml;chte jedoch offenbar ein weiterer SPD-Politiker aus Niedersachsen &ndash; nach u.a. Gerhard Schr&ouml;der und Sigmar Gabriel &ndash; &bdquo;gute N&auml;he&ldquo; zu Unternehmen und ihren Eigent&uuml;mern pflegen. Das ist auff&auml;llig und alarmierend zugleich, denn wer &ndash; wie Herr Weil &ndash; f&uuml;r Steuersenkungen pl&auml;diert, denkt offenbar nur in kurzfristigen Zeitr&auml;umen. Mittel- und langfristig werden so dem Staat Einnahmen entzogen, die dringend ben&ouml;tigt werden: Zum Beispiel f&uuml;r die Instandsetzung der Infrastruktur, f&uuml;r ein existenzsicherndes Niveau von erwerbslosen Personen und f&uuml;r eine armutsichere Rente.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Russland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Dialog statt Wettr&uuml;sten<\/strong><br>\nEuropas Sicherheit ist bedroht. So wenig wir uns das noch vor wenigen Jahren vorstellen mochten, so sehr steht die Sorge um Europas Sicherheit heute ganz oben auf unserer politischen Agenda.<br>\nBereits vor dem Ukraine-Konflikt lie&szlig; sich eine lange f&uuml;r &uuml;berwunden gehaltene Blockkonfrontation neu ersp&uuml;ren. Nicht mehr als Antagonismus zwischen Kommunismus und Kapitalismus, sondern als Auseinandersetzung &uuml;ber die richtige gesellschaftliche Ordnung &ndash; &uuml;ber Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte &ndash; und als Ringen um geopolitische Einflusssph&auml;ren.<br>\nMit der v&ouml;lkerrechtswidrigen Annexion der Krim hat Russland die Grundprinzipien der europ&auml;ischen Friedensarchitektur in Frage gestellt. Die Konfliktstrukturen haben sich dramatisch ver&auml;ndert: Hybride Formen der Konfrontation und nichtstaatliche Akteure gewinnen an Bedeutung. Neue Technologien bergen auch neue Gefahren: offensive Cyberf&auml;higkeiten, bewaffnete Drohnen, Robotik, elektronische Kampfmittel, Laser- und Abstandswaffen. Neue Einsatzszenarien &ndash; kleinere Einheiten, h&ouml;here Schlagkraft, schnellere Verlegbarkeit &ndash; werden von den geltenden Transparenz- und Kontrollregimen nicht erfasst. Es droht eine neuartige, gef&auml;hrliche R&uuml;stungsspirale.<br>\nDie Konfliktmuster sind andere, doch eine Erinnerung bleibt wach: Mitten in den k&auml;ltesten Tagen des Kalten Krieges wagte Willy Brandt gegen viel Widerstand die ersten Schritte der Entspannungspolitik. &Uuml;ber alles Trennende hinweg suchte er nach Gemeinsamem &ndash; und fand es in den Ostvertr&auml;gen und den Grunds&auml;tzen der Schlussakte von Helsinki. Frieden in Europa, das Erbe der Entspannungspolitik &ndash; wir hatten das in den vergangenen zwei Jahrzehnten f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich gehalten. Jetzt steht alles wieder auf dem Spiel. Tiefe Gr&auml;ben sind zwischen Russland und dem Westen aufgebrochen, und ich f&uuml;rchte, wir k&ouml;nnen sie auch mit gr&ouml;&szlig;ten Anstrengungen so schnell nicht wieder schlie&szlig;en. Gewiss ist nur: Ohne solche Anstrengungen wird der Frieden in Europa und dar&uuml;ber hinaus br&uuml;chig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/detail\/news\/dialog-statt-wettruesten\/26\/08\/2016\/\">SPD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Auch hier kann gefragt werden: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33880\">Will Steinmeier zur&uuml;ck zur Ost-Politik Willy Brandts?<\/a> Zweifel sind angebracht:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/friedensblick.de\/14940\/krim-annexion-voelkerrechtler-wirft-angela-merkel-doppelzuengigkeit-vor\/\">Herr Steinmeier legt sich fest. Russland habe die Krim v&ouml;lkerrechtswidrig annektiert. Unter V&ouml;lkerrechtlern ist das jedoch nicht eindeutig gekl&auml;rt. Interessant hierzu: Krim-&bdquo;Annexion&ldquo;: V&ouml;lkerrechtler wirft Angela Merkel Doppelz&uuml;ngigkeit vor<\/a>;<\/em><\/li>\n<li><em>Gewiss w&auml;re ein &bdquo;Neustart der konventionellen R&uuml;stungskontrolle&ldquo; sinnvoll, aber ist es nicht auch diese Bundesregierung, die die Bundeswehr besser ausr&uuml;sten will? Und ist es nicht diese Bundesregierung, in der auch Herr Steinmeier am Kabinettstisch mitwirkt, die Waffenexporte gef&ouml;rdert hat anstatt sie einzud&auml;mmen?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>&hellip;das ist der Weg in den Krieg<\/strong><br>\nWilly Wimmer: &rdquo;Merkel bereitet die Mobilisierung der Bundesrepublik Deutschland milit&auml;risch und auch innenpolitisch vor&rdquo; (&hellip;)<br>\nWE: Beginnt sich die deutsche Regierung doch langsam auf einen Krieg vorzubereiten oder was soll die Empfehlung &ndash; Vorr&auml;te f&uuml;r etwa 14 Tage anzulegen &ndash; bedeuten?<br>\nWilly Wimmer: Wir m&uuml;ssen die Abfolge von Entscheidungen dieser Art sehen. Wir haben zuerst die Entscheidungshoheit des Deutschen Bundestages &uuml;ber die Bundeswehr aufgehoben und die Bundeswehr durch die Beseitigung des Parlamentsvorbehaltes in die Kontrolle des amerikanischen Pr&auml;sidenten gegeben. Jetzt gehen wir hin und sagen, wir unterstellen die Bundeswehr der Bundesregierung auch f&uuml;r einen Einsatz im Inneren der Bundesrepublik Deutschland &ndash; etwas, das in Deutschland &uuml;ber Jahrzehnte hinweg, selbst in der hohen Zeit des Kalten Krieges, ein absolutes Tabu gewesen ist. Damit ger&auml;t auch die deutsche Innenpolitik, wegen der Kommandostruktur der NATO, in den absoluten Einwirkungsbereich des amerikanischen Pr&auml;sidenten. Wir werden damit zum kolonialen Vorfeld der Vereinigten Staaten. Und dann die Entscheidungen, die mit dem deutschen Innenminister verbunden sind, von denen wir in den letzten Wochen zu gen&uuml;ge erfahren haben. Und das tr&auml;gt alles dazu bei, dass die Menschen in Deutschland den Eindruck haben, Merkel bereitet die Mobilisierung der Bundesrepublik Deutschland milit&auml;risch und auch innenpolitisch vor und das kann ja nur bedeuten, dass wir &ndash; egal mit welcher Begr&uuml;ndung zwischen Naturkatastrophen und internationalem Terrorismus &ndash; eigentlich nur Einen meinen und das ist die Russische F&ouml;deration. Und das ist der Weg in den Krieg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.world-economy.eu\/pro-contra\/details\/article\/das-ist-der-weg-in-den-krieg\/\">World Economy<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&bdquo;TTIP geh&ouml;rt in die Tonne&ldquo;<\/strong><br>\nFoodwatch-Chef Thilo Bode im Gespr&auml;ch &uuml;ber seine Klage gegen den Freihandel, die Macht der Konzerne und Beifall von der falschen Seite.<br>\nHerr Bode, gerade hat der deutsche Wirtschaftsminister das Freihandelsabkommen mit Amerika f&uuml;r gescheiterter erkl&auml;rt. Sind Sie froh, dass Sie TTIP zu Fall gebracht haben?<br>\nWir sollten uns nicht zu fr&uuml;h freuen. Jetzt will die Politik das Ceta-Abkommen mit Kanada durchpeitschen. Damit hat sie dann den Weg f&uuml;r TTIP, den Vertrag mit den Vereinigten Staaten, geebnet. Das ist die Strategie von Sigmar Gabriel: Er redet Ceta sch&ouml;n, weil er TTIP haben will. Deshalb macht er uns vor, dass das Abkommen mit Amerika gescheitert ist. Damit wir wegschauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/gespraech-mit-foodwatch-chef-thilo-bode-14398163.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Lesenswert. Interessant ist u.a., dass der Fragesteller bis zum Schluss so tut, als lebten wir heute in einer Welt ohne freien Handel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Geopolitik und der Putsch in Brasilien<\/strong><br>\nNicht wenige meinen, dass im gegenw&auml;rtigen Moment der Krise das Wort &ldquo;Putsch&rdquo; nicht das wiedergibt, was real vorgeht: Brasilien steht vor v&ouml;llig neuen Problemen<br>\nNational orientierte Politiker sahen Brasilien nach den Wahlerfolgen der Arbeiterpartei PT und der zweiten Pr&auml;sidentschaft von Luiz In&aacute;cio Lula da Silva (2007-2011) in einer Phase der nachhaltigen Modernisierung. Das Land verf&uuml;ge &uuml;ber ausreichend Potenzen (Rohstoffe, gut entwickelter Industriepark und entsprechendes Niveau technologischer Entwicklung in strategischen Sektoren), denen eine Unterordnung auf internationaler und lateinamerikanischer Ebene nicht mehr entspreche. Ziel seiner nationalen Politik m&uuml;sse deshalb sein, die gro&szlig;en sozialen Unterschiede zu verringern und international seine Position bedeutend aufzuwerten. Brasilien k&ouml;nne sich in Lateinamerika nicht allein entwickeln. Das gehe nur mit entsprechenden Partnern in der Region. In einer multipolaren Welt suche Brasilien Allianzen, die im Unterschied zur isolierten Blockbildung anderer L&auml;nder, Gemeinsamkeiten und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stelle. Die Subordination in internationalen Organisationen und den internationalen Beziehungen m&uuml;sse &uuml;berwunden werden.<br>\nZu dieser Analyse geh&ouml;rte die Feststellung, dass Lateinamerika eine traditionelle Einflusssph&auml;re der USA darstellt, was die Entstehung autonomer Projekte in dieser Region erschwere. Mit der Existenz der Mitte-links-Regierungen habe sich die Lage ver&auml;ndert. Erforderlich sei eine Verst&auml;ndigung zu den neu entstandenen Problemen, da sie weder von den USA noch von China allein gel&ouml;st werden k&ouml;nnen. Brasilien m&uuml;sse geh&ouml;rt werden.<br>\nEine solche Zielstellung kollidierte jedoch direkt mit US-amerikanischen Vorstellungen ihrer Rolle in Lateinamerika. Letzte Ereignisse scheinen zu best&auml;tigen, dass die USA dabei sind, ihren Einfluss in Lateinamerika zur&uuml;ck zu gewinnen (Putsch gegen Mel Zelaya in Honduras 2009, und gegen Fernando Lugo in Paraguay 2012, Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit Kuba, Destabilisierung Venezuelas, schlie&szlig;lich Wahlsieg des Neoliberalen Macri in Argentinien). Aktuelle Einsch&auml;tzungen politischer Kommentatoren bef&uuml;rchten deshalb die Wiederkehr neoliberaler Politik, die sich als Neo-Monroe-Doktrin darstellt und in der Praxis die Durchsetzung des mexikanischen Modells der v&ouml;lligen Unterordnung zu realisieren sucht. Vieles h&auml;ngt deshalb davon ab, wie sich die aktuellen Auseinandersetzungen in Brasilien entwickeln und wie sich die Beziehungen Brasiliens zu den USA gestalten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/157559\/geopolitik-putsch-brasilien\">amerika21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Unterwegs zur L&uuml;genwissenschaft<\/strong><br>\nGegen den grassierenden Populismus hilft wissenschaftliche Aufkl&auml;rung. Doch statt Irrationalit&auml;t mit Sachverstand abzuwehren, d&uuml;nnt die EU die Sozialwissenschaften weiter aus. (&hellip;)<br>\nNeugier in der Wissenschaft oder gar Grundlagenforschung, erst recht riskante Forschungsprojekte, die auch scheitern und in Sackgassen landen k&ouml;nnen, sind nicht mehr vorgesehen und werden auch nicht gef&ouml;rdert. Wenn die impact-gebundene Forschung gegen die wissenschaftliche Neugier ausgespielt wird, ist es ausgeschlossen, den intellektuellen und kulturellen Reichtum in den europ&auml;ischen Gesellschaften noch zur Geltung zu bringen. Von einem &bdquo;strukturellen Pluralismus&ldquo; (Hans-Georg Soeffner) will man offenbar auch in Br&uuml;ssel nichts mehr wissen. (&hellip;)<br>\nDie Geistes- und Sozialwissenschaften w&uuml;rden durch das europ&auml;ische Forschungsprogramm &bdquo;Horizon 2020&ldquo; marginalisiert, obwohl sie Beitr&auml;ge zur L&ouml;sung gesellschaftlicher Probleme leisten k&ouml;nnten. Eine &bdquo;eigenst&auml;ndige, international anschlussf&auml;hige sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung in Europa&ldquo; sei &bdquo;unabdingbar&ldquo;. Doch das Arbeitsprogramm &bdquo;Social Sciences and Humanities&ldquo;, das bis 2014 einen festen Platz im Forschungsrahmen hatte, wurde kurzerhand gestrichen. Die EU betrachtet die Forschung fast ausschlie&szlig;lich als Impulsgeber f&uuml;r die Wirtschaft, w&auml;hrend die erkenntnisgeleitete Forschung au&szlig;er Acht ger&auml;t. (&hellip;)<br>\nGerade weil die Populisten und Vereinfacher auf dem Vormarsch sind, k&ouml;nnen Wissenschaftler nicht so tun, als gehe sie das nichts an. Sie k&ouml;nnen das energische Eintreten f&uuml;r die Wahrung einer pluralistischen Wissenschaft in einer offenen Gesellschaft nicht den Wissenschaftsmanagern &uuml;berlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/forschung-und-lehre\/eu-forschungspolitik-hin-zur-luegenwissenschaft-14399432.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>GEW: Ferien-Arbeitslosigkeit von Lehrern belastet Schulen und Sozialkassen<\/strong><br>\nDie seit einigen Jahren g&auml;ngige Praxis der Bundesl&auml;nder, Lehrer w&auml;hrend der Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu schicken, st&ouml;&szlig;t auf scharfe Kritik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). &ldquo;Die saisonale Lehrerarbeitslosigkeit ist ein Skandal&rdquo;, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. &ldquo;Die Bundesl&auml;nder als Arbeitgeber sanieren sich auf Kosten der Beitragszahler der Sozialkassen.&rdquo; Die Leidtragenden seien neben den betroffenen Lehrkr&auml;ften vor allem die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/news\/2016-08\/25\/deutschland-gew-ferien-arbeitslosigkeit-von-lehrern-belastet-schulen-und-sozialkassen-25131205\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Leider ist der zu beklagende Inhalt den &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; offensichtlich lediglich wenige Zeilen wert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Medien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Immer einer Meinung<\/strong><br>\nWie Alphajournalisten die politische Debatte bestimmen<br>\nDas Verh&auml;ltnis zwischen Journalisten und ihren Quellen ist eine Symbiose, bestimmt vom Tauschgesch&auml;ft &bdquo;Information gegen Publizit&auml;t&ldquo;: Der Journalist bekommt Informationen und verschafft im Gegenzug seiner Quelle (oder deren Anliegen) &Ouml;ffentlichkeit. Doch dieses Tauschgesch&auml;ft muss erst einmal zustande kommen &ndash; und Entscheider aus Politik und Wirtschaft geben Hintergrundwissen, Exklusivinformationen oder Interviews am ehesten jenen Journalisten, mit denen sie auf einer Wellenl&auml;nge liegen und von denen sie keine ernsthafte Gefahr f&uuml;r die eigene Position bef&uuml;rchten m&uuml;ssen.<br>\nWer vom Habitus her kompatibel mit den oberen Schichten ist, hat daher gr&ouml;&szlig;ere Chancen auf eine Karriere im Journalismus &ndash; vor allem in solchen Medien, die den Anspruch haben, das Geschehen im Entscheidermilieu aktuell und detailliert abzubilden, und daher auf Quellen in den h&ouml;heren Etagen angewiesen sind. Prestige-Medien wie die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo;, die &bdquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&ldquo;, &bdquo;Die Welt&ldquo;, &bdquo;Der Spiegel&ldquo; und &bdquo;Die Zeit&ldquo; verstehen sich auch als Plattformen des Elitendiskurses, als Orte, wo Politiker, Wirtschaftsf&uuml;hrer oder Kulturschaffende mit Statements, Interviews oder Gastbeitr&auml;gen die &ouml;ffentliche Debatte zu beeinflussen versuchen. Wer hier arbeitet, dem hilft Fundamentalopposition nicht weiter, f&uuml;r den ist eher ein funktionierendes, gut gepflegtes Netzwerk zu Akteuren und Insidern n&uuml;tzlich.<br>\nSo stehen Journalisten der tonangebenden Medien in einem st&auml;ndigen Spannungsfeld zwischen ihren Nutzern und ihren Quellen. Sie sollen Auge und Ohr des Publikums sein, dessen Fragen beantworten, die M&auml;chtigen kritisieren und kontrollieren &ndash; gleichzeitig brauchen sie aber auch gute Kontakte in die h&ouml;heren Kreise und das Wohlwollen hochrangiger Informanten. Die Interessen der Regierten zu vertreten und gleichzeitig nahe an die Regierenden heranzukommen, das ist ein klassischer Zielkonflikt. Beides kann nicht gleichzeitig maximiert werden.<br>\nWenn aber f&uuml;r Nutzer sichtbar wird, dass Journalisten in elit&auml;ren Zirkeln verkehren und praktisch Teil jener Schicht sind, die als die herrschende wahrgenommen wird, kann das massives Vertrauen kosten &ndash; zumal, wenn sie direkt in Ereignisse involviert sind, &uuml;ber die sie berichten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2016\/august\/immer-einer-meinung\">Uwe Kr&uuml;ger, Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>Sie sind ihre beste Truppe<\/strong><br>\nIm neuen &bdquo;New Yorker&ldquo; kann man ein beeindruckendes Portr&auml;t von Angela Merkel lesen. Es ist auch ein Text &uuml;ber die Deutschen und, in atemberaubender und schockierender Weise, &uuml;ber Merkels beste Truppe &ndash; die deutschen Hauptstadtjournalisten. (&hellip;)<br>\nVon den Journalisten n&auml;mlich, die er in Berlin befragte, h&ouml;rte er so gut wie nichts Gutes &uuml;ber die Kanzlerin. Sie sei keine Frau mit starken Gef&uuml;hlen, sagte ihm Bernd Ulrich von der &bdquo;Zeit&ldquo;, Stefan Reinecke von der &bdquo;taz&ldquo; meinte, dass, wer Angela Merkel eine halbe Stunde lang zuh&ouml;re, einschlafe. Der &bdquo;Spiegel&ldquo;-Journalist Dirk Kurbjuweit erkl&auml;rte Packer, dass Merkel die deutsche Politik blutleer mache. Es gehe ihr nur um ihre &bdquo;Machtfunktion, um mehr nicht&ldquo;, sagte der ehemalige F.A.Z.-Journalist Karl Feldmeyer. Und Alan Posener von der &bdquo;Welt&ldquo; erkl&auml;rte, dass das, was ihrer Partei am Herzen liege, ihr nichts bedeute.<br>\nPacker hebt sich die Pointe bis zum Schluss auf<br>\nAuf den ersten Blick ist das nicht weiter &uuml;berraschend. Packer hebt sich die Pointe bis zum Schluss auf: &bdquo;Fast jeder politische Reporter, mit dem ich gesprochen habe, hat Merkel gew&auml;hlt. Es gab f&uuml;r sie keinen Grund, es nicht zu tun.&ldquo; Man liest das &ndash; und ist v&ouml;llig schockiert. Wie kann das sein? Das ist doch die Kapitulation, wenn die hauptamtlichen und sch&auml;rfsten Kritiker am Ende f&uuml;r Angela Merkel stimmen.<br>\nGeorge Packer, inzwischen wieder zu Hause in Brooklyn, wundert sich immer noch: &bdquo;Nat&uuml;rlich hat es mich &uuml;berrascht, dass so viele deutsche Journalisten Merkel unterst&uuml;tzt haben. In den meisten westlichen L&auml;ndern, wie in den USA, ist es ja eher &uuml;blich, dass Journalisten links der Mitte w&auml;hlen. Die Haltung, die mir in Berlin begegnete, war eher die: ,Ich kann kaum glauben, dass ich es sage, aber ich finde, sie macht einen wirklich guten Job.&lsquo;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/die-journalisten-der-kanzlerin-ihre-beste-truppe-13293640.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Ein zwar schon &auml;lterer Artikel, der aber an Aktualit&auml;t kaum verloren haben d&uuml;rfte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der ultimative Mainstreammedien-Guide von RT Deutsch &ndash; Teil 1: BILD und Bild.de<\/strong><br>\nDie Medienlandschaft in Deutschland gilt unter vielen Beobachtern immer noch als objektiv und unabh&auml;ngig. Doch ein analytischer Blick auf die gro&szlig;en deutschen Medien legt deren Interessenverstrickungen und Abh&auml;ngigkeiten offen. In einer f&uuml;nfteiligen Serie bringt RT Deutsch nun Licht ins Dunkel. Der erste Teil der Serie besch&auml;ftigt sich mit den Axel Springer-Publikationen BILD und Bild.de. Zahlreiche Querverweise, weiterf&uuml;hrende Links und Videos erm&ouml;glichen ein vertiefendes Studium der Materie.<br>\nTeil 1: BILD \/ Bild.de (Axel Springer-Verlag)<br>\nTeil 2:&nbsp;Der Spiegel \/ Spiegel Online<br>\nTeil 3: &Ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehanstalten<br>\nTeil 4: Private TV-Sender<br>\nTeil 5: Tageszeitungen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/inland\/36056-ultimative-mainstreammedien-bild\/\">RT Deutsch<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Rot-rot-gr&uuml;n &ndash; ohne Zahnl&uuml;cken<\/strong><br>\nViel ist in den letzten Jahren &uuml;ber Rot Rot-Gr&uuml;n schwadroniert worden. Oft hatte man den Eindruck, es ginge um eine Farbenlehre und nicht um konkrete Politik. SPD und Gr&uuml;ne h&auml;tten die Chance, vor der Bundestagswahl zu zeigen, dass sie ihre Agenda-Fehler korrigieren wollen. Beispiel: Wieder-Einf&uuml;hrung der Parit&auml;t bei der Krankenversicherung und Abschaffung der Zusatzbeitr&auml;ge. Die Mehrheit im Bundestag und im Bundesrat gibt es. Das w&auml;r doch mal ein Anfang. Und die Armen h&auml;tten weniger Zahnl&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/?fref=nf\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gef&auml;hrliche Halbbildung: &Uuml;ber die rabiate Mittelm&auml;&szlig;igkeit eines entkultivierten B&uuml;rgertums<\/strong><br>\nAm 14. August verstarb der profilierte Kapitalismuskritiker, der &Ouml;konom und Politiker der Partei Die Linke, Herbert Schui, im Alter von 76 Jahren. Wir m&ouml;chten seiner gedenken und sein Schaffen w&uuml;rdigen, indem wir an dieser Stelle das letzte Kapitel seines 2014 bei VSA erschienenen Buchs &raquo;Politische Mythen und elit&auml;re Menschenfeindlichkeit&laquo; ver&ouml;ffentlichen. Wir danken dem Verlag f&uuml;r die Genehmigung des Abdrucks. (jW)<br>\nDie Verh&auml;ltnisse nicht als Ergebnis nat&uuml;rlicher Gesetzm&auml;&szlig;igkeit wahrzunehmen, erfordert mehr als berufliche Qualifikation. Allgemeine Bildung ist notwendig. Sie ist (und sie war stets) eine wichtige Voraussetzung f&uuml;r Opposition. Denn wie sonst wird eine Mehrheit dazu kommen k&ouml;nnen, es &ndash; beispielsweise &ndash; eine Absurdit&auml;t zu nennen, wenn aufgrund des technischen Fortschritts zwar in einer Arbeitsstunde immer mehr hergestellt werden kann, gleichzeitig aber die Armut zunimmt? Und wie sonst soll genug Druck entstehen, damit dem Klimawandel wirksam entgegengearbeitet wird? Alles sieht danach aus, dass besonders Halb&shy;bildung eine solche Opposition verhindert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/08-25\/053.php\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Lupenreiner Postdemokrat<\/strong><br>\nDas ist ja witzig. Wolfgang Bosbach von der Union kandidiert nicht mehr f&uuml;r den Bundestag. Hat er selbst gesagt. F&uuml;r den Bundestag! B-u-n-d-e-s-t-a-g! Der meint wohl echt, er kann uns f&uuml;r dumm verkaufen. Der Mann sa&szlig; da doch gar nicht drin. Wann denn auch? Er hatte doch gar keine Zeit. An zwei Pl&auml;tzen gleichzeitig sein, das kann nun wahrlich keiner. Wer hat dem Mann denn gesteckt, dass ein Studio das Plenum und Plasberg der Bundestagspr&auml;sident sind? Er h&auml;tte sagen sollen, dass er nicht mehr f&uuml;r das ZDF, f&uuml;r ARD und den WDR kandidiert. Ja, dann w&auml;re aus der Sache ein Schuh geworden. Dann h&auml;tte man verstanden, dass er f&uuml;r die n&auml;chste Legislaturperiode im postdemokratischen Betrieb und der Simulation einer Debattenkultur via Fernsehen, nicht mehr zur Verf&uuml;gung steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2016\/08\/lupenreiner-postdemokrat.html\">ad sinistram<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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