{"id":3480,"date":"2008-09-29T09:00:27","date_gmt":"2008-09-29T07:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3480"},"modified":"2008-09-29T09:01:16","modified_gmt":"2008-09-29T07:01:16","slug":"hinweise-des-tages-741","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3480","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ul>\n<li>Wut auf die Wall Street &ndash; US-Banker schreiben staatlichen Plan zu ihrer Rettung selbst<\/li>\n<li>Nouriel Roubini: &bdquo;Das ist der Anfang vom Ende des US-Imperiums&ldquo;<\/li>\n<li>Finanzcrash setzt sich fort &ndash; eine Zwischenbilanz<\/li>\n<li>Die Hoffnung stirbt zuletzt<\/li>\n<li>IKB: Bundesrechnungshof geht Bundesbank an<\/li>\n<li>Wirtschaftslehrer sind blind f&uuml;r die Zukunft<\/li>\n<li>Bald trifft die Krise den deutschen Arbeitsmarkt<\/li>\n<li>Energiepolitik: &Uuml;berfl&uuml;ssige Kohle<\/li>\n<li>Blood for oil? &ndash; Wie die US-amerikanische &Ouml;l-Industrie den Irak erobert<\/li>\n<li>Mehdorn ist nicht zu bremsen: Die Bahn wird verscherbelt<\/li>\n<li>Joschka Fischer: Die gr&uuml;ne Raupe Nimmersatt<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3480&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>Neues aus dem Casino<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Schmalspuropportunisten<\/strong><br>\nChris Dodd, ein demokratischer Senator aus Connecticut, der dem Senatsausschuss f&uuml;r Bankenaufsicht vorsteht, hat Anfang der Woche einen Alternativplan ver&ouml;ffentlicht, der von &Ouml;konomen hoch gelobt wird. Der Unterschied zum Bernanke-Paulson Plan besteht darin, dass der Staat f&uuml;r die ausgelagerten &bdquo;Problempapiere&ldquo; keine Barmittel zur Verf&uuml;gung stellt, sondern sich &uuml;ber das Eigenkapital an den Finanzinstituten, die diesen Service in Anspruch nehmen wollen, beteiligt. Bei Aktiengesellschaften w&uuml;rde dies &uuml;ber Neuemissionen funktionieren. Der Staat w&auml;re dann an den angeschlagenen Instituten in der H&ouml;he beteiligt, die er ihnen an &bdquo;Problempapieren&ldquo; abnehmen w&uuml;rde. Bei Instituten mit einer anderen Unternehmensform w&uuml;rde der Staat Sonderschuldverschreibungen bekommen, die vor allen anderen Verbindlichkeiten im Konkursfall eingel&ouml;st werden k&ouml;nnten. Anstatt dem Steuerzahler einen Korb mit &bdquo;finanztechnischem Giftm&uuml;ll&ldquo; ins Depot zu stellen, dessen zuk&uuml;nftiger Wert nur schwer zu ermitteln ist, h&auml;tte der Staat nach dem Dodd-Programm Anteile an den Finanzinstituten, die er gewinnbringend ver&auml;u&szlig;ern k&ouml;nnte. Das finanzielle Risiko f&uuml;r den Steuerzahler lie&szlig;e sich so minimieren.<br>\nAuch das Dodd-Programm ist kein echter Wurf von der Klasse eines New Deals. Es geht hierbei lediglich um das Herumdoktern an Symptomen. Eine Reform des Turbokapitalismus &aacute; la Wall-Street ist damit nicht verbunden. Die von der Rezession bedrohten Immobilienbesitzer profitieren von diesem Plan eben so wenig, wie der Durchschnittsamerikaner oder die Heerscharen der Working Poor. Ein profilierter Vision&auml;r wie Roosevelt h&auml;tte eine Antwort auf diese Probleme. Er w&uuml;rde sich nicht mit Bush und McCain zusammensetzen, um einen Phototermin zu veranstalten. Obama hat nicht einmal das R&uuml;ckgrat, sich hinter den Alternativplan seines Parteikollegen Dodd zu stellen. Wahrscheinlich haben Meinungsumfragen ergeben, dass er besser f&auml;hrt, wenn er sich vorbehaltlos hinter Bush stellt &ndash; es geht ja schlie&szlig;lich um die Rettung der freien Welt, oder vielleicht doch eher die Rettung des freien Marktes? Obama ist noch kein Pr&auml;sident &ndash; vielleicht wird er es auch nie werden. Bei seiner ersten Nagelprobe ist er indes bereits durchgefallen. Der gro&szlig;e Vision&auml;r, der den &bdquo;Change&ldquo; fordert, ist nicht viel mehr als ein Opportunist, der nur an seine Wahlchancen denkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/403\/schmalspuropportunisten\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><strong>Nouriel Roubini: &bdquo;Das ist der Anfang vom Ende des US-Imperiums&ldquo;<\/strong><br>\nSeit 2004 warnte Nouriel Roubini vor einer &ldquo;harten Landung&rdquo; der US-Wirtschaft, sollte die Immobilienblase einmal platzen. Aber Kollegen verspotteten den amerikanischen &Ouml;konom als &ldquo;Dr. Untergang&rdquo;. Nun erwartet er die schlimmste Rezession seit 50 Jahren. Nouriel Roubini, 50, ist Professor an der New York University und machte sich einen Namen als Analytiker der Finanzkrisen in den Schwellenl&auml;ndern. Seine Firma &bdquo;RGE Monitor&ldquo; liefert ihren Kunden t&auml;glich einen umfassenden &Uuml;berblick zu den Entwicklungen der Weltwirtschaft. Seit 2004 warnte er vor einer &bdquo;harten Landung&ldquo; der US-Wirtschaft infolge des Platzens der Immobilienblase. Aber Kollegen verspotteten ihn als &bdquo;Dr. Untergang&ldquo;. Trotzdem wurde er zum gefragten Berater f&uuml;r Finanzpolitiker, insbesondere auch f&uuml;r die Gestaltung des Rettungsprogramms.hsc<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/USA-Finanzkrise-Nouriel-Roubini;art771,2624331\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Wut auf die Wall Street &ndash; US-Banker schreiben staatlichen Plan zu ihrer Rettung selbst<\/strong><br>\nUS-Finanzmedien berichten, dass die f&uuml;hrenden Vertreter der Wall-Street-Finanzinstitute bei den n&auml;chtelangen Sitzungen mit Paulson tonangebend waren. Dass der Minister dabei ein besonders offenes Ohr f&uuml;r sie hatte, ist nicht &uuml;berraschend, schlie&szlig;lich war er, bevor er von Bush im Mai 2006 in die Administration berufen wurde, selbst jahrelang Chef der Investmentbank Goldman Sachs gewesen, einer der gr&ouml;&szlig;ten &raquo;Heuschrecken&laquo; an der Wall Street. Die von US-Regierungsbeamten eingebrachten Vorschl&auml;ge, nicht nur den Banken, sondern auch den Millionen Hypothekenschuldnern zu helfen, z. B. durch die Reduzierung ihrer<br>\nHypothekenschulden, wurden von diesem Kreis ausnahmslos als unannehmbar zur&uuml;ckgewiesen.<br>\nBesondere Kritik galt jedoch der Passage des Plans, die vom Parlament fordert, Paulson einen Blankoscheck &uuml;ber die gigantische Summe von vorerst 700 Milliarden US-Dollar auszustellen. Er soll &uuml;ber die Summe auf diktatorische Art und Weise verf&uuml;gen, ohne Kontrolle durch den Kongress, ohne f&uuml;r Fehler oder Misswirtschaft je juristisch verantwortlich gemacht werden zu k&ouml;nnen. Die Unverfrorenheit, mit der die Staatskasse als Selbstbedienungsladen benutzt werden soll, hat allerdings die Volksseele in den USA zum Kochen gebracht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/09-26\/012.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Finanzcrash setzt sich fort &ndash; eine Zwischenbilanz<\/strong><br>\nDie Mainstream-Medien in den USA &ndash; &uuml;berwiegend auch die in Deutschland &ndash; stellen den Plan P des Mr. P. als eine rationale, sinnvolle Sache dar. Da gibt es die Gefahr eines &raquo;melt down&laquo;, des Durchbrennens aller Sicherungen im US- und im weltweiten Finanzsystem. Dann kommt ein cooler Zwei-Meter-Finanztyp daher und versucht in aller Ruhe, die Sicherungen auszuwechseln bzw. durchgebrannte Dr&auml;hte provisorisch wieder zu verbinden. Unisono hei&szlig;t es, dass es grunds&auml;tzlich keine andere L&ouml;sung der Krise g&auml;be als den Plan P.<br>\nEine realistische, materialistische Analyse dieses Plans sollte dagegen den Hintergrund von Mr. Paulson im Auge behalten. Seine wirklichen Zielsetzungen d&uuml;rften sich aus seiner Herkunft erkl&auml;ren. Von Winfried Wolf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/09-26\/045.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Hoffnung stirbt zuletzt<\/strong><br>\nIn den USA wird immer noch heftig um den Rettungsplan f&uuml;r die Banken gerungen. Eine Welle der Emp&ouml;rung rollt durchs Land und f&ouml;rdert die Krisenstimmung in Politik und Wirtschaft<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/die_hoffnung_stirbt_zuletzt_1.939122.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>IKB: Bundesrechnungshof geht Bundesbank an<\/strong><br>\nDer Bundesrechnungshof hat in einem Pr&uuml;fbericht &uuml;ber das Engagement der Staatsbank KfW bei der beinahe zusammengebrochenen Mittelstandsbank IKB auch die Bundesbank und die Bankenaufsicht Bafin kritisiert. Dem Rechnungshof zufolge hat die Bundesbank bereits 2002 die Frage gepr&uuml;ft, ob die IKB &uuml;ber ihre au&szlig;erhalb der Bilanz gef&uuml;hrten Zweckgesellschaften die gesetzlichen Kreditobergrenzen umgehe, berichteten am Wochenende die Nachrichtenmagazine Focus und Spiegel &uuml;bereinstimmend. Bundesbank und Bafin h&auml;tten dies aber noch bis nach Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 verneint. Die Bundesbank habe die IKB, deren gr&ouml;&szlig;ter Anteilseigner die Staatsbank KfW war, &ldquo;in all den Jahren als unproblematisches Institut&rdquo; bewertet, hei&szlig;t es in dem geheimen Entwurf des Berichtes, der dem Bundesfinanzministerium sowie dem Bundeswirtschaftsministerium zur Stellungnahme vorliege. Bei einem anderen Votum der deutschen Bankenaufsicht w&auml;re &ldquo;die Risikobereitschaft der IKB erheblich eingeschr&auml;nkt worden&rdquo;, kritisieren die Rechnungspr&uuml;fer. &ldquo;Dies h&auml;tte vermutlich auch Auswirkungen auf den gesamten deutschen Finanzmarkt haben k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1604018&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man m&ouml;chte das alles schon etwas genauer wissen. Haben nun die Bundesbank und die Bafin das Ausma&szlig; des Engagements der IBK am US-Hypothekenmarkt &uuml;berhaupt untersucht oder haben sie dieses als unproblematisch eingestuft? Immerhin hatte die IKB-Research-Abteilung bereits im Oktober 2005 eine 50seitige Analyse mit dem Titel &nbsp;&ldquo;The clock is ticking&rdquo; vorgelegt und kam zu dem Schluss: &ldquo;Eine Korrektur am Hausmarkt ist unvermeidlich, und ihre Folgen werden wahrscheinlich Schockwellen durch die Wirtschaft rollen lassen.&rdquo;&nbsp; Wie ignorant oder wie kriminell angesichts solcher Erkenntnisse das Management gehandelt hat, ist leider immer noch nicht untersucht worden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Die Grenzen der Freiheit<\/strong><br>\nWenn die Finanzm&auml;rkte ohnehin in Sachen Stabilisierung oft &uuml;berfordert sind, war es vielleicht gar nicht so toll, auch noch Finanzinnovationen einzuf&uuml;hren, von denen selbst ein Hedge-Fonds-Profi sagt, dass er schon mal aufwache und r&auml;tsele, wie sie funktionieren. Nach Studien von Carmen und Vincent Reinhart hat die H&auml;ufigkeit von Finanzbonanzas in Schwellenl&auml;ndern zugenommen, je mehr die Finanzm&auml;rkte liberalisiert wurden. Oft habe das Wirtschaftswachstum anschlie&szlig;end nachgelassen.<br>\nHarvard-&Ouml;konom Dani Rodrik zweifelt bereits, ob die Finanzliberalisierung Wohlstand gebracht hat. Vielleicht hat sich die Branche mit den komplizierten Produkten vor allem untereinander besch&auml;ftigt. Nur dass die Crashfolgen mittlerweile auch die Restwirtschaft mitziehen.<br>\nMit starken Spr&uuml;chen &uuml;ber z&uuml;gellose Manager ist da wenig geholfen. Es gilt, ziemlich strenge Regeln und Instrumente zu entwickeln, die automatisch gegensteuern, wenn wieder einmal alle in eine Richtung laufen. Und die Finanzwelt t&auml;te gut daran, ein paar G&auml;nge zur&uuml;ckzuschalten &ndash; und ihr Gesch&auml;ft wieder an die begrenzten menschlichen F&auml;higkeiten anzupassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Die-Grenzen-der-Freiheit\/418523.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;britannien: Hypothekenbank B&amp;B vor Verstaatlichung <\/strong><br>\nDie britische Regierung will offenbar die angeschlagene Hypothekenbank Bradford &amp; Bingley verstaatlichen und das Filialnetz im Wert von 30 Milliarden Euro verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1603914&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Dominanz des Finanzkapitals &uuml;berwinden<\/strong><br>\nDie &ldquo;Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik&rdquo; hat ihrem Memorandum 2008 den Untertitel gegeben: Neuverteilung von Einkommen, Arbeit und Macht. In der Tat ist die zunehmend falsche Verteilung auf diesen drei Feldern wesentliche Ursache f&uuml;r die wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise des neoliberalen Finanzkapitalismus. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums zugunsten der Oberschicht l&auml;sst das Einkommen der gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung stagnieren, bei vielen sogar sinken, mit der Folge, dass die Massenkaufkraft immer weiter hinter die Produktionspotenz der Realwirtschaft zur&uuml;ck f&auml;llt, und ein immer gr&ouml;&szlig;erer Teil des gesellschaftlichen Mehrwerts in den Finanzsektor flie&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/23629\">Linksnet<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Wirtschaftslehrer sind blind f&uuml;r die Zukunft <\/strong><br>\nSoll der Markt herrschen oder der Staat mehr regeln? Es gibt ein st&auml;ndiges Auf und Ab in dieser Frage &ndash; was auch die aktuelle Finanzkrise zeigt. Der britische Wirtschaftsforscher Robert Skidelsky analysiert f&uuml;r WELT ONLINE, was Theoretiker tats&auml;chlich voraussagen k&ouml;nnen und wo sie kl&auml;glich versagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article2493918\/Wirtschaftslehrer-sind-blind-fuer-die-Zukunft.html?print=yes#\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung GG:<\/strong> Wer h&auml;tte gedacht, einmal in der WELT zu lesen, dass Wirtschaftswissenschaftler &ldquo;intellektuelle Bedienstete (sind), die den Interessen der jeweiligen Machthaber dienen, keine wachsamen Beobachter einer sich ver&auml;ndernden Realit&auml;t. Ihre Systeme f&uuml;hren dazu, dass sie sich in orthodoxen Glaubenss&auml;tzen verfangen.&rdquo; Und wer h&auml;tte geglaubt, in der Hausmitteilung eines anderen neoliberalen Sprachrohrs derartige Selbstkritik zu finden: &ldquo;Es brachen nicht nur Geldinstitute zusammen, sondern es starb auch der Glaube neoliberaler Ideologen, die freien Kr&auml;fte eines deregulierten Marktes w&uuml;rden alles regeln.&rdquo; (SPIEGEL 40\/2008, Hausmitteilung)<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Und diese Zeilen sind ebenfalls ungew&ouml;hnlich f&uuml;r die WELT: &bdquo;Linke Zyklen (der Wirtschaftspolitik, KR), dachte der Historiker Arthur Schlesinger, beugen sich dem verderblichen Einfluss der Macht, konservative Zyklen dem verderblichen Einfluss des Geldes. Beide haben ihre charakteristischen Vor- und Nachteile. Doch wenn wir uns die Geschichte ansehen, war das gem&auml;&szlig;igte, linke System der 50er- und 60er- Jahre erfolgreicher als das konservative System, das folgte. Au&szlig;erhalb von China und Indien, deren wirtschaftliches Potenzial durch die Marktwirtschaft freigesetzt wurde, war das Wirtschaftswachstum im goldenen keynesianischen Zeitalter schneller und wesentlich stabiler als zu Zeiten Friedmans; die Fr&uuml;chte wurden gerechter verteilt; der soziale Zusammenhalt und die moralischen Gepflogenheiten wurden besser aufrechterhalten. Das sind ernst zu nehmende Vorteile, die es gegen&uuml;ber einer gewissen Tr&auml;gheit der Wirtschaft abzuw&auml;gen gilt.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bald trifft die Krise den deutschen Arbeitsmarkt<\/strong><br>\nDie Finanzkrise bringt das Wachstum der Wirtschaft zum Erlahmen &ndash; dadurch d&uuml;rfte 2009 die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wieder steigen. Dies sagen Arbeitsmarkt-Forscher voraus. Insbesondere die Chancen f&uuml;r Langzeit-Arbeitslose, die Hartz IV beziehen, verschlechtern sich demnach. Nach der Prognose des IAB wird der Anteil der Hartz-IV-Empf&auml;nger an den Arbeitslosen im kommenden Jahr weiter auf mindestens 70 Prozent steigen. Hier bestehe Bedarf an aktiver Arbeitsmarktpolitik, beispielsweise an Weiterbildung, hei&szlig;t es in der IAB-Studie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article2496468\/Bald-trifft-die-Krise-den-deutschen-Arbeitsmarkt.html\">WELT online<\/a><\/li>\n<li><strong>Bahnverkauf<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Mehdorn ist nicht zu bremsen<\/strong><br>\nSo also sieht er aus, der Realit&auml;tsverlust eines hochbezahlten Managers. Schon bisher konnte Hartmut Mehdorn niemanden plausibel erkl&auml;ren, weshalb er das Unternehmen Deutsche Bahn denn unbedingt an die B&ouml;rse bringen muss. Rekordgewinne streicht er auch ohne Kapitalgang ein, auf Fischzug quer durch die Welt ist er ebenfalls, ohne dass ihn externe Geldgeber den R&uuml;cken st&auml;rken, und ein fl&auml;chendeckendes Fern- und Regionalverkehrsnetz erh&auml;lt er nur dadurch, weil die Bahn eben gerade nicht privatisiert daherkommt. Dass Mehdorn diesen B&ouml;rsengang nun auch noch ausgerechnet mitten in der Finanzkrise riskiert, was Mindereinnahmen in Milliardenh&ouml;he bedeuten k&ouml;nnte, l&auml;sst nur einen Schluss zu: ums Geld geht es dem 66-J&auml;hrigen Flugzeugingenieur gar nicht, auch nicht um seine pers&ouml;nlichen Tantiemen, die ihm der Bund zum B&ouml;rsengang versprochen hat<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1602280&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Bahn wird verscherbelt<\/strong><br>\nWas unterscheidet die Unternehmen Schott Solar und Deutsche Bahn voneinander? Das erste ist lernf&auml;hig, das zweite offenbar nicht. Zu Beginn der Woche k&uuml;ndigte der Solarzellenhersteller an, den lange geplanten B&ouml;rsengang auf unbestimmte Zeit zu verschieben &ndash; f&uuml;r die Tochterfirma des Mainzer Schott-Konzerns waren die Risiken angesichts der Turbulenzen auf den internationalen Finanzm&auml;rkten einfach zu gro&szlig;. Die Deutsche Bahn und ihren Chef Hartmut Mehdorn ficht das alles nicht an: Sie wollen am 27. Oktober an die B&ouml;rse. Koste es, was es wolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/die-bahn-wird-verscherbelt-1\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Erster Bericht zu Lobbyisten in Ministerien &ndash; LobbyControl: Richtlinie nicht umgesetzt!<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat ihren ersten Bericht zum Einsatz externer Mitarbeiter in Ministerien und Bundesbeh&ouml;rden  vorgelegt. Der Bericht sollte eigentlich nur an den Haushalts- und den Innenausschuss des Bundestages gehen, wurde aber gestern von spiegel-online ver&ouml;ffentlicht. In dem Artikel fordern Transparency International und einige Bundestagsabgeordnete die Ver&ouml;ffentlichung im Internet durch die Bundesregierung und &auml;u&szlig;ern Zweifel an der Vollst&auml;ndigkeit des Berichtes. LobbyControl kritisierte heute in einer Pressemitteilung ebenfalls, dass der Bericht nicht vollst&auml;ndig ist und nennt F&auml;lle aus dem Bericht, die zeigen, dass die Bundesregierung ihre im Juli in Kraft getretene neue Richtlinie zum Einsatz &ldquo;externer Mitarbeiter&rdquo; selbst nicht umsetzt.<br>\nLobbyControl weist insbesondere auf drei F&auml;lle hin:<br>\nIm Bundesfinanzministerium ist seit Juni 2007 ein Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenkassen (DZ-Bank) mit &ldquo;Grundsatzfragen des Finanzplatzes Deutschland und der europ&auml;ischen Finanzmarktintegration&rdquo; befasst. Ein Mitarbeiter von BASF ist auf Referentenebene &ldquo;zum Zweck des Informations- und Erfahrungsaustausches&rdquo; im Bereich Anlagensicherheit im Bundesumweltministerium eingesetzt. Im Gesundheitsministerium besch&auml;ftigt sich die Projekt- und Teamleiterin Gesundheitspolitik der Bertelsmann-Stiftung mit &ldquo;Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik [und] Gesamtwirtschaftlichen Aspekten des Gesundheitswesens&rdquo;. Bertelsmann betreibt u.a. das Centrum f&uuml;r Krankenhausmanagement (CMK), das sich f&uuml;r Privatisierungen im Gesundheitssektor einsetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2008\/09\/erster-bericht-zu-lobbyisten-in-ministerien-lobbycontrol-richtlinie-nicht-umgesetzt\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><strong>&Uuml;berfl&uuml;ssige Kohle<\/strong><br>\nEine Diplomarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass weder genug Kapazit&auml;ten im Stromnetz bestehen, den aus Kohle erzeugten Strom effektiv ins Netz einzuspeisen, noch die&nbsp;Kohlenenergie&nbsp;geeignet ist, regenerative Energien wirkungsvoll zu erg&auml;nzen, im Gegensatz zu diesbez&uuml;glich sehr viel flexibleren Gaskraftwerken.<br>\nDeshalb erscheint eine andere Erkl&auml;rung f&uuml;r Kohlekraftwerke plausibler: Regenerative Energien sollen verdr&auml;ngt werden, noch bevor sie sich &uuml;berhaupt richtig&nbsp;etablieren&nbsp;konnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/28\/28798\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Die gr&uuml;ne Raupe Nimmersatt<\/strong><br>\nEx-Au&szlig;enminister Joschka Fischer k&uuml;mmert sich emsig ums Geldverdienen. J&uuml;ngster Streich: Ein Top-Job in der Beratungsfirma seiner ehemaligen US-Amtskollegin Madeleine Albright. Reden dar&uuml;ber mag Fischer nicht. Seine Geheimnistuerei sch&uuml;rt jedoch Argwohn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,580872,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundesagentur: Weise h&auml;lt Hartz IV f&uuml;r zu hoch<\/strong><br>\nDer BA-Chef will arbeitslosen Jugendlichen weniger zahlen. Damit will er den Druck erh&ouml;hen, eine Ausbildung zu beginnen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1603988&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie die Stadtwerke Wiesbaden mit Hartz IV Empf&auml;ngern umgehen<\/strong><br>\nWie unsozial sich manche Stromanbieter verhalten, zeigt ein Schreiben der &ldquo;ESWE Wiesbaden&rdquo; an einen Kunden, der wegen einer Nachzahlung, die er als Hartz IV Empf&auml;nger nicht sofort zahlen kann, um eine Ratenzahlung bat. In einem der Redaktion vorliegenden Schreiben wurde dem Kunden der Stadtwerke Wiesbaden eine Ratenzahlung verweigert. Eine Ratenzahlung sei ein zu hoher &ldquo;Verwaltungsakt&rdquo;, wie man dem Betroffenen mitteilte.<br>\nMan habe zwar Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass der Kunde sich in &ldquo;einer finanziell angespannte Lage&rdquo; bef&auml;nde, aber man bittet um &ldquo;Fairniss&rdquo; vom Kunden, damit die Preise vom Energieversorger der &ldquo;Stadtwerke Wiesbaden&rdquo; gehalten werden k&ouml;nnen. Nur bei wesentlich h&ouml;heren Au&szlig;enst&auml;nden w&uuml;rde es Ausnahmeregelungen geben und eine Ratenzahlung vereinbart. Wie hoch die Au&szlig;enst&auml;nde sein sollen, damit man auch in Raten zahlen kann, wurde nicht mitgeteilt.<br>\nZu vermuten ist jedoch, dass hier unterschieden wird zwischen unternehmerischen Au&szlig;enst&auml;nden und Menschen, die akut von Armut betroffen sind. 207,84 Euro sind f&uuml;r die Stadtwerke Wiesbaden &ldquo;Peanuts&rdquo;, doch f&uuml;r den ALG II Empf&auml;nger, der gerade einmal 351 Euro im Monat zum Leben hat, ein gewaltiger finanzieller Kraftakt.<br>\nDer eigentliche Skandal daran ist, dass durch die Privatisierung des Energiemarktes die Energieversorger den Blick f&uuml;r das soziale Gemeinwohl verloren haben. Weiteren Betroffenen k&ouml;nnen wir in solchen F&auml;llen raten, sich an einen Schuldnerberater der Verbraucherzentrale zu wenden. Schuldnerberater der Verbraucherzentralen k&ouml;nnen auf weiteren Wegen versuchen, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Zudem macht es immer Sinn derartige F&auml;lle einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich zu machen. Die Arbeitsloseninitiative Wiesbaden forderte in einer Pressemitteilung gar dazu auf, &ldquo;schnellstm&ouml;glich zu einem Anbieter zu wechseln, der nicht nur von seinen Kunden Fairness erwartet, sondern auch mit diesen fair umgeht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/stadtwerke2304601.php\">gegen-hartz.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Blood for oil? &ndash; Wie die US-amerikanische &Ouml;l-Industrie den Irak erobert<\/strong><br>\nMONITOR &uuml;ber den von der &Ouml;ffentlichkeit kaum bemerkten Zugriff der US-&Ouml;lkonzerne auf die Ressourcen des irakischen Volkes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/beitrag.phtml?bid=989&amp;sid=187\">ARD<\/a><\/li>\n<li><strong>Viele Kinder haben sich aufgegeben<\/strong><br>\nPasst die Schulen an die Sch&uuml;ler an, nicht umgekehrt, sagt der Bielefelder Bildungsforscher Klaus Hurrelmann. Das hei&szlig;t: Weg mit den Hauptschulen, mehr Ganztagsunterricht. Das Bildungssystem in seiner heutigen Form h&auml;lt Hurrelmann f&uuml;r eine Gefahr f&uuml;r die Demokratie<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2008%2F09%2F29%2Fa0086&amp;cHash=0291674521&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wut auf die Wall Street &ndash; US-Banker schreiben staatlichen Plan zu ihrer Rettung selbst<\/li>\n<li>Nouriel Roubini: &bdquo;Das ist der Anfang vom Ende des US-Imperiums&ldquo;<\/li>\n<li>Finanzcrash setzt sich fort &ndash; eine Zwischenbilanz<\/li>\n<li>Die Hoffnung stirbt zuletzt<\/li>\n<li>IKB: Bundesrechnungshof geht Bundesbank an<\/li>\n<li>Wirtschaftslehrer sind blind f&uuml;r die Zukunft<\/li>\n<li>Bald trifft<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3480\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3480","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3480\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}