{"id":34853,"date":"2016-09-02T16:17:37","date_gmt":"2016-09-02T14:17:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853"},"modified":"2016-09-02T16:17:47","modified_gmt":"2016-09-02T14:17:47","slug":"hinweise-des-tages-2703","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h01\">Geheimer Pr&uuml;fbericht: Der BND bricht dutzendfach Gesetz und Verfassung &ndash; allein in Bad Aibling (Updates)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h02\">Kommentar zur Armenien-Debatte: Eine Distanzierung, die nicht so hei&szlig;en darf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h03\">Wahl in Mecklenburg-Vorpommern &ndash; Der Systemfehler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h04\">&Uuml;berschussreserven: Banken parken 1.022.000.000.000 Euro bei der EZB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h05\">Kanadierin zu Protest gegen Ceta &ndash; &bdquo;Der Widerstand in der EU inspiriert&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h06\">Finanzmarktpolitik: Premiere &ndash; Europaparlament blockiert Umsetzungsregeln f&uuml;r komplexe Anlageprodukte (PRIIPs)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h07\">Hartz-IV-Empf&auml;nger: Jobcenter sollen &ldquo;sozialwidriges Verhalten&rdquo; sanktionieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h08\">Arbeitsunrecht in der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h09\">Deutsche arbeiten immer l&auml;nger &ndash; oft 48 Wochenstunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h10\">Das M&auml;rchen vom gr&uuml;nen Wachstum: &Uuml;ber die Kehrseite der Windr&auml;der, Elektroautos und CO2-Kompensationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h11\">Ausbeuter vor Gericht: Brandopfer verklagen Kik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h12\">Lobbyisten des Silicon Valley<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h13\">Lang leben die Malocher*innen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h14\">Von der Leyen droht G36-Debakel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h15\">Das Recht, richtig zitiert zu werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h16\">Bekloppte Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34853#h17\">Dieser P(o)etry-Slammer zerlegt die AfD besser als Jennifer Rostock<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Geheimer Pr&uuml;fbericht: Der BND bricht dutzendfach Gesetz und Verfassung &ndash; allein in Bad Aibling (Updates)<\/strong><br>\nDer BND hat die Daten seiner Massen&uuml;berwachung illegal gespeichert und muss sie unverz&uuml;glich l&ouml;schen. Das stellt die Bundesdatenschutzbeauftragte in einem geheimen Bericht fest, den wir ver&ouml;ffentlichen. Sie kritisiert schwerwiegende Rechtsverst&ouml;&szlig;e und massive Beschr&auml;nkungen ihrer Kontrollkompetenz.<br>\nAls Edward Snowden vor drei Jahren enth&uuml;llte, dass Geheimdienste die digitale Welt nahezu vollst&auml;ndig &uuml;berwachen, war die Reaktion der Bundesregierung, die Aff&auml;re f&uuml;r beendet zu erkl&auml;ren. Nur eine kleine Beh&ouml;rde leistete Widerstand: Der damalige Bundesbeauftragte f&uuml;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit Peter Schaar schickte seine Mitarbeiter zu einem Kontrollbesuch in die BND-Abh&ouml;rstation Bad Aibling. Der BND bef&uuml;rchtete dadurch eine &bdquo;sehr kritische &Ouml;ffentlichkeit&ldquo;. Aus dem Besuch entstand ein viele Seiten dicker &bdquo;Sachstandsbericht&ldquo;. Doch der ist &bdquo;streng geheim&ldquo; gestempelt und damit nur wenigen Menschen zug&auml;nglich.<br>\nZus&auml;tzlich lie&szlig; die neue Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Vo&szlig;hoff eine rechtliche Bewertung dieser Erkenntnisse anfertigen und schickte sie an Geheimdienst-Staatssekret&auml;r Fritsche und Ex-BND-Pr&auml;sident Schindler. Aber dieses Schreiben ist noch immer &bdquo;geheim&ldquo; gestempelt, und wird uns daher per Informationsfreiheitsgesetz verweigert. Kai Biermann fragte auf Zeit Online: &bdquo;Geheim, weil peinlich?&ldquo; Wir haben diese Rechtsbewertung jetzt erhalten und ver&ouml;ffentlichen das Dokument &ndash; wie gewohnt &ndash; in Volltext.<br>\n18 schwerwiegende Rechtsverst&ouml;&szlig;e, zw&ouml;lf offizielle Beanstandungen<br>\nDer Bericht ist in der Tat peinlich f&uuml;r Auslandsgeheimdienst und Bundeskanzleramt: Auf 60 Seiten stellt die oberste Datenschutzbeauftragte gleich 18 schwerwiegende Rechtsverst&ouml;&szlig;e fest und spricht zw&ouml;lf offizielle Beanstandungen aus. Eine solche Beanstandung nach Bundesdatenschutzgesetz ist das sch&auml;rfste Mittel, das der Datenschutzbeh&ouml;rde rechtlich zur Verf&uuml;gung steht. Noch nie hat eine Beh&ouml;rde so viele Beanstandungen auf einmal erhalten. Sonst spricht die oberste Datensch&uuml;tzerin so viele Beanstandungen in einem ganzen Jahr aus &ndash; an alle Beh&ouml;rden und Stellen, f&uuml;r die sie zust&auml;ndig ist, zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2016\/geheimer-pruefbericht-der-bnd-bricht-dutzendfach-gesetz-und-verfassung-allein-in-bad-aibling\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<p><strong>dazu: Geheimbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten bringt BND in gro&szlig;e Bedr&auml;ngnis<\/strong><br>\nDer eigentlich geheim eingestufte Pr&uuml;fbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Vo&szlig;hoff zur BND-NSA-Kooperation in Bad Aibling ist im Netz. Den deutschen Spionen stellt er ein verheerendes Zeugnis aus.<br>\nDie Bilanz der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Vo&szlig;hoff zur Zusammenarbeit des Bundesnachrichtendiensts (BND) mit der NSA am Horchposten in Bad Aibling k&ouml;nnte kaum fataler ausfallen: 18 massive Rechtsverst&ouml;&szlig;e hat sie ausgemacht, &ldquo;die herausragende Bedeutung haben und Kernbereiche der Aufgabenerf&uuml;llung des BND betreffen&rdquo;, zw&ouml;lf offizielle Beanstandungen ausgesprochen.<br>\nDies geht aus dem einschl&auml;gigen, geheim eingestuften Pr&uuml;fbericht der CDU-Politikerin vom M&auml;rz hervor, den Netzpolitik.org im Volltext online gestellt hat.<br>\nParallel haben NDR und WDR die rund 60 Seiten und die darauf wiederholt festgestellten &ldquo;systematischen Gesetzesverst&ouml;&szlig;e&rdquo; ausgewertet. Ihr Res&uuml;mee: Die Vorw&uuml;rfe seien so schwerwiegend, dass der BND wohl &ldquo;weite Teile seiner Arbeit in Bad Aibling einstellen m&uuml;sste&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Geheimbericht-der-Bundesdatenschutzbeauftragten-bringt-BND-in-grosse-Bedraengnis-3312229.html\">Heise<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kommentar zur Armenien-Debatte: Eine Distanzierung, die nicht so hei&szlig;en darf<\/strong><br>\nWas f&uuml;r ein Eiertanz: Um den &Auml;rger mit der T&uuml;rkei zu d&auml;mpfen, erkl&auml;rt Regierungssprecher Steffen Seibert, die Armenien-Resolution, in der der T&uuml;rkei ein V&ouml;lkermord an den Armeniern am Anfang des 20. Jahrhunderts vorgeworfen wird, sei f&uuml;r die Regierung nicht rechtsverbindlich.<br>\nDiese Klarstellung war erwartet worden, der SPIEGEL hatte zuerst dar&uuml;ber berichtet. Die T&uuml;rkei machte sie in Gespr&auml;chen mit deutschen Diplomaten zur Bedingung, damit deutsche Abgeordnete wieder zu den Bundeswehrsoldaten am St&uuml;tzpunkt Incirlik reisen k&ouml;nnen.<br>\nSeibert und alle anderen Koalition&auml;re erkl&auml;ren nun leutselig, das sei keine Distanzierung von der Resolution des Parlaments. Das ist politische Irref&uuml;hrung f&uuml;r Anf&auml;nger. Denn Seiberts &Auml;u&szlig;erung ist nat&uuml;rlich doch eine Distanzierung, sie darf nur nicht so hei&szlig;en. Schlie&szlig;lich soll das deutsche Publikum nicht den Eindruck erhalten, Merkel und die Regierung machten den Kotau vor dem Autokraten Erdogan. Zwei Landtagswahlen stehen vor der T&uuml;r, und Erdogan ist in Deutschland ungef&auml;hr so beliebt wie Hagel im August.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/armenien-eine-distanzierung-die-nicht-so-heissen-darf-kommentar-a-1110658.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.H.:<\/strong> Jetzt haben wir es also endlich schwarz auf wei&szlig;: Resolutionen des Bundestages haben keine bindende Wirkung. Also ob wir das nicht schon l&auml;ngst geahnt h&auml;tten. Es mag ja durchaus juristisch so sein, dass eine Resolution keine rechtliche Wirkung entfaltet, aber welches Signal mit derlei diplomatischen M&auml;tzchen ausgel&ouml;st wird, ist auch klar. Wird dem staunenden deutschen W&auml;hler doch damit nichts anderes gesagt als: Was das Volk denkt, interssiert uns nur am Rande, entscheiden tut ohnehin nur die Regierung und hier insbesondere die Kanzlerin. Eine Kanzlerin, die einseits durch das &ldquo;Wir schaffen das&rdquo;-Credo so tut, als ob sie in der Mitte des Volkes st&uuml;nde, andererseits aber durch derartige Alleing&auml;nge wie den Erdogan-Kotau wieder einmal zeigt, dass sie die eigentliche deutsche Alleinherrscherin ist, die das (Wahl)-Volk gef&auml;lligst zu lieben hat!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> &bdquo;Was f&uuml;r ein Eiertanz&ldquo; &ndash; diesem Satz kann man sich vollumf&auml;nglich anschlie&szlig;en. Jedoch nicht nur die Politik vollzieht einen Eiertanz, auch die Medien nehmen sich hier nichts. Der SPIEGEL ist stolz wie Bolle, dass er &bdquo;zuerst dar&uuml;ber berichtet hat&ldquo; und die Distanzierung korrekt als eine solche bezeichnet hat. Dann kommt Stefan Seibert und dementiert &ndash; man habe sich nicht distanziert und dieses &bdquo;Dementi&ldquo;, richtiger w&auml;re &bdquo;Eiertanz&ldquo;, wird <a href=\"https:\/\/beta.welt.de\/politik\/deutschland\/article157930988\/Bundesregierung-distanziert-sich-nicht-von-Armenien-Resolution.html\">von zahlreichen Medien<\/a> 1:1 &uuml;bernommen. Die richtige Schlussfolgerung, Merkel vollzieht den Kotau, wischt die kanzlerinnenverliebte S&uuml;ddeutsche bereits <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/armenier-resoution-kotau-geht-anders-1.3146023\">proaktiv weg<\/a> und auch der SPIEGEL f&auml;ngt nun an zu wackeln, da man sich offenbar nicht traut, Merkels T&uuml;rkeipolitik zu kritisieren. Also eiert man kr&auml;ftig um die Begrifflichkeiten herum und greift letztlich zur indirekten Rede: &bdquo;Schlie&szlig;lich soll das deutsche Publikum nicht den Eindruck erhalten, Merkel und die Regierung machten den Kotau vor dem Autokraten Erdogan&ldquo;. Warum so defensiv? Die Politik hat nun ihre &bdquo;Distanzierung, die nicht so hei&szlig;en darf&ldquo; und die Medien haben ihren &bdquo;Kotau, der nicht so hei&szlig;en darf&ldquo;. Und das Publikum sch&uuml;ttelt den Kopf und w&auml;hlt AfD. Toll!<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Gregor Gysi<\/strong><br>\nDer Kotau vor Erdogan ist ein ungeheuerlicher Skandal: Dass sich die Bundesregierung de facto von der Armenien-Resolution des Bundestages distanziert und damit auf die Erpressung von Erdogan hin bereit ist, die feststehende Tatsache zu leugnen, dass es vor 100 Jahren in der T&uuml;rkei einen V&ouml;lkermord an den Armenierinnen und Armeniern gab, ist ein ungeheuerlicher Skandal. Eine Regierung, die sich von den USA zu Sanktionen gegen Russland, zum Wegsehen gegen&uuml;ber dem Aussp&auml;hen ihrer B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger durch einen amerikanischen Geheimdienst und nun auch von Erdogan erpressen l&auml;sst, gibt ihre Eigenst&auml;ndigkeit und Souver&auml;nit&auml;t in beachtlichem Umfang auf. Und wozu das Ganze? Weil Erdogan anderenfalls nicht erlaubt, dass Bundestagsabgeordnete die auf einem t&uuml;rkischen Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt stationierten Bundeswehrsoldaten besuchen. Es gibt auch eine souver&auml;ne Reaktion auf Erdogans Erpressung: Die Stationierung wird beendet. Im &Uuml;brigen ist dieses Verhalten der Bundesregierung gegen&uuml;ber dem Bundestag grundgesetzwidrig. Der Bundestag steht &uuml;ber der Bundesregierung, sie ist ihm rechenschaftspflichtig und wird von ihm kontrolliert. Sie hat nicht das Recht, ihn zu negieren, zu missachten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/gregor.gysi\/posts\/10153625191512693?pnref=story\">Gregor Gysi auf Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wahl in Mecklenburg-Vorpommern &ndash; Der Systemfehler<\/strong><br>\nNach der Landtagswahl wird Ratlosigkeit herrschen &uuml;ber die Wahlbeteiligung und den Aufstieg der AfD. Warum das Desinteresse, warum dieser Frust? [&hellip;]<br>\nJa, es stimmt, Mecklenburg-Vorpommern ist immer noch ein strukturschwaches Bundesland, jedenfalls im Vergleich zu L&auml;ndern im Westen. Aber f&auml;hrt man durchs Land, wird man von schnellen Autos &uuml;berholt. An den Seen und an der K&uuml;ste gibt es keine freien Hotelzimmer. An den Landstra&szlig;en ragen Windr&auml;der in den Himmel. In den D&ouml;rfern und St&auml;dten sieht man frisch sanierte H&auml;user und riesige Discounter. Sie stehen an perfekt ausgebauten Stra&szlig;en, deren Alleeb&auml;ume diesen magischen Halbschatten spenden, wegen dem es viele Menschen hierher zieht, in den Osten. Kein Zweifel, Mecklenburg-Vorpommern ist sch&ouml;n. Es herrscht moderater Wohlstand.<br>\nDie soziologische These, nach der privater wirtschaftlicher Wohlstand Demokratie erzeugt und festigt, greift dennoch nicht. AfD zu w&auml;hlen, k&ouml;nnen sich laut letzten Umfragen zwanzig Prozent der Befragten vorstellen. Warum? Viel ist die Rede von Abstiegs&auml;ngsten, von Abwehr und Resignation. Als Grund wird immer mal die Retraumatisierungstheorie angef&uuml;hrt, Ostdeutsche seien durch die Nachwendeerfahrung privater Br&uuml;che nicht bereit f&uuml;r weitere Ver&auml;nderungen.<br>\nJa, die Wende hat die Werftindustrie plattgemacht, die EU hat den Tod der K&uuml;stenfischerei besiegelt, die Arbeitspl&auml;tze in der fischverarbeitenden Industrie sind futsch. Dennoch gibt es auch Erfolgsgeschichten. Die Natur, Mecklenburg-Vorpommerns gr&ouml;&szlig;ter Schatz, hat sich erholt. Das Land ist an milliardenschwere Stra&szlig;enprojekte angebunden worden, die dem Tourismus gut tun. Die Universit&auml;ten und Hochschulen sind hei&szlig; begehrt. Die B&uuml;rger f&uuml;hren ein sicheres, komfortables Leben nach westlichen Standards. Jeden Morgen geht die Sonne &uuml;ber ihrem friedlichen Land auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Wahl-in-Mecklenburg-Vorpommern\/!5332187\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;[F]risch sanierte H&auml;user und riesige Discounter&rdquo; &ndash; wie kann man  nur unter diesen romantischen Umst&auml;nden (hat jemand was gegen Discounter auf der gr&uuml;nen Wiese?) der Wahl fernbleiben oder, noch schlimmer, AfD w&auml;hlen? Die Beschreibungen der taz sind typisch f&uuml;r alle Bl&auml;tter, die die neoliberale Merkelrepublik sch&ouml;nreden wollen. Deutschland geht es doch gut! Solange man auf diesem oberfl&auml;chlichen &ldquo;Analyseniveau&rdquo; verharrt, bleibt der Aufstieg der AfD nat&uuml;rlich unerkl&auml;rlich.<\/em><\/p>\n<p><em>Vielleicht mal einen Bericht lesen von jemandem, der n&auml;her dran ist:<\/em><\/p>\n<p><strong>Arbeitnehmer in MV &ndash; Der Lohnkeller der Nation<\/strong><br>\nTrotz positiver Entwicklungen: Arbeitnehmer in MV verdienen noch immer rund ein F&uuml;nftel weniger als Kollegen in anderen Bundesl&auml;ndern<br>\nDie j&uuml;ngsten Daten zur Lohnentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern zeigen nach Ansicht der Linken den noch immer gro&szlig;en Nachholbedarf im Land. Bei allen positiven Entwicklungen gebe es mehr Schatten als Licht. Dazu geh&ouml;re, dass Arbeitnehmer im Nordosten trotz Lohnzuw&auml;chsen im vorigen Jahr mit 25 828 Euro im Schnitt noch immer ein F&uuml;nftel weniger verdienten als ihre Kollegen im bundesweiten Vergleich.<br>\n&bdquo;Ministerpr&auml;sident Erwin Sellering (SPD) sollte daher endlich aufh&ouml;ren, die Entwicklung des Landes in rosaroten Farben zu malen&ldquo;, erkl&auml;rte der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Helmut Holter. Der Oppositionspolitiker verwies auf Antworten der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion zur &bdquo;sozio&ouml;konomischen Entwicklung in MV&ldquo;.<br>\nDaraus geht hervor, dass Mecklenburg-Vorpommern 2015 unter den Fl&auml;chenl&auml;ndern mit 10,4 Prozent erneut die h&ouml;chste Arbeitslosenquote hatte. Mit 14,3 Prozent war die Quote der Hartz-IV-Bezieher nach Sachsen-Anhalt am zweith&ouml;chsten. Mit 42 Prozent erreichte der Anteil der Besch&auml;ftigten in tarifgebundenen Betrieben den niedrigsten Wert aller Bundesl&auml;nder. Im Bundesdurchschnitt sind den Angaben zufolge 58 Prozent der Arbeitnehmer in Firmen mit Tarifbindung besch&auml;ftigt.<br>\nDiese Zahlen seien &bdquo;ern&uuml;chternd&ldquo;, sagte Holter und forderte einen Politikwechsel. &bdquo;Anderenfalls wird es Mecklenburg-Vorpommern als strukturschwaches Bundesland nie aus dem Tabellenkeller schaffen.&ldquo; [&hellip;]<br>\nDer durchschnittliche Bruttolohn eines Arbeitnehmers im Nordosten liege mit 2100 Euro im Monat um 37 Prozent unter dem Verdienst in Hamburg und um 22 Prozent unter dem in Schleswig-Holstein. Diese Lohnspreizung m&uuml;sse geschlossen werden, sagte der Gewerkschafter.<br>\nDie Unternehmerschaft in MV sieht derlei Forderungen mit Skepsis. &bdquo;Die Lohnentwicklung muss sich immer auch nach der Entwicklung der Wirtschaftskraft richten. Und da gab es schon immer regionale Unterschiede&ldquo;, sagte Lothar Wilken vom Unternehmerdachverband VUMV.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.svz.de\/regionales\/mecklenburg-vorpommern\/der-lohnkeller-der-nation-id13174436.html\">SVZ.de<\/a><\/p>\n<p><em>Die h&ouml;chste Arbeitslosigkeit unter allen Fl&auml;chenl&auml;ndern, die zweith&ouml;chste Quote von Hartz-IV-Betroffenen, mit Abstand die niedrigsten L&ouml;hne: man kann nicht alle Wahlentscheidungen aus der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung erkl&auml;ren, aber einen Hinweis gibt sie doch. Wenn man sich mal mit der Realit&auml;t besch&auml;ftigen will. Auch eine bewu&szlig;te Wahlenthaltung kann schlie&szlig;lich bedeuten, da&szlig; sich die Betroffenen gar nichts mehr von einer Politik versprechen, die 25 Jahre lang nicht oder wenig geliefert hat; und die AfD w&auml;hlt man, so interpretiert, m&ouml;glicherweise, um Rabatz zu schlagen und &ldquo;damit sich mal was &auml;ndert&rdquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&Uuml;berschussreserven: Banken parken 1.022.000.000.000 Euro bei der EZB<\/strong><br>\nDie Guthaben der Banken bei der Europ&auml;ischen Zentralbank haben zum ersten Mal die Marke von einer Billion Euro &uuml;berschritten. F&uuml;r die Geldinstitute ist das ein Minusgesch&auml;ft. [&hellip;]<br>\nDie &Uuml;berschussreserven geben das Guthaben der Banken bei der EZB an, das &uuml;ber die sogenannte Mindestreserve hinausgeht. Damit kann die Notenbank das Zinsniveau und die Kreditvergabe der Banken grob steuern. Normalerweise ist der &Uuml;berschuss &uuml;ber die Pflichtreserve hinaus sehr gering. Aufgrund der massiven Wertpapierk&auml;ufe der EZB sind die Guthaben der Banken aber angeschwollen.<br>\nDie EZB hatte im M&auml;rz 2015 erstmals damit begonnen, Wertpapiere zu kaufen. Seither hat sie Wertpapiere von &ouml;ffentlichen Schuldnern wie Staaten im Wert von 990 Milliarden Euro erworben. Dar&uuml;ber hinaus kauft sie weitere Verm&ouml;genswerte wie Unternehmensanleihen, besicherte Bankanleihen und Kreditverbriefungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/banken-parken-eine-billion-euro-bei-der-europaeischen-zentralbank-a-1110616.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Staatsverschuldung paradox. Nun hat die EZB den Banken &bdquo;Wertpapiere von &ouml;ffentlichen Schuldnern&ldquo; (das d&uuml;rften zum gr&ouml;&szlig;ten Teil Staatsanleihen sein) im Wert von fast einer Billion Euro abgekauft und alle Beteiligten haben Probleme: Die Staaten, weil die Konjunktur d&uuml;mpelt und die hohe Gesamtverschuldung sie l&auml;hmt, die Banken, weil die Konjunktur d&uuml;mpelt, zu wenig Kredite nachgefragt werden und daher die Zinsen im Keller bleiben und schlie&szlig;lich die EZB, weil sie keiner ihrer Aufgaben in dieser Situation so richtig nachkommen kann. Was w&auml;re wenn. Was w&auml;re, wenn die EZB diese Billion an Staatsschulden einfach wie ein Zauberer in einem schwarzen Zylinder verschwinden lassen w&uuml;rde? Die Staaten h&auml;tten wieder finanziellen Spielraum, k&ouml;nnten die Konjunktur aktiv ankurbeln, es w&uuml;rde mehr Kredite nachgefragt, die Zinsen steigen wieder, die Banken gesunden und die EZB hat ihr Inflationsziel wieder in Reichweite. Aber nein, dar&uuml;ber darf man ja offensichtlich noch nicht einmal diskutieren. Wir wollen die Krise nicht beenden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kanadierin zu Protest gegen Ceta &ndash; &bdquo;Der Widerstand in der EU inspiriert&ldquo;<\/strong><br>\nDie kanadische Handelsexpertin Sujata Dey bedauert die unkritische Haltung der Kanadier zum Freihandel. Doch bei Ceta hat sie Hoffnung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Kanadierin-zu-Protest-gegen-Ceta\/!5332769\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Finanzmarktpolitik: Premiere &ndash; Europaparlament blockiert Umsetzungsregeln f&uuml;r komplexe Anlageprodukte (PRIIPs)<\/strong><br>\nEin Kernbestandteil der EU-Finanzmarktreformen ist das von Europarlament und Rat der Mitgliedsstaaten im April 2014 beschlossene einheitliche und leicht verst&auml;ndliche Finanzprodukte-Informationsblatt. Dies wird im Rahmen der sogenannten &ldquo;PRIIPs-Verordnung&rdquo; (EU-Sprech: &ldquo;Verordnung &uuml;ber Basisinformationsbl&auml;tter f&uuml;r verpackte Anlageprodukte f&uuml;r Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte&rdquo;) eingef&uuml;hrt. Momentan arbeiten das Europaparlament, die Europ&auml;ische Kommission und der Rat der Mitgliedsstaaten an der Umsetzung dieser Verordnung.<br>\nEin wichtiger Schritt in diesem Arbeitsprozess ist die gestrige Abstimmung des Ausschusses f&uuml;r Wirtschaft und W&auml;hrung (ECON) des Europaparlaments &uuml;ber die Detailvorschl&auml;ge zur Umsetzung der PRIIPs-Verordnung (&ldquo;delegated regulation&rdquo;\/&rdquo;delegierte Verordnung&rdquo;). Die Europ&auml;ischen Finanzaufsichtsbeh&ouml;rden (ESAs) haben die Detailvorschl&auml;ge erarbeitet, bevor sie von der Europ&auml;ischen Kommission verabschiedet wurden. Die zust&auml;ndigen Europaabgeordneten sowie Vertreter von Kommission und ESAs standen w&auml;hrend des bisherigen Arbeitsprozesses miteinander in Kontakt. Mit der gestrigen Abstimmung hat der ECON-Ausschuss des Europaparlaments seine Position zu den PRIIIPs-Umsetzungsregeln<br>\nbeschlossen. Wichtiges Ergebnis Gr&uuml;ner Arbeit: Der Verbraucherschutz stand im Zentrum der Kritik der Europaabgeordneten an den Detailvorschl&auml;gen der Kommission. Der n&auml;chste Schritt wird im September die Abstimmung der Europaabgeordneten im Plenum sein. Zwischen den beiden Abstimmungen sind Verhandlungen zwischen den zust&auml;ndigen Parlamentsvertretern und der Kommission zu den Detailvorschl&auml;gen geplant.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2016\/finanzmarktpolitik-premiere-europaparlament-blockiert-umsetzungsregeln-fuer-komplexe-anlageprodukte-priips\/\">Sven Giegold<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hartz-IV-Empf&auml;nger: Jobcenter sollen &ldquo;sozialwidriges Verhalten&rdquo; sanktionieren<\/strong><br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) will einem Bericht zufolge sch&auml;rfer gegen Hartz-IV-Empf&auml;nger vorgehen, die ihre Bed&uuml;rftigkeit selbst verursacht oder verschlimmert haben. Demnach sollen Betroffene, die ihre Hilfebed&uuml;rftigkeit selbst herbeif&uuml;hren, sie versch&auml;rfen oder nicht verringern, k&uuml;nftig s&auml;mtliche erhaltenen Leistungen f&uuml;r bis zu drei Jahre zur&uuml;ckzahlen m&uuml;ssen, berichtete die &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung unter Berufung auf eine neue Weisung der BA an die Jobcenter. Selbst der Wert von Essensgutscheinen m&uuml;sste dann erstattet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/jobcenter-sollen-haerter-gegen-hartz-iv-empfaenger-vorgehen-a-1110565.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser J.A.:<\/strong> Wir sind in Deutschland anscheinend sooo dicht davor, da&szlig; Hartz-IV-Betroffene wegen des Bezugs von Sozialleistungen ins Gef&auml;ngnis kommen. Zu Recht, denn nat&uuml;rlich sind die Hartz-IV-Betroffenen schuld daran, da&szlig; es f&uuml;nf bis sechs Millionen Arbeitslose, ein viel zu geringes Wirtschaftswachstum, viel zu niedrige L&ouml;hne und viel zu wenige freie Stellen gibt. Gespannt bin ich auf die Ausf&uuml;hrungsbestimmungen: wie kann den das Jobcenter Essensgutscheine zur&uuml;ckfordern (m&uuml;ssen die wieder ausgespuckt werden?) oder Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr&auml;ge (oder die in Anspruch genommenen Gesundheitsleistungen?), und zwar von Menschen, die &uuml;berhaupt kein Geld haben? Sollen die Betroffenen dann jahrzehntelang Schulden abarbeiten &ndash; und w&uuml;rde das nicht den &ldquo;Anreiz&rdquo; zur Stellensuche deutlich verringern? Diese Regierung und diese Republik werden immer verr&uuml;ckter.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Wo soll das enden? &Uuml;bergewichtige und Ganzk&ouml;rpert&auml;towierte k&ouml;nnte man doch auch &hellip; Ein Kommentar zum &ldquo;sozialwidrigen Verhalten&rdquo;, das die Jobcenter sanktionieren sollen<\/strong><br>\nIn der Online-Ausgabe der BILD-Zeitung wurde man mit dieser Meldung konfrontiert: &raquo;Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) versch&auml;rft die Gangart gegen&uuml;ber Hartz-IV-Empf&auml;ngern. Sch&auml;rfer ahnden sollen die &Auml;mter laut einer neuen internen BA-Weisung &bdquo;sozialwidriges Verhalten&ldquo; von Hartz-Empf&auml;ngern.&laquo; Das hat Spiegel Online aufgegriffen: Jobcenter sollen &ldquo;sozialwidriges Verhalten&rdquo; sanktionieren.  Dort erfahren wir mit Bezug auf den BILD-Artikel, der sich wiederum auf eine neue Weisung der BA an die Jobcenter beruft: &raquo;Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) will &hellip; sch&auml;rfer gegen Hartz-IV-Empf&auml;nger vorgehen, die ihre Bed&uuml;rftigkeit selbst verursacht oder verschlimmert haben. Demnach sollen Betroffene, die ihre Hilfebed&uuml;rftigkeit selbst herbeif&uuml;hren, sie versch&auml;rfen oder nicht verringern, k&uuml;nftig s&auml;mtliche erhaltenen Leistungen f&uuml;r bis zu drei Jahre zur&uuml;ckzahlen m&uuml;ssen. Strenger ahnden sollen die &Auml;mter demnach auch &ldquo;sozialwidriges Verhalten&rdquo; von Hartz-Empf&auml;ngern.&laquo;<br>\nWas muss man sich denn darunter vorstellen &ndash; &ldquo;sozialwidriges Verhalten&rdquo;? Beginnen wir mit der &ldquo;mildesten&rdquo; Variante, weil sie immer wieder gerne angef&uuml;hrt wird und sich vielen Beobachtern auch als ein bewusstes Fehlverhalten darstellt, das man ahnden kann\/soll: &raquo;Hartz-IV-Empf&auml;nger, die bezahlte Jobs grundlos ablehnen und deshalb weiter von Hartz IV abh&auml;ngig bleiben&laquo;, die fallen unter diese Kategorie, wobei hier gar nicht thematisiert werden soll, dass es in praxi gar nicht so einfach ist, diesen Tatbestand eindeutig festzustellen.<br>\nAber die neue Weisungslage hat es in sich: &raquo;Betroffen seien etwa Berufskraftfahrer, die den F&uuml;hrerschein wegen Trunkenheit am Steuer verlieren und dann auf Hartz IV angewiesen sind &hellip; Die sch&auml;rferen Bestimmungen k&ouml;nnten demnach auch M&uuml;tter treffen, die sich weigern, die Namen der V&auml;ter ihrer Kinder zu nennen. Denn dieser m&uuml;sste m&ouml;glicherweise Unterhalt zahlen, das Jobcenter m&uuml;sste dann weniger Leistungen an die M&uuml;tter &uuml;berweisen.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2016\/09\/188.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Da die SPD politisch die Verantwortung f&uuml;r die BA tr&auml;gt &ndash; die ach so linke Frau Nahles (SPD) ist Bundesministerin f&uuml;r Arbeit und Soziales &ndash; kann bzw. muss angenommen werden, dass die Partei mit diesen Versch&auml;rfungen einverstanden ist und billigend in Kauf nimmt, dass die Betroffenen &ndash; sei es aus Protest oder &Uuml;berzeugung &ndash; nationalistische und rechte Parteien w&auml;hlen. Die SPD hat offenbar aus den verheerenden Wirkungen der Politik der Agenda 2010 keine oder die falschen Schl&uuml;sse gezogen: Immer noch meint sie wohl die &ldquo;kleinen Leute&rdquo; wie Zitronen auspressen zu k&ouml;nnen w&auml;hrend die Reichen und Verm&ouml;genden  dieses Landes mit Samthandschuhen behandelt werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Arbeitsunrecht in der EU<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union hat viele Krisen: bankrotte Privatbanken, &uuml;berschuldete Staaten, wirtschaftliche Stagnation. Doch die am meisten verdr&auml;ngte und verzerrt dargestellte Krise ist die der abh&auml;ngigen Arbeit. Das gilt nicht nur f&uuml;r Griechenland und den Kosovo, sondern auch f&uuml;r die m&auml;chtigsten Staaten Gro&szlig;britannien, Frankreich und Deutschland.<br>\nMit den Worten &raquo;Es geht uns allen gut&laquo; besch&ouml;nigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2013 schlicht die tiefste Krise, die die Bundesrepublik je hatte. Acht Millionen Menschen arbeiten hierzulande nach Angaben der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung im Niedriglohnsektor: Arbeitslose, die dazu regelrecht erpresst werden, Mindestl&ouml;hner, Werkvertragler, &raquo;Aufstocker&laquo;, aber auch zwangsweise Teilzeitarbeitende und Leiharbeiter, Mehrfachjobber, Ein-Euro-Jobber, befristet Besch&auml;ftigte, weiterschuftende Rentner. Nicht zu vergessen die ausgew&auml;hlten Hungernden, die sich t&auml;glich bei den eintausend mildt&auml;tigen Tafeln etwas zu essen holen d&uuml;rfen. Zur Besch&ouml;nigung wird statistisch getrickst und gelogen. Zum Beispiel: Schon wer eine Stunde in der Woche gegen Bezahlung arbeitet, gilt als besch&auml;ftigt, gilt nicht mehr als arbeitslos!<br>\nDie tiefe Krise der abh&auml;ngigen Arbeit geht noch weiter. Unternehmenschefs n&ouml;tigen Besch&auml;ftigte zu immer mehr unbezahlten &Uuml;berstunden. Gegenw&auml;rtig pressen Unternehmen ihren Besch&auml;ftigten mindestens 40 Milliarden Euro j&auml;hrlich an unbezahlten &Uuml;berstunden ab. W&auml;hrend Millionen Besch&auml;ftigte mit Vollzeitstellen 45 und auch viel mehr Stunden in der Woche arbeiten, sind Millionen andere Besch&auml;ftigte gezwungen, sich mit 15 oder 20 bezahlten Stunden &uuml;ber Wasser zu halten.<br>\nDie Krise geht noch tiefer. Rechtsbr&uuml;che sind an der Tagesordnung. Erpressung und N&ouml;tigung sind Straftaten. 20-Stunden-Vertr&auml;ge etwa f&uuml;r Reinigungskr&auml;fte im Hotel zeigen: Die Arbeit ist in der vorgegebenen Zeit gar nicht zu schaffen, es muss l&auml;nger gearbeitet werden, aber nur 20 Stunden werden bezahlt. Laut dem am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Ausbildungsreport 2016 des DGB leisten Auszubildende im Hotelgewerbe durchschnittlich 5,8 &Uuml;berstunden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/09-02\/039.php\">Werner R&uuml;gemer in der jungen Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutsche arbeiten immer l&auml;nger &ndash; oft 48 Wochenstunden<\/strong><br>\nDie Deutschen arbeiten immer l&auml;nger und immer h&auml;ufiger auch am Wochenende. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die unserer Berliner Redaktion vorliegt. Demnach ist die Zahl der Besch&auml;ftigten, die regelm&auml;&szlig;ig l&auml;nger als 48 Stunden in der Woche arbeiten, in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen &ndash; von 1,3 Millionen im Jahr 1995 auf 1,7 Millionen 2015. (&hellip;)<br>\nDie Linke warnte vor einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten. &ldquo;Immer mehr Menschen arbeiten schon jetzt abends, nachts oder am Wochenende. Aber anstatt der Ausbreitung atypischer Arbeitszeiten und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken einen Riegel vorzuschieben, will Bundesarbeitsministerin Nahles das Arbeitszeitgesetz noch weiter aufweichen&rdquo;, sagte Linken-Sozialexpertin Jutta Krellmann. &ldquo;Das ist ein schlechter Witz. Ich fordere Frau Nahles auf, sich in der Debatte um flexible Arbeitszeiten endlich an den Bed&uuml;rfnissen der Besch&auml;ftigten zu orientieren statt nur an denen der Unternehmen.&rdquo; Eine wirksame Anti-Stress-Verordnung und die Reduzierung der w&ouml;chentlichen H&ouml;chstarbeitszeit &ldquo;waren wegweisende Signale&rdquo;, so Krellmann weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pnp.de\/nachrichten\/wirtschaft\/wirtschaft\/2205013_Deutsche-arbeiten-immer-laenger-oft-48-Wochenstunden.html\">Passauer Neue Presse<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Das M&auml;rchen vom gr&uuml;nen Wachstum: &Uuml;ber die Kehrseite der Windr&auml;der, Elektroautos und CO2-Kompensationen<\/strong><br>\nIn Teil 1 dieser Analyse wurde aufgezeigt, warum die derzeitigen CO2-M&auml;rkte keine ausreichende L&ouml;sung f&uuml;r die &Uuml;berwindung der Klima-Problematik sind. Doch nur zu sagen, nur der Markt w&auml;re schuld, greift zu kurz. Denn allzu oft sind auch wir Konsumenten schuld, wenn wir denken, nachhaltig zu handeln, aber in Wahrheit das Klima immer st&auml;rker anheizen. Denn die gr&uuml;nen Technologien sind nur so wirksam wie wir es zulassen. Und w&auml;hrend das Modell des gr&uuml;nen Wachstums auf dem Papier schl&uuml;ssig klingt, zeigen sich gravierende M&auml;ngel in der Praxis. So machen beispielsweise Rebound-Effekte vermeintliche Effizienz-Gewinne zunichte, so dass die Problematik des Klimawandels und der Umweltzerst&ouml;rung mithilfe des vermeintlich &bdquo;gr&uuml;nen Konsums&ldquo; nur etwas verlangsamt, nicht aber gestoppt wird. Zur L&ouml;sung der Klimaproblematik braucht es einen massiven globalen Eingriff zur Erh&ouml;hung des Preises f&uuml;r fossile Energietr&auml;ger. Diese L&ouml;sung ist allerdings nur praktikabel, wenn die F&ouml;rderl&auml;nder die Produktion nicht gleichzeitig ausweiten, um von den hohen Preisen noch st&auml;rker zu profitieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zebralogs.wordpress.com\/2016\/08\/29\/das-maerchen-vom-gruenen-wachstum-2-ueber-die-kehrseite-der-windraeder-elektroautos-und-co2-kompensationen\/\">Zebralogs<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ausbeuter vor Gericht: Brandopfer verklagen Kik<\/strong><br>\nAm 11.September 2012 forderte &bdquo;die Globalisierung&ldquo; besonders viele Opfer: 260 Menschen starben bei einem Fabrikbrand in Karachi (Bangladesh), 32 wurden verletzt. Hauptkunde der Fabrik von &bdquo;Ali Enterprises&ldquo; war nach eigenen Angaben der deutsche Textildiscounter KiK. Vier Betroffene des Brandes haben am 13. M&auml;rz 2015 beim Landgericht Dortmund Klage auf Schadensersatz gegen KiK eingereicht -jetzt wurde ihnen Prozesskostenhilfe gew&auml;hrt. Immerhin ein Hinweis auf Erfolgsaussichten. Die erstmalige Klage von Opfern gnadenloser Ausbeutung durch Westkonzerne vor einem Westgericht l&ouml;st Panik unter Top-Managern aus. Ihre auf Outsourcing von Arbeit und Verantwortung gegr&uuml;ndete Machtordnung ist in Gefahr: Hoffnung f&uuml;r Millionen Sklavenarbeiter im S&uuml;den. Und eine Schlappe f&uuml;r die BWL-Professorin Evi Hartmann, deren Buch &bdquo;Wie viele Sklaven halten Sie?&ldquo; die Konzernverantwortung ableugnen und durch moralische Haftung der prekarisierten K&auml;ufer von Kik-Billigkleidung ersetzen wollte. Prof. Hartmann verdient ihr Geld damit, ihren Studenten beizubringen, wie man Lieferketten in Billiglohnl&auml;nder organisiert.<br>\nVor Gericht wird es vor allem um die Fragen gehen: Waren die Feuerschutzregeln bei Ali Enterprises ungen&uuml;gend, fehlten Notausg&auml;nge und Feuerl&ouml;scher? Und wenn ja: Trifft den deutschen Gro&szlig;konzern Kik als &bdquo;Auftraggeber&ldquo; eine Mitschuld? Die Billigklamottenfirma hat ihren Zulieferer Ali Enterprises bis zu 75 Prozent ausgelastet. F&uuml;r die Kl&auml;ger klares Kennzeichen einer Scheinselbst&auml;ndigkeit, wie man sie beim Ausquetschen von Prekarisierten auch hierzulande kennt. Der Auftraggeber Kik st&uuml;nde dann in einer besonderen Verantwortung, weil er faktisch &uuml;ber die Arbeitsbedingungen mitentschieden hat -entweder direkt durch Hineinregieren, aber zumindestens &uuml;ber ausbeuterisch tiefe Abnahmepreise, die strikte Kostensenkung fordern. Die Anw&auml;lte von Kik sehen dies nat&uuml;rlich ganz anders und streiten jede Haftungsm&ouml;glichkeit ab.<br>\nMuhammad Hanif, Muhammad Jabbir, Abdul Aziz Khan Yousuf Zai und Saeeda Khatoon geh&ouml;ren zur Selbstorganisation der Betroffenen, der Baldia Factory Fire Affectees Association, und fordern je 30.000 Euro Schmerzensgeld. Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und medico international unterst&uuml;tzen die Klage, die Rechtsanwalt Dr. Remo Klinger aus Berlin eingereicht hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jasminrevolution.wordpress.com\/2016\/08\/31\/ausbeuter-vor-gericht-brandopfer-verklagen-kik\/\">Jasminrevolution<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Lobbyisten des Silicon Valley<\/strong><br>\nWie amerikanische Technologiekonzerne ihre politischen Ideen verbreiten<br>\nApple ist sauer. &ldquo;Die Europ&auml;ische Kommission will die Geschichte von Apple in Europa neu schreiben&rdquo;, schimpft der Konzern und warnt vor &ldquo;tiefgreifenden und sch&auml;dlichen Auswirkungen auf Investitionen und Arbeitspl&auml;tze&rdquo; in Europa. Der ungewohnt scharfe Ton hat damit zu tun, dass die Kommission von Apple bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachfordert. Doch auch die politische R&uuml;ckendeckung aus der Heimat d&uuml;rfte Apple dazu ermutigt haben. Erst vor Tagen hatte das Finanzministerium aus Washington die Europ&auml;er vor den Folgen einer Steuernachforderung gewarnt.<br>\nDiese Einigkeit mag Zufall sein, vielleicht aber auch die Folge guter Lobbyarbeit. Denn nicht nur Apple, auch andere Technologiefirmen vertrauen l&auml;ngst nicht mehr allein auf die Zugkraft ihrer Produkte. Sie wissen, dass ihr wirtschaftlicher Erfolg ebenso von politischen Rahmenbedingungen abh&auml;ngt. So k&auml;mpft das Silicon Valley in Washington um Geh&ouml;r &ndash; bei sehr vielen Themen.<br>\nF&uuml;r ein neues Einwanderungsrecht setzt sich seit drei Jahren die Organisation FWD.us ein. Auf der Liste ihrer Initiatoren und Unterst&uuml;tzer stehen Mark Zuckerberg von Facebook, Microsoft-Gr&uuml;nder Bill Gates, Google-Chairman Eric Schmidt, Kevin Systrom von Instagram und fast hundert weitere Namen aus der Technologieszene und von ihren Geldgebern. Ihre Mission ist offen politisch. FWD.us will Perspektiven f&uuml;r die elf Millionen inoffiziellen Einwanderer in den USA erreichen und auch k&uuml;nftig qualifizierte Arbeitskr&auml;fte ins Land locken. Pl&auml;ne des Pr&auml;sidentschaftskandidaten Donald Trump, illegale Immigranten ausweisen zu wollen, bezeichnet die Organisation als &ldquo;inhuman und enorm teuer&rdquo;. Obwohl ihre Gr&uuml;nder innovativ sind, bedient sich FWD.us geradezu klassischer Methoden des Lobbying: Prominente wie Zuckerberg schreiben vor wichtigen Gerichtsterminen offene Briefe an den Supreme Court, einfache B&uuml;rger werden ermuntert, sich an ihre Kongressabgeordneten zu wenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/37\/technologieunternehmen-usa-steuern-apple-politik-ideologie\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das Silicon Valley gibt es jetzt seit ca. 50 Jahren. Von Anfang an war sehr viel Geld im Spiel, von Anfang wurde heftig lobbyiert und von Anfang an hat sich die US-Regierung f&uuml;r die Interessen der Silicon-Valley-Firmen gegen&uuml;ber ausl&auml;ndischen Unternehmen eingesetzt. Da&szlig; diese Firmen ihre Gewinne durch ein m&ouml;glichst exklusives Patentrecht, m&ouml;glichst niedrige Steuern und eine m&ouml;glichst gro&szlig;z&uuml;gige Einwanderungsregelung, also Arbeitskr&auml;fte&uuml;berangebot und niedrige Geh&auml;lter, sichern und erh&ouml;hen wollen, ist keine exotische Neuigkeit. Da&szlig; gro&szlig;e Kapitalien gro&szlig;en Einflu&szlig; auf die Politik nehmen, ist &uuml;brigens in Deutschland exakt genauso und dem Kapitalismus inh&auml;rent.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Lang leben die Malocher*innen!<\/strong><br>\nPatienten str&ouml;men herein, der Wartebereich ist voll, die Behandlungsr&auml;ume belegt. Rettungswagen fahren vor. Viele Patienten sind hier eigentlich falsch, sie br&auml;uchten einen Termin beim Facharzt, den sie haben k&ouml;nnen &ndash; irgendwann. Schmerzen haben sie aber jetzt. Also bleiben sie. Ungeduld und Unwohlsein machen manchen aggressiv. Ausbaden d&uuml;rfen es die Pflegerinnen und Pfleger. Sie kriegen &Auml;rger und &Auml;ngste ab, m&uuml;ssen trotzdem Freundlichkeit und Zuversicht ausstrahlen und sind oft bereits selbst am Limit. Nach acht, neun Tagen Schichtdienst ist das normal. Notaufnahmen sind in diesem Lande, wie eigentlich alle medizinischen Abteilungen in Krankenh&auml;usern, personell unterbesetzt. Es fehlen Planstellen, die die verbliebenen Pfleger auffangen m&uuml;ssen. Das ist gesundheitspolitisch gewollt und vorgesehen, das hiesige Gesundheitssystem schafft kranke Gesundheitssystemarbeiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1024060.lang-leben-die-malocher-innen.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Von der Leyen droht G36-Debakel<\/strong><br>\nVerteidigungsministerin von der Leyen l&auml;sst das G36-Gewehr bei der Bundeswehr ausmustern &ndash; wegen vermeintlicher M&auml;ngel. Dass es die gar nicht gibt, will der Hersteller per Gericht feststellen lassen. Im heute erwarteten Urteil droht der Ministerin eine peinliche Niederlage.<br>\nEigentlich ist bei der Bundeswehr der Freitag ein sehr entspannter Tag. Selbst im Bendlerblock, dem Berliner Amtssitz von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, ist ab mittags kaum noch jemand zu erreichen. Das Wochenende beginnt fr&uuml;h bei den deutschen Streitkr&auml;ften. Doch heute ist das wohl anders.<br>\nMit Nervosit&auml;t schaut man von der Spree an den Rhein. Denn das Landgericht Koblenz entscheidet in einem Fall, der sich f&uuml;r von der Leyen zu einem politischen Debakel entwickeln k&ouml;nnte. Es geht um das Standard-Sturmgewehr der Bundeswehr, das G36 des schw&auml;bischen Herstellers Heckler&amp;Koch. Die Ministerin hatte 2015 medienwirksam verk&uuml;ndet, dass die Waffe &ldquo;keine Zukunft in der Bundeswehr&rdquo; habe. Grund waren Pr&auml;zisionsm&auml;ngel in Extremsituationen &ndash; also etwa, wenn das Gewehr &uuml;ber l&auml;ngere Zeit Dauerfeuer schie&szlig;t oder sich durch Sonneneinstrahlung ungew&ouml;hnlich stark erhitzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/g36-rechtsstreit-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wenn dies ein &bdquo;peinliche Niederlage&ldquo; f&uuml;r von der Leyen ist, so ist es eine &bdquo;peinliche Niederlage&ldquo; mit Ansage. Lesen Sie sich dazu doch bitte meinen Artikel G36-Aff&auml;re &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27496\">Nichts ist so, wie es scheint<\/a> aus dem letzten Jahr durch.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Recht, richtig zitiert zu werden<\/strong><br>\nMit sinnentstellenden Verk&uuml;rzungen von &Auml;u&szlig;erungen des AfD-Bundesvorsitzenden J&ouml;rg Meuthen h&auml;tten sich viele Medien keinen Gefallen getan, kommentiert Silke Hasselmann. Es sollte f&uuml;r Journalisten selbstverst&auml;ndlich sein, sich nicht zum Handlanger von Kampagnen zu machen. Der W&auml;hler und B&uuml;rger habe ein Recht darauf, das ganze Bild serviert zu bekommen.<br>\nUnd wieder ist es passiert. Wieder ist es intellektuell unredlich, und wieder ist es dumm. Denn zumindest im Sinne der Urheber d&uuml;rfte es mehr schaden als n&uuml;tzen, dass sie J&ouml;rg Meuthens Einlassung sinnentstellend verk&uuml;rzen.<br>\nLernen wir es nie? Man m&uuml;sse &ldquo;in einem Parlament in der Sache abstimmen&rdquo;, hatte der AfD-Bundesvorsitzende auf eine Frage der Zeitung &ldquo;Mannheimer Morgen&rdquo; erwidert. Und dann hinzugef&uuml;gt: &ldquo;Wenn die NPD vern&uuml;nftige Vorschl&auml;ge macht, w&uuml;rden wir genauso wenig gegen sie stimmen, wie wenn das bei den Linken der Fall w&auml;re.&rdquo;<br>\nWie fielen die Schlagzeilen und Reaktionen aus Politik und Medien &uuml;berwiegend aus? Der Tenor lautete: &ldquo;AfD in Mecklenburg-Vorpommern will mit NPD kooperieren&rdquo;. Wahlweise &ldquo;paktieren&rdquo;. Dabei h&auml;tte die Nachricht aus lauten k&ouml;nnen: &ldquo;AfD will mit den LINKEN zusammenarbeiten&rdquo;. Nichts dergleichen. [&hellip;]<br>\nIch verteidige nicht die AfD, J&ouml;rg Meuthen oder das, was er gesagt hat. Aber ich verteidige das Recht, richtig zitiert zu werden. Beziehungsweise &ndash; als m&uuml;ndiger Leser, H&ouml;rer, B&uuml;rger, W&auml;hler &ndash; das ganze Bild serviert zu bekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/meuthens-npd-satz-in-den-medien-das-recht-richtig-zitiert.720.de.html?dram%3Aarticle_id=364735\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Bekloppte Nachrichten<\/strong><br>\nVor wenigen Monaten wurde bekannt, dass Facebooks News-Kuratoren, welche die Rubrik &bdquo;Trending Topics&ldquo;, eine Art Nachrichtenticker, mit Inhalten best&uuml;cken sollten, Vorgaben f&uuml;r die Quellenauswahl bekamen. So sollten Websites wie die der &bdquo;New York Times&ldquo; bevorzugt, konservative wie das Portal &bdquo;Breitbart News&ldquo; hingegen weniger ber&uuml;cksichtigt werden. Die Kuratoren, darunter einige Journalisten, sollten zudem den Namen des Konkurrenten Twitter in der Titelzeile vermeiden und stattdessen von &bdquo;sozialen Medien&ldquo; schreiben. Der Bericht &uuml;ber die Anweisungen schlug hohe Wellen. Kritiker warfen dem Konzern vor, die Nachrichtenauswahl zu manipulieren. Der Handelsausschuss des amerikanischen Senats verlangte eine schriftliche Erkl&auml;rung, der Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste sich vor dem Gremium rechtfertigen.<br>\nNun hat Facebook sein f&uuml;nfzehnk&ouml;pfiges Nachrichten-Team gefeuert und durch einen Algorithmus ersetzt. Das Kalk&uuml;l war, dass eine Maschine neutraler sei als der Mensch. Facebook teilte mit, das Ziel, topaktuelle Nachrichten &bdquo;f&uuml;r so viele Leute wie m&ouml;glich zu erschlie&szlig;en&ldquo;, sei &bdquo;schwer zu erreichen, wenn wir einzig auf von Hand zusammengefasste Themen zur&uuml;ckgreifen w&uuml;rden&ldquo;. Ein algorithmisch gesteuerter Prozess erlaube es, &bdquo;Trending Topics&ldquo; zu ordnen und mehr Themen abzudecken sowie diese mehr Menschen weltweit zur Verf&uuml;gung zu stellen. Das klang wie eine unfreiwillige Reminiszenz an den amerikanischen Ingenieur Frederick W. Taylor, der einmal schrieb: &bdquo;Alle Denkarbeit muss aus dem Betrieb herausgenommen und in der Planungsabteilung konzentriert werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/news-algorithmus-von-facebook-trending-topics-versagt-14412836.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Nachrichten im Netzwerk: Facebook hat ein Trend-Problem<\/strong><br>\nWas am Montag bei Facebook vorgefallen ist, passiert im Internet st&auml;ndig: Eine falsche Nachricht, ein sogenannter Hoax, wurde vielen Nutzern des sozialen Netzwerks angezeigt. Verbreitet wurde der Hoax aber an prominenter Stelle, &uuml;ber Facebooks Trending-Liste.<br>\nUS-Nutzer bekommen hier Stichworte zu sehen, die gerade viel Interesse finden. Ganz oben auf dieser Liste stand Montag der Name &ldquo;Megyn Kelly&rdquo;. Fuhren Nutzer mit dem Cursor dar&uuml;ber, zeigte Facebook ihnen einen Artikel zum Thema, die Quelle war ein Blog aus dem rechten Spektrum. In dem Text wird behauptet, der US-Fernsehsender Fox News w&uuml;rde die Star-Moderatorin rausschmei&szlig;en.<br>\nDiese Nachricht allerdings war falsch. Wenige Stunden sp&auml;ter verschwand Megyn Kelly dann auch wieder aus der Trending-Liste, berichtet die &ldquo;Washington Post&rdquo;.<br>\nDieser Vorfall w&auml;re nicht unbedingt eine Meldung wert, doch er passiert zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt &ndash; genau, w&auml;hrend Facebook im Bereich der Trending-Liste nach der richtigen Balance zwischen Mensch und Maschine sucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/facebook-trending-liste-spagat-zwischen-mensch-und-maschine-a-1110283.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Dieser P(o)etry-Slammer zerlegt die AfD besser als Jennifer Rostock<\/strong><br>\nPoetry-Slams bestehen aus Typen, die denken, sie w&auml;ren lustig; M&auml;dchen, die ihre unbedeutenden Gedanken erst in einen Notizblock mit Paris-Aufdruck schreiben und diese dann betont nachdenklich auf der B&uuml;hne vortragen; und Professoren, die auch mal wieder was Wildes machen wollen und f&uuml;r die Wortspiele die ultimative Form der verbalen Selbstbefriedigung sind. Im Publikum sitzen M&auml;dchen mit gemusterten Strumpfhosen, die diesen einen Typen&mdash;verzeih, Slammer&mdash;ganz hei&szlig; finden und Jungs, die auch gerne ihren Text vortragen w&uuml;rden, sich aber nicht trauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vice.com\/de\/read\/dieser-poetry-slammer-ist-gut-weil-er-keinen-poetry-slam-macht\">Vice<\/a>\n<p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"450\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/pO_aW9ed5PI\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-34853","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34853","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34853"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34853\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34857,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34853\/revisions\/34857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}