{"id":3491,"date":"2008-10-03T09:57:53","date_gmt":"2008-10-03T07:57:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3491"},"modified":"2008-10-03T09:57:54","modified_gmt":"2008-10-03T07:57:54","slug":"hinweise-des-tages-745","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3491","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Wie Banken Anleger um ihr Erspartes brachten<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung fragw&uuml;rdiger amerikanischer Bilanzregeln<\/li>\n<li>EU uneins &uuml;ber Rettungspaket nach US-Vorbild<\/li>\n<li>Weltwirtschaft am Abgrund<\/li>\n<li>Mail-Aktion an Steinbr&uuml;ck und Tiefensee<\/li>\n<li>Deutschland im Bildungstief<\/li>\n<li>Gysi im Rechtsstreit gegen ZDF erfolgreich<\/li>\n<\/ul><p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Geplatzte Tr&auml;ume<\/strong><br>\nSie wollten eine Anlage ohne Risiko, stattdessen kauften sie Zertifikate der Pleite-Bank Lehman. Nun bangen viele Anleger um ihr Erspartes. Zwei Fallgeschichten.<br>\nBitteres Fazit: &ldquo;Die Banker&hellip;handeln eh nur im Sinne der Bank. Der Kunde ist denen egal&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/631\/312545\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Faire Werte, fatale Wirkung<\/strong><br>\nDie Bundesregierung emp&ouml;rt sich &uuml;ber die amerikanische Wirtschaft &ndash; und will gleichzeitig deren fragw&uuml;rdige Bilanzierungsregeln &uuml;bernehmen.<br>\nIm Mai hat das Kabinett den Entwurf eines &raquo;Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts&laquo; beschlossen, im Herbst soll der Bundestag die Neuregelung beraten. Es w&auml;re ist die seit Jahrzehnten umfassendste &Auml;nderung der Regeln in diesem Bereich.<br>\nAnders als ein zahlengl&auml;ubiges Publikum denkt, h&auml;ngt der Gewinn eines Unternehmens nicht nur von seinem tats&auml;chlichen Erfolg ab, sondern auch davon, welche Rechnungsregeln angewandt werden.<br>\nDie deutsche Sichtweise auf Unternehmen ist traditionell die des vorsichtigen Kaufmanns und Kreditgebers. Was z&auml;hlt, sind Sicherheit und Stabilit&auml;t. Der angels&auml;chsische Blick ist der des Geldanlegers. F&uuml;r ihn steht die Rendite im Vordergrund.<br>\nSo haben sich die Bilanzmethoden in beiden L&auml;ndern historisch unterschiedlich entwickelt. Eine wichtige Differenz besteht darin, wie Unternehmen ihr Verm&ouml;gen bewerten. Nach dem deutschen Handelsgesetzbuch gilt das Prinzip, dass sich der Wert aus den Kosten der Anschaffung ergibt. Allerdings verschlei&szlig;en Maschinen und Fabrikgeb&auml;ude mit der Zeit, sodass sie abgeschrieben werden m&uuml;ssen.<br>\nNiemals darf ein Verm&ouml;gensteil nach deutschem Recht im Wert hochgeschrieben werden, nicht einmal dann, wenn ganz offensichtlich ist, dass es &ndash; wie zum Beispiel ein Firmengrundst&uuml;ck in guter Lage &ndash; inzwischen mehr wert ist als beim Kauf. Es bleibt trotzdem mit seinem alten Kaufpreis in der Bilanz und bildet eine stille Reserve.<br>\nNach den angels&auml;chsischen Regeln ist das anders. Da sind die akuellen Werte ma&szlig;geblich f&uuml;r die Bilanz. Liegen die h&ouml;her als im Jahr zuvor, dann darf das Unternehmen einen Buchgewinn ausweisen.<br>\nJetzt aber will die Bundesregierung die deutschen Vorschriften den amerikanischen angleichen, jedenfalls in Teilbereichen. Per Gesetz will sie den Unternehmen vorschreiben, dass sie k&uuml;nftig Aktien, Anleihen und andere Finanzpapiere in ihrem Handelsbestand nach Zeitwerten bilanzieren m&uuml;ssen &ndash; ein Bruch mit den bew&auml;hrten Prinzipien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/41\/Marktbewertung?page=1\">Die Zeit<\/a><\/li>\n<li><strong>EU uneins &uuml;ber Rettungspaket nach US-Vorbild<\/strong><br>\nInnerhalb der Europ&auml;ischen Union ist ein Streit &uuml;ber ein m&ouml;gliches gemeinsames Rettungspaket f&uuml;r die Finanzbranche entbrannt. Frankreich und die Niederlande unterst&uuml;tzen eine solche Ma&szlig;nahme, von Deutschland und Luxemburg kommt ein klares Nein. Es werden auch Stimmen laut, die angesichts der Finanzmarktkrise die Maastricht-Kriterien in Frage stellen.<br>\n&bdquo;Ich sehe nicht die Notwendigkeit, dass wir ein derartiges Programm in Europa auflegen m&uuml;ssen&ldquo;, sagte der Ministerpr&auml;sident von Luxemburg und Eurogruppenchef, Jean Claude Juncker, am Donnerstag dem Deutschlandradio Kultur.<br>\nBundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck bekr&auml;ftigte in der Online-Ausgabe des &bdquo;Wall Street Journal&ldquo;, er sehe &bdquo;keine Notwendigkeit f&uuml;r Deutschland, sich mit drei oder vier Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in ein solches Programm einzustellen ohne zu Wissen, was mit diesem deutschen Geld letztlich erreicht wird und ob man konkrete Probleme damit l&ouml;sen kann&ldquo;. Bundeskanzlerin Angela Merkel wandte sich in der &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung gegen &ldquo;Blankoschecks f&uuml;r alle Banken&rdquo;.<br>\nDie franz&ouml;sische Regierung hatte sich dagegen f&uuml;r die Schaffung eines EU-Notfonds ausgesprochen, der bei einer Bankenschieflage eingreifen soll. &ldquo;Was geschieht, wenn ein kleinerer EU-Staat von einer drohenden Bankenpleite betroffen ist. Vielleicht hat dieser Staat nicht die Mittel, um das Institut zu retten. Daher stellt sich die Frage nach einer europ&auml;ischen Auffangl&ouml;sung&rdquo;, sagte die Vorsitzende des EU-Finanzministerrats, Frankeichs Finanzministerin Christine Lagarde in einem Interview mit dem Handelsblatt. Franz&ouml;sische Medien berichteten anschlie&szlig;end unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass der Fonds 300 Milliarden Euro umfassen solle und jedes EU-Land drei Prozent seines Bruttoinlandprodukts zur Verf&uuml;gung stellen sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/eu-uneins-ueber-rettungspaket-nach-us-vorbild;2053522\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Weltwirtschaft am Abgrund<\/strong><br>\nUnsicherheit, Panik, Hysterie: Nach dem Lehman-Beben ist das Vertrauen der Anleger verschwunden. Damit fehlt dem Finanzsystem die Basis seiner Existenz.<br>\nWenn die Menschen unsicher werden, bedroht das die Existenz eines Wirtschaftssystems, das zuallererst auf Vertrauen aufgebaut ist. Keine W&auml;hrung ist heute mehr voll durch Goldbarren abgesichert. Kein Sparkonto ist durch reale Werte wie Autos oder Wohnungen abgedeckt, die einem die Bank im Notfall &uuml;bergeben w&uuml;rde. Das ganze System basiert auf dem Zutrauen, dass all die virtuellen Billionensummen tats&auml;chlich zur Verf&uuml;gung stehen. Wenn aber Sparer das Vertrauen verlieren und die Filialen st&uuml;rmen, bricht das System zusammen.<br>\nWenn die Regierungen den Banken helfen, m&uuml;ssen die B&uuml;rger das Gef&uuml;hl bekommen, dass die Branche und ihre Aktion&auml;re daf&uuml;r bezahlen. Am besten gleich. Oder, wenn dies wegen der Lage der Institute schwer m&ouml;glich ist, durch Steuern zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt. Die Politiker sollten noch einen Schritt weitergehen: In den vergangenen Jahren haben sie es Investoren und Banken &uuml;berlassen, die Wirtschaft umzuformen. Hedgefonds durften von Karibikinseln aus Firmen schlucken, ohne jede Kontrolle. Die Ackerm&auml;nner in den Chefetagen durften 25 Prozent Rendite als Ziel vorgeben, dem sich alle Arbeitnehmer unterzuordnen hatten. Jetzt muss die Politik wieder Mitbestimmung durchsetzen.<br>\nOb die Menschen trotz ihrer Unsicherheit ein gewisses Vertrauen ins Finanzsystem behalten, h&auml;ngt auch von dieser Frage ab: Gewinnen sie Vertrauen, dass es im Kapitalismus halbwegs gerecht zugeht? Wenn Banker ihre Probleme auf den Steuerzahler abw&auml;lzen d&uuml;rfen und Rendite der einzige Ma&szlig;stab f&uuml;r die Wirtschaft ist, wird dies niemand glauben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/450\/312365\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Mail-Aktion an Steinbr&uuml;ck und Tiefensee:<\/strong><br>\n<strong>Finanzkrise: Kein B&ouml;rsengang!<\/strong><br>\nDie Finanzm&auml;rkte durchleben die gravierendste Krise seit 1929. Doch Bahnchef Mehdorn will weiter an die B&ouml;rse und &ouml;ffentliches Eigentum f&uuml;r einen Spottpreis verscherbeln. Er wei&szlig;: Zieht er die Privatisierung jetzt nicht durch, droht das ganze unausgegorene Vorhaben zu kippen!<br>\nFinanzminister Steinbr&uuml;ck l&auml;sst jetzt offenbar ein Aussetzen der Bahn- Privatisierung pr&uuml;fen. Wir haben Chancen, den B&ouml;rsengang zu verhindern! Fordern Sie von Steinbr&uuml;ck und Verkehrsminister Tiefensee einen Stopp der Privatisierung!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.campact.de\/bahn\/home\">Campact<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschland im Bildungstief<\/strong><br>\nW&auml;hrend die Bundeskanzlerin durch die Lande tourte, um sich ein Bild von der deutschen Bildungslandschaft zu machen, erteilte der j&auml;hrlich erscheinende Bildungsbericht der OECD der Republik abermals schlechte Noten. Wie bereits in den Vorjahren attestierte die OECD einen drohenden Akademiker- und Fachkr&auml;ftemangel und kritisierte vor allem die niedrigen Bildungsausgaben: Lediglich 5,1 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts wende die Bundesrepublik f&uuml;r Bildung auf, im OECD-Durchschnitt seien es 6,1 Prozent. Noch deutlicher klafft die Schere auseinander, lenkt man den Blick auf den Anteil der Bildungs- an den Gesamtausgaben des Staates &ndash; hier stehen knapp zehn Prozent in der Bundesrepublik guten 13 im OECD-Durchschnitt gegen&uuml;ber.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=2935\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>Gysi im Rechtsstreit gegen ZDF erfolgreich<\/strong><br>\nIm Rechtsstreit mit dem ZDF hat Gregor Gysi einen Teilerfolg errungen. Der Sender hatte in einem Bericht behauptet, der heutige Linken-Fraktionschef habe zu DDR-Zeiten an die Stasi berichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Gregor-Gysi-Marianne-Birthler;art122,2627492\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Need a Job? $17,000 an Hour. No Success Required.<\/strong><br>\nNicholas Kristof von der New York Times schreibt &uuml;ber Vorstandsverg&uuml;tungen:<br>\n&bdquo;I&rsquo;m delighted to announce that Richard Fuld, the longtime chief of Lehman Brothers, is winner of my annual award for corporate rapacity and poor corporate governance.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2008\/09\/18\/opinion\/18kristof.html?ref=opinion\">The New York Times<\/a>\n<p><em>NDS-Unterst&uuml;tzer Roger Strassburg hat den Text f&uuml;r uns &uuml;bersetzt:<\/em><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/081006_Kristof-17000-dollar-an-hour-job.pdf\">&Uuml;bersetzung [PDF &ndash; 24 KB]<\/a><\/p><\/li>\n\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie Banken Anleger um ihr Erspartes brachten<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung fragw&uuml;rdiger amerikanischer Bilanzregeln<\/li>\n<li>EU uneins &uuml;ber Rettungspaket nach US-Vorbild<\/li>\n<li>Weltwirtschaft am Abgrund<\/li>\n<li>Mail-Aktion an Steinbr&uuml;ck und Tiefensee<\/li>\n<li>Deutschland im Bildungstief<\/li>\n<li>Gysi im Rechtsstreit gegen ZDF erfolgreich<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3491","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3491"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3491\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}