{"id":34938,"date":"2016-09-09T16:45:36","date_gmt":"2016-09-09T14:45:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34938"},"modified":"2021-05-12T12:26:20","modified_gmt":"2021-05-12T10:26:20","slug":"sind-der-westen-und-russland-in-gleicher-weise-schuld-an-der-neuen-konfrontation-und-an-einem-moeglichen-krieg-in-europa-ein-nachtrag-zu-restle-von-monitor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34938","title":{"rendered":"Sind der Westen und Russland in gleicher Weise schuld an der neuen Konfrontation und an einem m\u00f6glichen Krieg in Europa? Ein Nachtrag zu Restle von Monitor."},"content":{"rendered":"<p>Mein Beitrag &uuml;ber die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34868\">&bdquo;Friedensrede&ldquo; des Monitor-Chefs<\/a> hat viele Reaktionen ausgel&ouml;st: Mails an die NachDenkSeiten und eine Botschaft von Monitor-Moderator Georg Restle an mich auf der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/1147740755264863\">Facebook-Seite<\/a> von Monitor. In diesem Disput wird sichtbar, dass selbst Zeitgenossen, die wie Georg Restle f&uuml;r den Frieden eintreten, daran glauben, dass Russland (mindestens) genauso schuld sei am neu ausgebrochenen West-Ost-Konflikt wie die NATO und die USA.. Meines Erachtens ist das eine gef&auml;hrliche Fehleinsch&auml;tzung; die ungerechte Schuldzuweisung verharmlost das Treiben der USA und wird voraussichtlich zu einer Verh&auml;rtung auf russischer Seite f&uuml;hren. Das ist absehbar und k&ouml;nnte t&ouml;dlich enden. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7136\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-34938-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160912_Nachtrag_zu_Restle_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160912_Nachtrag_zu_Restle_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160912_Nachtrag_zu_Restle_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160912_Nachtrag_zu_Restle_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=34938-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160912_Nachtrag_zu_Restle_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160912_Nachtrag_zu_Restle_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Auch deshalb komme ich auf das Thema und auf den Disput in diesem Nachtrag noch einmal zu sprechen.<\/p><p>Der Moderator von Monitor spricht in seiner Entgegnung auf den NachDenkSeiten-Beitrag von &bdquo;expansiver Politik des russischen Pr&auml;sidenten&ldquo;. Auch mit dieser Formulierung hebt Georg Restle die Politik Russlands auf die gleiche Ebene wie jene der USA. Er unterstellt die gleichen imperialistischen Ziele. <\/p><p>Wir dokumentieren im Anhang B die an die NachDenkSeiten gerichteten Mails. Sie urteilen ziemlich verschieden, sind zugleich interessant. Deshalb werden nahezu alle wiedergegeben. Wer Zeit und Lust hat, m&ouml;ge sie lesen.<\/p><p>In vielen Mails wird an die Disputanten appelliert, wir &ndash; die NachDenkSeiten und Monitor &ndash; sollten doch am gleichen Strang ziehen. Bei vielen Themen geht das. Beim Thema Russland und dem neuen West-Ost-Konflikt wie &uuml;berraschenderweise auch bei einigen anderen Themen ist das schwierig. Ich will das zusammenfassend vorweg beschreiben und begr&uuml;nden:<\/p><ul>\n<li>Restle f&ouml;rdert die Aggression gegen Russland und personalisiert &ndash; nicht nur in seiner Rede in Aachen. Auf Putin dreinzuschlagen ist einf&auml;ltig, unfair und gef&auml;hrlich. Die NachDenkSeiten k&ouml;nnen und werden dabei nicht mitmachen.<\/li>\n<li>Monitor beteiligt sich mit dem Moderator Restle am gro&szlig; angelegten Versuch, auch Russland eine imperiale Politik zu unterstellen und neutralisiert damit die notwendige Kritik am Imperium USA.<\/li>\n<li>Der Moderator von Monitor beteiligt sich an der Kampagne gegen das zarte Pfl&auml;nzchen einer neuen Friedensbewegung &ndash; daran beteilige ich mich nicht, im Gegenteil: ich habe schon zweimal im Kontext der Demonstrationen gegen den Drohneneinsatz in Ramstein gesprochen.<\/li>\n<li>Restle beteiligt sich an der infam zu nennenden Querfront-Kampagne. Sollen die NachDenkSeiten mit Personen am gleichen Strick ziehen, die sich an einer clever ausgedachten Kampagne zur St&ouml;rung und Zerst&ouml;rung einer neuen Friedensbewegung beteiligen?<\/li>\n<\/ul><p>Im Anhang A sind einige wenige Dokumente und Texte angeh&auml;ngt und kommentiert, die das einschl&auml;gige Wirken des Monitor-Moderators Restle auch vor der Rede in Aachen zeigen.<\/p><p><strong>So viel zur Einf&uuml;hrung und jetzt im Einzelnen:<\/strong><\/p><p>Ich wiederhole dem Sinne nach, was im Vorl&auml;ufer-Artikel schon stand: Der Monitorchef hat in seiner Laudatio f&uuml;r den Aachener Friedenspreis engagiert f&uuml;r den Frieden gesprochen. Er hat nicht die falsche Parole verbreitet, wir im Westen seien die Guten. Das ist positiv zu bewerten und verdient Respekt und Anerkennung.<\/p><p>Er hat dann mit dem von mir zitierten Satz zu Putin gegen Ende seiner Rede signalisiert, die andere Seite sei genauso schlimm. Das Etikett f&uuml;r Putin lautete: &bdquo;aggressiv-expansiver Machtmensch&ldquo;. <\/p><p>Dieser Angriff wurde anders als bei den Klagen &uuml;ber die Kriege des Westens an einer Person festgemacht, an Putin. Wir wissen, wie stark Personalisierung wirkt. Das B&ouml;se wird an einer konkreten Person festgemacht und nicht allgemein an der NATO, am Westen, an den USA und so weiter.<\/p><p><strong>Bei dieser Art von Gedankenf&uuml;hrung und Argumentation bleibt h&auml;ngen: Beide sind schuld an der neuen Konfrontation zwischen West und Ost, an Krieg und an der Gewalt in der Welt.<\/strong><\/p><p>Restle schreibt in seiner Entgegnung auf Facebook denn auch, in seiner Rede sei es um eine &bdquo;radikal gedachte Idee vom Frieden&ldquo; gegangen, &bdquo;die immer weltoffen, immer universell ist &ndash; und die eben keinen Unterschied macht, ganz egal ob die Kriegsherren aus Washington, Berlin, Ankara oder Moskau kommen&ldquo;. Restle wirft mir vor, diesen Satz nicht zitiert zu haben. In der Tat h&auml;tte ich diesen Satz zitieren sollen, weil man daran sehr sch&ouml;n sichtbar machen kann, in welcher wunderbaren Welt der &Auml;quidistanz der Monitor Moderator lebt. Die Realit&auml;t sieht aber ganz anders aus.<\/p><p><strong>Solche sch&ouml;nen Spr&uuml;che werden der harten Realit&auml;t der Interventionskriege und der Politik der Destabilisierung ganzer Staaten und ihrer Zerst&ouml;rung nicht gerecht. Auch der wirkliche Ablauf der Geschichte in Europa, die Geschichte der Beendigung des Ost-West-Konflikts und der Wiederbelebung dieses gef&auml;hrlichen Konflikts wird in der Welt des Georg Restle in den Hintergrund gedr&auml;ngt und vergessen gemacht: <\/strong><\/p><p>Nach dem Fall der Mauer 1989 und dem Ende der Ost-West-Konfrontation waren sich die Verantwortlichen einig, <\/p><ul>\n<li>dass es keine Konfrontation mehr geben solle, <\/li>\n<li>dass wir in Europa einschlie&szlig;lich Russlands, das zu Europa geh&ouml;rt, unsere Sicherheit gemeinsam organisieren. &bdquo;<strong>Gemeinsame Sicherheit<\/strong>&ldquo; war das wegweisende Stichwort.<\/li>\n<li>Dass die NATO nicht &uuml;ber das Gebiet der DDR hinaus ausgedehnt werden sollte; die SPD schrieb sogar in ihr Berliner Grundsatzprogramm vom 20. Dezember 1989, dass die NATO wie der Warschauer Pakt aufgel&ouml;st werden sollte,<\/li>\n<li>dass abger&uuml;stet werden soll.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die USA schwenkten dann schon in den 1990er Jahren um. Die NATO wurde ausgeweitet &ndash; bis an die Grenzen Russlands. Die imperiale Neigung der USA war deutlich zu sp&uuml;ren und zu erfahren.<\/strong><\/p><p>Dazu gibt es &Auml;u&szlig;erungen von amerikanischen Strategen und angeblich gro&szlig;en Denkern wie&nbsp;Brzezinski&nbsp;und Dokumente. Zum Beispiel hat Willy Wimmer, der fr&uuml;here Parlamentarische Staatssekret&auml;r im Verteidigungsministerium (CDU) davon berichtet, dass Helmut Kohl als amtierender Bundeskanzler anfangs der 1990er beunruhigt war &uuml;ber die Absichten der USA. Wimmer hat zudem nach einer Konferenz des US-State Departments und des American Enterprise Instituts in Bratislava am 2. Mai 2000 einen alarmierenden Brief zur vorgesehenen Konfrontationslinie an der Grenze Russlands an den damals amtierenden Bundeskanzler Schr&ouml;der geschickt. (Siehe Anhang C.) Sein Bericht endet so:<\/p><p>&bdquo;Die amerikanische Seite scheint im globalen Kontext und zur Durchsetzung ihrer Ziele bewusst und gewollt die als Ergebnis von 2 Kriegen im letzten Jahrhundert entwickelte internationale Rechtsordnung aushebeln zu wollen. Macht soll Recht vorgehen. Wo internationales Recht im Wege steht, wird es beseitigt. Als eine &auml;hnliche Entwicklung den V&ouml;lkerbund traf, war der Zweite Weltkrieg nicht mehr fern. Ein Denken, das die eigenen Interessen so absolut sieht, kann nur totalit&auml;r genannt werden.&ldquo; <\/p><p>Die NATO hat ohne R&uuml;cksicht auf die Interessen Russlands im ehemaligen Jugoslawien einen v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg gef&uuml;hrt. Dieser war mit Menschenrechtsverletzungen begr&uuml;ndet worden, tats&auml;chlich war es ein machtpolitischer, imperialer Vorsto&szlig;. Sein Nebenzweck war die Gew&ouml;hnung der Bundeswehr an die milit&auml;rische Intervention au&szlig;erhalb des NATO-Bereichs. Und &uuml;brigens damit auch der Bruch des Rechts in Deutschland &ndash; die Bundeswehr sollte eigentlich der Verteidigung unseres Landes dienen. Mit den Bomben auf Belgrad wurde Deutschland nicht verteidigt.<\/p><p>Die USA haben einen Raketenabwehrschild in Polen und Rum&auml;nien zu bauen begonnen und teilweise fertiggestellt, begr&uuml;ndet mit der l&auml;cherlichen Behauptung, dieser sei als Abwehr gegen atomar best&uuml;ckte Raketen des Iran gedacht.<\/p><p>Jetzt werden sogar mit deutscher Beteiligung Man&ouml;ver in den baltischen Staaten und unmittelbar an der Grenze zu Russland abgehalten.<\/p><p>Der Westen und auch die NATO und die Europ&auml;ische Union sind in der Ukraine zum Systemwechsel angetreten. 5 Milliarden US-$ haben die USA dort zur Pflege von Lobby und &ouml;ffentlicher Meinung investiert, um auf diese Weise einen gew&auml;hlten, russlandfreundlichen Pr&auml;sidenten loszuwerden.<\/p><p><strong>&Uuml;berall war und ist sp&uuml;rbar, dass es um gro&szlig;e Interessen, um Rohstoffe und wirtschaftlichen Einfluss geht.<\/strong><\/p><p><strong>&Uuml;berall ist sp&uuml;rbar, dass es den USA darum geht, ihre Position als alleinige Weltmacht zu festigen.<\/strong><\/p><p><strong>Allzu oft ist sp&uuml;rbar, dass die R&uuml;stungswirtschaft Kriege braucht und dass sie unter Politikern und Politikerinnen und auch unter Journalisten willige Helfer findet.<\/strong><\/p><p>Zur Geschichte geh&ouml;rt auch, dass Russland versucht hat, die aufst&auml;ndischen Bewegungen wie etwa in Tschetschenien niederzuschlagen und dort wie auch in Georgien milit&auml;risch intervenierte. Die Intervention in Tschetschenien &ndash; zum Beispiel -kann man als Ausdruck imperialer Absichten interpretieren, man kann es auch als Versuch der Stabilisierung und des Zusammenhaltens einer sehr unterschiedlich bev&ouml;lkerten F&ouml;deration sehen. In jedem Fall war es auch von russischer Seite milit&auml;rische Gewalt und ist deshalb zu verurteilen. <\/p><p>Aber diese Vorg&auml;nge und Interventionen Russlands wie auch die Annexion der Krim auf die gleiche Ebene zu heben wie die imperialen Kriege der USA, wie z.B. die mit einer gro&szlig;en L&uuml;ge begr&uuml;ndete Intervention im Irak, die Intervention in Libyen, die De-Stabilisierung Syriens, die Ausdehnung der NATO, der Drohnenkrieg und der Raketenschirm in Polen und Rum&auml;nien &ndash; dies auf die Ebene der Interventionen Russlands zu heben, ist schon die hohe Kunst der Irref&uuml;hrung.<\/p><p>Wie es auch sei, mit Georg Restle von Monitor kann ich mich sofort darauf verst&auml;ndigen, dass Putin &ndash; wie er in Aachen sagte &ndash; kein Friedensf&uuml;rst ist. Aber die Feststellung, dass Putin kein Friedensf&uuml;rst ist, ist keine Rechtfertigung f&uuml;r die Streichung des Versuchs, in Europa eine Zone gemeinsamer Sicherheit zu schaffen und mit Russland so zusammenzuarbeiten wie das 1990 verabredet worden war. <\/p><p><strong>Wer in Putin den Gewaltt&auml;ter und Imperialisten sieht, verzerrt den Ablauf der Geschichte seit 1990.<\/strong><\/p><p><strong>Putin, der B&ouml;se! Das ist ein Musterbeispiel daf&uuml;r, dass die totale Manipulation heute m&ouml;glich ist. <\/strong><\/p><p><strong>Bei dieser Ausgangslage ist es dann, wenn man ausreichend Medienschaffende zur Verf&uuml;gung hat, die in das gleiche Horn blasen, m&ouml;glich, aus einer Person wie Putin das B&ouml;se an sich zu machen. Das ist fantastisch gelungen. <\/strong><\/p><p>Wenn Sie sich mit Leuten &uuml;ber Russland unterhalten und differenziert zu argumentieren versuchen, dann schallt es Ihnen an jeder zweiten Ecke entgegen: &sbquo;Aber der Putin!&lsquo;. &ndash; Es w&auml;re interessant zu erfahren, welche PR Agenturen und f&uuml;r wie viel Geld sie diese gro&szlig;e Leistung der Manipulation vollbracht haben.<\/p><p><strong>Sie haben es jedenfalls geschafft, dass in entscheidenden Phasen der j&uuml;ngeren Entwicklung Entlastendes f&uuml;r Russland und f&uuml;r Putin nicht zur Sprache gebracht wird, auch nicht von Monitor:<\/strong> Nicht das Werben Putins um Freundschaft mit Deutschland und dem Westen bei seiner Rede im Deutschen Bundestag am 25.9.2001 (Wortprotokoll <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/kulturundgeschichte\/geschichte\/gastredner\/putin\/putin_wort\/244966\">hier<\/a> und youtube <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9jyLQmyg9hs\">hier<\/a>, ab Minute drei auf Deutsch) &ndash; Nicht beachtet hat man <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/Sicherheitskonferenz\/2007-putin-dt.html\">Putins Rede bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz von 2007<\/a> . Sie war schon gezeichnet von Entt&auml;uschung &uuml;ber die Vorstellung des Westens von einer monopolaren Welt. &ndash; Die Rede des russischen Ministerpr&auml;sidenten in M&uuml;nchen wurde Anfang dieses Jahres von Deutschlands f&uuml;hrenden Medien in ihr Gegenteil verkehrt. (Siehe dazu Jens Berger am 15.2.2016 in den NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31281\">&bdquo;Wie unsere lieben &bdquo;Qualit&auml;tszeitungen&ldquo; Medwedews M&uuml;nchner Rede in ihr Gegenteil verdrehen&ldquo;<\/a>)<\/p><p>Jedenfalls ist heute nichts mehr geblieben vom Geist der Vers&ouml;hnungs- und Entspannungspolitik. Sie war gepr&auml;gt vom Geist der Verst&auml;ndigung, von aktiver, immer wieder versuchter Vertrauensbildung. Heute wird das Gegenteil gemacht. Heute wird Misstrauen ges&auml;t. Der Redaktionsleiter von Monitor beteiligt sich daran. Das ist zu kritisieren, trotz der sonstigen friedenspolitischen Bekenntnisse.<\/p><p><strong>Vom &bdquo;positiven Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo; zum &bdquo;negativen Wandel durch Konfrontation&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die Entspannungs- und Vertragspolitik, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass wir uns mit den V&ouml;lkern im Osten und S&uuml;dosten einschlie&szlig;lich Russlands nach dem zweiten Weltkrieg und nach dem Kalten Krieg vertragen haben, war auf einer strategischen &Uuml;berlegung gegr&uuml;ndet. Das ist bekannt. Die Formel lautete &bdquo;Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo;. Wir im Westen wollten uns mit denen im Osten vertragen und Spannungen abbauen, damit sich dort auch ein innerer Wandel zeigen kann. Diesen inneren Wandel gab es, auch in Russland. <\/p><p>Mit der neuen Konfrontation besteht die Gefahr, dass ganz andere Kr&auml;fte die Oberhand gewinnen. Personen, die sich darauf berufen k&ouml;nnen, dass Sich-mit-dem-Westen-vertragen nichts bringt, dass man aufr&uuml;sten muss, dass man mit aller Gewalt das nationale Bewusstsein sch&auml;rfen muss und sich ideologisch aufr&uuml;sten muss. Das ist genau die Entwicklung, die wir f&uuml;rchten m&uuml;ssen. <\/p><p>Georg Restle betont in seiner Antwort an mich, er habe anders als die meisten Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten l&auml;ngere Zeit in Moskau gelebt.. &ndash; Offenbar hat das Leben in Moskau jedoch ihn nicht zu der Einsicht gebracht, dass es schlimmere Alternativen als Putin geben k&ouml;nnte. Man muss deshalb seine Einlassungen als ziemlich blau&auml;ugig betrachten. Und eben als gef&auml;hrlich, weil kurzsichtig. Den Strategen der Entspannungspolitik, Willy Brandt und Egon Bahr und uns allen, die wir in den sechziger und siebziger Jahren f&uuml;r die Friedenspolitik und das Konzept der gemeinsamen Sicherheit in Europa gearbeitet haben, ist diese Blau&auml;ugigkeit abgegangen. Das unterscheidet uns heute noch von Strategen des Typs Restle.<\/p><p><strong>P.S.: Beim Pleisweiler Gespr&auml;ch am 2. Oktober setzen wir die Debatte fort. <\/strong><\/p><p><strong>Das Thema: Nie wieder Krieg &ndash; Wie s&auml;he eine vern&uuml;nftige Strategie im Umgang mit Russland aus? <\/strong><\/p><p>Zu Gast ist als Referent und Diskussionspartner Dr. Johannes Posth. Er war noch viel l&auml;nger in Moskau als Georg Restle und auch lange Zeit in Kiew t&auml;tig. Der Moderator von Monitor ist jedenfalls herzlich eingeladen, mit dazu zu kommen. Hier ist <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34400\">die Einladung<\/a>, die selbstverst&auml;ndlich f&uuml;r Sie alle gilt.<\/p><p><strong>Anlage A:<\/strong><\/p><p><strong>Georg Restle &ndash; der Redaktionsleiter von Monitor &ndash; hat pers&ouml;nlich am Feindbild Putin mit gemalt.<\/strong><\/p><p><strong>Zu einem Beitrag auf Phoenix vom 4.12.2011 gibt es leider nur den Programmtext und nicht mehr die Sendung.<\/strong> Aber schon dieser Programmtext zeigt, dass wir es hier nicht mit einer vorurteilsfreien Berichterstattung zu tun haben.<\/p><p><a href=\"http:\/\/programm.ard.de\/TV\/Programm\/Sender\/?sendung=287257280793709\">Hier<\/a>, die Ank&uuml;ndigung eines Beitrags vom 4.12.2011 bei Phoenix:<\/p><p>&bdquo;Im Dezember w&auml;hlen die Russen ein neues Parlament und die Welt schaut gebannt auf das Ergebnis. An der Wahl wird man die Zukunft des Landes ablesen k&ouml;nnen.<\/p><p>Die ARD-Korrespondenten Ina Ruck und Georg Restle liefern mit ihrer Dokumentation den Zustandsbericht eines Landes, das zwischen Terror im Kaukasus und der Politshow Putins gefangen ist. Parteitag von Russlands st&auml;rkster Partei &ldquo;Einiges Russland&rdquo;, im September wurde Pr&auml;sident Dmitri Medwedew (l) von Regierungschef Wladimir Putin zum Spitzenkandidaten f&uuml;r die Duma-Wahl ernannt.&ldquo;<\/p><p><strong>Das Folgende ist der Text zu einer Sendung von Monitor mit dem Titel:<\/strong><\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/interaktiv\/blog-putin-bomben-100.html%20\">&bdquo;Guter Putin, gute Bomben&rdquo;<\/a><\/strong><\/p><p>Von Georg Restle <\/p><p>vom 17.02.2016<\/p><p>Es rumort mal wieder kr&auml;ftig in deutschen Talkshows und sozialen Medien: Der Putin ist los &ndash; und die Halsschlagadern schwellen reflexartig, links und rechts des Mainstreams. Wobei erstaunlich bleibt, dass Anh&auml;nger von AfD und Linken sich hier selten einig scheinen: Putin als falschverstandener Friedensf&uuml;rst in Syrien, der alleine der Aggression des Westens und seiner Verb&uuml;ndeten trotzt, get&ouml;tete Zivilisten Nebensache.&ldquo;<\/p><p>Das ist typisch f&uuml;r die Manipulationsmethode, eine Geschichte verk&uuml;rzt zu erz&auml;hlen. Das geschieht regelm&auml;&szlig;ig bei Berichterstattungen und Kommentierungen zum schrecklichen Krieg in Syrien: Die Vorgeschichte, die Intervention der Saudis, der T&uuml;rkei und der USA und damit das &Ouml;l f&uuml;r das Feuer eines B&uuml;rgerkrieges und f&uuml;r den Terror wird weggelassen. Die Erz&auml;hlung der Geschichte beginnt mit der milit&auml;rischen Intervention Russlands. Das ist typisch f&uuml;r die &uuml;bliche Debatte um diesen Konflikt. <\/p><p>Es gibt gl&uuml;cklicherweise andere Dokumente wie etwa die &Auml;u&szlig;erungen des j&uuml;ngeren Kennedy &uuml;ber die Entstehung jenes Konfliktes. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32261\">Hier<\/a> dokumentieren wir den entsprechenden Text.<\/p><p><strong>Und hier noch etwas, an dem sichtbar wird, dass der Redaktionsleiter von Monitor sich in die Querfrontkampagne und die Diffamierung der Friedensbewegung als Veranstaltung von Verschw&ouml;rungstheoretikern eingebaut hat.<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber die Demonstration mit dem Namen &bdquo;Friedenswinter&ldquo; vom 13.12.2014 spricht er nach, was seine Kollegen von der Frankfurter Rundschau, der Zeit, der TAZ und der Berliner Zeitung, Spiegel Online und Tagesspiegel aufgeschrieben haben. Wir haben auf den NachDenkSeiten damals auf die Redner Eugen Drewermann und Daniela Dahn aufmerksam gemacht und Fotos von der Demonstration gebracht und damit belegt, dass die Vorw&uuml;rfe, diese Friedensbewegung habe mit Rechten zusammengearbeitet, schlicht erfunden war. Ich habe mich dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24298\">hier<\/a> ge&auml;u&szlig;ert. Einen weiteren Bericht und Plakate der Demonstration vom 13. Dezember finden Sie auf den NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24712\">hier<\/a>. Georg Restle garniert seine nicht belegten Angriffe mit wunderbaren Worten. Siehe hier: <\/p><p>&bdquo;<a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/interaktiv\/blog-friedenswinter100.html\">Friedenswinter und Verschw&ouml;rungsphantasien<\/a>&ldquo;<\/p><p>Den Bewunderern der Laudatio von Aachen ist anzuraten, den vorigen Link zu &ouml;ffnen, den Text zu lesen und sich dann auch noch die Rede von Drewermann anzuh&ouml;ren. Siehe <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mSP3wUEm8rw\">hier<\/a>. Dann werden Sie ein bisschen besser verstehen, warum mich die Geschichte um die Rede Georg Restles in Aachen und auch manche Kommentare so sehr besch&auml;ftigen.<\/p><p><strong>Anlage B:<\/strong><\/p><p>Mails von Leserinnen und Lesern zum Beitrag in den NachDenkSeiten &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34868\">die Friedensrede von Georg Restle, Monitor<\/a> <\/p><p>Wir bringen nahezu alle Mails und unzensiert, mit Initialen, wenn nicht ausdr&uuml;cklich angegeben worden ist, dass wir den Namen nennen d&uuml;rfen.<\/p><ol>\n<li>&bdquo;Friedensrede&ldquo; des Monitor-Chefs Restle<br>\nSehr geehrter Herr M&uuml;ller,&nbsp;Ihrer Anregung folgend m&ouml;chte ich mich zur Laudatio von Herrn Restle &auml;u&szlig;ern. Im Gro&szlig;en und Ganzen finde ich die Beitr&auml;ge bei Monitor &nbsp;von Herrn Restle objektiv und ausgewogen. Leider scheint aber auch jetzt bei ihm eine gewisse automatische Anpassung in Richtung negativer Argumentation nach Russland in Personifizierung &bdquo;Putin&ldquo; statt zu finden. Dies bin ich bereits von Kontrovers, Quer und Panorama u.a. gew&ouml;hnt. Nachdem er am Anfang noch wie beil&auml;ufig in einer kurzen Abfolge von den Kriegsherren in Washington spricht und gezielt Moskau am Ende nennt, erfahren wir von den USA als weltweiten Aggressor und Terrorverbreiter in der weitern Rede nichts. Daf&uuml;r muss zur Ablenkung mehrmals, aber zu Recht die NATO als Pr&uuml;gelknabe herhalten. Die Erw&auml;hnung der &Uuml;bungsstadt &bdquo;Schn&ouml;ggersburg&ldquo; ist wichtig und richtig, aber warum h&ouml;ren wir nichts von Rammstein? Da ist, wie interessierte Menschen mittlerweile wissen, der &bdquo;Dreh und Angelpunkt&ldquo; f&uuml;r weltweite Drohnenmorde ohne Gerichtsurteil mit permanenten unschuldigen Opfern. Nachdem Herr Restle sich ausgiebig und berechtigt &uuml;ber die fatale Entwicklung in der T&uuml;rkei und die Ausf&auml;lle des Herrn Erdogan ge&auml;u&szlig;ert hatte, w&auml;re eine &auml;hnliche Aufz&auml;hlung zu Saudi-Arabien oder auch den USA nicht ganz verkehrt gewesen. Auch die Aufr&uuml;stungsspirale sowie die Modernisierung der Atomraketen in der Eifel werden beil&auml;ufig und wie selbstverst&auml;ndlich, ohne Nennung der USA als treibende und ausf&uuml;hrende Kraft erw&auml;hnt! Als besonders perfide empfinde ich daher auch den Angriff auf Herrn Putin kurz vor Ende der Laudatio.<br>\nIhn als aggressiv-expansiven Machtmenschen zu bezeichnen ist schon etwas schizophren. Aggressiv und expansiv kann man seit Jahrzenten die Politik der USA bezeichnen und sollte dies daher auch fairer Weise tun. Dies verpasst oder vermeidet Herr Restle leider und betreibt daher auch die Ausweitung des West-Ost-Konfliktes und reiht sich in die Reihe der &bdquo;L&uuml;ckenpresse&ldquo; ein, die durch das Weglassen bekannter Tatsachen eine andere Sicht der Dinge erzeugt.<br>\n&Uuml;brigens war eine &auml;hnliche Diffamierung von Herrn Putin vor kurzem der Aufmacher von &bdquo;Welt der Wunder&ldquo;. Er wird dort als Psychopath bezeichnet. Der Titel lautet: &bdquo;Psychopathen der Weltgeschichte&ldquo; und als Erg&auml;nzung &bdquo;Wenn eine Gehirnanomalie m&auml;chtige Menschen zu Monstern macht&ldquo;. Ich habe eine Mail mit diesem Beitrag im August an Herrn Berger geschickt.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIngo K.<\/li>\n<li>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\nliebes Nachdenkseiten-Team,<br>\n&nbsp;<br>\nSie baten um Reaktionen auf Ihren Artikel zur Friedenspreis-Rede von Georg Restle. Mein Ergebnis vorweg: Ich denke ich muss Ihnen hier ausnahmsweise mal widersprechen. Auch wenn ich Ihren Analysen praktisch immer zuzustimmen vermag, f&uuml;rchte ich, dass Sie in diesem konkreten Fall &uuml;ber das Ziel hinausschie&szlig;en.<br>\n&nbsp;<br>\nInsbesondere treibt mich die Sorge um, dass Sie hier einen unn&ouml;tigen Bruch mit (anderen) progressiven Kr&auml;ften verursachen und sprichw&ouml;rtlich das Kind mit dem Bade aussch&uuml;tten. Ich kann hier nur eine ganz gro&szlig;e Bitte an Sie richten: Verteufeln Sie nicht aufrichtige Progressive, mit denen man f&uuml;r die gute Sache streiten k&ouml;nnte, blo&szlig; weil diese nicht (wie Sie und ich) den vollst&auml;ndigen Durchblick haben und daher (in einzelnen Punkten) (noch) dem Mainstream hinterherlaufen, weil sie von diesem indoktriniert sind. Das hei&szlig;t nicht, dass Sie zu jedem Gut-Freund sein sollen, der vordergr&uuml;ndig auch progressive Versatzst&uuml;cke verwendet, blo&szlig; um tats&auml;chlich die neoliberale Linie durchzusetzen (z.B. Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung, u.&auml;.); bei solchen F&auml;llen bin ich froh, dass Sie dies mit klaren Worten ansprechen. Ich hoffe nur, dass Sie dabei nicht &uuml;ber das Ziel hinausschie&szlig;en und solche F&auml;llen abzugrenzen verm&ouml;gen gegen&uuml;ber solchen, bei denen ganz &uuml;berwiegend vern&uuml;nftige Positionen vertreten werden und nur gelegentlich (wo die Propaganda dann doch wirkt) der Mainstream durchschl&auml;gt.<br>\n&nbsp;<br>\nGenau dies (letzteres) scheint mir sehr eindeutig bei Restle der Fall zu sein. Wenn ich die Rede lese, kann ich mir beim besten (oder schlimmsten?)&nbsp;Willen nicht vorstellen, dass die ganze Rede nur dazu dienen soll, einen Rahmen zu schaffen, um mit einem kurzen Satz dann Putin zu verdammen. Konkret: Wo im Mainstream finden Sie denn Formulierungen wie hier, die von den Kriegsherren (auch) aus Washington und Berlin sprechen, die offen aussprechen, dass es der Bundesregierung in Afghanistan nicht um Frieden geht, der ganz entschieden der Propaganda widerspricht, dass Kriege Frieden bringen, der anspricht, dass Kriege nur den (politischen) Eliten dienen, der anspricht, dass Kriege dazu dienen, um deutsche Wirtschaftsinteressen und die deutsche Exportorientierung zu sichern und Rohstoffe zu erk&auml;mpfen, der darauf hinweist, dass der Terror vom Westen strategisch genutzt wird, der sich klar nicht nur gegen TTIP, sondern auch gegen CETA stellt usw. &ldquo;Die neue Rolle Deutschlands in der Welt, sie definiert sich danach vor allem milit&auml;risch.&rdquo; &ndash; so spricht niemand, der eigentlich nur seine kriegstreibende Botschaft gegen Russland unterbringen will, so spricht ein wahrer Progressiver &ndash; der lediglich in diesem einen Punkt verblendet ist. Doch das sollte kein Anlass f&uuml;r Fundamentalkritik an dieser Stimme sein, sondern eher f&uuml;r Detailkritik nach der Sorte &ldquo;Selbst die vern&uuml;nftigsten Stimmen k&ouml;nnen mitunter falsch liegen&rdquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nAbgrenzung zu echten Kriegstreibern ist wichtig, gemeinsames Streiten (auch bei gewissen Abweichungen) aber auch &ndash; f&uuml;r eine Politik innerhalb der SPD bef&uuml;rworten Sie dies doch auch immer (&ldquo;getrennt marschieren, vereint schlagen&rdquo;). Machen Sie sich bitte nicht Verb&uuml;ndete zu Gegner, das k&ouml;nnen wir uns einfach nicht leisten &ndash; es gibt schon wenig genug Verb&uuml;ndete.<br>\n&nbsp;<br>\nSch&ouml;ne Gru&szlig;<br>\nJan T.<\/li>\n<li>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nzu Ihrem heutigen Beitrag in den NDS m&ouml;chte ich bemerken, dass Georg Restle&nbsp;kurz nach&nbsp;dem Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine (Flug MH 17) in einer TV-Sendung behauptete, dass kein Zweifel daran best&uuml;nde, dass Putin hinter diesem &ldquo;Anschlag&rdquo; st&uuml;nde. Das war ein Wermutstropfen in meiner ansonsten positiven Einstellung gegen&uuml;ber Herrn Restle, dessen kritischen Beitr&auml;gen in der Sendung MONITOR&nbsp;ich&nbsp;meistens nur zustimmen konnte. Bis dato ist ja nicht gekl&auml;rt, wer oder was die Maschine zum Absturz brachte. Seine Haltung ist deshalb f&uuml;r mich v&ouml;llig unverst&auml;ndlich.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en\n<p>Gertrude F.<\/p><\/li>\n<li>Sehr gesch&auml;tzter Herr M&uuml;ller,\n<p>in Ihrem heutigen Beitrag auf den NDS stellen sie bez&uuml;glich der Laudatio beim Aachener Friedenspreis von Herrn Restle folgende Fragen:<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Was w&uuml;rden Sie f&uuml;r die bessere und treffsichere Erkl&auml;rung halten? Alibi oder Verbreitung und Vertiefung der Aggression und damit ein Beitrag zum Aufbau eines neuen West-Ost-Konfliktes?&ldquo;<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe daraufhin die Verlinkung zu dieser Rede unter dem Gesichtspunkt Ihrer Fragen genutzt und die Laudatio zweimal gelesen. Ich komme nicht umhin, Ihnen eine gewisse Irritation mitzuteilen. <\/p>\n<p>Es liegt mir fern die Intention mit dieser Laudatio von Herrn Restle zu interpretieren, ich halte mich daher einfach einmal an den Text und versuche zwischen den Zeilen m&ouml;glicherweise noch einen Subtext zu finden. F&uuml;r mich ist nicht der Hinweis auf Putin die entscheidende Botschaft, sondern die folgenden Zeilen:<\/p>\n<p><strong>Selten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Deutschland sich in einem solchen Ausma&szlig; mitschuldig gemacht am Leiden und Sterben von Menschen, die Opfer geworden sind von geopolitischen Planspielen, und auch vom neuen Gr&ouml;&szlig;enwahn einer deutschen Au&szlig;enpolitik, die neue St&auml;rke vor allem milit&auml;risch definiert.<\/strong><\/p>\n<p>So etwas habe ich in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien selten oder bisher gar nicht gelesen oder geh&ouml;rt. Auch wenn diese Zeilen f&uuml;r kritische NDS-Leser nichts Neues bedeuten, sind sie f&uuml;r einen &ouml;ffentlich-rechtlichen Journalisten beachtens- und bemerkenswert! Einfach aus dem Grund, weil die Aussage stimmt! Herr Restle erw&auml;hnt die aus europ&auml;ischer Sicht im Moment wichtigsten Krisenherde und weist auf die Zusammenh&auml;nge und Verantwortung der bundesdeutschen und der Nato-Politik hin. Dar&uuml;ber hinaus erw&auml;hnt er auch noch die klerikal-faschistische Diktatur der Saudis als &bdquo;zuverl&auml;ssigen&ldquo; Partner des Westens und der Nato. Insgesamt tadelt oder verurteilt er auf &uuml;ber 2500 Worten den aufkommenden rechten Nationalismus und die wachsende Aufr&uuml;stung und appelliert an den Widerstand aus den Reihen der Zivilbev&ouml;lkerung.<\/p>\n<p>Wenn ich mich nicht verz&auml;hlt habe, gebraucht er 33 Worte, um davor zu warnen, den &bdquo;Friedensf&uuml;rsten&ldquo; Putin &bdquo;auf dem Leim zu gehen&ldquo;. (Wir sollten versuchen, niemanden auf dem Lein zu gehen) Das ist gemessen an der Menge des &uuml;brigen Textes doch viel zu wenig, um daraus die vermeintliche Botschaft &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns vor Putin sch&uuml;tzen&ldquo; oder so &auml;hnlich zu entnehmen. Aus meiner Sicht sind die Zeilen &uuml;ber Putin ein Bruch der inneren Logik dieses Textes und scheinen mir tats&auml;chlich nachtr&auml;glich eingeschoben zu sein. Ob die Zeilen &uuml;ber Putin die Meinung von Herrn Reste sind oder eine freiwillige Selbstzensur oder irgendein Vorgesetzter aus dem Bereich der ARD dies veranlasst hat, will ich nicht spekulieren. F&uuml;r m&ouml;glich halte ich durchaus alles. <\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde meine Meinung dazu noch einmal &uuml;berdenken, wenn Herr Restle bei der Aufz&auml;hlung der Krisenherde auch die Ukraine mit einbezogen h&auml;tte, was er aber nicht getan hat. Insofern gibt die aus meiner Sicht aggressive Formulierung gegen&uuml;ber Putin in diesem Gesamttext zus&auml;tzlich wenig Sinn und wirkt etwas fehl am Platz. (Vielleicht ist es die m&ouml;gliche Angst vor der Reaktion auf seinen Text, unbedingt auch etwas kritisches &uuml;ber Putin anzubringen? Wir sind es ja leider gewohnt und darauf gedrillt, immer alles m&ouml;glich ausgewogen und nicht einseitig zu sehen.)<\/p>\n<p>Ich sehe bei aller M&uuml;he keine beabsichtigte &bdquo;innere Mobilmachung&ldquo; gegen Russland in der Laudatio. Ganz im Gegenteil! Ich halte diesen Text f&uuml;r beachtenswert und im positiven Sinn f&uuml;r zitierf&auml;hig. Wir sollten uns daran gew&ouml;hnen, dass wir aus dem &ouml;ffentlichen-rechtlichen Bereich der Medien zwischen den Zeilen zu lesen lernen und dass z.B. die Laudatio von Restle vielen Menschen auch schon viel zu weit geht. Dazu hier ein Kommentar (bisher der einzige!) von der WDR-Seite zu dieser Laudatio: <\/p>\n<p><strong>Neuester Kommentar von &ldquo;Ansgar&rdquo;, heute, 09:52 Uhr: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Harter Toback. Soll ein Journalist im Nebenberuf Agitator sein? Vielleicht schon, aber dann geh&ouml;rt das nicht aufs Blog eines &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Senders. <\/strong><\/p>\n<p>Solange Herr Restle solche Reden schreibt, hat er aus meiner Sicht eher (kritische) Unterst&uuml;tzung und Respekt als verbale Haue verdient. Ich glaube, dass kritische Journalisten mit guten Texten die Unterst&uuml;tzung der &Ouml;ffentlichkeit ben&ouml;tigen, damit sie nicht in totaler Selbstzensur verfallen.<\/p>\n<p>Mit den besten W&uuml;nschen und Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n<p>Claus H&uuml;bner<\/p>\n<p>P.S.: Wenn Sie es wollen, kann meine Email mit Namensnennung gerne ver&ouml;ffentlicht werden.<\/p><\/li>\n<li>Lieber Herr M&uuml;ller,\n<p>ich habe die Rede von G. Restle nur gelesen. Man kann an der Beschreibung, dass Putin ein aggressiv-expansiver Machtmensch sei, Ansto&szlig; nehmen. Fragt sich nur, warum? Ein Friedensf&uuml;rst ist er sicher nicht. Ein schon lange hier lebender Freund aus Syrien, berichtete mir vor einigen Tagen, dass die russische Armee im Verbund mit der syrischen Armee, Fassbomben und Napalm in Syrien eingesetzt habe. Ob das verifizierbar ist, wei&szlig; ich nicht. Aber, dass die russische Luftwaffe in Syrien dazu beitr&auml;gt, die Stadt Aleppo in Schutt und Asche zu Bomben, kann bei aller kritischen Vorsicht gegen&uuml;ber der Medienberichterstattung, als gesichert gelten. Die Kriegsf&uuml;hrung der russischen Armee unter der politischen F&uuml;hrung Putins im Tschetschenien-Krieg, und der &ldquo;Einflu&szlig;&rdquo; russischer Kombattanten in den milit&auml;rischen Gefechten in der Ost-Ukraine (soweit wir dar&uuml;ber tats&auml;chlich aufgekl&auml;rt werden), lassen ebenfalls keinen Willen der russischen Regierung zur Deeskalation erkennen. Wenn ich mich an der Formulierung, dass Putin ein aggressiv-expansiver Machtmensch sei, sto&szlig;e, dann will ich eine Diskussion &uuml;ber sein politisches Gebaren vermeiden. Das ist angesichts des Krieges in Syrien und dem bewaffneten Konflikt in der Ost-Ukraine, aber nicht opportun. Wenn die amerikanische Kriegsf&uuml;hrung &ndash; und die der beteiligten europ&auml;ischen Armeen &ndash;&nbsp; zu Recht kritisiert wird, dann mu&szlig; der angewandte Ma&szlig;stab daran auch f&uuml;r die russische Kriegsf&uuml;hrung gelten. G. Restle hat m.E. eine gute Laudatio gehalten und ist seinem journalistischen Anspruch treu geblieben. Ob seine &Auml;u&szlig;erung &uuml;ber Putin der Versuch einer Manipulation ist, wage ich zu bezweifeln. Ob die Gespr&auml;che auf dem G-20-Gipfel zwischen Putin und Obama zur L&ouml;sung der genannten Kriege beitr&auml;gt, bleibt eine offene Frage. <\/p>\n<p>Herzlichen Gru&szlig; <\/p>\n<p>Ansgar L.<\/p><\/li>\n<li>Sehr geehrter Herr Albrecht M&uuml;ller,\n<p>da Sie in Ihrem Kommentar zur Friedensrede des Herrn Restle zu Leserreaktionen aufrufen, m&ouml;chte ich Ihnen gerne meine Eindr&uuml;cke von dieser Rede mitteilen.<\/p>\n<p>Die Ausf&uuml;hrungen von Herrn Restle haben mich &auml;u&szlig;erst beeindruckt, und ich fragte mich bei der Lekt&uuml;re mehrfach, warum die von ihm formulierten Feststellungen noch nicht einmal in Ans&auml;tzen in der medialen Berichterstattung angesprochen werden.<\/p>\n<p>Die Bev&ouml;lkerung h&auml;tte eigentlich das Recht, diese Zusammenh&auml;nge h&auml;ufig und klar erkl&auml;rt zu bekommen. <\/p>\n<p>Die Anmerkung in der Rede gegen Ende, wo sich der Redner auf Putin bezieht, f&auml;llt in der rhetorischen Gestaltung in der Tat etwas aus dem Konzept der sonstigen Aussagen heraus.<\/p>\n<p>Der Redner vermeidet weitgehend personalisierende Schuldzuweisungen, spricht lieber von der NATO, der Bundesregierung oder der t&uuml;rkischen Regierung statt konkret Verantwortliche zu kritisieren. Dann pl&ouml;tzlich der Name Putin ist auffallend.<\/p>\n<p>Die Motive f&uuml;r diese Formulierung lassen sich, denke ich nur schwer erahnen. Vor allem m&ouml;chte ich dem Redner nicht unterstellen wollen, dass dies seine Hauptbotschaft ist.<\/p>\n<p>Wenn ich &uuml;berhaupt spekulieren wollte, w&uuml;rde ich eher vermuten, dass er sich nach all seiner Kritik an der westlichen Politik und speziell der Politik der Bundesregierung nicht dem Vorwurf ausgesetzt sehen will, einseitige Schuldzuweisungen vorzunehmen und auf dem russischen Auge blind zu sein. Die Art der Formulierung ist dann vielleicht den sprachlichen Gepflogenheiten der letzten Monate geschuldet.<\/p>\n<p>Keinesfalls sollte deshalb aber m.E. der Wert der Rede insgesamt in Zweifel gezogen werden.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n<p>Manfred C.<\/p><\/li>\n<li>WDR Rede<br>\nAuch hier kein Wort gegen die Kanzlerin.<br>\n&nbsp;<br>\nR. beklagt die R&uuml;stungsexporte, die Aufr&uuml;stung, die &Uuml;bungsstadt f&uuml;r den B&uuml;rgerkrieg,&nbsp;<br>\njedoch kein Sterbensw&ouml;rtlein gegen die Kanzlerin , die sich hinter den Ministern verbirgt .<br>\nDie ist au&szlig;en vor. Wenn das die F&uuml;hrerin w&uuml;&szlig;te &hellip;<br>\nGru&szlig; Gr.<\/li>\n<li>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\nsehr geehrter Herr A. M&uuml;ller, &nbsp;\n<p>auf Ihre Frage nach meinem Eindruck m&ouml;chte ich antworten:<\/p>\n<p>G&uuml;nter Gaus hat bereits in den sp&auml;ten 70-er Jahren das Bild vom Gr&uuml;&szlig;en des Gesslerhutes gepr&auml;gt, also dass Politiker glauben, betonen zu m&uuml;ssen, auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stehen, bevor sie etwas freieres sagen k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Die Frage &ldquo;Wie h&auml;ltst du es mit Putin?&rdquo; ist sp&auml;testens seit Herbst 2014 zu <em>der<\/em> Gretchenfrage der dt. Au&szlig;enpolitik geworden. Damals r&uuml;ckte der scheidende langj&auml;hrige Chefredakteur Robert Leicht den Bundesau&szlig;enminister a.D. Genscher &ouml;ffentlich in die N&auml;he altersbedigter Unzurechnungsf&auml;higkeit, als dieser sich f&uuml;r Geduld und ein gewisses Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Politik Russlands aussprach [Zeit online, 22.09.2014]. Eine ungeheure Anma&szlig;ung. &nbsp;<br>\nLeider war ich bei der Rede im Aachener Rathaus nicht dabei. Aus der Ferne und nach Durchlesen der Rede:<br>\nGeorg Restle ist weder ein Kind, noch ein Narr, noch alt noch journalistisch unabh&auml;ngig. Seine Rede enth&auml;lt sehr, sehr viel Gutes, und er hat den hier mit Recht aufgegriffenen Holzbalken wohl mit Absicht ausgelegt, quasi als Gru&szlig; des Gesslerhutes oder als Versicherung. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>MfG, Bernd W.<\/p><\/li>\n<li>Hallo, lieber Herr M&uuml;ller,<br>\nhabe die Rede gelesen, h&auml;tte ich nicht gewusst, auf was ich achten sollte, h&auml;tte ich es &uuml;berlesen.<br>\n&nbsp;<br>\nBeim 3.Mal lesen meine ich, es ist bei allem Eifer, den die Rede ausstrahlt, keine gegen den Krieg und keine f&uuml;r den Frieden. Er ist ein Mitl&auml;ufer und wollte agitieren.<br>\nAlso: Manipulation mit Hilfe dieser doppelz&uuml;ngigen Rede. W&auml;re er eindeutiger gewesen mit den Stich-Worten: Neoliberalismus frisst alle auf, sogar die Gehirne der Elite, w&auml;re er authentischer gewesen.&nbsp; Das was der Mann sagte, wei&szlig; Merkel auch.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd &ndash; er hat keinen sofortigen Stopp der Kriege gefordert. Er hat &uuml;berhaupt keine Namen genannt, also keinen Adressaten, womit die Rede eine Rede f&uuml;r die Luft war.<br>\n&nbsp;<br>\nBeste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nKarola S.<\/li>\n<li>Hallo liebe Redaktion der NDS,<br>\nich m&ouml;chte meine Meinung zur o.g. Friedensrede kurz &auml;u&szlig;ern:<br>\nF&uuml;r mich ist die Rede bis auf den Putinabsatz brillant und sehr aussagef&auml;hig, so dass es f&uuml;r mich in dem bewussten Absatz kein Manipulationsziel stecken kann, sondern fremd- oder eigenbestimmt dieser Absatz eher zum Erreichen einer vermeintlichen &bdquo;Ausgewogenheit&deg; eingef&uuml;gt wurde.<br>\nEr bricht m.E. auch nicht mit der Gesamtaussage des Textes zur fragw&uuml;rdigen Politik unserer Bundesregierung.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en und weiter so!<br>\nIhr U.L.<\/li>\n<li>Liebes Redaktions-Team,\n<p>nachdem ich die Erwiderung von Georg Restle auf Facebook gelesen habe, habe ich auch seine vollst&auml;ndige Laudatio gelesen. Diese veranlasst mich dann doch, mich ebenfalls zu &auml;u&szlig;ern:<\/p>\n<p>Georg Restle hat in seiner Laudatio das viele Unrecht auf unsere Mutter Erde und die zahlreichen Kriegsbestrebungen beim Namen genannt. Dabei hat er niemanden geschont und auch die T&auml;ter beim Namen genannt. Den einen, zitierten Satz zu Putin die &ldquo;hohe Kunst der Manipulation&rdquo; zu bezeichnen, halte ich f&uuml;r sehr &uuml;berheblich und unsachlich. Ich denke, dass Ihr hier &uuml;bers Ziel hinausgeschossen seid. Georg Restle hat seine Erwiderung schon auf Facebook ge&auml;u&szlig;ert. Ich hoffe und w&uuml;nsche, dass sich daraus keine gegenseitigen Vorw&uuml;rfe der Meinungs-Manipulation entwickeln, sondern eine fruchtbare, engagierte und sachliche Auseinandersetzung, was jeder von uns &ndash; gleich in welcher Weise &ndash; zur Friedensgestaltung beitragen kann. Und wirklich etwas beitragen k&ouml;nnen wir nur vor der eigenen Haust&uuml;re.<\/p>\n<p>Aus Georg Restles Laudatio m&ouml;chte ich einen Satz hervorheben, der es mir wesentlich mehr wert ist, sich dar&uuml;ber &ouml;ffentlich Gedanken zu machen und um L&ouml;sungen zu ringen: &ldquo;<strong>Diese Republik braucht eigentlich eine starke Friedensbewegung.<\/strong>&rdquo; Mit Georg Restle (Monitor) und den Nachdenkseiten und ihren Lesern begegnen sich Menschen, die politisch im selben Boot sitzen. Lasst uns deshalb den Aufruf der Nachdenkseiten nicht zu gegenseitigen Manipulations-Vorw&uuml;rfen nutzen, sondern dazu, unser Boot schneller, zielsicherer und erfolgreicher als bisher mit gemeinsamer Kraft in Richtung Frieden zu steuern!<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nGerhard Hallstein<\/p><\/li>\n<li>Zum Artikel &ldquo;Der doppelte Biss der NachDenkSeiten &ndash; erl&auml;utert an der Analyse einer &bdquo;Friedensrede&ldquo; des Monitor-Chefs Restle&rdquo; (Albrecht M&uuml;ller, 5.9.2016):\n<p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p>\n<p>ich finde es gut, dass Sie darauf aufmerksam machen, dass eine Rede ein Trojanisches Pferd sein kann. In der Tat ist die kritische Stelle etwas merkw&uuml;rdig und somit ein Beispiel f&uuml;r ein m&ouml;gliches (!) Trojanisches Pferd. Warum ist Putin der einzige &ldquo;b&ouml;se&rdquo; Politiker, der mit Namen genannt wird? Aber: <\/p>\n<p>(Es folgen ein paar spontane &Uuml;berlegungen, die keinen Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit oder Ordnung haben. Sie sind vielleicht auch nicht bis ins letzte Detail durchdacht. Wenn, dann nur anonym zitieren!) <\/p>\n<p>1.) Halten Sie Putin f&uuml;r einen &ldquo;neuen Friedensf&uuml;rsten&rdquo;? Ist Putin kein &ldquo;Machtmensch&rdquo;? Halten Sie Putin f&uuml;r &ldquo;nicht aggressiv&rdquo;? Ich bin jetzt in der Weltpolitik nicht so bewandert wie Sie, aber einen lupenreinen Pazifisten oder einen zweiten Mahatma Gandhi erkenne ich in Putin nicht &mdash; genauso wenig wie in Obama, Merkel, Hollande&hellip; <\/p>\n<p>Ihrem Text zufolge haben weder Sie noch Ihre Freundin Ansto&szlig; an der Formulierung &ldquo;Kriegsherren aus Washington, Berlin, Ankara oder Moskau&rdquo; genommen. Mit &ldquo;Kriegsherr aus Moskau&rdquo; kann ja nur Putin gemeint sein. Ist ein Kriegsherr nicht automatisch &ldquo;aggressiv&rdquo;, selbst wenn er sich\/sein Land &ldquo;nur&rdquo; verteidigt? <\/p>\n<p>Im Fremdw&ouml;rterduden hei&szlig;t es unter &ldquo;Aggression&rdquo;: &ldquo;1. rechtswidriger Angriff auf ein fremdes Staatsgebiet, Angriffskrieg. 2. [affektbedingtes] Angriffsverhalten, feindselige Haltung eines Menschen oder eines Tieres als Reaktion auf eine wirkliche oder vermeintliche Minderung der Macht mit dem Ziel, die eigene Macht zu steigern oder die Macht des Gegners zu mindern&rdquo;. Unter &ldquo;aggressiv&rdquo; hei&szlig;t es: &ldquo;1. angriffslustig, herausfordernd, 2. r&uuml;cksichtslos, 3. [Materialien] angreifend&rdquo;. <\/p>\n<p>Aber ich f&uuml;rchte, das l&auml;uft auf eine Wortklauberei hinaus, die uns nicht weiterbringt. Auch das W&ouml;rtchen &ldquo;expansiv&rdquo; lie&szlig;e sich er&ouml;rtern. <\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde Georg Restles Formulierung nicht als &ldquo;aggressiv&rdquo; bezeichnen. <\/p>\n<p>2.) Man kann in jeder Suppe ein Haar suchen wollen und dann &ldquo;Hurra!&rdquo; schreien, wenn man ein Staubkorn gefunden hat. <\/p>\n<p>3.) Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. <\/p>\n<p>4.) Es ist Spekulation und damit einigerma&szlig;en m&uuml;&szlig;ig zu &uuml;berlegen, welches die &ldquo;bessere und treffsichere Erkl&auml;rung&rdquo; ist. Fragen Sie doch den Redner: Inwiefern h&auml;lt er Putin f&uuml;r aggressiv und expansiv? Wer will Putin zu einem &ldquo;neuen Friedenf&uuml;rsten&rdquo; machen? Wie findet der Redner die NATO-Osterweiterung(spolitik)? H&auml;lt er diese nicht auch f&uuml;r aggressiv und expansiv? <\/p>\n<p>5.) Wie diese einzelne fragw&uuml;rdige\/missverst&auml;ndliche\/uneindeutige Formulierung eine Aggression vertiefen und zum Aufbau des Ost-West-Konflikts beitragen kann, kann ich nicht erkennen, wenn man in Betracht zieht, dass die Kritik des Redners am Militarismus &uuml;berwiegt. Wenn es sich um ein Trojanisches Pferd handeln sollte, ist es ein schlechtes, das sich selbst ins Knie schie&szlig;t. <\/p>\n<p>&hellip;<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nA. R.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Anhang C:<\/strong><\/p><p>Willy Wimmer, Mitglied des Bundestages,<br>\nVorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Niederrhein,<br>\nVizepr&auml;sident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE<\/p><p><strong>Herrn Gerhard Schr&ouml;der, MdB,<\/strong><br>\n<strong>Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland,<\/strong><br>\n<strong>Bundeskanzleramt, Schlossplatz 1, 10178 Berlin<\/strong><br>\n<strong>Berlin, den 02.05.00<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,<\/p><p>am vergangenen Wochenende hatte ich in der slowakischen Hauptstadt Bratislava Gelegenheit, an einer gemeinsam vom US-Au&szlig;enministerium und American Enterprise Institute (au&szlig;enpolitisches Institut der republikanischen Partei) veranstalteten Konferenz mit den Schwerpunktthemen Balkan und NATO-Erweiterung teilzunehmen.<\/p><p>Die Veranstaltung war sehr hochrangig besetzt, was sich schon aus der Anwesenheit zahlreicher Ministerpr&auml;sidenten sowie Au&szlig;en- und Verteidigungsminister aus der Region ergab. Von den zahlreichen wichtigen Punkten, die im Rahmen der vorgenannten Themenstellung behandelt werden konnten, verdienen es einige, besonders wiedergegeben zu werden:<\/p><ol>\n<li>Von Seiten der Veranstalter wurde verlangt, im Kreise der Alliierten eine m&ouml;glichst baldige v&ouml;lkerrechtliche Anerkennung eines unabh&auml;ngigen Staates Kosovo vorzunehmen.<\/li>\n<li>Vom Veranstalter wurde erkl&auml;rt, dass die Bundesrepublik Jugoslawien au&szlig;erhalb jeder Rechtsordnung, vor allem der Schlussakte von Helsinki, stehe.<\/li>\n<li>Die europ&auml;ische Rechtsordnung sei f&uuml;r die Umsetzung von NATO-&Uuml;berlegungen hinderlich. Daf&uuml;r sei die amerikanische Rechtsordnung auch bei der Anwendung in Europa geeigneter.<\/li>\n<li>Der Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien sei gef&uuml;hrt worden, um eine Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gr&uuml;nden dort nachgeholt werden m&uuml;ssen.<\/li>\n<li>Die europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten h&auml;tten beim Krieg gegen Jugoslawien deshalb mitgemacht, um de facto das Dilemma &uuml;berwinden zu k&ouml;nnen, das sich aus dem im April 1999 verabschiedeten &ldquo;Neuen Strategischen Konzept&rdquo; der Allianz und der Neigung der Europ&auml;er zu einem vorherigen Mandat der UN oder OSZE ergeben habe.<\/li>\n<li>Unbeschadet der anschlie&szlig;enden legalistischen Interpretation der Europ&auml;er, nach der es sich bei dem erweiterten Aufgabenfeld der NATO &uuml;ber das Vertragsgebiet hinaus bei dem Krieg gegen Jugoslawien um einen Ausnahmefall gehandelt habe, sei es selbstverst&auml;ndlich ein Pr&auml;zedenzfall, auf den sich jeder jederzeit berufen k&ouml;nne und auch werde.<\/li>\n<li>Es gelte, bei der jetzt anstehenden NATO-Erweiterung die r&auml;umliche Situation zwischen der Ostsee und Anatolien so wiederherzustellen, wie es in der Hochzeit der r&ouml;mischen Ausdehnung gewesen sei.<\/li>\n<li>Dazu m&uuml;sse Polen nach Norden und S&uuml;den mit demokratischen Staaten als Nachbarn umgeben werden, Rum&auml;nien und Bulgarien die Landesverbindung zur T&uuml;rkei sicherstellen, Serbien (wohl zwecks Sicherstellung einer US-Milit&auml;rpr&auml;senz) auf Dauer aus der europ&auml;ischen Entwicklung ausgeklammert werden.<\/li>\n<li>N&ouml;rdlich von Polen gelte es, die vollst&auml;ndige Kontrolle &uuml;ber den Zugang aus St. Petersburg zur Ostsee zu erhalten.<\/li>\n<li>In jedem Prozess sei dem Selbstbestimmungsrecht der Vorrang vor allen anderen Bestimmungen oder Regeln des V&ouml;lkerrechts zu geben.<\/li>\n<li>Die Feststellung stie&szlig; nicht auf Widerspruch, nach der die NATO bei dem Angriff gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gegen jede internationale Regel und vor allem einschl&auml;gige Bestimmungen des V&ouml;lkerrechts versto&szlig;en habe.<\/li>\n<\/ol><p>Nach dieser sehr freim&uuml;tig verlaufenen Veranstaltung kommt man in Anbetracht der Teilnehmer und der Veranstalter nicht umhin, eine Bewertung der Aussagen auf dieser Konferenz vorzunehmen.<\/p><p><strong>Die amerikanische Seite scheint im globalen Kontext und zur Durchsetzung ihrer Ziele bewusst und gewollt die als Ergebnis von 2 Kriegen im letzten Jahrhundert entwickelte internationale Rechtsordnung aushebeln zu wollen. Macht soll Recht vorgehen. Wo internationales Recht im Wege steht, wird es beseitigt. Als eine &auml;hnliche Entwicklung den V&ouml;lkerbund traf, war der Zweite Weltkrieg nicht mehr fern. Ein Denken, das die eigenen Interessen so absolut sieht, kann nur totalit&auml;r genannt werden.<\/strong><\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>W. Wimmer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Beitrag &uuml;ber die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34868\">&bdquo;Friedensrede&ldquo; des Monitor-Chefs<\/a> hat viele Reaktionen ausgel&ouml;st: Mails an die NachDenkSeiten und eine Botschaft von Monitor-Moderator Georg Restle an mich auf der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/1147740755264863\">Facebook-Seite<\/a> von Monitor. In diesem Disput wird sichtbar, dass selbst Zeitgenossen, die wie Georg Restle f&uuml;r den Frieden eintreten, daran glauben, dass Russland (mindestens) genauso schuld sei<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34938\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,170,11],"tags":[1572,1120,1645,1426,462,1268,1937,466,652,1939,915,1534,906,1418,1961,259,1553,260,1556,1089],"class_list":["post-34938","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-friedenspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-abruestung","tag-friedensbewegung","tag-georgien","tag-hegemonie","tag-jugoslawien","tag-kalter-krieg","tag-militaermanoever","tag-nato","tag-pleisweiler-gespraech","tag-post-johannes","tag-putin-wladimir","tag-querfront","tag-ruestungsindustrie","tag-regime-change","tag-restle-georg","tag-russland","tag-syrien","tag-ukraine","tag-usa","tag-wimmer-willy"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34938"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72363,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34938\/revisions\/72363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}