{"id":35011,"date":"2016-09-15T11:24:24","date_gmt":"2016-09-15T09:24:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35011"},"modified":"2016-09-16T08:03:43","modified_gmt":"2016-09-16T06:03:43","slug":"die-spd-koennte-ceta-stoppen-sie-muesste-es-nur-wollen-inkl-zweier-wichtiger-dokumente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35011","title":{"rendered":"Die SPD k\u00f6nnte CETA stoppen &#8230; sie m\u00fcsste es nur wollen (inkl. zweier wichtiger Dokumente)"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn dies kaum so deutlich formuliert wird: der kommende Montag wird in welcher Form auch immer ein historischer Tag f&uuml;r Deutschland. Am Montag trifft sich der kleine SPD-Parteitag, der sogenannte <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/partei\/parteikonvent-2016\/\">Parteikonvent<\/a> und wird unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit die Position zum Freihandelsabkommen CETA <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34949\">beschlie&szlig;en<\/a>. Leider besteht jedoch kaum Hoffnung darauf, dass die SPD zur Vernunft kommt. Am Samstag finden jedoch noch in sieben <a href=\"http:\/\/www.ttip-demo.de\/home\/\">deutschen St&auml;dten<\/a> Gro&szlig;demonstrationen statt. Vielleicht k&ouml;nnen Millionen Demonstranten ja doch noch den einen oder anderen Delegierten daran erinnern, wo er eigentlich politisch stehen sollte und wo er jetzt steht. Im Anhang finden Sie zwei wichtige Dokumente. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_321\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-35011-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160915_SPD_koennte_CETA_stoppen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160915_SPD_koennte_CETA_stoppen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160915_SPD_koennte_CETA_stoppen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160915_SPD_koennte_CETA_stoppen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=35011-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160915_SPD_koennte_CETA_stoppen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160915_SPD_koennte_CETA_stoppen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Zum Hintergrund lesen Sie bitte den am Montag erschienenen Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34949\">CETA auf dem Parteikonvent: H&auml;lt sich die SPD an die eigenen roten Linien?<\/a>&ldquo; von unserem Gastautoren Thorsten Wolff<\/p><p>Um die aktuelle Gemengelage kurz und b&uuml;ndig zusammenzufassen: CETA ist mittlerweile ausverhandelt und wartet darauf, verabschiedet zu werden. Im ersten Schritt muss CETA auf europ&auml;ischer Seite vom Ministerrat der EU verabschiedet werden. Danach muss das Europ&auml;ische Parlament das Vertragswerk noch abnicken &ndash; dies ist jedoch gem&auml;&szlig; der Zahl der Mandate nur eine Formsache, denn sowohl die Konservativen als auch die Liberalen und Teile der Sozialdemokraten werden ohnehin f&uuml;r CETA stimmen. Gem&auml;&szlig; der Rechtsauffassung der EU-Kommission kann CETA jedoch bereits vor der parlamentarischen Abstimmung &bdquo;vorl&auml;ufig&ldquo; in Kraft gesetzt werden. Als &bdquo;endg&uuml;ltig verabschiedet&ldquo; w&uuml;rde CETA erst dann gelten, wenn es von allen nationalen Parlamenten der EU-Staaten verabschiedet w&uuml;rde &ndash; doch das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34121\">wird ohnehin nicht passieren<\/a>, was aber auch ziemlich egal ist. Denn theoretisch und praktisch kann CETA bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag &bdquo;vorl&auml;ufig&ldquo; in Kraft sein, ohne dass dies irgendetwas &auml;ndern w&uuml;rde und r&uuml;ckg&auml;ngig k&ouml;nnte dies nur durch ein einstimmiges Votum im EU-Ministerrat gemacht werden. Auch dies wird es so nie geben. CETA darf also als verabschiedet gelten, wenn der EU-Ministerrat dem Abkommen zustimmt und dies soll offenbar noch in diesem Monat geschehen.<\/p><p>Die CDU ist f&uuml;r CETA, bei der SPD ist der Parteivorstand &ndash; mit einer einzigen Gegenstimme &ndash; auch daf&uuml;r, die Basis hat jedoch Bedingungen gestellt; Bedingungen, die laut mehreren wissenschaftlichen Gutachten beim aktuellen Vertragsentwurf nicht eingehalten werden. Nach wie vor ist hier vor allem das Thema &bdquo;Investorenschutz&ldquo; und &bdquo;Schiedsgerichte&ldquo; der gr&ouml;&szlig;te Zankapfel. Ob der aktuelle Entwurf die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34949\">roten Linien<\/a> des Parteitages &uuml;berschreitet und ob Sigmar Gabriel mit einer Unterschrift im Ministerrat damit ebenfalls eine rote Linie &uuml;berschreitet &ndash; um diese Frage wird es beim Parteikonvent gehen.<\/p><p>Die Taktik der Parteispitze ist ebenso klar wie perfide. Ginge es nach Gabriel, Schulz, Steinmeier und Co. wird der Konvent Minister Gabriel empfehlen, im Ministerrat f&uuml;r CETA zu stimmen, um dann im Rahmen der parlamentarischen Debatte im Europ&auml;ische Parlament &bdquo;n&ouml;tige Nachbesserungen&ldquo; umzusetzen. Dabei wissen die Parteigranden nur allzu genau, dass dies nicht geschehen wird, da es im Parlament eine klare Mehrheit f&uuml;r den Vertragsentwurf in der aktuellen Form gibt. Wenn irgendwer die jetzige Version aufhalten und Nachbesserungen verlangen kann, dann ist dies einzig und allein der Ministerrat, in dem Sigmar Gabriel als deutscher Vertreter eine im doppelten Sinne gewichtige Rolle innehat. W&uuml;rde die SPD ihre Zustimmung zu CETA in der jetzigen Form verweigern, w&uuml;rde eine Patt-Situation zwischen SPD und CDU vorliegen und Gabriel m&uuml;sste sich gem&auml;&szlig; des Koalitionsvertrags bei der Abstimmung enthalten. Damit w&auml;re CETA erst einmal gestoppt.<\/p><p>Es ist vollkommen klar, dass der wirtschaftsliberale und mittlerweile auch arbeitgebernahe SPD-Vorstand CETA auf Biegen und Brechen gegen die Interessen der W&auml;hler und gegen den ausdr&uuml;cklichen Willen der Parteibasis durchdr&uuml;cken will. Daf&uuml;r ist CETA f&uuml;r die Wirtschaftsbosse dies- und jenseits des Atlantiks einfach zu wichtig. Vier Landesverb&auml;nde haben sich bereits klar gegen die Position des Parteivorstands ausgesprochen. Es ist also noch ein F&uuml;nkchen Hoffnung am Horizont. Vielleicht beginnt die Zukunft der SPD ja am n&auml;chsten Montag?<\/p><p>Um dem Konvent und auch allen anderen Entscheidungstr&auml;gern ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen, kommen die am Samstag stattfindenden Gro&szlig;demonstrationen gegen TTIP und CETA nat&uuml;rlich wie gerufen. In Berlin, Frankfurt, Hamburg, K&ouml;ln, Leipzig, M&uuml;nchen und Stuttgart werden Hunderttausende Menschen auf die Stra&szlig;e gehen. Bitte nehmen auch Sie an den Demonstrationen teil!<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/WHpXOjPiKW8\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Anhang 1: <a href=\"#anhang_1\" name=\"note_1\">Ein offener Brief des SPD-Mitglieds J&uuml;rgen Schmid an die zust&auml;ndigen Parteigremien<\/a><\/p><p>Anhang 2: <a href=\"#anhang_2\" name=\"note_2\">&bdquo;CETA ist das Messer an der Kehle der Sozialdemokratie&ldquo; vom SPD-Mitglied Hans-Georg Tillmann<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><a href=\"#note_1\" name=\"anhang_1\"><\/a><strong>OFFENER BRIEF zum Beschlussvorschlag des SPD-Parteivorstands zum CETA-Abkommen<\/strong><\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br>\nes steht wieder ein Parteikonvent an, der sich mit CETA befasst. Diesmal liegt der endg&uuml;ltige Vertragstext vor, auch in Deutsch. Vermutlich hat niemand von uns die 1600 Seiten vollst&auml;ndig gelesen, aber es sind inzwischen zahlreiche Gutachten und Stellungnahmen zum aktuellen Text verf&uuml;gbar, die es erlauben, sich eine fundierte abschlie&szlig;ende Meinung zu diesem Vertrag zu bilden.<\/p><p>Nach meiner Einsch&auml;tzung werden die Bedingungen an ein Freihandelsabkommen, wie sie auf dem Parteikonvent 2014 und dem Parteitag 2015 formuliert wurden, bei weitem nicht erf&uuml;llt.<br>\nDiese Meinung wird im Grunde auch vom Parteivorstand geteilt. Zumindest sind wesentliche Punkte, die nach wie vor im Widerspruch zu den Beschl&uuml;ssen der SPD stehen auch im Beschluss vom 5.9. benannt. Dennoch empfiehlt der Parteivorstand dem CETA-Abkommen im EU-Ministerrat zuzustimmen und verweist auf die M&ouml;glichkeit, im anschlie&szlig;enden parlamentarischen Prozess die kritischen Punkte zu heilen.<\/p><p>Damit streut der Parteivorstand den Delegierten und auch der &Ouml;ffentlichkeit Sand in die Augen. Zum einen ist die Kommission nach wie vor der Meinung, dies sei im juristischen Sinn <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-16-2371_de.htm\">kein gemischtes Abkommen<\/a>, weiterhin hat die Kommission erkl&auml;rt, das Abkommen vor der Befassung nationaler Parlamente vorl&auml;ufig in Kraft zu setzen, damit aber gilt das Abkommen v&ouml;lkerrechtlich. Der Handelsministerrat, dem auch Genosse Gabriel angeh&ouml;rt, wird sich im September befassen, endg&uuml;ltig wird dann der Rat der europ&auml;ischen Union im Oktober &uuml;ber das in Kraft treten entscheiden. Das EU Parlament wird gar keine Zeit mehr haben, substanzielle &Auml;nderungen vorzuschlagen, zudem haben die Konservativen die Mehrheit im Parlament.<\/p><p>Die einzige Institution, die CETA stoppen oder verbessern kann, ist der Ministerrat. Wenn der Parteikonvent am 19.09. dem Vorschlag des Parteivorstands zustimmt, dann wird CETA in der jetzigen Form mit all den Folgen, die weiter unten kurz beschrieben werden, in Kraft treten. Das m&uuml;ssen die Delegierten wissen.<\/p><p>Nun kurz zum Antrag des Parteivorstands:<\/p><p>In der Einleitung werden die Ziele f&uuml;r einen fairen und gerechten Welthandel dargelegt. Alle Ziele die dort formuliert sind, sind zutiefst sozialdemokratisch. Als da sind: das Primat der Politik, den Kapitalismus einhegen, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit vorantreiben, F&ouml;rderung des Verbraucher- und des Umweltschutzes und soziale Sicherheit. All das sind gute und richtige sozialdemokratische Forderungen &ndash; nur mit CETA und TTIP haben sie nichts zu tun. CETA ist ein umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen, kein Verbraucher- oder Umweltschutzabkommen, auch kein Abkommen zur St&auml;rkung von Arbeitnehmerrechten. Im Gegenteil, mit M&uuml;he und Not werden die ILO-Regeln als anzustrebender Mindeststandard festgelegt, diese erreichen nat&uuml;rlich bei weitem nicht das Niveau europ&auml;ischer Arbeitnehmerrechte. Der f&uuml;r Europa wichtige Vorsorgeansatz (also wir tun etwas, bevor der Schaden eingetreten ist) taucht auf den ganzen 1600 Seiten nicht ein einziges Mal auf.<\/p><p>CETA will den Freihandel vorantreiben. Dazu werden die Z&ouml;lle weitgehend abgeschafft, CETA will weitere Wirtschaftszweige f&uuml;r private Investoren &ouml;ffnen, das schlie&szlig;t die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge in weiten Teilen mit ein, CETA verbietet, bis auf ganz wenige Ausnahmen, durch sog. Sperrklinkenklauseln (Ratchet-Clause) die Rekommunalisierung bereits privatisierter Bereiche.  Und CETA schafft  f&uuml;r Unternehmen ein Sonderrecht, entgangene Gewinne vor internationalen Schiedsgerichten einzuklagen. Umwelt- und Verbrauchersch&uuml;tzer, Gewerkschaften einzelne Arbeitnehmer aber auch Staaten bleiben au&szlig;en vor und haben so gut wie keine M&ouml;glichkeiten gegen international agierende Konzerne vorzugehen.<\/p><p>Das Zielformulierung ist also nur die wei&szlig;e Salbe auf die geschundene sozialdemokratische Seele.<\/p><p>Der ISDS Mechanismus (Schiedsgerichte) ist nach wie vor Bestandteil des CETA-Abkommens. Die EU konnte zwar erreichen, wie im Antrag auch dargestellt, dass die Schiedsrichter in einem transparenteren Verfahren bestimmt werden, eine Berufungsinstanz ist ebenfalls zugestanden worden, aber es bleibt bei der Tatsache, dass Unternehmen eine eigene Gerichtsbarkeit zugestanden wird, mittels der sie gegen nationale und EU-Entscheidungen klagen k&ouml;nnen. Angesichts der zahlreichen unbestimmten Rechtsbegriffe in CETA er&ouml;ffnet sich hier ein weites Handlungsfeld f&uuml;r internationale Anwaltskanzleien.<\/p><p>Substanziell sind die erreichten Verbesserungen aber nicht. Die <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/12379.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung<\/a> kommt in ihrem Gutachten daher auch zum Schluss, dass sich die jetzt implementierten Regelungen nicht wesentlich von den bisherigen unterscheiden und keinen ausreichenden Schutz vor Klagen auf Schadensersatz wegen Arbeits-, Sozial- oder Umweltgesetzen bieten. Die Klausel zum Recht auf Regulierung (&bdquo;right to regulate&ldquo;) sei zudem zu vage. Auch in der jetzigen Fassung werden Unternehmen Sonderrechte einger&auml;umt, mit deren Hilfe Staaten zu hohen Schadensersatzzahlungen verpflichtet werden k&ouml;nnen, wenn sie durch gesetzliche Regelungen die Profiterwartungen von Unternehmen schm&auml;lern<br>\nDie regulatorische Kooperation ist ein zentraler Bestandteil des CETA Abkommens. Sie findet sich in allen wichtigen Kapiteln, gerade auch in den wichtigen Kapiteln zur Arbeit und Umwelt. Im Rahmen der regulatorischen Kooperation sollen Gesetzesvorhaben auf ihre Vereinbarkeit mit den Grunds&auml;tzen des Abkommen, also den Liberalisierungsvorgaben, gepr&uuml;ft werden, lange bevor sie in der parlamentarischen Beratung Eingang finden. Diese Vorpr&uuml;fung erfolgt durch die Exekutive und durch Interessenvertreter (Lobbyisten), die bei Bedarf hinzugezogen werden k&ouml;nnen. Das EU-Parlament, das ohnehin nur eingeschr&auml;nkt legislativ handeln darf, w&uuml;rde damit als gesetzgebende Instanz weiter marginalisiert. Es ist weiterhin ein st&auml;ndiger Handelsausschuss, dem die beiden Handelsminister\/-kommissare vorsitzen, vorgesehen, der Streitfragen, wie z. B. unpr&auml;zise Rechtsbegriffe, verbindlich entscheiden kann. Durch diese regulatorische Kooperation wird das Parlament weiter entmachtet, die Exekutive  &uuml;bernimmt gesetzgeberische Funktionen.<br>\nDas Vorsorgeprinzip, das im europ&auml;ischen Arbeits-, Verbraucherschutz und der Umweltpolitik eine zentrale Rolle spielt, wird im ganzen Vertragstext nicht erw&auml;hnt. Durch dieses Prinzip ist es in Europa m&ouml;glich, gesetzliche Schutzma&szlig;nahmen auch in solchen F&auml;llen  zu ergreifen, in denen eine konkrete Gefahr noch nicht eindeutig beweisbar ist. Beispielsweise sind in Europa viele Schadstoffgrenzwerte niedriger angesetzt, als &ldquo;wissenschaftlich&rdquo;, im Sinne einer direkten Sch&auml;digung beweisbar. Zudem k&ouml;nnen in Europa Stoffe verboten werden, die &bdquo;nur&ldquo; mit hoher Wahrscheinlichkeit sch&auml;dlich sind. F&uuml;r ein Verbot oder eine Beschr&auml;nkung bedarf es keines wissenschaftlichen Beweises.<\/p><p>In den USA und auch in Kanada ist dies anders. Beschr&auml;nkungen oder Verbote sind erst m&ouml;glich, wenn die Sch&auml;dlichkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. So ist Asbest, trotz mehrfacher Zusagen Kanadas es zu verbieten, dort immer noch erlaubt.<\/p><p>Die USA und Kanada verfolgen das Prinzip des wissenschaftlichen Beweises. Es ist zun&auml;chst alles erlaubt, erst wenn die Sch&auml;dlichkeit eines Stoffes nachgewiesen wird, kann er verboten werden. Im Gegenzug sind dann aber auch die Haftungsregeln f&uuml;r die Unternehmen wesentlich sch&auml;rfer als im europ&auml;ischen Raum.<br>\nWie oben bereits beschrieben, wird das Vorsorgeprinzip im gesamten Vertrag nicht erw&auml;hnt. Daf&uuml;r findet sich an mehreren Stellen das Prinzip der wissenschaftlich gesicherten Erkenntnis (Artikel 24.8 oder 25.4). In beiden Artikeln wird dargelegt, dass Beschr&auml;nkungen und Verbote i.d.R. nur auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse erlassen werden, nur als Ausnahme und in besonders schwerwiegenden F&auml;llen wird im zweiten Absatz (Art. 24.8. (2)) eine Abweichung von diesen Prinzip zugestanden.<\/p><p>Damit wird der Schwerpunkt ganz eindeutig in Richtung der angels&auml;chsischen Rechtsauffassung verschoben. Verbote und Beschr&auml;nkungen hormon&auml;hnlich wirkender Substanzen, wie z. B. vieler Weichmacher, w&auml;ren damit in Zukunft nur noch ganz schwer begr&uuml;ndbar. Und gegen solche Beschr&auml;nkungen k&ouml;nnten Unternehmen mit guten Aussichten auf Erfolg vor den internationalen Schiedsgerichten klagen.<\/p><p>Der Schutz der Daseinsvorsorge hat f&uuml;r uns h&ouml;chste Priorit&auml;t, schreibt der Parteivorstand. Sch&ouml;n &ndash; er erkennt auch an, dass der Negativlistenansatz problematisch ist, weil nur die Dienstleistungen vom Privatisierungszwang ausgenommen, die explizit in Anhang II genannt sind. Und dabei bel&auml;sst es der Parteivorstand.<\/p><p>Die Sache ist aber ein bisschen komplizierter, wie auch das lange unter Verschluss gehaltene Gutachten der Baden-W&uuml;rttembergischen Landeregierung (Zitat) belegt. Dort steht auf S. 22 unten &bdquo;CETA stellt den Bereich der mitgliedsstaatlichen Daseinsvorsorge nicht umfassend frei&ldquo;. Letztendlich entstehen die Unsch&auml;rfen aus der Definition &ouml;ffentlicher Dienstleistungen, die sich stark an die WTO-Regeln anlehnen und diese teilweise erweitern. F&uuml;r die &ouml;ffentliche Dienstleistung m&uuml;ssen zwei Bedingungen erf&uuml;llt sein: zum einen darf die &ouml;ffentliche Hand nicht &bdquo;kommerziell&ldquo;, wirtschaftlich&ldquo; oder &bdquo;gewinnstrebend&ldquo; agieren, zum anderen darf sich die &ouml;ffentliche Dienstleistung nicht in einem Feld abspielen, in dem &bdquo;privater Wettbewerb&ldquo; existiert. Stadtwerke, die aus ihren Gewinnen andere &ouml;ffentliche Bereiche quersubventionieren, w&auml;ren nach dieser Definition als erste von einem Privatisierungszwang bedroht.<\/p><p>Privatisierungszwang entsteht auch, wenn wie in Baden-W&uuml;rttemberg oft der Fall, Private an &ouml;ffentlichen Dienstleistungen beteiligt sind. Auch die zweite Bedingung der Wettbewerbsfreiheit ist problematisch, denn es geht nicht darum, ob tats&auml;chlich Wettbewerb herrscht, sondern ob er theoretisch m&ouml;glich w&auml;re. Das Bauen von Autobahnen ist sicher ein Monopol, aber der Betrieb kann ohne weiteres im Wettbewerb erfolgen.<\/p><p>An der Negativliste ist insbesondere problematisch, dass nur die Dienstleistungen in der dort definierten Form ausgenommen sind. Die Wassergewinnung ist ausgenommen, aber was ist wenn Wasser und Abwasser gemeinsam in einem kommunalen Eigenbetrieb betrieben werden? Was ist mit neuen Dienstleitungsmonopolen? Um mal etwas k&uuml;hn zu sein: Die Google Suchmaschine ist eine Art Suchmonopol. Ein Privatkonzern mit seinen geheimen Algorithmen bestimmt, was die B&uuml;rger dieser Welt im Internet finden und an welcher Stelle die Suchergebnisse angezeigt werden. Sollte jemand auf die Idee kommen, eine &ouml;ffentlich-rechtliche Suchmaschine zu etablieren, w&auml;re dies zumindest f&uuml;r die EU und Kanada verboten.<\/p><p>Aus unserer Sicht sind die Themen Daseinsvorsorge, Entscheidungsfreiheit der Parlamente und Sonderrechte zur Sicherung von entgangenen Profiten extrem problematisch. Eine sozialdemokratische Partei kann gerade angesichts der instabilen Lage der EU nicht einem Abkommen zustimmen, das das Primat der Politik weiter zugunsten von Markt- und Profitinteressen zur&uuml;ckdr&auml;ngt. Dieser Vertrag st&auml;rkt die Position gro&szlig;er internationaler Unternehmen nicht nur durch das Instrument der Schiedsgerichte, sondern gew&auml;hrt ihnen &uuml;ber die regulatorische Zusammenarbeit weitere M&ouml;glichkeiten Gesetze zu beeinflussen, das Vorsorgeprinzip, eine ganz wichtige Errungenschaft der EU, steht auf der Kippe und bisher gesch&uuml;tzte Bereiche der Daseinsvorsorge werden privaten Investoren ge&ouml;ffnet.<\/p><p>J&uuml;rgen Schmid<br>\nMitglied im SPD Kreisvorstand Stuttgart<br>\nMitglied im Regionalvorstand Region Stuttgart<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><a href=\"#note_2\" name=\"anhang_2\"><\/a>Anhang 2: <strong>&bdquo;CETA ist das Messer an der Kehle der Sozialdemokratie&ldquo; vom SPD-Mitglied Hans-Georg Tillmann<\/strong><\/p><p>CETA ist das Messer an der Kehle der Sozialdemokratie.<\/p><p>Sind wir Sozis wirklich so d&auml;mlich, den finalen Schnitt selbst zu besorgen?<\/p><p>Wie wollt Ihr &uuml;berhaupt noch Politik zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit machen, wenn &uuml;ber Allem das Damoklesschwert der Milliardenklagen der Investoren und Spekulanten schwebt?<\/p><p>Warum akzeptiert Ihr die verfassungswidrige (GG: &bdquo;ALLE Staatsgewalt geht vom Volke aus.&rdquo;)?<\/p><p>Beschr&auml;nkung des Rechts zur Gesetzgebung auf nur noch 7 Bereiche, zu denen weder die Steuer, noch die Kultur noch die Wissenschaft noch die Arbeitnehmerrechte noch eine Vielzahl anderer elementarer Bereiche staatlicher Gewalt geh&ouml;ren?<\/p><p>Warum seid ihr bereit zu akzeptieren, dass dieser zurechtgestutzte, demokratische Zwerg nicht einmal in den verbleibenden 7 Reservaten das Sagen hat, sondern nur f&uuml;r &ldquo;legitime politische Ziele&rdquo;, die definiert werden von f&uuml;rchterlichen &ldquo;Richtern&ldquo;?<\/p><p>Warum seid Ihr bereit, Euch dem Diktat von &ldquo;Richtern&rdquo; zu unterwerfen, die das zwingende Gebot der Unabh&auml;ngigkeit mit F&uuml;&szlig;en treten und nach demselben Prinzip funktionieren wie Prostituierte: Je mehr Kundschaft kommt, desto h&ouml;her ist ihr Verdienst (Grundgehalt 2.000,&ndash; &euro; pro Monat &ndash; f&uuml;r jeden weiteren Sitzungstag ca. 3.000,&ndash; &euro;, also 60.000,&ndash; &euro; pro Monat)?<\/p><p>Merkt Ihr denn nicht, dass diese &ldquo;Richter&rdquo;, die Staaten und ihre B&uuml;rger so oft wie m&ouml;glich zu m&ouml;glichst hohen Milliardenzahlungen verurteilen m&uuml;ssen, damit sie immer gut zu tun haben und 60.000,&ndash; &euro; pro Monat verdienen, statt der mickrigen 2.000,&ndash; &euro; falls sie die Klagen abweisen und keiner mehr kommt?<\/p><p>Merkt Ihr denn nicht, dass diese &ldquo;Richter&rdquo; aus demselben Lager kommen (Erfahrung im Internationalen Handelsrecht), wie die Investoren und Spekulanten?<\/p><p>Merkt Ihr denn nicht, dass diese &ldquo;Richter&rdquo; sp&auml;ter wieder in dieses Lager zur&uuml;ckgehen werden, da sie nicht auf Lebenszeit ernannt werden, sondern nur f&uuml;r 6 Jahre mit einer weiteren Verl&auml;ngerungsm&ouml;glichkeit um 6 Jahre und sie anschlie&szlig;end wieder einen Job f&uuml;r 60.000,&ndash; &euro; p.m. suchen m&uuml;ssen?<\/p><p>Gibt es denn im staatlichen Bereich entsprechende Stellen f&uuml;r 60.000,&ndash; &euro; im Monat oder streben die wohl an, wieder im Lager der &ldquo;Investoren&rdquo; und Spekulanten zu landen?<\/p><p>Merkt Ihr denn nicht, dass diese &ldquo;Richter&rdquo; auch deswegen die Interessen dieses Lagers, ihrer zuk&uuml;nftigen Arbeitgeber, besonders wohlwollend in ihren Entscheidungen ber&uuml;cksichtigen werden?<\/p><p>Kann mir irgendeiner von Euch 3 Sozialdemokraten mal erkl&auml;ren, was das noch mit richterlicher Unabh&auml;ngigkeit zu tun hat?<\/p><p>Stefan (Weil) kannst Du als ehemaliger Rechtsanwalt und Richter mir oder den B&uuml;rgern darauf eine Antwort geben?<\/p><p>Ich habe Dich vorletzten Freitag in Neustadt gefragt, was Du von CETA h&auml;ltst.<\/p><p>Ich habe nicht einmal mehr in Erinnerung, was Du genau geantwortet hast, weil sofort Deine Emp&ouml;rung dar&uuml;ber deutlich wurde, dass man &uuml;berhaupt eine kritische Einstellung zu CETA haben k&ouml;nne. Wie kannst Du als ausgebildeter Volljurist mit entsprechender Berufserfahrung als Rechtsanwalt und Richter diese Zerst&ouml;rung des wichtigsten Grundsatzes der Rechtsprechung akzeptieren?<\/p><p>Na los, sag es mir und den B&uuml;rgern!<\/p><p>Es ist allerdings noch viel schlimmer!<\/p><p>Wenn diese sich prostituierenden &ldquo;Richter&rdquo; noch eingebunden w&auml;ren in ein exakt ausformuliertes, komplexes Rechtssystem, wie es sich jeder Staat im Verlaufe von Jahrhunderten in harten gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen geschaffen hat, w&auml;ren sie noch deutlichen Bindungen durch diese Gesetze unterworfen.<\/p><p>Deutschland und alle anderen Staaten haben sich zahlreiche umfangreiche Gesetze gegeben, um das festzulegen, was sie als &ldquo;gerecht&rdquo; empfinden.<\/p><p>Diese Gesetze und deren Kommentierung f&uuml;llen Hunderte von Metern in den juristischen Bibliotheken dieser Staaten.<\/p><p>Das ist unsere demokratische Rechtsordnung.<\/p><p>Das alles ist in Zukunft nur noch unbedeutende Makulatur, wenn es um &ldquo;Investoren&rdquo; und Spekulanten geht.<\/p><p>Sie bringen n&auml;mlich nicht nur ihre eigenen Richter mit, sondern auch ihre eigene &ldquo;Rechtsordnung&rdquo;, die aus einem einzigen Satz besteht und zuk&uuml;nftig &uuml;ber unserer gesamten Rechtsordnung steht:<\/p><p>Werden Investoren und Spekulanten nicht fair und gerecht behandelt, m&uuml;ssen die Staaten und ihre B&uuml;rger Schadensersatz in Milliardenh&ouml;he zahlen.<\/p><p>Dieser gewaltigste Gummiparagraph der Rechtsgeschichte steht in Zukunft &uuml;ber unserer gesamten, demokratischen Rechtsordnung und beherrscht sie.<\/p><p>Und weil es ein gewaltiger Gummiparagraph ist und kein exakt ausformuliertes, komplexes Rechtssystem k&ouml;nnen diese &ldquo;Richter&rdquo; in Zukunft alles, was die Profite oder sogar nur Gewinnaussichten der &ldquo;Investoren&rdquo; und Spekulanten schm&auml;lert, mit Milliardenforderungen bestrafen.<\/p><p>Das ist das Ende des demokratischen Rechtsstaats.<br>\nDas ist das Ende jeder Hoffnung auf Herstellung von sozialer Gerechtigkeit.<br>\nDas ist das Ende der Sozialdemokratie.<\/p><p>Nun habt Ihr also eine VORLAGE F&Uuml;R DEN PARTEI KONVENT erarbeitet.<\/p><p>Welch ein Eiertanz!<\/p><p>Der Leser fragt sich st&auml;ndig, sind die Sozis nun eigentlich f&uuml;r CETA oder dagegen, oder mal wieder in altber&uuml;chtigter Manier ganz entschieden daf&uuml;r und dagegen?<\/p><p>Dieses ganze bedenkenschwangere mit dem Kopf wackeln, um am Ende doch zuzustimmen dient auf 8 Seiten wohl nur dem Zweck, zu kaschieren, dass in den Zeilen 252 ff CETA vor allen Abstimmungen der nationalen Parlamente schon mal durch die Hintert&uuml;r in Kraft gesetzt werden soll durch die vorl&auml;ufige Anwendung.<\/p><p>Was soll dann noch das Geschw&auml;tz in den nationalen Parlamenten, die zu Quasselbuden degradiert werden?<\/p><p>Was soll das Geschw&auml;tz &uuml;ber weitere Pr&uuml;fungen und Verhandlungen, wenn der Vertrag schon angewendet wird?<\/p><p>So langsam scheint es allerdings auch in Eure Gehirne zu kriechen, dass der Investoren- und Spekulantenschutz wohl gef&auml;hrlich sein k&ouml;nnte.<\/p><p>Aber wie hilflos operiert Ihr angesichts dieser t&ouml;dlichen Gefahr f&uuml;r die Demokratie und die soziale Gerechtigkeit.<\/p><p>Wie niedlich klingt das, wenn durch &ldquo;Klarstellungen&rdquo; die Unabh&auml;ngigkeit der richterlichen Entscheidung &ldquo;sicherzustellen&rdquo; ist, wenn das ganze System in den Papierkorb geh&ouml;rt wegen offensichtlicher Verletzung der richterlichen Unabh&auml;ngigkeit.<\/p><p>Wie kindlich naiv ist die Forderung, die Gefahr des historisch einmalig weiten Gummiparagraphen von der &ldquo;gerechten und fairen Behandlung&rdquo; der Investoren und Spekulanten durch &ldquo;klare Definitionen&rdquo; einzuschr&auml;nken und &ldquo;unseri&ouml;se Forderungen aus(zu)schlie&szlig;en&rdquo;.<\/p><p>Wenn Ihr tats&auml;chlich diese f&uuml;rchterlichen &ldquo;Richter&rdquo; bei der Ausf&uuml;llung des Begriffs &ldquo;Gerechtigkeit&rdquo; an die Kandarre legen wollt, dann m&uuml;sst Ihr nur die vielen Hundert Meter Texte und Kommentierungen aus unsren juristischen Bibliotheken in den Vertragstext aufnehmen.<\/p><p>Dann habt Ihr halbwegs &ldquo;klare Definitionen&rdquo; f&uuml;r das Umweltrecht, das Steuerrecht, das Arbeitsrecht, das Wettbewerbsrecht usw, usw&hellip;&hellip;.<\/p><p>Und oben dr&uuml;ber schreibt Ihr dann noch die Verfassungen aller EU-Mitgliedsstaaten mit ihren verschiedenen Auspr&auml;gungen der Grundrechte, die die vorgenannten Gesetze noch beherrschen.<\/p><p>Aber alles das, die gesamten Rechtsordnungen aller Staaten der EU fegt ihr vom Tisch und verurteilt sie zur Bedeutungslosigkeit, wenn es um Investoren und Spekulanten und deren auf ewig gesch&uuml;tzte Gewinne geht.<\/p><p>F&Uuml;RCHTERLICH !<\/p><p>Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, dass diese Schadensersatzanspr&uuml;che in Milliardenh&ouml;he auch nach einer (praktisch fast unm&ouml;glichen) K&uuml;ndigung des Vertrages weitere 20 Jahre entstehen k&ouml;nnen?<\/p><p>Mehr noch: Offenbar haben alle Parteien und Politiker &ldquo;vergessen&rdquo; eine Verj&auml;hrungsfrist festzulegen, Das hei&szlig;t: Anspr&uuml;che aus dem Jahr 2016 k&ouml;nnen auch noch im Jahr 2066 oder 2106 eingeklagt werden oder noch sp&auml;ter.<\/p><p>Das ewige Damoklesschwert der Investoren und Spekulanten &uuml;ber Deutschland und Europa. Warum Sigmar, Martin und Bernd wollt Ihr das?<\/p><p>Seid Ihr zu beschr&auml;nkt (2 Lehrer und 1 Buchh&auml;ndler) um die Dimension Eures Handelns zu verstehen?<\/p><p>Oder wollt Ihr auch &ldquo;den Barroso machen&rdquo; (Bezug eines Pr&auml;sidentengehalts bei Goldman Sachs)?<\/p><p>Warum also wollt Ihr das Messer an der Kehle der Sozialdemokratie selbst bet&auml;tigen?<\/p><p>Verdammt nochmal! Ich wei&szlig;, dass in Euch, Sigmar und Martin, ein alter Sozialdemokratischer Kern steckt.<\/p><p>Warum wollt Ihr den verraten?<\/p><p>L&auml;sst Du, Martin; Dir von dem scheinheiligen Jean-Claude Juncker, die Ohren volls&auml;useln?<\/p><p>Einem Mann, der nach Meinung vieler B&uuml;rger in der EU eher in den Knast geh&ouml;rt als an die Spitze der EU, weil er seinen europ&auml;ischen Nachbarl&auml;ndern Steuerverluste in H&ouml;he von vielen Milliarden &euro; zugef&uuml;gt hat.<\/p><p>K&ouml;dert er Dich vielleicht mit einer verl&auml;ngerten Amtszeit als EU-Parlamenstpr&auml;sident?<\/p><p>L&auml;sst Du, Sigmar, Dich wie ein Tanzb&auml;r von Angela Merkel an der Nase herumf&uuml;hren?<\/p><p>Der Ossikanzlerin, die das Ende der Diktatur des Kommunismus ohne eigenes Zutun erleben durfte, um nunmehr Deutschland und Europa der Diktatur des Kapitalismus zu unterwerfen.<\/p><p>Was also treibt Euch zu Eurem f&uuml;rchterlichen Tun?<\/p><p>Nur &uuml;ber eines macht Euch bitte alle drei keine Illusionen: Das Blut, das an Euren H&auml;nden kleben wird, k&ouml;nnt Ihr auch nicht durch einen Beschluss des Parteikonvents abwaschen.<\/p><p>Vor einiger Zeit hatte ich im UB-Vorstand eine Diskussion mit Matthais Miersch, weil ich vorgeschlagen hatte, zur Teilnahme an der Anti-TTip-Demonstration in Hannover w&auml;hrend des Obamabesuchs aufzurufen. Matthias war dagegen.<\/p><p>Es meldete sich ein anderes Vorstandsmitglied zu Wort und sagte: &ldquo;Ich wei&szlig; gar nicht, was die Diskussion soll. &Uuml;ber TTIP oder CETA entscheidet ein Konvent und ich bin Delegierter.<br>\nWenn der Parteivorsitzende sagt: &ldquo;Stimmt daf&uuml;r!&rdquo; dann stimme ich daf&uuml;r, und wenn er sagt: &ldquo;Stimmt dagegen!&rdquo;, dann stimme ich dagegen.&rdquo;<\/p><p>So funktioniert ein Parteikonvent. Es bleibt bei der Verantwortung von Euch Dreien.<\/p><p>Wenn CETA kommt, m&uuml;sst Ihr gehen &ndash; oder die SPD geht &ndash; weiter in die Bedeutungslosigkeit.<\/p><p>Und der Kampf gegen CETA geht auch nach dem Parteikonvent weiter, da der Kampf f&uuml;r soziale Gerechtigkeit ein ewiger ist.<br>\nDer Witz an der Sache ist, dass angesichts der zunehmenden globalen, sozialen Ungerechtigkeit und der &ouml;kologischen Probleme, dringend ein neues Zeitalter der globalen, sozialen und &ouml;kologischen Erneuerung notwendig ist.<\/p><p>Ein Sozialdemokratisches Zeitalter!<\/p><p>Eigentlich!<\/p><p>Es gibt allerdings gegenw&auml;rtig nur 2 prominente &ldquo;Sozialdemokraten&rdquo;, die den B&uuml;rgern Hoffnung machen: Bernie Sanders in den USA und Jeremy Corbyn in Gro&szlig;britannien.<br>\nDer Rest benimmt sich in seinem neoliberalen Habitus wie eine schlechte Kopie der wirtschaftsh&ouml;rigen Konservativen und wundert sich, dass ihnen die W&auml;hler davon laufen.<\/p><p>Verdammt nochmal: Erwacht endlich aus Eurer neoliberalen Hypnose und lasst uns das neue Zeitalter der globalen, sozialen und &ouml;kologischen Erneuerung einl&auml;uten.<\/p><p>Das Sozialdemokratische Zeitalter!<\/p><p>Mit solidarischen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHans-Georg Tillmann<br>\nRechtsanwalt<br>\nVorstandsmitglied SPD UB Hannover<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/9c1cf8e06d29445fa94544287a023693\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn dies kaum so deutlich formuliert wird: der kommende Montag wird in welcher Form auch immer ein historischer Tag f&uuml;r Deutschland. Am Montag trifft sich der kleine SPD-Parteitag, der sogenannte <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/partei\/parteikonvent-2016\/\">Parteikonvent<\/a> und wird unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit die Position zum Freihandelsabkommen CETA <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34949\">beschlie&szlig;en<\/a>. Leider besteht jedoch kaum Hoffnung darauf, dass die SPD<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35011\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,35,37,191],"tags":[282,1913,895,401,547],"class_list":["post-35011","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-globalisierung","category-spd","tag-buergerproteste","tag-ceta","tag-freihandel","tag-gabriel-sigmar","tag-parteitag"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35011"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35022,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35011\/revisions\/35022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}