{"id":35027,"date":"2016-09-16T09:25:22","date_gmt":"2016-09-16T07:25:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35027"},"modified":"2019-04-30T11:06:20","modified_gmt":"2019-04-30T09:06:20","slug":"schulen-im-wuergegriff-ueberlegungen-zur-staatlichen-und-privatwirtschaftlichen-umklammerung-des-oeffentlichen-schulwesens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35027","title":{"rendered":"Schulen im W\u00fcrgegriff &#8211; \u00dcberlegungen zur staatlichen und privatwirtschaftlichen Umklammerung des \u00f6ffentlichen Schulwesens"},"content":{"rendered":"<p>Hierzulande geht es den &ouml;ffentlichen Schulen in vielerlei Hinsicht &auml;hnlich wie den alleinerziehenden M&uuml;ttern, die von Hartz IV leben m&uuml;ssen: Sie werden finanziell &auml;u&szlig;erst knappgehalten,[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35027#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] stark kontrolliert, mit Erwartungen &uuml;berh&auml;uft und zur Einhaltung vieler neuer Vorschriften verpflichtet. Mit anderen Worten haben wir es in beiden F&auml;llen mit einem &ldquo;Vater Staat&rdquo; zu tun, der in einer sehr bevormundenden Weise deutlich mehr fordert als f&ouml;rdert. Von <strong>Magda von Garrel<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35027#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\nNun ist es zun&auml;chst einmal nicht au&szlig;ergew&ouml;hnlich, dass ein Geldgeber bestimmt, wie und wof&uuml;r das von ihm zur Verf&uuml;gung gestellte Geld ausgegeben wird. Allerdings ist seit einigen Jahren ein immer krasser werdendes Missverh&auml;ltnis zwischen dem Finanzierungsvolumen einerseits und dem daraus abgeleiteten Gestaltungsrecht andererseits festzustellen. Als Folge dieser Entwicklung haben viele Schulen ihre Belastungsgrenzen bereits erreicht oder diese sogar schon &uuml;berschritten.<\/p><p>Ein grundlegender Richtungswechsel ist trotzdem nicht in Sicht, weil bislang nur denjenigen Schulen nennenswerte Entlastungen gew&auml;hrt worden sind, denen es mit Hilfe von Brandbriefen gelungen ist, f&uuml;r mediale Aufmerksamkeit zu sorgen. Auch die &ndash; zumindest in finanzieller Hinsicht gegebene &ndash; Besserstellung der Gymnasien kann nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass der deutsche Staat (bzw. die f&uuml;r die Regelung der schulischen Angelegenheiten zust&auml;ndigen L&auml;nderministerien) insgesamt nicht gut mit seinen Schulen umgeht.<\/p><p>Umso frappierender ist es, dass von Seiten der Bildungspolitiker\/innen (und zwar unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf die Belange der benachteiligten und\/oder behinderten Kinder) st&auml;ndig auf die enorme Bedeutung der Bildung (vor allem der prim&auml;ren Bildung) hingewiesen wird. Angesichts der zu solchen Statements nicht passenden Rahmenbedingungen stellt sich sofort die Frage, wie ernst die f&uuml;r die schulpolitische Gestaltung Verantwortlichen das von ihnen selbst propagierte Anliegen eigentlich nehmen.<\/p><p>Diese Frage ist auch deshalb wichtig, weil sich seit einiger Zeit die Anzeichen mehren, die darauf hindeuten, dass sich das staatliche Handeln mittlerweile immer st&auml;rker an den Interessen der Wirtschaft als an den Interessen der Kinder orientiert. Dabei handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt um eine teilweise noch ungesicherte Aussage und solange es hierf&uuml;r keine in jeder Beziehung unstrittigen Beweise gibt, k&ouml;nnen etliche der darauf abzielenden &Uuml;berlegungen nur spekulativ sein. Dennoch ist es meines Erachtens sinnvoll, sich darauf einzulassen, um der sich abzeichnenden Entwicklung etwas entgegensetzen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Im Sinne einer Ann&auml;herung an die hier vermuteten Pr&auml;ferenzen sollen im vorliegenden Beitrag vier &ldquo;schulbedr&auml;ngende&rdquo; Aspekte n&auml;her beleuchtet werden. Dabei stehen zun&auml;chst die gro&szlig;en Ersch&uuml;tterungen, denen die Schulen in den letzten Jahrzehnten ausgesetzt gewesen sind, im Mittelpunkt der &uuml;berblicksartigen Betrachtungen. Hieran anschlie&szlig;end geht es um die Frage, wie es (insbesondere im Hinblick auf die Grundschulen) um die zur Verf&uuml;gung stehenden Ressourcen bestellt<br>\nist. Vor diesem Hintergrund sollen in den beiden nachfolgenden Kapiteln die von der Werbung bis zur (Teil-)&Uuml;bernahme des &ouml;ffentlichen Schulwesens reichenden privatwirtschaftlichen Initiativen angesprochen werden.<\/p><p>Zu der hier eingenommenen Perspektive geh&ouml;rt auch die Frage, wie bzw. ob sich ein R&uuml;ckzug des Staates aus dem &ouml;ffentlichen Schulwesen ohne nennenswerten Widerstand organisieren lie&szlig;e. Da sich derartige &Uuml;berlegungen aber noch unvollst&auml;ndiger als die Privatisierungstendenzen belegen lassen, sollen diese der abschlie&szlig;enden Interpretation vorbehalten bleiben.<\/p><p><strong>Schulpolitische Offensiven<\/strong><\/p><p>Neben anderen tiefgreifenden Ver&auml;nderungen (Stichwort Ostpolitik) steht die &Auml;ra Brandt f&uuml;r die erste gr&ouml;&szlig;ere schulpolitische Umw&auml;lzung der Nachkriegszeit. Neue Schulformen und Bildungswege wurden eingerichtet, um auch denjenigen Kindern bessere Lebensperspektiven er&ouml;ffnen zu k&ouml;nnen, die bislang davon ausgeschlossen waren. Im Zuge der damaligen Aufbruchstimmung fanden dar&uuml;ber hinaus viele Diskussionen &uuml;ber Unterrichtsinhalte und -methoden statt, deren Ergebnisse (zumindest teilweise) ebenfalls umgesetzt wurden. Davon profitierten nicht zuletzt die Grundschulen, denen etliche (reformp&auml;dagogische) Freiheiten zugestanden wurden.<\/p><p>Von einem allgemeinen Einverst&auml;ndnis mit den Neueinf&uuml;hrungen konnte allerdings keine Rede sein. Ganz im Gegenteil kam es sofort zu heftigen parteipolitischen Grabenk&auml;mpfen, die bez&uuml;glich der Grundeinstellungen (zur Selektion, zur Benotungspraxis, zur Homogenit&auml;t etc.) bis heute andauern und sich besonders ung&uuml;nstig im Falle von Regierungswechseln (vor allem auf Landes-, aber auch auf Bundesebene) auswirken. Die neu in der Verantwortung stehenden Parteien sind in aller Regel bestrebt, wichtige bildungspolitische Entscheidungen der Vorg&auml;ngerregierung(en) wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen oder doch zumindest anders zu akzentuieren.<\/p><p>Vor allem in Hessen ist seit einigen Jahren zu beobachten, dass derartige Versuche oft mit ganz modern anmutenden Versatzst&uuml;cken kombiniert werden, woraus sich eine zus&auml;tzliche Verwirrung ergibt. So sieht die dort neu erdachte Mittelstufenschule auf den ersten Blick wie ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur &Uuml;berwindung der Selektion aus, w&auml;hrend sie tats&auml;chlich von Anfang an darauf angelegt gewesen ist, der von der hessischen CDU z&auml;h verteidigten Hauptschule durch Vorhalten einer auch so bezeichneten Abschlussm&ouml;glichkeit ein zumindest partielles &Uuml;berleben zu sichern.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Letztgenanntes Beispiel f&auml;llt allerdings schon in die mit dem Jahr 2000 einsetzende &ldquo;PISA-Zeit&rdquo;, in der das f&uuml;r die Schulen ohnehin abtr&auml;gliche parteipolitische Gezerre ungeahnte Ausma&szlig;e angenommen hat. Erm&ouml;glicht wurde diese Entwicklung durch das schlechte Abschneiden der deutschen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler bei den von der OECD konzipierten Schulleistungstests, das ein so gro&szlig;es &ouml;ffentliches Echo gefunden hat, dass danach sozusagen kein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist und sich die Bildungsministerien veranlasst (oder ermutigt) sahen, ohne Absprache mit den davon Betroffenen eine Reform nach der anderen durchzupeitschen.<\/p><p>Dieser schon blind zu nennende Reformeifer wurde so weit auf die Spitze getrieben, dass selbst die sich &uuml;blicherweise eher still-resigniert verhaltenden Lehrerinnen und Lehrer lautstark ein Ende der Reformen forderten, woraufhin es tats&auml;chlich vielerorts zur Ausrufung eines &ldquo;Schulfriedens&rdquo; gekommen ist. Allerdings war von vornherein klar, dass das &ldquo;Friedensangebot&rdquo; nur ein Verharren auf dem jeweils erreichten Stand und nicht etwa die Einleitung eines Kurswechsels beinhaltete.<\/p><p>Und dieser Stand hat es wirklich in sich. Unter Berufung auf die PISA-Ergebnisse sind die Bem&uuml;hungen, das Unterrichtsgeschehen in eine mess- und (&uuml;berall) vergleichbare Form zu pressen, mittlerweile schon sehr weit gediehen. Parallel hierzu ist es zur Einf&uuml;hrung betriebswirtschaftlicher Kategorien gekommen, die den Schulen nicht nur eine F&uuml;lle englischsprachiger Business-Begriffe, sondern auch viele zus&auml;tzliche Berichtspflichten beschert hat. Mit Hilfe der dadurch in Gang gesetzten innerschulischen Selbstkontrolle ist es gelungen, den Inspektionsradius deutlich zu erweitern.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p> Dazu passt, dass sich die Schulleiterinnen und Schulleiter nicht l&auml;nger als Erste unter Gleichen verstehen sollen, sondern als Vorgesetzte mit Managementaufgaben und -befugnissen, zu denen Beurteilungen von Kolleginnen und Kollegen ebenso geh&ouml;ren wie die M&ouml;glichkeit, autorit&auml;re Top-Down-Entscheidungen treffen zu k&ouml;nnen. Die Folgen dieser (ebenfalls &ldquo;von oben&rdquo; durchgedr&uuml;ckten) Ma&szlig;nahmen zeigen sich in Form eines h&auml;ufigen Ausbleibens des viel beschworenen Team-Geistes, was neben der wenig verlockenden Gehaltszulage einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r die derzeit oft unbesetzt bleibenden Schulleiterstellen sein mag. Schlie&szlig;lich ist nicht jede\/r potenzielle Kandidatin\/Kandidat von der Aussicht begeistert, sich in Aus&uuml;bung der neuen Rechte und Pflichten bei den Kolleginnen und Kollegen oftmals unbeliebt machen zu m&uuml;ssen.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Das an betriebswirtschaftliche Abl&auml;ufe angelehnte Verst&auml;ndnis von Schulen hat nat&uuml;rlich auch Auswirkungen auf deren Kernbereich, d. h. auf den Unterricht und dessen Inhalte und Gestaltung. Stellvertretend f&uuml;r die vielen hierzu geh&ouml;renden Vorgaben soll an dieser Stelle auf die neue &uuml;bergeordnete Leitlinie, die (auch sprachlich) bezeichnenderweise in einer &ldquo;Output-Orientierung&rdquo; besteht, hingewiesen werden. H&ouml;chstes Ziel ist demnach, die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler so fr&uuml;h und passgenau wie m&ouml;glich f&uuml;r den sp&auml;teren Arbeitsmarkt fit zu machen.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Um der von der Wirtschaft erw&uuml;nschten Anbahnung nachkommen zu k&ouml;nnen, sind die Lehrpl&auml;ne &ndash; vor allem hinsichtlich &ldquo;technischer&rdquo; Inhalte &ndash; erweitert und anschlie&szlig;end bis zur Unkenntlichkeit in Module aufgesplittert worden. In diesem Kontext erf&uuml;llt auch die relativ h&auml;ufige Durchf&uuml;hrung der neu eingef&uuml;hrten Tests und Vergleichsarbeiten ihren ganz spezifischen Zweck, indem sie die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler an eine permanente Leistungserbringung und -kontrolle gew&ouml;hnt.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund muss selbst die als gr&ouml;&szlig;ter Erfolg gefeierte Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen kritisch gesehen werden. Damit ist allerdings nicht so sehr die nie erwogene Einbeziehung der Gymnasien gemeint, sondern die &Uuml;berlegung, dass ein blo&szlig;es Zusammenschmelzen zweier Schulformen nicht mit einer sofortigen Aufhebung der selektionsbedingten Stigmatisierungen gleichzusetzen ist. Wenn Kinder in der soeben beschriebenen Art und Weise unterrichtet werden, nimmt sowohl das Konkurrenzdenken als auch die Angst vor einem Versagen zu. In einer derart aufgeheizten Atmosph&auml;re k&ouml;nnen spezielle F&ouml;rderma&szlig;nahmen nicht viel ausrichten oder (wegen ihrer Sichtbarkeit) sogar zu einer Verst&auml;rkung der Abgrenzungstendenzen beitragen.<\/p><p>Wie eine scheinbare Anerkennung der geleisteten Arbeit wurden den Schulen neue Freiheiten in Form selbstst&auml;ndig zu verwaltender Schulbudgets sowie eines Rechts auf Einstellungen und Entlassungen zugestanden, die aber in Anbetracht der k&uuml;mmerlichen Budgets nur in sehr begrenztem Ma&szlig;e vorgenommen werden k&ouml;nnen. &Uuml;berhaupt dr&auml;ngt sich angesichts des Auseinanderklaffens von offiziellen Verhei&szlig;ungen und tats&auml;chlichen Wirkungen der Eindruck auf, dass etliche der staatlichen Eingriffe in bester &ldquo;Hessen-Manier&rdquo; erfolgt sind, d.h. im Sinne eines Verbergens ganz anders gearteter Absichten unter einem aus konsenstauglichen Etikettierungen bestehenden Deckmantel.<\/p><p>Neben den zuvor bereits angedeuteten Widerspr&uuml;chen (beschworener Gemeinschaftsgeist einerseits und den bei Sch&uuml;lern und Lehrern tats&auml;chlich zu beobachtenden Absetzbewegungen andererseits) soll hier vor allem auf die als Hauptargument aller Ver&auml;nderungen angef&uuml;hrte &ldquo;Zukunftsf&auml;higkeit&rdquo; der Kinder etwas genauer eingegangen werden. Von staatlicher Seite wird dabei nat&uuml;rlich gern auf die kontinuierlich verbesserten Positionen der deutschen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler im PISA- oder IGLU-Ranking verwiesen. Einmal abgesehen von den inzwischen nicht mehr zu leugnenden (bzw. geleugneten) Schw&auml;chen der PISA-Testkonstruktionen ist mit dem besser gewordenen Abschneiden noch l&auml;ngst nicht die Frage beantwortet, ob die tiefgreifenden schulischen Umw&auml;lzungen den Sch&uuml;lern (und zwar insbesondere den immer wieder ins Feld gef&uuml;hrten benachteiligten Sch&uuml;lern) wirklich zugutekommen.<\/p><p>Dagegen spricht, dass die Quote derjenigen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, die wegen ihrer (wodurch auch immer verursachten) Lerndefizite keinen Abschluss geschafft haben, nach wie vor hoch ist. Und ob das auf Testwissen fokussierte und somit nicht auf das Erkennen von Zusammenh&auml;ngen angelegte Lernen die beste Voraussetzung f&uuml;r die Entwicklung einer starken, empathief&auml;higen, m&uuml;ndigen und gemeinwohlorientierten Pers&ouml;nlichkeit ist, kann ebenfalls bezweifelt werden.<\/p><p>Umso bedauerlicher ist, dass sich &ndash; ungeachtet aller sonstigen parteipolitischen Zwistigkeiten &ndash; im Verlauf der totalen Umkrempelung unseres Schulwesens einige partei&uuml;bergreifende Grund&uuml;berzeugungen herausgebildet haben. Dazu z&auml;hlt der (bildungswissenschaftlich oft gest&uuml;tzte) Glaube an die Effizienz eines unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten umgestalteten Schulwesens ebenso wie die &Uuml;berzeugung, dass sich Armut in gro&szlig;em Stil &uuml;ber bildungsgenerierte Aufstiege &uuml;berwinden l&auml;sst.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Unabh&auml;ngig von der Frage, wie realistisch eine solche Vorstellung ist, kann sie auch als Beispiel f&uuml;r die immer gr&ouml;&szlig;er werdenden Erwartungen, die in den letzten Jahren an die Schulen (vor allem an die Grundschulen) herangetragen worden sind, verstanden werden. So sollen Lehrerinnen und Lehrer die bei vielen Kindern feststellbaren armutsbedingten Defizite m&ouml;glichst umfassend ausgleichen, indem sie zus&auml;tzliche erzieherische und\/oder sozialarbeiterische Funktionen &uuml;bernehmen.<\/p><p>Die nach au&szlig;en hin sichtbarsten Ver&auml;nderungen bestehen in der Einrichtung offener oder gebundener Ganztagsschulen sowie in der vermehrten Aufnahme behinderter Kinder in die sog. Regelschulen (Inklusion). In beiden F&auml;llen handelt es sich um Gro&szlig;projekte, die den zuvor schon arg &ldquo;reformgebeutelten&rdquo; Schulen als weitere, neu zu bew&auml;ltigende Aufgaben zugewiesen worden sind.<\/p><p>Dabei ist insbesondere die Einf&uuml;hrung der inklusiven Beschulung ziemlich leichtfertig verlaufen. Ohne gr&ouml;&szlig;ere Vorbereitung der (Regelschul-)Lehrerinnen und Lehrer auf die v&ouml;llig neuartigen Anforderungen bekamen sie Kinder zugewiesen, deren spezielle Bed&uuml;rfnisse sie kaum oder gar nicht kannten. Die hierf&uuml;r gew&auml;hrte sonderp&auml;dagogische Unterst&uuml;tzung hielt (und h&auml;lt) sich sehr in Grenzen und von einer durchg&auml;ngig praktizierten Doppelbesetzung (zwei permanent anwesende Lehrer pro Inklusionsgruppe) konnte (und kann) erst recht keine Rede sein.<\/p><p>Ungeachtet dieser schlechten Voraussetzungen wird von den Schulen aktuell auch noch erwartet, dass es ihnen schnell gelingt, die Fl&uuml;chtlingskinder zu integrieren. Die daf&uuml;r eigentlich erforderliche Weiterbildung (Vermittlung von Kenntnissen zum Umgang mit traumatisierten Kindern oder zur Bedeutung spezieller kultureller Gepflogenheiten) wird allerdings nur in ganz kleinen H&auml;ppchen verabreicht, weshalb die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer gr&ouml;&szlig;tenteils (erneut) gezwungen sind, sich das f&uuml;r eine sinnvolle Arbeit notwendige Basiswissen nebenher selbst anzueignen.<\/p><p>Zusammenfassend l&auml;sst sich feststellen, dass die deutschen Schulen vor allem seit Beginn dieses Jahrhunderts mit gro&szlig;en Ver&auml;nderungen und Aufgaben fertig werden mussten, ohne jemals ausreichend vorbereitet und unterst&uuml;tzt oder auch nur gefragt worden zu sein. Dabei herausgekommen ist ein Schulsystem, das den vollmundigen Ank&uuml;ndigungen (Hilfe f&uuml;r die gesellschaftlich Benachteiligten) nicht gerecht zu werden vermag, sondern mehrheitlich &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; denjenigen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern Vorteile verschafft, die ohnehin &uuml;ber bessere Startbedingungen verf&uuml;gen. Hinzu kommt, dass ein auf Wettbewerb ausgerichtetes Schulsystem nicht gleichzeitig kindgerecht und human sein kann.<\/p><p><strong>Unzureichende Ressourcen<\/strong><\/p><p>Angesichts der die Schulen schier erdr&uuml;ckenden Aufgabenf&uuml;lle sollte man meinen, dass staatlicherseits alles getan wird, um zumindest in finanzieller Hinsicht f&uuml;r eine bestm&ouml;gliche Unterst&uuml;tzung zu sorgen. Tats&auml;chlich haben wir es in Deutschland mit einer chronischen Unterfinanzierung des Bildungswesens zu tun, wobei ausgerechnet die prim&auml;ren Bildungseinrichtungen besonders schlecht wegkommen.<\/p><p>Das von Klaus Klemm im Auftrag des Grundschulverbandes erstellte Gutachten[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] weist zwar eine im Vergleich zum Jahr 2000 zwischenzeitlich erfolgte Ausgabensteigerung um gut 155% (Stand 2013) nach, kann aber trotzdem nicht als Beleg einer endlich ausreichenden finanziellen Unterst&uuml;tzung gelten. Dagegen sprechen viele der ebenfalls ermittelten Fakten:<\/p><p>Im Vergleich zu anderen Industrienationen gibt Deutschland noch immer zu wenig Geld f&uuml;r seine (Grund-)Sch&uuml;ler aus, was u. a. mit der relativ niedrigen Wochenstundenzahl zusammenh&auml;ngt. Hinzu kommt, dass es gro&szlig;e Unterschiede zwischen den Bundesl&auml;ndern und sogar innerhalb einzelner Bundesl&auml;nder gibt. Aus diesem Grund kann der Anspruch aller Kinder auf gleiche Lebensbedingungen in Deutschland nicht einmal ann&auml;hernd als erf&uuml;llt betrachtet werden.<\/p><p>Mindestens ebenso bedeutsam ist der Hinweis, dass die Erh&ouml;hung der zur Verf&uuml;gung gestellten Finanzmittel von den neu hinzugekommenen und sehr umfangreichen bzw. aufw&auml;ndigen Aufgaben (Betrieb von Ganztagsschulen sowie Durchf&uuml;hrung unterst&uuml;tzender Ma&szlig;nahmen f&uuml;r arme, behinderte und gefl&uuml;chtete Kinder) mehr oder weniger &ldquo;aufgefressen&rdquo; wird.<\/p><p>In der Praxis l&auml;uft dieser Befund auf ein Weiterleben mit den altbekannten &Uuml;beln hinaus: zu wenig Zeit, zu wenig Lehrer und zu wenig (in einem guten Zustand befindliche) R&auml;ume. Damit sind allerdings erst einmal nur die gr&ouml;bsten Defizite aufgez&auml;hlt worden.<\/p><p>Zu den &ldquo;Standard&uuml;beln&rdquo; geh&ouml;rt beispielsweise auch der h&auml;ufige Einsatz der (immer noch viel zu selten abgeordneten) F&ouml;rderlehrerinnen und -lehrer als Vertretungskr&auml;fte oder die sich aus der Situation ergebende Notwendigkeit, Unterricht in niemals studierten F&auml;chern erteilen zu m&uuml;ssen.<\/p><p>In manchen Punkten ist es mittlerweile sogar zu einer Versch&auml;rfung der gewohnten &ldquo;M&auml;ngelverwaltung&rdquo; gekommen. So wurden &ndash; um wenigstens ein ganz konkretes Beispiel zu nennen &ndash; viele Schulen mit Kopierern ausgestattet, die nur noch mit pers&ouml;nlich vergebenen Codes bedient werden k&ouml;nnen. Auf diese Weise l&auml;sst sich relativ leicht ermitteln, welche\/r Kollegin\/Kollege wie viel Abzugspapier in welcher Zeit verbraucht hat.<\/p><p>Motivierend ist ein solcher Umgang mit erwachsenen Menschen sicherlich nicht. In diesem Zusammenhang muss auch die Frage der unterschiedlichen Bezahlung angesprochen werden: Ausgerechnet die an der Basis des Bildungssystems T&auml;tigen, die inzwischen zahlreiche und sehr arbeitsintensive &ldquo;Baustellen&rdquo; zu beackern haben, beziehen die geringsten Geh&auml;lter und m&uuml;ssen daf&uuml;r am l&auml;ngsten arbeiten. Besonders wenig verdienen die angestellten Lehrerinnen und Lehrer sowie die in atypischen Arbeitsverh&auml;ltnissen stehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<\/p><p>Das Beispiel Baden-W&uuml;rttemberg zeigt, zu welchen Ausw&uuml;chsen es in dieser Hinsicht mittlerweile gekommen ist. Ausgerechnet in diesem relativ reichen Bundesland wird besonders oft die Unsitte praktiziert, (Vertretungs-)Lehrer zu Ferienbeginn zu entlassen und sie dann am Ende der Ferien (als ziemlich schlecht bezahlte Tarifbesch&auml;ftigte des Landes) wieder einzustellen. Die erzwungene Arbeitslosigkeit stellt nicht nur f&uuml;r die in Unsicherheit gehaltenen Lehrkr&auml;fte ein gro&szlig;es Problem dar, sondern wirkt sich selbstverst&auml;ndlich auch auf die Planungsm&ouml;glichkeiten der davon betroffenen Schulen aus.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Die Liste der faktischen (und taktischen?) Missst&auml;nde lie&szlig;e sich noch lange fortsetzen, aber schon jetzt d&uuml;rfte klar sein, dass Lehrer hierzulande (und das gilt in abgeschw&auml;chter Form auch f&uuml;r die Sekundarstufen- und Gymnasiallehrer) nicht sonderlich gesch&auml;tzt werden und &ndash; ungeachtet gradueller Unterschiede &ndash; in einem insgesamt unterfinanzierten Schulsystem arbeiten m&uuml;ssen. Zudem werden sie nur schlecht oder gar nicht auf die Erledigung der vielen ihnen neu zugemuteten Aufgaben vorbereitet und haben vor allem kaum Zeit, sich in dem eigentlich erforderlichen Ma&szlig;e um diejenigen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler zu k&uuml;mmern, um deren Chancenverbesserung es angeblich doch ganz zentral gehen soll.<\/p><p><strong>Werbende Nothelfer<\/strong><\/p><p>Auch wenn noch nicht einmal das zus&auml;tzlich stark belastende Auftreten von &ldquo;Helikopter-Eltern&rdquo; zur Sprache gebracht worden ist, kann davon ausgegangen werden, dass sich zwischenzeitlich viel Unmut in den Schulen angesammelt hat. Hinzu kommt die mit einem st&auml;ndigen schlechten Gewissen einhergehende tagt&auml;gliche Erfahrung, selbst bei Anspannung aller Kr&auml;fte den Bed&uuml;rfnissen vieler Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler einfach nicht gerecht werden zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Angesichts der vielen sich daraus ergebenden N&ouml;te ist es kaum verwunderlich, dass beinahe jede Art von Hilfe begr&uuml;&szlig;t wird. Diese Konstellation haben sich diverse Wirtschaftsunternehmen auch ganz direkt zunutze gemacht, indem sie als (hier so bezeichnete) &ldquo;werbende Nothelfer&rdquo; in Erscheinung getreten sind.<\/p><p>Dabei stand zun&auml;chst die Teil- oder Komplettfinanzierung lang ersehnter Wunschprojekte, die aus Geldmangel nie ernsthaft umgesetzt werden konnten, im Vordergrund der Sponsorent&auml;tigkeit (Beispiel: Schulhofbegr&uuml;nung). Bald darauf wurde auch der Mangel an Zeit als gro&szlig;es innerschulisches Problem erkannt, was der (heutzutage schon inflation&auml;r zu nennenden) Produktion firmeneigener Lehr- und Lernmittel T&uuml;r und Tor &ouml;ffnete.<\/p><p>Direkte finanzielle Zuwendungen in Form blo&szlig;er (allerdings mit viel Tamtam &uuml;berreichter) Schecks kommen wie die Sachspenden (z.B. Schaukeln) inzwischen nicht mehr so h&auml;ufig vor. Das zeigt auch die nachfolgende &ldquo;Spendenliste&rdquo;, die auf zuf&auml;llig entdeckten firmeneigenen Hinweisen oder auf &ldquo;Gef&auml;lligkeitsartikeln&rdquo; in Werbezeitungen beruht und somit nicht mehr als einen bruchst&uuml;ckhaften Einblick gew&auml;hren kann. Eine andere Einschr&auml;nkung ergibt sich durch die Konzentration auf das Jahr 2009. Dennoch d&uuml;rfte die Auflistung geeignet sein, sowohl den Ideenreichtum der Spender als auch die Spannbreite des finanziell nicht gedeckten Bedarfs vieler Schulen zu veranschaulichen: <\/p><ul>\n<li>Anfang 2009: Wettbewerb im Rahmen des Lidl-Sch&uuml;ler-Fitnesscups (bundesweit)<\/li>\n<li>M&auml;rz 2009: Apotheken-Sammelaktion in Brandenburg (Austausch alter Fieberthermometer gegen neue in Verbindung mit der Bitte um eine Spende, bei der es u. a. um die Anschaffung eines Einbauherdes f&uuml;r eine Grundschule ging)<\/li>\n<li>Mai 2009: Aufruf zu einem Sponsorenlauf in Brandenburg: Sch&uuml;ler laufen f&uuml;r eine Grundschule und Sponsoren bezahlen f&uuml;r jede bew&auml;ltigte 300m-Runde einen (f&uuml;r den F&ouml;rderverein der Schule bestimmten) Betrag ihrer Wahl. Ebenfalls erw&uuml;nscht: Paten f&uuml;r einzelne Sch&uuml;ler\/innen oder ganze Klassen sowie Geldgeber f&uuml;r die Realisierung von Schulprojekten<\/li>\n<li>Juni 2009: Bundesweite Organisation einer Deutsch-Olympiade durch die Hertie-Stiftung<\/li>\n<li>September 2009: Rewe\/Chiquita verlosen 12 mal 1000 Euro f&uuml;r die (rechtlich eigentlich nicht erlaubte) Klassenkasse<\/li>\n<li>November 2009: Sch&uuml;lerhilfe Berlin-Lichtenrade verschenkt einen Klassensatz Mathematikb&uuml;cher an eine Oberschule. Im selben Monat f&uuml;hrt Nintendo eine Wii-Olympiade durch, bei der die dort (u. a. von bekannten Politikern) gewonnenen Spielkonsolen den von Nintendo ebenfalls unterst&uuml;tzten Projekten (spezielle Wohn- und Bewegungsprojekte) gespendet werden.<\/li>\n<\/ul><p>Soweit die zur Veranschaulichung zusammengestellte kleine Liste, aus der sich weitere bedeutsame Fakten allerdings nicht herauslesen lassen. Dazu z&auml;hlen u. a.:<\/p><ul>\n<li>Auch Kitas werden umgarnt. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Im Januar 2010 k&uuml;ndigte Real die Unterst&uuml;tzung von Kindertagesst&auml;tten &uuml;ber den Verkauf der im Sortiment an einer Aktionsblume zu erkennenden Artikel an. Im April 2013 war es die in Berlin ans&auml;ssige Gasag (Berliner Gaswerke), die gemeinsam mit dem Heizungshersteller Junkers Deutschland und Radio Paradiso die Kinderg&auml;rten zu einem auf Klimaschutz bezogenen Ideenwettbewerb aufrief (Hauptpreis: Erdgas-Brennwerttherme mit Solar von Junkers).<\/li>\n<li>Bildungssponsoren wie Penny treten auch mit mehr oder weniger gleichzeitig gestarteten Aktionen in Erscheinung. Nach einem Kundenmagazin ging es 2014 um eine Jobinitiative des JOBLINGE-Netzwerkes, eine Stofftier-Verteilaktion (&ldquo;Knufflinge f&uuml;r die &Auml;rmsten&rdquo;), einen Malwettbewerb zur Verpackungsgestaltung der dort gehandelten Fairtrade Rosen sowie ein Mentoring-Programm f&uuml;r Sch&uuml;ler der 8. und 9. Klassen (zweij&auml;hrige Begleitung durch Studierende) im Rahmen der Initiative &ldquo;ROCK YOUR LIFE!&rdquo; <\/li>\n<li>Gr&ouml;&szlig;ere Konzerne sind oftmals gleichzeitig Mitglieder von Stiftungen, die sich insgesamt mehr um eine &uuml;bergreifende bildungspolitische Einflussnahme bem&uuml;hen. Dazu geh&ouml;rt die Verleihung von Schulpreisen ebenso wie die Vergabe von Gutachten zu wichtigen bildungspolitischen Themen.<\/li>\n<li>Zu den mit vielen Gymnasien abgeschlossenen Kooperationsvertr&auml;gen sind mittlerweile auch Kooperationsvertr&auml;ge mit Grundschulen hinzugekommen. In diesem Zusammenhang sollen zwei besonders markante Beispiele erw&auml;hnt werden: Im Juni 2016 wird ein Kooperationsvertrag zwischen einer Brandenburger Grundschule und Rolls Royce abgeschlossen und vom dortigen Bildungsministerium ausdr&uuml;cklich begr&uuml;&szlig;t (Anwesenheit des zust&auml;ndigen Staatssekret&auml;rs bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung). Eine schon l&auml;nger bestehende Grundschul-Kooperation in Berlin (Kreuzberg) sieht zwar nicht (wie in dem erw&auml;hnten Brandenburger Beispiel) eine alle sechs Wochen stattfindende Durchf&uuml;hrung einzelner Unterrichtsstunden durch Firmenangeh&ouml;rige vor, daf&uuml;r aber die komplette Bezahlung aller Lehrkr&auml;fte, die f&uuml;r die Erteilung des zus&auml;tzlichen F&ouml;rderunterrichts und damit f&uuml;r das von der Wall AG entwickelte Projekt (&ldquo;rechenfix &amp; wortgewandt&rdquo;) in der Kooperationsschule zust&auml;ndig sind.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/li>\n<\/ul><p>Da es sich insbesondere bei den gro&szlig;en fremdfinanzierten Veranstaltungen zumeist nicht um singul&auml;re, sondern um allj&auml;hrlich stattfindende Ereignisse handelt, liegt die Frage nach dem &ldquo;Spendernutzen&rdquo; nahe. Vordergr&uuml;ndig scheinen Imagegewinne, Steuerreduzierungen oder der erh&ouml;hte Absatz firmeneigener Produkte eine bedeutende Rolle zu spielen, aber tats&auml;chlich reichen die nutzbringenden Resultate der &ldquo;milden Gaben&rdquo; noch viel weiter.<\/p><p>Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen die Sch&uuml;ler und zunehmend auch die &ldquo;Kita-Kinder&rdquo;. Angesprochen und erreicht wird diese Zielgruppe &uuml;ber Werbesendungen im Fernsehen, &uuml;ber Elterninitiativen und &ndash; was einen besonders positiven Eindruck hinterl&auml;sst &ndash; &uuml;ber finanzielle Zuwendungen, die es Schulen und Kitas erm&ouml;glichen, den Kindern etwas zus&auml;tzlich Gutes und\/oder Aufregendes bieten zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Trotz des sich daraus ergebenden philanthropischen Anstrichs geht es dabei nicht zentral um das Wohlergehen der Kinder, sondern um ihr (auch zuk&uuml;nftiges) Verhalten als Konsumenten, die schon jetzt &ndash; abz&uuml;glich der armen Kinder &ndash; &uuml;ber eine enorme Kaufkraft verf&uuml;gen.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Eine andere (zum Konsumziel passende) fr&uuml;he Art der Pr&auml;gung ergibt sich aus der gleichzeitigen Gew&ouml;hnung an einen auch spielerisch zu praktizierenden Leistungsgedanken. Jedenfalls f&auml;llt auf, dass viele Zuwendungen erst einmal (in Form von Wettl&auml;ufen und anderen Wettbewerben) &ldquo;verdient&rdquo; werden m&uuml;ssen, wodurch die bei Kindern oft vorhandene Bereitschaft, sich f&uuml;r gute Zwecke zu engagieren, pervertiert wird.<\/p><p>Das zweite gro&szlig;e Bet&auml;tigungsfeld der &ldquo;werbenden Nothelfer&rdquo; umfasst die Herstellung und Verteilung firmeneigener Informations- und Unterrichtsmaterialien (Brosch&uuml;ren, Leitf&auml;den, Themensammlungen und Online-Portale). Dabei handelt es sich oft um komprimierte Zusammenstellungen von Hintergrundinformationen, die den Lehrerinnen und Lehrern zeitaufw&auml;ndige eigene Recherchen ersparen. Wenn dann auch noch voll ausgearbeitete Unterrichtseinheiten (einschlie&szlig;lich der zugeh&ouml;rigen Arbeitsbl&auml;tter) mitgeliefert werden, ist die Bereitschaft, diese im beabsichtigten Sinne einzusetzen, besonders gro&szlig;.<\/p><p>M&ouml;gliche Bedenken werden auch dadurch zerstreut, dass die angebotenen Inhalte den jeweiligen Lehrpl&auml;nen entsprechen, zumeist keine dick aufgetragenen Werbebotschaften enthalten und sogar ein wenig auf Gegenargumente eingehen. In F&auml;llen, in denen der privatwirtschaftliche Druck bereits so erfolgreich ausge&uuml;bt worden ist, dass in den Schulen auch noch ein &ouml;konomisches Grundwissen vermittelt werden muss, kommt als weiteres Problem oftmals hinzu, dass die damit beauftragten Lehrerinnen und Lehrer so gut wie &uuml;berhaupt keine Ahnung von der Materie haben und dann froh sind, wenn ihnen (z.B. von Finanzdienstleistern oder Versicherungsgesellschaften) die fehlenden Informationen in die Hand gedr&uuml;ckt werden. Dazu kann auch das Angebot geh&ouml;ren, dass der diesbez&uuml;gliche Unterricht von den zu diesem Zweck rekrutierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmen gleich selbst gehalten wird.<\/p><p>Sp&auml;testens dann ist die Grenze zum Lobbyismus eindeutig &uuml;berschritten. Die daf&uuml;r ausschlaggebenden Motive hat Lobby Control (Initiative f&uuml;r Transparenz und Demokratie) in einem offenen Brief an die Bildungsministerinnen und -minister der L&auml;nder schon 2013 sehr treffend dargestellt[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]: &ldquo;Lobbyisten haben die Schulen als Handlungsfeld f&uuml;r sich entdeckt. In den vergangenen Jahren hat die Einflussnahme von Unternehmen und Verb&auml;nden auf den Unterricht zugenommen und wird professionell organisiert. Den Akteuren geht es nicht um Bildung, sondern um Meinungsmache und Marketing. Als zuk&uuml;nftige W&auml;hler und Konsumenten sind Kinder und Jugendliche zum Ziel langfristiger und umfassender Lobbystrategien geworden.&rdquo;<\/p><p>Lobbyismus im &ldquo;klassischen&rdquo; Sinne findet (trotz eigentlich nicht mehr gegebener Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den schulischen Bildungsbereich) auch im Bundestag statt. Nach der von abgeordnetenwatch.de im Dezember 2015 ver&ouml;ffentlichten Liste[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] haben Interessenvertreter\/innen von Bertelsmann, der Stiftung Lesen oder der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (siehe nachfolgendes Kapitel) Hausausweise erhalten, die ihnen einen leichten Zugang zu den Abgeordneten erm&ouml;glichen, wobei die entsendenden Verb&auml;nde oftmals auch untereinander verflochten sind.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Obwohl die (auf welchem Wege auch immer) von au&szlig;en eingeschleusten Informationen fast durchweg einseitig (&ldquo;arbeitgeberfreundlich&rdquo;) und manchmal (wie bei den von den Lebensmittelkonzernen angebotenen Materialien) auch irref&uuml;hrend sind (z. B. die Subsumierung von Burgern und Obst unter &ldquo;fast food&rdquo;), werden die zu Werbezwecken erstellten Unterrichtsmaterialien noch immer keinen staatlichen Pr&uuml;fverfahren unterzogen. Daf&uuml;r kommt es immer h&auml;ufiger zu staatlichen Allianzen mit Privatunternehmen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen angesiedelt sein k&ouml;nnen. Relativ bekannt sind die gemischt finanzierten Berufsf&ouml;rderungsprojekte, aber Zusammenarbeit findet auch (um beim Lebensmittelsektor zu bleiben) im Rahmen einer &ldquo;Plattform Ern&auml;hrung und Bewegung&rdquo; statt.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Mittlerweile haben derart viele Unternehmen ihren Fu&szlig; in der (Schul-)T&uuml;r, dass sie hier gar nicht alle aufgez&auml;hlt werden k&ouml;nnen. Das gilt bis zu einem gewissen Grad auch f&uuml;r die von ihnen angebotenen Dienstleistungen, die weit &uuml;ber das Unterrichtsgeschehen hinausgehen. Deshalb soll hier lediglich eine &Uuml;berschriftensammlung zum Thema &ldquo;Schulische Dienstleistungen&rdquo; &uuml;bernommen werden, die einer (vermutlich bereits &uuml;berholten) GEW-Publikation aus dem Jahr 2010 entstammt[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]:<\/p><ul>\n<li>Qualit&auml;tsentwicklung<\/li>\n<li>Evaluation<\/li>\n<li>Fortbildung &ldquo;Schulleitung als F&uuml;hrungsaufgabe&rdquo;<\/li>\n<li>Fortbildung von Lehrkr&auml;ften<\/li>\n<li>E-Learning<\/li>\n<li>Entwicklung und Angebot von Unterrichtsmaterialien<\/li>\n<li>Personalvermittlung \/ Arbeitnehmer&uuml;berlassung<\/li>\n<li>Unterst&uuml;tzung bei Sponsoring-Aktivit&auml;ten<\/li>\n<li>Schulverwaltung<\/li>\n<\/ul><p>Beim Durchlesen des in &Uuml;berschriften zusammengefassten Dienstleistungsangebots f&auml;llt auf, dass die &ldquo;Hilfsangebote&rdquo; in einem engen Zusammenhang mit den von den Schulbeh&ouml;rden durchgepeitschten Reformen stehen. Somit verst&auml;rkt sich der Verdacht, dass diese den Schulen tats&auml;chlich auf Betreiben der Wirtschaft aufoktroyiert worden sind und sich die (den staatlichen Beh&ouml;rden besonders eng verbundenen) Unternehmen nun auch noch daf&uuml;r bezahlen lassen, den Betroffenen bei der Bew&auml;ltigung der dadurch neu hinzugekommenen Verwaltungs- und Kontrollaufgaben zur Seite zu stehen. <\/p><p>Dabei schrecken sie noch nicht einmal davor zur&uuml;ck, auch in den Fortbildungsbereich einzugreifen. Der mit Abstand gr&ouml;&szlig;te Skandal besteht allerdings darin, dass den Unternehmen staatlicherseits gestattet worden ist, ihre eigenen Bildungsvorstellungen durchzudr&uuml;cken und sich anschlie&szlig;end an deren Umsetzung zu bereichern. Mit anderen Worten wird finanzstarken &ldquo;Externen&rdquo; relativ viel Geld zugesteckt, das den &ouml;ffentlichen Schulen zust&uuml;nde, wobei dieses Vorgehen vielleicht besser als alle anderen verdeutlicht, wie wenig die staatlichen Organe derzeit bereit sind, sich sch&uuml;tzend vor ihre eigenen Bildungseinrichtungen zu stellen. <\/p><p>Dass die nicht verhinderte privatwirtschaftliche &ldquo;Landnahme&rdquo; bei den Hochschulen schon viel fr&uuml;her stattgefunden hat und inzwischen weltweit auf dem Vormarsch ist, macht die Sache nicht besser. Und in einem Punkt gibt es bei Schulen und Hochschulen schon jetzt eine gro&szlig;e &Uuml;bereinstimmung: Beide Institutionen sind (wenn auch noch in unterschiedlichem Ma&szlig;e) auf &ldquo;privates&rdquo; Geld angewiesen. Um dieses zu erhalten, m&uuml;ssen sie bereit sein, betteln zu gehen und\/oder sich vor den Karren der Geldgeber spannen zu lassen.<\/p><p><strong>Neoliberale Schulkonzepte<\/strong><\/p><p>Wie an anderer Stelle bereits angedeutet, k&uuml;mmern sich die mit Bildungsfragen befassten Stiftungen, von denen es inzwischen ebenfalls sehr viele gibt, nicht so sehr um das (oftmals im Rahmen von Wettbewerben vorgenommene) Verteilen materieller G&uuml;ter, sondern mehr um die von ihnen gewollte Neuausrichtung des Schulwesens. Man k&ouml;nnte auch so sagen: W&auml;hrend einzelne Unternehmen und Konzerne mit ihren gesponserten Projekten und Materialien das Feld bereiten, geht es den Stiftungen um die (darauf aufbauende) Etablierung eines ihnen genehmen Schulsystems.<\/p><p>Wohin diese Reise gehen k&ouml;nnte, l&auml;sst sich an Beispielen wie den US-amerikanischen Charter Schools, den englischen Free Schools oder den von der FDP ins Spiel gebrachten &ldquo;B&uuml;rgerschulen&rdquo; schon recht gut ablesen.[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] Charter Schools und Free Schools sind Privatschulen, die aber kein Schulgeld erheben m&uuml;ssen, da sie vollst&auml;ndig vom Staat finanziert werden. Vergleichbares gibt es hierzulande insbesondere in Form der in kirchlicher Tr&auml;gerschaft befindlichen Bildungseinrichtungen.<\/p><p>Bei den nach neoliberalem Muster gestrickten (und von der OECD sehr begr&uuml;&szlig;ten) Schulen haben wir es mit Schulen zu tun, die sich vom Staat aushalten lassen, aber gleichzeitig dessen weitere Schw&auml;chung betreiben, indem sie gewinnmaximierende Strategien wie Deregulierung und B&uuml;rokratieabbau auch im Bildungsbereich verankern. Daraus ergeben sich ganz neue (und auf den ersten Blick auch durchaus attraktive) &ldquo;Freiheiten&rdquo; wie z.B. das Recht auf Selbstbestimmung der Lehrpl&auml;ne und -inhalte oder das Recht auf freie Auswahl der Lehrkr&auml;fte.<\/p><p>Die zugestandene Freiheit bei der Rekrutierung des Personals wird von vielen dieser Privatschulen wie folgt umgesetzt: Neu eingestellte Lehrer, bei denen es sich auch um Aushilfskr&auml;fte handeln kann, werden vergleichsweise schlecht bezahlt und erhalten oft nur Ein-Jahres-Vertr&auml;ge. Nicht selten wird die Zahl der zu erteilenden Unterrichtsstunden aufgestockt und\/oder die Bezahlung der Lehrer erfolgt (wie es in Florida schon vor Jahren gesetzlich festgeschrieben worden ist) nach dem Abschneiden der Sch&uuml;ler\/innen bei den standardisierten Tests, mit denen die in den Bereichen Lesen und Mathematik erbrachten Leistungen gemessen werden.<\/p><p>Ein solches Vorgehen ist allein schon wegen der sehr begrenzten Beurteilungsgrundlage ziemlich fragw&uuml;rdig. Au&szlig;erdem kann (wie in den USA bereits geschehen) eine mit Leistungsmessungen verkn&uuml;pfte &ldquo;Gehaltsberechnung&rdquo; dazu f&uuml;hren, dass die Testergebnisse gesch&ouml;nt werden, um nicht den Arbeitsplatz zu verlieren. Eine derartige &ldquo;Selbsthilfema&szlig;nahme&rdquo; wird noch verst&auml;ndlicher, wenn man sich vor Augen h&auml;lt, dass es in den (im angels&auml;chsischen Raum auch von Gro&szlig;banken und Hedgefonds betriebenen) Privatschulen keine gewerkschaftliche Vertretung gibt.<\/p><p>F&uuml;r die Charter Schools gilt dar&uuml;ber hinaus, dass sie &ndash; im Gegensatz zu den Public Schools &ndash; Sch&uuml;ler abweisen k&ouml;nnen. Zu den Besonderheiten der englischen Free Schools geh&ouml;rt die ihnen einger&auml;umte M&ouml;glichkeit, R&auml;ume in leerstehenden Ladenlokalen, B&uuml;ros oder Fabriken nutzen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Die von der Berliner FDP seinerzeit vorgeschlagenen &ldquo;B&uuml;rgerschulen&rdquo; setzen ganz auf das Prinzip der freien Schulwahl. Zu diesem Zweck haben sich die Freidemokraten f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Bildungsgutscheinen stark gemacht, die von den Sch&uuml;lern (bzw. deren Eltern) an der von ihnen bevorzugten Schule eingel&ouml;st werden k&ouml;nnen. Auf der Grundlage der anschlie&szlig;end beim Land Berlin eingereichten Gutscheine bekommen die Schulen einen festen Betrag pro Gutschein ausgezahlt.<\/p><p>Im Unterschied zu den hier vorgestellten angels&auml;chsischen Modellen ging der damalige FDP-Vorschlag noch einen wesentlichen Schritt weiter, indem er es nicht bei Neugr&uuml;ndungen von Privatschulen belie&szlig;, sondern (unter dem Motto &ldquo;Privatschulen f&uuml;r alle!&rdquo;) gleich s&auml;mtliche &ouml;ffentliche Schulen Berlins in die Verantwortung privater Tr&auml;ger (Vereine, Stiftungen oder Kirchen) &uuml;berf&uuml;hren wollte. Der Deregulierungscharakter der im Zuge dieser Umwandlung in Aussicht gestellten Freiheiten (Budgetfreiheit, Personalfreiheit und Gestaltungsfreiheit) kam vor allem bei der Konkretisierung der damit einhergehenden Absichten zum Vorschein: Arbeitszeitverl&auml;ngerung f&uuml;r Lehrkr&auml;fte und leistungsorientierte Lehrerverg&uuml;tung.<\/p><p>Mit der von Ludger W&ouml;&szlig;mann im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellten Expertise[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] liegt ein f&uuml;r den deutschsprachigen Raum sehr aktuelles neoliberales Bildungskonzept vor. Wenig &uuml;berraschend ist, dass sich die &ldquo;Standardelemente&rdquo; des marktwirtschaftlich favorisierten Schultyps auch in diesem Papier wiederfinden: Gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Autonomie f&uuml;r die komplett staatlich zu finanzierenden Privatschulen zur eigenverantwortlichen Regelung der Personal- und Budgetangelegenheiten. Dem entspricht (das an &ouml;ffentlichen Schulen bereits praktizierte) Verst&auml;ndnis der Schulleitungsaufgabe als Managementaufgabe, die das Vorhandensein von Kompetenzen &ldquo;in F&uuml;hrung, Organisation, Kommunikation und Finanzen&rdquo; erfordert.<\/p><p>Dreh- und Angelpunkt des von W&ouml;&szlig;mann vorgelegten Konzepts ist der im Schulwesen &uuml;berall zu verankernde bzw. zu verst&auml;rkende Wettbewerb. Konkret ist damit vor allem die (vom Staat zu organisierende) deutschlandweite Durchf&uuml;hrung externer Zwischen- und Abschlusspr&uuml;fungen gemeint. <\/p><p>Diese an den Staat delegierte Aufgabe kennzeichnet das in der Expertise skizzierte Verst&auml;ndnis der vom Staat einzunehmenden Rolle: Konzentration auf die den Wettbewerb f&ouml;rdernden Rahmenbedingungen. Neben den eben erw&auml;hnten externen Pr&uuml;fungen (Vergleichsarbeiten oder Zentralabitur) geh&ouml;ren dazu: Festlegung der Bildungsstandards, &Uuml;bernahme einer grunds&auml;tzlichen Schulaufsicht sowie Ausstattung aller Schulen mit einer angemessenen und &uuml;berall gleichen (d.h. pro Sch&uuml;ler zu gew&auml;hrenden) Finanzierung.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus wird die gesetzliche Abschaffung der Sprengelpflicht gefordert, damit den Eltern schon w&auml;hrend der Grundschulzeit viele Wahlm&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnet werden k&ouml;nnen. Nach W&ouml;&szlig;manns Vorstellungen entsteht daraus ein sich positiv auswirkender Druck, der alle Schulen dazu bringt, sich so gut wie m&ouml;glich anzustrengen.<\/p><p>An den Ergebnissen der deutschlandweit extern durchgef&uuml;hrten Pr&uuml;fungen lie&szlig;e sich anschlie&szlig;end ablesen, wie weit eine Schule mit ihren diesbez&uuml;glichen Anstrengungen gekommen ist. Und das sei insbesondere dann m&ouml;glich, wenn &ndash; wie W&ouml;&szlig;mann ebenfalls fordert &ndash; alle durchschnittlich erzielten Resultate ver&ouml;ffentlicht werden d&uuml;rfen. Im Falle unterdurchschnittlicher Ergebnisse m&uuml;sste die betroffene Schule in Kauf nehmen, dass sich Eltern gleich reihenweise von ihr abwenden und sie dadurch einen betr&auml;chtlichen Teil ihrer Finanzen verliert.<\/p><p>Im Verlauf seiner Ausf&uuml;hrungen betont W&ouml;&szlig;mann mehrmals, dass Wettbewerb, unbeschr&auml;nkte elterliche Wahlm&ouml;glichkeiten und die tendenziell gleiche Finanzierung &ouml;ffentlicher und in freier Tr&auml;gerschaft befindlicher Schulen ganz besonders im Interesse der benachteiligten Kinder liegt. Dahinter steckt die (unausgesprochene) Annahme, dass &ldquo;freie&rdquo; Schulen ohnehin die besseren Schulen sind und nun auch &ndash; wegen des nicht erforderlichen Schulgeldes &ndash; von nicht privilegierten Kindern besucht werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Interessant ist &ndash; und das f&auml;llt auch bei den OECD-Interpretationen der PISA-Ergebnisse oder den von zahlreichen Stiftungen ver&ouml;ffentlichten Untersuchungen immer wieder auf -, dass die fr&uuml;he Selektion der Sch&uuml;ler\/innen heftig kritisiert wird. Im Vordergrund der von W&ouml;&szlig;mann ge&uuml;bten Kritik steht die daraus resultierende Einschr&auml;nkung der elterlichen Wahlm&ouml;glichkeiten, die sich vor allem in l&auml;ndlichen Gebieten, in denen jeweils nur ein Schultyp vorgehalten werden kann, nachteilig f&uuml;r den unbedingt erforderlichen Wettbewerb auswirken w&uuml;rde.<\/p><p>Alles in allem stellt die aktuelle Expertise eine Mischung l&auml;ngst bekannter neoliberaler Ans&auml;tze dar. Eine &Uuml;bereinstimmung l&auml;sst sich auch in der Hinsicht feststellen, dass wichtige Sachverhalte ausgeklammert worden sind. In dem von W&ouml;&szlig;mann vorgestellten Konzept ist keine Rede von der Existenz eines F&ouml;rderschulwesens oder von einer m&ouml;glichen schulartbezogenen Staffelung des Pro-Kopf-Betrages. Ferner fehlt ein Hinweis darauf, wie der beh&ouml;rdliche Umgang mit den noch verbleibenden &ouml;ffentlichen Schulen zu regeln w&auml;re: Soll auch hier ein weitgehender staatlicher R&uuml;ckzug erfolgen oder nicht? Wenn nicht, w&uuml;rde der &ndash; jetzt einmal abgesehen von allen f&uuml;r eine St&auml;rkung des staatlichen Schulmonopols sprechenden Argumenten &ndash; hoch gepriesene und unter allen Schulen auszutragende Wettbewerb unter h&ouml;chst unfairen Bedingungen stattfinden. <\/p><p><strong>Zusammenfassung und Interpretationen<\/strong><\/p><p>Wie gezeigt werden konnte, steht das &ouml;ffentliche Schulsystem in Deutschland seit dem Jahr 2000 unter einem doppelten Beschuss: Schulpolitiker und -beh&ouml;rden ziehen die Anforderungsschrauben immer fester an, ohne die f&uuml;r eine Bew&auml;ltigung dieser Aufgabenlast erforderlichen Gelder auch nur ann&auml;hernd ausreichend zur Verf&uuml;gung zu stellen. Das hat die Schulen immer anf&auml;lliger f&uuml;r die &ldquo;Penetrationsversuche&rdquo; der (Gro&szlig;-)Unternehmen gemacht, denen es gelungen ist, im Gewand wohlt&auml;tiger und -wollender Stifter und Sponsoren aufzutreten. Im Ergebnis ist es zu einer enormen Ausdehnung des ohnehin seit langem gegebenen privatwirtschaftlichen Einflusses auf das staatliche Handeln in Schulangelegenheiten gekommen. Der mittlerweile erreichte Zustand ist dadurch gekennzeichnet, dass Staat und Wirtschaft in allen zentralen Punkten an einem Strang ziehen.<\/p><p>Der (noch feststellbare) Unterschied besteht lediglich darin, dass die staatlicherseits verfolgten Ambitionen etwas st&auml;rker bem&auml;ntelt und somit nicht so klar nachweisbar sind. Trotzdem kann auf der Grundlage der bereits in Gang gesetzten staatlichen Handlungen davon ausgegangen werden, dass der neoliberale Zug weitgehend unbehelligt an Fahrt aufnehmen wird.<\/p><p>Daf&uuml;r spricht auch, dass &ndash; von einer gr&ouml;&szlig;eren Ausnahme abgesehen &ndash; der Widerstand der direkt Betroffenen kaum ins Gewicht f&auml;llt und &ndash; falls sich die Situation in dieser Hinsicht doch noch einmal &auml;ndern sollte &ndash; wie gehabt neutralisiert werden kann. Zum besseren Verst&auml;ndnis dieser Einsch&auml;tzung sollen einige der hierf&uuml;r in Frage kommenden Gr&uuml;nde etwas genauer angesprochen werden.<\/p><p>Gleich ins Auge fallend ist die best&auml;ndige Zunahme an arbeitsintensiven Aufgaben, f&uuml;r die immer weniger Zeit zur Verf&uuml;gung steht. Und das bedeutet nat&uuml;rlich auch, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit den hintergr&uuml;ndigen Absichten der vielen neu eingef&uuml;hrten Ma&szlig;nahmen kaum zu schaffen ist. <\/p><p>Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeit ohnehin h&auml;ufiger auf die n&auml;her liegenden Themen gelenkt wird: Noten, Abschaffung der Schreibschrift, Hausaufgaben, Frontalunterricht oder Bedeutung der Klassengr&ouml;&szlig;e. Auch wenn es sich dabei nicht direkt um Nebelkerzen handelt, erf&uuml;llen sie doch die Funktion einer Ablenkung von den gro&szlig;en schulpolitischen Verwerfungen.<\/p><p>Schlie&szlig;lich kann auch die von den neoliberalen Modellen (zun&auml;chst) ausgehende Faszination eine gro&szlig;e Rolle spielen. Es klingt doch erst einmal gut, wenn Schulen mit nie gekannten Freiheiten ausgestattet werden sollen, zu denen in den Augen der Lehrer\/innen nicht zuletzt das Angebot geh&ouml;rt, die Lehrpl&auml;ne selbst gestalten zu k&ouml;nnen. Dabei wird v&ouml;llig &uuml;bersehen, dass es mit dieser Gestaltungsfreiheit nicht allzu weit her sein kann, wenn sich am Ende alle Sch&uuml;ler\/innen deutschlandweit denselben (d.h. nur in Nuancen voneinander abweichenden) Pr&uuml;fungen unterziehen m&uuml;ssen. Und wie es letztlich um den Freiheitsgehalt einer auf &ldquo;hire and fire&rdquo; angelegten Personalfreiheit und einer stets von Einbu&szlig;en bedrohten Budgetfreiheit bestellt ist, bedarf keiner weiteren Erl&auml;uterung.<\/p><p>Nicht anders sieht es bei den schon jetzt in den Schulen gegebenen Ungereimtheiten aus: Fokussierung auf kognitiv (insbesondere in den F&auml;chern Deutsch, Mathematik und Englisch) zu erbringende Leistungen gegen ein Eingehen auf die individuellen St&auml;rken und Bed&uuml;rfnisse eines Kindes, Etablierung von Entscheidungshierarchien gegen die f&uuml;r ein gutes Lernklima erforderliche Entwicklung eines Team-Geistes, Ausweitung der Kontrollbefugnisse gegen eine F&ouml;rderung des selbstst&auml;ndigen Denkens und Handelns, Aufsplitterung des Lernstoffes gegen ein Erkennen von Zusammenh&auml;ngen oder Schaffung konkurrenzbefeuernder Wettbewerbssituationen gegen die Entwicklung eines gemeinwohlorientierten Verantwortungsbewusstseins.<\/p><p>Zusammenfassend k&ouml;nnte man sagen, dass wir uns derzeit auf einer &ldquo;schizophrenen Irrfahrt&rdquo; in ein von neoliberalen Grunds&auml;tzen dominiertes Schulsystem befinden und dabei einen Staat an unserer Seite haben, der diese kinderfeindliche Entwicklung nicht nur zul&auml;sst, sondern gr&ouml;&szlig;tenteils aktiv unterst&uuml;tzt. Auch von den gew&auml;hlten &ldquo;Volksvertretern&rdquo; ist kaum Hilfe zu erwarten, da diese sich zwischenzeitlich so weit angen&auml;hert haben, dass sie (mit Ausnahme einiger Detailfragen) bis hin zu den Gr&uuml;nen in dasselbe schulpolitische Horn sto&szlig;en. <\/p><p>Wenig tr&ouml;stlich ist, dass wir es am Ende dieser Fahrt mit einem ziemlich widerspruchsfreien Schulsystem zu tun haben k&ouml;nnten, in dem es nur noch um die Produktion einer perfekt angepassten Elite von &ldquo;Leistungstr&auml;gern&rdquo; geht,  w&auml;hrend der &ldquo;nicht verwertbare Rest&rdquo; erneut in die F&ouml;rderschulen verbannt wird. <\/p><p>Aber auch unabh&auml;ngig von dieser ziemlich gruseligen Vision ist bei einem ungebremsten Fortschreiten der derzeitigen Entwicklung auf jeden Fall damit zu rechnen, dass den wenigen Gewinnern viele Verlierer (und zwar einschlie&szlig;lich des gesamten schulischen Personals) gegen&uuml;berstehen werden und dass die wertvollsten Inhalte, f&uuml;r die schulische Bildung lange Zeit auch gestanden hat, nur noch als schm&uuml;ckendes Beiwerk eine Rolle spielen werden: Mitmenschlichkeit, Toleranz, Respekt, R&uuml;cksichtnahme, Solidarit&auml;t, Demokratie und Moral. <\/p><p>Angesichts eines solchen Szenarios sollten wir (und damit sind eben nicht nur die stark belasteten Lehrer\/innen gemeint) trotz des Umfangs der schon etablierten Umstrukturierungen und trotz unseres derzeit &ldquo;pflichtvergessenen&rdquo; Staates nicht resignieren und die H&auml;nde in den Scho&szlig; legen. Mit Forderungen nach besserer Finanzierung, einer Abschaffung des Kooperationsverbotes und einem blo&szlig;en Erhalt unseres &ouml;ffentlichen Schulwesens ist es dabei allerdings nicht getan. Als weitere Forderung muss die R&uuml;cknahme aller bereits vorgenommenen neoliberalen Weichenstellungen hinzukommen.<\/p><p>Nur so wird es m&ouml;glich sein, unsere Schulen (und Sch&uuml;ler) aus dem jetzigen W&uuml;rgegriff zu befreien. Es muss eine Art Paradigmenwechsel stattfinden, der in einer Umkehr besteht und sich an einem Beispiel auch ganz schlicht beschreiben l&auml;sst: Heutzutage m&uuml;ssen Lehrer\/innen unterrichten, was den extern erarbeiteten Inhalten von Vergleichstests entspricht, w&auml;hrend sie fr&uuml;her s&auml;mtliche Klassenarbeiten so gestalten konnten, dass diese zu ihrem zuvor erteilten Unterricht passten. Nat&uuml;rlich mussten sich auch die damaligen Lehrer\/innen an Lehrpl&auml;ne halten, waren aber (ungeachtet anderer Belastungen) deutlich weniger eingezw&auml;ngt und ferngesteuert.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] Magda von Garrel ist Sonderp&auml;dagogin (Fachbereiche: Sprachbehinderungen und Verhaltensst&ouml;rungen) sowie Diplom-Politologin und war als Integrationslehrerin an Grund-, Haupt-, Sonder- und Berufsschulen t&auml;tig. Zuletzt erschien von ihr &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.v-r.de\/de\/instandsetzungspaedagogik\/t-0\/1008760\/\">Instandsetzungsp&auml;dagogik Integrationsans&auml;tze f&uuml;r lernentw&ouml;hnte Kinder<\/a>&ldquo; im Verlag Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Der vom derzeitigen Wirtschaftsminister Gabriel k&uuml;rzlich ins Spiel gebrachte Vorschlag, die von V&auml;tern nicht geleisteten Unterhaltszahlungen durch Wegnahme des F&uuml;hrerscheins zu erzwingen, liegt eher im Interesse der von Kostensenkungen profitierenden Sozialkassen als im Interesse der allein erziehenden M&uuml;tter, denen es angesichts der zumeist kleinen Summen ziemlich egal sein kann, aus welcher Quelle das ihnen &uuml;berwiesene Geld stammt. Bei der angedachten Ma&szlig;nahme wurde au&szlig;erdem nicht ber&uuml;cksichtigt, dass sehr viele unterhaltspflichtige V&auml;ter zahlungsunf&auml;hig sind und\/oder gar kein Auto haben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Weitere interessante Informationen zum Hin und Her der hessischen Schulpolitik finden sich in dem von Valentin Merkelbach verfassten Beitrag &ldquo;<em>Schulfrieden in Hessen? Die Mittelstufenschule als L&ouml;sung des Hauptschulproblems<\/em>&ldquo;, Februar 2014, Quelle: <a href=\"http:\/\/www.valentin-merkelbach.de\">valentin-merkelbach.de<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Im Sinne von Selbstreflexionen ist gegen eine h&auml;ufigere &Uuml;berpr&uuml;fung der Wirksamkeit des eigenen Handelns auch nichts einzuwenden, aber es kommt doch sehr darauf an, um welche Fragen es dabei geht: Stehen die in Zahlen ausgedr&uuml;ckten Ergebnisse diverser Leistungsmessungen im Vordergrund der &Uuml;berlegungen oder geht es beispielsweise um die Absicht, die den Kindern angeborene Freude am Lernen so lange wie m&ouml;glich zu erhalten?<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] In einem Artikel vom 21. 06. 2016 geht auch die S&uuml;ddeutsche Zeitung auf dieses Problem ein: &ldquo;<em>Schulleiter, die schlecht bezahlten Pr&uuml;gelknaben<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Auch dieser Ansatz ist nicht grunds&auml;tzlich falsch, muss aber trotzdem als fragw&uuml;rdig bezeichnet werden, weil er mit einer sehr einseitigen &ldquo;Zurichtung&rdquo; der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler verbunden ist.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Vgl. hierzu weitere Ausf&uuml;hrungen der Autorin in: &ldquo;<em>K&ouml;nigswege aus der Armut? H&ouml;here Bildungsabschl&uuml;sse und deren perspektivisches Potenzial<\/em>&ldquo;,  Forum Wissenschaft Nr. 1, M&auml;rz 2016<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Klaus Klemm, &ldquo;<em>Finanzierung und Ausstattung der deutschen Grundschulen<\/em>&ldquo;, Gutachten im Auftrag des Grundschulverbandes e. V., Essen, Juni 2016<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Die Angaben beruhen auf dem von Johanna Henkel-Waidhofer verfassten Beitrag &ldquo;<em>Das Zittern der Lehrer<\/em>&ldquo;. Der im Internet am 18. 05. 2016 ver&ouml;ffentlichte Beitrag ist in der Ausgabe 268 der  KONTEXT: Wochenzeitung erschienen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Stand 2011 laut Kurzmeldung in der Berliner Morgenpost\/Wochenend-Extra vom 05.\/06. 03. 2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Vgl. hierzu den auch im Internet ver&ouml;ffentlichten Artikel von Rolf Steinbacher &ldquo;<em>Kunden im Klassenzimmer<\/em>&ldquo;, S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 21. 01. 2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Siehe den am 29. 04. 2013 erschienenen offenen Brief an die Bildungsministerinnen und -minister der L&auml;nder, der anl&auml;sslich der von Lobby-Control (Initiative f&uuml;r Transparenz und Demokratie) herausgegebenen Brosch&uuml;re &ldquo;<em>Lobbyismus in Schulen, Ein Diskussionspapier &uuml;ber Einflussnahme auf den Unterricht und was man dagegen tun kann<\/em>&rdquo; geschrieben worden ist.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Gegen die Herausgabe der Liste, in der f&uuml;r den Zeitraum vom Beginn der 18. Wahlperiode bis zum 20. November 2015 alle durch Lobbyisten im Bundestag vertretenen Verb&auml;nde, Organisationen und Unternehmen (einschlie&szlig;lich der Anzahl der von ihnen entsandten Mitarbeiter\/innen) aufgef&uuml;hrt sind, hat sich der Bundestag (allen voran die CDU\/CSU-Fraktion) vehement gewehrt und sich nicht gescheut, zu diesem Zweck Anw&auml;lte zu engagieren, die daf&uuml;r mit einem steuerfinanzierten Gesamthonorar von 91.228,96 Euro verg&uuml;tet worden sind.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Als Beispiel sei die Bertelsmann SE &amp; Co. KGaA genannt, die (wie ALDI S&Uuml;D, Super RTL, Commerzbank und viele andere) zum Stifterrat der Stiftung Lesen geh&ouml;rt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Sehr viel umfassendere Angaben zum Schulsponsoring finden sich in der online ver&ouml;ffentlichten schriftlichen Wiedergabe des mit Tim Engartner im SWR2 am 20. September 2015 gef&uuml;hrten Gespr&auml;chs zum Thema &ldquo;<em>P&auml;dagogisch bedenklich, Problematische Unterrichtsmaterialien<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Die zitierten &Uuml;berschriften finden sich auf S. 3 der GEW-Brosch&uuml;re &ldquo;<em>Neue Aufgaben &ndash; neue M&auml;rkte: Wie mit Dienstleistungen an Schulen Geld verdient wird<\/em>&ldquo;, Privatisierungsreport &ndash; 9, M&auml;rz 2010<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Die Angaben zu den hier vorgestellten Privatschulformen beruhen weitgehend auf der GEW-Brosch&uuml;re &ldquo;<em>Private Stiftungen versus demokratischer Staat &ndash; wie der Neoliberalismus weltweit das &ouml;ffentliche Bildungswesen untergr&auml;bt<\/em>&ldquo;, Privatisierungsreport &ndash; 13, Mai 2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Ludger W&ouml;&szlig;mann, &ldquo;<em>Ein wettbewerblicher Entwurf f&uuml;r das deutsche Schulsystem<\/em>&ldquo;, Expertise im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Online-Ver&ouml;ffentlichung vom 12. Juni 2016<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hierzulande geht es den &ouml;ffentlichen Schulen in vielerlei Hinsicht &auml;hnlich wie den alleinerziehenden M&uuml;ttern, die von Hartz IV leben m&uuml;ssen: Sie werden finanziell &auml;u&szlig;erst knappgehalten,[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35027#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] stark kontrolliert, mit Erwartungen &uuml;berh&auml;uft und zur Einhaltung vieler neuer Vorschriften verpflichtet. Mit anderen Worten haben wir es in beiden F&auml;llen mit einem &ldquo;Vater Staat&rdquo; zu tun, der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35027\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[151,127,152,161],"tags":[373,430,1282,372,1303,284,1055,1103,866,1526,371,288,561,413,408,1625,508],"class_list":["post-35027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildungspolitik","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-schulsystem","category-wertedebatte","tag-oekonomisierung","tag-bildungsausgaben","tag-bildungsinklusion","tag-bildungsreform","tag-bildungsselektion","tag-deregulierung","tag-fluechtlinge","tag-ganztagsschule","tag-konkurrenzdenken","tag-nachtwaechterstaat","tag-pisa","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-privatschulen","tag-schlanker-staat","tag-soziale-herkunft","tag-stiftungen","tag-wirtschaft-in-der-schule"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35027"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51339,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35027\/revisions\/51339"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}