{"id":3504,"date":"2008-10-10T15:05:12","date_gmt":"2008-10-10T13:05:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3504"},"modified":"2015-11-09T11:40:12","modified_gmt":"2015-11-09T10:40:12","slug":"mit-dieser-bundesregierung-wird-der-bock-zum-gaertner-fortsetzung-steinbrueck-und-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3504","title":{"rendered":"Mit dieser Bundesregierung wird der Bock zum G\u00e4rtner \u2013 Fortsetzung Steinbr\u00fcck und Co."},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten schon zweimal darauf hingewiesen (<a href=\"?p=3496\">7. Oktober 2008<\/a> und <a href=\"?p=3499\">8. Oktober 2008<\/a>), wie jetzt systematisch und offensichtlich in einer Publicrelations-Aktion geplant Merkel und Steinbr&uuml;ck zu Krisenmanagern hochstilisiert werden. Wir wurden auf weitere &auml;hnliche Medienprodukte wie im Tagesspiegel und der Zeit aufmerksam gemacht. Siehe Anhang. Gleichzeitig kam von unseren Nutzern die Anregung, auf einige Dokumente aufmerksam zu machen, die zeigen, wie eng die Vertreter unserer Bundesregierung mit der Finanzindustrie und mit der Krise verbunden sind. Diese Anregung greifen wir gerne auf und verbinden dies mit der dringlichen Bitte, die Dokumente zu nutzen und diese Informationen weiter zu geben. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nDie Dokumente belegen, dass die regierende Koalition die obskuren Finanzprodukte, die eine der Hauptursachen der jetzigen Finanzkrise sind, auf innige Weise gef&ouml;rdert hat. Die heute Regierenden sind eng mit den Interessen der Finanzindustrie verflochten. Das wird auch belegt durch die Tatsache, dass sie die F&ouml;rderung dieser Finanzindustrie bisher nicht revidiert haben. Im einzelnen:<\/p><ol>\n<li>Im <a href=\"http:\/\/www.cducsu.de\/upload\/koavertrag0509.pdf\">Koalitionsvertrag [PDF &ndash; 2 MB]<\/a> von CDU, CSU und SPD ist ein Kapitel auf den Seiten 87 und 88 der &bdquo;Finanzmarktpolitik&ldquo;21 gewidmet. Dort wird der Deregulierung das Wort geredet. &Uuml;berfl&uuml;ssige Regulierungen sollen abgebaut werden. Es wird der Ausbau des Verbriefungsmarktes, von PPP, von Reits und die Fortentwicklung des Unternehmensbeteiligungsgesetzes gefordert. Produktinnovationen und neue Vertriebswege m&uuml;ssen nachdr&uuml;cklich unterst&uuml;tzt werden, hei&szlig;t es dort. Die Finanzmarktaufsicht soll mit Augenma&szlig; vorgehen. Das alles und vieles mehr seien vordringliche Ma&szlig;nahmen zur St&auml;rkung des Finanzplatzes Deutschland. &ndash;<br>\nNutzen Sie dieses Papier, um ihren Gespr&auml;chspartnern zu zeigen, wes Geistes Kind unsere Regierenden sind.<\/li>\n<li>Besonders deutlich wird die Finanzplatz-F&ouml;rderungs-Ideologie in einem Aufsatz des damaligen Abteilungsleiters und heutigen Staatssekret&auml;rs im Bundesfinanzministerium <a href=\"upload\/pdf\/081010_Asmussen.pdf\">J&ouml;rg Asmussen in der Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Kreditwesen vom 26.9.2006 [PDF &ndash; 228 KB]<\/a>. Dort beschreibt dieser mitten in der Finanzkrise noch bef&ouml;rderte Mitarbeiter Steinbr&uuml;cks unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Verbriefungen aus Sicht des Bundesfinanzministeriums&ldquo;, was die Bundesregierung alles getan hat und tun will, um Verbriefungen m&ouml;glich zu machen. Interessant ist dabei auch noch der Hinweis, dass die im deutschen Bundesfinanzministerium eingeleiteten Reformen zu Gunsten der Verbriefungen und des Casinobetriebs auf der Basis eines Gutachtens der Boston Consulting Group gemacht worden sind. Diese Beratungsgruppe hat sich als Lobbyorganisation der Finanzindustrie erwiesen. Und unsere Beamten unter Leitung des Ministerialdirektors Asmussen machen sich selbstverst&auml;ndlich die Empfehlungen dieser Lobbyorganisation zu Eigen. Das zeigt die Verfilzung. Das zeigt die politische Korruption, deren Opfer wir als Steuerzahler heute sind.<br>\nWer so argumentiert, wer so eng mit der Finanzindustrie schon ideologisch verbunden ist, ist unf&auml;hig, die jetzt anstehenden neuen Regulierungen einzuleiten. Dieser Staatssekret&auml;r ist ein Vertreter der Finanzindustrie im Bundesfinanzministerium und nicht ein Vertreter des Volkes gegen&uuml;ber der Lobby.<br>\nNutzen Sie dieses Papier f&uuml;r Ihre Informationsarbeit unter ihren Bekannten. Eigentlich w&auml;re der R&uuml;cktritt dieses Staatssekret&auml;rs f&auml;llig. Fragen Sie Ihre SPD- und CDU\/CSU-Abgeordneten, warum sie diesen R&uuml;cktritt nicht fordern.<\/li>\n<li>Zur Information wichtig sind auch einige Regierungserkl&auml;rungen und Reden. So zum Beispiel die <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_82\/DE\/Presse\/Reden_20und_20Interviews\/095__Regierungserkl__Finanzmaerkte.html\">Regierungserkl&auml;rung Steinbr&uuml;ck<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_88\/sid_10687D196B023522A2B1F8785723B7B5\/DE\/Presse\/Reden_20und_20Interviews\/093__Bundeshaushalt__09.html\">Steinbr&uuml;ck zum Haushalt<\/a>. Dort feiert der Bundesfinanzminister die sinkende Staatsquote. Der Staat wurde arm gemacht. Es wurde &uuml;berall gespart. Jetzt werden die Banken aber kr&auml;ftig gef&uuml;ttert.<br>\nAuch <a href=\"http:\/\/www.bundeskanzlerin.de\/nn_5296\/Content\/DE\/Rede\/2008\/09\/2008-09-17-bt-merkel-haushalt.html\">Merkel feiert die sinkende Staatsquote<\/a>.<\/li>\n<li>Einer unserer Leser machte darauf aufmerksam, dass unser <a href=\"?page_id=2867\">Kritisches Jahrbuch<\/a> (und damit auch die NachDenkSeiten) wichtige Informationen zum Thema enthalten. Ich verweise die Leser des Kritischen Jahrbuchs auf die Seiten 179 bis 188. Sie finden die entsprechenden Beitr&auml;ge in den NachDenkSeiten unter folgenden Daten: <a href=\"?p=2250\">12.4.2007<\/a>, <a href=\"?p=2472\">9.7.2007<\/a>, <a href=\"?p=2525\">2.8.2007<\/a>, <a href=\"?p=2564\">17.8.2007<\/a>, <a href=\"?p=2595\">28.8.2007<\/a> und <a href=\"?p=2655\">26.9.2007<\/a>. Schon damals war die Krise erkennbar und sie hatte schon begonnen. Die uns Regierenden haben das erst jetzt entdeckt. Vergleichen Sie deshalb unsre fr&uuml;heren Beitr&auml;ge mit den Einlassungen von Frau Merkel, Herrn Steinbr&uuml;ck und so weiter.<\/li>\n<li>Die vergangenen Fehlleistungen sind schon beachtlich. <strong>Das heute wirklich Brisante ist jedoch, dass die handelnden Personen f&uuml;r die Zukunft nichts gelernt haben.<\/strong> Beim vorl&auml;ufigen Stopp des B&ouml;rsengangs der Bahn musste der Bundesfinanzminister zum Jagen getragen werden. All die anderen F&ouml;rderungen der Finanzindustrie sind noch in Kraft.\n<ul>\n<li>Haben Sie etwas davon geh&ouml;rt, dass die eingef&uuml;hrte F&ouml;rderung der Verbriefungen zur&uuml;ckgenommen wurde oder zur&uuml;ckgenommen werden soll?<\/li>\n<li>Haben Sie etwas davon geh&ouml;rt, dass die Bundesregierung ihre F&ouml;rderung von PPP einstellt? Die Revision des &Ouml;PP-Beschleunigungsgesetzes ist &uuml;berf&auml;llig.<\/li>\n<li>Haben Sie etwas davon geh&ouml;rt, dass die Steuerbefreiung f&uuml;r Heuschrecken (die Steuerfreiheit der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen), die unter Beteiligung des erw&auml;hnten Asmussen in der Zeit von Schr&ouml;der und Eichel zum 1.1.2002 eingef&uuml;hrt wurde, zur&uuml;ckgenommen wurde oder zur&uuml;ckgenommen werden soll?<\/li>\n<li>Haben Sie etwas davon geh&ouml;rt, dass die Bundesregierung den R&uuml;cktritt des Josef Ackermann gefordert hat, der mit seinen Renditevorstellungen von 25% und mehr wesentlich zur F&ouml;rderung des Casinobetriebs beigetragen hat? Er hat die Atmosph&auml;re vergiftet. Er hat Unternehmen und Unternehmer, die zusammen mit den Arbeitnehmern Werte sch&ouml;pfen, aber nie im Leben 25% Rendite erreichen k&ouml;nnen, als dumme Jungs dastehen lassen. Er ist dennoch nach wie vor gefragter Berater von Frau Merkel.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol><p><strong>Anlagen:<\/strong><\/p><p><strong>Weitere Lobeshymnen auf Steinbr&uuml;ck etc.<\/strong><br>\nHinweise unserer Leser:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>Im Zusammenhang mit der gegenw&auml;rtigen Hofberichterstattung empfehle ich Ihnen: Der Krisenmanager in der <strong>WAZ<\/strong>-Ausgabe vom 9.10., Seite 1<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/nachrichten\/politik\/2008\/10\/9\/news-82117565\/detail.html\">www.derwesten.de<\/a><\/li>\n<li>nicht nur die <strong>Zeit<\/strong> reiht sich artig ein in die staatsb&uuml;rgerlichen Erfordernisse unser aller PR-Welt, leider auch die ansonsten so bemerkenswert leidenschaftslose <strong>Neuer Z&uuml;rcher Zeitung<\/strong>. Er ist leider online ohne Kosten nicht verf&uuml;gbar). Deren Redaktion scheint &uuml;berzeugt zu sein, dass sich ihr Lesepublikum an die Steinbr&uuml;ckschen wirtschaftspolitischen Entscheidungen der letzten Jahre &uuml;berhaupt nicht mehr erinnert. Denen sollte man vielleicht mal Ihren exzellenten Bericht &bdquo;Wendeh&auml;lse&ldquo; anbieten&hellip;.<\/li>\n<li>auch der <strong>WDR 2<\/strong> hat zu den Lobhudeleien beigetragen. Ich glaubte meinen Ohren heute Morgen nicht zu trauen, als ich einen kurzen Beitrag h&ouml;rte, dessen unkommentiertes Fazit war, dass&nbsp;erstens Angela Merkel die politische Gewinnerin der Finanzmarktkrise ist, weil sie &ldquo;F&uuml;hrungsst&auml;rke&ldquo; bewiesen hat, und zweiter Gewinner Peer Steinbr&uuml;ck ist.<br>\nF&uuml;r wie doof halten die uns eigentlich? Glauben die wirklich, wir haben alles vergessen, was in den letzten Monaten gesagt und was nicht getan wurde?<br>\nAber NachDenkSeiten-Freunde wissen ja Bescheid. In diesem Sinne viele Gr&uuml;&szlig;e und weiter so.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten schon zweimal darauf hingewiesen (<a href=\"?p=3496\">7. Oktober 2008<\/a> und <a href=\"?p=3499\">8. Oktober 2008<\/a>), wie jetzt systematisch und offensichtlich in einer Publicrelations-Aktion geplant Merkel und Steinbr&uuml;ck zu Krisenmanagern hochstilisiert werden. Wir wurden auf weitere &auml;hnliche Medienprodukte wie im Tagesspiegel und der Zeit aufmerksam gemacht. Siehe Anhang. 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