{"id":3506,"date":"2008-10-13T09:35:48","date_gmt":"2008-10-13T07:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3506"},"modified":"2008-10-13T09:35:48","modified_gmt":"2008-10-13T07:35:48","slug":"hinweise-des-tages-751","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3506","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Euro-Gipfel beschlie&szlig;t Krisenhilfe f&uuml;r Banken<\/li>\n<li>Kampf gegen Finanzkrise: Staatsm&auml;nner proben den weltweiten Schulterschluss<\/li>\n<li>K&ouml;hler fordert Entschuldigung von Banken-Managern <\/li>\n<li>Eichels Amnesie<\/li>\n<li>Wer blo&szlig; die Banken rettet, erreicht nichts <\/li>\n<li>Sinn mal wieder: Wir sollten uns nicht verr&uuml;ckt machen lassen<\/li>\n<li>Der gef&uuml;rchtete Oskar<\/li>\n<li>Paul Krugman: What should be done?<\/li>\n<li>US- Wahlkampf und Finanzkrise<\/li>\n<li>Mehrheit der Ostdeutschen gegen Marktwirtschaft<\/li>\n<li>Die Krise kann nur bek&auml;mpft werden, wenn der Staat mehr sein wird als ein n&uuml;tzlicher Idiot<\/li>\n<li>Ist die Altersvorsorge in Gefahr?<\/li>\n<li>Leben die Rentner wirklich auf Kosten der J&uuml;ngeren?<\/li>\n<li>Der Fall Berliner Wasserbetriebe im BMZ<\/li>\n<li>Neue Betriebe binden sich nur selten an Tarifvertr&auml;ge<\/li>\n<li>Das Ja der Hamburger Alternative Liste gef&auml;hrdet den Atomausstieg<\/li>\n<li>Jeder Schritt in eine neue Nato-Erweiterungsrunde w&auml;re einer in die falsche Richtung<\/li>\n<li>Einsatz der Bundeswehr kostet fast drei Milliarden Euro<\/li>\n<li>KfW-Studienkredit wird deutlich teurer<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3506&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Euro-Gipfel beschlie&szlig;t Krisenhilfe f&uuml;r Banken<\/strong><br>\nEuropa atmet auf: Die 15 Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone haben einen Schutzschirm f&uuml;r ihr gesamtes Bankensystem beschlossen. Mit Liquidit&auml;tshilfen, Kapitalspritzen und neuen Bilanzierungsregeln f&uuml;r Banken soll die Notsituation bew&auml;ltigt werden. Auf der Grundlage dieses &ldquo;Instrumentenkastens&rdquo; werde die Bundesregierung am morgigen Montag ihr Stabilisierungsprogramm auf den Weg bringen, sagte die Kanzlerin. Unionsfraktionschef Volker Kauder best&auml;tigte am Sonntagabend, dass dieses einen Umfang von 400 Milliarden haben werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,583684,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich will nicht voreilig diese Ma&szlig;nahmen kritisieren, dazu ist das Problem zu ernst. Aber kann Europa wirklich aufatmen?<br>\nFolgendes springt ins Auge: Zun&auml;chst galt die Finanzmarktkrise vor allem als amerikanisches Problem, wir Deutsche seien von den Auswirkungen zwar betroffen, st&uuml;nden aber erheblich besser da. Dann kam die 35-Milliarden-B&uuml;rgschaft f&uuml;r die HRE. Offenbar muss aber die Krise in Deutschland noch viel tiefer gehend sein, als bisher bekannt oder zugegeben wurde. Denn nun soll allein f&uuml;r Deutschland ein Stabilisierungsprogramm von 400 Milliarden Euro auf den Weg gebracht werden. <\/em><\/p>\n<p>Das Rettungspaket f&uuml;r die vielfach gr&ouml;&szlig;eren und angeblich viel st&auml;rker betroffenen USA umfasste gerade 700 Milliarden Dollar (!). Verfolgt man die abwiegelnden Regierungserkl&auml;rungen von Steinbr&uuml;ck &uuml;ber Merkel vor nur wenigen Tagen, dann muss man den Eindruck gewinnen, dass unsere Regierung das Ausma&szlig; der Krise bei uns im Lande entweder verharmlost hat oder nicht wusste, wor&uuml;ber sie redete. <\/p>\n<p>&Uuml;ber das Ausma&szlig; der Risiken auf den Finanzm&auml;rkten auch bei uns hat bisher offenbar niemand nachgedacht, es herrschte ja der Glaube, dass diese M&auml;rkte h&ouml;chst effizient seien. Die Krise h&auml;tte es danach nie geben d&uuml;rfen. Kein Wunder, dass nun niemand wei&szlig;, wie der Krise Herr zu werden ist, als dass der Staat (sprich der Steuerzahler) daf&uuml;r gerade steht &ndash; eine Konkurserkl&auml;rung der Politik und der sie beratenden Experten.<\/p>\n<p>Man muss sich das einmal vorstellen, der Bundeshaushalt 2008 sieht Ausgaben in H&ouml;he von 283 Milliarden Euro vor, dabei wurde &uuml;ber jeden Haushaltsposten monatelang gefeilscht. Nun soll nicht behauptet werden, dass die 400 Milliarden f&uuml;r das Stabilisierungsprogramm komplett auf den Steuerzahler zukommen werden, aber diese bisher unvorstellbare Summe soll jetzt als Verf&uuml;gungsmasse der Regierung innerhalb weniger Tage durchs Parlament und den Bundesrat gepeitscht werden. Dabei wei&szlig; niemand, f&uuml;r welche Bank und f&uuml;r was genau dieses Programm eingesetzt werden soll, und schon gar niemand wei&szlig;, was von dem eingesetzten Geld jemals wieder zur&uuml;ckkommt. <\/p>\n<p>Wenn man dann noch erf&auml;hrt, dass dieses Konzept vom Bundesverband deutscher Banken (BdB), von Deutsche-Bank-Chef Ackermann, von Commerzbank-Chef Blessing und von Bundesbankpr&auml;sident Weber entwickelt wurde, dann kann einem schwarz vor Augen werden. Ein Umdenken ist von dieser Seite jedenfalls nicht zu erwarten. Diesen Herren geht es nur um die Rettung ihrer davon schwimmenden Felle. Der Streit um die Erbschaftssteuer mit einem Volumen von 4 Milliarden mutet dagegen geradezu l&auml;cherlich an. Was passiert erst, wenn die B&ouml;rsen aufgrund dieses hektischen Treibens in der Politik noch viel misstrauischer werden? Und das Vertrauen der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger kann man auch nicht st&auml;rken, wenn die Politik scheibchenweise jeden Tag zugeben muss, dass die Krise doch viel schlimmer ist als gestern noch behauptet.<\/p><\/li>\n<li><strong>Kampf gegen Finanzkrise: Staatsm&auml;nner proben den weltweiten Schulterschluss<\/strong><br>\nDie Welt demonstriert Geschlossenheit &ndash; doch Experten kritisieren das als zu vage. Der G-7-Aktionsplan gegen die Finanzkrise reicht ihnen nicht. Bei einem Treffen europ&auml;ischer Staaten soll nun Konkreteres beschlossen werden. Der britische Premier Brown spricht von der &ldquo;Stunde der Wahrheit&rdquo;. \n<p>George W. Bush demonstrierte den Willen zur Zusammenarbeit mit einem ungew&ouml;hnlichen Auftritt: Er nahm &uuml;berraschend an dem Sondertreffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder (G20) teil, die nach L&ouml;sungswegen f&uuml;r die Finanzkrise suchten. Auch sonst wurde in Washington dieses Wochenende vor allem der globale Schulterschluss geprobt. So stellten sich alle 185 Mitgliedsl&auml;nder des Internationalen W&auml;hrungsfonds IWF hinter den am Freitag beschlossenen Aktionsplan der sieben f&uuml;hrenden Industriestaaten (G7). Dieser sieht vor, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Zusammenbruch zu retten &ndash; dazu sollen &ldquo;alle notwendigen Schritte&rdquo; unternommen werden. Die G7 wollen zudem Banken aus privater und staatlicher Quelle mit ausreichend Mitteln versorgen, um das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,druck-583622,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Nur interessant, weil hier wieder einmal die Oberfl&auml;chlichkeit und Lammfr&ouml;mmigkeit der Spiegelredakteure sichtbar wird. Unkritisch, analytisch schwach.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nichts von Kontrolle des internationalen Kapitalverkehrs, nichts von Austrocknung der Steueroasen, nichts von Bek&auml;mpfung der &bdquo;Heuschrecken&ldquo;, nichts von &Uuml;berpr&uuml;fung der Finanzmarktprodukte (&hellip;)<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>K&ouml;hler fordert Entschuldigung von Banken-Managern<\/strong><br>\nK&ouml;hler geht mit der Finanzbranche hart in Gericht: Dort habe Zynismus geherrscht, sagte der Bundespr&auml;sident im SPIEGEL-Gespr&auml;ch. &rdquo; Deutschland geht harten Zeiten entgegen: F&uuml;r 2009 rechnen Experten nur noch mit 0,2 Prozent Wachstum.\n<p>&ldquo;Mehr Selbstkritik w&auml;re gut, Menschen, die sagen: Ja, hier haben wir einiges falsch gemacht, und daf&uuml;r stehen wir jetzt gerade&rdquo;, sagte K&ouml;hler dem SPIEGEL. Die Wirtschaftseliten m&uuml;ssten wieder lernen, &ldquo;was Ma&szlig; und Mitte ist, was Bodenhaftung bedeutet&rdquo;. Da sei &ldquo;eine Menge Unaufmerksamkeit, Selbstzufriedenheit, Zynismus&rdquo; im Spiel gewesen. Besonders in der angels&auml;chsisch gepr&auml;gten Finanzbranche habe man geglaubt, &ldquo;aus nichts Gold machen zu k&ouml;nnen, und das dauerhaft&rdquo;, sagt K&ouml;hler. Es sei nur noch um die Maximierung der Rendite gegangen (&hellip;)<\/p>\n<p>K&ouml;hler pl&auml;diert f&uuml;r ein &ldquo;Bretton Woods II&rdquo; &ndash; eine Konferenz mit dem Ziel, einen &ldquo;internationalen Ordnungsrahmen f&uuml;r die globale &Ouml;konomie&rdquo; zu schaffen. &ldquo;Ich w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass die Regierungen ein paar Weise ausw&auml;hlen, M&auml;nner und Frauen, wie damals unter anderen den &Ouml;konomen John Maynard Keynes, die sich den Kopf dar&uuml;ber zerbrechen, wie wir der globalisierten Welt Regeln geben.&rdquo;<\/p>\n<p>Er hoffe, sagte K&ouml;hler dem SPIEGEL, die aktuelle Krise werde &ldquo;einer neuen Kultur der Gemeinsamkeit im Wettbewerb&rdquo; zum Durchbruch verhelfen. Notwendig sei auch eine &ldquo;wirksame Regulierung f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte&rdquo;, die &ldquo;Wiederentdeckung von Ethos&rdquo; bei den handelnden Personen und ein &ldquo;Fr&uuml;hwarnsystem&rdquo;, das Warnungen nicht nur f&uuml;r Experten verst&auml;ndlich mache. &ldquo;Ich halte die Krise f&uuml;r beherrschbar. Wir haben es in der Hand.&rdquo; Allerdings sorgt sich K&ouml;hler um die Reformbereitschaft der Deutschen. &ldquo;Wir m&uuml;ssen uns weiter als Gemeinschaft begreifen. Und zum Erfolg unserer Gemeinschaft geh&ouml;ren auch Reformen.&rdquo; Deutschland m&uuml;sse reformfreudig bleiben, mit oder ohne Finanzkrise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,583549,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> K&ouml;hler tut die Finanzmarktkrise als moralisches Versagen der &bdquo;Wirtschaftseliten&ldquo; ab und fordert einen internationalen Ordnungsrahmen, so als habe nicht gerade die deutsche Politik und der Bundespr&auml;sident vorneweg, st&auml;ndig nach Deregulierung und Entstaatlichung gerufen. War K&ouml;hler nicht geradezu der Vorbeter f&uuml;r &bdquo;freie&ldquo; und offene M&auml;rkte? War er nicht geradezu ein Einpeitscher f&uuml;r die &bdquo;Reformen&ldquo;, die gerade auch die Deregulierung der Finanzm&auml;rkte vorantrieben, etwa mit dem Finanzmarktf&ouml;rderungsgesetz, mit der F&ouml;rderung des Handels mit Derivaten, mit der Steuerbefreiung beim Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften, mit der F&ouml;rderung der Verbriefung von Krediten zu Wertpapieren, mit der Zulassung von spekulativen Fonds bis hin zur massiven Einf&uuml;hrung von PPP oder der privaten Rente, die weiteres Spielgeld ins Casino brachten?<\/em><\/p>\n<p>Es geh&ouml;rt schon ein geh&ouml;riges Ma&szlig; an Chuzpe oder schlicht ideologische Verbohrtheit dazu, wenn K&ouml;hler in einem Atemzug mit dem Versagen des Marktes weitere Reformen anmahnt, die kein anderes Ziel haben als mehr Markt und weniger Sozialstaat durchzusetzen.<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Roger Strassburg:<\/strong> Ja, lieber Herr Bundespr&auml;sident, es ging nur noch um die Maximierung der Rendite. So funktioniert die Wirtschaft nun mal. Man kann unmoralisches &ndash; und teilweise auch illegales &ndash; Handeln nicht leugnen. Warum denn, Herr Bundespr&auml;sident, haben Sie und andere sich f&uuml;r eine Politik eingesetzt, die gerade dieses Handeln nicht nur erlaubt, sondern auch noch gef&ouml;rdert hat? Sie haben Recht, mehr Selbstkritik w&auml;re gut. Wir warten noch, sehr geehrter Herr Bundespr&auml;sident, auf Ihre Entschuldigung, denn Sie haben nicht nur einiges falsch gemacht. Nein, das waren nicht Sie direkt, denn Sie unterzeichnen die Gesetze nur. Aber Sie haben diese Politik in fast jeder Ihrer Reden angemahnt. Aber was k&uuml;mmert Sie Ihr Geschw&auml;tz von gestern.<\/em><\/p>\n<p>Was haben Sie, Herr Bundespr&auml;sident, f&uuml;r L&ouml;sungsans&auml;tze, au&szlig;er den paar Floskeln von einer &ldquo;einer neuen Kultur der Gemeinsamkeit im Wettbewerb&rdquo;, was auch immer das hei&szlig;en soll, &ldquo;wirksame Regulierung f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte&rdquo;, und ein &ldquo;Fr&uuml;hwarnsystem&rdquo;. Waren Sie nicht bis vor kurzem gegen Regulierung? War Deregulierung nicht Ziel der deutschen Politik, die auch Sie gefordert haben? Ihr Ged&auml;chtnis ist sehr kurz.<\/p>\n<p>Eines haben Sie allerdings nicht vergessen: &ldquo;Wir m&uuml;ssen uns weiter als Gemeinschaft begreifen. Und zum Erfolg unserer Gemeinschaft geh&ouml;ren auch Reformen.&rdquo;. Jawohl, jetzt w&auml;ren wir wieder bei Ihrem Lieblingsthema, Reformen.<\/p>\n<p>Angesichts der Sch&auml;den, die die bisherigen Reformen angerichtet haben, w&auml;re es da nicht doch an der Zeit, an die eigene Brust zu klopfen und zu sich selbst zu sagen: &ldquo;Mehr Selbstkritik w&auml;re gut. Menschen, die sagen: Ja, hier haben wir einiges falsch gemacht, und daf&uuml;r stehen wir jetzt gerade.&rdquo;<\/p>\n<p>Also geehrter Herr Bundespr&auml;sident, gehen Sie bitte als gutes Beispiel voran.<\/p>\n<p><strong>Attac hat Recht, wenn es eine Entschuldigung von K&ouml;hler fordert: &ldquo;Mehr Selbstkritik w&auml;re gut.&rdquo;<\/strong><br>\nHorst K&ouml;hler war von 1990 bis 1993 Staatssekret&auml;r im Bundesfinanzministerium und dort f&uuml;r internationale finanzielle und monet&auml;re Beziehungen verantwortlich. Als so genannter Sherpa von Bundeskanzler Helmut Kohl und dessen pers&ouml;nlicher Vertreter bereitete er die G7-Wirtschaftsgipfel in Houston (1990), London (1991), M&uuml;nchen (1992) und Tokio (1993) vor. Von 1993 bis 1998 war K&ouml;hler Pr&auml;sident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, danach leitete er zwei Jahre lang die Europ&auml;ische Bank f&uuml;r Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE). Von 2000 bis 2004 war K&ouml;hler Gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Direktor des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailsicht\/datum\/2008\/10\/11\/attac-fordert-entschuldigung-von-koehler\/?cHash=702f666c25\">Attac<\/a><\/p>\n<p>Was die Manager wohl von solchen moralischen Appellen halten: Sie sto&szlig;en nach den Rettungsaktionen der Steuerzahler mit Champagner an und bringen Toasts aus: &bdquo;Auf alle, die ihr Geld verloren haben&ldquo;,<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaft.t-online.de\/c\/16\/49\/89\/66\/16498966.html\">T-online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hans Eichel r&uuml;hmt sich seines Kampfes f&uuml;r eine Finanzmarktregulierung. Dabei hat Rot-Gr&uuml;n das Gegenteil getan<\/strong><br>\nJetzt haben es alle vorher gewusst und schon immer vor den Gefahren eines z&uuml;gellosen Kapitalismus gewarnt. Zum Club der unerh&ouml;rten Mahner z&auml;hlt sich interessanterweise auch Hans Eichel. In einem Beitrag f&uuml;r die S&uuml;ddeutsche Zeitung schrieb der ehemalige Bundesfinanzminister, er habe, wie einst Kanzler Gerhard Schr&ouml;der, in internationalen Gremien immer wieder auf eine bessere Regulierung der Finanzm&auml;rkte gedr&auml;ngt. \n<p>Alle Vorst&ouml;&szlig;e seien aber an der &ldquo;angels&auml;chsischen Front&rdquo; abgeprallt. Dann verweist Eichel auf die neuen Spieler wie Hedge- oder Private-Equity-Fonds, Rating-Agenturen oder Pensionsfonds, die &ldquo;drastisch die Risiken an Finanzm&auml;rkten&rdquo; erh&ouml;ht h&auml;tten.<\/p>\n<p>Irgendwie muss er da was durcheinander gebracht haben. War es nicht die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung, die dem &ldquo;angels&auml;chsischen Modell&rdquo; den Weg nach Deutschland ebnete? Hat sie nicht Gesetze durchs Parlament gebracht, die die Rechte der Aktion&auml;re im Sinne der Shareholder-Value-Ideologie st&auml;rkten? <\/p>\n<p>War es nicht Eichel, der die Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Unternehmensbeteiligungen steuerfrei stellen lie&szlig; und damit das Ende der Deutschland AG beziehungsweise des Rheinischen Kapitalismus beschleunigte? Und worin besteht der Unterschied zwischen der kapitalgedeckten Riester-Rente und einem geldgierigen Pensionsfonds? Auch der Verkauf von Telekom-Aktien an eine Heuschrecke und andere Privatisierungen gingen und gehen unter tatkr&auml;ftiger Beteiligung der SPD &uuml;ber die B&uuml;hne.<\/p>\n<p>Eichels Amnesie w&auml;re nicht der Rede wert, w&uuml;rde sie nicht den Blick auf L&ouml;sungen verstellen. So aber werden neue Legenden gesponnen. Was insofern nicht &uuml;berraschen sollte, als auch die Agenda 2010, wie wir von Arbeitsminister Olaf Scholz erfahren, in Wahrheit ein linkes Projekt sein soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1612189&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/&amp;em_ivw=fr_kommentar\">FR<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> F&uuml;r NachDenkSeiten-Leserinnen und &ndash;Leser nichts Neues, aber immerhin sch&ouml;n, dass sich jetzt auch andere unseren <\/em>Einsch&auml;tzungen anschlie&szlig;en.<\/p><\/li>\n<li><strong>Schlie&szlig;t das Finanz-Casino!<\/strong><br>\nIm Angesicht der schlimmsten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte wollen es pl&ouml;tzlich alle gewusst haben: Nun sind selbst Ackermann, Westerwelle und Merkel f&uuml;r mehr Regulierung und preisen die soziale Marktwirtschaft. Doch im Detail konzentrieren sich die offiziellen Vorschl&auml;ge im Wesentlichen darauf, die Stabilit&auml;t des Finanzsystems zu erh&ouml;hen. Das ist kein falsches Anliegen, doch greift es viel zu kurz. Von Stephan Schilling.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2008\/1011\/meinung\/0067\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Wer blo&szlig; die Banken rettet, erreicht nichts <\/strong><br>\nEs wird eng. Die bisherigen Ma&szlig;nahmen zur Stabilisierung der Finanzm&auml;rkte haben nicht gereicht. Jetzt gilt es, Vertrauen auf den Finanzm&auml;rkten, bei Unternehmern, Arbeitnehmern und Konsumenten zugleich zu schaffen. Dazu muss neben den Finanzm&auml;rkten die Konjunktur stabilisiert werden. Niemand wird Vertrauen fassen und Nachfrage entfalten, dessen Einlagen zwar gesichert sind, der aber seine Kunden oder seinen Arbeitsplatz verliert.\n<p>Die schnelle Stabilisierung der Realwirtschaft ist auch unabdingbar f&uuml;r die Stabilisierung der Finanzm&auml;rkte auf l&auml;ngere Frist. Nur wenn die vielf&auml;ltigen &ldquo;Wechsel auf die Zukunft&rdquo; zur Stabilisierung der Finanzm&auml;rkte von einer prosperierenden realwirtschaftlichen Entwicklung gedeckt sind, werden die billionenschweren B&uuml;rgschaften nicht f&auml;llig werden. <\/p>\n<p>Die Konjunktur zu st&uuml;tzen kommt deutlich billiger als B&uuml;rgschaften und andere Finanzmarktma&szlig;nahmen, denen die realwirtschaftliche Fundierung fehlt. Um die Finanzm&auml;rkte wiederzubeleben, ist die Vergabe neuer Kredite entscheidend. Neue Kredite werden aber nur nachgefragt, wenn die Absatz- und Rentabilit&auml;tserwartungen der Unternehmen g&uuml;nstig sind. Das Gleiche gilt f&uuml;r das Angebot von Krediten. Da die Jongleure an den Finanzm&auml;rkten als Nachfrager f&uuml;r Kredite auf Jahre hinaus &ldquo;verbrannt&rdquo; sind, wird jede Bank froh sein, Investoren zu finden, die etwas Reales wagen wollen. <\/p>\n<p>Die EZB sollte die Zinsen sofort weiter auf mindestens zwei Prozent oder niedriger senken. Au&szlig;erdem sollten Wachstumsprogramme im Bereich Infrastruktur, Bildung und Umweltschutz in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von mindestens einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr aufgelegt werden, was f&uuml;r Deutschland 25 bis 30 Milliarden Euro w&auml;ren. Die Programme sollten mehrere Jahre laufen und &uuml;ber Kredite finanziert werden.<\/p>\n<p>In eine solche Strategie m&uuml;ssen die Tarifparteien eingebunden werden, um die Binnennachfrage nicht durch Lohnk&uuml;rzungen zu destabilisieren.<br>\nEin Gastbeitrag von Heiner Flassbeck<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/741\/313647\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Heiner Flassbeck erscheint auch in dieser Debatte wie ein Exot, weil er wie wir auf die Notwendigkeit hinweist, endlich etwas gegen die Rezession zu tun und Besch&auml;ftigung zu schaffen. Der Finanzmarkt ist zweitrangig. Es geht eben gerade nicht nur darum, wie die Kanzlerin gestern erkl&auml;rt hat, die &bdquo;Finanzsysteme zu stabilisieren&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Wie unsere Journalisten das sehen, zeigt der folgende Artikel. St&uuml;tzungspakete f&uuml;r die Konjunktur finden sie so erstaunlich, dass ein &bdquo;sogar&ldquo; davorgesetzt wird.<\/p>\n<p><em>Siehe dazu<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Milliarden f&uuml;r die M&auml;rkte<\/strong><br>\nDer Aktionsplan der f&uuml;hrenden Industriestaaten gegen die internationale Finanzkrise enth&auml;lt alles, was man sich w&uuml;nschen kann. Worauf kommt es nun an? Sie sind so weit gegangen, wie man nur gehen kann. Die f&uuml;hrenden Industriestaaten haben sich bei ihrem Treffen in Washington auf ein Ma&szlig;nahmenpaket gegen die internationale Finanzkrise geeinigt. Es enth&auml;lt alles, was man sich w&uuml;nschen kann. Neue Liquidit&auml;tshilfen, eine Teilverstaatlichung angeschlagener Institute und sogar St&uuml;tzungspakete f&uuml;r die Konjunktur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/online\/2008\/42\/aktionsplan-g7-washington\">Zeit.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Im Gespr&auml;ch: Hans-Werner Sinn. &bdquo;Wir sollten uns nicht verr&uuml;ckt machen lassen&ldquo;<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266\/Doc~E494F421C10D94F9C9E45520367479B7E~ATpl~Ecommon~SMed.html\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.faz.net\/m\/%7B9DB7DDE8-C510-45C7-A5FB-89350DB746C2%7DFile1_4.jpg\" alt=\"Hans-Werner Sinn\"><\/a><br>\n&ldquo;Bislang ist Deutschland nicht viel mehr passiert als eine gewisse Korrektur der total &uuml;berh&ouml;hten Aktienkurse&rdquo;\n<p>Herr Sinn, trauen Sie sich als Wirtschaftsforscher noch Prognosen zu?<\/p>\n<p>Ja, nat&uuml;rlich. Kommenden Dienstag ver&ouml;ffentlichen die Wirtschaftsforschungsinstitute wieder ihre Konjunkturprognose. Diese Krise hat Ihre Zunft nicht vorausgesehen. Die Finanzkrise ist seit mehr als einem Jahr im Gange. Dar&uuml;ber haben viele bereits geschrieben, ich &uuml;brigens auch. Das Ende des Konjunkturaufschwungs haben wir schon im vergangenen Winter prognostiziert. Der Abstieg des Ifo-Indexes war in den letzten Monaten atemberaubend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266\/Doc~E494F421C10D94F9C9E45520367479B7E~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Das spricht f&uuml;r sich &ndash; &bdquo;schon im Winter&ldquo; h&auml;tten Sinn und ifo das Ende des Konjunkturaufschwungs prognostiziert. Erkennbar war dies schon beim Beschluss zur dreiprozentigen Mehrwertsteuererh&ouml;hung bei den Koalitionsverhandlungen Ende 2005 und ganz konkret im vergangenen Sp&auml;tsommer, als der Konsum um 6% real eingebrochen war. Auf den Nachdenkseiten konnten Sie das damals lesen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung GG:<\/strong> Unser kluger Professor hat es schon immer gewusst, nur warnen hat er sich nicht getraut: &ldquo;Gedacht schon, aber keiner wollte die Krise herbeireden.&rdquo; Im &Uuml;brigen &ndash; und vielleicht deshalb &ndash; die alte Leier: Konjunkturprogramm? &ldquo;Daf&uuml;r m&uuml;sste erst mal die Konjunktur richtig in den Keller gehen. Das ist aber noch nicht der Fall. Die Realwirtschaft ist im Abschwung, liegt aber nicht am Boden. Der Arbeitsmarkt steht so gut wie nie da. Und die Auftr&auml;ge in den B&uuml;chern der Maschinenbauer reichen noch bis ins kommende Jahr.&rdquo; Bankenkrise? &ldquo;Wir in Deutschland sollten uns nicht verr&uuml;ckt machen lassen, auch wenn es bei uns ein Problem mit der Hypo Real Estate gibt. Unsere Banken sind nicht in &auml;hnlicher Weise betroffen wie die angels&auml;chsischen Banken.&rdquo; Sp&auml;testens jetzt sollte die gef&auml;hrliche Scharlatanerie von Sinn &amp; Co. deutlich geworden sein, geeignet allenfalls als Lachnummern mit immerhin h&ouml;herem Unterhaltungswert als der &ldquo;Scheibenwischer&rdquo;. Aber bei den sogenannten Qualit&auml;tsmedien sind sie immer noch gefragte Ratgeber &ndash; was allerdings nicht weiter verwundert, wenn man den Wirtschaftschef der S&uuml;ddeutschen, Marc Beise, im Presseclub vom 12.10.2008 sagen h&ouml;rt, nicht irgendwelche b&ouml;sen Neoliberalen seien f&uuml;r den Schlamassel verantwortlich, sondern das Vers&auml;umnis der Politik, Regeln zu setzen. Deshalb quillt Beises Chefschublade sicher auch &uuml;ber mit flammenden Manuskript-Appellen, die Finanzm&auml;rkten endlich an die Kandare zu nehmen.  Und sicher hat er auch oft daran gedacht, sie auf die Titelseite zu setzen. Gedacht schon, aber er wollte ja als verantwortungsvoller Journalist auch keine Krise herbeireden.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu Sinn passt: <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Abbitte<\/strong><br>\nDas heutige Feuilleton besch&auml;ftigt sich mit nichts anderem als mit der Krise. Das muss auch mal sein. Fanden wir. Auch aus moralischen Gr&uuml;nden. Ich habe noch im Ohr, wie Gerhard Schr&ouml;der &uuml;ber Oskar Lafontaine h&ouml;hnte, der bilde sich ein, er k&ouml;nne dem internationalen Finanzkapital Fesseln anlegen. Ich habe es auch deshalb im Ohr, weil ich fand, dass Schr&ouml;der Recht hatte. Lafontaine erschien mir als ein kleiner Mann, der seine F&auml;ustchen ballte und sie gegen Leute erhob, die mit dem Bruchteil ihres Jahreseinkommens die ganze SPD h&auml;tten aufkaufen k&ouml;nnen. Sein F&auml;usterecken hatte etwas L&auml;cherliches. Aber Lafontaine hatte Recht. Er hatte Recht nicht nur in der Analyse. Der Weg in die Katastrophe hatte begonnen mit der Entfesselung des Finanzkapitals.\n<p>Es w&auml;re dringend n&ouml;tig, einmal die Geschichte zu erz&auml;hlen, wie in den USA, in Europa, in Deutschland Politik und Gesellschaft in den letzten 25 Jahren Schritt f&uuml;r Schritt den Interessen einer immer kleineren Gruppe von international agierenden Unternehmen unterworfen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/feuilleton\/1611629_Abbitte.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch aktuell:<\/em><\/p>\n<p><strong>Der gef&uuml;rchtete Oskar<\/strong><br>\nRede im Bundestag zur Finanzmarktkrise auf YouTube<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2008\/de-gefurchtete-oskar\/\">Zeitgeistlos<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Krise die Stirn bieten<\/strong><br>\n&hellip; Vor diesem Hintergrund gilt es auch, den nun immer st&auml;rker ert&ouml;nenden Ruf nach dem Staat mit Skepsis zu betrachten. Die Verstaatlichung von Banken ist psychologisch gesehen eine paternalistische L&ouml;sung. Wer jetzt nach dem Staat ruft, muss auch erkl&auml;ren k&ouml;nnen, wie er ihn wieder loswird. In der n&auml;chsten Krise k&ouml;nnte gerade das Vertrauen in Staat und Politik von gro&szlig;en Kursverlusten bedroht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/1611651_Der-Krise-die-Stirn-bieten.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung K.F.:<\/strong> Uns&auml;glich oberfl&auml;chlich. Es ist unglaublich, wie sich die Kommentare von Frankfurter Rundschau, ZEIT und WELT &auml;hneln. Die Neoliberalen geben immer noch den Ton an. Selbst wenn sie am Tropf des verteufelten Staates h&auml;ngen.<\/em><\/p>\n<p><em>Vgl. dagegen etwa Paul Krugman<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Moment of Truth <\/strong><br>\nLast month, when the U.S. Treasury Department allowed Lehman Brothers to fail, I wrote that Henry Paulson, the Treasury secretary, was playing financial Russian roulette. Sure enough, there was a bullet in that chamber: Lehman&rsquo;s failure caused the world financial crisis, already severe, to get much, much worse.\n<p>The consequences of Lehman&rsquo;s fall were apparent within days, yet key policy players have largely wasted the past four weeks. Now they&rsquo;ve reached a moment of truth: They&rsquo;d better do something soon &mdash; in fact, they&rsquo;d better announce a coordinated rescue plan this weekend &mdash; or the world economy may well experience its worst slump since the Great Depression&hellip;<\/p>\n<p>The downward spiral accelerated post-Lehman. Money markets, already troubled, effectively shut down &mdash; one line currently making the rounds is that the only things anyone wants to buy right now are Treasury bills and bottled water. <\/p>\n<p>The response to this downward spiral on the part of the world&rsquo;s two great monetary powers &mdash; the United States, on one side, and the 15 nations that use the euro, on the other &mdash; has been woefully inadequate. Europe, lacking a common government, has literally been unable to get its act together; each country has been making up its own policy, with little coordination, and proposals for a unified response have gone nowhere.<\/p>\n<p>The United States should have been in a much stronger position. And when Mr. Paulson announced his plan for a huge bailout, there was a temporary surge of optimism. But it soon became clear that the plan suffered from a fatal lack of intellectual clarity. Mr. Paulson proposed buying $700 billion worth of &ldquo;troubled assets&rdquo; &mdash; toxic mortgage-related securities &mdash; from banks, but he was never able to explain why this would resolve the crisis.<\/p>\n<p>What he should have proposed instead, many economists agree, was direct injection of capital into financial firms: The U.S. government would provide financial institutions with the capital they need to do business, thereby halting the downward spiral, in return for partial ownership. When Congress modified the Paulson plan, it introduced provisions that made such a capital injection possible, but not mandatory. And until two days ago, Mr. Paulson remained resolutely opposed to doing the right thing.<\/p>\n<p>But on Wednesday the British government, showing the kind of clear thinking that has been all too scarce on this side of the pond, announced a plan to provide banks with &pound;50 billion in new capital &mdash; the equivalent, relative to the size of the economy, of a $500 billion program here &mdash; together with extensive guarantees for financial transactions between banks. And U.S. Treasury officials now say that they plan to do something similar, using the authority they didn&rsquo;t want but Congress gave them anyway.<\/p>\n<p>The question now is whether these moves are too little, too late. I don&rsquo;t think so, but it will be very alarming if this weekend rolls by without a credible announcement of a new financial rescue plan, involving not just the United States but all the major players. Why do we need international cooperation? Because we have a globalized financial system in which a crisis that began with a bubble in Florida condos and California McMansions has caused monetary catastrophe in Iceland. We&rsquo;re all in this together, and need a shared solution. What should be done? The United States and Europe should just say &ldquo;Yes, prime minister.&rdquo; The British plan isn&rsquo;t perfect, but there&rsquo;s widespread agreement among economists that it offers by far the best available template for a broader rescue effort.<\/p>\n<p>And the time to act is now. You may think that things can&rsquo;t get any worse &mdash; but they can, and if nothing is done in the next few days, they will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iht.com\/articles\/2008\/10\/10\/opinion\/edkrugman.php\">International Herald Tribune<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Noam Chomsky: Wahlkampf und Finanzkrise<\/strong><br>\nIn einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft w&uuml;rde ein politischer Wahlkampf solche fundamentale Themen ansprechen, w&uuml;rde die Ursachen ergr&uuml;nden und die Heilmittel; er w&uuml;rde die Wege aufzeigen, mit denen die B&uuml;rger, die von den Folgen der Krise betroffen sind, effektiv die Kontrolle zur&uuml;ckerlangen k&ouml;nnen. Der Finanzmarkt &ldquo;vernachl&auml;ssigt die Risiken&rdquo; und ist &ldquo;systematisch ineffizient&rdquo;, haben die beiden Wirtschaftswissenschaftler John Eatwell und Lance Taylor bereits vor einem Jahrzehnt geschrieben. Sie warnten vor den extremen Gefahren der Liberalisierung der Finanzm&auml;rkte und den damit einhergehenden immensen Kosten (&hellip;)\n<p>Die Liberalisierung der Finanzm&auml;rkte hat Auswirkungen, die weit &uuml;ber das Wirtschaftssystem hinausreichen. Sie ist seit langem eine effektive Waffe gegen Demokratie. Der freie Kapitalfluss schafft etwas, das manche als &ldquo;virtuelles Parlament&rdquo; bezeichnet haben, in dem Investoren und Geldgeber sitzen. Sie beobachten die Entscheidungen von Regierungen sehr genau und &ldquo;stimmen ab&rdquo;, wenn sie den Eindruck haben, dass dieses Handeln irrational ist; dann n&auml;mlich, wenn es sich eher am Nutzen aller ausrichtet statt am Nutzen des privaten Kapitals (private power) (&hellip;)<\/p>\n<p>&ldquo;Politik ist der Schatten, den das Big Business auf die Gesellschaft wirft&rdquo;, stellte John Dewey, Amerikas f&uuml;hrender Sozialphilosoph des 20. Jahrhunderts, fest. &ldquo;Und es wird so bleiben, so lange diese Kr&auml;fte vorherrschen in der Gesch&auml;ftswelt, die nach privaten Profiten streben &ndash; durch die private Kontrolle des Bankensystems, des Grundst&uuml;cksmarktes, der Industrie, verst&auml;rkt durch den Einfluss von Presse, Presseerzeugnisse und anderen Formen der &ouml;ffentlichen Propaganda.&rdquo; Eigentlich haben die Vereinigten Staaten ein Ein-Parteien-System, die Business-Partei, mit zwei Fraktionen: Republikanern und Demokraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/spezial_kreditkrise\/1611628_Wahlkampf-und-Finanzkrise.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Mehrheit der Ostdeutschen gegen Marktwirtschaft<\/strong><br>\nDie Marktwirschaft ist untauglich, staatliche Rettungsaktionen f&uuml;r Pleite-Banken sind Unsinn und die Sehnsucht nach dem Sozialismus ist gro&szlig;. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. Vor allem die j&uuml;ngere Generation ist f&uuml;r ein sozialistisches Wirtschaftssystem. Und das nicht nur bei den W&auml;hlern der Linken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article2562267\/Mehrheit-der-Ostdeutschen-gegen-Marktwirtschaft.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ist diese Stimmung nach den Versprechungen, die die Marktwirtschaft erf&uuml;llen sollte, und den darauf folgenden Entt&auml;uschungen wirklich so erstaunlich?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl: Was die Not lehrt<\/strong><br>\nDas vormals so laute Geschrei nach freien M&auml;rkten ist verstummt: Aus der Staatsverspottung ist eine Staatsverg&ouml;tterung geworden. Doch die Krise kann nur bek&auml;mpft werden, wenn der Staat mehr sein wird als ein n&uuml;tzlicher Idiot.\n<p>Die gro&szlig;e Krise &ouml;ffnet also die Augen daf&uuml;r, was falsch gemacht worden ist und auch daf&uuml;r, wie man sich in Deutschland hat ins Bockshorn jagen lassen &ndash; zum Beispiel von der EU-Kommission, die am liebsten das System der Sparkassen schon l&auml;ngst zerschlagen h&auml;tte, weil es angeblich nicht in das EU-Bild vom freien Wettbewerb passt; jetzt gelten die beschmunzelten Sparkassen als Hort der Stabilit&auml;t in der Gro&szlig;krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/736\/313642\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ist die Altersvorsorge in Gefahr?<\/strong><br>\nF&uuml;r die gesetzliche Rentenversicherung gibt es keine unmittelbaren Folgen der Krise. Ihre Auszahlungen werden im Umlageverfahren finanziert. Die arbeitende Bev&ouml;lkerung zahlt also, sofern sie sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt ist, aus dem laufenden Einkommen die Auszahlungen an die Rentner. Es gibt also keine Kapitaldeckung, die an Wert verlieren k&ouml;nnte. Die Krise k&ouml;nnte im schlimmsten Fall allerdings in einer wirtschaftlichen Depression enden und so dazu f&uuml;hren, dass die Kaufkraft der Renten stagniert oder gar f&auml;llt.\n<p>Wichtigster Tr&auml;ger der privaten Altersvorsorge sind die deutschen<strong> Lebensversicherer<\/strong>. Die Finanzkrise wirkt sich auf die Produkte der Branche unterschiedlich aus&hellip; Gleichwohl ist absehbar, dass viele Lebensversicherer f&uuml;r das kommende Jahr die &Uuml;berschussverzinsung senken m&uuml;ssen. Das schm&auml;lert die zu erwartenden Ablaufleistungen. Es ist also beim Beginn des Ruhestands mit weniger Geld zu rechnen. W&auml;re das die gesamte Folge der Krise, k&ouml;nnten die Kunden aufatmen. Es besteht aber das Risiko, dass es schlimmer kommen k&ouml;nnte. Die Liquidit&auml;t &ndash; also die Verf&uuml;gbarkeit von Geld &ndash; d&uuml;rfte anders als bei den Banken f&uuml;r die meisten Lebensversicherer zwar derzeit keine Schwierigkeit sein. Denn sie erhalten weiter die Sparraten ihrer Kunden, die gr&ouml;&szlig;er sind als die Auszahlungen f&uuml;r private Renten und f&auml;llige Kapitalpolicen&hellip;. <\/p>\n<p>Dennoch k&ouml;nnte es bei einem besonders schlimmen Verlauf der Krise auch f&uuml;r die Lebensversicherer noch bedrohlich werden, obwohl sie &uuml;berwiegend in solide Anleihen investiert haben &ndash; unter anderem auch in deutsche Staatsanleihen, die sogar an Wert gewonnen haben. Aber rund die H&auml;lfte der Anleihen stammt von Banken. Sollten diese reihenweise ausfallen, k&auml;me es zu gr&ouml;&szlig;eren Verwerfungen.<\/p>\n<p>Lebensversicherungen sind auch meist die Grundlage f&uuml;r die steuerlich gef&ouml;rderten <strong>Riester- und R&uuml;rup-Vertr&auml;ge<\/strong>, die schon mehr als 10 Millionen Deutsche abgeschlossen haben. Werden diese Policen bei Fondsgesellschaften abgeschlossen, sind die Anlagerisiken gr&ouml;&szlig;er. Allerdings m&uuml;ssen sie mindestens den Erhalt der Beitr&auml;ge garantieren. Auch die Riester-Sparpl&auml;ne der Banken gelten als sicher.<\/p>\n<p>In den <strong>Versorgungswerken<\/strong> sind rund 700.000 &Auml;rzte, Steuerberater, Architekten, Anw&auml;lte, Notare und andere Freiberufler organisiert. Sie haben sich von der Pflicht zur Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen und zahlen stattdessen in die berufst&auml;ndischen Einrichtungen ein. Diese sind &uuml;berwiegend kapitalgedeckt finanziert und zu einem kleineren Anteil &uuml;ber Umlagen. Bisher war das ein Vorteil, weil die Renten h&ouml;her sind als in der gesetzlichen Rentenversicherung. In der Finanzkrise birgt die Kapitaldeckung allerdings ein Risiko, falls der Kapitalstock stark an Wert verlieren sollte. Die Versorgungswerke arbeiten bei der Geldanlage &ndash; es geht um rund 100 Milliarden Euro &ndash; &auml;hnlich wie die Lebensversicherer. Die Aktienquote ist zwar deutlich h&ouml;her, daf&uuml;r verf&uuml;gten die Kassen nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft berufst&auml;ndischer Versorgungseinrichtungen aber auch zuletzt noch &uuml;ber stille Reserven. Diese Reserven enstehen, wenn die bilanzierten Werte der Aktien unter dem B&ouml;rsenpreis liegen. Die Versorgungwerke haben aber wie die Lebensversicherer viel in Anleihen investiert und tragen deshalb ein &auml;hnliches Systemrisiko.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D\/Doc~EAA1FE9188C134F20A04BBD9C8AD95504~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Lebensversicherungen: Es kommt auf die Police an<\/strong><br>\nLebensversicherungen gelten allgemein als Fels in der Brandung der Finanzkrise. Sorgen, ganze Assekuranz- Konzerne k&ouml;nnten hier zu Lande pleite gehen wie der US-Riese AIG, halten Experten f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Zumindest im Fall klassischer Policen drohe kein Totalausfall, was bei rund 94 Millionen in Deutschland ausgegebenen Lebensversicherungen f&uuml;r Versicherte beruhigend sein sollte. Mit abschmelzender Rendite m&uuml;ssen sie aber rechnen. Das zeigt die erste seri&ouml;se Sch&auml;tzung zur Krise, die das Analysehaus Map-Report jetzt vorgelegt hat. Demnach d&uuml;rften die Renditen klassischer Lebensversicherungen f&uuml;r 2009 im Branchenschnitt von 4,39 auf 4,24 Prozent gesenkt werden, sagt Map-Chef Manfred Poweleit\n<p>Anders ist die Lage bei fondsgebundenen Lebensversicherungen, die in den letzten Jahren im Trend lagen. F&uuml;r sie gilt die Entwarnung bei Lebensversicherungen nicht. Von den im Jahr 2007 neu verkauften Policen war fast jede vierte an Fonds (meist Aktien) gebunden, sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im Bestand machen fondsgebundene Policen zwar nur gut f&uuml;nf Prozent aus, ihre absoluten Zahlen sind aber betr&auml;chtlich: 5,1 Millionen Bundesb&uuml;rger haben eine fondsgebundene Lebensversicherung und 6,7 Millionen Menschen eine entsprechende Rentenversicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1611627&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Japanischer Versicherer meldet Konkurs an<\/strong><br>\nIn Japan ist erstmals ein Finanzinstitut als direkte Folge der amerikanischen Hypothekenkrise untergegangen. Die Lebensversicherung Yamato Life Insurance musste mit Schulden von 269,5 Mrd. Yen (3,03 Mrd. Fr.) Gl&auml;ubigerschutz beantragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/japan_versicherung_konkurs_1.1078888.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Experten&ldquo; sto&szlig;en eine brisante Diskussion in Deutschland an: Leben die Rentner wirklich auf Kosten der J&uuml;ngeren?<\/strong><br>\nRenten-Experten schlagen Alarm. Die heutigen Ruhest&auml;ndler beuten die j&uuml;ngeren Generationen aus! Der US-Forscher Laurence Kotlikoff: &bdquo;Jede Generation, die &auml;lter wird, versucht, die n&auml;chste auszubeuten.&ldquo; Die Senioren h&auml;tten eine starke Lobby und achteten genau darauf, dass es ihnen nicht schlechter geht. &bdquo;Darunter leiden alle anderen&ldquo;, so Kotlikoff in der &bdquo;Welt&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/wirtschaft\/2008\/03\/11\/leben-rentner\/auf-kosten-der-juengeren.html\">Bild<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Bild setzt die Kampagne gegen die &auml;ltere Generation fort. Auch hier wird wieder unterschlagen, was der eigentliche Nachteil der j&uuml;ngeren Generation im Vergleich zu meiner Generation ist: geringere Berufschancen, um Welten schlechtere Perspektiven.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>LobbyControl: Der Fall Berliner Wasserbetriebe im BMZ<\/strong><br>\nDer Journalist Marvin Oppong hat weitere Einzelheiten zur Mitarbeit der Berliner Wasserbetriebe im Entwicklungsministerium (BMZ) recherchiert. In der taz berichtet er in dem Artikel &ldquo;Entwicklungshilfe in eigener Sache&ldquo;, wie der der Mutterkonzern der Berliner Wasserbetriebe, die Berlinwasser Holding AG, von Mitteln aus dem Haushalt des Ministeriums profitiert. So sind Tochterfirmen an Abwasserprojekten in Albanien, Bahrain und Serbien beteiligt, die von der Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) oder der &uuml;berwiegend vom Entwicklungsministerium finanzierten GTZ gef&ouml;rdert werden. Laut Bericht des Innenministeriums von dieser Woche ist die Leiterin des Vorstandsb&uuml;ros der Berliner Wasserbetriebe von 1.8.2008 bis 31.1.2009 im BMZ im Referat &ldquo;Wasser; Energie; Stadtentwicklung&rdquo; t&auml;tig und arbeitet zum Themenbereich Infrastruktur. \n<p>Aus unserer Sicht belegen diese Recherchen eine klare &Uuml;berschneidung der Mitarbeit der Berliner Wasserbetriebe im BMZ mit deren gesch&auml;ftlichen Interessen. Dies umso mehr, wenn man bedenkt, dass sich RWE und der franz&ouml;sische Veolia-Konzern 49,9% der Anteile an den Berliner Wasserwerken teilen. Beide Unternehmen sind international im Wasser- und Energiesektor t&auml;tig. Die neue Verwaltungsvorschrift verbietet eigentlich seit Juli den Einsatz externer Mitarbeiter in Ministerien in Funktionen, &ldquo;deren Aus&uuml;bung die konkreten Gesch&auml;ftsinteressen der entsendenden Stelle unmittelbar ber&uuml;hrt&rdquo;. Die Richtlinie wird also offensichtlich nicht strikt umgesetzt. Das ist inakzeptabel und muss beendet werden. LobbyControl tritt weiter daf&uuml;r ein, die Mitarbeit von Lobbyisten in Ministerien ganz zu stoppen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2008\/10\/der-fall-berliner-wasserbetriebe-im-bmz\/\">LobbyControl<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Neue Betriebe binden sich nur selten an Tarifvertr&auml;ge<\/strong><br>\nDie Tarifbindung sinkt zumindest in Westdeutschland weiter, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zu den Austritten aus den Arbeitgeberverb&auml;nden kommt die abnehmende Neigung neuer Betriebe, sich an Tarifvertr&auml;ge zu binden. W&auml;hrend 1996 in der westdeutschen Privatwirtschaft noch 66 Prozent der Besch&auml;ftigten von einem Fl&auml;chentarifvertrag erfasst wurden, waren es 2007 lediglich 52 Prozent. In Ostdeutschland ging ihr Anteil von 48 Prozent auf 33 Prozent zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news281852\">Informationsdienst Wissenschaft e.V.<\/a><\/li>\n<li><strong>Das ja der Hamburger Alternative Liste gef&auml;hrdet den Atomausstieg<\/strong><br>\n&ldquo;Klima ohne Wenn und Aber&rdquo;, liest man auf der Internetplattform gruenes-klima.de. Seit Donnerstag wissen wir: Dieser Slogan der Gr&uuml;nen ist dummes Oppositionsgeschw&auml;tz. Kaum ist die Partei an der Macht, baut sie neue Kohlekraftwerke. &ldquo;Wie eine L&ouml;win&rdquo; habe sie gegen den Bau von Moorburg gek&auml;mpft, r&uuml;hmt sich die Hamburger Umweltsenatorin Antje Hajduk. &ldquo;Ohne Wenn und Aber&rdquo; h&auml;tte aber nur bedeuten k&ouml;nnen, aus der Koalition mit der CDU auszusteigen. Stattdessen demonstrieren Hamburgs Gr&uuml;ne Machtgeilheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/gruene-blendungen\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Bittere Wahrheit f&uuml;r Georgien<\/strong><br>\nDer russische Pr&auml;sident Dmitrij Medwedjew hat gerade seinen Vorschlag wiederholt und pr&auml;zisiert, wie er sich eine neue Sicherheitsarchitektur f&uuml;r Europa vorstellt. Man sollte ihn beim Wort nehmen. Die Europ&auml;er haben dabei freilich ein Problem. Die Nato hat sich im Georgien-Konflikt verrannt. Den Gespr&auml;chsfaden mit Moskau zu zerrei&szlig;en, war genauso dumm, wie die demonstrative Einladung an den georgischen Verteidigungsminister zum aktuellen Nato-Treffen in Budapest unsinnig ist. Das B&uuml;ndnis hat es geschafft, sich durch eine fast blinde Solidarit&auml;t mit Tiflis aus dem diplomatischen Spiel zu bringen. Das ist schon schlimm genug. Schlimmer aber ist, dass innerhalb der Nato ein neuer Konflikt mit Russland heranw&auml;chst.  Vorerst schweigen die B&uuml;ndnispartner, weil sie nicht wissen, was sie Georgien antworten sollen.\n<p>Doch Schweigen hilft nicht, und es geht auch nicht darum, den Georgiern einen Gefallen zu tun oder vor den Russen in die Knie zu gehen. Wer ein ernsthaftes Gespr&auml;ch zwischen der EU, den USA und Russland &uuml;ber eine stabile Sicherheitsarchitektur will, der muss beim Status quo bleiben. Jeder Schritt in eine neue Nato-Erweiterungsrunde w&auml;re einer in die falsche Richtung. Sarkozy hat Medwedjews Vorschlag aufgegriffen und will im n&auml;chsten Jahr mit den Verhandlungen beginnen. Georgien muss deshalb offen gesagt werden, dass sein Wunsch nach einem B&uuml;ndnis-Beitritt jetzt nicht, wenn &uuml;berhaupt jemals, erf&uuml;llt werden kann. Es w&auml;re gut, wenn die Nato dazu wenigstens nun den Mut aufbr&auml;chte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/616\/313523\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Einsatz der Bundeswehr kostet fast drei Milliarden Euro<\/strong><br>\nSeit Dezember 2001 hat der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan im Rahmen der Stabilisierungstruppe Isaf den deutschen Steuerzahler nach Informationen des SPIEGEL fast drei Milliarden Euro gekostet. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Gesine L&ouml;tzsch hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,583551,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>KfW-Studienkredit wird deutlich teurer<\/strong><br>\nDie Bankenkrise erwischt die Studenten: 43.000 haben sich bislang Geld von der KfW-F&ouml;rderbank geliehen. Jetzt zieht das Geldinstitut erneut seine Zinsen an &ndash; auf sieben Prozent. Der Schuldenberg der Studenten w&auml;chst sprunghaft an. Sie blechen auch f&uuml;r die Fehler der bundeseigenen Kreditanstalt. Im Durchschnitt liehen sich die Studenten von der KfW bislang 477 Euro im Monat. F&uuml;r viele ist ein Kredit der einzige Weg, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und gleichzeitig bis zu 500 Euro Studiengeb&uuml;hren pro Semester zu berappen. Wer beispielsweise f&uuml;r sein Bachelor-Studium einen Kredit &uuml;ber drei Jahre will, leiht sich damit gut 17.000 Euro von der KfW. Schon bislang war der zur&uuml;ckzuzahlende Betrag betr&auml;chtlich. Beginnt der Absolvent, optimistisch gerechnet, ein Jahr nach dem Studium und tilgt dann zehn Jahre lang, zahlte er bislang etwas mehr als 26.000 Euro zur&uuml;ck. Daraus werden bei gleicher Berechnung unter dem neuen Zinssatz von sieben Prozent jetzt 27.000 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,583674,00.html\">Spiegel Online Unispiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wie hie&szlig; es doch: &bdquo;Sie studieren, wir finanzieren&ldquo;. Jetzt hei&szlig;t es wohl: Diejenigen, die studieren, die finanzieren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Euro-Gipfel beschlie&szlig;t Krisenhilfe f&uuml;r Banken<\/li>\n<li>Kampf gegen Finanzkrise: Staatsm&auml;nner proben den weltweiten Schulterschluss<\/li>\n<li>K&ouml;hler fordert Entschuldigung von Banken-Managern <\/li>\n<li>Eichels Amnesie<\/li>\n<li>Wer blo&szlig; die Banken rettet, erreicht nichts <\/li>\n<li>Sinn mal wieder: Wir sollten uns nicht verr&uuml;ckt machen lassen<\/li>\n<li>Der gef&uuml;rchtete Oskar<\/li>\n<li>Paul Krugman: What should be done?<\/li>\n<li>US-<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3506\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3506"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3506\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}