{"id":35073,"date":"2016-09-20T08:43:14","date_gmt":"2016-09-20T06:43:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073"},"modified":"2016-09-20T08:43:14","modified_gmt":"2016-09-20T06:43:14","slug":"hinweise-des-tages-2715","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h01\">SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h02\">Das Erfolgsrezept des ungew&ouml;hnlichen Politikers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h03\">Realit&auml;tsverlust als Deutungshoheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h04\">Marine Le Pen will Volksabstimmung &uuml;ber franz&ouml;sischen EU-Austritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h05\">Schluss mit den Steuerdeals!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h06\">Luxemburger Steuerpolitik im Visier der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h07\">McDonald&rsquo;s droht 500 Millionen Euro Steuernachzahlung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h08\">Sinn, Schumpeter und die Zinsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h09\">R&uuml;gemer: TTIP und CETA sind Instrumente der globalen Finanz-Eliten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h10\">Armutsrisiko steigt auf h&ouml;chsten Stand seit Wiedervereinigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h11\">Nahles Betriebsrentenpl&auml;ne &ndash; ein Irrweg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h12\">Wenn vom amerikanischen Traum nichts bleibt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h13\">Die Lohnspreizung ist nicht weiter gewachsen. Ist das so?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h14\">Aufstieg der AfD &ndash; Abstiegsangst schafft Feinde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h15\">Die Freiheit sich abzuwenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h16\">Keine strahlenden, aber langlebige Abf&auml;lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h17\">Clanherrschaft und linkes Potential<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35073#h18\">Interviews mit Juncker: YouTube &uuml;bte massiven Druck auf Video-Bloggerin aus<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>SPD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>SPD stimmt f&uuml;r Ceta-Abkommen<\/strong><br>\nSPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Partei im Streit um das Freihandelsabkommen Ceta hinter sich gebracht. Beim Parteikonvent in Wolfsburg stimmte eine Mehrheit der Delegierten grunds&auml;tzlich f&uuml;r das Abkommen zwischen der EU und Kanada und damit f&uuml;r Gabriels Linie. Der SPD-Chef und Wirtschaftsminister teilte mit, zwei Drittel der Stimmberechtigten seien dem Antrag der Parteif&uuml;hrung gefolgt. Er gehe davon aus, dass die Bundesregierung nun das Abkommen unterzeichnen werde.<br>\nGabriel hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich f&uuml;r das umstrittene Abkommen ausgesprochen. H&auml;tten ihm die Delegierten die Gefolgschaft verweigert, w&auml;re seine politische Zukunft ungewiss gewesen. An dem Konvent hatte als Gast auch die kanadische Handelsministerin Chrystia Freeland teilgenommen, um ebenfalls f&uuml;r Ceta zu werben.<br>\nIn der ARD-Sendung &ldquo;Farbe bekennen&rdquo; lobte Gabriel die SPD f&uuml;r den Umgang mit dem Thema. &ldquo;Die SPD ist die einzige Partei, die in Deutschland das sachlich er&ouml;rtert hat.&rdquo; In der Union und bei der FDP habe es dagegen sofort Zustimmung gegeben, w&auml;hrend Gr&uuml;ne und Linke sofort dagegen gewesen seien &ndash; jeweils ohne dass klar gewesen sei, wie das Abkommen letztlich aussehen w&uuml;rde. &ldquo;Ich finde, die SPD kann richtig stolz auf sich sein, dass sie das F&uuml;r und Wider solcher Abkommen in Ruhe diskutiert hat mit einem langen Prozess.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-09\/spd-stimmt-mehrheitlich-fuer-ceta-abkommen\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der bundesweite Protest von 320.000 B&uuml;rgern gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta und das desastr&ouml;se Wahlergebnis in Berlin, war den Delegierten des Parteikonvents offensichtlich absolut egal. Man muss schon in einer v&ouml;llig anderen Welt leben um vor diesem Hintergrund so zu entscheiden. Doch der SPD geht es schon l&auml;ngst nicht mehr darum, die Interessen der B&uuml;rger dieses Landes zu vertreten. Man will sich nur noch, seinem Vorsitzenden folgenden, den herrschenden Eliten und den internationalen Gro&szlig;konzernen anbiedern. <\/em><br>\n<em>Mit der Zustimmung zum Freihandelsabkommen Ceta d&uuml;rfte die sp&auml;testens mit der Agenda 2010 begonnene, Metamorphose der SPD zu einer reinen Erf&uuml;llungsgehilfin der deutschen Oligarchie endg&uuml;ltig abgeschlossen sein. Es bewahrheitet sich wieder einmal die alte Parole: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Und vorw&auml;rts mit dem Projekt 18!<\/em><br>\n<em>Zum Thema TTIP und Ceta scheint bereits alles gesagt zu sein, auf den NachDenkSeiten findet man eine F&uuml;lle an Informationen. Man sollte dennoch noch einmal reflektieren, dass faktisch jede &ouml;ffentliche und subventionierte Einrichtung wie der &ouml;ffentliche Nahverkehr, wie &ouml;ffentliche Bibliotheken, wie Kinderg&auml;rten, wie Oper und Theater, Anlass zu einer Klage wegen Wettbewerbsverzerrung und Benachteiligung von privaten Investoren geben k&ouml;nnen. Man sollte sich dann erinnern beim wem man sich zu bedanken hat.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Kurt Tucholsky &ndash; An einen Bonzen<\/strong><br>\nEinmal waren wir beide gleich.<br>\nBeide: Proleten im deutschen Kaiserreich.<br>\nBeide in derselben Luft,<br>\nbeide in gleicher verschwitzter Kluft;<br>\ndieselbe Werkstatt &ndash; derselbe Lohn &ndash;<br>\nderselbe Meister &ndash; dieselbe Fron &ndash;<br>\nbeide dasselbe elende K&uuml;chenloch &hellip;<br>\nGenosse, erinnerst du dich noch?<\/p>\n<p>Aber du, Genosse, warst flinker als ich.<br>\nDich drehen &ndash; das konntest du meisterlich.<br>\nWir mu&szlig;ten leiden, ohne zu klagen,<br>\naber du &ndash; du konntest es sagen.<br>\nKanntest die B&uuml;cher und die Brosch&uuml;ren,<br>\nwu&szlig;test besser die Feder zu f&uuml;hren.<br>\nTreue um Treue &ndash; wir glaubten dir doch!<br>\nGenosse, erinnerst du dich noch?<\/p>\n<p>Heute ist das alles vergangen.<br>\nMan kann nur durchs Vorzimmer zu dir gelangen.<br>\nDu rauchst nach Tisch die dicken Zigarren,<br>\ndu lachst &uuml;ber Stra&szlig;enhetzer und Narren.<br>\nWei&szlig;t nichts mehr von alten Kameraden,<br>\nwirst aber &uuml;berall eingeladen.<br>\nDu zuckst die Achseln beim Hennessy<br>\nund vertrittst die deutsche Sozialdemokratie.<br>\nDu hast mit der Welt deinen Frieden gemacht.<\/p>\n<p>H&ouml;rst du nicht manchmal in dunkler Nacht<br>\neine leise Stimme, die mahnend spricht:<br>\n&bdquo;Genosse, sch&auml;mst du dich nicht &ndash;?&ldquo;<\/p><\/li>\n<li><strong>Sahrah Wagenknecht auf Facebook:<\/strong><br>\nWas f&uuml;r ein Armutszeugnis f&uuml;r die angebliche Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die sich selbst ja inzwischen lieber als Partei des Freihandels bezeichnet. Ich finde ja: Ehrlicher w&auml;re Partei des Konzernschutzes, denn um nichts anderes geht es bei CETA. Der SPD-Konvent hat dieses unselige Abkommen heute abgesegnet &ndash; und dabei TTIP durch die Hintert&uuml;r gleich mit. Es w&auml;re wirklich sch&ouml;n, wenn es in der SPD eine Mehrheit von Menschen geben w&uuml;rde, die auf die berechtigten sozialen und demokratischen Forderungen aus der Bev&ouml;lkerung h&ouml;ren w&uuml;rden &ndash; anstatt auf den Lobbyisten-Untertan Gabriel. Wir als Linke machen weiter Druck &ndash; und mit uns viele Tausende mehr. Das haben wir am Samstag eindrucksvoll gezeigt. Wir werden CETA und TTIP stoppen. CETA-Bef&uuml;rworter wie Gabriel und Merkel geh&ouml;ren abgew&auml;hlt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/?ref=py_c\">Sahra Wagenknecht<\/a><\/li>\n<li><strong>Jetzt kann Gabriel (fast) niemand mehr aufhalten<\/strong><br>\nEs ist eine gro&szlig;e Show, die Gabriel und Schulz in Wolfsburg abliefern. Aber so eine Show funktioniert nur, wenn man richtig gute Laune hat. Besonders der SPD-Vorsitzende hat allen Grund dazu. Dass rund zwei Drittel der Delegierten f&uuml;r Ceta stimmten, ist ein enormer Erfolg f&uuml;r Gabriel. Und vor allem ein &uuml;berraschender. Denn einen Teil der Anwesenden konnten selbst Kompromissangebote nicht &uuml;berzeugen, sie waren kategorisch gegen Ceta. Aber andere kritische Delegierte lie&szlig;en sich dann doch &uuml;berzeugen.<br>\nAn diesem Montagabend darf sich Gabriel so stark f&uuml;hlen wie lange nicht. Er ist den Kritikern entgegen gekommen, es soll jetzt weitere Konsultationen mit dem Europaparlament geben, bevor Teile von Ceta vorl&auml;ufig angewendet werden d&uuml;rfen. Zudem sind rechtsverbindliche Zusatzerkl&auml;rungen geplant, besonders umstrittene Bereiche wie die Daseinsvorsorge wurden nachgesch&auml;rft, private Schiedsgerichte soll es nicht geben. In der Tristesse der Wolfsburger Kongresshalle hat Gabriel ein kleines politisches Meisterst&uuml;ck hingelegt.<br>\nDamit ist klar: Er muss jetzt nur noch zugreifen. Sigmar Gabriel sitzt so fest im Sattel wie lange nicht mehr. Das hat bei den Sozialdemokraten in j&uuml;ngster Zeit zwar nicht viel zu bedeuten, weil sich die Stimmung in der latent verunsicherten Partei rasch wieder &auml;ndern kann. Aber Gabriel hat Momentum. Mit anderen Worten: Wenn er wollte, k&ouml;nnte der SPD-Chef sofort Kanzlerkandidat werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ceta-abstimmung-spd-chef-sigmar-gabriel-kaum-mehr-aufzuhalten-a-1112981.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Sage mir wer deine Freunde sind und ich sage dir wer du bist. Wie w&auml;re dieser Beitrag wohl ausgefallen, wenn die SPD nein gesagt und Gabriel und die SPD-F&uuml;hrung dieses nein akzeptiert h&auml;tten?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Achtung SPD: Auch neue CETA-Schiedsgerichte bedrohen Demokratie<\/strong><br>\nP&uuml;nktlich zum heutigen SPD-Parteikonvent ver&ouml;ffentlichen wir gemeinsam mit anderen Organisationen aus Kanada und der EU unsere neue Studie &bdquo;Verkaufte Demokratie.&ldquo; Die Studie befasst sich mit den umstrittenen Schiedsgerichten im CETA-Abkommen mit Kanada. Sie zeigt: Auch mit der angeblich refomierten Schiedsgerichtsbarkeit in CETA (dem sogenannten, Investment Court System ICS) ver&auml;ndert sich nichts grundlegend: Es entstehen einseitige Klagerechte f&uuml;r ausl&auml;ndische Unternehmen gegen Staaten. Von unabh&auml;ngigen Gerichten kann auch nicht die Rede sein. Uns droht mit CETA und der damit verbundenen Ausweitung des Investitionsschutzes vielmehr ein Klageboom gegen Regulierungen im &ouml;ffentlichen Interesse.<br>\nDass sich mit der angeblichen Reform nichts grundlegendes &auml;ndert, zeigt auch die Reaktion der in Schiedsverfahren involvierten Anwaltskanzleien selbst. Nigel Blackaby, Co-Chef f&uuml;r internationale Schiedsgerichtsbarkeit bei der Anwaltskanzlei Freshfields in Washington, geht davon aus, dass die EU-Vorschl&auml;ge zu refomierten Schiedsgerichten in CETA nichts Grundlegendes an der Schiedsgerichtsbarkeit ver&auml;ndern, &bdquo;denn die Standards, nach denen geurteilt wird, bleiben die gleichen.&ldquo;<br>\nMit anderen Worten: Klagen wie die des Tabakmultis Philip Morris gegen Anti-Tabak-Gesetze in Uruguay w&auml;ren weiterhin m&ouml;glich. Und auch, dass zuk&uuml;nftige Schiedsgerichte sie zugunsten der Investoren entscheiden. Es gehe beim j&uuml;ngsten Vorschlag der Kommission daher lediglich darum, ISDS politisch zu retten, so Blackaby in der &Ouml;sterreichischen Tageszeitung Der Standard.<br>\nSchiedsgerichtsbarkeit wird sich als praktisches Mittel f&uuml;r Lobbyisten erweisen. Denn sie k&ouml;nnen mit Klagen gegen unliebsame Regulierungen im &ouml;ffentlichen Interesse drohen. Wie zahlreiche Beispiel der Vergangenheit zeigen, hat dies dazu gef&uuml;hrt, dass Staaten erst gar nicht reguliert haben. W&auml;hrend also die umstrittene regulatorische Kooperation in CETA den Lobbyeinfluss bei Regulierungen st&auml;rkt, schaffen die Schiedsgerichte zus&auml;tzliche Erpressungsmittel, falls eine Regulierung im Raum steht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2016\/09\/achtung-spd-auch-neue-ceta-schiedsgerichte-bedrohen-demokratie\/\">LobbyControll<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Erfolgsrezept des ungew&ouml;hnlichen Politikers<\/strong><br>\nGro&szlig;britannien erlebt die Wiedergeburt radikaler Politik. Auf befremdliche Art und Weise, wie der marxistische Autor Richard Seymour findet. Er widmet sein Buch Jeremy Corbyn. Doch ist es keine Biographie, vielmehr ein Blick auf die politischen und sozialen Verh&auml;ltnisse, die den Politiker an die Spitze der sozialdemokratischen Partei Labour brachten.<br>\nMit der sozialdemokratischen Partei Labour kann der marxistische Autor Richard Seymour wenig anfangen, aber der 66-j&auml;hrige Jeremy Corbyn als neuer Parteichef von Labour ist ihm ein ganzes Buch wert. Ein sozialistischer Politiker an der Spitze der britischen Labour Partei, das war eine echte &Uuml;berraschung f&uuml;r den Publizisten Richard Seymour. Der Wechsel stehe f&uuml;r den Wandel der politischen Kultur im Zusammenhang mit neuen Medien und somit neuen Machtmechanismen. Taktisch gesehen beruhe Corbyns Erfolg auf dem R&uuml;ckhalt durch die Gewerkschaften und der Glaubw&uuml;rdigkeit seiner Positionen vor allem aus Sicht junger W&auml;hler. Diese erreicht er direkt &uuml;ber die neuen Medien und elektronischen Netzwerke.<br>\nStrategisch sieht Seymour Corbyns Wahl zum Vorsitzenden von Labour als Fanal &ndash; Corbyn sei die Rechnung f&uuml;r die unsoziale Politik von Tony Blair und New Labour. Diese Entwicklung wiederum sieht Seymour in einem europ&auml;ischen Kontext:<br>\n&ldquo;Ein Hauptangriffsziel des Neoliberalismus in Europa waren die klassischen sozialdemokratischen Parteien. Fast im gleichen Ma&szlig;, wenn auch in unterschiedlichem Tempo und zu verschiedenen Graden, fanden letztere sich &uuml;berw&auml;ltigt von den Transformationen der globalen Wirtschaft und zugleich vom Widerstand der Unternehmer gegen ihre Versuche, den Status quo zu bewahren. Als die Priorit&auml;ten der Nationalstaaten sich &auml;nderten &ndash; von der Vollbesch&auml;ftigung als Grundlage f&uuml;r den alten Klassenkompromiss hin zu ausgeglichenen Haushalten und Inflationsbek&auml;mpfung, die als Grundlage f&uuml;r die Investitionsbereitschaft der Unternehmer gelten, da gab die Sozialdemokratie jene politischen Mittel preis, die sie eigentlich ausmachten.&rdquo;<br>\nJeremy Corbyn gab die Mittel nicht preis. Seymour beschreibt ihn als engagierten K&auml;mpfer, der als linker Gewerkschaftsfunktion&auml;r anf&auml;ngt, 1974 in die Stadtpolitik von London geht und seit 1983 f&uuml;r Labour im Unterhaus sitzt. Politisch ist Corbyn an vielen Fronten aktiv: Gegen die Apartheid in S&uuml;dafrika und f&uuml;r die Gewerkschaften in England, gegen die Modelle der Public-Privat-Partnership und f&uuml;r die Abschaffung der Studiengeb&uuml;hren. Kurz &ndash; er f&uuml;hrt seit Jahrzehnten den Kampf gegen das neoliberale Mainstreaming von New Labour bis in die Tage von Gordon Brown. Seymour fasst zusammen:<br>\n&ldquo;Es bedeutet einen Kampf gegen den Neoliberalismus an verschiedenen Fronten: die Abkehr von der Privatisierung, die Verteidigung &ouml;ffentlicher Ausgaben, die Unterst&uuml;tzung von Wohlfahrt und die R&uuml;cknahme lokaler Dienstleistungen in die &ouml;ffentliche Hand. Es geht um die Umkehr der bekannten nationalistischen Au&szlig;enpolitik von Labour und die Abkehr von der atomaren Bewaffnung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/richard-seymour-jeremy-corbyn-das-erfolgsrezept-des.1310.de.html?dram:article_id=366257\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Realit&auml;tsverlust als Deutungshoheit<\/strong><br>\nGestern Abend bekam der Zuschauer die Gelegenheit einen kompetenten Politiker kennenzulernen. Er kam sogar aus Berlin, was manche Zeitgenossen f&uuml;r so unwahrscheinlich halten werden, wie die Er&ouml;ffnung eines neuen Flughafens in der Bundeshauptstadt. Es stimmt aber trotzdem.<br>\nAlexander Ahrens kommt tats&auml;chlich aus Berlin. Allerdings ist er B&uuml;rgermeister in Bautzen. Anne Will hatte ihn zu den Vorf&auml;llen in dieser ostdeutschen Kleinstadt eingeladen, die seit Mitte vergangener Woche die Republik bewegen. Dort hatten sich zwanzig minderj&auml;hrige Fl&uuml;chtlinge im Stadtzentrum daneben benommen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit achtzig Rechtsextremisten, die diese Jugendlichen anschlie&szlig;end durch die Stadt jagten. Die Polizei konnte, wenn auch mit etwas M&uuml;he, eine weitere Eskalation verhindern.<br>\nAhrens schilderte die Vorf&auml;lle in seiner Stadt auf sachliche Art und Weise. Er neigte weder zur Verharmlosung, noch zur Dramatisierung. Dabei r&auml;umte er durchaus eigene Fehleinsch&auml;tzungen ein. So hatte er seit April von den Beschwerden &uuml;ber das Verhalten einiger Fl&uuml;chtlinge auf dem Bautzener Kornmarkt gewusst, dabei aber das Eskalationspotential untersch&auml;tzt, das sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangene Woche zeigte.<br>\nAhrens machte eigentlich alles richtig. Er reagierte etwa mit Dialogangeboten, ohne sich anzubiedern. Und er beschrieb die Probleme mit diesen Fl&uuml;chtlingen ohne jeden falschen Zungenschlag. Sie gibt es, genauso wie Probleme mit Rechtsextremisten. Dabei wurde jedoch eines deutlich: Der B&uuml;rgermeister ist wie die B&uuml;rger seiner Stadt handlungsf&auml;hig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/tv-kritik\/tv-kritik-berlinwahl-und-anne-will-realitaetsverlust-als-deutungshoheit-14442136.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es schon ziemlich schr&auml;g, dass man inzwischen die ertr&auml;glichsten Einsch&auml;tzungen hinsichtlich der Vorg&auml;nge in Bautzen und der Fl&uuml;chtlingsfrage generell in der FAZ findet. Das Gegenbeispiel ist der hysterische Kommentar &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nach-den-krawallen-in-bautzen-den-rechtsextremen-die.720.de.html?dram:article_id=366096\">Den Rechtsextremen die Grenzen aufzeigen<\/a>&rdquo; auf der Webseite des Deutschlandfunkes, der jeden Hinweis an die jugendlichen Fl&uuml;chtlinge, dass &ouml;ffentlicher Alkoholkonsum und anschlie&szlig;ende Randale ihrer Sache nicht f&ouml;rderlich ist, als rassistisch, und den &ldquo;Rechten&rdquo; in die H&auml;nde spielend diffamiert. Die FAZ stellt dazu die richtige Frage: Was w&uuml;rde den &ldquo;Rechten&rdquo; nicht nutzen? Wenn man, wie Bastian Brandau, die Jugendlichen Fl&uuml;chlinge f&uuml;r sakrosankt erkl&auml;rt und jede Kritik als fremdenfeindlich denunziert?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Marine Le Pen will Volksabstimmung &uuml;ber franz&ouml;sischen EU-Austritt<\/strong><br>\nIhr Ziel ist der &Eacute;lys&eacute;e-Palast &ndash; und am Sonntag hat Marine Le Pen ihren langen Marsch begonnen. &ldquo;Alles f&uuml;r das Volk &ndash; nichts ohne es, nichts gegen es&rdquo;, verspricht die Vorsitzende des rechtsextremen Front National ihren Parteifreunden.<br>\nDie &uuml;ber 3000 Anh&auml;nger im s&uuml;dfranz&ouml;sischen Fr&eacute;jus, etwa 800 Kilometer s&uuml;dlich der Hauptstadt gelegen, antworten, indem sie ihre 48-j&auml;hrige Chefin bereits zur ersten Frau im Staate ausrufen: &ldquo;Marine Pr&eacute;sidente, Marine Pr&eacute;sidente!&rdquo; hallen die Sprechch&ouml;re durch den &ldquo;Espace Caquot&rdquo;, den Hangar eines fr&uuml;heren Milit&auml;rst&uuml;tzpunktes der franz&ouml;sischen Armee.<br>\nAuf Schildern oder Stellw&auml;nden fehlten die zwei Buchstaben &ldquo;FN&rdquo; ebenso wie die blau-wei&szlig;-rot lodernden Flammen, das Parteisymbol. Stattdessen entbot per Plakat eine ernst dreinblickende Marine Le Pen eine einfache Botschaft: &ldquo;La France apais&eacute;e&rdquo;, ein befriedetes Frankreich. Und auf der blauen B&uuml;hne stand, hinter drei franz&ouml;sischen Fahnen, das Kampagnenmotto der selbst erkl&auml;rten Volkstribunin: &ldquo;Im Namen des Volkes&rdquo;.<br>\nIn Fr&eacute;jus versprach Le Pen, ihr Feldzug f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftswahl im Fr&uuml;hjahr kommenden Jahres werde &ldquo;wie kein anderer&rdquo; sein. Auf dem Spiel stehe nicht weniger als die nationale Zivilisation und die Frage: &ldquo;Wird Frankreich Frankreich bleiben?&rdquo; Unter dem Jubel ihrer Anh&auml;nger warnte Le Pen vor einem Vormarsch des Islam in Frankreich und einer angeblichen &Uuml;berfremdung: &ldquo;Masseneinwanderung und Multikulti sind Kinder der EU!&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/frankreich-le-pen-will-volksabstimmung-ueber-eu-austritt-1.3167596\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schluss mit den Steuerdeals!<\/strong><br>\nDer Fall Apple zeigt, dass das derzeitige System am Ende ist. Statt im Sinne der Unternehmen m&uuml;ssen die Staaten endlich im Interesse der &Ouml;ffentlichkeit handeln.<br>\nDie Europ&auml;ische Kommission sollte daf&uuml;r gelobt werden, dass sie im Fall Apple keinen R&uuml;ckzieher macht. Und das US-Finanzministerium sollte nicht als De-facto-Botschafter f&uuml;r den IT-Konzern arbeiten. Mit ihrer Entscheidung, dass Irland 13 Milliarden Euro Steuern von Apple zur&uuml;ckfordern muss, widersetzt sich die Kommission der Lobbyarbeit des amerikanischen Finanzministeriums im Namen von Apple. Das Ministerium behauptet, dass die US-Steuerzahler die Last tragen w&uuml;rden, wenn das Unternehmen die geforderten Steuern an Irland zahlt. Demnach k&ouml;nnte sich Apple die Nachzahlungen in Europa auf Steuern in der Heimat anrechnen lassen.<br>\nDieses Argument ist so absurd, dass es dem Finanzministerium peinlich sein sollte. Jedes Mal, wenn ein amerikanisches Unternehmen eine Steuer zahlt, die in Europa erhoben wird, tragen die US-Steuerzahler zwangsl&auml;ufig einen Teil der Kosten als Folge des weltweiten Steuersystems. Geht es nach der Logik des Finanzministeriums, sollte Europa niemals Steuern von amerikanischen Firmen fordern!<br>\nDas Argument des Finanzministeriums verkehrt die Tatsachen. Die Wahrheit ist, dass wir nicht in dieser schwierigen Lage w&auml;ren, wenn die USA und Irland ihre Steuern ordnungsgem&auml;&szlig; eintreiben w&uuml;rden. Aber genau so, wie lasche Regulierung die Finanzkrise von 2008 erm&ouml;glicht hat, so erlauben es massive L&uuml;cken im Steuergesetz den f&uuml;nfzig gr&ouml;&szlig;ten US-Unternehmen, darunter auch Apple, sch&auml;tzungsweise 1,3 Billionen Dollar ins Ausland zu schaffen und unversteuert zu lassen.<br>\nDas wahre Problem dahinter: Unternehmen haben die M&ouml;glichkeit, konzerninterne Leistungen so zu verrechnen, dass die Kosten in L&auml;ndern mit hohen Steuern anfallen und die Gewinne in L&auml;ndern mit niedrigen oder gar keinen Steuern. Dieses System erlaubt es Unternehmen, ihre Gesch&auml;fte k&uuml;nstlich in unendlich viele Tochtergesellschaften aufzusplitten, die als getrennte Unternehmen besteuert werden. Das gibt ihnen gro&szlig;en Spielraum, ihre Gewinne in Niedrigsteuerl&auml;nder wie Irland zu verlagern, indem sie frei erfundene interne Preise verwenden. Im konkreten Fall ging Irland noch einen Schritt weiter und erlaubte Apple, Gewinne auf Tochtergesellschaften zu verlagern, die im Cyberspace existieren und &uuml;berhaupt keine Mitarbeiter besch&auml;ftigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/forum-apples-amigo-deal-1.3167251\">Erika Siu und Joseph E. Stiglitz in der SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Luxemburger Steuerpolitik im Visier der EU<\/strong><br>\nDie EU-Kommission treibt ihren Kampf gegen Steuersparmodelle von internationalen Konzernen voran und hat ein Verfahren gegen Luxemburg er&ouml;ffnet. Es geht um den internationalen Energiekonzern Engie.<br>\nIm Visier der Wettbewerbsh&uuml;ter stehen Vereinbarungen zwischen dem Gro&szlig;herzogtum und dem franz&ouml;sischen Energieunternehmen Engie, wie die Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde am Montag mitteilte. Engie firmierte bis zum vergangenen Jahr unter dem Namen GDF Suez und ist einer der gr&ouml;&szlig;ten Energiekonzerne in Europa. Wie bei Fiat Chrysler, Amazon und McDonald&rsquo;s vermutet die Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde ungerechtfertigte Steuervorteile auch f&uuml;r Engie.<br>\nKonkret geht es um Steuervorbescheide von 2008 f&uuml;r Steuermodelle von vier Unternehmen des Engie-Vorg&auml;ngers GDF Suez mit Sitz in Luxemburg. Unternehmenst&ouml;chter gaben sich dabei gegenseitig zinslose Darlehen. &ldquo;Die steuerliche Behandlung scheint zu einer doppelten Nichtbesteuerung sowohl des Darlehensgebers als auch des Darlehensnehmers f&uuml;r Gewinne in Luxemburg zu f&uuml;hren&rdquo;, schreibt die Kommission. Sie vermutet, dass GDF Suez Steuervorteile erhalten habe, die andere Unternehmen nicht gehabt h&auml;tten.<br>\nWettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte zuletzt mit einer Entscheidung im Fall Apple Furore gemacht: Der US-Konzern erhielt aus Sicht der Kommission von Irland wettbewerbswidrige Vorteile und soll nun 13 Milliarden Euro nachzahlen. Der Fall Engie ist nicht so gro&szlig; &ndash; die EU nennt noch keine Summen.<br>\nDie Kommission hat bereits unrechtm&auml;&szlig;ige Beihilfen an Fiat Chrysler in Luxemburg angeprangert. Dagegen zogen sowohl die Regierung des Landes als auch der Konzern vor Gericht. In weiteren Verfahren gegen Amazon und McDonald&rsquo;s fiel noch keine Entscheidung. Das luxemburgische Finanzministerium erkl&auml;rte, die Er&ouml;ffnung des vertieften Verfahrens sei noch keine Vorentscheidung. Man sei &uuml;berzeugt, dass Engie keine speziellen oder selektiven Vorteile gew&auml;hrt worden seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/de\/luxemburger-steuerpolitik-im-visier-der-eu\/a-19561734\">Deutsche Welle<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>McDonald&rsquo;s droht 500 Millionen Euro Steuernachzahlung<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Kommission ermittelt erneut wegen Steuernachzahlungen gegen ein US-Unternehmen. Dem Fast-Food-Konzern McDonald&rsquo;s droht eine Steuernachzahlung in H&ouml;he von bis zu 500 Millionen US-Dollar. Das berichtet die Financial Times und beruft sich dabei auf eine laufende Untersuchung der EU-Kommission. Die Europazentrale von McDonald&rsquo;s liegt in Luxemburg. Seit 2009 habe die Firma einen Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet aber lediglich einen durchschnittlichen Steuersatz von 1,49 Prozent darauf gezahlt.<br>\nDer Steuersatz in Luxemburg ist mit 30 Prozent im Regelfall deutlich h&ouml;her. Die EU-Kommission k&ouml;nnte von McDonald&rsquo;s, genau wie im Fall Apple, eine Nachzahlung fordern. Eine Nachzahlung in H&ouml;he von 500 Millionen Dollar w&auml;re dabei im Vergleich mit anderen F&auml;llen eine mittelschwere Strafe. Der Autohersteller Fiat und die Kaffeekette Starbucks m&uuml;ssen 20 bis 30 Millionen Euro nachbezahlen, gegen Apple verh&auml;ngte die EU-Kommission die Rekordsumme von 13 Milliarden Euro plus Zinsen.<br>\nDie Ermittlungen im Fall McDonald&rsquo;s laufen seit Dezember 2015. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt f&uuml;r den Konzern die Unschuldsvermutung. Die EU-Kommission &auml;u&szlig;erte sich nicht zum laufenden Verfahren. &ldquo;Wir zahlen die f&auml;lligen Steuern und wurden nicht bevorzugt behandelt&rdquo;, verteidigte sich das Unternehmen. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager k&uuml;ndigt weitere Ermittlungen gegen US-Konzerne an. &ldquo;Amazon und McDonald&rsquo;s und andere sehr bekannte Unternehmen sind schon auf unserer Liste&rdquo;, sagte Vestager dem Handelsblatt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2016-09\/eu-kommission-mcdonalds-luxemburg-steuern-nachzahlung\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Sinn, Schumpeter und die Zinsen<\/strong><br>\nHans Werner Sinn glaubt, dass die niedrigen Zinsen die Investitionst&auml;tigkeit und die Innovation behindern. Wir glauben, dass Professor Sinn weder die neoklassische Theorie, auf die er sich &uuml;blicherweise beruft, noch die Theorie von Schumpeter verstanden hat, auf die er sich jetzt beruft.<br>\nEs gibt Thesen, die sind so sehr neben der Sache, dass wir sie mit unserer Rubrik &bdquo;Genial daneben&ldquo; eigentlich nicht mehr einfangen k&ouml;nnen. Wir m&uuml;ssten sie &bdquo;doppelt genial daneben&ldquo; nennen, oder &bdquo;genial daneben hoch zwei, drei oder vier&ldquo;. F&uuml;r eine dieser Rubriken hat sich Hans-Werner Sinn qualifiziert, der in einem Gastbeitrag f&uuml;r die Wirtschaftswoche (hier) die Entwicklungstheorie Joseph Alois Schumpeters bem&uuml;ht, um die niedrigen Zinsen zu kritisieren.<br>\nSinn schreibt, die &Ouml;konomie gerate bei fallenden Zinsen in ein permanentes Siechtum und dieses f&auml;nde erst ein Ende, wenn es in der Geldpolitik &bdquo;eine echte Kulturrevolution&ldquo; gebe. Das passiere, so Sinn, weil durch niedrige Zinsen die &bdquo;sch&ouml;pferische Zerst&ouml;rung als Basis eines neuen Aufschwungs&ldquo; verhindert w&uuml;rde. Es f&auml;nden sich bei dieser Politik nicht gen&uuml;gend junge Unternehmer und Investoren bereit, neu einzusteigen, weil die alten Zombiefirmen von dieser Geldpolitik k&uuml;nstlich am Leben gehalten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2016\/09\/sinn-schumpeter-und-die-zinsen\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>R&uuml;gemer: TTIP und CETA sind Instrumente der globalen Finanz-Eliten<\/strong><br>\nWerner R&uuml;gemer sieht hinter sogenannten Freihandelsabkommen vor allem die Interessen der ungew&auml;hlten Eliten des globalen Finanzkapitalismus. In Kombination mit der milit&auml;rischen Pr&auml;senz in Europa h&auml;lt R&uuml;gemer TTIP und CETA f&uuml;r gef&auml;hrlich. Dass es auch anders geht, beweise die Praxis von China.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2016\/09\/18\/ruegemer-ttip-und-ceta-sind-instrumente-der-globalen-finanz-eliten\/\">Deutsche Wirtschafts Nachrichten<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Armutsrisiko steigt auf h&ouml;chsten Stand seit Wiedervereinigung<\/strong><br>\nDie Armutsrisikoquote ist 2015 nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auf 15,7 Prozent gestiegen &ndash; der h&ouml;chste Stand seit der Wiedervereinigung. Au&szlig;er Familien und Alleinerziehenden ist eine weitere Personengruppe besonders betroffen.<br>\nKein Zweifel, die Wirtschaftslage in Deutschland ist gut &ndash; doch ein gro&szlig;er Teil der Bev&ouml;lkerung profitiert davon nicht. Und dieser Anteil ist zuletzt sogar wieder gewachsen: 15,7 Prozent der Menschen in Deutschland waren 2015 von monet&auml;rer Armut bedroht, 0,3 Prozentpunkte mehr als 2014 und so viel wie nie seit der Wiedervereinigung. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die SPIEGEL ONLINE vorliegen. Offiziell ver&ouml;ffentlichen die amtlichen Statistiker die Armutsquote erst am kommenden Donnerstag. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Die Daten zeigen, dass es beim Thema Armut keine Entwarnung gibt. Der Aufschwung kommt offensichtlich nicht bei allen an&rdquo;, sagt Eric Seils vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. (&hellip;)<br>\nWenn relative &ndash; also vergleichsweise &ndash; Armut gemessen wird, gibt es selbstverst&auml;ndlich einen engen Zusammenhang mit Ungleichheit. Und auch wenn Armut weitere Lebensbereiche wie Gesundheit, Wohnung oder Sozialleben betrifft, bleibt das Einkommen ein wichtiger Indikator.<br>\nSo hilft die Statistik auch, besonders von Armut gef&auml;hrdete Bev&ouml;lkerungsgruppen zu erkennen. Sehr hoch ist das Risiko &ndash; au&szlig;er f&uuml;r Empf&auml;nger von Arbeitslosengeld und Erwerbslose &ndash; f&uuml;r Menschen ohne Schulabschluss, aber auch Single-Haushalte sind &uuml;berdurchschnittlich gef&auml;hrdet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/armut-in-deutschland-das-risiko-steigt-wieder-obwohl-die-wirtschaft-laeuft-a-1112646.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> V&ouml;llig r&auml;tselhaft bleibt, wieso SPON schreibt: &ldquo;Kein Zweifel, die Wirtschaftslage in Deutschland ist gut&rdquo;. Kann die &ouml;konomische Situation eines Landes &uuml;berhaupt gut sein, wenn die Armutsrisikoquote so hoch ist?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nahles Betriebsrentenpl&auml;ne &ndash; ein Irrweg<\/strong><br>\nEin Steckenpferd von Andrea Nahles scheinen die Betriebsrenten zu sein: Noch in diesem Jahr will die Ministerin ein Konzept pr&auml;sentieren, wie auch Klein- und Mittelverdiener in gro&szlig;em Stil f&uuml;r diese zus&auml;tzliche Altersvorsorge gewonnen werden k&ouml;nnen. Wom&ouml;glich gibt es direkte Zulagen wie bei Riester. Wom&ouml;glich eine Art Zwang zum Abschluss von Betriebsrenten. Nichts Genaues wei&szlig; man noch nicht. Was hingegen fest steht: Betriebsrenten sind keineswegs so lukrativ wie uns immer erz&auml;hlt wird. Sie werden von denselben Versicherungskonzernen organisiert, die uns bei Riester-Renten und anderen Lebensversicherungen auf Rendite-Schmalkost setzen. Versch&auml;rfend kommt hinzu: In der Auszahlung haben gerade Betriebsrenten gravierende Nachteile. Volle Besteuerung ab dem ersten Euro. Und gesetzlich Versicherte zahlen die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr&auml;ge inklusive Arbeitgeberanteil. Au&szlig;erdem sinkt f&uuml;r alle, die ihre Betriebsrente per Entgeltumwandlung finanzieren, die sp&auml;tere gesetzliche Rente erheblich. Im Klartext: Wenn Andrea Nahles die Betriebsrenten f&ouml;rdert, ruiniert sie die gesetzliche Rente als Haupts&auml;ule der Altersversorgung weiter.<br>\nSo schie&szlig;t sich die Ministerin selber ins Knie. Frohlocken kann hingegen die Versicherungswirtschaft: Da es mit den normalen Renten und Lebenspolicen nicht mehr so toll l&auml;uft, sollen es nun die Betriebsrenten richten. Bereits heute kassiert die Branche in diesem Bereich j&auml;hrlich ann&auml;hernd 20 Milliarden Euro. Darf&rsquo;s noch etwas mehr sein?<br>\nUnd was sagen all die, die schon in der Vergangenheit freiwillig zum Beispiel in eine betrieblich angebotene Direktversicherung eingezahlt haben? Die f&uuml;hlen sich glatt betrogen, weil sie in vielen F&auml;llen nur rund die H&auml;lfte von dem rausbekommen, was sie zuvor eingezahlt hatten. Sie haben sich deshalb bereits massenhaft im Verein Direktversicherungsgesch&auml;digte e.V. organisiert. Es sind B&uuml;rger, die fr&uuml;her meist recht ordentlich verdient haben und den Politikern vertraut haben. B&uuml;rger, die viele Jahre lang gutgl&auml;ubig eingezahlt haben und dachten, sie machten alles richtig. Viele von ihnen sind zu Wutb&uuml;rgern geworden. Und nun will Andrea Nahles auch den Rest der Bev&ouml;lkerung in ein solches Abzocksystem zwingen. Wei&szlig; sie eigentlich, was sie da vorhat?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vorsorgeluege.de\/newsletter\/index.html\">vorsorgeluege.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wenn vom amerikanischen Traum nichts bleibt<\/strong><br>\nDu wirst krank, verlierst deinen Job, und dann geht es ganz schnell: 43 Millionen US-Amerikaner leben in Armut. Der Fotograf Joakim Eskildsen hat Betroffene portr&auml;tiert. Viele waren froh, dass jemand ihnen zuh&ouml;rte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/armut-in-usa-fotos-von-joakim-eskildsen-zeigen-american-realities-a-1112355.html\">SPON<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Lohnspreizung ist nicht weiter gewachsen. Ist das so?<\/strong><br>\nEndlich mal wieder gute Nachrichten, wird der eine oder andere gedacht haben, als das Statistische Bundesamt mit dieser Meldung an die &Ouml;ffentlichkeit gegangen ist: Trend gestoppt: Lohnspreizung nicht weiter gewachsen. Was ist passiert? Dazu die Bundesstatistiker: &raquo;Der Verdienstabstand zwischen Gering- und Besserverdienern ist zwischen 2010 und 2014 nahezu konstant geblieben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist damit der langj&auml;hrige Trend einer zunehmenden Lohnspreizung gestoppt. Das sogenannte Dezilsverh&auml;ltnis lag 2014 mit 3,41 leicht unter dem Niveau von 2010 (3,45). 2006 hatte es noch 3,33 betragen.&laquo; Das h&ouml;rt sich nicht wirklich simpel an. Also lesen wir weiter: &raquo;Das Dezilsverh&auml;ltnis ist ein Ma&szlig; zur Messung des Abstands zwischen Geringverdienern (untere 10 % der Lohnskala) und Besserverdienern (obere 10 %). Hierf&uuml;r wird der Bruttostundenverdienst, ab dem man als Besserverdiener z&auml;hlt (2014: 31,00 Euro), ins Verh&auml;ltnis gesetzt zum Bruttostundenverdienst, bis zu dem Geringverdiener reichen (9,10 Euro). Dabei werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitbesch&auml;ftigte einschlie&szlig;lich der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten betrachtet.&laquo;<br>\nNun ist die positiv daherkommende Botschaft einer nicht mehr wachsenden Lohnspreizung vorsichtig formuliert nur eine halb richtige Ableitung aus den Zahlen, auf die man sich hier bezieht. Man k&ouml;nnte auch sagen, dass hier so einiges durcheinander geht.<br>\nSchauen wir uns zuerst die Datengrundlage an. Seit 2006 wird regelm&auml;&szlig;ig alle vier Jahre die Verdienststruktuerhebung durchgef&uuml;hrt. Es handelt sich um eine Stichprobenerhebung.  F&uuml;r das Berichtsjahr 2014 wurden die Daten von 60.000 Betrieben und 1,0 Millionen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen erfasst und ausgewertet.<br>\nBis einschlie&szlig;lich 2010 wurden in der Verdienststrukturerhebung nur Besch&auml;ftigte in Betrieben des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs mit mehr als zehn Besch&auml;ftigte erfasst &ndash; das ist ein wichtiger Punkt f&uuml;r das hier relevante Thema, denn dadurch war der gesamte kleinbetriebliche Sektor nicht in den Daten enthalten. Das hat sich mit der Erhebung im Jahr 2014 ge&auml;ndert. Denn seit 2014 sind nun zum einen der Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und zum anderen die Betriebe mit weniger als zehn Arbeitnehmern aufgenommen worden in die Erhebung der Verdienste. Das hat nat&uuml;rlich Auswirkungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2016\/09\/199.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Aufstieg der AfD &ndash; Abstiegsangst schafft Feinde<\/strong><br>\nPolitiker erkl&auml;ren den Aufstieg der AfD gerne mit der Angst vor Fl&uuml;chtlingen. Dabei sind die Gr&uuml;nde wom&ouml;glich viel profaner &ndash; und eher im Nachbarsgarten zu suchen als bei Burka tragenden Frauen. Ein Erkl&auml;rungsversuch.<br>\nDer Befund scheint naheliegend. Wenn derzeit fast &uuml;berall die Populisten von rechts Aufwind haben, dann muss das etwas damit zu tun haben, dass es fast &uuml;berall eine Menge Verlierer der Globalisierung gibt. Das schafft Unmut. Klar.<br>\nDie Frage ist dann nur, warum in Deutschland so viele Leute AfD w&auml;hlen &ndash; als n&auml;chstes wohl am Sonntag in Berlin? Wo wir als Land doch zu den (Export-)Gewinnern z&auml;hlen, es bei uns so wenige Arbeitslose gibt wie lange nicht, die Einkommen steigen und der Staat trotz aller Unkenrufe &uuml;ber teure Fl&uuml;chtlinge steigende &Uuml;bersch&uuml;sse einf&auml;hrt. Und warum ist der Unmut &uuml;ber alles M&ouml;gliche auch unter denen so gro&szlig;, die gar nicht zu den Tagel&ouml;hnern mit Wackeljob und Billigkonkurrenz aus dem Osten z&auml;hlen, sondern gelegentlich sogar zur Elite der Ingenieure, Chemiker und &Auml;rzte?<br>\nDer Grund f&uuml;r die Stimmungslage muss woanders liegen. Eine Erkl&auml;rung k&ouml;nnten die Ergebnisse einer h&ouml;chst spannenden Studie einer Forschergruppe um das Leibniz-Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle (IWH) geben.<br>\nDie &Ouml;konomen haben ausgewertet, ob und wie stark die wirtschaftliche Unzufriedenheit von Menschen im eigenen Land auf den pers&ouml;nlichen Hang wirkt, Hass auf Ausl&auml;nder zu schieben. Und zwar weniger gemessen an der absoluten H&ouml;he des Einkommens &ndash; also an der Frage, ob man in der Gesellschaft unten oder oben steht &ndash; sondern daran, wie man sich im Vergleich gegen&uuml;ber denen entwickelt, die zum pers&ouml;nlichen Umfeld geh&ouml;ren. Also Familie, Nachbarn und Freunde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/afd-iwh-studie-abstiegsangst-schafft-feinde-a-1112567.html\">SPON<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die Freiheit sich abzuwenden<\/strong><br>\nZur Religionsfreiheit geh&ouml;rt das Recht, eine Religionsgemeinschaft zu kritisieren oder sie zu verlassen. Das sagte der Theologe Heiner Bielefeldt im Deutschlandfunk. Er ist Sonderberichterstatter f&uuml;r Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats. Bielefeldt pl&auml;dierte daf&uuml;r, nicht zu verallgemeinern. Religion sei ver&auml;nderbar. Auch durch Kritik.<br>\nMain: Also braucht es auch den &ldquo;Islamkritiker&rdquo; &ndash; in Anf&uuml;hrungszeichen? In der &Ouml;ffentlichkeit ist ja durchaus zu beobachten, dass die Bezeichnung &ldquo;Islamkritiker&rdquo; undifferenziert und auch oft diffamierend benutzt wird. Da wird alles in einen Topf geworfen: die intellektuelle islamische Reformerin, der linksliberale Nichtmuslim in einen Topf mit Ver&auml;ngstigten, mit Islamhassern. Wie bekommen wir das entwirrt? Das ist dann f&uuml;r mich eine ganz offene Frage.<br>\nBielefeldt: Ja. Ich meine, Sie haben im Grunde die Antwort gegeben &ndash; eigentlich schon bei der Anmoderation. Also diese pauschalen Begriffe, diese ver&auml;chtlichen Begriffe, die bringen ja gar nichts weiter. Und es gibt eine berechtigte &ldquo;Islamkritik&rdquo;. Es gibt &uuml;berhaupt nat&uuml;rlich eine ganz gro&szlig;e Berechtigung zur Religionskritik, aber auch die Notwendigkeit, die Religionskritik ihrerseits noch mal kritisch zu beleuchten. Denn da gibt es, sagen wir mal, brachiale Varianten, &ldquo;Hau-drauf-Varianten&rdquo;, die eigentlich nur auf Abschottung zielen oder politische Stimmungsmache, wo gar nichts gekl&auml;rt werden soll, wo dann also auch der Gestus der Aufkl&auml;rung beinahe schon so ein bisschen l&auml;cherlich r&uuml;berkommt.<br>\nUnd es gibt die notwendige schwierige Auseinandersetzung, bei der eben Genauigkeit und vor allem die Bereitschaft zum Hinh&ouml;ren Voraussetzung sind. Also ich mag es nicht, dass man den Begriff &ldquo;Islamkritiker&rdquo; irgendwie denunzierend, ver&auml;chtlich verwendet, genauso wenig, wie ich das irgendwie sinnvoll finde, wenn &ldquo;Islamkritik&rdquo; oder Religionskritik selbst einen ver&auml;chtlichen Ton anschl&auml;gt. Das erleben wir aber manchmal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/religionskritik-wie-geht-das-richtig-die-freiheit-sich.886.de.html?dram:article_id=365905\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Keine strahlenden, aber langlebige Abf&auml;lle<\/strong><br>\nKraftwerke produzieren nicht nur Strom und W&auml;rme, sondern auch M&uuml;ll. &Uuml;ber die radioaktiven Abf&auml;lle von Atomkraftwerken wird h&auml;ufig diskutiert, bei anderen Energietr&auml;gern sind m&ouml;gliche Gefahren weniger im Blick. Dabei k&ouml;nnen auch die riesigen Mengen an Flug- und Kesselasche, die in Kohlekraftwerken anfallen, zum Risiko werden.<br>\nRund 7.000 Kohle-Kraftwerke gibt es weltweit nach offiziellen Statistiken. Forscher haben k&uuml;rzlich ausgerechnet, wieviel Kessel- und Flugasche sie jedes Jahr produzieren. Fast 800 Milliarden Tonnen sollen es sein. Eine Abfallmenge, die ausreichen w&uuml;rde, um 100 Fu&szlig;ballfelder unter einer einen Kilometer dicken Kruste verschwinden zu lassen:<br>\n&ldquo;Bei Kernenergie ist der Abfall nat&uuml;rlich immer ein Thema, gerade auch weil er sehr langlebig ist. Aber die Flugasche bei der Kohle, das ist so ein Thema, das eigentlich auch in der &Ouml;ffentlichkeit nie breit diskutiert wird. Aber wir wissen, dass es immer wieder Unf&auml;lle gibt. Und darum haben wir jetzt beschlossen, das anzuschauen.&rdquo;<br>\nPeter Burgherr ist Umweltwissenschaftler am Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz und besch&auml;ftigt sich mit den Risiken von Energietechnologien. Dazu rechnet er auch die Aschehalden der Kohle-Kraftwerke:<br>\n&ldquo;Diese Abfallberge aus Kohleasche oder eben dann auch aus dem Abfall, der aus der Mine kommt, die werden teilweise zu richtigen H&uuml;geln aufgeschichtet. Das Problem ist: Viele dieser Aufsch&uuml;ttungen werden durch so eine Art Erdd&auml;mme zur&uuml;ckgehalten. Und die k&ouml;nnen nat&uuml;rlich auch einmal brechen.&rdquo;<br>\nBesonders viele Asche-Halden gibt es in den USA. Nach Daten der Umweltbeh&ouml;rden sind davon fast zwei Dutzend mindestens 30 Meter hoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/die-risiken-der-kohleasche-halden-keine-strahlenden-aber.676.de.html?dram:article_id=366293\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Clanherrschaft und linkes Potential<\/strong><br>\nBerlin ist bei Wahlen nicht repr&auml;sentativ f&uuml;r die Bundesrepublik &ndash; &auml;hnlich wie es London j&uuml;ngst beim &raquo;Brexit&laquo;-Referendum nicht f&uuml;r Gro&szlig;britannien war. Die Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind vor allem sozialer Natur. Die Hauptstadt ist die Armutsmetropole der Republik. Die mit b&ouml;sartigen Methoden betriebene Entindustrialisierung Ostberlins nach dem DDR-Anschluss hat Folgen bis heute, ebenso der Wegfall der &raquo;Zitterpr&auml;mie&laquo;, der Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r Betriebsansiedlungen im Westberlin des Kalten Krieges.<br>\nBerlin bedeutet weit &uuml;berdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, ein konstanter Rekordanteil bei Hartz-IV-Beziehern &ndash; 16,4 Prozent der Bev&ouml;lkerung im Juni 2016 gegen&uuml;ber 9,4 Prozent in den &ouml;stlichen und 6,4 Prozent in den westlichen Fl&auml;chenl&auml;nder &ndash;, eine Altersarmut, die in manchen Stadtteilen 14 Prozent der Bev&ouml;lkerung zu Beziehern von &raquo;Hilfe zum Lebensunterhalt&laquo; macht, und eine Armut unter Kindern (32 Prozent), die nur von Bremerhaven oder Ruhrgebietsst&auml;dten knapp &uuml;bertroffen wird. Die Stadt ist einmalig zerrissen. Lagen in den 90er Jahren die durchschnittlichen Familieneinkommen in Marzahn noch gleichauf mit denen in Zehlendorf, klaffen heute Welten zwischen dem S&uuml;dwesten und dem Nordosten der Stadt. Vor 20 Jahren wohnten dort DDR-Arbeiter und -Intellektuelle, heute hat sich dieses Milieu weitgehend aufgel&ouml;st und wurde durch einen soziologischen Flickenteppich ersetzt. Oft handelt es sich um ghetto&auml;hnliche Verh&auml;ltnisse &ndash; f&uuml;r Alte, f&uuml;r Russlanddeutsche, f&uuml;r Langzeitarbeitslose.<br>\nEs bleibt dabei: Kein nennenswerter Konzern siedelt seine Zentrale in der deutschen Hauptstadt an. Fertigungsst&auml;tten sind eine Art Almosen. Der Medienrummel um sogenannte Kreative, die am wie am Flie&szlig;band &raquo;Start Ups&laquo; gr&uuml;nden ist ein Hype, mehr nicht.<br>\nDie kulturelle und politische Spaltung der Stadt hat sich erhalten, auch wenn die abgewickelten Wissenschaftler, K&uuml;nstler und Journalisten der DDR-Hauptstadt mehrheitlich nicht mehr im Erwerbsalter sind. Die in Ostberlin erscheinenden Regionalzeitungen haben wenige Leser im Westteil, die dort herausgegebenen werden im Osten ignoriert und alle zusammen verlieren Jahr f&uuml;r Jahr meist zweistellig an verkaufter Auflage.<br>\nDie Nazis vertrieben jede Menge Nobelpreistr&auml;ger in Mathematik, Physik und Medizin aus Berlin, die Bundesrepublik veranstaltete bei Bibliotheken, Kunst und Medien, an Hochschulen und Akademien Ostberlins einen personellen Kahlschlag, der in Bezug auf seinen Umfang weltgeschichtlich seinesgleichen sucht. &Auml;hnliches gab es in keinem ehemals sozialistischen Land, in dieser Dimension auch in keinem anderen ostdeutschen Bundesland. Wenn sich Berlin auf Wunsch der Kanzlerin eine Sanierung der Staatsoper leistet, deren Kostensteigerung prozentual mit der Elbphilharmonie in Hamburg oder dem Flughafen BER mithalten kann, wird das im Berliner Lokalwahlkampf kein Thema.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/09-19\/073.php\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Interviews mit Juncker: YouTube &uuml;bte massiven Druck auf Video-Bloggerin aus<\/strong><br>\nLetzte Woche stellte sich der EU-Kommissionspr&auml;sident den Fragen dreier junger Europ&auml;er. Unter anderem YouTube organisierte die Begegnung und hatte den Video-Bloggern zugesichert, freie Fragen stellen zu k&ouml;nnen. Nun kam heraus: Das Unternehmen wollte kritische Stimmen unterbinden. [&hellip;]<br>\nWie New Europe und Politico berichten, waren die Fragesteller nicht jedoch so frei, wie das im Vornherein kommuniziert wurde. Laetitia Birbes, die franz&ouml;sische YouTuberin, hat ein versteckt gefilmtes Video ver&ouml;ffentlicht, in dem klar zu sehen ist, wie ein YouTube-Mitarbeiter sie bei der Notizbesprechung zu &uuml;berzeugen versucht (man k&ouml;nnte auch sagen bedroht), nicht die &bdquo;falschen&ldquo; Fragen zu stellen:<br>\nYouTube Mitarbeiter: Aber dies, wie ich dir gesagt habe, muss ich mit Natasha [Bertaud, Junckers Pressesprecherin, Anm. d. Redaktion] besprechen. Es gibt also immer das Risiko, dass es hier eine rote Flagge gibt.<br>\nBirbes: Dass da eine rote Flagge ist, was soll das hei&szlig;en?<br>\nYouTube Mitarbeiter: Eine rote Flagge. Wir k&ouml;nnen das nicht machen. [&hellip;]<br>\nDu stellst Mr. Juncker schon sehr schwierige Fragen, du sprichst &uuml;ber Lobbying von Unternehmen. Du m&ouml;chtest nicht auf der falschen Seite von YouTube, der Europ&auml;ischen Kommission oder den Leuten, die dir vertrauen, stehen &hellip; au&szlig;er dir ist eine lange Karriere auf YouTube egal.<br>\n[unsere &Uuml;bersetzung]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2016\/interviews-mit-juncker-youtube-uebte-massiven-druck-auf-video-bloggerin-aus\/\">Netzpolitik<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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