{"id":35201,"date":"2016-09-28T09:45:12","date_gmt":"2016-09-28T07:45:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35201"},"modified":"2019-01-30T11:23:16","modified_gmt":"2019-01-30T10:23:16","slug":"die-muehen-der-integrations-ebene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35201","title":{"rendered":"Die M\u00fchen der Integrations-Ebene"},"content":{"rendered":"<p>Vor rund einem Jahr fiel Merkels ber&uuml;hmter Satz &bdquo;Wir schaffen das!&ldquo; Die Euphorie der Willkommenskultur ist schnell verflogen, die gefl&uuml;chteten Menschen sind geblieben. Die Auseinandersetzung, wie mit ihnen umgegangen werden soll, spaltet zunehmend die Gesellschaft. Die auftretenden Schwierigkeiten und Zwischenf&auml;lle mit Migranten leiten Wasser auf die M&uuml;hlen der Rassisten und Rechtspopulisten. Am Beispiel eines kleinen nordhessischen Dorfes und einer dort untergebrachten afghanischen Familie berichtet <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> [<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35201#foot_*\" name=\"note_*\">*<\/a>] von den H&ouml;hen und Tiefen des Integrations-Alltags.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Kunst statt T&uuml;nche<\/strong><\/p><p>An einem sch&ouml;nen Sommertag nutze ich die Freiheiten des mir gerade zugewiesenen Rentnerstatus und fahre an einen Stausee in Nordhessen. Nach einem ausgiebigen Bad im See begebe ich mich auf eine Wanderung. Ich durchquere ein Dorf oberhalb des Sees. An einer Scheunenwand sto&szlig;e ich auf ein gro&szlig;fl&auml;chiges Mosaik. Verbl&uuml;fft, ein derartiges Kunstwerk in dieser d&ouml;rflichen Umgebung anzutreffen, bleibe ich stehen. Es erinnert mich an Darstellungen des Auszugs des Volkes Israel aus &Auml;gypten, wie ich sie vom Kindergottesdienst her in Erinnerung habe. Auch Frantz Fanons Buch <em>Die Verdammten dieser Erde<\/em> f&auml;llt mir ein, das ich vor ein paar Tagen wieder einmal aus dem Regal geholt habe. Auf dem Cover der Rowohlt-Ausgabe sind Menschen in &auml;hnlicher Haltung und Kleidung zu sehen. Hier nun bedecken zw&ouml;lf bis f&uuml;nfzehn lebensgro&szlig;e Figuren in allen Hautfarben und verschiedensten Gew&auml;ndern den rechten unteren Teil der Scheunenwand. Es sind offensichtlich Menschen auf der Flucht: Frauen, M&auml;nner, Alte, Junge, Hinf&auml;llige und Kinder. Ihre K&ouml;rper sind aus Bruchst&uuml;cken von Fliesen zusammengef&uuml;gt, die Gesichter aus Ton modelliert und plastisch. Ich entdecke ganz unterschiedliche Gesichtsausdr&uuml;cke, die von Angst, Schrecken und Skepsis zeugen und bis hin zu Hoffnung und Zuversicht reichen. Aus dem rechten Teil des Mosaiks w&auml;chst eine Skulptur hervor: ein Gesicht und darunter &uuml;berdimensional gro&szlig;e, betende H&auml;nde. Das Bemerkenswerteste aber ist, dass eine der Figuren anstelle des Gesichtes einen Spiegel tr&auml;gt. Als ich n&auml;her herantrete, entdecke ich mich selbst unter den Fl&uuml;chtlingen. Ich bin einer von ihnen. Ich hole meine Kamera aus dem Rucksack und mache ein erstes Foto.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/1609281.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Als ich noch dabei bin, nach der besten Perspektive zu suchen, tritt eine Frau auf mich zu und spricht mich an. Ob ich mich f&uuml;r das Mosaik interessiere und etwas &uuml;ber die Geschichte seiner Entstehung erfahren wolle, fragt sie. Sie sei dessen Urheberin. Das Mosaik sei im Fr&uuml;hjahr 2016 entstanden. Eines Morgens habe sie an der Wand ihrer Scheune fremdenfeindliche Schmierereien entdeckt. &bdquo;Fl&uuml;chtlinge raus&ldquo; habe da gestanden und eine Art Signatur. Neben die Skulptur mit den betenden H&auml;nden, die schon vor dem Mosaik existierte, habe man, wohl als Ausdruck der Verachtung ihrer Kunst und Person, einen Penis gespr&uuml;ht. Es habe noch an anderen Geb&auml;uden des Dorfes &auml;hnliche Schmierereien gegeben. So habe an der Eingangst&uuml;r ihres Hauses &bdquo;Hurre&ldquo; (Schreibweise im Original!) gestanden und daneben habe man ein Hakenkreuz gespr&uuml;ht. Im Dorf lebten vier Fl&uuml;chtlinge: eine Frau aus Afghanistan mit drei Kindern. Sie h&auml;tten im Haus eines &auml;lteren Ehepaars Aufnahme gefunden. Auf dem Weg zum Bus passierten die Kinder jeden Tag die Scheunenwand, vor der wir gerade st&uuml;nden und auf der sich die Parole &bdquo;Fl&uuml;chtlinge raus&ldquo; befunden habe. Deswegen sei es f&uuml;r sie vordringlich gewesen, diese zum Verschwinden zu bringen. Die Frage sei gewesen, wie man das bewerkstelligen solle. Sie habe sich dann daf&uuml;r entschieden, die Schmierereien nicht einfach zu &uuml;bert&uuml;nchen, sondern eine k&uuml;nstlerische L&ouml;sung zu finden. &bdquo;Das &Uuml;bert&uuml;nchen ist der in dieser Gesellschaft vorherrschende Modus im Umgang mit Unangenehmem, das aus der Vergangenheit immer wieder auftaucht.&ldquo; Das &Uuml;bert&uuml;nchte schlage immer wieder durch. &bdquo;Ich wollte mit meinen Mitteln reagieren und aus dem Destruktiven etwas Positives entstehen lassen&ldquo;, sagt sie und weist auf das von ihr geschaffene Mosaik. Als K&uuml;nstlerin sei sie von der Mosaikkunst des &Ouml;sterreichers Friedensreich Hundertwasser beeinflusst und so habe sie sich f&uuml;r diese M&ouml;glichkeit entschieden. &bdquo;Ich hoffe, es ist mir einigerma&szlig;en gelungen&ldquo;, f&uuml;gt sie hinzu. Wir gehen ins Haus und sie zeigt mir ein Foto von der Scheunenwand mit den Schmierereien drauf. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/1609282.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Sie habe tagelang an der Scheunenwand gearbeitet und w&auml;hrenddessen zahlreiche R&uuml;ckmeldungen von Passanten bekommen. Das sei ein nicht zu untersch&auml;tzender Vorteil dieser Form &ouml;ffentlicher Kunst. &bdquo;Raus aus dem Atelier, rein ins wirkliche Leben&ldquo;, sagt sie. Fragen danach, was sie mit ihrer Kunst sagen wolle, beantworte sie aber in der Regel nicht. &bdquo;Lass die Leute phantasieren und erforschen, dann werden sie mehr entdecken, als du ihnen jemals mit Worten beschreiben kannst. Kein K&uuml;nstler sollte seine Werke erkl&auml;ren. Das nimmt die Spannung weg&ldquo;, erl&auml;utert sie ihre Haltung. Was sie denn mit dem Spiegel beabsichtige, sei sie h&auml;ufig gefragt worden. Da habe sie manchmal eine Ausnahme gemacht und geantwortet: &bdquo;Jeder ist ein Fl&uuml;chtling.&ldquo; Mehr aber auch nicht, um die F&uuml;lle der m&ouml;glichen Assoziationen nicht vorschnell zu verengen. Auch ich k&ouml;nne mir meinen eigenen Reim auf die Bedeutung des Spiegels machen. Ob sie wisse, wer f&uuml;r die Schmierereien verantwortlich sei, frage ich zum Schluss. &bdquo;Wir haben eine Vermutung, wissen aber nichts&ldquo;, sagt sie sibyllinisch. Es sei letztlich auch nicht so wichtig. Wichtiger und schlimmer sei, dass die Schmierereien Ausdruck einer Stimmungslage in der Bev&ouml;lkerung seien. Gerade hier auf dem platten Land, wo es kaum Ausl&auml;nder gebe, sei die Fremdenfeindlichkeit verbreitet und tief verwurzelt. Sie habe f&uuml;r ihr Kunstwerk viel Anerkennung und Zuspruch erfahren, aber auch eine Menge diffuser, schweigender Feindseligkeit und Ablehnung erlebt. Von dieser Gemengelage k&ouml;nnten mir auch die Menschen berichten, die die Fl&uuml;chtlinge in ihr Haus aufgenommen h&auml;tten. Wenn ich Interesse h&auml;tte, das Ehepaar Weber [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] kennenzulernen, k&ouml;nne sie den Kontakt gern herstellen. Sie seien seit Langem befreundet. Ich nehme das Angebot an und sie greift zum Telefon. Am fr&uuml;hen Nachmittag k&ouml;nne ich gern vorbeikommen, teilt die K&uuml;nstlerin mir nach dem kurzen Telefonat mit. Ich bekomme eine Wegbeschreibung und Tipps, wie ich die Zeit bis dahin &uuml;berbr&uuml;cken kann. <\/p><p><strong>Was sehen wir im Spiegel?<\/strong><\/p><p>Ich verlasse den Ort und setze mich am Waldrand auf eine Bank. Ich mache mir Notizen und greife die Anregung der K&uuml;nstlerin auf und denke &uuml;ber die Bedeutung des Spiegels nach. Das &bdquo;Wir sind alle Fl&uuml;chtlinge&ldquo; gen&uuml;gt mir nicht, ist mir zu allgemein. Der Satz mag gut gemeint sein und einen aufkl&auml;rerischen Sinn und eine p&auml;dagogische Wirkung haben. Vielleicht bringt er den Einen und die Andere zum Nachdenken, vorausgesetzt, dass man &uuml;berhaupt nachdenkt. Was also st&ouml;rt mich an ihm? Er verwischt die gravierenden Unterschiede zwischen den Fl&uuml;chtlingen und uns. Vor allem den, dass wir und unsere Lebens- und Arbeitsweise zu den Bedingungen ihrer Flucht geh&ouml;ren. Frantz Fanon h&auml;tte uns einen solchen Satz um die Ohren gehauen und ihn als zutiefst verlogen zur&uuml;ckgewiesen. Je l&auml;nger ich &uuml;ber ihn nachdenke, desto problematischer erscheint er mir. Was also sehen wir, wenn wir den Mut haben, wirklich in den Spiegel zu blicken, den uns die Fl&uuml;chtlinge vorhalten? Wir sehen, dass unser Wohlstand auf ihrem Elend basiert; dass wir Ausbeuter sind, dass unser ganzer Reichtum aus Pl&uuml;nderung und Raub ihrer Besitzt&uuml;mer und L&auml;nder stammt; dass wir erst das Gold und die Edelmetalle, dann das Erd&ouml;l genommen und in die Mutterl&auml;nder gebracht haben; dass unsere Kathedralen, Pal&auml;ste und Industriest&auml;dte ihre Blutspuren tragen; dass es die von uns gef&uuml;hrten Kriege sind, die ihre Lebensverh&auml;ltnisse verw&uuml;stet und unertr&auml;glich gemacht und die staatlichen Strukturen in ihren L&auml;ndern zerst&ouml;rt haben. Wir d&uuml;rften uns nicht wundern, wenn sie in unsere H&auml;user eindringen, sich an unsere Tische setzen, unsere Vorr&auml;te pl&uuml;ndern und sich in unsere Betten legen w&uuml;rden. Aber das tun sie nicht einmal. Sie kommen nur und bitten uns um Hilfe. In der Regel wollen sie sich integrieren und sich an den hiesigen Lebensstil anpassen, obwohl sie allen Grund h&auml;tten, das Wertesystem der westlichen Mittelklasse abzulehnen. Das muss nat&uuml;rlich nicht so bleiben und ob zuk&uuml;nftige Fl&uuml;chtlinge ihre Wut &auml;hnlich im Zaum halten werden, ist nicht unbedingt gesagt. Alle gegen sie errichteten Barrieren, Z&auml;une, W&auml;lle und gesetzlichen Ma&szlig;nahmen werden sie letztlich nicht aufhalten k&ouml;nnen. Fortgesetzte Kriege, B&uuml;rgerkriege, Landaufk&auml;ufe durch Konzerne, der Klimawandel, steigende Lebensmittelpreise werden daf&uuml;r sorgen, dass es nicht weniger Fl&uuml;chtlinge werden, wie die Politik den W&auml;hlermassen scheinheilig und aus Furcht vor einem weiteren Anwachsen der AfD verspricht.<\/p><p><strong>Die Webers &ouml;ffnen ihr Haus<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber diese Gedanken ist es Zeit geworden, zu den Webers aufzubrechen, die am anderen Ende des Ortes wohnen. Solar-Paneele auf dem Dach und der gute, alte &bdquo;Atomkraft? Nein danke&ldquo;-Aufkleber mit der roten, lachenden Sonne an der T&uuml;r deuten darauf hin, dass die Webers im gr&uuml;n-alternativen Milieu beheimatet sind. Ich werde herzlich empfangen und auf die Terrasse gef&uuml;hrt. Wir stellen uns einander vor und trinken Tee. Dazu gibt es selbstgebackenen Kuchen. Ein Strau&szlig; aus Wiesenblumen steht auf dem Tisch. Die Webers sind um die siebzig Jahre alt. Ulrike war bis vor einigen Jahren Lehrerin, Helmut evangelischer Pfarrer. Sie haben einige Jahre in Lateinamerika gelebt und dort im Kontext der Befreiungstheologie und im Kampf gegen Diktaturen pr&auml;gende Erfahrungen gemacht. Nach dem Auszug aus dem Pfarrhaus haben sie dieses Haus bezogen, zu dem ein fu&szlig;ballfeldgro&szlig;er Garten geh&ouml;rt, der auf angenehme Weise verwildert ist und zahlreiche Tiere beherbergt. Zwei Esel kann ich durch die &Auml;ste der B&auml;ume hindurch erkennen und vor allem h&ouml;ren. Schafe, Ziegen und ein Pferd grasen auf Wiesen ein St&uuml;ck weiter weg vom Haus. Der Hund der Webers hatte mich schon an der T&uuml;r begr&uuml;&szlig;t.<\/p><p>Ich erl&auml;utere den Grund meines Besuches und frage, ob sie mir etwas &uuml;ber ihr Zusammenleben mit Fl&uuml;chtlingen erz&auml;hlen k&ouml;nnten. Als im Herbst 2015 hunderttausende Fl&uuml;chtende nach Deutschland kamen, entstand bei den Webers relativ schnell die Idee, eine zum Haus geh&ouml;rende Souterrain-Wohnung, in der bislang gelegentlich Besuch untergebracht wurde, f&uuml;r eine Fl&uuml;chtlingsfamilie zur Verf&uuml;gung zu stellen. &bdquo;Uns war klar, dass es nicht damit getan ist, an Bahnh&ouml;fen zu applaudieren und Schokolade und Pl&uuml;schtiere zu verschenken&ldquo;, sagt Helmut. Etwas Dauerhaftes wie Integration k&ouml;nne nicht auf etwas Fl&uuml;chtiges wie die Willkommens-Euphorie gegr&uuml;ndet werden. Ich kannte ja sicher die Brecht&lsquo;sche Formulierung von &bdquo;den M&uuml;hen der Ebene&ldquo;: Nach den Gipfeln der Willkommenskultur folgten nun die &bdquo;M&uuml;hen der Ebene&ldquo;. F&uuml;r ihn und seine Frau sei es ein Gebot christlicher N&auml;chstenliebe, aber auch politischer Solidarit&auml;t gewesen, sich an der langfristigen Aufgabe der Integration zu beteiligen. Es folgten Verhandlungen mit der Gemeinde und dem Kreis, die sich bereit erkl&auml;rten, f&uuml;r die Miete und die Nebenkosten aufzukommen. Sie selbst h&auml;tten die Wohnung auf Vordermann gebracht, Herd, Waschmaschine, Fernsehger&auml;t und K&uuml;hlschrank gekauft. Im Bekannten- und Freundeskreis habe man Geschirr, Bettzeug, M&ouml;bel- und Kleidungsst&uuml;cke gespendet und Unterst&uuml;tzung bei der Betreuung zugesagt. Im Januar 2016 sei es dann soweit gewesen. Eine aus Afghanistan stammende Frau mit drei Kindern sei vom Landkreis ihrer Gemeinde zugewiesen worden und sie h&auml;tten &bdquo;ihre WG&ldquo; ins Leben gerufen. Es sei etwas anderes als ein gew&ouml;hnliches Mietverh&auml;ltnis. Jeder habe zwar seine separaten R&auml;umlichkeiten, aber im Alltag verbr&auml;chten sie doch eine Menge Zeit miteinander. Ulrike und Helmut seien f&uuml;r ihre Mitbewohner eigentlich rund um die Uhr ansprechbar. Seit die w&auml;rmere Jahreszeit angebrochen sei, treffe man sich regelm&auml;&szlig;ig am sp&auml;ten Nachmittag im Garten zur F&uuml;tterung der Esel und bespr&auml;che alles, was den Tag &uuml;ber angefallen sei. Bei den Eseln tr&auml;fe man sich nicht zuf&auml;llig. Sie symbolisierten die Verbindung zwischen der alten und der neuen Heimat. Eine Eselsbr&uuml;cke ganz eigener Art.  <\/p><p><strong>Die neuen Mitbewohner<\/strong><\/p><p>Die vier neuen Hausbewohner seien Nesrin, die Mutter, der 18-j&auml;hrige Walid, die 15-j&auml;hrige Nila und der 8-j&auml;hrige Aziz. Der Mann von Nesrin und Vater der Kinder sei mit einem weiteren 11-j&auml;hrigen Sohn an der Grenze zwischen Iran und T&uuml;rkei von den anderen getrennt worden. Die beiden seien inzwischen nach Kabul zur&uuml;ckgekehrt. Trotz vieler Bem&uuml;hungen best&uuml;nde bisher kein Kontakt zum Vater, worunter vor allem Nesrin sehr leide. Sie sei Analphabetin und nehme an einem Alphabetisierungskurs in der Kreisstadt teil. Sie verst&uuml;nde inzwischen einiges, ihre aktive Teilnahme an der Kommunikation sei aber durch ihre Trauer um die Trennung von Mann und Sohn sp&uuml;rbar gehemmt. Es sei schwer, ihr einen Trost und Ablenkung zu erfinden. Auf dem Weg von der T&uuml;rkei nach Griechenland &uuml;ber das Mittelmeer h&auml;tten alle vier miterlebt, wie zwei weitere Boote in ihrer unmittelbaren N&auml;he untergegangen und die Insassen ertrunken seien. Wie ihre Mitbewohner mit dieser sicherlich traumatischen Erfahrung fertig w&uuml;rden, werde sich zeigen. Deswegen sei es umso wichtiger gewesen, ihnen schnell zu einem geregelten Alltag und zur Teilnahme am Schulunterricht zu verhelfen. &bdquo;Da ist mir nat&uuml;rlich der Umstand zugutegekommen, dass ich aus meiner aktiven Zeit als Lehrerin viele Schulen und ihr Lehrpersonal noch kenne&ldquo;, sagt Ulrike. Aziz besuche inzwischen die Grundschule im Nachbardorf, Nila die Realschule in der Kreisstadt und Walid sei in eine Integrationsklasse an einer berufsvorbereitenden Schule aufgenommen worden. Die Jungs seien begeisterte Fu&szlig;baller und spielten in Mannschaften des &ouml;rtlichen Fu&szlig;ballvereins. Der Fu&szlig;ball erweise sich als ein &auml;u&szlig;erst wirksames Vehikel der Integration. Da sie gute Spieler in ihrer jeweiligen Altersklasse seien, erhielten sie viel Anerkennung. Auch ihre deutschen Mitspieler w&uuml;rden etwas lernen: &bdquo;Man kann hoffen, dass, wer gemeinsam Fu&szlig;ball spielt, nicht mehr so leicht Zugang findet zum gew&ouml;hnlichen, an der Haut- und Haarfarbe ansetzenden Rassismus&ldquo;, sagt Helmut. <\/p><p>Das liefert das Stichwort und wir kommen auf die rechtsradikalen Schmierereien im Ort zu sprechen. Nat&uuml;rlich h&auml;tten die Mutter und ihre beiden &auml;lteren Kinder verstanden, dass sich die Parole &bdquo;Fl&uuml;chtlinge raus&ldquo; auf sie bezog. Au&szlig;er ihnen habe es ja damals keine anderen Fl&uuml;chtlinge im Ort gegeben. Inzwischen seien noch eine weitere Familie aus Afghanistan und f&uuml;nf junge syrische M&auml;nner im Ort untergebracht worden. &bdquo;Wir haben mit unseren Mitbewohnern in dem Zusammenhang besprochen, dass nicht alle Deutschen <em>friends<\/em> sind &ndash; bis dahin hatten sie eigentlich nur Freunde von uns und ihnen wohlgesonnene Menschen erlebt -, aber wir haben das Thema sehr flach gehalten, vor allem, um das M&auml;dchen nicht zu &auml;ngstigen. Wir versuchen seither aufzupassen, dass vor allem Nila keinen weiten Weg alleine geht und begleiten sie, wann immer wir k&ouml;nnen, oder bringen sie mit dem Auto zu irgendwelchen Terminen&ldquo;, erkl&auml;rt Ulrike. Auch f&uuml;r die Familie sei es wichtig gewesen mitzuerleben, dass die feindseligen Parolen unter einem Kunstwerk verschwinden und das Negative etwas Positivem weicht. Sie, die Webers, h&auml;tten gelegentlich anonyme Briefe erhalten, vom Tenor her aus der AfD- oder NPD-Ecke, erg&auml;nzt Helmut. Er zieht eine Schublade auf, holt einen Brief hervor und liest vor: &bdquo;Leute wie Sie wirken daran mit, dass Deutschland mit Fremden geflutet und die deutsche Bev&ouml;lkerung durch eine aus allen Teilen der Erde herbeigerufene Bev&ouml;lkerung ersetzt wird.&ldquo; Dass er hier jahrelang Gemeindepfarrer gewesen sei, auferlege den Leuten eine gewisse Zur&uuml;ckhaltung und bewahre sie wohl vor Schlimmerem, vermutet er. &bdquo;Insgesamt &uuml;berwiegen die positiven Reaktionen&ldquo;, res&uuml;miert Ulrike, &bdquo;wir bekommen viele Hilfsangebote und Unterst&uuml;tzung.&ldquo; Einige Bekannte w&uuml;rden der Mutter und den Kindern zus&auml;tzlichen Deutschunterricht erteilen. <\/p><p>Es klingelt an der Haust&uuml;r und Helmut verschwindet f&uuml;r eine Weile. Als er zur&uuml;ckkehrt, berichtet er, ein Fernsehtechniker sei dagewesen und habe das Fernsehger&auml;t der Mitbewohner ausgetauscht. Da von ihnen niemand zu Hause sei, habe er den Mann reinlassen und in die Wohnung begleiten m&uuml;ssen. &Uuml;berhaupt seien ihre Mitbewohner digital auf dem neuesten Stand und verbr&auml;chten viel Zeit mit ihren Smartphones und am Computer. Sie h&auml;tten so etwas nicht und seien eher analoge Menschen. <\/p><p><strong>Hoffnungen und W&uuml;nsche<\/strong><\/p><p>Pl&ouml;tzlich dringen aus der Wohnung unter uns Stimmen und Lachen herauf. So langsam trudeln die Familienmitglieder ein. Wenig sp&auml;ter treffen sich tats&auml;chlich alle im Garten bei den Eseln, die Knut und Hugo hei&szlig;en. Nur Aziz, der J&uuml;ngste, ist noch beim Fu&szlig;balltraining. Nila berichtet euphorisch von ihrem Praktikum, das sie bei einer Friseurin im n&auml;chsten Ort absolviert. Eine Kundin habe ausdr&uuml;cklich darauf bestanden, dass sie ihr demn&auml;chst die Haare zur Hochzeitsfrisur stecke. Das sei bereits ihr zweites Praktikum, das erste habe sie in den letzten Ferien bei einer Zahn&auml;rztin absolviert. Sie k&ouml;nne sich vorstellen, Zahn&auml;rztin zu werden. &bdquo;Mach erst mal Schule fertig&ldquo;, d&auml;mpft ihr gro&szlig;er Bruder ihre Euphorie. Er hat auch bereits ein Praktikum bei einem Schreiner gemacht und m&ouml;chte sich beruflich in diese Richtung orientieren. Der 18-J&auml;hrige Walid erinnert daran, dass sie vor Krieg und allt&auml;glicher Gewalt geflohen seien. &bdquo;Das ist immer noch hier drin&ldquo;, sagt er und klopft an seinen Kopf. Sie seien in der Hoffnung nach Deutschland gekommen, hier Frieden, Freiheit und eine Zukunft zu finden. Die Mutter steht still daneben, l&auml;chelt und schweigt. Sie tr&auml;gt ein lose geschwungenes Tuch um den Kopf. Nila tr&auml;gt ihr Haar offen und ist gekleidet wie hiesige M&auml;dchen in ihrem Alter. Inzwischen ist auch Aziz eingetroffen und erz&auml;hlt ganz aufgeregt, er sei am n&auml;chsten Samstag bei einem Mitspieler zum Geburtstag eingeladen. Er hat von allen am schnellsten Deutsch gelernt und beherrscht es bereits ziemlich gut. Nur wenn er zu viel auf einmal sagen m&ouml;chte, verhaspelt er sich und sucht nach Worten. <\/p><p>In einigen Wochen wird endlich &uuml;ber den Asylantrag der Familie entschieden. Sie haben einen Anh&ouml;rungstermin in der Erstaufnahmeeinrichtung erhalten, in der sie bis Ende 2015 untergebracht waren. Die Familie wei&szlig;, dass auch nach Afghanistan abgeschoben wird und dass keineswegs sicher ist, dass sie bleiben k&ouml;nnen. Das erf&uuml;llt alle mit Angst und Sorge. Die Webers wollen sie zur Anh&ouml;rung begleiten und hoffen auf einen positiven Ausgang des Verfahrens. Der Gedanke, dass all die bereits unternommenen Integrationsbem&uuml;hungen umsonst gewesen seien und die sich andeutenden Zukunftsperspektiven f&uuml;r die Kinder sich zerschl&uuml;gen, sei im Grunde unertr&auml;glich. <\/p><p><strong>Wie Integration klappen k&ouml;nnte und wie sie schiefgeht<\/strong><\/p><p>Die Versammlung im Garten verl&auml;uft sich. Die Webers laden mich zum Abendessen ein. Dabei werden sie ein bisschen grunds&auml;tzlicher. Das vor beinahe einem Jahr von Frau Merkel verk&uuml;ndete &bdquo;Wir schaffen das!&ldquo; sei ja m&ouml;glicherweise gut gemeint gewesen, aber mit diesem Tschakka-Ruf sei es nat&uuml;rlich nicht getan. Integration sei ein langwieriger und m&uuml;hseliger Vorgang und funktioniere nur unter gewissen Voraussetzungen. Man habe in der Folge vers&auml;umt, die zu schaffen. Es brauche eine Unmenge ehrenamtlicher Helfer, die die Neuank&ouml;mmlinge unter ihre Fittiche n&auml;hmen. Und nat&uuml;rlich finanzielle Mittel und einen Abbau b&uuml;rokratischer und juristischer Integrationshindernisse. &bdquo;Ihnen das Arbeiten zu verbieten und ihnen gleichzeitig Unt&auml;tigkeit vorzuwerfen, ist doch grotesk und zynisch&ldquo; sagt Helmut und f&auml;hrt fort: &bdquo;Die Fl&uuml;chtlinge liegen wie Fische auf dem Trockenen und erleben, dass die Gesellschaft, in die sie integriert werden sollen, sie nicht braucht.&ldquo; Eigentlich brauche es eine Betreuung im Verh&auml;ltnis Eins zu Eins, also Hunderttausende von Menschen, die bereit seien, eine Art Patenschaft einzugehen und sich intensiv um einzelne Fl&uuml;chtlinge zu k&uuml;mmern. Das setze die Bereitschaft voraus, &bdquo;sich als Mensch zu geben&ldquo;, wie Andr&eacute; Gorz das einmal ausgedr&uuml;ckt habe. Diese etwa lasse sich weder von oben anordnen noch mit Geld kaufen. Ulrike nimmt den Faden auf: &ldquo;Ich habe &sbquo;unsere&lsquo; afghanische Familie vor ein paar Tagen in eine nahegelegene Kleinstadt gebracht, weil dort eine befreundete Familie aus dem Iran untergekommen ist, die sie endlich mal besuchen wollten. Es war das totale Kontrastprogramm zu dem, was wir hier versuchen: mehr als 900 Asylbewerber in ehemaligen Kasernen &ndash; weitab vom Ort, keine Einkaufsm&ouml;glichkeit, kein Spielplatz, viele herumh&auml;ngende junge M&auml;nner, die versuchen, die Zeit totzuschlagen und auf ihren Smartphones herumwischen. Abbas Khider, der als Fl&uuml;chtling aus dem Irak selbst Monate in solchen Einrichtungen zugebracht hat, habe diese Situation in seinem Buch <em>Ohrfeige<\/em> als Zugleich von Trubel und Langeweile beschrieben. Man bringe seine Zeit mit Warten zu und werde von Tag zu Tag d&auml;mlicher. Dazu diese Security-M&auml;nner, die mir ihr Leid klagten, wie unsauber die Bewohner seien, &sbquo;der reinste Saustall sei das hier&lsquo;. So kann Integration wirklich nicht gehen! Endlich haben wir dann die gesuchte Familie an einem Fenster entdeckt: zwei Erwachsene, drei Kinder &ndash; von drei Monaten bis circa zehn Jahre &ndash; in einem Zimmer, Gemeinschaftsk&uuml;che auf dem Flur &ndash; und das seit 8 Monaten! Dass man in diesen Massenunterk&uuml;nften f&uuml;r keinen einzigen Moment allein ist, keine Ruhe findet, oft nicht einmal die T&uuml;re hinter sich abschlie&szlig;en kann: Was macht das mit Menschen? Ich bin ziemlich geschockt nach Hause gekommen. Dass so etwas keinen Segen bringt, liegt doch auf der Hand. Diese Ghettobildung, das Zusammenpferchen vor allem junger, unverheirateter M&auml;nner, bereitet den N&auml;hrboden f&uuml;r Radikalisierungen aller Art: Islamismus, Kriminalit&auml;t, Drogen- und Alkoholkonsum. &ldquo; Inzwischen seien hier im Dorf au&szlig;er f&uuml;nf jungen afghanischen M&auml;nnern noch ein junges syrisches Paar und zwei Frauen mit Kindern angekommen. &bdquo;Wir haben ganz klar gesagt, dass wir uns nicht noch um Andere k&uuml;mmern k&ouml;nnen, mal sehen, wer sich findet&ldquo;, sagt Helmut. Man k&ouml;nne gegenw&auml;rtig leider allenthalben beobachten, dass ehrenamtliches Engagement sich zur&uuml;ckbilde.  <\/p><p>Wir decken den Tisch ab. Ich bedanke mich f&uuml;r diesen lehrreichen Tag und verabschiede mich. Helmut begleitet mich zum Auto. Auf dem Weg f&uuml;gt er noch hinzu: &bdquo;Nicht, dass der Eindruck entsteht, wir w&uuml;rden uns aufopfern und es sei alles nur M&uuml;he und Arbeit. Wir haben auch viel bekommen. Es hat unser Leben enorm bereichert. Also, &uuml;berlegen Sie es sich: So ein Projekt ist ein guter Beitrag zur Rentner-Revitalisierung.&ldquo; <\/p><p>In der anbrechenden D&auml;mmerung fahre ich nach Hause. Ein harmloser Badeausflug und Wandertag ist unverhofft zu einer politischen Exkursion geworden. So ungef&auml;hr hat Oskar Negt sich wohl &bdquo;exemplarisches Lernen&ldquo; vorgestellt. Vielleicht w&auml;ren solche Ausfl&uuml;ge in die Wirklichkeit Modelle f&uuml;r Schulen und Universit&auml;ten. Ich jedenfalls habe an diesem einen Tag mehr gelernt, als aus Dutzenden von B&uuml;chern. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>[<a href=\"#note_*\" name=\"foot_*\">&laquo;*<\/a>] <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang als Gef&auml;ngnispsychologe im Erwachsenenvollzug in Butzbach. In der &bdquo;Edition Georg B&uuml;chner-Club&ldquo; erschien im Juli 2016 unter dem Titel &bdquo;Zwischen Arbeitswut und &Uuml;berfremdungsangst&ldquo; der zweite Band seiner &bdquo;Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus&ldquo;. Siehe die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34925\">Besprechung von Jordi Maiso<\/a> auf den NachDenkSeiten.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Alle im Text vorkommenden Namen sind erfunden und nicht die wirklichen Namen der Akteure. Das geschieht zu deren Schutz.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor rund einem Jahr fiel Merkels ber&uuml;hmter Satz &bdquo;Wir schaffen das!&ldquo; Die Euphorie der Willkommenskultur ist schnell verflogen, die gefl&uuml;chteten Menschen sind geblieben. Die Auseinandersetzung, wie mit ihnen umgegangen werden soll, spaltet zunehmend die Gesellschaft. Die auftretenden Schwierigkeiten und Zwischenf&auml;lle mit Migranten leiten Wasser auf die M&uuml;hlen der Rassisten und Rechtspopulisten. Am Beispiel eines kleinen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35201\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[159,165,125,161],"tags":[1171,1601,1055,753,315],"class_list":["post-35201","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-rechte-gefahr","category-wertedebatte","tag-asyl","tag-ehrenamtlichkeit","tag-fluechtlinge","tag-integration","tag-merkel-angela"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35201"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48884,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35201\/revisions\/48884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}