{"id":35378,"date":"2016-10-12T12:44:31","date_gmt":"2016-10-12T10:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35378"},"modified":"2016-10-12T13:54:26","modified_gmt":"2016-10-12T11:54:26","slug":"arbeitsverweigerung-hillary-clinton-und-das-versagen-der-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35378","title":{"rendered":"Arbeitsverweigerung &#8211; Hillary Clinton und das Versagen der Medien"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161012_hillary.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Echter Qualit&auml;tsjournalismus sollte Distanz halten und sich nicht gemein machen mit einer Sache; auch nicht mit einer guten. So formulierte es einst der Tagesthemen-Moderator <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hanns_Joachim_Friedrichs\">Hans Joachim Friedrichs<\/a> . Gemessen an diesem Standard sind die Stars des US-Journalismus die schwarzen Schafe in einer Branche, in der man offenbar die wei&szlig;en Schafe mit der Lupe suchen muss. Die Medienkonzerne finanzieren Clinton, Clinton bedient ausgesuchte Journalisten mit &bdquo;Informationen&ldquo; aus erster Hand und gemeinsam arbeitet man an einer Strategie, das Wei&szlig;e Haus zu erobern. So nah waren sich Politik und Medien in einem als demokratisch geltenden Staat noch nie. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie New York Times macht heute mit einer Geschichte auf, in der man lustvoll dar&uuml;ber berichtet, dass es bei den Republikanern immer mehr Spitzenpolitiker gibt, die Trump den R&uuml;cken kehren. Gleich daneben berichtet das &bdquo;Editorial Board&ldquo; von der &bdquo;verschrobenen&ldquo; Welt des Donald Trump. Bei der Washington Post heuchelt man in der Spitzenstory des Tages immer noch dar&uuml;ber, wie b&ouml;se Donalds Trump &bdquo;frauenfeindliche&ldquo; Spr&uuml;che sind und auch auf allen anderen gro&szlig;en Zeitungs- und Medienseiten findet man nahezu ausschlie&szlig;lich negative Berichte und Kommentare &uuml;ber den Kandidaten Trump. &#8232;&#8232;Ist in den USA sonst nichts passiert? Gab es nicht erst vor wenigen Tagen einen echten Scoop, bei dem den Medien von Hackern Tausende <a href=\"http:\/\/www.zerohedge.com\/news\/2016-10-08\/latest-wikileaks-revelations\">interne Mails von Hillary Clintons Wahlkampfchef<\/a> zugespielt wurden? Dar&uuml;ber berichten nat&uuml;rlich auch die Massenmedien. Die New York Times macht sich beispielsweise Gedanken dar&uuml;ber, ob die Leaks <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/aponline\/2016\/10\/11\/us\/politics\/ap-us-campaign-2016-clinton-wikileaks.html\">aus den Reihen der Trump-Kampagne stammen<\/a> und echauffiert sich dar&uuml;ber, dass offenbar <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2016\/10\/12\/us\/politics\/hillary-clinton-emails-wikileaks.html\">russische Hacker hinter dem Datenraub stehen<\/a> . W&auml;hrend man bei MSNBC nichts besseres zu tun hat, als schnell einen &bdquo;Experten&ldquo; aus dem Hut zu zaubern, der bar jeder Indizien behauptet, die Mails von Wikileaks <a href=\"http:\/\/www.dailynewsbin.com\/news\/intelligence-expert-confirms-latest-hillary-clinton-email-dump-from-wikileaks-is-full-of-forgeries\/26242\/\">seien F&auml;lschungen<\/a>. Nun gut, so lange man &bdquo;<a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2016\/10\/11\/in-the-democratic-echo-chamber-inconvenient-truths-are-recast-as-putin-plots\/\">den Russen<\/a>&ldquo; als universellen B&ouml;sewicht heranziehen kann, muss man sich ja nicht mehr mit Inhalten besch&auml;ftigen.<\/p><p>Und diese Inhalte haben es durchaus in sich. Wie Glenn Greenwald und Lee Fang auf &bdquo;The Intercept&ldquo; &ndash; einem der wenigen wei&szlig;en Schafe &ndash; <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2016\/10\/09\/exclusive-new-email-leak-reveals-clinton-campaigns-cozy-press-relationship\/\">berichten<\/a> , geht es bei den <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/podesta-emails\/\">Podesta-Emails<\/a> beispielsweise auch darum, wie das Wahlkampfteam von Hillary Clinton mit den gro&szlig;en Medien im Lande zusammenarbeitet. So pflegt man beispielsweise eine inoffizielle Liste mit &bdquo;Helfern&ldquo; und wohlgesonnenen &bdquo;Kolumnisten&ldquo; und &bdquo;Experten&ldquo;, die dann, bezahlt von der Clinton-Kampagne, in den Zeitungen und Fernsehsendern ihre Statements und Kommentare abliefern d&uuml;rfen. Auf speziellen Veranstaltungen in exklusiven Cocktailbars wurde dann das Who is Who der Branche auf die Kampagne eingeschworen. Ziel der Zusammenarbeit ist freilich nicht nur eine Hofberichterstattung f&uuml;r Hillary Clinton, sondern auch die Lieferung von Materialien durch die Kampagne, mit denen die Medien den politischen Gegner ins Kreuzfeuer nehmen k&ouml;nnen. <\/p><p>Wer die US-Medien auch nur sporadisch verfolgt, wundert sich &uuml;ber diese Enth&uuml;llungen sicherlich nicht. Die Vehemenz der Pro-Clinton-Berichterstattung ist beeindruckend. Selbstverst&auml;ndlich geht der &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes &ndash; Kampagnenjournalismus &uuml;ber die blo&szlig;e einseitige Berichterstattung hinaus. Die Medienkonzerne, die sich besonders f&uuml;r eine Pro-Clinton-Hofberichterstattung auszeichnen, sind auch die Konzerne, die zu den gr&ouml;&szlig;ten Spendern <a href=\"http:\/\/fair.org\/home\/the-anti-clinton-media-are-big-donors-to-clinton-foundation-and-to-clinton\/\">der Clinton-Kampagne und(!) der Clinton-Stiftung geh&ouml;ren<\/a> &ndash; darunter Comcast (NBC, MSNBC), James Murdoch (News Corporation, Fox News), Time Warner (CNN), Bloomberg, Reuters, Viacom, CBS, AOL (Huffington Post), PBS, PRI, die Hearst Corporation und viele viele andere.<\/p><p>So schlie&szlig;t sich der Kreis. Die Medienkonzerne finanzieren und unterst&uuml;tzen die Kandidatin publizistisch. Die kritische Berichterstattung zu Hillary Clinton grenzt dabei bereits an Arbeitsverweigerung &ndash; angefangen bei den <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/dnc-emails\/\">DNC-Leaks<\/a>, &uuml;ber das <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/clinton-emails\/\">Mail-Archiv von Hillary Clinton<\/a> bis zu den <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/podesta-emails\/\">Podesta-Mails<\/a> &ndash; jedes einzelne dieser Leaks hat das Zeug zu einem riesigen Skandal, &uuml;ber jedes einzelne Leak werden Sie jedoch in den oben genannten Gro&szlig;medien kaum etwas finden &ndash; au&szlig;er Mutma&szlig;ungen, dass die Russen dahinterstecken k&ouml;nnten. Das ist kein Journalismus! Das ist Arbeitsverweigerung! Stattdessen setzt man seine Leute daran, alte Audio-Rohaufnahmen nach Zitaten Donald Trumps zu durchw&uuml;hlen, in denen er sich &bdquo;unanst&auml;ndig&ldquo; &auml;u&szlig;ert. Und nun klopft sich die gesamte Branche gegenseitig auf die Schultern: Man hat doch tats&auml;chlich einen Beleg daf&uuml;r gefunden, dass Trump das P-Wort benutzt! Ei der Daus! Daf&uuml;r muss es den Pulitzer-Preis geben!<\/p><p>Die Erkl&auml;rung f&uuml;r diese kollektive Arbeitsniederlegung mag simpel sein. Donald Trump ist nun mal ein Widerling, gegen den sogar eine Hillary Clinton attraktiv erscheinen mag. Und so machen sie sich einer &ndash; siehe Einleitung &ndash; guten Sache gemein, indem sie aus ihrer Perspektive heraus Trump verhindern. Stellt sich jedoch die Frage, wo der Kandidat Trump &uuml;berhaupt herkommt. Und da m&uuml;ssen wir uns leider in den Bereich der Spekulation begeben. <\/p><p>Ein weiteres Fundst&uuml;ck aus den Podesta-Mails, die von den Qualit&auml;tsmedien geflissentlich ignoriert werden, weist n&auml;mlich darauf hin, dass die Clinton-Kampagne schon im Juli 2015 herausgearbeitet hat, dass die Kandidatin eigentlich nur dann eine Chance hat, wenn auf Seiten der Republikaner entweder ein &bdquo;Extremist&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.counterpunch.org\/2016\/10\/11\/elevating-trump\/\">antritt<\/a> oder zumindest auftrumpft, um die anderen Kandidaten in die rechte Ecke zu schieben. Namentlich werden im Papier Ted Cruz und Donald Trump genannt. Auch wenn es daf&uuml;r nat&uuml;rlich keinen Beweis gibt: es ist schon sehr seltsam, dass &bdquo;Freaks&ldquo; wie Trump und Cruz in der fr&uuml;hen Phase der Vorwahlen in den Medien omnipr&auml;sent waren, w&auml;hrend die gem&auml;&szlig;igten Kandidaten des Establishments, z.B. Chris Christie oder Jeb Bush, fast komplett ignoriert wurden. Haben die Medien also mit Trump genau den Strohmann aufgebaut, den sie nun mit Genuss niederpr&uuml;geln? Ich w&uuml;rde meine Hand jedenfalls nicht daf&uuml;r ins Feuer legen, dass es nicht so ist. <\/p><p>Doch was ist der Preis f&uuml;r dieses abgekartete Spiel? Die Medien verlieren den letzten Rest von Glaubw&uuml;rdigkeit und die W&auml;hler werden nach vier Jahren Clinton wahrscheinlich vollends unkontrollierbar sein und einem Rattenf&auml;nger hinterherlaufen, gegen den Donald Trump ein netter Kerl ist. Ted Cruz w&auml;re ein denkbarer Kandidat. Und wenn in vier Jahren tats&auml;chlich ein evangelikaler Spinner &aacute; la Cruz an den roten Knopf kommt, dann ist j&uuml;ngste Gericht wohl wirklich nicht mehr fern.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/3502db57c1754a1ea1a19ce60e51475b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161012_hillary.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Echter Qualit&auml;tsjournalismus sollte Distanz halten und sich nicht gemein machen mit einer Sache; auch nicht mit einer guten. So formulierte es einst der Tagesthemen-Moderator <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hanns_Joachim_Friedrichs\">Hans Joachim Friedrichs<\/a> . 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