{"id":3557,"date":"2008-10-31T07:17:53","date_gmt":"2008-10-31T06:17:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3557"},"modified":"2008-11-03T14:23:33","modified_gmt":"2008-11-03T13:23:33","slug":"hinweise-des-tages-765","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3557","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ul>\n<li>Ver.di: Sechs Millionen Arbeitspl&auml;tze fehlen<\/li>\n<li>Arm trotz Arbeit<\/li>\n<li>Gericht st&auml;rkt Rechtsberatung f&uuml;r &auml;rmere B&uuml;rger<\/li>\n<li>Die INSM (in persona H&uuml;ther) zur Finanzkrise<\/li>\n<li>Thomas Fricke &ndash; Obama goes Oskar<\/li>\n<li>Staatsgeld flie&szlig;t an Aktion&auml;re<\/li>\n<li>Gro&szlig;banken wollen Staatsgeld horten<\/li>\n<li>Die n&auml;chsten Fallen<\/li>\n<li>Sonderverg&uuml;tung: &ldquo;M&ouml;hrchen&rdquo; f&uuml;r den Bahn-Vorstand <\/li>\n<li>Bund will und kann keinen Einfluss auf Telekom-Gesch&auml;ftspolitik nehmen<\/li>\n<li>Die Europ&auml;ische Union als Triebkraft der Privatisierung<\/li>\n<li>Kfz-Steuer &ndash; Absatzf&ouml;rderung f&uuml;r Spritfesser<\/li>\n<li>IG-Metall-Chef droht mit historischer Streikwelle<\/li>\n<li>Kommentar: Rentner nicht f&uuml;r dumm verkaufen<\/li>\n<li>Raffelh&uuml;schen: 15,5 % Einheitsbeitrag: geringerer Arbeitslosenbeitrag gleicht GKV-Kosten nicht aus <\/li>\n<li>Kirche und Kapital &ndash; zur Unzeit vers&ouml;hnt?<\/li>\n<li>Briefwechsel zwischen Reinhard und Karl Marx<\/li>\n<li>BBC-Dokumentation wirft Georgien Kriegsverbrechen vor<\/li>\n<li>Der Niedergang Italiens politisch inszeniert<\/li>\n<li>Sarkozys n&auml;chste Eroberung<\/li>\n<li>Bush: Mission not accomplished<\/li>\n<li>Chinas Wachstumsabh&auml;ngigkeit<\/li>\n<li>Das Spielen mit gewalthaltigen elektronischen Spielen ist st&auml;rkster Risikofaktor f&uuml;r Gewaltkriminalit&auml;t<\/li>\n<li>&ldquo;Bildungsgipfel&rdquo;: Erst Doppelstunde, dann Pause<\/li>\n<li>Medienkritik unerw&uuml;nscht &ndash; schon gar wenn Blogs zitiert werden<\/li>\n<li>Zu guter letzt: Finanzballade &ndash; immer schon dagegen!<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3557&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Ver.di: Sechs Millionen Arbeitspl&auml;tze fehlen<\/strong><br>\n&bdquo;Weniger als drei Millionen Arbeitslose.&ldquo; Genauer gesagt: 2,997 Millionen. Doch ein Grund zum Jubeln ist das nicht. Denn das sind nur die offiziell registrierten Arbeitslosen. Von gut sechs Millionen Erwerbsf&auml;higen, die Arbeitslosengeld beziehen, tauchen &uuml;ber drei Millionen in der Statistik nicht auf. So lautet die Antwort des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit auf eine Anfrage im M&auml;rz 2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/08_22_kein_grund_zum_jubeln.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell 22, Oktober 2008 [PDF &ndash; 148 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen WL:<\/strong> Heute mal wieder die Jubelmeldungen von Glos und Scholz und die meisten Medien jubeln mit. Kaum einer redet dar&uuml;ber, dass ungef&auml;hr jeder Dritte, der einen Arbeitsplatz gefunden hat, auf Leiharbeitsbasis eingestellt wurde, also befristet und schlechter bezahlt und jetzt in der Krise, als erste wieder gefeuert werden (k&ouml;nnen). Etwa 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte verdienen so wenig, dass sie sich zus&auml;tzliches Geld durch einen Nebenjob verdienen m&uuml;ssen. Unausgesprochen bleibt, dass nur noch etwas mehr als die H&auml;lfte der Arbeitslosengeldempf&auml;nger in der Statistik als arbeitslos erscheinen. <\/em><\/p>\n<p>Vor allem sprechen Glos und Scholz nicht dar&uuml;ber, was sie zu tun gedenken um den selbst von der Bundesagentur bef&uuml;rchteten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen.<\/p>\n<p>Wenn man wei&szlig;, wie die Bundesagentur in der Vergangenheit mit statistischen Besch&ouml;nigungen gearbeitet hat, dann ist die heute genannte Zahl von 2,997 Millionen vergleichbar mit dem Verkaufstrick im Einzelhandel, wo man den Preis einer Ware auf 2,99 Euro auszeichnet.<\/p><\/li>\n<li><strong>Arm trotz Arbeit<\/strong><br>\nImmer mehr Deutsche leben am finanziellen Limit und m&uuml;ssen mehrere Jobs annehmen, um sich &uuml;ber Wasser zu halten. Der Buchautor Markus Breitscheidel ist undercover in die Rolle eines Hartz-IV Empf&auml;ngers geschl&uuml;pft und kam schneller als gedacht an seine finanziellen Grenzen. Als ungelernter Hilfsarbeiter musste er alle von der Arbeitsagentur vermittelten T&auml;tigkeiten annehmen; als Leiharbeiter behandelte man ihn als Mensch zweiter Klasse. In SWR1 Der Abend sprechen wir unter anderem mit Markus Breitscheidel (Buchautor von &ldquo;Arm durch Arbeit&rdquo;) und Prof. Gerhard Bosch, Institut f&uuml;r Arbeit und Qualifikation, Universit&auml;t Duisburg-Essen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/1045490\">SWR 1<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> H&ouml;renswert. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die INSM (in persona H&uuml;ther) zur Finanzkrise<\/strong><br>\nWill H&uuml;ther bestreiten, will Sinn bestreiten, dass es nicht zuletzt sie selber waren, die jeder Forderung nach Regulierung die Kommunisten-Schandt&uuml;te aufpappten? Sinn suggeriert jetzt, er habe schon immer gewusst, schon immer gewarnt. Mag sein, dass irgendwo auf Seite sowieso in einem der B&uuml;cher von &ldquo;Deutschlands bestem &Ouml;konom&rdquo; ein paar Relativs&auml;tze stehen. Aber als Franz M&uuml;ntefering im Sommer 2005 die Heuschreckendebatte er&ouml;ffnete (und jetzt lassen wir mal bitte au&szlig;er Acht, dass die Metapher nicht gl&uuml;cklich war, M&uuml;ntefering wohl sowieso nur Wahlkampf treiben wollte: Die Debatte war immerhin da!), da w&auml;re es Sinns und H&uuml;thers Aufgabe gewesen, mit Hilfe ihrer Fachkompetenz klarzustellen: da ist was dran, wir m&uuml;ssen aufpassen, da w&auml;chst etwas sehr Ungutes heran, Vorsicht, Vorsicht! Genau das aber haben sie nicht getan. Im Gegenteil: Hans Werner Sinn hat M&uuml;ntefering noch hinterhergeh&ouml;hnt, er k&ouml;nne sich genauso gut &uuml;ber das Wetter beschweren &hellip;Und H&uuml;ther fand, der Markt solle die Risikosteuerung betreiben. Heute zu suggerieren, es immer schon gewusst zu haben &hellip; ich erlaube mir, das sch&auml;big zu finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kritik-und-kunst.blog.de\/2008\/10\/28\/insm-finanzkrise-4944618\">Hartmut Finkeldeys Blog &bdquo;Kunst und Kritik&ldquo;<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung K.F.:<\/strong> Lesenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Obama goes Oskar<\/strong><br>\nAmerika wird wahrscheinlich einen Pr&auml;sidenten w&auml;hlen, dessen Wirtschaftsprogramm hierzulande nur die Linkspartei bietet. Nach g&auml;ngiger hiesiger Lehre der Untergang, aber f&uuml;r die USA wom&ouml;glich die Rettung.\n<p>In den USA m&uuml;ssen &Ouml;lkonzerne k&uuml;nftig einen Teil ihrer Gewinne opfern, um Familien zu st&uuml;tzen. Die Reichen m&uuml;ssen mehr Steuern zahlen. Daf&uuml;r werden Firmen bestraft, die Jobs im Ausland schaffen &ndash; oder sich nicht an Sozialstandards halten. Der Staat soll mehr f&uuml;r Infrastrukturprojekte ausgeben, der Mindestlohn einfach automatisch mit der Inflation steigen. Und Gewerkschafter werden besser gesch&uuml;tzt, wenn sie ihre Firma bestreiken wollen.<br>\nSie haben recht: Das klingt so, als w&uuml;rden die Amerikaner n&auml;chsten Dienstag Oskar Lafontaine und Gregor Gysi w&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Obama-goes-Oskar\/432941.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Staatsgeld flie&szlig;t an Aktion&auml;re<\/strong><br>\n700 Mrd. $ l&auml;sst sich die US-Regierung die Rettung der Finanzbranche kosten. Und dann sch&uuml;tten die Institute einen Gro&szlig;teil des Geldes an die eigenen Aktion&auml;re aus. F&uuml;r viele Kritiker ist es ein gro&szlig;er Skandal &ndash; die Politik sch&auml;umt. Das US-Finanzministerium weist die Kritik zur&uuml;ck. &ldquo;Wir haben die Bedingungen, zu denen die Banken Geld aus dem Rettungspaket erhalten, bewusst attraktiv gestalten. Damit wollten wir eine breite Teilnahme sicherstellen&rdquo;, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Dividendenschub-bei-US-Banken-Staatsgeld-flie%DFt-an-Aktion%E4re\/432881.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zuerst die Boni, jetzt die Dividenden, eindeutiger konnte man das Zusammenspiel von Managern und Aktion&auml;ren auf Kosten der Unternehmen und der Volkswirtschaft noch nie beobachten. Der klassische Unternehmer w&uuml;rde im Grab rotieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Gro&szlig;banken wollen Staatsgeld horten<\/strong><br>\nMit 700 Milliarden Dollar hat die US-Regierung Banken vor der Pleite bewahrt. Doch die Institute reichen das Geld weiter &ndash; an ihre eigenen Aktion&auml;re.<\/p>\n<p>Die Bank of New York Mellon etwa bekam zu Wochenbeginn drei Milliarden Dollar vom Staat. Seinen Aktion&auml;ren will das Institut in diesem Quartal 275 Millionen Dollar auszahlen, in drei Jahren ergibt sich daraus eine Summe von 3,3 Milliarden Dollar. Die Rechtfertigung der Banken: Die Dividenden werden aus den laufenden Gewinnen gezahlt, nicht aus den &Uuml;berweisungen der Regierung. Kritiker halten dagegen: Kapital ist Kapital. W&uuml;rden die Gewinne nicht ausgesch&uuml;ttet, w&auml;re mehr Geld f&uuml;r Kredite vorhanden, der Impuls f&uuml;r die Konjunktur w&auml;re gr&ouml;&szlig;er.<\/p>\n<p>Die Dividendenzahlungen sind nicht die einzige Schwachstelle des Rettungsprogramms. Gro&szlig;banken wollen das Staatsgeld offenbar horten, um zu einem g&uuml;nstigen Zeitpunkt kleine Konkurrenten zu kaufen. Die New York Times berichtet von einer Telefonkonferenz bei JP Morgan Chase, in der ein f&uuml;hrender Manager eine solche Strategie vorgibt. <\/p>\n<p>Und schlie&szlig;lich ist da noch das Reizthema Geh&auml;lter. Sch&auml;tzungen zufolge sollen in den kommenden Wochen an der Wall Street Bonuszahlungen von knapp 70 Milliarden Dollar flie&szlig;en, obwohl die Banker ihre Institute in den Ruin gewirtschaftet h&auml;tten, w&auml;re der Staat nicht eingesprungen. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo hat bereits die Gehaltslisten eingefordert. Lohnexzesse bei unterkapitalisierten Instituten untergraben ihm zufolge die Wirtschaftsmoral &ndash; und versto&szlig;en gegen das Gesetz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,ra9m1\/wirtschaft\/289\/316175\/text\/\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung K.F.:<\/strong> Ein Skandal ersten Ranges. Das Geld der Steuerzahler wird komplett an die Aktion&auml;re ausgesch&uuml;ttet.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ist doch eigentlich nur systemlogisch. Die Verluste wurden sozialisiert, da gibt es doch keinen Grund, die Gewinne nicht wieder zu <\/em>kassieren.<\/p><\/li>\n<li><strong>Weltspartag : Langweiliges Sparen ist wieder in<\/strong><br>\nWas bringt die gr&ouml;&szlig;te Rendite? Ganz klar Aktien, lautete die Mantra der vergangenen Jahrzehnte. Nur Angsthasen und Langweiler setzen auf Sparb&uuml;cher. Doch die Realit&auml;t sieht einmal wieder anders aus: Ein Anlagefonds mit dem Schwerpunkt Aktien mit Anlageschwerpunkt Deutschland kam in den letzten 10 Jahren im Schnitt auf 2 % Rendite pro Jahr. Dagegen lag die Rendite beim Sparbuch bei durchschnittlich 3 %. Zieht man noch die Inflation ab, so hat man bei den Aktien keinen Cent verdient.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/1621517_Langweiliges-Sparen-ist-wieder-in.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Die n&auml;chsten Fallen <\/strong><br>\nDas Geldwesen ist noch lange nicht gerettet. Eine &Uuml;bersicht &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;ten Gefahren, die Banken, Anlegern und der Weltwirtschaft jetzt drohen\n<ul>\n<li>Viele Hedgefonds stehen vor dem Aus<\/li>\n<li>Etlichen L&auml;ndern droht ein W&auml;hrungskollaps<\/li>\n<li>Spekulanten bringen das Weltw&auml;hrungssystem durcheinander<\/li>\n<li>Bald k&ouml;nnten auch Kreditversicherungen platzen<\/li>\n<li>Amerikas Verbraucher stecken in der Schuldenfalle<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/2008\/45\/Finanzkrise-fallen%20\">Zeit<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;M&ouml;hrchen&rdquo; f&uuml;r den Bahn-Vorstand <\/strong><br>\nDer B&ouml;rsengang der Deutschen Bahn lohnt sich vor allem f&uuml;r Konzernchef Mehdorn: Er k&ouml;nnte im Extremfall 1,4 Millionen Euro Sonderhonorar kassieren &ndash; die Gewerkschaften sind sauer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/282\/316168\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Bund will und kann keinen Einfluss auf Telekom-Gesch&auml;ftspolitik nehmen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat bereits &hellip;ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet, dass und warum die Bundesregierung auf das operative Gesch&auml;ft einer b&ouml;rsennotierten Aktiengesellschaft, d. h. auf Ma&szlig;nahmen der laufenden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung, keinen Einfluss nehmen kann und darf. &hellip; Einer solchen Einflussnahme steht das deutsche Aktienrecht &ndash; unter anderem wegen des darin zum Ausdruck kommenden Gesichtspunkts des Schutzes aller Aktion&auml;re &ndash; entgegen. Dies wird gerade auch deutlich im Fall der Deutschen Telekom AG, deren Anteile sich zu &uuml;ber zwei Dritteln im Streubesitz befinden &ndash; lediglich 31,7 Prozent befinden sich in der Hand des Bundes bzw. der Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau.\n<p>Dieser Fall ist nicht vergleichbar mit dem ebenfalls in der Vorbemerkung der Fragesteller angesprochenen Fall eines zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindlichen Unternehmen wie der Deutschen Bahn AG.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/106\/1610670.pdf%20\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 52 KB]<\/a> <\/p>\n<p>Hintergrund: Die Deutsche Telekom AG will 59 der 83 von ihr betriebenen Call-Center in der Bundesrepublik Deutschland schlie&szlig;en. Die Anzahl der Standorte verringert sich zuk&uuml;nftig auf 24 &ndash; zurzeit sind es noch 63. Die rund 8 000 betroffenen Besch&auml;ftigten sollen Arbeitspl&auml;tze an den verbleibenden Standorten angeboten bekommen. Sie m&uuml;ssten also umziehen oder zum Teil mehrst&uuml;ndige Anfahrtswege in Kauf nehmen &ndash; was sich f&uuml;r viele Teilzeitbesch&auml;ftigte nicht lohnt. Die Gewerkschaft ver.di bef&uuml;rchtet insgesamt einen Personalabbau, trotz des tarifvertraglich vereinbarten Ausschlusses betriebsbedingter K&uuml;ndigungen bis zum Jahr 2012. Au&szlig;erdem erwartet sie erhebliche Nachteile f&uuml;r das Familien- und Privatleben der Besch&auml;ftigten und Verschlechterungen beim Kundenservice infolge des Sparkurses. Dabei weist die Bundesnetzagentur darauf hin, dass die Verbraucher bereits heute &bdquo;den mangelnden Kundenservice der TK-Unternehmen bei der Kl&auml;rung aufgetretener Probleme&ldquo; beanstanden.<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese Antwort der Bundesregierung ist in mehrfacher Hinsicht interessant:<\/em><\/p>\n<p>1. Der Staat mit knapp einem Drittel Anteil an dem privatisierten Unternehmen darf also nicht mehr die Interessen der &bdquo;stake holder&ldquo;, in diesem Fall die Interessen der Allgemeinheit wahrnehmen, das widerspricht dem deutschen Aktienrecht und damit vor allem dem &bdquo;share holder value&ldquo;. <\/p>\n<p>2. Wenn es das Aktienrecht wirklich so verlangte, so d&uuml;rfte das gleiche auch in Zukunft f&uuml;r die teilprivatisierte Bahn gelten. Auch da d&uuml;rfte der Bund dann im Sinne von verkehrspolitischen oder den Interessen von Fahrg&auml;sten und Besch&auml;ftigten keinen Einfluss mehr nehmen.<\/p>\n<p>Klarer kann man die Folgen der Privatisierung &ouml;ffentlicher Einrichtungen nicht formulieren. <\/p>\n<p>&Uuml;brigens: Genau nach diesem Grundsatz, n&auml;mlich nicht ins operative Gesch&auml;ft der Bahn einzugreifen, hat sich der Staatssekret&auml;r im Verkehrsministerium verhalten, als er f&uuml;r die Bonus-Zahlungen an die Bahnvorst&auml;nde stimmte. Deswegen hat er den Minister wohl weder vorher noch nachher informiert. Seine Entlassung beweist nur, dass er ein Bauernopfer ist. Entlassen geh&ouml;rte der Verkehrsminister, der solche Antworten im Parlament gibt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Europ&auml;ische Union als Triebkraft der Privatisierung<\/strong><br>\nDie Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik der Europ&auml;ischen Union (EU) nahm ihren Ausgang in den sp&auml;ten 1980er Jahren, als die ersten Liberalisierungsrichtlinien im Bereich der netzgebundenen Infrastruktur initiiert wurden. Mittlerweile ist die Liberalisierung und Privatisierung in den Sektoren Telekommunikation, Post, Energie und Bahn in den Mitgliedstaaten bereits recht weit fortgeschritten. In den letzten Jahren zeichneten sich nun vor allem zwei neue Tendenzen der Restrukturierung des &ouml;ffentlichen Sektors ab. Zum einen soll die Geltung des europ&auml;ischen Wettbewerbsrechts auf immer weitere Bereiche &ndash; wie etwa die sozialen Dienste und das Gesundheitswesen &ndash; ausgedehnt werden. Gleichzeitig wird die europ&auml;ische Finanzmarktintegration weiter vorangetrieben, wodurch etwa Private Equity Fonds in Privatisierungsprozessen an Bedeutung gewinnen werden. Diese eher indirekte und noch wenig ber&uuml;cksichtigte Rolle der EU bietet nur wenige Ansatzm&ouml;glichkeiten, um kampagnenf&ouml;rmige Privatisierungskritik zu st&auml;rken, sollte aber dennoch st&auml;rker in den Blick genommen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/119_93277.html\">WSI-Mitteilungen 10\/2008<\/a><\/li>\n<li><strong>Liberalisierung und Privatisierung in Deutschland: Versuch einer Zwischenbilanz<\/strong><br>\nDer relativ umfassende &ouml;ffentliche Sektor, der das &ldquo;Modell Deutschland&rdquo; in den Nachkriegsjahrzehnten gekennzeichnet hatte, wird seit den 1990er Jahren im Zuge einer beschleunigten Liberalisierung und Privatisierung grundlegend reorganisiert. Nachdem die Entstaatlichungspl&auml;ne der konservativ-liberalen Koalition noch in den 1980er Jahren auf betr&auml;chtlichen Widerstand stie&szlig;en, wurde der &Uuml;bergang vom Leistungs- zum Gew&auml;hrleistungsstaat durch mehrere Faktoren systematisch beg&uuml;nstigt: erstens durch die versch&auml;rfte Finanzkrise der &ouml;ffentlichen Haushalte in der Folge der deutschen Einheit; zweitens durch die Liberalisierungsvorgaben des EG-Binnenmarktes; und drittens durch die Finanzmarktdynamik seit Mitte der 1990er Jahre. Im politischen Diskurs war dementsprechend eine Perspektive deutungsm&auml;chtig geworden, die in der Privatisierung &ouml;ffentlicher Unternehmen ein geeignetes Mittel sah, um infrastrukturpolitische Investitionsl&uuml;cken durch die Mobilisierung von privatem Kapital zu schlie&szlig;en. In vielen Bereichen sorgen verschlechterte Besch&auml;ftigungsbedingungen, steigende Preise und Servicedefizite inzwischen aber daf&uuml;r, dass die Privatisierung zunehmend kritisch betrachtet wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/119_93276.html\">WSI-Mitteilungen 10\/2008<\/a><\/li>\n<li><strong>Kfz-Steuer &ndash; Sonderverg&uuml;tung: Absatzf&ouml;rderung f&uuml;r Spritfresser<\/strong><br>\nMit ihren Pl&auml;nen f&uuml;r die Kfz-Steuer wirft die Bundesregierung den Klimaschutz &uuml;ber Bord. Anstatt Anreize f&uuml;r den Kauf von Autos mit einem geringen CO2-Austo&szlig; zu schaffen, subventioniert sie den Erwerb von Spritfressern. Das wird sich mittelfristig r&auml;chen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Kfz-Steuer-Absatzf%F6rderung-f%FCr-Spritfresser\/432681.html\">FTD<\/a>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Autoexperte verspottet Kfz-Steuerpl&auml;ne der Regierung<\/strong><br>\nTreibstoff f&uuml;r die schlappe Konjunktur: Die Regierung will umweltfreundliche Neuwagen von der Steuer befreien und damit den Autobauern helfen. Die Industrie ist dankbar, Umweltverb&auml;nde schreien auf &ndash; und Autoexperte Ferdinand Dudenh&ouml;ffer nennt die Pl&auml;ne eine Lachnummer.<\/p>\n<p>Die Pl&auml;ne der Bundesregierung, Neuwagen befristet von der Kraftfahrzeugsteuer zu befreien, sto&szlig;en auf scharfe Kritik. &ldquo;Das ist eine Lachnummer&rdquo;, sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenh&ouml;ffer. Die j&auml;hrliche Steuerersparnis belaufe sich auf mehrere hundert Euro. Deshalb werde &ldquo;kein einziges weiteres Auto gekauft&rdquo;, sagte Dudenh&ouml;ffer der &ldquo;Westdeutschen Allgemeinen Zeitung&rdquo;. &ldquo;Das Vorhaben f&uuml;hrt zu einem hundertprozentigen Mitnahmeeffekt, und der Steuerzahler muss daf&uuml;r aufkommen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/0,1518,587544,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung der NDS-Unterst&uuml;tzerin H.K.:<\/strong> Ein weiterer Sieg der Autolobby &ndash; einmal mehr eine Niederlage f&uuml;rs Klima. Dies passt zur &bdquo;Logik&ldquo; einer konzeptionslosen, inkonsequenten und kontraproduktiven Verkehrs-, Bahn- und Umweltpolitik, die das energie-, umwelt- und klimaschonende Verkehrssystem Schiene gegen&uuml;ber ihren konkurrierenden Verkehrstr&auml;gern str&auml;flich vernachl&auml;ssigt hat. Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, eine verfehlte Modellpolitik der Autokonzerne mit betr&auml;chtlichen Gewinnmargen in der Vergangenheit, die Fortschritte beim Umweltschutz stets auszubremsen wussten, angesichts ihrer hausgemachten Absatzkrise mit Steuermitteln unter die Arme zu greifen.<\/em><\/p>\n<p>Um Kostenwahrheit im Verkehrsbereich herzustellen, ist dem Verursacher- und Wegekostenprinzip, mit dem die externen, also gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlichen Folgekosten den jeweiligen Verkehrstr&auml;gern zuzuordnen und anzulasten sind, Geltung zu verschaffen. Nur so k&ouml;nnen faire Wettbewerbsbedingungen durch Ordnungspolitik im Verkehr ZWISCHEN DEN VERKEHRSTR&Auml;GERN im &ouml;ffentlichen Interesse hergestellt werden und seit Jahrzehnten bestehende massive Wettbewerbsverzerrungen zulasten der Schiene beseitigen. <\/p>\n<p>Umweltfreundliche nachhaltige Mobilit&auml;t muss als &ouml;ffentliches Gut im Zentrum einer darauf abzielenden zukunftsgerechten Verkehrspolitik stehen. Dies setzt ein alle Verkehrstr&auml;ger integrierendes, l&auml;ngst &uuml;berf&auml;lliges Gesamtverkehrskonzept voraus, das dem schienengebundenen Verkehr, und damit einer am Gemeinwohl und der Volkswirtschaft orientierten Bahn in &ouml;ffentlicher Hand Priorit&auml;t einr&auml;umt. Ein weitgehend fl&auml;chendeckendes Schienenverkehrsnetz, in dem der Regionalverkehr seine Zubringerfunktion f&uuml;r Hauptstrecken erf&uuml;llt, muss daher als Netz von Verkehrsadern, als &ouml;konomische und &ouml;kologische Lebensadern begriffen werden. <\/p>\n<p>Zu dieser notwendigen grundlegenden verkehrs- und klimapolitischen Neuorientierung steht die Privatisierung der Bahn in krassem Widerspruch. Damit wurde ein fundamentaler Irrweg beschritten, der schon aus sachlichen Gr&uuml;nden nicht zu rechtfertigen ist, zumal das vorgeschobene Argument ben&ouml;tigter Kapitalzufuhr sich als unhaltbar erweist. <\/p>\n<p>Eine an den Ursachen ansetzende Besteuerung des motorisierten Verkehrs darf nicht prim&auml;r an der Fahrzeughaltung\/Kfz-Steuer, sondern muss an der ausgesto&szlig;enen Schadstoffmenge, die sich proportional zur km-Fahrleistung verh&auml;lt, und somit beim Spritverbrauch\/Mineral&ouml;lsteuer ansetzen. Dar&uuml;ber hinaus sind umweltgerechte Normen f&uuml;r Motoren mit angemessenen Zeitfristen gesetzlich festzulegen und alternative Antriebstechnologien zu f&ouml;rdern.<\/p>\n<p>Kein Weg f&uuml;hrt jedoch &ndash; schon aus Gr&uuml;nden begrenzter Stra&szlig;en- und Mittelkapazit&auml;ten f&uuml;r Instandhaltung, Aus- und Neubau &ndash; angesichts enormer Verkehrswachstumsraten f&uuml;r Deutschland als Transitland an der Verlagerung von Verkehr von der Stra&szlig;e auf die Schiene vorbei.<\/p>\n<p>Effektive Sofortma&szlig;nahme, die fast nichts kostet: Einf&uuml;hrung eines bundesweiten Tempolimits. Die Wirksamkeit wird u.a. vom Umweltbundesamt belegt. Die meisten unserer Nachbarl&auml;nder haben es l&auml;ngst eingef&uuml;hrt. Aber selbst das hat die einflussreiche Autolobby bis heute verhindert. Das Thema ist hierzulande ideologisch-emotional besetzt und wird seit zig Jahren u.a. vom ADAC instrumentalisiert.<\/p><\/li>\n<li><strong>IG-Metall-Chef droht mit historischer Streikwelle<\/strong><br>\nFinanzminister Steinbr&uuml;ck gibt der hohen Tarifforderung seine R&uuml;ckendeckung. Die Lohnquote sei mit knapp 64 Prozent rekordverd&auml;chtig niedrig, w&auml;hrend die Renditen der Unternehmen rekordverd&auml;chtig gestiegen seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1622134&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sollte Peer Steinbr&uuml;ck tats&auml;chlich ein Erkenntnisschub ereilt haben oder geht es nur darum, die massenhaft abgefallenen Metaller wieder st&auml;rker an die SPD zu binden?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rentner nicht f&uuml;r dumm verkaufen<\/strong><br>\nImmer wenn das Thema Rente im Raum steht, meldet sich reflexartig ein Freiburger Professor namens Raffelh&uuml;schen zu Wort.<br>\nSo geschehen am 20. Oktober, als der Sch&auml;tzerkreis der Rentenversicherung den Rentnern f&uuml;r 2009 eine Rentenerh&ouml;hung von 2,75 Prozent in Aussicht stellte. Dies kommentierte der Finanzwissenschaftler in einem Zeitungsinterview wie folgt: &ldquo;Es ist doppelt dumm, den Rentnern ausgerechnet im Wirtschaftsabschwung ein Geschenk zu machen.&rdquo; Dem kann man nur entgegnen: Die Rentner lassen sich nicht l&auml;nger f&uuml;r dumm verkaufen, und schon gar nicht von jemandem, der seit Jahren als Lobbyist der privaten Versicherungswirtschaft die gesetzliche Rentenversicherung schlecht redet.\n<p>Herr Raffelh&uuml;schen sagte in demselben Interview: &ldquo;Es ist auch wirtschaftspolitisch vern&uuml;nftig, die Rentner ebenso wie die Arbeitnehmer die Folgen des wirtschaftlichen Abschwungs tragen zu lassen.&rdquo; Was der Professor verschweigt, ist die Tatsache, dass Rentner am Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre nicht teilhaben konnten. Ich erinnere nur an die drei Nullrunden 2004 bis 2006. Soll das etwa hei&szlig;en: Vom Aufschwung sollen die Rentner nichts haben, den Abschwung sollen sie aber so richtig zu sp&uuml;ren bekommen? Da f&uuml;hlt man sich gleich an das Gesch&auml;ftsgebaren gro&szlig;er deutscher Banken in der Finanzmarktkrise erinnert: Die Gewinne bleiben in der F&uuml;hrungsetage, f&uuml;r die Verluste sollen Staat und Steuerzahler geradestehen.<\/p>\n<p>Dem Professor aus Freiburg und anderen seiner Zunft sei ein f&uuml;r alle Mal ins Stammbuch geschrieben: Die Rente ist kein Gnadenakt des Staates, sondern Lohn f&uuml;r eine Lebensleistung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdk.de\/perl\/cms.cgi?ID=de19748\">Sozialverband VdK Deutschland e. V.<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Heute in der Zeit: Raffelh&uuml;schen zeigte sich zufrieden mit dem Zustand der gesetzlichen Rentenversicherung in der gegenw&auml;rtigen Krise. &ldquo;<a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/online\/2008\/44\/raffelhueschen-finanzkrise-rente\">Wir alle k&ouml;nnen stolz auf ein Rentensystem sein, das mehr als 100 Jahre funktioniert hat.<\/a>&ldquo;. Raffelh&uuml;schen hatte fr&uuml;her die gesetzliche Rentenversicherung oft kritisiert und sich f&uuml;r eine st&auml;rkere Eigenvorsorge der B&uuml;rger ausgesprochen.<\/em><\/p>\n<p>Dazu Orlando Pascheit: Zuerst m&ouml;chte man lachen &uuml;ber soviel Chuzpe, aber es bleibt einem im Halse stecken. Wieviel Schaden haben diese verkappten Lobbyisten im Namen objektiver Wissenschaftlichkeit inzwischen angerichtet.<\/p>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Raffelh&uuml;schen: 15,5 % Einheitsbeitrag: geringerer Arbeitslosenbeitrag gleicht GKV-Kosten nicht aus <\/strong><br>\nDer von der Bundesregierung festgelegte Einheitsbeitragssatz f&uuml;r die gesetzliche Krankenversicherung von 15,5 Prozent kostet die deutschen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen mindestens 4,08 Milliarden Euro. Die Mehrbelastung kann auch durch den von Januar 2009 bis Juni 2010 vor&uuml;bergehend um 0,5 Prozentpunkte sinkenden Beitrag zur Arbeitslosenversicherung nicht ausgeglichen werden.<\/p>\n<p>Unter dem Strich bleibt eine zus&auml;tzliche Belastung von 378 Mil. Euro im Jahr 2009 f&uuml;r Arbeit-nehmer und Arbeitgeber zusammen. Das geht aus einer Studie des Freiburger &Ouml;konomen Professor Bernd Raffelh&uuml;schen im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor.<br>\nViele Unternehmen m&uuml;ssen 2009 trotz niedrigerem Arbeitslosenversicherungsbeitrag deutliche Mehrbelastungen in Kauf nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/Presse\/Pressemeldungen\/Pressemeldungen\/GKV-Beitrag_von_15_5_Prozent__Mehrbelastung_fuer_Unternehmen.html;jsessionid=A501EBC0F1123D1513807C2E26142724\">INSM<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Typisch Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, typisch Raffelh&uuml;schen. Nicht erw&auml;hnt wird nat&uuml;rlich,<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>dass die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeitr&auml;ge ausschlie&szlig;lich zu Lasten der Arbeitslosen und der potentiell von Arbeitslosigkeit betroffenen geht, denn nur durch K&uuml;rzung der Leistungen (Vermittlung, Qualifizierung, Integration und letztlich auch Arbeitslosengeld) k&ouml;nnen die Beitr&auml;ge gesenkt werden,\n<\/li>\n<li>dass die Arbeitnehmer alleine bei der letzten &bdquo;Reform&ldquo; einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zu leisten haben und von den 15,5 Prozent 8,2 Prozent von ihrem Bruttolohn bezahlen m&uuml;ssen,\n<\/li>\n<li>dass die zu erwartenden Zusatzkosten der Kassen, da viele mit dem Beitragssatz von 15,5 % schon jetzt absch&auml;tzbar nicht auskommen werden, als pauschal erhobener Zusatzbeitrag allein von den Versicherten getragen werden m&uuml;ssen. Vgl. <a href=\"?p=3532\">Steuerentlastungsvorschl&auml;ge aus der CDU &ndash; Versicherte werden f&uuml;r dumm verkauft <\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p><\/li>\n<li><strong>Gericht st&auml;rkt Rechtsberatung f&uuml;r &auml;rmere B&uuml;rger<\/strong><br>\nGeringverdiener haben ab sofort erweiterte Anspr&uuml;che auf staatliche Zusch&uuml;sse f&uuml;r rechtliche Beratung au&szlig;erhalb von Gerichtsverfahren. Das Verfassungsgericht verpflichtete den Gesetzgeber jetzt dazu, den Anspruch auszudehnen, er gelte jedoch auch ohne neues Gesetz ab sofort. Die Richter regten eine umfassende &ouml;ffentliche Rechtsberatung f&uuml;r Leute mit geringem Einkommen an, wie sie in Hamburg Praxis sei. Angesichts der &bdquo;rechtlichen Durchdringung nahezu aller Lebensbereiche&ldquo; sei der B&uuml;rger auf fachkundigen Rat angewiesen, um seine Rechte durchsetzen zu k&ouml;nnen, hie&szlig; es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/;art771,2649445?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dass in einer solchen Selbstverst&auml;ndlichkeit Recht gesprochen werden muss, zeigt, wie sehr die Politik auf den Hund gekommen ist. (F&uuml;r alle Hundefreunde: die Redensart hat nichts mit Hunden zu tun.)<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kirche und Kapital &ndash; zur Unzeit vers&ouml;hnt?<\/strong><br>\nDas kapitalismuskritische Profil der katholischen Kirche hat im letzten Jahrzehnt merklich gelitten. Heutzutage ermahnen einige Kirchenleute, die sich selbst einer guten wirtschaftlichen Absicherung erfreuen, mit Vorliebe die Armen. Je dreister die Theologen des &ldquo;freien Marktes&rdquo; f&uuml;r ihre auf Glaubens&auml;tzen basierenden Wirtschaftsdogmen Unfehlbarkeit reklamierten, desto profilloser wurde &ndash; zumal in deutschen Landen &ndash; die kirchliche Sozialethik. Im deutschen Protestantismus nimmt der Streit um die &ldquo;neoliberale&rdquo; Anpassung neue Formen an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/29\/29020\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese Kritik kann auch der <a href=\"http:\/\/www.die-tagespost.de\/2008\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=100043780&amp;Itemid=1\">fiktive Briefwechsel zwischen Erzbischof Reinhard Marx und Karl Marx<\/a> nicht relativieren. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sarkozys n&auml;chste Eroberung<\/strong><br>\nSarkozys &Auml;u&szlig;erung von vergangener Woche k&ouml;nnte man als Versuch eines Staatsstreichs werten. Auch Angela Merkel kann Frankreichs Staatschef kaum daran hindern, sich zu Europas Pr&auml;sidenten aufzuschwingen. Deutschland laufen wegen seines fundamentalistischen Widerstands gegen eine wirtschaftspolitische Steuerung, die &uuml;ber den Stabilit&auml;tspakt hinausgeht, die Verb&uuml;ndeten davon. Spanier und Italiener bef&uuml;rworten sie, selbst die Niederl&auml;nder haben einen Plan f&uuml;r die gesamte Euro-Zone angeregt. Da die Krise mittlerweile auch Osteuropa in Mitleidenschaft zieht, rechne ich damit, dass auch &Ouml;sterreich, Slowenien und die Slowakei Solidarit&auml;t von Mitgliedern der Euro-Zone einfordern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Sarkozys-n%E4chste-Eroberung\/431888.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>BBC-Dokumentation wirft Georgien Kriegsverbrechen vor<\/strong><br>\nGegen den Strom medialer Einigkeit schwimmt die &bdquo;alte Tante&ldquo; BBC. F&uuml;r die &ouml;ffentlich-rechtliche britische Anstalt reiste der Journalist Tim Whewell im Sp&auml;tsommer nach Georgien und in die separatistische Region S&uuml;dossetien, um herauszufinden, was dort im August wirklich geschah. Er war der erste westliche Journalist, der &uuml;ber Russland nach S&uuml;dossetien einreiste und dort Russen, Osseten und Georgier befragte. Seine ausbalancierte Dokumentation wurde im BBC-H&ouml;rfunk, in der Fernsehsendung &bdquo;Newsnight&ldquo; und in Ausschnitten auch in den 22.00h Nachrichten der BBC gesendet. Die Dokumentation weckt nicht nur erhebliche Zweifel an der offiziellen georgischen Version &uuml;ber den Ausl&ouml;ser des Krieges, sondern wirft Georgien auch direkt Kriegsverbrechen vor.\n<p>Augenzeugen berichteten der BBC unter anderem, wie georgische Panzer gezielt in die unteren Etagen eines Wohnblocks feuerten und wie fliehende Zivilisten gezielt von georgischen Truppen erschossen wurden. Der wahllose Einsatz von milit&auml;rischer Gewalt gegen Zivilisten stellt einen Versto&szlig; gegen die Genfer Konvention dar, in schweren F&auml;llen sogar Kriegsverbrechen. Mit den Vorw&uuml;rfen gegen Georgien steht die BBC nicht alleine. Neben der russischen Regierung erhebt auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch schwere Vorw&uuml;rfe. Untersuchungen von Human Rights Watch haben ergeben, dass Georgien in der dicht besiedelten Innenstadt von Zchinwali mit Panzern und Grad-Raketenwerfern auf zivile Wohngeb&auml;ude schoss. Gezielte T&ouml;tungen von Zivilisten durch georgische Milit&auml;rs werden von Human Rights Watch ebenfalls untersucht, wenngleich sich bislang nur Indizien, aber keine Beweise fanden, die diesen Vorwurf best&auml;tigen k&ouml;nnten.<\/p>\n<p>Die Russische Staatsanwaltschaft untersucht mittlerweile &uuml;ber 300 F&auml;lle, in denen der Verdacht besteht, dass Zivilisten von georgischen Milit&auml;rs umgebracht wurden. Human Rights Watch nennt eine Zahl von 300 bis 400 durch georgisches Milit&auml;r get&ouml;teten Zivilisten als realistische Sch&auml;tzung. Die Kriegsverbrechen Georgiens scheinen im Westen aber niemanden ernsthaft zu interessieren. Mit der BBC-Dokumentation konfrontiert, wiegelte das britische Aussenministerium die Vorw&uuml;rfe mit wohlfeilen Worten des allgemeinen Interesses ab &ndash; ja, man werde die Untersuchungen mit Interesse verfolgen. Was sollte man auch sonst tun? Den Medien erz&auml;hlen, dass man die Untersuchungen sowieso ignorieren wird? Britische Think-Tanks sind da schon ehrlicher. Robert Ayers vom K&ouml;niglichen Instituts f&uuml;r internationale Beziehungen (Chatham House) erkl&auml;rte RIA-Novosti, dass Gro&szlig;britanniens Position im russisch-georgischen Konflikt sich nicht von irgendwelchen Reportagen beeinflussen lasse &ndash; dies sei eine &bdquo;nationale Einstellung&ldquo;. Er ist ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn &ndash; Realpolitik kann manchmal entwaffnend sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/\">Spiegelfechter<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Mission not accomplished<\/strong><br>\nDen meisten Linken gilt Bush als Personifizierung des B&ouml;sen. Das hat den sozialen Bewegungen mehr geschadet als dem US-Pr&auml;sidenten.\n<p>Es fehlte nicht an prominenten Lieblingsfeinden der globalisierungskritischen Bewegung, als die Repr&auml;sentanten des Internationalen W&auml;hrungsfonds und der Weltbank sich am 11. Oktober zu ihrem j&auml;hrlichen Gipfeltreffen in Washington versammelten. Es war die globalisierungskritische Bewegung, die fehlte. Vergeblich suchten die Journalisten nach Gruppen von Protestierenden. Das ist ein erstaunliches Ph&auml;nomen, m&uuml;sste man doch erwarten, dass die Finanzkrise und die beginnende Rezession den Globalisierungskritikern den einen oder anderen Farbbeutel wert sein sollten. Tats&auml;chlich steht man etwas dumm da, wenn man die Tobin-Steuer, eine geringf&uuml;gige Abgabe auf Devisentransaktionen, f&uuml;r links h&auml;lt, dann aber das halbe Bankensystem verstaatlicht wird. <\/p>\n<p>In Afghanistan soll nun mit den &raquo;gem&auml;&szlig;igten&laquo; Taliban verhandelt werden, ganz so, wie es viele in der Friedensbewegung seit langem empfehlen. Aus dem Irak sollen die US-Truppen bis zum Jahr 2011 abziehen. Der Friedensbewegung geht das nicht schnell genug, und es bleiben Zweifel, ob der Termin eingehalten wird, doch ein Streit um Zeitpl&auml;ne ist kaum geeignet f&uuml;r eine Massenmobilisierung. Wer braucht schon linke Friedensk&auml;mpfer, wenn sie nichts anderes zu sagen haben als kriegskritische konservative US-Offiziere wie William Lind, der ebenfalls von &raquo;Terrorbombardements&laquo; spricht und den sofortigen R&uuml;ckzug empfiehlt?<\/p>\n<p>Bush hatte das Pech, dass die Krisenanf&auml;lligkeit des Kapitalismus in seiner Amtszeit offenbar wurde. So bekam er von der unsichtbaren Hand des Marktes die Ohrfeige verpasst, die eigentlich auch sein demokratischer Vorg&auml;nger Bill Clinton verdient h&auml;tte. Denn auch Clinton deregulierte die Wirtschaft und k&uuml;rzte die Sozialausgaben, die Umverteilungsma&szlig;nahmen Bushs waren ein wenig radikaler, standen jedoch im Einklang mit den auch anderswo im Westen g&uuml;ltigen wirtschaftsliberalen Dogmen. Es ist daher ein Segen f&uuml;r die Linke, dass Obama wahrscheinlich Pr&auml;sident werden wird. Nicht etwa, weil von ihm eine grunds&auml;tzlich andere Wirtschafts- und Au&szlig;enpolitik zu erwarten w&auml;re, sondern weil die Regeln der political correctness es gl&uuml;cklicherweise verbieten, einen Schwarzen als Tier, Satan oder &Auml;hnliches zu karikieren. Es muss wieder &uuml;ber Politik geredet werden, und man kann darauf hoffen, dass die Linke ihre Schockstarre &uuml;berwindet, etwa wenn klarer geworden ist, dass die &raquo;Rettungspakete&laquo; nichts anderes sind als eine Enteignung der Lohnabh&auml;ngigen zugunsten der Finanzbranche. Denn, wie Bush in einer knappen Kapitalismusanalyse bemerkte: &raquo;Es ist Ihr Geld. Sie haben daf&uuml;r bezahlt.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2008\/44\/27741.html\">Jungle World<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Chinas Wachstumsabh&auml;ngigkeit<\/strong><br>\nNach Jahren des zweistelligen Wachstums ist Chinas Wachstumsrate in diesem Jahr erstmals unter zehn Prozent gefallen. Und viele warnen, dass sich die Zuwachsraten im Gefolge der Krise der Schmerzgrenze von acht Prozent ann&auml;hern k&ouml;nnten. Nur mit einem Wachstum von sieben bis acht Prozent aber, so die allgemeine Einsch&auml;tzung, kann Chinas Wirtschaft gen&uuml;gend Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r die wachsende Bev&ouml;lkerung und das zunehmende Heer der b&auml;uerlichen Wanderarbeiter bieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1\/Doc~E4CCE01978EAB4760ACCFD0CDCA2BDEB2~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Spielen mit gewalthaltigen elektronischen Spielen ist st&auml;rkster Risikofaktor f&uuml;r Gewaltkriminalit&auml;t<\/strong><br>\nErstmals haben deutsche Wissenschaftler &uuml;ber einen Zeitraum von zwei Jahren die Auswirkungen des Konsums von Gewaltmedien auf Kinder und Jugendliche untersucht. Erschreckendes Ergebnis: Die Sch&uuml;lergewalt der Vierzehnj&auml;hrigen wird am st&auml;rksten durch den fr&uuml;heren Konsum von Horror-Gewalt-Filmen beeinflusst; die Gewaltkriminalit&auml;t der Vierzehnj&auml;hrigen, wie zum Beispiel schwere K&ouml;rperverletzung, Vandalismus oder Automatenaufbr&uuml;che, am st&auml;rksten durch gewalthaltige Computerspiele.\n<p>Da Langzeitstudien Ursachen belegen k&ouml;nnen und nicht nur Zusammenh&auml;nge aufzeigen, sind kausale Wirkungen von Compu&shy;tergewaltspielen, die bisher geleugnet wurden, nun durch die neue Studie von Hopf\/Huber\/Weiss best&auml;tigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit-fragen.ch\/ausgaben\/2008\/nr44-vom-27102008\/das-spielen-mit-gewalthaltigen-elektronischen-spielen-ist-staerkster-risikofaktor-fuer-gewaltkriminalitaet\/\">Zeit-Fragen<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Italiens Niedergang<\/strong><br>\nBerlusconi und seine Getreuen entziehen dem Bildungssystem den Boden und f&uuml;hren damit vor, wie sie demn&auml;chst Forschung und Opposition den Garaus machen werden. \n<p>Italien hat sich einen Stammplatz unter den Pisa-Schlusslicht-L&auml;ndern erobert. Und auch Italiens Universit&auml;ten drohen international den Anschluss zu verlieren. Umso &uuml;berraschender ist die Therapie, die Gelmini und Berlusconi dem Bildungswesen verordnet haben. <\/p>\n<p>Wie in den guten alten Zeiten sollen die Kleinen wieder zum Tragen von Schulkitteln verpflichtet werden, sollen sie wieder aufstehen, wenn der &ldquo;Maestro&rdquo; den Klassenraum betritt. Betragensnoten soll es wieder geben, und in den F&auml;chern sollen die bisher vorgenommenen differenzierten Beurteilungen in den Zeugnissen durch die lieben alten Schulnoten ersetzt werden. Vor allem aber sollen die Grundsch&uuml;ler nur noch durch einen &ldquo;maestro unico&rdquo; &ndash; durch einen &ldquo;einzigen Lehrer&rdquo; &ndash; pro Klasse unterrichtet werden. Dies hat den sch&ouml;nen Nebeneffekt, dass das Unterrichtsministerium so binnen drei Jahren 8 Milliarden Euro einsparen k&ouml;nnte, weil knapp 90.000 Lehrerstellen wegfallen. Der f&uuml;r Kinder und Eltern unsch&ouml;ne zweite Nebeneffekt ist allerdings, dass auch der bisherige Vollzeitunterricht wegfallen w&uuml;rde, im besten Falle zugunsten reiner Hausaufgabenbetreuung an den Nachmittagen. Dazu passen auch die den Universit&auml;ten verordneten Brachial-Streichungen: In den n&auml;chsten Jahren sollen durch die Bank 80 Prozent der freiwerdenden Dozentenstellen nicht mehr neu besetzt werden.<\/p>\n<p>Auseinandersetzung mit der parlamentarischen Opposition, Dialog mit jenen gesellschaftlichen Gruppen, die durch die Dekrete betroffen sind, sind f&uuml;r die Berlusconi-Rechte nur mehr Bremskl&ouml;tze beim autorit&auml;ren &ldquo;Durchregieren&rdquo;. Schon die Form der Sparbeschl&uuml;sse &ndash; nicht als Gesetz, sondern als vom Parlament erst im Nachhinein zu billigendes Regierungsdekret &ndash; sprach eine klare Sprache. Nicht abw&uuml;rgen konnte Berlusconi allerdings die Protestwelle im Land. Ihr widmete er sich mit dem Verfahren, das er schon bei der Bew&auml;ltigung des M&uuml;lldramas in Neapel und bei der L&ouml;sung der Alitalia-Krise zur Anwendung gebracht hatte. Wer immer sich den von der Regierung angestrebten L&ouml;sungen widersetzte, wurde an den Medienpranger der fast v&ouml;llig von der Regierung kontrollierten TV-Sender gestellt. Erst traf es die Bewohner, denen um Neapel neue Notstands-M&uuml;llkippen beschert wurden, dann die Alitalia-Angestellten und die nicht sofort zum Einlenken bereiten Gewerkschaften. Sie alle wurden als nur &ldquo;um eigene Privilegien Besorgte&rdquo; und &ldquo;Extremisten&rdquo; der &ouml;ffentlichen Verachtung preisgegeben. Letztlich alles Vaterlandsverr&auml;ter, so die Suggestion. Ebenjenes Spiel erprobt die Regierung auch bei Schulen und Universit&auml;ten. Zum gro&szlig;en Teil &ldquo;ziemliche Faulpelze&rdquo; seien die Lehrkr&auml;fte, hie&szlig; es aus dem Regierungslager.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2008%2F10%2F30%2Fa0130&amp;cHash=3dca25e09d&amp;type=98\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wann endlich wacht Europa auf und findet klare Worte, ja Ma&szlig;nahmen gegen einen Ministerpr&auml;sidenten, der sich mit von ihm selbst initiierten Amnestiegesetzen gerichtlicher Verfolgung entzieht, der sich mit seiner einzigartigen Medienmacht an die Macht gebracht hat und ebenso jede Opposition diffamiert und ausschaltet? Finanzkrise hin oder her, Europa muss Berlusconi auf die Finger schauen und darf die endlich aufkommenden Massenproteste in Italien nicht im Regen stehen lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Nichts geht mehr! Generalstreik an Italiens Hochschulen erinnert an 1968<\/strong><br>\nSch&uuml;ler und Studierende ziehen seit heute morgen protestierend durch Roms Innenstadt. Generalstreik in allen staatlichen Bildungseinrichtungen ist angesagt. Immer wieder ruft die Menge den Namen von Bildungsministerin Mariastella Gelmini zusammen mit b&ouml;sen Schimpfw&ouml;rtern. <\/p>\n<p>Ein Physikstudent: &ldquo;Worum es mir vor allem geht? Dass die staatlichen Ausgaben f&uuml;r die Hochschulen nicht, wie geplant, um 1,5 Mrd. Euro in drei Jahren gek&uuml;rzt werden. Seit Jahren leiden die Fakult&auml;ten an Geldmangel. Das neue Gesetz sieht ja auch vor, dass auf f&uuml;nf freiwerdende Stellen im Wissenschaftsbereich nur eine einzige Neubesetzung kommt. So wird unsere Hochschulbildung und &ndash; forschung kaputtgemacht. Was hier an den Unis geschieht, ist enorm wichtig.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/campus\/868287\/%20\">DLF<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Berlusconi betreibt im Schnelldurchlauf, was bei uns schleichend geschehen ist:<br>\nEr blutet die staatlichen Hochschulen und die &ouml;ffentlichen Schulen aus. Damit verschlechtern sich deren Leistungen, und der Unmut dar&uuml;ber treibt die (besserverdienenden) Eltern der Kinder und Jugendlichen an private Bildungseinrichtungen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Erst Doppelstunde, dann Pause<\/strong><br>\nWarum in Deutschland in k&uuml;rzester Zeit alles N&ouml;tige zur Bildungspolitik gesagt werden kann. Ein Fazit des &ldquo;Bildungsgipfels&rdquo;. Ein Bildungssystem wie in den skandinavischen L&auml;ndern oder Finnland kostet nat&uuml;rlich einiges. Gerade die Vielverdiener zahlen dort auch einiges an Steuern, was einer vorz&uuml;glichen Infrastruktur zugute kommt. Die in wirtschaftlich besseren Zeiten bereitgestellte gro&szlig;z&uuml;gige Summe f&uuml;r die Bildung muss lediglich nach Ma&szlig;gabe der Inflationsrate und des Wirtschaftswachstums aufgestockt werden, um das Niveau zu halten. In Deutschland m&uuml;sste das Steuersystem erst mal komplett ver&auml;ndert werden, und das will fast niemand. Somit ist auch klar, weshalb der deutsche Bildungsgipfel nur zwei Stunden dauerte: Es gab nichts zu bereden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2008\/44\/27745.html\">Jungle World<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Medienkritik unerw&uuml;nscht &ndash; schon gar wenn Blogs zitiert werden<\/strong><br>\nHeute erreichte uns die folgende Mail unseres Leser T.S-U.: \n<p>Letzten Sonntag war das Presseclub-G&auml;stebuch aus &ldquo;technischen&rdquo; Gr&uuml;nden &ldquo;vorl&auml;ufig&rdquo; geschlossen worden (meines Wissens bis gestern).<\/p>\n<p>Dass die &ldquo;technischen&rdquo; Gr&uuml;nde nur vorgeschoben waren beweist folgender, dem Eingabefenster vorangestellter Eintrag heute:<\/p>\n<blockquote><p>Im Interesse aller Teilnehmer bitten wir Folgendes zu beachten: Kritik sollte immer konstruktiv sein. Wir dulden keine Diskriminierungen, Verunglimpfungen und Gewaltverherrlichungen im G&auml;stebuch. Eintr&auml;ge, die fremde Homepages und E-Mail-Adressen beinhalten, werden nicht freigegeben. Das G&auml;stebuch ist moderiert. Eintr&auml;ge erscheinen nicht sofort.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn man die L&ouml;schungspraxis der letzten Wochen zugrunde legt, scheint unter Diskriminierung ja schon der der Vorwurf eines Mangels an Ausgewogenheit verstanden zu werden.<\/p>\n<p>Links zu den Nachdenkseiten werden dort dann wohl auch nicht mehr zu sehen sein. Durch die vorgeschaltete Zensur wird im G&auml;stebuch wohl die gleiche Friedhofsruhe einkehren wie in der Sendung. &ldquo;Gef&auml;hrlich&rdquo; im Sinne von f&uuml;r die Macher unkalkulierbar bleiben da allenfalls noch die 15 Minuten &bdquo;Presseclub nachgefragt&ldquo;.\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt: <\/strong>\n<p><strong>Finanzballade &ndash; immer schon dagegen!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kritik-und-kunst.blog.de\/2008\/10\/30\/finanzballade-immer-schon-dagegen-4955558\">Hartmut Finkeldeys Blog &bdquo;Kunst und Kritik&ldquo;<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ver.di: Sechs Millionen Arbeitspl&auml;tze fehlen<\/li>\n<li>Arm trotz Arbeit<\/li>\n<li>Gericht st&auml;rkt Rechtsberatung f&uuml;r &auml;rmere B&uuml;rger<\/li>\n<li>Die INSM (in persona H&uuml;ther) zur Finanzkrise<\/li>\n<li>Thomas Fricke &ndash; Obama goes Oskar<\/li>\n<li>Staatsgeld flie&szlig;t an Aktion&auml;re<\/li>\n<li>Gro&szlig;banken wollen Staatsgeld horten<\/li>\n<li>Die n&auml;chsten Fallen<\/li>\n<li>Sonderverg&uuml;tung: &ldquo;M&ouml;hrchen&rdquo; f&uuml;r den Bahn-Vorstand <\/li>\n<li>Bund will und kann keinen<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3557\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3557","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3557","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3557"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3557\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}