{"id":3564,"date":"2008-11-05T09:08:34","date_gmt":"2008-11-05T08:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3564"},"modified":"2008-11-05T11:28:27","modified_gmt":"2008-11-05T10:28:27","slug":"hinweise-des-tages-768","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3564","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Das Signal von Hessen<\/li>\n<li>Ex-Parteichef Vogel: &ldquo;SPD ist das Risiko bewusst eingegangen&rdquo;<\/li>\n<li>Zweifel an Landtagsabgeordneter Everts<\/li>\n<li>Rezepte gegen die Weltrezession<\/li>\n<li>BMW: Wenig Freude am Fahren<\/li>\n<li>B&uuml;rger entlasten ist Gebot der Stunde<\/li>\n<li>WSI-Forscher: Mindestlohn-Pl&auml;ne der Bundesregierung bringen lediglich Teill&ouml;sung<\/li>\n<li>Hartz-IV-Klagewelle<\/li>\n<li>Hartz-IV-Empf&auml;nger sollen Organe spenden<\/li>\n<li>Selbstbedienungsladen Bahn<\/li>\n<li>77% wollen Strom- und Gaskonzerne verstaatlichen<\/li>\n<li>Sch&ouml;ne neue E-Health-Welt &ndash; wem nutzt die elektronische Gesundheitskarte?<\/li>\n<li>Mehr als 10 Milliarden Euro f&uuml;r Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr seit 1992<\/li>\n<li>Polen: Ein Tsunami von Bankrotten<\/li>\n<li>Die Zocker aus der franz&ouml;sischen Provinz<\/li>\n<li>Warum in den USA Wahlen eine Zitterpartie sind<\/li>\n<li>Uwe-Karsten Heye: &ldquo;Lafontaine wollte nicht Kanzler werden&rdquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?&ldquo;<\/li>\n<li>3. November: Schwarzer Tag f&uuml;r die Bildung in Hessen<\/li>\n<li>Berlusconi macht R&uuml;ckzieher bei Bildungsreform<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3564&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Das Signal von Hessen<\/strong><br>\nDie hessische SPD hat mit dem Scheitern der Regierungs&uuml;bernahme einen weiteren Schritt dazu beigetragen, die Partei &uuml;berfl&uuml;ssig zu machen.\n<p>Jubeln wird nicht nur Roland Koch, der, obwohl ihm bei den letzten Landtagswahlen eine vernichtende Niederlage bereitet wurde, weiter als hessischer Ministerpr&auml;sident amtieren wird. Jubeln werden auch alle die Zeitungen, die in den letzten Tagen in einer schon beispielhaften Kampagne Ypsilanti vorgeworfen haben, sie w&uuml;rde ihre Interessen &uuml;ber die des Landes Hessen stellen, sie sei machthungrig und denke nur an ihre pers&ouml;nliche Karriere. All die Eigenschaften, die gemeinhin einen guten Politiker ausmachen, wurden Ypsilanti unisono zum Vorwurf gemacht. Der Verdacht, dass man hier einer Frau deutlich machen wollte, dass bei ihr noch lange nicht toleriert wird, was man bei M&auml;nnern geradezu erwartet, ist nicht von der Hand zu weichen, auch wenn drei der Abweichlerinnen Frauen sind. Roland Koch hingegen wird wegen seines ausgepr&auml;gten Machtbewusstseins nicht gescholten, sondern als Macher und Stehaufmann gelobt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=29062&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ex-Parteichef Vogel: &ldquo;SPD ist das Risiko bewusst eingegangen&rdquo;<\/strong><br>\nDer Parteiveteran kritisiert Andrea Ypsilanti: Das gebrochene Wahlversprechen ist schuld an der Misere in Hessen, sagt der fr&uuml;here SPD-Chef Hans-Jochen Vogel im SPIEGEL-ONLINE-Interview. Er w&uuml;rdigt die Rebellin Dagmar Metzger, r&uuml;gt ihre drei Mitstreiter &ndash; lehnt aber deren Parteiausschluss ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,588360,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen AM:<\/strong><\/em><\/p>\n<ol>\n<li>Schuld an der Misere ist nicht der Bruch des Wahlversprechens sondern das Wahlversprechen (keine Duldung durch die Linke) als solches. An diesem Ausschluss jeglicher Option f&uuml;r die F&uuml;hrung im Land war die Gruppe der SPD, zu der Hans Jochen Vogel geh&ouml;rt, wesentlich beteiligt.\n<\/li>\n<li>Bevor Hans Jochen Vogel ein so eindeutiges Urteil, einen Freibrief quasi, &uuml;ber die Abgeordnete Dagmar Metzger f&auml;llt, sollte der ehemalige Vorsitzende vielleicht erst einmal &uuml;berpr&uuml;fen, welche Verbindungen es zwischen ihr und der Energiewirtschaft gibt. Man muss den Eindruck gewinnen, dass Hans Jochen Vogel sein Urteil aus alter Loyalit&auml;t zur Familie Metzger f&auml;llt. Damit sind wir bei einer wichtigen dritten Anmerkung.\n<\/li>\n<li>Hans Jochen Vogel war anfangs der Siebzigerjahre einer der Initiatoren f&uuml;r die Gr&uuml;ndung der Seeheimer, zu denen auch die Politiker der Familie Metzger geh&ouml;rten und geh&ouml;ren (Seeheim bei Darmstadt). Diese Gr&uuml;ndung war zugleich der Anfang des Endes guter Wahlchancen f&uuml;r die SPD. Sie haben in den Anf&auml;ngen Willy Brandt ruiniert. Und sie tun es bis heute nach dem Motto: wenn wir die Macht in der SPD nicht haben, dann braucht die SPD auch nicht die Macht im Staat.<br>\nJochen Vogel pers&ouml;nlich denkt sicher nicht so. Er ist um vieles kl&uuml;ger als die Mehrheit der Seeheimer und auch um vieles verantwortungsvoller. Aber es ist wohl an der Zeit, dass er sich einmal selbst vor Augen f&uuml;hrt, was er der SPD mit der Gr&uuml;ndung der Seeheimer und mit dem Ausbau einer eigenst&auml;ndig operierenden und fremd-finanzierten Gruppe in der SPD angetan hat.<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/p><\/li>\n<li><strong>Zweifel an Landtagsabgeordneter Everts<\/strong><br>\nEinige Sozialdemokraten im Kreis Gro&szlig;-Gerau haben Bedenken, ihre Landtagsabgeordnete Carmen Everts k&ouml;nne bei der Wahl Ypsilantis zur Ministerpr&auml;sidentin am 4. November nicht f&uuml;r die SPD-Frau stimmen. Auf dem au&szlig;erordentlichen Parteitag des SPD-Unterbezirks am Dienstag entbrannte ein heftiger Streit &uuml;ber einen Antrag, in dem die Delegierten von den beiden Landtagsabgeordneten Everts und Renate Meixner-R&ouml;mer die Zustimmung zur Ypsilanti-Wahl einfordern wollten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/kreis_gross_gerau\/1621595_Zweifel-an-Landtagsabgeordneter.html\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/hessen\/1623857_Gross-Gerauer-SPD-zutiefst-enttaeuscht.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Rezepte gegen die Weltrezession<\/strong><br>\nRasche Zinssenkungen und h&ouml;here Staatsverschuldung sind global n&ouml;tig, um eine Depression abzuwenden. Doch Euroland ist handlungsunf&auml;hig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1624502&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>BMW: Wenig Freude am Fahren<\/strong><br>\nMit Autos verdient der Konzern fast nichts mehr. Die Banksparte erw&auml;gt, Hilfe zu beantragen. Im reinen Autogesch&auml;ft schmolz der Gewinn im dritten Quartal auf 18 Millionen Euro zusammen; vor einem Jahr waren es noch mehr als 700 Millionen gewesen. Als Reaktion auf die Absatzschw&auml;che drosselt BMW die Produktion um mindestens weitere 40 000 Autos. Sollte es Anfang 2009 nicht aufw&auml;rtsgehen, m&uuml;ssten weitere Zeitarbeitspl&auml;tze gestrichen werden, k&uuml;ndigte Reithofer an. Am Jahresende sollen noch 3000 Zeitarbeitspl&auml;tze &uuml;brig sein. Das Stammpersonal z&auml;hlt derzeit 103 625 Mitarbeiter und muss K&uuml;rzungen &uuml;bertariflicher Leistungen hinnehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/;art271,2653548?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Als erste sind nat&uuml;rlich die Zeitarbeitspl&auml;tze dran. Erinnern sie sich noch, wie die Ausweitung und Lockerung der Bestimmungen f&uuml;r die Zeitarbeit damit begr&uuml;ndet wurden, dass Zeitarbeit den Einstieg in regul&auml;re Arbeit erm&ouml;glichen sollte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rger entlasten ist Gebot der Stunde<\/strong><br>\n&ldquo;Das geplante Konjunkturpaket darf nicht nur die Wirtschaft f&ouml;rdern, sondern muss auch die B&uuml;rger entlasten&rdquo;, forderte der Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarit&auml;t, Dr. Bernd Niederland, am Dienstag in Berlin. &ldquo;Wenn die Bundesregierung morgen das Paket beschlie&szlig;t, darf am Ende nicht nur ein Plus f&uuml;r die Unternehmen herauskommen, sondern muss auch die Kaufkraft der B&uuml;rger wieder gest&auml;rkt werden.&rdquo;\n<p>Seit Jahren w&uuml;rden die Unternehmen und die Verm&ouml;genden mit Steuergeschenken bedacht, ohne dass die damit versprochenen Effekte eingetroffen seien. Dagegen sei die Kaufkraft der B&uuml;rger immer weiter geschw&auml;cht worden, u.a. durch die Mehrwertsteuererh&ouml;hung, sinkende Realeinkommen sowie steigende Beitr&auml;ge und Zusatzbelastungen im sozialen Bereich. &ldquo;Es hat sich l&auml;ngst gezeigt, dass das ein Irrweg ist, der auch zu Lasten der Wirtschaft geht&rdquo;, so Niederland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.volkssolidaritaet.de\/cms\/Presse+_+Medien-p-4363\/Presse+aktuell-p-1951\/B%C3%BCrger+entlasten+ist+Gebot+der+Stunde-p-11112.html\">Volkssolidarit&auml;t<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>WSI-Forscher: Mindestlohn-Pl&auml;ne der Bundesregierung bringen lediglich Teill&ouml;sung<\/strong><br>\nSozial angemessene Mindestl&ouml;hne und eine St&auml;rkung des Tarifsystems sind angesichts abnehmender Tarifbindung und eines stark expandierenden Niedriglohnbereichs notwendig. Die Bundesregierung verfolgt das richtige Ziel, wenn sie die Voraussetzungen daf&uuml;r verbessern will. Mit den Gesetzentw&uuml;rfen f&uuml;r eine Reform des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und des Gesetzes &uuml;ber die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen wird es aber nur zum Teil gelingen, das Problem von Niedrig- und Armutsl&ouml;hnen in den Griff zu bekommen. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Reinhard Bispinck und Dr. Thorsten Schulten in einer Stellungnahme f&uuml;r die heute stattfindende &ouml;ffentliche Anh&ouml;rung vor dem Ausschuss f&uuml;r Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages. &ldquo;Bereits heute ist absehbar, dass trotz der vorgeschlagenen Ma&szlig;nahmen gro&szlig;e Regelungsl&uuml;cken bestehen bleiben und zahlreiche Besch&auml;ftigte nach wie vor ohne einen angemessenen Mindestlohn auskommen m&uuml;ssen&rdquo;, schreiben die Tarifexperten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_93308.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a>, dort auch die Stellungnahme im Wortlauf als PDF-Dokument<\/li>\n<li><strong>Hartz-IV-Klagewelle<\/strong><br>\nEs wir immer mehr. Man hat ja am Anfang gesagt: &lsquo;Na gut, regt euch nicht auf, das sind so Anfangsschwierigkeiten. Das geht schon vorbei.&rsquo; Aber das Gegenteil ist der Fall. Es werden immer mehr Klagen. Wir haben mal zusammengerechnet, fr&uuml;her war das auf zwei Gerichte verteilt, vor der Reform, Verwaltungsgericht und Sozialgericht. Da kamen dann insgesamt 6.500 neue Verfahren pro Jahr. Inzwischen sind es dieses Jahr &uuml;ber 20.000 neue Verfahren. Also mehr als dreimal so viele. Und da ist kein Ende absehbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/DL\/5888016.pdf\">Fakt mdr [PDF &ndash; 92 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>&Ouml;konom Oberender: Hartz-IV-Empf&auml;nger sollen Organe spenden<\/strong><br>\nNicht das es schon l&auml;ngst eine &ldquo;Zwei-Klassen&rdquo; Medizin gibt, in der besser gestellte bessere medizinische Versorgung erhalten. Nein, nun sollen auch noch Hartz IV Empf&auml;nger dazu animiert werden, ihre Organe gegen Geld &ldquo;zu spenden&rdquo;. Das meint jedenfalls der Volkswirtschaftsprofessor an der Universit&auml;t Bayreuth, Peter Oberender. In einem Interview mit dem Radiosender &ldquo;Deutschland Radio Kultur&rdquo; sagte Prof. Oberender: &ldquo;&rdquo;Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die M&ouml;glichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/0344e199390a69b16.php\">gegen-hartz.de<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Selbstbedienungsladen Bahn&rdquo;<\/strong><br>\nDer Bahn-Vorstand genehmigt sich zus&auml;tzliche Millionen und die Bundesregierung stimmt zu. Die Kommentatoren haben einen Schuldigen ausgemacht: Verkehrsminister Tiefensee.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Pressestimmen-Selbstbedienungsladen-Bahn\/433338.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin H.K.:<\/strong><br>\nIm Grunde legt die j&uuml;ngste Bahn-Aff&auml;re  l&auml;ngst vor der Amtszeit von BVM Tiefensee  bestehende gravierende Fehlentwicklungen  in der bundesdeutschen und europ&auml;ischen Verkehrs-, Bahn- und Umweltpolitik symptomatisch offen: fehlende Gesamtkonzepte  und Schw&auml;che in politischer F&uuml;hrung, die sich als nicht resistent genug gegen&uuml;ber der Auto- und Privatisierungslobby erweist.   Der immer eigenm&auml;chtiger agierende  Bahnvorstand des noch bundeseigenen Unternehmens macht weitgehend,  was er will und was Politik ihm erlaubt. Einem solchen Selbstbedienungsladen sind straffe Z&uuml;gel anzulegen. Vor allem fehlt es jedoch an klaren politischen Vorgaben durch den Noch-Eigent&uuml;mer Bund  f&uuml;r konzeptionell eingebettete Unternehmensziele im Rahmen einer Gesamtstrategie. Daf&uuml;r ist die Legislative verantwortlich und zu parlamentarischen Initiativen aufgerufen.<\/em><\/p>\n<p>Vorausschauende Protagonisten eines grundlegenden bahn- und umweltfreundlichen Kurswechsels, darunter namhafte SPD-Verkehrs- und Umweltexperten, die sich daf&uuml;r   seit den 70-er-Jahren vehement engagierten, waren  stets mit  einer massiven Abwehrfront organisierter Lobbygruppen und  Widerstand mangels parlamentarischer Mehrheiten konfrontiert. Diesen Kampf gilt es weiterzuf&uuml;hren.  <\/p>\n<p>Mit der angestrebten Bahnprivatisierung hat sich Verkehrs- und Umweltpolitik noch mehr als bisher entpolitisiert und aus staatlicher Verantwortung in einem Kernbereich von Daseinsvorsorge  zur&uuml;ckgezogen  statt  die Weichen pro B&uuml;rger, Bahn und Umwelt rechtzeitig zukunfts- und gemeinwohlorientiert  zu stellen. Die mit der Teil-Privatisierung erzielbaren Erl&ouml;se liegen weit unter Verm&ouml;genswert und Investitionsbedarf, wirken haushaltspolitisch marginal. F&uuml;r Kapitalbeschaffung bieten sich dem Staatsunternehmen g&uuml;nstigere Optionen als Privatisierung. Eine Evaluierung der Bahnreform 1993\/94 fand nicht statt, die &ndash; anders als behauptet &ndash; nicht auf Kapitalprivatisierung, sondern vor allem auf die Abl&ouml;sung der Beh&ouml;rdenstruktur  durch wirtschaftliche Unternehmensf&uuml;hrung in der Rechtsform der AG und darauf abzielte, erheblich mehr Personen- und G&uuml;terverkehr &ndash; mit besonderem Schwerpunkt beim G&uuml;terfern- und kombinierten Verkehr &ndash; auf die Schiene zu verlagern.<br>\nEs ist nicht Sache der Bahn, sich als global player &ndash; jenseits ihrer vernachl&auml;ssigten grenz&uuml;berschreitenden  Kernaufgaben im Transitland Deutschland in der Mitte Europas &ndash; aufzustellen und im  internationalen Luftfracht- und Speditionsgesch&auml;ft zu expandieren. Um die Bahn b&ouml;rsenreif zu machen, wurde das Streckennetz ausged&uuml;nnt, auf Verschlei&szlig; gefahren, Personal abgebaut, bei der Sicherheit gespart, Bahnimmobilien verscherbelt, Fahrpreise seit 2004 um 25% erh&ouml;ht &ndash; um nur einen Teil des langen bahnpolitischen S&uuml;ndenregisters anzuf&uuml;hren. Nach der Devise &sbquo;maximale Rendite bei minimalem Service&rsquo; haben sich Bahnmanagement und Politik, einseitiger betriebswirtschaftlicher Denkweise im Zeichen des Neoliberalismus folgend, von einer zukunfts-, b&uuml;rger-, kunden- und gemeinwohlorientierten Bahnpolitik abgewandt &ndash; und das trotz vielfach gescheiterter Privatisierungsprojekte und gegen eine Bev&ouml;lkerungsmehrheit von rd. 70%.<\/p>\n<p>Sp&auml;testens jetzt  r&auml;cht sich das jahrzehntelange Vers&auml;umnis, die Bahn als &ouml;ffentliches Transport- und Dienstleistungsunternehmen mit seinen gewaltigen Innovationspotentialen durch St&auml;rkung und Ausbau  fit zu machen, um f&uuml;r Verkehrsverlagerungen hin zur Schiene  ger&uuml;stet zu sein. Die volkswirtschaftlichen, die gesellschaftlichen und &ouml;kologischen Herausforderungen zwingen zum Umdenken und Umsteuern. Die Zeit ist &uuml;berreif f&uuml;r eine verkehrs- und umweltpolitische Grundsatzdebatte, die seit der Bahnreform nicht gef&uuml;hrt wurde und endlich auf die Tagesordnung des Deutschen Bundestags geh&ouml;rt. Uns B&uuml;rgern mu&szlig; klar sein: Eine konservativ-liberale Mehrheit nach der Bundestagswahl 2009 w&uuml;rde die notwendige &Ouml;ffnung solcher Perspektiven durchkreuzen und weitere Anteile der Bahn wie angek&uuml;ndigt privatisieren. Dann w&auml;re der Zug endg&uuml;ltig mit der Renditebahn in die falsche Richtung abgefahren. Das mu&szlig; verhindert werden! Wir brauchen ein starkes B&uuml;ndnis der B&uuml;rger f&uuml;r eine Verkehrspolitik der Vernunft, die uns allen dient. <\/p><\/li>\n<li><strong>77% wollen Strom- und Gaskonzerne verstaatlichen<\/strong><br>\nNach einer aktuellen von Forsa f&uuml;r die Illustrierte &ldquo;Stern&rdquo; durchgef&uuml;hrten Umfrage ist eine gro&szlig;e Mehrheit der Bundesb&uuml;rger f&uuml;r eine Verstaatlichung so genannter Schl&uuml;sselindustrien. Am gr&ouml;&szlig;ten sei die Zustimmung zur Verstaatlichung der Strom- und Gaskonzerne, das w&uuml;nschten 77% der B&uuml;rger. Selbst unter CDU- und FDP-W&auml;hlern gibt es hier eine deutliche Mehrheit von 73% bzw. 70%. Der Bund der Energieverbraucher hat gute Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Verstaatlichung zusammengestellt. \n<p>&ldquo;Die B&uuml;rger haben die Nase voll von den Energiekonzernen, die stets nur ihre eigene Tasche f&uuml;llen und ihre Verantwortung f&uuml;r B&uuml;rger und Gesellschaft noch gar nicht begriffen haben&rdquo;, kommentiert der Bund der Energieverbraucher, &ldquo;Der Gesetzgeber ist nun aufgerufen, die misslungene Privatisierung r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen und damit nicht noch Jahre zu warten&rdquo;. Als verheerend hat der Verbraucherverband die enge Verkn&uuml;pfung zwischen Staat und Versorgungswirtschaft bezeichnet. Die neue Cheflobbyistin der Stromwirtschaft komme gerade direkt aus dem Kanzleramt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.scharf-links.de\/57.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=2815&amp;tx_ttnews[backPid]=8&amp;cHash=33bb4b8777\">scharf-links<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Sch&ouml;ne neue E-Health-Welt &ndash; wem nutzt die elektronische Gesundheitskarte?<\/strong><br>\nEnde des Jahres k&ouml;nnte es soweit sein: Mit fast dreij&auml;hriger Verz&ouml;gerung beginnt die Einf&uuml;hrung der elektronischen Gesundheitskarte. Das erkl&auml;rte Leuchtturmprojekt der Bundesregierung soll landesweit Arztpraxen, Krankenh&auml;user, Apotheken und 80 Millionen B&uuml;rger miteinander vernetzen und so die medizinische Versorgung optimieren.\n<p>Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Patienten werden gest&auml;rkt und Milliarden Euro eingespart, versprechen die Bef&uuml;rworter. Widerspruch kommt aus der &Auml;rzteschaft und von B&uuml;rgerrechtlern. Dient die Karte doch auch als Schl&uuml;ssel f&uuml;r die geplante Patientenakte, die auf externen Speichern liegen wird. Datenmissbrauch sei vorprogrammiert, die &auml;rztliche Schweigepflicht bedroht und der medizinische Nutzen f&uuml;r die Patienten zweifelhaft. Diese m&uuml;ssen allerdings die Kosten tragen, deren tats&auml;chliche H&ouml;he nicht absehbar ist.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/download\/93465\/\">Deutschlandradio Kultur (Text, PDF, 50kb)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2008\/11\/03\/drk_20081103_1930_8193c8c9.mp3\">Deutschlandradio Kultur (Audio-Podcast, ca. 30 min, ca. 13,4 MB)<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Elektronische Gesundheitskarte belastet Gesundheitsfonds<\/strong><br>\nNach Ansicht des NAV-Virchow-Bundes der niedergelassenen &Auml;rzte Deutschland m&uuml;ssen die Krankenkassen im Jahr 2009 f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der elektronischen Gesundheitskarte 660 Millionen Euro aus dem Gesundheitsfonds einplanen. Der Millionenregen aus Fonds-Mitteln soll angeblich die Einf&uuml;hrung der Gesundheitskarte beschleunigen. Klaus Bittmann, Vorsitzender des gr&ouml;&szlig;ten deutschen Verbandes niedergelassener &Auml;rzte, forderte die Kassen auf, die Mittel lieber in die medizinische Ausstattung unterversorgter Gebiete zu investieren. Ein chaotisches Projektmanagement und eine unausgegorene Technik werde weiter gef&ouml;rdert, beklagt der Verbandsvorsitzende. Er h&auml;lt weiterhin f&uuml;r skandal&ouml;s, dass der Etat der Projektgesellschaft Gematik 2009 auf 85 Millionen steigen soll. (2008: 70 Millionen, 2007: 40 Millionen).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/Elektronische-Gesundheitskarte-belastet-Gesundheitsfonds--\/meldung\/118332\">Heise<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Mehr als 10 Milliarden Euro f&uuml;r Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr seit 1992<\/strong><br>\nDeutschland hat von 1992 bis 2007 rund 10,58 Milliarden Euro f&uuml;r Auslandseins&auml;tze ausgegeben. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (16\/10692) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16\/10482) hervor. Die Kosten f&uuml;r die internationalen Missionen der Bundeswehr werden nach Auskunft der Regierung aus dem Verteidigungshaushalt, Einzelplan 14 des Bundeshaushaltes, bestritten. Keine Angaben kann die Regierung laut eigener Aussage &uuml;ber die Kosten f&uuml;r die einsatzbedingte Ausbildung, die laufenden Betriebs- und Personalkosten und die Ausgaben f&uuml;r Versorgungsleistungen an einsatzgesch&auml;digte Soldaten machen, da diese im Haushalt nicht den einzelnen Auslandseins&auml;tzen zuzuordnen seien. \n<p>Die Ausgaben der NATO f&uuml;r ihren Einsatz in Afghanistan (ISAF) seit dem Jahr 2003 werden von der Bundesregierung auf 656,3 Millionen Euro beziffert, f&uuml;r den Einsatz im Kosovo (KFOR) seit 1999 auf 413,8 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2008\/2008_301\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Polen: Ein Tsunami von Bankrotten<\/strong><br>\nPolens Zentralbankchef machte bis zuletzt auf Optimismus. Die weltweite Finanzkrise werde dem Land kaum etwas anhaben, erkl&auml;rte Slawomir Skrzypek auch noch, als der Index der Warschauer B&ouml;rse vor einigen Tagen l&auml;ngst in den freien Fall &uuml;bergegangen war. Seine Hauptargumente: die polnischen Banken h&auml;tten sich kaum an hochspekulativen Gesch&auml;ften beteiligt, die vor allem den Instituten in den USA zum Verh&auml;ngnis wurden. Dies ist zwar eine gute Basis, doch hatte der polnische Zentralbankchef die Wucht des Krise untersch&auml;tzt und nicht bedacht, wie hoch die Abh&auml;ngigkeit der polnischen Wirtschaft von seinen Nachbarn ist. Die Einwohner von Posen (Poznan) und Gleiwitz (Gliwice) haben das schnell am eigenen Leib zu sp&uuml;ren bekommen. Die gro&szlig;en Autowerke von Volkswagen und Opel drosselten wegen sinkender Nachfrage im Westen ihre Produktion im Osten. Inzwischen geht in den beiden St&auml;dten die Angst um, dass bei anhaltenden Absatzproblemen die Werke ganz geschlossen werden k&ouml;nnten.\n<p>Doch auch die Banken, von Chef&ouml;konom Skrzypek wegen ihrer Vorsicht zu Recht gelobt, gerieten in schwere See. Das Problem ist ein grunds&auml;tzliches. &Uuml;ber 70 Prozent der polnischen Banken befinden sich in ausl&auml;ndischer Hand. Aufgrund der Krise ziehen aber die Muttergesellschaften das Geld aus dem Osten ab. Das wiederum hat direkte Folgen f&uuml;r die Verbraucher. Zum einen z&ouml;gern die Institute, Kredite zu vergeben. Das trifft vor allem Unternehmer, die ihre Auftr&auml;ge in der Regel durch geliehenes Geld vorfinanzieren m&uuml;ssen.  Zbigniew Bachman, Direktor der Polnischen Industrie- und Handelskammer f&uuml;r Bauwesen, bef&uuml;rchtet in den n&auml;chsten Monaten bei kleinen Firmen, die nicht von EU-finanzierten Gro&szlig;auftr&auml;gen profitieren, &bdquo;einen Tsunami von Bankrotten&ldquo;. <\/p>\n<p>Doch auch Privathaushalte haben zu k&auml;mpfen. Der Konsum in Polen ist in vielen F&auml;llen durch Kredite finanziert, die nun nicht mehr einfach zu bekommen sind. Aus diesem Grund ist der Immobilienmarkt bereits dramatisch eingebrochen. Auch haben sich viele Konsumenten, etwa zum Bau eines Hauses, in Fremdw&auml;hrungen wie dem Schweizer Franken hoch verschuldet. Noch vor wenigen Monaten war das eine gute Idee, denn der Zloty war stark und die Zinsen im Ausland niedrig. Im Zuge der Finanzkrise hat der Zloty jedoch fast 30 Prozent an Wert verloren und die Schuldner m&uuml;ssen ihre Kredite in den aufgewerteten W&auml;hrungen bedienen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/;art771,2653503?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Zocker aus der franz&ouml;sischen Provinz<\/strong><br>\nBanken waren die ersten Opfer der Kreditkrise. Doch jetzt r&uuml;cken Staaten und Gemeinden in den Vordergrund. In Frankreich stecken viele Kommunen tief im Schlamassel. Im Fall des D&eacute;partement Seine-Saint-Denis bei Paris beispielsweise bestehen die Schulden zu 98 Prozent aus &ldquo;giftigen&rdquo; Krediten mit hoch variablen Zinsen. Manche St&auml;dte wie Saint-Etienne oder einige D&eacute;partements haben bei den Banken Darlehen aufgenommen, deren Zinsen an die Entwicklung von B&ouml;rsen- oder Wechselkursen gekoppelt sind. Seine-Saint-Denis muss deswegen mit einem Anstieg des Schuldendienstes von 3 Mio. Euro 2009 auf 12 Mio. Euro im Jahr 2010 und sogar 17 Mio. Euro 2011 rechnen. Die Ratingagentur Fitch beziffert den Anteil der &ldquo;strukturierten Produkte&rdquo; an den 126 Mrd. Euro Gesamtschulden der Gebietsk&ouml;rperschaften auf 20 bis 25 Mrd. Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:Giftige-Kredite-Die-Zocker-aus-der-franz%F6sischen-Provinz\/434177.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da spricht man von deutsch-franz&ouml;sischen Differenzen. Im Zocken sind sie alle gleich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Warum in den USA Wahlen eine Zitterpartie sind<\/strong><br>\nVon der Registrierung &uuml;ber Wahlmaschinen bis hin zu Wahlfehlern kann die Stimmabgabe behindert oder verf&auml;lscht werden.<br>\nVieles an den amerikanischen Wahlen vom Termin &uuml;ber die Registrierung bis hin zu den Wahlm&auml;nnern ist anachronistisch. Dazu geh&ouml;ren auch manche Wahlmaschinen, die dann, wenn es knapp wird, zu Problemen f&uuml;hren k&ouml;nnen, wie dies im Jahr 2000 der Fall war &ndash; mit Folgen, die &uuml;berall auf der Welt bis hin zur Finanzkrise zu sp&uuml;ren waren (George W. Bush ist rechtlich, aber wahrscheinlich nicht faktisch der von der Mehrheit gew&auml;hlte US-Pr&auml;sident). Die massive Einf&uuml;hrung der Wahlcomputer hat zwar den Maschinenpark technisch modernisiert, die Wahlen aber nicht zuverl&auml;ssiger gemacht, auch wenn nun h&auml;ufig ein Papierausdruck verlangt ist (Reform der elektronischen Wahlsysteme). Die langen Schlangen vor den Wahllokalen haben jetzt schon gezeigt, dass man offenbar auch nicht willens ist, Menschen die Teilnahme zu erm&ouml;glichen, die nicht stundenlang Zeit haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/29\/29063\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Uwe-Karsten Heye: &ldquo;Lafontaine wollte nicht Kanzler werden&rdquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/735\/315624\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dieses Interview ist nur interessant, weil es belegt, wie das Sprachrohr Schr&ouml;ders, Uwe-Karsten Heye zusammen mit den Interviewern von der SZ, die Sprache und die Realit&auml;t verdrehen, um Legenden zu stricken.<\/em><\/p>\n<p>Die SZ spricht z.B. von &bdquo;Umverteilern&ldquo; und &bdquo;Reformern&ldquo; in der SPD und Heye nimmt das allzu gerne auf. Fragen Sie sich einmal selbst und alle Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Umverteilt haben die &bdquo;Reformer&ldquo; und zwar von unten und von der Mitte nach oben. Alle die hier wieder mehr Gerechtigkeit und eine Umkehr wollen, werden als &bdquo;Umverteiler&ldquo; denunziert. So verkehrt man mit Sprache die Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt f&uuml;r den Sprech der Reformer von den &bdquo;neuen Problemen&ldquo; im neuen Jahrhundert, etwa dem neu entdeckten &bdquo;demographischen Wandel&ldquo;. Sie tun so als w&auml;re das neu. Im vorigen Jahrhundert war die Alterung mit 30 Jahren viel h&ouml;her als die n&auml;chsten 50 Jahre, wo die Menschen nach Sch&auml;tzungen gerade mal 6 oder 8 Jahre &auml;lter werden sollen. Mit dieser Lesart soll verdeckt werden, dass der demographische Wandel als Hebel benutzt wurde um z.B. die gesetzliche Rente zu ruinieren. Kein Wunder, dass Heye abwiegeln muss und behauptet, dass die &bdquo;Aufregung um die Riester-Rente fast vergessen&ldquo; ist. Daran kann man erkennen, dass die Wirklichkeit systematisch verweigert wird.<\/p>\n<p>Oder auch sehr sch&ouml;n formuliert: Um den &bdquo;Genossen der Bosse&ldquo; (Schr&ouml;der) hoch zu loben, wir dessen wirtschaftsfreundlicher Kurs so definiert: &bdquo;Lasst uns die Arbeitsebene zur Wirtschaft nicht zerst&ouml;ren.&ldquo;<\/p>\n<p>Eine v&ouml;llige Verzerrung der Geschichte ist die Behauptung: Lafontaine wollte nicht Spitzenkandidat werden, weil er nicht Kanzler werden wollte. Das begr&uuml;ndet Heye pseudopsychologisch mit dem Attentat acht (!) Jahr zuvor. Schr&ouml;der wurde deshalb zum Kandidaten ausgerufen, weil er in Niedersachsen (&uuml;berraschend) die absolute Mehrheit holte und damit eine Dynamik ausgel&ouml;st hat.<\/p>\n<p>Auch dass sich die Staatsekret&auml;re von Lafontaine als &bdquo;Wadenbei&szlig;er&ldquo; verhalten haben sollen, ist die glatte Verkehrung der Realit&auml;t. Schr&ouml;der hatte Bodo Hombach ins Kanzleramt geholt, weil er dessen F&auml;higkeit zum Intrigieren und Mobben brauchte, um Widerstand auszuschalten. Hombach betrieb seine Intrigen so halbseiden, dass selbst Schr&ouml;der ihn schlie&szlig;lich entlassen musste.<\/p>\n<p>Man k&ouml;nnte das gesamte Interview durchdeklinieren. Es zeigt in klassischer Weise Heyes F&auml;higkeit als sog. Spin-doctor, d.h. als zynischer Techniker der Meinungsmanipulation, indem durch L&uuml;gen oder Halbwahrheiten die &ouml;ffentliche Meinung in eine gew&uuml;nschte Richtung gelenkt werden soll und damit Mythen und Legenden aufgebaut werden.<\/p><\/li>\n<li><strong>Umsturz auf Probe: Auf geht&rsquo;s! Revolution!<\/strong><br>\nF&uuml;hrt die Finanzkrise zum Klassenkampf? Am Hamburger Schauspielhaus fordern die Armen schon mal die Superreichen heraus<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/2008\/45\/Theaterrevolution\">zeit.de<\/a>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Senatorin von Welck zum Theaterst&uuml;ck &bdquo;Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?&ldquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Einzelpersonen an den Pranger zu stellen, ist in meinen Augen eine billige, populistische Form, Kritik auszudr&uuml;cken. Es ist hoch problematisch und unfair. Ich traue einem Regisseur, der an einem Theater wie dem Deutschen Schauspielhaus inszenieren kann, differenziertere und reifere M&ouml;glichkeiten zu, unser Gesellschaftssystem kritisch zu hinterfragen und den Zuschauer zum Nachdenken zu bewegen. Ich freue mich, wenn Kunst Diskussionen ausl&ouml;st, und ich bin froh, wenn ich dadurch angeregt werde, auch Dinge zu &uuml;berdenken, die mir selbstverst&auml;ndlich geworden sind. Doch w&uuml;nsche ich mir daf&uuml;r eine niveauvolle Basis&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/pressearchiv-fhh\/769568\/2008-10-28-marat-schauspielhaus.html?print=true\">hamburg.de<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu noch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Reden, wenigstens das!<\/strong><br>\nDas Theater an diesem Abend ist ausnahmsweise mal nicht der Ort fabrizierter Surrogat-Skandale und kleinb&uuml;rgerlicher Provokationen, sondern ein theatralisches Labor, eine kommunikative Utopie vollendeter Gleichheit, in der alle Fragen bewegt und begutachtet und beredet werden k&ouml;nnen. Die Sch&ouml;nheit dieses Moments ist erarbeitet worden, ist erstritten worden durch die Theater-Kunst. <\/p>\n<p>Die Magie dieses Theaterabends besteht darin, dass man all diese Elends-Berichte und -Protokolle kennt, aber doch den Eindruck hat: Man h&ouml;rt sie zum ersten Mal. Es sind Stimmen, die in den letzten Jahren verdr&auml;ngt und unterdr&uuml;ckt wurden, von jedem. Nun sind sie wieder da. Das anschwellende Murmeln.<br>\nSie werden lauter, und wir wissen alle, dass sie bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,588410,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sollte der neonationale Matthias Matussek ein Anh&auml;nger neoliberaler Politik und Fan der Gro&szlig;en Koalition aus dem Theaterst&uuml;ck wirklich etwas gelernt haben. Es w&auml;re gro&szlig;es Theater.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>3. November: Schwarzer Tag f&uuml;r die Bildung in Hessen<\/strong><br>\nAls schwarzen Tag f&uuml;r die Verwirklichung des &bdquo;Rechts auf gute Bildung f&uuml;r Alle&ldquo;, bezeichneten der Vorsitzende des Elternbunds Hessen, Sven Bade, und der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, das Scheitern der geplanten Minderheitsregierung von SPD und B90\/DIE GR&Uuml;NEN unter Duldung der Partei DIE LINKE. Der in der Koalitionsvereinbarung festgelegte und von Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern, Eltern sowie Lehrkr&auml;ften dringend erwartete grundlegende bildungspolitische Aufbruch wird nun nicht kommen. Die gescheiterte Bildungspolitik unter der CDU Regierung wird vorl&auml;ufig fortgesetzt werden. &bdquo;Jedes Jahr, das die jungen Menschen auf bessere, sozialere Bildungsangebote warten m&uuml;ssen, ist ein weiteres verlorenes Jahr!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew-hessen.de\/index.php?id=296&amp;tx_ttnews[pS]=1225814250&amp;tx_ttnews[tt_news]=3985&amp;tx_ttnews[backPid]=38&amp;cHash=0ce48b50be\">GEW Hessen<\/a><\/li>\n<li><strong>Berlusconi macht R&uuml;ckzieher bei Bildungsreform<\/strong><br>\nDie Regierung in Rom macht vor den angek&uuml;ndigten massiven Studentenprotesten einen R&uuml;ckzieher. Berlusconi handelt unter dem Druck von Staatspr&auml;sidenten Giorgio Napolitano, der nach dem Generalstreik gegen die Bildungsreform am vorigen Freitag die Regierung aufgerufen hatte, sich mit den Forderungen der Protestierenden auseinanderzusetzen. Die Reform sieht betr&auml;chtliche Einsparungen im Universit&auml;tsbereich vor. Mit der Hochschulreform will die Mitte- Rechts-Regierung Berlusconi die Zahl der Professoren pro Student reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/berlusconi_macht_rueckzieher_bei_umstrittener_bildungsreform__1.1216239.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Massenhafter Protest bringt vielleicht doch etwas<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Signal von Hessen<\/li>\n<li>Ex-Parteichef Vogel: &ldquo;SPD ist das Risiko bewusst eingegangen&rdquo;<\/li>\n<li>Zweifel an Landtagsabgeordneter Everts<\/li>\n<li>Rezepte gegen die Weltrezession<\/li>\n<li>BMW: Wenig Freude am Fahren<\/li>\n<li>B&uuml;rger entlasten ist Gebot der Stunde<\/li>\n<li>WSI-Forscher: Mindestlohn-Pl&auml;ne der Bundesregierung bringen lediglich Teill&ouml;sung<\/li>\n<li>Hartz-IV-Klagewelle<\/li>\n<li>Hartz-IV-Empf&auml;nger sollen Organe spenden<\/li>\n<li>Selbstbedienungsladen Bahn<\/li>\n<li>77% wollen Strom- und<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3564\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3564","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3564"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3564\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}