{"id":3575,"date":"2008-11-10T09:13:21","date_gmt":"2008-11-10T08:13:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3575"},"modified":"2008-11-11T09:16:29","modified_gmt":"2008-11-11T08:16:29","slug":"hinweise-des-tages-771","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3575","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Koordinierte Konjunkturpolitik<\/li>\n<li>J&uuml;rgen Habermas: Nach dem Bankrott<\/li>\n<li>Joseph Stiglitz: Wie der Fall der Mauer<\/li>\n<li>Liberalismus als Religion<\/li>\n<li>Michael Dauderst&auml;dt: Die globale Finanzmarktkrise &ndash; kein Fall f&uuml;r Sparpolitik<\/li>\n<li>Jean Ziegler: &ldquo;Tribunal f&uuml;r Spekulanten&rdquo;<\/li>\n<li>Die systematischen Fehler der Finanz-Elite<\/li>\n<li>Warum habt ihr uns um unser Geld gebracht?<\/li>\n<li>BayernLB: Privatisierung bis 2015<\/li>\n<li>Commerzbank muss nicht unbedingt Zinsen f&uuml;r Staatshilfen zahlen<\/li>\n<li>Heinz &ndash; J. Bontrup zum &bdquo;Mitarbeiterbeteiligungsgesetz&ldquo;<\/li>\n<li>Soziale Ausgrenzung und Aktivierung im internationalen Vergleich<\/li>\n<li>Totengr&auml;ber der Arbeitslosenversicherung<\/li>\n<li>Schulterklopfen f&uuml;r Mehdorn<\/li>\n<li>Post-Vorstand beendet das verlusttr&auml;chtige Abenteuer im amerikanischen Expressgesch&auml;ft<\/li>\n<li>IG Metall w&auml;chst wieder<\/li>\n<li>Eine Ente, keine Reform<\/li>\n<li>Propaganda<\/li>\n<li>HIS-Studie: Studiengeb&uuml;hren aus der Sicht von Studienberechtigten<\/li>\n<li>US-Unis unter Sparzwang<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3575&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>Koordiniert die Konjunktur st&uuml;tzen<\/strong><br>\nDie Rettungspakete von Regierungen und Zentralbanken haben die Chancen erh&ouml;ht, die Finanzmarktkrise relativ schnell zu &uuml;berwinden. Allerdings m&uuml;ssen sich die EU-Staaten noch besser abstimmen &ndash; und vor allem die Konjunktur stimulieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_93302.html?cis_mode=print\">B&ouml;ckler Impuls 17\/2008<\/a>\n<p><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> W&auml;hrend sich inzwischen auch &Ouml;konomen des neoliberalen Mainstream f&uuml;r Konjunkturprogramme einsetzen, wei&szlig; die deutsche Regierung in ihrer Ablehnung einer europ&auml;ischen Koordinierung diesen Mainstream hinter sich. Das IMK und die Vertreter der Memorandumgruppe sind in dieser Frage ziemlich isoliert. Sarkozy  wird als Exot abgetan, die Presse tut ihr &Uuml;briges, dabei hat franz&ouml;sische Position in dieser Frage &uuml;ber alle Parteigrenzen  hinweg eine lange Tradition. Nun hat sich mit Charles Goodhart (1968 bis 1985 Chief-Economist der Bank of England), einer der renommiertesten Finanzwissenschaftler, bei einer vom Center for Financial Studies (CFS) und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) ausgerichteten Konferenz zur Finanzstabilit&auml;t in Europa dahingehend ge&auml;u&szlig;ert. Die aktuelle Finanzkrise illustriere die Notwendigkeit einer zentralen EU-Fiskalpolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boerse-online.de\/tools\/dowjones\/20080926LL001464.html\">B&ouml;rse Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Paul Krugman: Stupid fiscal tricks<\/strong><br>\nEconomists may remember that the president of the European Commission once called the eurozone&rsquo;s &ldquo;stability pact,&rdquo; which was supposed to set a rigid limit on budget deficits, the &ldquo;stupidity pact&rdquo; &mdash; because it would have forced tax hikes and spending cuts in the middle of a recession.<br>\nWell, we&rsquo;ve got our own stupidity pact: state and local governments operate under fiscal rules that lead to booming spending and tax cuts when the economy is strong and the reverse when the economy is weak. This is bad governance: services are cut precisely when people need them most. It&rsquo;s also bad macroeconomics: it exacerbates the business cycle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2008\/11\/08\/stupid-fiscal-tricks\/\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><strong>J&uuml;rgen Habermas: Nach dem Bankrott<\/strong><br>\nWas mich am meisten beunruhigt, ist die himmelschreiende soziale Ungerechtigkeit, die darin besteht, dass die sozialisierten Kosten des Systemversagens die verletzbarsten sozialen Gruppen am h&auml;rtesten treffen. Nun wird die Masse derer, die ohnehin nicht zu den Globalisierungsgewinnern geh&ouml;ren, f&uuml;r die realwirtschaftlichen Folgen einer vorhersehbaren Funktionsst&ouml;rung des Finanzsystems noch einmal zur Kasse gebeten. Und dies nicht wie die Aktienbesitzer in Geldwerten, sondern in der harten W&auml;hrung ihrer allt&auml;glichen Existenz&hellip;<br>\nJetzt mit dem Finger auf S&uuml;ndenb&ouml;cke zu zeigen, halte ich allerdings f&uuml;r Heuchelei. Auch die Spekulanten haben sich im Rahmen der Gesetze konsequent nach der gesellschaftlich anerkannten Logik der Gewinnmaximierung verhalten. Die Politik macht sich l&auml;cherlich, wenn sie moralisiert, statt sich auf das Zwangsrecht des demokratischen Gesetzgebers zu st&uuml;tzen. Sie und nicht der Kapitalismus ist f&uuml;r die Gemeinwohlorientierung zust&auml;ndig&hellip;<br>\nIch hoffe, dass die neoliberale Agenda nicht mehr f&uuml;r bare M&uuml;nze genommen, sondern zur Disposition gestellt wird. Das ganze Programm einer hemmungslosen Unterwerfung der Lebenswelt unter Imperative des Marktes muss auf den Pr&uuml;fstand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/46\/Habermas?page=all\">Die Zeit<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie der Fall der Mauer<\/strong><br>\nF&uuml;r den Nobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz hat sich der Marktfundamentalismus mit der Krise &uuml;berlebt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1626423&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Liberalismus als Religion<\/strong><br>\nDer Glaube an die &ldquo;unsichtbare Hand des Marktes&rdquo; hat irrationale, mystische Wurzeln. Diese Vorstellung hat unser Denken gepr&auml;gt. Die Finanzkrise zwingt zur Neuorientierung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2008%2F11%2F10%2Fa0121&amp;cHash=3636630479&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Michael Dauderst&auml;dt: Die globale Finanzmarktkrise &ndash; kein Fall f&uuml;r Sparpolitik<\/strong><br>\nDie globale Finanzmarktkrise trifft eine wachsende Weltwirtschaft. Realwirtschaftlich, von Produktion und Bedarf her, spricht wenig gegen weiteres Wachstum. Nur die Kapriolen der Verm&ouml;gensm&auml;rkte gef&auml;hrden den Wohlstand. Hier muss die Politik eingreifen, um eine Rezession zu vermeiden. Es geht also um mehr als Regulierung. Fundamentale Einkommensungleichgewichte und ordnungspolitische Fehler liegen an der Wurzel der Krise und m&uuml;ssen korrigiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/05781.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 108 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Jean Ziegler: &ldquo;Tribunal f&uuml;r Spekulanten&rdquo;<\/strong><br>\nDer Schweizer Soziologe Jean Ziegler fordert Strafen f&uuml;r Wetten auf Nahrungsmittel und warnt vor den Wirkungen der Finanzkrise auf die armen Regionen der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/dokumentation\/?em_cnt=1616315&amp;em_loc=11\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Mit Risiko-Streuung zum Crash &ndash; die systematischen Fehler der Finanz-Elite<\/strong><br>\nFinanzexperten haben einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft. Analysten, Rating-Fachleute, Investmentbanker und Fondsmanager beeinflussen weltweit ma&szlig;geblich die Strategien der b&ouml;rsennotierten Unternehmen. Die so genannte Dienstklasse des Finanzmarktes ist zur dominanten Gruppe der &ouml;konomischen Elite geworden, sagt der Soziologe Paul Windolf. Der Trierer Professor bezeichnet die Ver&auml;nderungen der Wirtschaftsstruktur als &Uuml;bergang vom Manager-Kapitalismus zum Finanzmarkt-Kapitalismus.<br>\n&ldquo;Den Kern der Finanzdienstklasse bildet das F&uuml;hrungspersonal der Investment-, Pensions- und Hedge-Fonds&rdquo;, schreibt Windolf. Diese Gruppe bezieht ihre Macht aus den Eigentumsrechten an den gro&szlig;en Aktiengesellschaften. Die Fonds sind nicht Stellvertreter, sie verwalten keine Depotstimmen, sondern verf&uuml;gen &uuml;ber echtes Eigentum &ndash; jedoch, ohne tats&auml;chlich Eigent&uuml;mer zu sein und Risiko zu tragen. Das schultern zu einem gro&szlig;en Teil die Anleger, die den Fonds Geld anvertraut haben. Und dazu geh&ouml;ren nicht nur die Wohlhabenden: In Deutschland kommen 37,4 Prozent der Einlagen in Investmentfonds aus Pensionsfonds, 8,1 Prozent von Versicherungen.<br>\nDie Fondsmanager nehmen erheblichen Einfluss auf das F&uuml;hrungspersonal der b&ouml;rsennotierten Unternehmen. Zur Seite stehen ihnen dabei Rating-Agenturen, Fachjuristen f&uuml;r &Uuml;bernahmen, Analysten und Investmentbankern. Auch die ehemalige Deutschland-AG befindet sich unter ihrer Kontrolle. Ende 2007 hielten ausl&auml;ndische Fonds insgesamt 54 Prozent des Aktienkapitals der DAX-Unternehmen, US-Finanzinvestoren allein 18 Prozent. Deutsche Fonds besitzen weitere 21 Prozent. Die einzelnen Fonds halten ihre Anteile in der Regel klein, aber in Abstimmung mit anderen Anlegern k&ouml;nnen sie das Management zwingen, ihren Anweisungen zu folgen. Sie verleihen ihren Forderungen Nachdruck, indem sie mit dem Verkauf der Aktien und dem damit verbundenen Kursverlust drohen. Die Fonds halten ihre Aktienpakete oft nur kurze Zeit. Die Risiken einer kurzen Spanne sind leichter zu &uuml;berblicken &ndash; ein gro&szlig;er Zeitraum birgt dagegen mehr Ungewissheiten. So dr&auml;ngen Fondsmanger auf Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe und Sonderdividenden, um in kurzer Zeit maximale Ertr&auml;ge zu erzielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_93299.html?cis_mode=print\">B&ouml;ckler Impuls 17\/2008<\/a><\/li>\n<li><strong>Warum habt ihr uns um unser Geld gebracht?<\/strong><br>\nDie Finanzkrise bringt es an den Tag: Viele Sparer verlieren Geld, weil sie falsch beraten wurden. Dahinter steckt Methode. Im stern beschreiben Bankmitarbeiter ein System, das viele von ihnen krank macht und den Anlegern schadet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/finanzen-versicherung\/finanzen\/:Anlageberatung-Warum\/644607.html\">stern<\/a><\/li>\n<li><strong>BayernLB: Privatisierung bis 2015 <\/strong><br>\nDie schwer angeschlagene BayernLB soll nach den Vorstellungen des bayerischen Wirtschaftsministers Martin Zeil (FDP) vollst&auml;ndig privatisiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1626935&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Typisch FDP: Privatisierung als L&ouml;sung des Problems.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Commerzbank muss nicht unbedingt Zinsen f&uuml;r Staatshilfen zahlen<\/strong><br>\nSie kriegt Milliarden vom Staat, muss sich aber nicht zwingend erkenntlich zeigen: Die Commerzbank ist nach Informationen des SPIEGEL nicht verpflichtet, f&uuml;r die Kapitalhilfen des Staates Zinsen zu zahlen &ndash; es sei denn, sie wirtschaftet erfolgreich mit dem Geld.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,589259,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Heinz &ndash; J. Bontrup zum &bdquo;Mitarbeiterbeteiligungsgesetz&ldquo;<\/strong><br>\nDer vorgelegte Gesetzentwurf taugt nicht im Geringsten um in Deutschland eine gr&ouml;&szlig;ere Gewinn- und\/oder Kapitalbeteiligung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen auf den Weg zu bringen. Das Gesetz wird nichts an der bis heute bestehenden marginalen Beteiligungssituation &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/081110_Hinweise_Bontrup.pdf\">Heinz &ndash; J. Bontrup [PDF &ndash; 44 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Soziale Ausgrenzung und Aktivierung im internationalen Vergleich<\/strong><br>\nDie Vermutung, dass das &bdquo;F&ouml;rdern und Fordern&ldquo; zu einer &uuml;berdurchschnittlichen Integration von Hartz IVEmpf&auml;ngern in Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse mit geringer Entlohnung erfolgt ist, kann empirisch noch nicht best&auml;tigt oder widerlegt werden. Tatsache ist aber, dass sich der Niedriglohnsektor &uuml;ber die letzten Jahre stark ausgeweitet hat. In Deutschland arbeiten inzwischen rund 22 Prozent aller Erwerbst&auml;tigen (einschlie&szlig;lich Teilzeit und geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigter) im Niedriglohnsektor.<br>\n2006 kamen damit gut ein F&uuml;nftel der Erwerbst&auml;tigen &uuml;ber die Niedriglohnschwelle von 1802 &euro; (brutto) nicht hinaus. Dieser hohe Anteil wird nur noch von den USA und Polen &uuml;bertroffen. Im deutschen Niedriglohnsektor besteht zudem ein vergleichsweise ausgepr&auml;gtes Problem des l&auml;ngeren Verbleibs.<br>\nDie bestehenden Hinzuverdienstregelungen f&uuml;r Minijobber im Rahmen des SGB II bieten allerdings wenig Anreiz, in eine Vollzeitt&auml;tigkeit zu wechseln. Auch Zeitarbeit stellt empirischen Erkenntnissen zufolge keine verl&auml;ssliche Br&uuml;cke in stabile Besch&auml;ftigung dar, sondern ist von starker Fluktuation gekennzeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/05806.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 136 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie man nach diesen empirischen Befunden immer noch zum Ergebnis kommen kann, dass &bdquo;der aktivierenden Ausgestaltung der sozialen Sicherungssystemen eine besondere Bedeutung bei der Vermeidung und sozialen Ausgrenzung&ldquo; zukomme,  das verstehe wer will. Den Autoren bleibt nur die Perspektive einer &bdquo;vorsorgenden Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik&ldquo;. Damit wird ein Abbau der sozialen Ausgrenzung auf den Sankt Nimmerleins Tag verschoben.<\/em><\/p>\n<p>Auf die Idee, dass das &bdquo;Fordern&ldquo; systematisch auf Ausgrenzung angelegt ist, kommen die Autoren der Studie leider nicht.<\/p>\n<p>Siehe dazu die von der Hans-B&ouml;ckler Stiftung, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und dem DGB in Auftrag gegebene Studie, wonach 90 % der Hartz IV-Betroffenen in einer &bdquo;finanziellen Notlage (sind) die ihre Teilhabem&ouml;glichkeiten unzumutbar einschr&auml;nkt&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ngo-online.de\/ganze_nachricht.php?H=N&amp;Nr=18887\">ngo-online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Gaby Gottwald: Totengr&auml;ber der Arbeitslosenversicherung<\/strong><br>\nDie Pl&uuml;nderung der Arbeitslosenversicherung durch die rot-schwarze Koalition ist eine beispiellose Demontage der sozialen Risikoabsicherung der Arbeitnehmer. Innerhalb von drei Jahren wurde der Beitragssatz um 3,7 Beitragssatzpunkte und damit um 57 Prozent gek&uuml;rzt. &raquo;Das entspricht einer Entlastung der Beitragszahler von 30 Milliarden Euro j&auml;hrlich (Vergleich 2009 zu 2006)&laquo;, so die BA. Die Umfinanzierung des Beitragsausfalls durch einen Prozentpunkt der Mehrwertsteueranhebung auf 19 Prozent ab 2007, den die BA erh&auml;lt, kompensiert diesen Beitragsausfall keineswegs. Eine Beitragssatzabsenkung entlastet daher real die Arbeitgeber. Eine Politik, die dem Dogma folgt, die Lohnnebenkosten m&uuml;ssten sinken, betreibt eine soziale Umverteilungspolitik zu deren Gunsten. Da Beitragsk&uuml;rzungen zugleich immer einhergehen mit Leistungsk&uuml;rzungen f&uuml;r die Risikoabsicherung der Arbeitnehmer, zahlen diese nach formaler &raquo;Entlastung&laquo; die erforderlichen Leistungen aus ihrem Nettoeinkommen selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/081110_Hinweise_Gottwald.pdf\">express [PDF &ndash; 68 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Heute meldet dpa: Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit muss voraussichtlich bereits im n&auml;chsten Jahr ein Drittel ihrer R&uuml;cklagen angreifen. Die Finanzreserve schmelze um fast 5,7 Milliarden Euro, sagte ein Beh&ouml;rdensprecher. BA-Chef Frank-J&uuml;rgen Weise hatte Ende Oktober gesagt, er sehe erhebliche Mehrkosten auf die Arbeitslosenversicherung zukommen. 2009 wird wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen gerechnet. Zudem f&uuml;hrt die Senkung des Versicherungsbeitrags zu geringeren Einnahmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Prinzip Hoffnung<\/strong><br>\nDer B&ouml;rsengang der Bahn ist vorerst abgesagt. Doch Bahnchef Hartmut Mehdorn macht unbeirrt weiter &ndash; ihm rennt die Zeit davon.<br>\nDas Leben des Hartmut Mehdorn spielt sich dieser Tage irgendwo zwischen der weiten Welt und dem grauen Berlin, zwischen Zukunft und Gestern ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/246\/317124\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung medienwatch:<\/strong> In einem aktuellen Beitrag der S&uuml;ddeutschen Zeitung verabreicht der Kommentator Michael Bauchm&uuml;ller dem bedr&auml;ngten Chef der Bahn ein &ouml;ffentlichkeitswirksames Schulterklopfen: Zwischen den Zeilen klingen Respekt und Bewunderung durch, dass Mehdorn nach wiederholtem Scheitern dennoch den Mut nicht verloren habe und an dem &ldquo;Zukunftsprojekt&rdquo; des B&ouml;rsengangs unbeirrt festhalte. Die Politik habe dem Bahnchef &uuml;bel mitgespielt. &ldquo;Mehdorn war nie einer, der schnell aufgibt.&rdquo; stellt sie S&uuml;ddeutsche beeindruckt seine Unbeugsamkeit fest.<br>\nEr m&uuml;sse sich nun beeilen, damit das Ziel noch rechtzeitig vor seiner Pensionierung erreicht werden k&ouml;nne.<br>\nNoch g&auml;be es Chancen daf&uuml;r, etwa durch die Akquisition von Gro&szlig;-Investoren.<br>\nGro&szlig;e Teile der SPD h&auml;tten sich bereits von dem Projekt verabschiedet.<br>\nMit keinem Wort stellt der Kommentator die Frage nach dem Motiv Mehdorns, mit der beschriebenen Obsession, an der Privatisierung der Bahn festzuhalten. Und mit keinem Wort wird der Sinn dieses Projektes, die Kritik, die bis in gro&szlig;e Teile der Regierungsparteien hineinreicht, er&ouml;rtert.<br>\nDie S&uuml;ddeutsche Zeitung macht sich selbst mit diesem Beitrag zum Anwalt des Privatisierungsprojekt, das eine gro&szlig;e Mehrheit der deutschen Bev&ouml;lkerung und selbst von Seiten der Wirtschaft &uuml;berwiegend abgelehnt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&Uuml;berf&auml;llige Emanzipation<\/strong><br>\nKlaus Zumwinkels Erbe wird abger&auml;umt: Post-Vorstand Appel beendet das verlusttr&auml;chtige Abenteuer im amerikanischen Expressgesch&auml;ft &ndash; endlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/358\/317234\/text\/print.html\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Kein Wort &uuml;ber die Vernichtung von Zehntausenden Jobs in den USA. Man darf gespannt sein, ob die die Bahn mit ihren Internationalisierungsstrategien besser zurecht kommt. Und beide versagen im eigenen Land in ihrer einstige Aufgabe der Grundversorgung, aber auch der Jobsicherung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>IG Metall w&auml;chst wieder<\/strong><br>\nDie IG Metall hat in der Finanzkrise zahlreiche neue Mitglieder gewonnen. In diesem Jahr werde die Gewerkschaft rund 117 000 Neueintritte verzeichnen k&ouml;nnen, darunter viele junge Menschen, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber der &ldquo;Wirtschaftswoche&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1626895&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Ente, keine Reform<\/strong><br>\nDer Tod, der gro&szlig;e Gleichmacher, ist auch der gr&ouml;&szlig;te Ungleichmacher. Er ist, genauer betrachtet, die Negation der Glaubenslehre der Leistungsgesellschaft: &ldquo;Ohne Flei&szlig; kein Preis.&rdquo; Die &Uuml;berzeugung, gesellschaftlicher Reichtum solle sich nicht auf Grund von Standesprivilegien, sondern nach individueller Leistung verteilen, ist zwar bis heute ungebrochen. Doch scheint sich andererseits niemand daran zu st&ouml;ren, dass ausgerechnet derjenige den gr&ouml;&szlig;ten Gewinn erwarten darf, der in aller Regel nicht einen Handschlag dazu beigetragen hat &ndash; der Erbe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2008\/1108\/meinung\/0021\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Propaganda<\/strong><br>\nAls Propaganda bezeichnet man die gezielte Verbreitung bestimmter politischer, religi&ouml;ser, wirtschaftlicher, aber auch k&uuml;nstlerischer oder humanit&auml;rer Ideen, insbesondere durch die Medien. F&uuml;hrende Wissenschaftler, Politiker und Journalisten in Deutschland singen seit Jahren ein Loblied des propagandafreien Deutschlands. Schlie&szlig;lich besagt Artikel 5 unseres Grundgesetzes, dass Meinungs- Informations- und Pressefreiheit in Deutschland herrschen. Auch finde keine Zensur statt und Deutschland halte ja, durch ein duales Rundfunksystem von &ouml;ffentlich-rechtlichen sowie privaten Fernsehsendern, die Pressefreiheit besonders hoch, so wird in der &Ouml;ffentlichkeit oft phrasiert. Stimmt das wirklich? Gibt es keine Propaganda in Deutschland? Wem dienen und wem n&uuml;tzen die Medien? Welche Interessen werden verfolgt? Im Folgenden ein kurzer Einstieg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/propaganda\/propaganda.html%20\">Propaganda<\/a><\/li>\n<li><strong>Walter, Everts und Tesch pl&auml;dierten f&uuml;r Links-tolerierte Minderheitenregierung<\/strong><br>\nDer Generalsekret&auml;r der hessischen SPD, Norbert Schmitt, hat Belege daf&uuml;r ver&ouml;ffentlicht, wonach die Ypsilanti-Verr&auml;ter Carmen Everts, J&uuml;rgen Walter und Silke Tesch das Projekt einer von den Linken tolerierten Minderheitenregierung ausdr&uuml;cklich unterst&uuml;tzt haben. J&uuml;rgen Walter hatte auf dem SPD-Parteitag in Rotenburg am 4. Oktober gesagt: &ldquo;Lasst uns heute die Ampel auf gr&uuml;n stellen, damit wir die Chance haben, dass dieses Land wieder rot wird.&rdquo; Silke Tesch hatte im Deutschlandradio am 12. August gesagt: &ldquo;Wir m&uuml;ssen doch mit allen Parteien reden und man muss auch mit den Linken reden, welche Vorstellungen sie haben, welche Vorstellungen die Gr&uuml;nen haben, das ist im Fluss und das macht Andrea Ypsilanti.&rdquo; Und hinter der Landesvorsitzenden stehe sie, betonte Tesch damals. Carmen Everts schrieb den Angaben zufolge in einer Email an Norbert Schmitt, Silke Tesch und andere am 29. Oktober: &ldquo;Ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass ich diesen Weg und die Wahl von Andrea am kommenden Dienstag will. Ich habe selbst diesen jetzigen Prozess &ndash; trotz meiner pers&ouml;nlichen Schwierigkeiten &ndash; mitinitiiert und vorangebracht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ngo-online.de\/ganze_nachricht.php?H=N&amp;Nr=18880\">ngo-online<\/a><\/li>\n<li><strong>HIS-Studie: Studiengeb&uuml;hren aus der Sicht von Studienberechtigten<\/strong><br>\nZum selber nachlesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.his.de\/pdf\/pub_fh\/fh-200815.pdf\">HIS [PDF &ndash; 664 KB]<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Teure Bildungsreisen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=29072&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>US-Unis unter Sparzwang<\/strong><br>\nDie Krise an den Finanzm&auml;rkten trifft auch die Universit&auml;ten in den USA hart. Darunter leiden vor allem die Studenten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2008\/46\/finanzkrise-unis\">Die Zeit Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Koordinierte Konjunkturpolitik<\/li>\n<li>J&uuml;rgen Habermas: Nach dem Bankrott<\/li>\n<li>Joseph Stiglitz: Wie der Fall der Mauer<\/li>\n<li>Liberalismus als Religion<\/li>\n<li>Michael Dauderst&auml;dt: Die globale Finanzmarktkrise &ndash; kein Fall f&uuml;r Sparpolitik<\/li>\n<li>Jean Ziegler: &ldquo;Tribunal f&uuml;r Spekulanten&rdquo;<\/li>\n<li>Die systematischen Fehler der Finanz-Elite<\/li>\n<li>Warum habt ihr uns um unser Geld gebracht?<\/li>\n<li>BayernLB: Privatisierung bis 2015<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3575\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3575","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3575"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3575\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}