{"id":35930,"date":"2016-11-22T08:58:01","date_gmt":"2016-11-22T07:58:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930"},"modified":"2016-11-22T08:58:01","modified_gmt":"2016-11-22T07:58:01","slug":"hinweise-des-tages-2758","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h01\">Butterwegge tritt gegen Steinmeier an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h02\">Ein Thatcher-Fan will in den Elys&eacute;e-Palast<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h03\">Trump<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h04\">Privatisierung der Autobahnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h05\">Sch&auml;uble will Banken schonen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h06\">Warum das gro&szlig;e Kapital Angela Merkel so liebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h07\">VW baut Konzern radikal um &ndash; 30.000 Stellen fallen weg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h08\">CDU-Unternehmer warnen vor &bdquo;monstr&ouml;sen&ldquo; Rentenausgaben &ndash; WELT<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h09\">Siemens-Chef pl&auml;diert f&uuml;r ein Grundeinkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h10\">Anf&uuml;hrerin der freien Welt? Aber klar doch!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h11\">SP-Pr&auml;sident Levrat ruft zum Klassenkampf auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h12\">Zum vierten Mal Merkel &ndash; Der Wahlkampf ist er&ouml;ffnet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h13\">Aufruhr im Unterbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h14\">Trojanische Pferde des Kremls: Atlantic Council bl&auml;st zur Hatz auf Gabriel, Wagenknecht und Gauland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h15\">Gesetz des Krieges: Journalisten als Feinde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h16\">Das Volk ist nicht dumm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h17\">Ist der Staat die bessere Bank?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Butterwegge tritt gegen Steinmeier an<\/strong><br>\nDie Linkspartei hat den Armutsforscher Christoph Butterwegge als ihren Kandidaten f&uuml;r die Bundespr&auml;sidentenwahl nominiert. Die Partei- und Fraktionsvorsitzenden gaben die Entscheidung nach einer Sitzung in Berlin bekannt.<br>\nDie Partei Die Linke schickt den Armutsforscher Christoph Butterwege als Kandidaten f&uuml;r das Amt des Bundespr&auml;sidenten ins Rennen. In der Bundesversammlung, die am 12. Februar 2017 den Nachfolger von Joachim Gauck w&auml;hlt, wird der 65-j&auml;hrige Wissenschaftler damit gegen Bundesau&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier antreten, den CDU, CSU und SPD nominiert haben.<br>\nDer Politikwissenschaftler sei eine &ldquo;hervorragende Alternative&rdquo; zum Koalitionskandidaten Steinmeier, betonte Fraktionschef Dietmar Bartsch. Seinen Angaben zufolge fiel der Entschluss in der Fraktionssitzung einstimmig. Fraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte, Steinmeier stehe f&uuml;r ein &ldquo;Weiter so&rdquo; der Gro&szlig;en Koalition, zu dem ihre Partei eine Alternative bieten wolle. Parteichef Bernd Riexinger f&uuml;gte hinzu, seine Partei h&auml;tte sich einen Kandidaten von SPD, Gr&uuml;nen und Linken gew&uuml;nscht. Steinmeier sei aber kein Angebot an die Linke gewesen, sondern eines an die Union. Butterwegge hingegen stehe f&uuml;r Friedensliebe, Weltoffenheit und soziale Gerechtigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/butterwegge-kandidatur-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Realistisch hat Christoph Butterwegge keine Chance gegen das neoliberale Parteienkartell aus CDU\/CSU, SPD und Gr&uuml;ne. Allerdings ist die Nominierung durch die LINKE ein guter politischer Schachzug, hat man mit Christoph Butterwegge doch einen dezidierten Gegner der Agenda 2010 gegen Steinmeier als deren wesentlichen Architekten aufgestellt. Damit ist das &uuml;bliche Geleier, das kommen wird, dass Steinmeier der Bundespr&auml;sident aller sein wolle, sofort als L&uuml;ge entlarvt, da Steinmeier einer der politischen Hauptverantwortlichen f&uuml;r die Spaltung der Gesellschaft ist.<\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Beweggr&uuml;nde f&uuml;r meine Bewerbung um das Bundespr&auml;sidentenamt<\/strong><br>\nMit meiner Kandidatur m&ouml;chte ich die &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r soziale Probleme sensibilisieren, denn obwohl die Gesellschaft immer st&auml;rker auseinanderf&auml;llt, nimmt das Establishment diesen Polarisierungsprozess nicht oder falsch wahr. Au&szlig;erdem m&ouml;chte ich der weiteren Zerst&ouml;rung des Wohlfahrtsstaates durch neoliberale Reformen entgegentreten &ndash; gerade wird die Privatisierung der Autobahnen und damit ein neuerlicher H&ouml;hepunkt der &Ouml;konomisierung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche vorbereitet &ndash; sowie jenen Teilen der Bev&ouml;lkerung eine politische Stimme geben, die immer st&auml;rker ausgegrenzt werden.<br>\nSeit geraumer Zeit zerf&auml;llt unsere Gesellschaft st&auml;rker in Arm und Reich, weil die soziale Ungleichheit hinsichtlich der Einkommen und Verm&ouml;gen enorm zugenommen hat. W&auml;hrend das reichste Geschwisterpaar der Bundesrepublik, Stefan Quandt und Susanne Klatten, im Fr&uuml;hsommer 2016 f&uuml;r das Vorjahr eine Rekorddividende in H&ouml;he von 994,7 Millionen Euro nur aus ihren BMW-Aktien bezog, lebten fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche in landl&auml;ufig als &bdquo;Hartz-IV-Familien&ldquo; bezeichneten SGB-II-Bedarfsgemeinschaften und mussten je nach Alter mit 237, 270 bzw. 306 Euro im Monat (plus Miet- und Heizkosten) auskommen. Mehrere hunderttausend alleinerziehende M&uuml;tter im Arbeitslosengeld-II-Bezug sind froh, wenn sie am 20. des Monats noch etwas Warmes auf den Tisch bringen.<br>\nTrotzdem vernimmt man im Kampf gegen die Armut von den etablierten Parteien und deren Spitzenpolitikern haupts&auml;chlich Lippenbekenntnisse. Obwohl das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes den Bund zur Armutsbek&auml;mpfung verpflichtet, hat keine Regierung die Armut bisher als Gefahr f&uuml;r den gesellschaftlichen Zusammenhalt erkannt und ihr konsequent entgegengewirkt. So beschloss die Gro&szlig;e Koalition vor Kurzem, den Hartz-IV-Regelbedarf der Kinder unter 6 Jahren im n&auml;chsten Jahr nicht zu erh&ouml;hen. CDU, CSU und SPD verschlie&szlig;en die Augen vor dem selbst mitverschuldeten Problem einer wachsenden Armut, wie ihr &bdquo;Deutschlands Zukunft gestalten&ldquo; &uuml;berschriebener Koalitionsvertrag f&uuml;r die laufende Legislaturperiode zeigt. Dort kommen das Wort &bdquo;Reichtum&ldquo; nur als &bdquo;Ideenreichtum&ldquo; bzw. als &bdquo;Naturreichtum&ldquo; und der Begriff &bdquo;Verm&ouml;gen&ldquo; nur als &bdquo;Durchhalteverm&ouml;gen&ldquo; bzw. im Zusammenhang mit der Verm&ouml;gensabsch&ouml;pfung bei Kriminellen vor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/a-z\/detailansicht\/bundesversammlung-2017\/\">Christoph Butterwegge f&uuml;r Die LINKE<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ein Thatcher-Fan will in den Elys&eacute;e-Palast<\/strong><br>\nDie &Uuml;berraschung ist perfekt: Fran&ccedil;ois Fillon hat die erste Runde der konservativen Vorwahlen in Frankreich gewonnen. Er verspricht niedrigere Steuern, l&auml;ngere Arbeitszeiten und mehr neue Schulden.<br>\nWer h&auml;tte das gedacht? Ein Bewunderer von Margaret Thatcher als Wahlsieger in Frankreich: Der ehemalige Premierminister Fran&ccedil;ois Fillon hat bei den Vorwahlen des b&uuml;rgerlich-konservativen Lagers mit gro&szlig;em Abstand den ersten Wahlgang gewonnen.<br>\nRichtiger Wahlsieger ist der 62 Jahre alte Politiker noch nicht, denn er muss den zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag &uuml;berstehen. Danach erst wird er zum Pr&auml;sidentschaftskandidaten seiner Partei gek&uuml;rt, der franz&ouml;sischen Republikaner. Doch Fillon ist nun der klare Favorit, zumal der unterlegene Nicolas Sarkozy seine Anh&auml;nger zur Unterst&uuml;tzung des fr&uuml;heren Premiers aufrief.<br>\nFillons Abstand von rund 16 Prozentpunkten auf den Umfragefavoriten Alain Jupp&eacute; ist atemberaubend. 44 Prozent gegen&uuml;ber 28 Prozent. F&uuml;r Sarkozy dagegen ist die Vorwahl zu einem politischen Begr&auml;bnis geraten. Er verabschiedet sich jetzt aus der Politik, wahrscheinlich f&uuml;r immer.<br>\nPolitisch ist diese Vorwahl ein kleines Erdbeben, denn: Noch nie wurde ein Mann mit derart wirtschaftsliberalen Forderungen von den W&auml;hlern so weit nach vorne geschoben. Fillon will die h&ouml;chsten Einschnitte in den Staatsausgaben (rund 100 Milliarden Euro), er will mehr Steuersenkungen f&uuml;r die Unternehmen als seine Gegenkandidaten (etwa 40 Milliarden Euro) und er will das Rentenalter von 62 auf 65 Jahre heben.<br>\nAuch die 35-Stunden-Woche soll kippen, damit die Unternehmen die Arbeitszeit k&uuml;nftig selbst festlegen &ndash; mit der Obergrenze von 48 Stunden pro Woche. Die Beamten sollen 39 Stunden arbeiten. Die Verm&ouml;genssteuer will Fillon abschaffen, und die Steuern auf Kapitalertr&auml;ge will er deutlich senken, die in Frankreich sehr hoch sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/reformen-fuer-frankreich-ein-thatcher-fan-will-in-den-elysee-palast-14537645.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &ldquo;&hellip;. verspricht Fillon weitreichende Reformen.&rdquo; Der orwellsche Neusprech, der deutschen &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; ist nicht tot zu kriegen. Fillon ist ein knallharter Neoliberaler, der die 35-Stundenwoche wieder abschaffen, die Renten k&uuml;rzen, die Lebensarbeitszeit erh&ouml;hen, die Arbeitslosenversicherung einschr&auml;nken, 500.000 Beamtenstellen abschaffen, Gewerkschaftsrechte einschr&auml;nken und nat&uuml;rlich die Unternehmenssteuern senken will. Die von Holland durchgesetzten neoliberalen &Auml;nderungen des Arbeitsrechtes waren f&uuml;r Fillon viel zu lasch. Er h&auml;lt einen &ldquo;psychologischen Schock&rdquo; f&uuml;r notwendig, um die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs wieder anzusto&szlig;en &ndash; Agenda 2010 &agrave; la fran&ccedil;aise. Sind das die &ldquo;europ&auml;ischen Werte&rdquo;, die nun gegen Trump verteidigt werden sollen?<br>\nMan beachte die sehr positive Semantik mit der Fillon in den Artikeln der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; beschrieben wird. Auch die FAZ kann ihre Freude dar&uuml;ber, dass Fillon ein Bewunderer Thatchers ist, kaum verheimlichen. Der Mann ist also ganz nach dem Geschmack der herrschenden Eliten. Hier kann man aber &uuml;ber die v&ouml;llige ideologische Verbohrtheit der deutschen &ldquo;Qualit&auml;tsjournalisten&rdquo; nur den Kopf sch&uuml;tteln.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Dieser <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-11\/francois-fillon-frankreich-vorwahl-republikaner-praesidentschaftswahl?cid=10198271#cid-10198271\">Leserkommentar<\/a> trifft es genau:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Mit anderen Worten, Fillon ist ein waschechter Extremist. Na, wenn das nicht eine waschechte Alternative ist, die die Aussichten auf die franz&ouml;sische Wahl in buntesten Farben malt. Irre. Da haben wir auf der einen Seite einen selbsternannten Sozialisten, der neoliberale Politik macht, in Sicherheitsfragen ein Hardliner ist und Krieg f&uuml;hrt &ndash; Frankreich ist seit &uuml;ber einem Jahr im Ausnahmezustand. Dann haben wir wom&ouml;glich Fillon, ebenfalls ein Neoliberaler, nur eben einer, der keine Kompromisse macht und der ein Gesellschaftsbild aus den 50er Jahren vertritt. Und schlie&szlig;lich w&auml;re da dann Le Pen, die zwar nur eingeschr&auml;nkt eine Neoliberale ist, daf&uuml;r aber die sonstigen radikalen Positionen Hollandes und Fillons in sich vereint, um dann noch eine Schippe draufzulegen.<br>\nDas soll dann eine Wahl sein?&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Nicht zu vergessen den Hardcore-Neoliberalen der angeblichen Mitte, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-07\/emmanuel-macron-frankreich-kandidatur-praesidentschaft\/seite-2\">Macron<\/a>. Die Franzosen, aber auch wir anderen EU-B&uuml;rger gehen wirklich schweren Zeiten entgegen. Und die ZEIT jubelt &uuml;ber noch radikaleren Wirtschaftsirrsinn.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wer jetzt schon von Pest und Cholera spricht, hat nur zu einem sehr kleinen Teil Recht. Zum Einen wird sicher Jean-Luc M&eacute;lenchon f&uuml;r die franz&ouml;sischen Linken antreten und zum Anderen steht der Kandidat der franz&ouml;sischen Sozialdemokraten noch gar nicht fest. Der wird erst im Januar in einer offenen Vorwahl gew&auml;hlt. Und als Deutscher, dessen Kanzlerin sich streng genommen gerade per Selbstakklamation eine vierte Amtszeit geg&ouml;nnt hat, sollte man bei diesen Themen ohnehin erst einmal in sich gehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Trump<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die neokonservative Zuspitzung<\/strong><br>\nTrump &ndash; Pr&auml;sident der USA! Republikanische Mehrheiten dominieren den Kongress, den Senat und den Kreis der Gouverneure. Rechtskonservative Bundesrichter herrschen im Obersten Gerichtshof. Brachialer Rechtsrutsch! Die &bdquo;Gewaltenteilung&ldquo; sowie &bdquo;checks and balances&ldquo; sind deutlich geschw&auml;cht. Nach dem Brexit ein weiterer &bdquo;Schock&ldquo; f&uuml;r die neokonservativen Herrschaftseliten Europas und Deutschlands. Die anglo-amerikanische Welt artikuliert ihre Interessen national(istisch) und radikalisiert sich.<br>\nWarum &bdquo;Schock&ldquo;, sogar &bdquo;Entsetzen&ldquo;? Emotionen und Wunschdenken verdecken den Mangel an analytischer Intelligenz und Realismus der Regierenden, sekundiert vom Totalversagen manipulativer Demoskopen sowie der Meinungss&ouml;ldner in Forschungsinstituten und herrschaftsnahen Massenmedien. Die propagierte Leitidee vom &bdquo;American Way of Life&ldquo; ist zerst&ouml;rt. Sie entlarvt sich f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der US-Amerikaner bis tief in die Mittelschichten hinein als ideologisiertes Trugbild. Im Ergebnis dessen zeigt sich die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft, die den Trend zur Radikalisierung der Gesellschaft verursacht und sich unter Trump weiter zuspitzen wird. 40 Prozent der US-Bev&ouml;lkerung sehen sich nicht mehr durch das &bdquo;Zweiparteiensystem&ldquo; Republikaner\/Demokraten repr&auml;sentiert. Aufgesetzte &bdquo;Wertediskussionen&ldquo; (Frauen, Sexismus, Schwule, Migranten, Rassismus et cetera) verdecken zum Teil die entscheidenden sozial&ouml;konomischen Gro&szlig;konflikte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2016\/11\/die-neokonservative-zuspitzung-37999.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<li><strong>Danke, Donald &hellip;<\/strong><br>\nDen Hitler-Ludendorffschen B&uuml;rgerbr&auml;u-Putsch vom 9. November 1923 kommentierte einst ein Beobachter mit den Worten: &bdquo;Das alles w&auml;re h&ouml;chst vergn&uuml;glich, wenn nicht hinter der Farce sich die tiefste Trag&ouml;die verb&auml;rge. Gewiss: Dieser Putsch ist in seiner Auff&uuml;hrung grotesker und l&auml;cherlicher als irgendein Attentat gegen die Republik bisher, aber in seinen Folgen trifft er die Republik schwerer als irgendeiner. Welch ein Unterschied! Als Kapp vor drei Jahren seinen Putsch unternahm, da sch&uuml;ttelte das Proletariat die Schulter, und der Attent&auml;ter lag auf der Erde [&hellip;] Diese Republik, die den Arbeitern nichts Sichtbares gegeben und ihnen das meiste genommen hat, hat sich die Klasse entfremdet, die allein sie tragen kann&hellip; Hier ist die erste Bewegung, die, so grotesk sie gleich scheinen mag, herausw&auml;chst aus einer tiefen sozialen Bewegung [&hellip;] Sie haben das Ungl&uuml;ck langsam wachsen sehen, und sahen es wachsen in einer Republik, die an ihren wachsenden Leiden vor&uuml;berzugehen schien. Sie haben kein Vertrauen zu dieser Republik [&hellip;] Die Republik wird ihnen fast identisch mit der Ursache ihrer Leiden.&ldquo;<br>\nLetztlich bedurfte Hitler keines Putsches; die Verzweifelten trugen ihn auch so ins Amt.<br>\nAchtzig Jahre sp&auml;ter hat die Welle die USA erreicht. Obama &ndash; so sympathisch seine Pr&auml;sidentschaft in einzelnen Z&uuml;gen gewesen sein mag &ndash; suggeriert eine Gesellschaft, die so allenfalls im Silicon Valley und an der Wall Street existiert. (Derlei politisches Tun h&auml;tte, trotz aller Unterschiede, unter Hillary Clinton ohne Zweifel fortgedauert.) Nicht Donald Trump hat den American Way of Life &ndash; den Traum, dass sozialer Aufstieg in der Hand jedes Einzelnen liege &ndash; ins Nirwana gef&uuml;hrt; Trumps Wahlsieg lie&szlig; lediglich die Computersimulation von einer heilen Welt zusammenbrechen und er&ouml;ffnet nun den Blick auf die reale Szene.<br>\nIn den vergangenen vierzig Jahren ist die einst zu Recht viel ger&uuml;hmte Dynamik, die &uuml;ber 200 Jahre die sozialen Strukturen beweglich und durchl&auml;ssig hielt, einer sich verfestigenden sozialen Spaltung gewichen, die an das Europa der 1920er Jahre erinnert: Dekadenz oben, Verarmung unten &ndash; was keine Gesellschaft auf die Dauer aush&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2016\/11\/danke-donald-%E2%80%A6-37998.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie alles begann<\/strong><br>\nJa, der Sieg von Donald Trump war &uuml;berraschend, aber kein Zufall. Erst im R&uuml;ckblick wird klar, wie viele einzelne Ereignisse zum Triumph &uuml;ber Hillary Clinton gef&uuml;hrt haben. Angefangen hat alles vor f&uuml;nfzehn Jahren.<br>\nIhre Geschichte aber beginnt im Jahr 2000, das letzte Jahr der Amtszeit von Pr&auml;sident Bill Clinton. Hillary und er ziehen nach New York, wo Hillary zur Senatorin gew&auml;hlt wird. 2001 gr&uuml;nden sie die Clinton Foundation, die im Laufe der n&auml;chsten 16 Jahre Hunderte von Millionen Dollar Spenden zusammentragen wird. Die Stiftung dient auch dazu, wichtige Mitarbeiter der Clinton-Regierung zu parkieren, damit sie bereit sind f&uuml;r den n&auml;chsten Kampf, den politischen Aufstieg von Hillary Clinton.<br>\nEin solcher Mitarbeiter, vielleicht der wichtigste, ist John Podesta, Bill Clintons Stabschef. Er wird 15 Jahre sp&auml;ter Chef von Hillarys Wahlkampfteam sein. Podesta gr&uuml;ndet zuerst eine PR-Firma, danach ruft er die Denkfabrik &laquo;Center for American Progress&raquo; ins Leben. Sie soll die schw&auml;chelnden Demokraten mit einer politischen Agenda ausstatten. Das Geld daf&uuml;r schiesst der Milliard&auml;r George Soros ein. &hellip;<br>\nAm 16. Juni 2015 schliesslich gibt Trump seine Kandidatur bekannt. Zu diesem Zeitpunkt hat er Hillary Clinton bereits den Krieg erkl&auml;rt. Denn die ist bereits im April in den Pr&auml;sidentschaftswahlkampf eingestiegen. Trump und Clinton, seit 15 Jahren bekannt, steuern unerbittlich aufeinander zu. Noch fehlt aber beiden die Nomination.<br>\nBei den Demokraten hat der Clinton-Clan die Partei mit seinem millionenschweren Apparat derart im Griff, dass die Kandidatur zwingend ist. Es sind einflussreiche Leute aus dem &laquo;Center for American Progress&raquo;, die jetzt nach Jahren der Vorbereitung ihre Macht und ihr Geld auffahren. Allen voran John Podesta, der Wahlkampfchef. Andere m&ouml;gliche Kandidaten wie die popul&auml;re Senatorin Elizabeth Warren verzichten. Vizepr&auml;sident Jo Biden zieht sich zur&uuml;ck.<br>\nDas Weisse Haus selbst hat offenbar Vorbehalte angemeldet. Als in den Vorwahlen der einzige starke Gegenkandidat, Bernie Sanders, gef&auml;hrlich wird, plant man parteiintern, ihn zu diskreditieren. Man will ihn als Atheisten hinstellen und so f&uuml;r religi&ouml;se Demokraten unw&auml;hlbar machen. Das werden Mails, die Wikileaks ver&ouml;ffentlicht, sp&auml;ter an den Tag bringen.<br>\nDie Anzahl der Fernsehdebatten zwischen Clinton und Sanders reduziert man auf zwei; eine findet am Samstag vor Weihnachten statt, ein unm&ouml;glicher Termin. Am 12. Juli 2016 ist klar, dass Sanders die n&ouml;tigen Stimmen f&uuml;r die Nomination nicht erh&auml;lt. Der Weg f&uuml;r Hillary Clinton ist frei. Doch die schmutzigen Spiele haben Clinton geschadet: Sanders junge, enthusiastische Anh&auml;ngerschaft wendet sich angeekelt von ihr ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nzzas\/nzz-am-sonntag\/vor-dem-wahlkampf-wie-alles-begann-ld.128128\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Interessant hier, wie gezielt Clinton versucht hat Bernie Sanders zu diskreditieren und mit welchem eiskalten Kalk&uuml;l auf die Kandidatur Hillary Clintons hingearbeitet wurde. Wieder einmal mit dabei der US-Multimilliard&auml;r Soros. Die Wahl zwischen Trump und Clinton war die Wahl zwischen Pest und Cholera und die Demokraten haben ihr Desaster mit der Auslieferung an den Clinton-Clan selbst zu verantworten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Noch ein achtzehnter Brumaire<\/strong><br>\nMan sollte sich dieser Tage ein bisschen mehr mit dem Bonapartismus besch&auml;ftigen. Und daf&uuml;r etwas weniger mit dem Faschismus. Augstein tat letzteres ja bereits. Er sieht den Faschismus an die Macht kommen und begr&uuml;ndet es auch nachvollziehbar. Doch die Wahl dieses Donald Trump gleicht weniger einer faschistischen Machtergreifung als viel mehr dem Streich Louis Bonapartes. Wenn man verstehen m&ouml;chte, was dort und in anderen westlichen L&auml;ndern gerade geschieht, sollte mal den &raquo;achtzehnten Brumaire&laquo; Marxens lesen. Diese Schrift k&ouml;nnte man fast f&uuml;r die heutige Zeit adaptieren. Laut August Thalheimer sei es gewisserma&szlig;en die Faschismustheorie aus der Feder des alten Meisters. Er nannte sie nur nicht so. Treffender w&auml;re aber, sie als Vorform einer solchen Theorie zu bezeichnen. So m&ouml;chte ich das Ph&auml;nomen Trump auch begreifen: Der Mann ist eine Vorstufe. Nach hinten sind wir offen. Noch.<br>\nDie Besch&auml;ftigung mit den Theorien zum Bonapartismus macht uns Heutigen deutlich: In den Faschismus schlittert man nicht. Er ist fast zwangsl&auml;ufig, wenn die Deklassierten das Gef&uuml;hl haben, sie werden nicht mehr politisch vertreten. Es wird Zeit, dass das die Entscheider langsam mal begreifen.<br>\nMister Trump wird das Pr&auml;sidentengehalt wohl ausschlagen. Als Vertreter einer Bewegung, die ihn zur Stimme ihrer relativen Verelendung gemacht hat, ist das mehr als blo&szlig;e Gro&szlig;z&uuml;gigkeit. Es ist ein Symbol seiner Inszenierung. Denn er ist der Mann der armen Wei&szlig;en. Sie sind seine Mission. So sagt er jedenfalls. Nun gut, er hat das Sal&auml;r auch nicht n&ouml;tig: 400.000 Dollar im Jahr &ndash; wenn Melania eine Party schmei&szlig;t, kostet die ja schon mehr. Die Ank&uuml;ndigung des Verzichts ist dennoch mehr als der Beleg daf&uuml;r, dass hier keine Bed&uuml;rftigkeit besteht. Es ist das Programm, die Show und Choreographie zur Grundlage dieser Pr&auml;sidentschaft. Diesem Milliard&auml;r ist es gelungen, sich als Sachwalter jener Menschen zu stilisieren, die seit Jahren den wirtschaftlichen Anschluss verlieren. Zwar gilt er als autorit&auml;rer Charakter und viele seine Spr&uuml;che belegen das auch, aber dennoch hat er die Unter- und die schwindende Mittelschicht f&uuml;r sich erobert. Das ist der Stoff, aus der Brumaires sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2016\/11\/noch-ein-achtzehnter-brumaire.html\">Ad Sinistram<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eine sehr originelle Betrachtung.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Privatisierung der Autobahnen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gabriels sp&auml;te Abkehr vom Privatisierungswahn<\/strong><br>\nSigmar Gabriel will die geplante Privatisierung der Autobahnen verhindern. Das ist gut. Doch die Einsicht des Wirtschaftsministers kommt reichlich sp&auml;t.<br>\nSPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Meinung ge&auml;ndert. Wieder einmal. Als Bundeswirtschaftsminister legt Gabriel nun sein Veto gegen eine Grundgesetz&auml;nderung ein, die eine Beteiligung von privaten Investoren am Betrieb des deutschen Autobahnnetzes erm&ouml;glichen soll.<br>\nDer SPD-Chef wei&szlig;, solche Privatisierungspl&auml;ne sind derzeit nicht gerade popul&auml;r, weder in seiner Partei noch in der Bev&ouml;lkerung. Laut einer Infratest-Umfrage lehnen 74 Prozent der Bundesb&uuml;rger eine Autobahnprivatisierung ab.<br>\nNoch vor wenigen Jahren wollte auch Gabriel die Verkehrsinfrastruktur der Finanzbranche zur Profitmaximierung andienen &ndash; wie sein CDU-Kabinettskollege Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble. Ist es also nur blanker Populismus, wenn der SPD-Chef nun Sch&auml;ubles Pl&auml;ne durchkreuzt?<br>\nNein, es ist die dringend notwendige und l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Korrektur einer verfehlten und vor allem von Sozialdemokraten verantworteten Politik &ndash; an einem Beispiel, wo es Gabriel besonders leichtf&auml;llt. Beim Thema Autobahnen h&ouml;rt f&uuml;r den deutschen Freie-Fahrt-B&uuml;rger der Privatisierungsspa&szlig; auf, zumal wenn er ihn &uuml;ber eine Maut bezahlen soll.<br>\nWie ernst es der SPD-Chef mit dieser Kurskorrektur meint, wei&szlig; derzeit wohl nur Gabriel selbst. Vertrauensvorschuss jedenfalls hat die SPD nicht verdient.<br>\nDenn es war die rotgr&uuml;ne Bundesregierung unter Gerhard Schr&ouml;der, die alle Weichen auf Privat vor Staat gestellt hat. Ob bei Strom und Gas, Trinkwasser, Stra&szlig;en oder Wohnungen &ndash; stets galt die Maxime, dass Privatunternehmen effizienter und letztlich kosteng&uuml;nstiger seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/autobahnen-sigmar-gabriels-spaete-abkehr-vom-privatisierungswahn-a-1122390.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Abwarten. Jeder einigerma&szlig;en aufgekl&auml;rte Zeitgenosse wei&szlig;, dass Gabriel schneller seine Positionen wechselt als man seinen Namen aussprechen kann, und dass Gabriel und die SPD letztendlich der deutschen Oligarchie keinen Wunsch abschlagen k&ouml;nnen. Denn es war Gabriels Idee, die Autobahnen doch in eine privatrechtliche GmbH oder AG auszulagern und daran die Finanzindustrie zu beteiligen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gabriel t&auml;uscht bei Autobahnprivatisierung<\/strong><br>\nEs geht um die Frage, ob die deutschen Autobahnen, deren Wert Experten auf bis zu 200 Milliarden Euro sch&auml;tzen, verkauft werden d&uuml;rfen oder nicht. Eine Idee, die Gabriel selbst popul&auml;r gemacht hat: Man gliedert die Autobahnen in eine GmbH oder AG aus &ndash; und an dieser k&ouml;nnen sich dann zum Beispiel Banken oder Versicherungen beteiligen. Weil der Bund f&uuml;r die Errichtung einer solchen Gesellschaft die Zustimmung der Bundesl&auml;nder braucht, wurde sie im Rahmen der Neuregelung des Finanzausgleichs mitverhandelt. Im Beschluss der Regierungschefs von Bund und L&auml;ndern steht nun der komplizierte Satz: &ldquo;Es soll eine unter staatlicher Regelung stehende privatrechtlich organisierte Infrastrukturgesellschaft eingesetzt und das unver&auml;u&szlig;erliche Eigentum des Bundes an Autobahnen und Stra&szlig;en im Grundgesetz festgeschrieben werden.&rdquo; Was aber bedeutet er?<br>\n&ldquo;Die Klausel erm&ouml;glicht eine echte Privatisierung&rdquo;, sagt Georg Hermes, Professor f&uuml;r &ouml;ffentliches Recht an der Johann Wolfgang Goethe-Universit&auml;t Frankfurt am Main. &ldquo;Wenn Gabriel etwas anderes behauptet, t&auml;uscht er die W&auml;hler.&rdquo; Um den Satz zu entschl&uuml;sseln, zerlegt man ihn am besten in seine beiden Teile. Eine &ldquo;unter staatlicher Regelung stehende privatrechtlich organisierte Infrastrukturgesellschaft&rdquo; bedeutet zum Beispiel eine AG oder GmbH &ndash; und nicht eine Anstalt &ouml;ffentlichen Rechts, wie sie Privatisierungskritiker gefordert hatten. In der Einigung ist auch keine Rede davon, dass der Staat die Mehrheit der Anteile an der Infrastrukturgesellschaft behalten m&uuml;sste. &ldquo;So wie die Einigung formuliert ist&rdquo;, sagt Jurist Hermes, &ldquo;k&ouml;nnte der Staat 100 Prozent der Anteile verkaufen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/44\/spd-sigmar-gabriel-autobahnprivatisierung\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Das ist Polit-Theater&rdquo;<\/strong><br>\nDer Bund will die Beteiligung privater Investoren am Autobahnbau zulassen. Warum das schlecht f&uuml;r die B&uuml;rger ist und der Schlagabtausch zwischen Sigmar Gabriel und Wolfgang Sch&auml;uble dabei nur Show ist, erkl&auml;rt Carl Wa&szlig;muth, Sprecher der Initiative &ldquo;Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand&rdquo;.<br>\nDie Bundesregierung plant, die Finanzierung der &ouml;ffentlichen Infrastruktur weit mehr als bisher f&uuml;r private Investoren zu &ouml;ffnen. Vor allem will sie beim Autobahnbau mehr privates Kapital mobilisieren. Daf&uuml;r notwendig sind aber eine Reihe von Grundgesetz&auml;nderungen. Der Bund will sich so in die Rolle eines obersten Bauherren und Finanziers im Autobahnbau bringen, aber dabei auch private Investoren direkt oder indirekt im gro&szlig;en Stil beteiligen, in einer privatrechtlichen &ldquo;Bundesfernstra&szlig;engesellschaft&rdquo;.<br>\nPrivate Investoren k&ouml;nnten so Anteile der Gesellschaft kaufen oder sich an einzelnen Bauprojekten beteiligen. Dem Staat er&ouml;ffnet sich hier ein Weg, die Schuldenbremse zu umgehen. F&uuml;r den Steuerzahler k&ouml;nnte das aber teurer werden. Denn private Investoren erwarten Renditen &ndash; und die heben nach Meinung von Kritikern, wie der Initiative &ldquo;Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand&rdquo; (GIB), m&ouml;gliche Effizienzgewinne wieder auf.<br>\nCarl Wa&szlig;muth, Sprecher der Initiative, bezeichnet das &ouml;ffentliche Agieren von Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in dieser Angelegenheit als &ldquo;Polit-Theater&rdquo;. Dieses sei ein Ergebnis cleverer Kampagnenberater: Gabriel gebe sich dabei vordergr&uuml;ndig als Privatisierungsgegner, der er aber nicht wirklich sei. Und Sch&auml;uble gebe bereitwillig den Buhmann, weil er &ldquo;es so dringend m&ouml;chte, dass privates Kapital Zugang zu den Autobahnen bekommt.&rdquo; Alles im Dienste der Schuldenbremse und eines vermeintliche schuldenfreien Haushaltes.<br>\nAlso habe die SPD &ldquo;zwei dicke rote Linien gezogen: die doppelte Privatisierungbremse. (&hellip;) Wenn das jetzt Fu&szlig;ball w&auml;re, dann h&auml;tten die die beiden Linien hinter der Torlinie gezogen. Und da steht jetzt Gabriel und sagt: Ich fange den Ball auf. Und er f&auml;ngt ihn auch auf, aber ein Tor ist es trotzdem.&rdquo;<br>\nF&uuml;r die Autofahrer k&ouml;nnte die Beteiligung privater Investoren zur Folge haben, dass die Autobahn-Maut kontinuierlich steigen werde  &ndash; die B&uuml;rger jedoch trotzdem nicht sicher sein k&ouml;nnten, besser in Schuss gehaltene Autobahnen daf&uuml;r zu bekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/privatisierung-der-autobahnen-das-ist-polit-theater.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=371959\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sch&auml;uble will Banken schonen<\/strong><br>\nMit umstrittenen Cum\/Cum-Aktiendeals brachten vor allem Banken den Fiskus um Steuereinnahmen in Milliardenh&ouml;he. Trotzdem will Finanzminister Sch&auml;uble die Institute schonen &ndash; und das verlorene Geld nicht zur&uuml;ckholen. Das haben BR Recherche, report M&uuml;nchen und Handelsblatt recherchiert. Ein Veto aus Nordrhein-Westfalen ignorierte die Bundesregierung.<br>\nAm Freitag verschickte das Bundesfinanzministerium ein umstrittenes Schreiben an die Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder &ndash; und das, obwohl Norbert Walter-Borjans, der Finanzminister Nordrhein-Westfalens seinen Widerspruch eingelegt hatte. &bdquo;Das ist ein hochgradig ungew&ouml;hnlicher, wenn nicht sogar nie da gewesener Vorgang&ldquo;, sagte der SPD-Politiker dem Bayerischen Rundfunk.<br>\nDas Schreiben des Bundes d&uuml;rfte Banken vor Steuernachzahlungen in dreistelliger Millionen-, wenn nicht sogar Milliardenh&ouml;he bewahren, die ihnen wegen ihre Cum\/Cum-Deals drohten. Walter-Borjans will dagegen Widerstand leisten &ndash; f&uuml;rchtet aber, dass der Bund schon jetzt erheblichen Schaden angerichtet haben k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/cumcum-banken-steuer-100.html\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Sch&auml;uble will ohne jeden triftigen Grund die Autobahnen privatisieren und der Finanzindustrie ihr ergaunertes Geld belassen. Welche Interessen vertritt die schwarze Null eigentlich? Und das soll einer sein, der die &bdquo;westlichen Werte&ldquo; gegen Trump verteidigt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Warum das gro&szlig;e Kapital Angela Merkel so liebt<\/strong><br>\nB&ouml;rsianer und &Ouml;konomen reagieren erfreut auf die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel. Die Finanzm&auml;rkte sehen sie als letzten verl&auml;sslichen Anker. Sogar EZB-Pr&auml;sident Draghi d&uuml;rfte sich freuen.<br>\nIn einer Welt der Disruption, in der es drunter und dr&uuml;ber geht, ist einfache Stabilit&auml;t bereits eine Tugend. So sehen es zumindest die Akteure an den Finanzm&auml;rkten &ndash; auch sie sind geplagt von Chaos und Verwirrung. Entsprechend positiv haben diese Akteure auf Angela Merkels Ank&uuml;ndigung reagiert, sich ein weiteres Mal zur Wahl zu stellen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) er&ouml;ffnete die Woche mit einem Plus, deutlich besser als andere Indizes des Kontinents. Selbst der angeschlagene Euro konnte sich wieder etwas berappeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/boerse\/article159649749\/Warum-das-grosse-Kapital-Angela-Merkel-so-liebt.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Warum wohl? Weil das Kapital keine bessere Lobbyistin im Kanzleramt haben k&ouml;nnte als diese. Eine Frau, die (nur so u. a.) nicht nur die wahnsinnigen Unternehmensteuergeschenke von Schr&ouml;der nicht r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht, sondern die K&ouml;rperschaftsteuer sogar noch weiter gesenkt hat, von 25 auf 15 Prozent, au&szlig;erdem die Erbschaftsteuer f&uuml;r Unternehmenserben praktisch abgeschafft hat. Die die Finanzwirtschaft immer wieder subventioniert und rettet, mehrfach in der Finanzkrise 2007-2009, jetzt wieder mit Riesterrente, Ausweitung der Betriebsrenten und Autobahnprivatisierung. Merkel hat alles getan, um L&ouml;hne und Renten unten zu halten und nach M&ouml;glichkeit weiter zu senken, u. a. mit der Zustimmung zum EU-Verfassungsvertrag von Lissabon und zu Ceta und TTIP, und den h&ouml;chsten Leistungsbilanz&uuml;berschu&szlig; der Weltgeschichte erreicht. Nebenbei hat sie ihre Irrsinnspolitik von Austerit&auml;t und Lohnk&uuml;rzungen dem Rest von Europa aufgezwungen. Und das alles unter den Augen einer Journaille, die noch die widerw&auml;rtigsten Man&ouml;ver von Merkel als &ldquo;sozialdemokratisch&rdquo; bezeichnet, obwohl Merkel f&uuml;r Arbeitnehmerinteressen noch f&uuml;r die Umwelt gerade so viel tut, da&szlig; sie nicht als die knallharte neoliberale Lobbyistin in Tradition von Thatcher her&uuml;berkommt, die sie in Wahrheit ist. Und alles das dr&uuml;ckt sich kondensiert in der EU-weit besten Performance eines Leitindex aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>VW baut Konzern radikal um &ndash; 30.000 Stellen fallen weg<\/strong><br>\nVolkswagen will mit dem gr&ouml;&szlig;ten Stellenabbau seit zehn Jahren zur&uuml;ck in die Zukunft. Der Wolfsburger Autobauer k&uuml;ndigte am Freitag den Abbau von weltweit bis zu 30.000 Stellen bei seiner renditeschwachen Hauptmarke VW an. Allein an den deutschen VW-Standorten sollen 23.000 Mitarbeiter in den n&auml;chsten Jahren gehen &ndash; knapp ein F&uuml;nftel der Besch&auml;ftigten.<br>\nDie Wolfsburger wollen sich mit dem &ldquo;Zukunftspakt&rdquo;, &uuml;ber den Management und Betriebsrat monatelang gerungen hatten, fitmachen f&uuml;r die tiefgreifenden Ver&auml;nderungen, vor denen die gesamte Autobranche steht: &ldquo;Wir m&uuml;ssen Milliardenbetr&auml;ge in neue Autos und Dienste investieren, neue Wettbewerber werden uns angreifen &ndash; der Wandel wird sicher radikaler als alles, was wir bislang erlebt haben&rdquo;, sagte Diess.<br>\nNiedersachsens Ministerpr&auml;sident Stephan Weil bedauerte den Arbeitsplatzabbau. Dieser sei jedoch n&ouml;tig. Um seine Zukunft zu sichern, m&uuml;sse Volkswagen wettbewerbsf&auml;higer und wirtschaftlicher werden, sagte der SPD-Politiker.<br>\nDen an VW beteiligten Hedgefonds TCI konnte VW jedoch von seinem Spar- und Investitionsplan &uuml;berzeugen. Solange es sich bei der geplanten Kostensenkung von 3,7 Milliarden Euro um eine Nettozahl handele und VW nicht an anderer Stelle mehr ausgebe, sei der Plan positiv zu bewerten, sagte TCI-Vertreter Ben Walker der Nachrichtenagentur Reuters. Der &ldquo;Zukunftspakt&rdquo; unterstreiche au&szlig;erdem die Durchsetzungsf&auml;higkeit von VW-Markenchef Diess.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/wirtschaft\/article208743821\/VW-baut-Konzern-radikal-um-30-000-Stellen-fallen-weg.html\">Morgenpost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das alte Lied, f&uuml;r die Fehler des Managements d&uuml;rfen wieder die Menschen an den Flie&szlig;b&auml;ndern geradestehen. Selbstverst&auml;ndlich ist dies wieder einmal &bdquo;alternativlos&ldquo; und selbstverst&auml;ndlich ist es auch &bdquo;alternativlos&ldquo;, dass das Management, das den Karren in den Dreck gefahren hat, weiterhin seine Bonuszahlungen kassiert und die &bdquo;Arbeiterpartei&ldquo; SPD nickt dazu. Letztendlich geht es nur darum, dass die Familien Piech und Porsche noch reicher werden. Ein Donald Trump w&uuml;rde sich hier im Wahlkampf die H&auml;nde reiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>CDU-Unternehmer warnen vor &bdquo;monstr&ouml;sen&ldquo; Rentenausgaben &ndash; WELT<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsfl&uuml;gel der Union f&uuml;rchtet Mehrkosten von 52 Milliarden Euro f&uuml;r Beitrags- und Steuerzahler, wenn das Rentenniveau steigt. F&uuml;r die Probleme der Alterssicherung gebe es nur eine L&ouml;sung.<br>\nMit jedem zus&auml;tzlichen Lebensjahr an Lebenserwartung sollte das Renteneintrittsalter um acht Monate angehoben werden. Der Wirtschaftsrat fordert dar&uuml;ber hinaus eine St&auml;rkung der zus&auml;tzlichen privaten und betrieblichen Vorsorge.<br>\nSo sollten Betriebs- und Riesterrenten nicht mehr vollst&auml;ndig auf die Grundsicherung angerechnet werden. &bdquo;Wer vorsorgt, muss mehr haben als derjenige, der nicht vorsorgt.&ldquo;<br>\nMit wenigen Mausklicks m&uuml;ssten die Menschen wissen, was sie heute und zuk&uuml;nftig aus der gesetzlichen Rentenversicherung, betrieblicher Altersvorsorge und privaten Versicherungen zu erwarten h&auml;tten. &bdquo;Damit werden sie auch immunisiert gegen die Stimmungsmache der Rentenpopulisten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article159622878\/Unternehmer-warnen-vor-monstroesen-Rentenausgaben.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Unseren Lesern sei hier ans Herz gelegt die L&uuml;gen der Unternehmer-Lobby nicht zu glauben und nachfolgende zwei Studien eines Vergleiches der Systeme der Altersvorsorge in Deutschland und &Ouml;sterreich zu lesen und weiter zu verteilen. In &Ouml;sterreich sind die Rentenbeitr&auml;ge h&ouml;her als in Deutschland, explizit die der Arbeitgeber und die Wirtschaft in &Ouml;sterreich ist bisher nicht zusammengebrochen und es gibt dort eine den Lebensstandard sichernde Rente.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/12759.pdf\">Ein starkes &ouml;ffentliches Rentensystem ist m&ouml;glich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_wsi_report_27_2016.pdf\">Altersicherung in Deutschland und &Ouml;sterreich: Vom Nachbarn lernen?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Siemens-Chef pl&auml;diert f&uuml;r ein Grundeinkommen<\/strong><br>\nBis zum Jahr 2025 werden 1,5 Millionen traditionelle Arbeitspl&auml;tze in Deutschland verschwinden. Joe Kaeser warnt vor sozialen Spannungen durch die Digitalisierung. (&hellip;)<br>\nAls Konsequenz dieses digitalen Wandels fordert jetzt Siemens-Chef Joe Kaeser eine bessere soziale Absicherung f&uuml;r die Menschen. Es w&uuml;rden absehbar &ldquo;einige auf der Strecke bleiben, weil sie mit der Geschwindigkeit auf der Welt einfach nicht mehr mitkommen&rdquo;, warnte Kaeser auf dem SZ-Wirtschaftsgipfel. Auf sie warten k&ouml;nne man jedoch nicht, denn dann w&uuml;rden Deutschland und Europa verlieren. Also m&uuml;sse die Gesellschaft daf&uuml;r sorgen, &ldquo;dass die Menschen versorgt sind&rdquo;; sie m&uuml;ssten sehen: &ldquo;Da ist einer da, der hilft mir.&rdquo; Deshalb werde &ldquo;eine Art Grundeinkommen v&ouml;llig unvermeidlich sein&rdquo;. (&hellip;)<br>\nWie soll ein Grundeinkommen gestaltet sein und finanziert werden?<br>\n&ldquo;K&uuml;nstliche Intelligenz kann den Menschen Raum f&uuml;r kreative T&auml;tigkeiten und Ideen geben&rdquo;, sagte Infosys-Chef Vishal Sikka auf dem Kongress. Aber auch er mahnt: Das Tempo, in dem Menschen sich qualifizieren m&uuml;ssen, beschleunige sich, die F&auml;higkeit der Menschen, sich Kenntnisse anzueignen, bleibe jedoch gleich. Es brauche also einen Puffer, der den Menschen Zeit gibt.<br>\nWie jedoch soll der Puffer aussehen? Wie soll etwa ein Grundeinkommen gestaltet sein und finanziert werden? Und selbst wenn alle hoch qualifiziert w&auml;ren: F&auml;nde wirklich jeder einen Job? Und was ist mit all denen, die sich mit Bildung und Lernen eher schwer tun? Alles unklar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/sz-wirtschaftsgipfel-siemens-chef-plaediert-fuer-ein-grundeinkommen-1.3257958\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Im Grunde genommen produziert der Siemens-Chef, Herr Kaeser, nichts anderes als &ldquo;hei&szlig;e Luft&rdquo;. Finanzierung eines Grundeinkommens? Unklar. Arbeit und Qualifizierung? Unklar.<br>\nIst es nicht vielmehr so, dass nach den meisten Modellen f&uuml;r ein Grundeinkommen die Arbeitgeber insesondere steuerlich beg&uuml;nstigt w&uuml;rden?<br>\n&Uuml;brigens: Die NachDenkSeiten haben sich oft mit dem Thema Grundeinkommen befa&szlig;t- einige Beispiele:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2335\">Grundeinkommensvorschl&auml;ge: Gigantische Umverteilung zugunsten von Arbeitgebern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2364\">Christoph Butterwegge: Argumente gegen das bedingungslose Grundeinkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15187\">Konstruktionsfehler des Grundeinkommens<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Anf&uuml;hrerin der freien Welt? Aber klar doch!<\/strong><br>\nAngela Merkel ist eine der Hauptverantwortlichen f&uuml;r die globale &ouml;konomische Krise und die wachsende Zukunftsangst. Gerade deshalb hat sie jetzt eine historische Aufgabe.<br>\nJeder wei&szlig; mittlerweile: Austerit&auml;t funktioniert nicht. Sie wurde acht Jahre erprobt: Die Folgen sind fatal. Sch&auml;ubles Voodoo-&Ouml;konomie hatte ihr Rendezvous mit der Realit&auml;t. Zu unser aller Schaden. [&hellip;]<br>\nMerkels Problem ist freilich: Sie wei&szlig;, dass sie mit dieser Politik identifiziert wird, sich mit dieser Politik identifiziert hat. Und dass deswegen ein Kurswechsel mit dem Eingest&auml;ndnis verbunden w&auml;re, grob falsch gelegen zu haben. Und das ist f&uuml;r Politiker, wie man wei&szlig;, keine leichte Sache. Daher sind Kurswechsel in der Regel ja auch leichter mit Regierungswechseln hinzukriegen.<br>\nAber wenn jemand die Kunst beherrscht, die Politik langsam, aber sukzessive zu ver&auml;ndern, sie pragmatisch so zu adaptieren, dass man irgendwann das Gegenteil von dem tut, was man zuvor getan hatte, aber ohne jede dramatische Geste, so als w&auml;re eigentlich gar nichts Bemerkenswertes vorgefallen &ndash; dann ist dieser Jemand Angela Merkel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-11\/angela-merkel-kandidatur-anfuehrerin-freie-welt\/komplettansicht\">Robert Misik in der Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Welch ein Opportunist Robert Misik ist, konnte man seit langem wissen. Jetzt merken es vielleicht auch jene, die ihren kritischen Verstand bisher hinter Wohlwollen und Freundlichkeit verbo(r)gen haben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Erstaunlich ist, dass Robert Misik auf der einen Seite Merkels ideologische Verblendung recht gut herausarbeitet, im gleichen Artikel aber genau dieser Kanzlerin zutraut, die Kehrtwende zu vollziehen. Man muss dies nicht so hart kommentieren wie der Kollege Albrecht M&uuml;ller &hellip; staunen kann man jedoch schon. Offenbar versteht Misik seine eigenen Gedanken nicht. Und das muss man ihm erst einmal nachmachen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>SP-Pr&auml;sident Levrat ruft zum Klassenkampf auf<\/strong><br>\nDer Titel t&ouml;nt harmlos. &laquo;Wirtschaftsdemokratie&raquo; heisst das Papier, das Anfang Dezember am SP-Parteitag abgesegnet werden soll. Der Inhalt ist es nicht. Die SP-F&uuml;hrung will ihrer Partei einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs verpassen, der es in sich hat: In 24 Forderungen nehmen die Ge&shy;nossen alte sozialistische Rezepte auf und steuern mit dieser Linkskurve gleichzeitig eine Ausweitung des staatlichen Interventionismus bei der sehr breit verstandenen Grundversorgung an.<br>\nIm Kapitel &laquo;Mitbestimmung&raquo; verlangt das Papier gesetzlich &shy;garantierte Mitspracherechte in Unternehmensleitungen. Besch&auml;ftigt ein Betrieb mehr als 500 Menschen, soll sogar &laquo;mindestens ein Drittel des Verwaltungsrats vonseiten der Mitarbeitenden zu besetzen&raquo; sein.<br>\nAuch &laquo;Gewinnbeteiligungs&shy;modelle&raquo;, die &laquo;auf einen schrittweisen &Uuml;bergang zu demokratischen Unternehmen im Mehrheitsbesitz der Mitarbeitenden abzielen&raquo;, &shy;fordern die Genossen. Ebenso soll &laquo;Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei gleichbleibendem Lohn&raquo; wieder aufs &shy;Tapet kommen.<br>\nDer R&uuml;ckgriff auf den ge&shy;werkschaftlichen Forderungskatalog der 70er- und 80er-Jahre sei notwendig, sagt SP-Pr&auml;sident Christian Levrat: &laquo;Die Firmenstrukturen &shy;haben sich ge&auml;ndert.&raquo; Es brauche formalisierte M&ouml;glichkeiten der Einflussnahme.<br>\nGleichzeitig verlangt die Partei&shy;leitung, der Service public m&uuml;sse &laquo;auf weitere Bereiche ausgeweitet werden&raquo; und nennt &laquo;f&uuml;r das t&auml;gliche Funktionieren der Gesellschaft unerl&auml;ssliche Finanzdienste&raquo; als Beispiel. Gemeint ist gem&auml;ss einer Beilage, dass Grundversorgungsdienste wie der Zahlungsverkehr und das F&uuml;hren von Lohn- und Sparkonten faktisch verstaatlich werden sollen, indem dies &ouml;ffentlich-rechtlichen Instituten oder Genossenschaftsbanken vorbehalten wird. Schliesslich wird eine Arbeitnehmervertretung im Direktorium der Nationalbank gefordert. Entsprechend der Forderungen ist auch die Rhetorik im Papier: Begriffe wie &laquo;Klassenkampf&raquo; und &laquo;&Uuml;berwindung des Kapitalismus&raquo;, die in den letzten Jahren nur noch selten benutzt wurden, werden nun als Kampfparolen mehr als nur rehabilitiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/sonntagszeitung\/sppraesident-levrat-ruft-zum-klassenkampf-auf\/story\/15579790#mostPopularComment\">Tagesanzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man darf sicher sein bei den deutschen Genossen der SPD werden die Ideen Levrats auf taube Ohren sto&szlig;en. Entlarvend sind allerdings wieder einmal die Schlagzeilen der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; (z.B. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35903#h04\">&bdquo;Bernie Sanders bl&auml;st zum Klassenkampf&ldquo;<\/a>). Treten Politiker f&uuml;r etwas mehr soziale Gerechtigkeit ein, dann wird sofort mit dem Terminus &bdquo;Klassenkampf&ldquo; um sich geworfen. Das Entsetzen &uuml;ber Trump darf so als mehr oder wenig geheuchelt betrachtet werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Zum vierten Mal Merkel &ndash; Der Wahlkampf ist er&ouml;ffnet<\/strong><br>\nDie Erkl&auml;rung von Angela Merkel erneut als Kandidatin zur Verf&uuml;gung zu stehen, offenbart vor allem, warum die Union derzeit um knapp 30 Prozent Zustimmung vagabundiert. Gewiss, gleichzeitig haben die Sympathiewerte der Kanzlerin angezogen. Das aber hat wohl mehr damit zu tun, dass sie als Person nicht als st&ouml;rend empfunden wird. Nichts von dem, was sie tut, wirkt aufregend. Eher regt auf, welchen Themen sie aus dem Weg geht.<br>\nAllerdings kann sie sicher sein, dass dies nur wenigen Medien auff&auml;llt. Daf&uuml;r sind die Medien &uuml;berwiegend ein guter Echoraum f&uuml;r das, was Angela Merkel sich zu Gute h&auml;lt. Beispiel die abnehmende Arbeitslosenquote und das solide Wirtschaftswachstum. Mit anderen Worten, wann ging es den Deutschen je so gut, wie unter Merkel? Also ist wohl nichts berechtigter, als mit ihr in eine vierte Amtszeit zu gehen. (&hellip;)<br>\nBeispiel: die von ihr als positiv beschriebene Lage auf dem Arbeitsmarkt, die sie sich anrechnet. Kein Wort dar&uuml;ber, dass sie mit einem Rekord an prek&auml;ren Arbeitspl&auml;tzen und unterbezahlter Leiharbeit erm&ouml;glicht wird. Ein Umstand, der dazu beitr&auml;gt, dass die Reporter f&uuml;r ARD und ZDF, die von  der B&ouml;rse in Frankfurt am Main berichten, nicht hindert, die positive Wirtschaftslage zu loben und ebenso die abnehmenden Zahlen der Arbeitslosenstatistik kritiklos zu verk&uuml;nden. F&uuml;r Millionen Zuschauer und H&ouml;rer sind das Berichte aus einer Welt, die mit ihrer Wirklichkeit und  der Wirklichkeit der ebenso zunehmenden  Zahl von Arbeitnehmern auf Mindestlohnniveau, nichts zu tun haben. Auch diese verbogene Wahrnehmung mancher Medien befruchtet den Ruf:  &bdquo;L&uuml;genpresse!&ldquo; Die AfD l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<br>\nAuch die kritiklose Ank&uuml;ndigung von Merkel, die Digitalisierung des Wirtschaftsraums schleunigst in Angriff zu nehmen, st&auml;rkt die Vermutung, dass da etwas auf die Menschen zurollt, dem sie ausgeliefert werden, ohne dass eine Anstrengung sichtbar wird, mit den denkbaren sozialen Folgen angemessen umzugehen. Sowohl die Wissenschaft, aber durchaus auch schon einsichtige Wirtschaftsf&uuml;hrer sprechen sich daf&uuml;r aus, &uuml;ber ein bedingungsloses Grundeinkommen nachzudenken, um den erwarteten Verlust von Arbeitspl&auml;tzen durch Computer und Robotertechnik auszugleichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blog-der-republik.de\/zum-vierten-mal-merkel-der-wahlkampf-ist-eroeffnet\/\">Blog der Republik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Alles richtig, was Uwe-Karsten Heye schreibt. Nur: Er verschweigt u.a., dass es die rot-gr&uuml;ne Schr&ouml;der-Fischer-Regierung war, deren Sprecher er zeitweise war, die Leiharbeit und prek&auml;re Besch&auml;ftigungsformen kr&auml;ftig ausgebaut hat &ndash; und das, obwohl im damals g&uuml;ltigen Berliner Grundsatzprogramm von 1989 eine vollkommen andere Programmatik enthalten war. Also: Ein gutes Programm alleine hilft auch nicht weiter &ndash; notwendig w&auml;re auch ein Personal, das bereit ist, einen guten Inhalt wie den des Berliner Grundsatzprogramms umzusetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Aufruhr im Unterbau<\/strong><br>\nViele Hochschulangeh&ouml;rige schlagen sich mit kurzen Zeitvertr&auml;gen herum. Das will die neue links-alternative Hochschulgewerkschaft &ldquo;Unterbau&rdquo; an der Goethe-Uni Frankfurt am Main &auml;ndern. Daf&uuml;r will sie mit dem DGB kooperieren, kann sich eine Mitgliedschaft aber nicht vorstellen.<br>\nDer Anspruch ist alles andere als bescheiden. &ldquo;Die Uni von morgen aufbauen&rdquo;. So ist der Reader &uuml;berschrieben, den die rund 150 Gr&uuml;nderinnen und Gr&uuml;nder der neuen Gewerkschaft &ldquo;Unterbau&rdquo; am Wochenende als Kongressunterlage bekommen haben. Ganz hinten im Reader sind auch die Partituren und Texte zweier k&auml;mpferischer Lieder abgedruckt: Brechts &ldquo;Solidarit&auml;tslied&rdquo; sowie &ldquo;Die Arbeiter von Wien&rdquo;, ein Lied, das sich 1927 gegen den aufziehenden Faschismus richtete. Die neue Hochschul-Gewerkschaft &ldquo;Unterbau&rdquo; versteht sich ganz bewusst als linke Gewerkschaft, die anarchistischen Traditionen n&auml;her steht als der Sozialdemokratie. Mitglied im DGB zu werden &ndash; das kann sich Unterbau-Sprecher Manuel M&uuml;ller beim Gr&uuml;ndungskongress in Frankfurt am Main deshalb nicht so recht vorstellen:<br>\n&ldquo;Das kann ich mir pers&ouml;nlich nicht vorstellen und ich glaube auch, der Rest von uns kann sich das nicht unbedingt  vorstellen. Weil wir dann doch einen ganz anderen Ansatz haben.&rdquo;<br>\n&ldquo;Unterbau&rdquo; will basisdemokratischer uns k&auml;mpferischer sein als etwa die DGB-Gewerkschaften GEW und ver.di, die ebenfalls an den Hochschulen aktiv sind. Doch man will sich im kommenden Jahr an der Goethe-Universit&auml;t Frankfurt am Main auch in die Tarifverhandlungen einschalten. Ein erstes Ziel: Zeitvertr&auml;ge mit extrem kurzer Laufzeit f&uuml;r studentische und wissenschaftliche Mitarbeiter verbessern, um zu l&auml;ngerfristiger Absicherung zu gelangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/hochschulgewerkschaft-aufruhr-im-unterbau.680.de.html?dram:article_id=371950\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Trojanische Pferde des Kremls: Atlantic Council bl&auml;st zur Hatz auf Gabriel, Wagenknecht und Gauland<\/strong><br>\nWer des Englischen hinreichend m&auml;chtig ist, unbedingt lesen: Der Atlantik Council, ein eminent wichtiger Lobby- und Politikberatungsverein in Washington hat eine Studie herausgebracht, in der er bestimmte Politiker aus verschiedenen Parteien, einschlie&szlig;lich Sigmar Gabriel, zu Putins F&uuml;nfter Kolonne erkl&auml;rt und Medien, Geheimdienste und &ldquo;Zivilgesellschaft&rdquo; zur Hatz auf diese auffordert. Martin Schulz hat offenbar sehr m&auml;chtige Unterst&uuml;tzer bei seinem erstaunlichen Wunsch nicht nur Au&szlig;enminister, sondern &ndash; statt Gabriel &ndash; auch Kanzlerkandidat zu werden. Der Atlantic Council zeichnet sich durch die Zusammenarbeit von Wirtschaftsf&uuml;hrern global agierender Gro&szlig;unternehmen, ehemaligen Regierungschefs und Spitzenbeamten (auch aus dem milit&auml;rischen Bereich) aus. Jede Menge hochrangiger Regierungsmitglieder und Regierungsberater in Washington rekrutierten sich aus seinen Reihen. Das Cover ziert ein Gerhard Schr&ouml;der mit schwarzem Balken &uuml;ber den Augen. Der Geist McCarthys weht wieder m&auml;chtig. Nur dass es diesmal nicht US-amerikanische Politiker, Intellektuelle und Kulturschaffende sind, die wegen russlandfreundlicher Umtriebe neutralisiert werden m&uuml;ssen, sondern solche in Europa. Diese werden mit Namen genannt. (&hellip;)Was Gabriel und den anderen genannten vorgeworfen wird, hat es in sich: &bdquo;Seien sie Putinversteher, n&uuml;tzliche Idioten, Einflussagenten oder Trojanische Pferde, das Ziel (Russlands) ist das Gleiche: ein Netzwerk von Organisationen und Einzelpersonen zu kultivieren, das Russlands wirtschaftliche und geopolitische Interessen unterst&uuml;tzt, die EU und die europ&auml;ische Integration herabsetzt, einen Narrativ des europ&auml;ischen Niedergangs verbreitet und gegen EU-Politiken zu Russland stimmt &ndash; vor allem die Sanktionen &ndash; und dadurch den milit&auml;rischen Interventionismus des Kremls in der Ukraine und Syrien legitimiert und die transatlantischen Institutionen schw&auml;cht, sowie die liberalen demokratischen Werte unterminiert.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/715-atlantic-council#weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gesetz des Krieges: Journalisten als Feinde<\/strong><br>\nSeit einigen Wochen bin ich Freiwild. Nat&uuml;rlich nicht ich alleine, Journalisten sind allesamt legale Beute der US-Streitkr&auml;fte, schutzlose Prisen, wenn sie sich nicht konform benehmen.<br>\nNorm. Lex imperii, das Gesetz des Imperiums. In zivilem Gewand kommt es auch als TTIP, TPP oder CETA daher. Das aktuelle milit&auml;rische Diktat aus dem Pentagon aber hei&szlig;t Law of War, ein 1176 Seiten dickes Kriegshandbuch.<br>\nNat&uuml;rlich steht es mir frei, zu hause zu bleiben und allabendlich vor der Glotze meinen Blutdruck in die H&ouml;he zu &auml;rgern. Daf&uuml;r wird sich kein Drohnenpilot oder Special Forces Einsatzleiter interessieren. Aber die Kollegen, die in aller Welt &uuml;ber Kriege und Krisen berichten? Die stehen auf der Abschussliste.<br>\nDer Wortlaut des Kriegshandbuches sei &bdquo;gef&auml;hrlich&ldquo; (so Reporter ohne Grenzen), weil er &bdquo;zu viel Freiraum f&uuml;r Interpretationen offen l&auml;sst.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/absurdunddurchgeknallt.wordpress.com\/author\/waltertauber\/?blogsub=confirming#blog_subscription-2\">Durchgeknallt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Taubers Aufsatz passt gut zu den Beitr&auml;gen, die wir zum Thema Imperium ver&ouml;ffentlicht haben und ver&ouml;ffentlichen. &Uuml;ber das neue &bdquo;Gesetz des Krieges&ldquo; des Pentagon berichten unsere Medien nicht, obwohl der Vorgang sehr brisant ist und Journalisten direkt betrifft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Volk ist nicht dumm<\/strong><br>\nDer Politikwissenschaftler Herfried M&uuml;nkler hat im Deutschlandradio Kultur gesagt, gro&szlig;e Teile des Volkes seien dumm. Die Eliten sollten sie mit ihrem Wissen unterst&uuml;tzen. Der Soziologe Michael Hartmann kritisiert die &ldquo;herablassende Haltung&rdquo; seines Kollegen.<br>\nIn der Sendung &ldquo;Tacheles&rdquo; im Deutschlandradio Kultur sprach der Politikwissenschaftler und Professor Herfried M&uuml;nkler unter anderem &uuml;ber die Ursachen f&uuml;r den Erfolg der AfD und den Rechtsruck in Ostdeutschland. Insgesamt bem&auml;ngelte er das mangelnde Wissen vieler Menschen &uuml;ber politische Prozesse. Die Eliten sollten daf&uuml;r sorgen, mit ihrem Wissen diese Gruppe zu unterst&uuml;tzen. Michael Hartmann ist Elitenforscher, er hat jahrelang als Professor f&uuml;r Soziologie an der TU Darmstadt unterrichtet. Er h&auml;lt viele von M&uuml;nklers Thesen f&uuml;r falsch, vor allem st&ouml;rt ihn die Haltung des Wissenschaftler-Kollegen.<br>\nDeutschlandradio Kultur: Herfried M&uuml;nkler h&auml;lt gro&szlig;e Teile des Volkes f&uuml;r dumm. Hat er recht?<br>\nMichael Hartmann: Nein, das ist eine herablassende Haltung, die bei Teilen der Elite in letzter Zeit immer h&auml;ufiger zu beobachten ist. Die Bev&ouml;lkerung hat ein ganz gutes Gesp&uuml;r, wenn es um ihre eigene Lebenssituation geht. Man kann den Menschen zum Beispiel nicht immer wieder sagen, dass es Deutschland heute viel besser geht als je zuvor, wenn sie das anders erleben. Sie k&ouml;nnen selbst kontrollieren, ob vom gestiegenen Bruttoinlandsprodukt wirklich etwas im eigenen Portemonnaie ankommt.<br>\nDeutschlandradio Kultur: M&uuml;nkler w&uuml;rde wohl sagen, die Eliten m&uuml;ssen dem Volk diese Situation einfach besser erkl&auml;ren.<br>\nMichael Hartmann: Es geht nicht um Erkl&auml;ren, sondern um Ver&auml;ndern.<br>\nDeutschlandradio Kultur: Zum Beispiel?<br>\nMichael Hartmann: Nehmen wir mal die Ursachen f&uuml;r den Erfolg von Donald Trump in den USA. Es gibt Untersuchungen, dass der zus&auml;tzliche wirtschaftliche Wohlstand in den vergangenen zehn, 15 Jahren zu 90 Prozent bei nur einem Prozent der Bev&ouml;lkerung gelandet ist. Der durchschnittliche US-B&uuml;rger verdient heute so viel wie Ende der 70er. M&uuml;nklers These, die Eliten m&uuml;ssten nur erkl&auml;ren, ist falsch. Und sie offenbart eine arrogante Haltung, nach dem Motto &ndash; die da unten sind zu bl&ouml;de, die Welt zu begreifen. Die Einkommensentwicklung in den USA ist keine zwangsl&auml;ufige Folge der Globalisierung, sondern in gro&szlig;en Teilen auch das Resultat politischer Entscheidungen bei Steuern und Finanzen. Es gibt einen berechtigten Wunsch nach Ver&auml;nderung &ndash; und die Eliten sollten den ernst nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/michael-hartmann-kritisiert-herfried-muenkler-das-volk-ist.1895.de.html?dram:article_id=371971\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ist der Staat die bessere Bank?<\/strong><br>\nDer US-&Ouml;konom Michael Hudson hat eine Streitschrift geschrieben &ndash; gegen den Finanzsektor. Er will in seinem Buch &ldquo;Der Sektor&rdquo; beweisen, dass Banken, Hedgefonds und Finanzdienstleister sich die Staaten der Welt endg&uuml;ltig zu Untertanen gemacht haben.<br>\n&ldquo;Der Sektor&rdquo; hei&szlig;t das neueste Buch des US-&Ouml;konomen Michael Hudson: es ist eine Streitschrift gegen den Finanzsektor, gegen die westlichen Regierungen, und gegen das eine Prozent der Weltbev&ouml;lkerung, das sich nach Hudsons &Uuml;berzeugung skrupellos auf Kosten des Restes bereichert. Hudson will den Nachweis f&uuml;hren, dass die Banken, Hedgefonds und Finanzdienstleister sich die Staaten der Welt endg&uuml;ltig zu Untertanen gemacht haben. Das oberste eine Prozent treibe die Welt in eine Verschuldung ohne Aussicht auf Rettung. Es nehme in Kauf, dass die Gesellschaften destabilisiert werden und Staaten zerfallen. Denn den Schuldenerlass, nach Hudson die einzige Erl&ouml;sung aus der Spirale des Elends, verweigern die Reichen den Armen. Die Parasiten, so sagt der Patensohn Leo Trotzkis, t&ouml;ten den Wirt.<br>\nHudson ist im trotzkistischen Industrie-Arbeitermilieu der USA aufgewachsen, hat sp&auml;ter f&uuml;r die Wall Street gearbeitet und US-Pr&auml;sidenten beraten. Er war Professor an einer amerikanischen Elite-Universit&auml;t und gilt als Dr. Doom &ndash; als einer, der wei&szlig;, wann die n&auml;chste Krise kommt. Bald, glaubt man ihm.<br>\nGedacht ist das Buch als Motivationsschrift f&uuml;r die Occupy-Bewegung, der ein bisschen die Puste ausgegangen ist. Hudson geht weit in die Kulturgeschichte der Menschheit zur&uuml;ck, um die ganze Verwerflichkeit des Kreditwesens aufzubl&auml;ttern. Das erste Drittel des Buchs liest sich wie eine Zusammenfassung von David Graeber &ldquo;Schulden, die ersten 5000 Jahre&rdquo;, das dem Anthropologen den Ruf eintrug, das theoretische Gewissen der Occupy-Leute zu sein.<br>\nVieles von dem, was Hudson aus streng sozialistischer Perspektive ausf&uuml;hrt, ist richtig: So kann man kaum leugnen, dass die Finanzbranche das billige Geld von den Zentralbanken nutzt, sich selbst und die Immobilienbranche aufzubl&auml;hen. Man kann auch nicht widerlegen, dass die Finanzbranche &ndash; jedenfalls in ihren Teilbereichen wie Private Equity Gesellschaften und Hedge Fonds &ndash; zu neuer Hochform aufl&auml;uft. Und er k&ouml;nnte auch mit seiner Auffassung richtig liegen, die Finanzkrise von 2008 sei nur die Generalprobe f&uuml;r das gewesen, was uns demn&auml;chst bevorsteht.<br>\nMichael Hudson: Der Sektor: Warum die globale Finanzwirtschaft uns zerst&ouml;rt<br>\nKlett-Cotta, Stuttgart, 2016<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/michael-hudson-der-sektor-ist-der-staat-die-bessere-bank.950.de.html?dram:article_id=371899\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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