{"id":36021,"date":"2016-11-28T10:26:23","date_gmt":"2016-11-28T09:26:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36021"},"modified":"2022-11-16T09:58:10","modified_gmt":"2022-11-16T08:58:10","slug":"leiharbeit-ist-moderner-sklavenhandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36021","title":{"rendered":"\u201eLeiharbeit ist moderner Sklavenhandel\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/10_jahre_nds\/mag_wompel.jpg\" alt=\"Mag Wompel\" title=\"Mag Wompel\"><\/div><p>Unter den Mechanismen, die besonders effektiv die Verarmung und Verelendung im Lande vorantreiben, ist neben <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25168\">Hartz IV<\/a> auch und vor allem die sogenannte &bdquo;Leiharbeit&ldquo; zu nennen, mittels derer Menschen wie Waren &bdquo;verliehen&ldquo;, in prek&auml;re Lebensverh&auml;ltnisse gezwungen und mit Armut konfrontiert werden. Trotz klarer Beschlusslage aller DGB-Gewerkschaften, dass f&uuml;r gleiche Arbeit stets gleicher Lohn zu zahlen sei, steht zu bef&uuml;rchten, dass dieselben in der am 29. und 30. November stattfindenden <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/alltag\/leiharbeit\/tarifverhandlungen\/tarifrunde-leiharbeit-201617\/\">Tarifrunde Leiharbeit 2016\/17<\/a> der Leiharbeit erneut T&uuml;r und Tor &ouml;ffnen. Dabei k&ouml;nnte alles so einfach sein. Denn die Gewerkschaften k&ouml;nnten diesem &bdquo;modernen Sklavenhandel&ldquo; einen Riegel vorschieben, meint die linke Gewerkschaftsaktivistin <strong>Mag Wompel<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36021#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] im Gespr&auml;ch mit <strong>Jens Wernicke<\/strong>, und erkl&auml;rt, welche Ma&szlig;nahmen m&ouml;glich und umgehend notwendig sind.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2565\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-36021-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/161128_Leiharbeit_ist_moderner_Sklavenhandel_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/161128_Leiharbeit_ist_moderner_Sklavenhandel_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/161128_Leiharbeit_ist_moderner_Sklavenhandel_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/161128_Leiharbeit_ist_moderner_Sklavenhandel_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=36021-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/161128_Leiharbeit_ist_moderner_Sklavenhandel_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"161128_Leiharbeit_ist_moderner_Sklavenhandel_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Frau Wompel, von der menschenverachtenden <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25168\">Hartz IV-Ideologie<\/a> war auf den NachDenkSeiten schon mehrmals die Rede. Und auch davon, dass die Eliten mittels Hartz IV das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35672\">Dauerfeuer auf Lohnabh&auml;ngige<\/a> er&ouml;ffnet haben. Welche Folgen zeitigt das konkret?<\/strong><\/p><p>Ich spreche lieber von den <em>Hartz-Gesetzen<\/em>, denn diese arbeitsmarkt- und sozialpolitische <em>Agenda 2010<\/em> ging &uuml;ber die weitgehende Entrechtung der Erwerbslosen weit hinaus und beinhaltete unter anderem massive Deregulierungsbestimmungen, beispielsweise bei der Leiharbeit. Das ist deswegen so wichtig, weil die lohnabh&auml;ngigen Menschen hierdurch gleich mit zwei Zangen unter Druck gesetzt werden konnten: Angst vor der Erwerbslosigkeit auf der einen <em>und<\/em> vor der Verarmung und Entrechtung in der Erwerbslosigkeit auf der anderen Seite. Etwas, das mittelbar wiederum zur Verarmung und Entrechtung auch ohne Erwerbslosigkeit f&uuml;hrte und weiterhin f&uuml;hrt. <\/p><p>Ich setze es als bekannt voraus, dass circa 5 Millionen Menschen in unserem Land von ihren L&ouml;hnen nicht mehr leben k&ouml;nnen und daher mit Hartz IV aufstocken m&uuml;ssen. Anders ausgedr&uuml;ckt, und ich halte diese Sichtweise f&uuml;r wichtig, k&ouml;nnen es sich die Unternehmen inzwischen &bdquo;leisten&ldquo;, L&ouml;hne zu bezahlen, die nicht mehr existenzsichernd sind. Fr&uuml;her h&auml;tten sie in solchen F&auml;llen Insolvenz anmelden m&uuml;ssen, heute machen sie stattdessen Extra-Profite. Warum? Weil wir Lohnabh&auml;ngigen ihre Personalkosten mittragen. Die Marktwirtschaft funktioniert also wunderbar &ndash; f&uuml;r das Kapital vor allem deshalb, weil ihr unternehmerisches Risiko inzwischen von ihren Opfern getragen wird.<\/p><p>Diese massive Steigerung der Lohnabh&auml;ngigkeit hatten die DGB-Gewerkschaften unter Einfluss des Fetisch Arbeit, wie ich es nenne, mitgetragen, also, weil ihnen &bdquo;irgendein Arbeitsplatz&ldquo; &uuml;ber viele Jahr hinweg stets mehr bedeutete als beispielsweise so etwas wie Lebensqualit&auml;t. Und erst heute, viele Jahre sp&auml;ter, geben sie &ndash; als Ausrede f&uuml;r die inzwischen l&auml;ngst geschmolzene Kampfeskraft &ndash; &uuml;berhaupt zu, dass die Hartz-Gesetze Belegschaften und Arbeitnehmervertretungen das Genick gebrochen haben: Lohnverzicht, Armut trotz Arbeit, Arbeitsverdichtung und unbezahlte Arbeitszeitverl&auml;ngerung, selbst massive Stresserkrankungen &ndash; alles erscheint den Menschen inzwischen besser als das Schreckgespenst Hartz IV zu sein.<\/p><p>Und die Lage verschlimmert sich dadurch noch weiter, dass sich eine einmal zugegebene Erpressbarkeit der Lohnabh&auml;ngigen aus der inzwischen nur noch schwachen Position heraus nicht einfach absch&uuml;tteln l&auml;sst. Und wir d&uuml;rfen nicht vergessen: In den nun &uuml;ber 10 Jahren der Hartz-Gesetze haben nach neuesten Bilanzen bereits &uuml;ber 10 Millionen Erwachsene und 4 Millionen Kinder die b&uuml;rokratische H&ouml;lle der Arbeitsagentur als &ldquo;Kunden&rdquo; durchlaufen. Abgesehen von geradezu traumatisierenden Folgen des menschenverachtenden Systems, bedeutet das, dass diese Menschen &ndash; selbst wenn wieder &ldquo;in Arbeit&rdquo;, nachhaltig enteignet wurden und ihren Berufsstand verloren haben, denn dies sind bekanntlich die Voraussetzungen, um dieses Gnadenbrot &uuml;berhaupt zu erhalten. Da bleibt kein Haus und keine Lebensversicherung stehen &ndash; und auch keine Rentenanspr&uuml;che.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161128_interview_mit_mag_wompel_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161128_interview_mit_mag_wompel_02.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Sie sprachen von der Leiharbeit als einem in diesem Kontext wichtigen zu beachtenden Aspekt. Was genau versteht man unter Leiharbeit &ndash; und wie entwickelt sich diese im Land?<\/strong><\/p><p>Juristisch spricht man gerne von Arbeitnehmer&uuml;berlassung &ndash; daher auch das A&Uuml;G, das Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz -, um zu verschleiern, dass hier Menschen wie Waren &ldquo;verliehen&rdquo; werden: von einem verleihenden Arbeitgeber befristet an einen anderen, entleihenden Arbeitgeber. Wir sprechen daher lieber von modernem Sklavenhandel. Und wie bei jedem Handel muss auch hier ein Gewinn abfallen &ndash; den die Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer &ndash; mit bis zu 40 Prozent niedrigeren L&ouml;hnen gegen&uuml;ber den Stammbelegschaften &ndash; bezahlen.<\/p><p>Bei Einf&uuml;hrung des A&Uuml;G im Jahr 1972 &ndash; zuvor war die Leiharbeit in Deutschland verboten &ndash; waren die DGB-Gewerkschaften noch f&uuml;r ein Verbot der Leiharbeit, weil diese f&uuml;r sie in die Schmuddelecke geh&ouml;rte. Doch als sie 2003 an der Umsetzung der Agenda 2010 in der Hartz-Kommission beteiligt waren, ging es vorrangig darum, &ldquo;Menschen in Arbeit zu bringen&rdquo;. Dazu diente das Erste Gesetz f&uuml;r moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt, auch &ldquo;Hartz I&rdquo; genannt: es &bdquo;flexibilisierte&ldquo; den Arbeitsmarkt. <\/p><p>Damit begann ein neues Kapitel sowohl f&uuml;r die Branche Leiharbeit als auch f&uuml;r die gewerkschaftliche Tarifpolitik, denn das A&Uuml;G bedeutete die ersatzlose Abschaffung aller bisherigen Beschr&auml;nkungen wie etwa H&ouml;chst&uuml;berlassungsdauer, Befristungsverbot, Wiedereinstellungsverbot und Synchronisationsverbot. Als Anpassung an das europ&auml;ische Recht, jedoch als Ausgleich verkauft, erfolgte gleichzeitig die Einf&uuml;hrung des sogenannten Gleichbehandlungsgrundsatzes. Da die Aussicht auf gleiche Bezahlung wie im Entleihbetrieb jedoch die Branche bedrohte, wollte der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement daher sowohl den K&uuml;ndigungsschutz lockern als auch die Zeitwirtschaft retten und stellte das neue A&Uuml;G unter einen sogenannten Tarifvorbehalt: &ldquo;Ein Tarifvertrag kann abweichende Regelungen zulassen&rdquo;.<\/p><p>Dies wurde schnell genutzt: Bereits Ende Februar 2003 erfolgte der erste Tarifabschluss zwischen einer Interessengemeinschaft der Zeitarbeitsunternehmen und der Tarifgemeinschaft der Christlichen Gewerkschaften Zeitarbeit und PSA, kurz CGZP, der ebenso wie alle weiteren schlie&szlig;lich 2011 mangels Tariff&auml;higkeit der CGZP r&uuml;ckwirkend als nichtig erkl&auml;rt wurde. Um diese Tarifvertr&auml;ge &ldquo;christlicher Gewerkschaften&rdquo; zu verhindern &ndash; die in Wirklichkeit in Teilen besser als diejenigen der DGB-Tarifgemeinschaft waren -, unterzeichnet dieselbe Mitte 2003 erstmals Tarifvertr&auml;ge mit den Zeitarbeitsverb&auml;nden und setzt diese Praxis seitdem bis heute fort. <\/p><p>Die gewerkschaftliche Veredelung der Niedrigl&ouml;hne in der Zeitarbeitsbranche f&uuml;hrt seitdem zur zunehmenden Praxis, Stammpersonal durch dauerhaften Einsatz von Leiharbeitenden zu ersetzen. Viele Konzerne betreiben inzwischen ihren eigenen &bdquo;Personalpool&ldquo;. Die bis 2003 relativ stabile Nischen-Branche &ndash; sie hatte 1996 177.935 und 2003 327.789 Besch&auml;ftigte &ndash; hat sich im Zuge dieser Entwicklungen allein bis 2011 nahezu verdreifacht und wird 2016 sehr wahrscheinlich die Millionen-Marke knacken. <\/p><p><strong>Habe ich das richtig verstanden: Ohne das Zutun der Gewerkschaften w&auml;re dank des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Boom der Leiharbeit ausgeblieben? Dank tarifvertraglicher Regelungen unserer Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter haben wir nun aber inzwischen einen &bdquo;modernen Sklavenhandel&ldquo;, der das Leben und Arbeiten einer immer gr&ouml;&szlig;er werdenden Zahl von Menschen prekarisiert?<\/strong><\/p><p>Die einfachste Antwort ist ein einfaches Ja. Aber einerseits muss hinzugef&uuml;gt werden, dass Leiharbeit leider nicht die einzige Form der Prekarisierung darstellt. Prekarisierung als unsicheres und unplanbares Arbeits- und damit Lebensverh&auml;ltnis beginnt bei befristeten Arbeitsvertr&auml;gen, geht &uuml;ber diverse Tarif&ouml;ffnungsklauseln und Standortsicherungsvereinbarungen und endet bei Werkvertr&auml;gen. Nach neuesten Zahlen arbeiteten 2014 nur noch 45 Prozent der &ldquo;Besch&auml;ftigten&rdquo; in tarifgebundenen Betrieben. Doch dank vielf&auml;ltigster Differenzierungsklauseln in den Tarifvertr&auml;gen geht es dem Rest auch nicht viel besser.<\/p><p>Und andererseits wei&szlig; ich aus Erfahrung, dass viele Leserinnen und Leser es nicht glauben wollen, wenn ich die Gewerkschaftsapparate daf&uuml;r mitverantwortlich mache. Schlie&szlig;lich besteht die Funktion von Gewerkschaften in der Interessenvertretung der lohnabh&auml;ngigen Menschen und die Funktion von Tarifvertr&auml;gen in einer Besserstellung gegen&uuml;ber dem jeweiligen Gesetz. Meine Theorie lautet, dass es ein falsches Verst&auml;ndnis des zu vertretenden Interesses war, dass die Gewerkschaften seit Ende der siebziger Jahre in eine uns&auml;gliche Kollaboration mit dem heimischen Kapital getrieben hat.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161128_interview_mit_mag_wompel_03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161128_interview_mit_mag_wompel_03-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Wie erkl&auml;ren Sie diese Kollaboration zwischen Gewerkschaften und &bdquo;gro&szlig;er Politik&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Wenn die gewerkschaftlichen Entscheidungstr&auml;ger in ihrem Menschen- und Gesellschaftsbild davon ausgehen, dass ihre Aufgabe als Interessensvertretung der Arbeitenden darin besteht, sie &ldquo;in Arbeit zu bringen&rdquo; und diese Arbeitspl&auml;tze um jeden Preis zu erhalten, m&uuml;ssen sie diesem Fetisch &ldquo;Arbeitsplatz&rdquo; ihre gesamte Politik unterordnen und irgendwann ausblenden, ob dieser Arbeitsplatz die Funktion der Existenzsicherung &uuml;berhaupt noch erf&uuml;llt. <\/p><p>Dies begann in den ersten Zeiten des Sozialabbaus der 1970er Jahre, als die Lebensbedingungen der Erwerbslosen vernachl&auml;ssigt wurden, anstatt diese zu heben, um diesem heute so massiven Erpressungsdruck durch die Keule Arbeitsplatzverlust vorzubeugen. Dies wurde seit dem Ende der 1980er Jahre dann auf die meisten der &ldquo;besch&auml;ftigten&rdquo; Lohnabh&auml;ngigen ausgeweitet, als die beginnende Globalisierung und Verschlankung die Gewerkschaften zu Abstrichen an Lohn und Arbeitsbedingungen zugunsten einer vermeintlichen &ldquo;Arbeitsplatzsicherung&rdquo; bewog. <\/p><p>Die damit eingeleitete Unterbietungsspirale hat bekanntlich l&auml;ngst die Kernzielgruppe der Gewerkschaften erfasst: Die sogenannten Stammbelegschaften, zu deren Gunsten bisher die entsprechenden Randbelegschaften in vielen Abstufungen bluten mussten. Die aktive Mitt&auml;terschaft an der Agenda 2010 war lediglich ein unr&uuml;hmlicher H&ouml;hepunkt  t&auml;glicher Sozialpartnerschaft mit dem heimischen Kapital. W&uuml;rde man diese, wie ich es tue, als profane Erpressung bezeichnen, k&ouml;nnte man immerhin versuchen, seine Erpressbarkeit zu minimieren&hellip;<\/p><p><strong>Was sind die f&uuml;r die Leiharbeitenden schlimmsten Komponenten dieser Praxis?<\/strong><\/p><p>Leiharbeit ist wie gesagt nur ein Beispiel, wenn auch ein besonders skandal&ouml;ses. Der Skandal, dass Menschen wie Waren verliehen werden, kann nicht oft genug in Erinnerung gebracht werden. Dies war bis nicht vor allzu langer Zeit die gewerkschaftliche Grundlage daf&uuml;r, Leiharbeit verbieten zu wollen. Erst die absurde Drohung, Lohnarbeit ginge &ldquo;uns&rdquo; aus, hat die Gewerkschaftsapparate dazu bewogen, Leiharbeit aus der &ldquo;Schmuddelecke&rdquo; zu holen, in die sie aber geh&ouml;rt.<\/p><p>Zun&auml;chst tat man allerdings noch geziert:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wer die Leiharbeit aus der Schmuddelecke herausholen will, der muss daf&uuml;r sorgen, dass gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit gezahlt wird&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das Pikante an diesem Zitat ist, dass es aus dem Jahre 2013 stammt, vom damaligen DGB-Vorsitzenden Michael Sommer und nur kurz bevor die DGB-Tarifgemeinschaft aus den meisten der DGB-Gewerkschaften zum wiederholten Mal Tarifvertr&auml;ge zur Regulierung der Leiharbeit mit den gro&szlig;en Verb&auml;nden des Gewerbes geschlossen hat. Und diese bedeuten bekanntlich, dass damit eben gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit verhindert wird! Meine These dazu lautet, dass den Gewerkschaftsapparaten ihr Motto &ldquo;Hauptsache mit Tarifvertrag&rdquo; wichtiger ist als die geltende Beschlusslage aller DGB-Gewerkschaften nach gleichem Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit. Und es best&auml;tigt meine These, dass eben dieser DGB-Chef Sommer sp&auml;ter diesen Tarifvertrag verteidigte: &ldquo;Jeder Tarif ist besser als keiner&rdquo;. Denn es geht um die &ldquo;moralische Verpflichtung&rdquo;, Menschen &ldquo;in Arbeit zu bringen&rdquo; &ndash; existenzsichernd muss sie l&auml;ngst nicht mehr sein&hellip;<\/p><p>So wie Erwerbslose &ndash; und nun auch Migranten &ndash; arbeitsmarkt- und sozialpolitisch gegen die Belegschaften ausgespielt werden, um sie zu weiteren Verzichten an Lohn und Arbeitsqualit&auml;t zu erpressen, so erf&uuml;llen die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter diese Rolle innerbetrieblich, zudem auch als Streikbrecher.<\/p><p>Leiharbeit hat daher immer noch keinen guten Ruf und das zu Recht. F&uuml;r die Mehrzahl der Leiharbeitenden ist sie alternativlos, denn die meisten offenen Stellen sind in der Leiharbeit und die Jobcenter vermitteln dahin unter Sanktionsdrohung. Bis zu 40 Prozent weniger Lohn &ndash; mit starker Spaltung je nach eingesetzter Branche mit ihren unterschiedlich ausgehandelten Zuschl&auml;gen -, meist keine Zusatzleistungen und viel weniger Rechte. Von ihren wenigen Rechten wissen die wenigsten oder verzichten, diese einzuklagen, aus Angst, auch noch diesen Job zu verlieren. <\/p><p>Und im Einsatzbetrieb gelten sie als Lohndr&uuml;cker, das Symbol der Angst der Stammbelegschaften und zudem auch noch als zus&auml;tzliche Belastung, die immer wieder eingearbeitet werden muss. Die Zeitarbeitswirtschaft hingegen lebt von der Lohndifferenz und von der Kunst, ihre Opfer in verleihfreier Zeit mit diversen Tricks um den Lohn zu bringen. An diesen Tricks wird auch das neue Gesetz zur Regulierung von Zeitarbeit und Werkvertr&auml;gen nichts &auml;ndern. Auch hier geht es nicht um die Gleichstellung der Lohnabh&auml;ngigen, wie es die Beschlusslage aller beteiligten Gewerkschaften erforderte, sondern den Kampf zwischen dem Kapitalinteresse an weiterer Deregulierung und gewerkschaftlicher Forderung nach Eind&auml;mmung des &ldquo;Missbrauchs&rdquo; und st&auml;rkerer Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeit und Werkvertrag im Betrieb. Zum Vergleich: In Frankreich gibt es f&uuml;r Leiharbeitende zus&auml;tzlich zum gleichen Lohn eine 20prozentige Flexibilit&auml;tspr&auml;mie als Belastungsausgleich, die daf&uuml;r sorgt, ihren Einsatz auf die gewerkschaftlich akzeptierten Notf&auml;lle einzugrenzen.<\/p><p>Zwischenzeitlich &ndash; und nur kurz &ndash; hat der krisenbedingte Boom der Zeitarbeit v.a. die IG Metall entdecken lassen: &ldquo;Leiharbeit setzt die Tarife unter Druck&rdquo;. Selbst der damalige DGB-Verhandlungsf&uuml;hrer Reinhard Dombre entdeckte 2007 die &ldquo;Zwei-Klassen-Gesellschaft in Betrieben&rdquo;! F&uuml;r die LabourNet-Redaktion Grund genug f&uuml;r ein hoffnungsvolles <a href=\"http:\/\/archiv.labournet.de\/diskussion\/arbeit\/realpolitik\/psa\/fehler.html\">Special<\/a>: &ldquo;Kann der Sklavenh&auml;ndler-Tarifvertrag etwa ein Fehler gewesen sein?&rdquo; Doch nun wird aktuell erneut <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/?p=100686\">verhandelt<\/a>!<\/p><p><strong>Und, was hoffen und erwarten Sie von diesen Verhandlungen? Werden die Verhandler von sich aus ein Einsehen haben oder tut kritische Intervention not?<\/strong><\/p><p>Ich kann nur hoffen, dass es zu keinem Tarifabschluss kommt. Namhafte Arbeitsrechtler haben seit Jahren darauf hingewiesen, dass die wirkungsvollste Anhebung der L&ouml;hne und Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Leiharbeitenden &ndash; neben dem Verbot der Leiharbeit &ndash; darin besteht, dass der DGB die entsprechenden Tarifvertr&auml;ge k&uuml;ndigt und seine Absicht mitteilt, keinen neuen Vertrag mehr abzuschlie&szlig;en, um damit Nachwirkung auszuschlie&szlig;en. Diese Gelegenheit bietet sich gerade: Die Tarife in der Leiharbeit sind zum 31. Dezember 2016 k&uuml;ndbar, aber die DGB-Tarifgemeinschaft will weder alle derzeitigen Tarifvertr&auml;ge, noch diese ersatzlos k&uuml;ndigen. <\/p><p>Angesichts der beschriebenen verheerenden Folgen der Leiharbeit sowohl f&uuml;r die gewerkschaftliche Kampfkraft als auch f&uuml;r ihre theoretischen Anspr&uuml;che an menschenw&uuml;rdige Arbeit kann man eigentlich nur das Verbot der Leiharbeit &ndash; erneut &ndash; fordern. Momentan fehlt hierf&uuml;r jedoch der notwendige Druck &ndash; siehe die oben beschriebene Angst vor den Bedingungen der Erwerbslosigkeit. Nicht nur aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden, auch zur Minderung der gesteigerten Lohnabh&auml;ngigkeit und ihrer Folgen m&uuml;ssten die Gewerkschaften die von ihnen mitverursachten Hartz-Gesetze bek&auml;mpfen. Auch hierf&uuml;r fehlt, unverst&auml;ndlicherweise, aber sowohl der notwendige gesellschaftliche als auch innergewerkschaftliche Druck. <\/p><p>Und er fehlt aktuell auch gegen die bereits begonnene und wom&ouml;glich in der dritten Verhandlungsrunde Ende November abgeschlossene Tarifrunde Leiharbeit 2016\/17: Nicht nur der Druck der betroffenen Kolleginnen und Kollegen, sondern der von Betriebsr&auml;ten und Gewerkschafterinnen sowie Gewerkschaftern. Um diesen Druck aufzubauen, gibt es eine <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/alltag\/leiharbeit\/leiharbeit-gw\/offener-brief-equal-pay-fuer-leiharbeiterinnen-diskriminierende-tarifvertraege-ersatzlos-kuendigen\/\">Kampagne<\/a> mit vor allem einem zu <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/alltag\/leiharbeit\/leiharbeit-gw\/offener-brief-equal-pay-fuer-leiharbeiterinnen-diskriminierende-tarifvertraege-ersatzlos-kuendigen\/#online-Unterschriftfunktion\">unterschreibenden<\/a> Offenen Brief an die DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit und die beteiligten Gewerkschaften: &ldquo;Equal Pay f&uuml;r LeiharbeiterInnen, diskriminierende Tarifvertr&auml;ge ersatzlos k&uuml;ndigen!&rdquo; Er hat in k&uuml;rzester Zeit &uuml;ber 500 Unterschriften erhalten &ndash; und weitere sind dringend erw&uuml;nscht.<\/p><p><strong>Gibt es &ndash; zus&auml;tzlich zu Ihrer <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/?p=100678\">Kampagne<\/a> &ndash; noch etwas, womit man als Einzelner den Kampf gegen Leiharbeit zu unterst&uuml;tzen vermag? Ggf. auch Formen des zivilen Ungehorsams, die ohne weitere H&uuml;rde f&uuml;r jeden leicht in den Alltag zu integrieren sind, oder &auml;hnliches?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich muss &ndash; auch &uuml;ber diese laufende Tarifrunde hinaus &ndash; weiterhin ein Verbot der Leiharbeit gefordert werden, wie &uuml;berhaupt aller Lohnarbeitsformen, die das Gebot gleicher L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen f&uuml;r gleiche Arbeit verletzen. Mit Kampagnen f&uuml;r &ndash; im kapitalistischen System zweifelhafte &ndash; &ldquo;faire&rdquo; L&ouml;hne und &ldquo;gute&rdquo; Arbeit ist es meines Erachtens nicht getan. In der Tat geht es dabei um unser aller Alltagsverhalten. Wer spricht noch am Arbeitsplatz &uuml;ber die L&ouml;hne und interessiert sich f&uuml;r diejenigen der neuen Kollegen? Das notwendige solidarische Interesse darf sich aber nicht auf den Betrieb beschr&auml;nken! <\/p><p>Mein Lieblingsbeispiel ist ein Facharbeiter, der auf der Maloche vor dem Meister kriecht und sich f&uuml;r den Arbeitsplatzerhalt erniedrigen l&auml;sst, und nach Feierabend seine Selbstachtung wiederherzustellen versucht, indem er als &bdquo;K&ouml;nig Kunde&ldquo; die B&auml;ckereifachverk&auml;uferin oder den Busfahrer zur Schnecke macht. Wir sind eben nicht nur Kunden, sondern auch Kolleginnen, die sich solidarisch verhalten sollten, auch weil wir ohne die Arbeit anderer weder zu unserer eigenen kommen w&uuml;rden noch f&uuml;r sie qualifiziert w&auml;ren etc. Und f&uuml;r diese sollten wir ebenso gute Arbeitsbedingungen fordern, wie f&uuml;r uns selbst!<\/p><p>Hierf&uuml;r muss sich allerdings einiges in unseren K&ouml;pfen &auml;ndern. Warum akzeptieren &ndash; und reproduzieren durch unsere Anerkennung &ndash; wir die durch das Kapital durchgesetzte Hierarchisierung des Arbeitsmarktes nach der N&uuml;tzlichkeit f&uuml;r eben dieses Kapital? Denn nur darauf beruht die leider breit akzeptierte Tatsache, dass ein &ndash; wom&ouml;glich uns gerade entlassender &ndash; Manager ein Vielfaches dessen bekommt, was eigentlich die Kinderg&auml;rtnerin verdient? Doch durch unsere allt&auml;glich manifestierte Hochachtung bzw. Verachtung gesellschaftlich sehr unterschiedlich sinnvoller Berufe betonieren wir diese Ungerechtigkeit. Tagt&auml;glich und unbezahlt. Und am Ende gegen uns selbst.<\/p><p>Ein Interview mit mir zu diesem Thema wurde mit der &Uuml;berschrift &ldquo;Vom Gr&uuml;&szlig;en des Busfahrers&rdquo; betitelt. Es klingt banal und darf sich nat&uuml;rlich nicht darauf beschr&auml;nken, w&auml;re aber ein Anfang, der mehr bewirkt als jede Petition, der keine Verhaltens&auml;nderung folgt.<\/p><p><strong>Noch ein letztes Wort?<\/strong><\/p><p>Um aus der Erpressbarkeit des Arbeitsplatzargumentes herauszukommen, die schlie&szlig;lich die Gewerkschaften dazu bewegt, Leiharbeit besser als keine Arbeit zu finden, sollten wir unseren Fokus &auml;ndern. Der immense Niedriglohnsektor, die sich ausbreitende Armut trotz Arbeit sowie die uns alle l&auml;hmende Spaltung und Konkurrenz untereinander beruht auf der immer noch breiten Akzeptanz der Abh&auml;ngigkeit von einem Lohnarbeitsplatz &ndash; um jeden Preis. <\/p><p>Dadurch haben nicht nur die Gewerkschaftsapparate aus den Augen verloren, dass dieser gesellschaftlich nur dann einen Sinn macht, wenn er seine Funktionen der Existenzsicherung und Vergesellschaftung erf&uuml;llt und seine Produkte der Gesellschaft n&uuml;tzen. Wir wissen, dass dies in allen Punkten weniger denn je der Fall ist. Warum machen wir nicht die Lebensqualit&auml;t aller zum Fokus und messen die Arbeitsqualit&auml;t an ihrer Funktionalit&auml;t hierf&uuml;r?<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Artikel: Mag Wompel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.graswurzel.net\/411\/leih.php\">Moderner Sklavenhandel<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>LabourNet Germany: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/fetisch\/jenseits\/gesetz-der-angst-bestrafung-und-abschreckung-sind-die-grundprinzipien-der-hartz-iv-gesetze-proteste-und-widerstand-muessen-sich-gegen-leistungsprinzip-und-lohnabhaengigkeit-richten\/\">Gesetz der Angst. Bestrafung und Abschreckung sind die Grundprinzipien der Hartz-IV-Gesetze. Proteste und Widerstand m&uuml;ssen sich gegen Leistungsprinzip und Lohnabh&auml;ngigkeit richten.<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>LabourNet Germany: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/?p=100678\">Offener Brief: Equal Pay f&uuml;r LeiharbeiterInnen, diskriminierende Tarifvertr&auml;ge ersatzlos k&uuml;ndigen!<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/e9a36f79de7640f18f62a338f0d8d8f0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Mag Wompel<\/strong> ist Industriesoziologin und freie Journalistin. 1960 in Polen geboren, als Teenager &uuml;ber die Schweiz und etliche Stationen im Ruhrgebiet, Bochum, gelandet. Mitglied nationaler und internationaler Vernetzungsinitiativen kritischer GewerkschafterInnen und Autorin industriesoziologischer und gewerkschafts- wie sozialpolitischer Ver&ouml;ffentlichungen. Verantwortliche Redakteurin des <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/\">LabourNet Germany<\/a> seit 1997.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/10_jahre_nds\/mag_wompel.jpg\" alt=\"Mag Wompel\" title=\"Mag Wompel\"\/><\/div>\n<p>Unter den Mechanismen, die besonders effektiv die Verarmung und Verelendung im Lande vorantreiben, ist neben <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25168\">Hartz IV<\/a> auch und vor allem die sogenannte &bdquo;Leiharbeit&ldquo; zu nennen, mittels derer Menschen wie Waren &bdquo;verliehen&ldquo;, in prek&auml;re Lebensverh&auml;ltnisse gezwungen und mit Armut konfrontiert werden.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36021\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,141,107,109,209],"tags":[1740,1138,661,284,517,1759,1156,288,479,1007,324],"class_list":["post-36021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-gewerkschaften","category-interviews","tag-arbeitsbedingungen","tag-aufstocker","tag-clement-wolfgang","tag-deregulierung","tag-dgb","tag-entsolidarisierung","tag-leiharbeit","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-reservearmee","tag-sommer-michael","tag-tarifvertraege"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36021"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90428,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36021\/revisions\/90428"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}