{"id":36127,"date":"2016-12-06T09:06:57","date_gmt":"2016-12-06T08:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36127"},"modified":"2016-12-06T09:38:13","modified_gmt":"2016-12-06T08:38:13","slug":"statt-entgeltgleichheit-loehne-in-der-leiharbeit-bleiben-verhandelbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36127","title":{"rendered":"Statt Entgeltgleichheit: L\u00f6hne in der Leiharbeit bleiben verhandelbar"},"content":{"rendered":"<p>Gleiche Bezahlung in der Leiharbeit, diese oft erhobene Forderung h&auml;tte von den Gewerkschaften im Handstreich und aus eigener Kraft durchgesetzt werden k&ouml;nnen. Statt sich zu der daf&uuml;r n&ouml;tigen radikalen Position durchzuringen, hat die DGB Tarifgemeinschaft Leiharbeit letzte Woche neue Entgeltvertr&auml;ge ausgehandelt. Gewerkschaftslinke m&ouml;gen sich &auml;rgern, wundern sollten sie sich nicht, denn bei der Durchsetzung von &bdquo;Equal Pay&ldquo; stecken die Gewerkschaften in einem strukturellen Dilemma. Von <strong>Markus Kr&uuml;semann<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36127#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\nLeiharbeiter\/innen sind Besch&auml;ftigte zweiter Klasse, die sehr oft mit Niedrigl&ouml;hnen abgespeist werden, immer und regelm&auml;&szlig;ig aber deutlich weniger verdienen als festangestellte Besch&auml;ftigte in vergleichbarer Position. So weit, so schlecht. Und das umso mehr, als sich das Lohndumpingmodell der Arbeitnehmer&uuml;berlassung in den vergangenen Jahren wie ein Krebsgeschw&uuml;r ausgebreitet hat, weshalb die Zahl der Leihkr&auml;fte mittlerweile die Millionengrenze erreicht hat. <\/p><p><strong>Arbeitsmarktpolitik gegen die Interessen der Leiharbeitenden<\/strong><\/p><p>Die Fakten sind allen im Bundestag vertretenen Parteien bekannt, und w&auml;hrend die einen schlicht leugnen, dass dies ein Problem darstellt, r&uuml;hmen sich andere f&uuml;r eine Gesetzesnovelle, die an den erb&auml;rmlichen Verh&auml;ltnissen schlicht nichts &auml;ndern wird. Von der SPD ist hier nichts mehr zu erwarten. Vorbei die Zeiten, als sich im sozialdemokratischen <a href=\"https:\/\/www3.spd.de\/linkableblob\/1812\/data\/berliner_programm.pdf\">Parteiprogramm<\/a> die Forderung nach einem Verbot der Leiharbeit fand. Seit die Genossen auf dem dritten Weg zur Mitte sind, kann davon nat&uuml;rlich keine Rede mehr sein. 2003 haben sie mit ihrer neoliberalen Agenda-Politik die Ausbeutung durch Leiharbeit erst so richtig entfesselt, und heute fordert die ehemalige Arbeiterpartei allenthalben noch, man m&ouml;ge doch den Missbrauch der Leiharbeit zur&uuml;ckdr&auml;ngen. Bei den Gr&uuml;nen sieht es etwas besser aus, die st&ouml;ren sich nicht nur am Missbrauch, sondern wollen auch erreichen, dass Leiharbeitskr&auml;fte die gleiche Entlohnung erhalten wie Stammbesch&auml;ftigte, &bdquo;und zwar ab dem ersten Tag, und zus&auml;tzlich einen &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.gruene.de\/fileadmin\/user_upload\/Dokumente\/Wahlprogramm\/Wahlprogramm-barrierefrei.pdf\">Flexibilit&auml;tsbonus<\/a>&ldquo;. Letztlich tritt unter den Bundestagsparteien derzeit nur die LINKE f&uuml;r ein Verbot der Leiharbeit ein. <\/p><p><strong>Und die Gewerkschaften?<\/strong><\/p><p>Die Situation am Arbeitsmarkt und die Tatenlosigkeit der Politik m&uuml;ssten nicht nur den Betroffenen, sondern auch ihrer organisierten Interessenvertretung m&auml;chtig stinken, werden doch Leiharbeitnehmer\/innen regelm&auml;&szlig;ig und systematisch als billige Verf&uuml;gungsmasse und als Disziplinierungsinstrument gegen&uuml;ber Stammbelegschaften missbraucht. Grund genug, ernst zu nehmenden Widerstand von den Gewerkschaften zu erwarten, die sich ja traditionell dem, nun ja, Kampf gegen Ausbeutung und Lohndumping verschrieben haben. Im Interesse der Arbeitnehmer\/innen, die sie zu vertreten beanspruchen, liegt es sicher nicht, als Besch&auml;ftigte zweiter Klasse f&uuml;r wenig Lohn herumgereicht zu werden. Schon daraus sollte ein klarer Handlungsauftrag erwachsen. Doch um eine eindeutige programmatische Opposition der im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossenen Arbeitnehmerorganisationen zu finden, muss man schon ein wenig in die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung zur&uuml;ckgehen. <\/p><p>Als 1967 das Verbot des gewerbsm&auml;&szlig;igen Verleihens von Besch&auml;ftigten aufgehoben wurde, geschah dies sehr zum Verdruss der Gewerkschaften, die sich damals strikt gegen derartige Verleihpraktiken wandten und noch bis weit in die 1980er Jahre hinein dem Besch&auml;ftigungsmodell ablehnend gegen&uuml;berstanden. Im DGB-Grundsatzprogramm von 1981 etwa wurde wie selbstverst&auml;ndlich noch ein Verbot der Leiharbeit gefordert.<\/p><p><strong>Strategiewechsel: vom Abwehrkampf zur Mitgestaltung <\/strong><\/p><p>Erst 1996 wurde diese Forderung aus dem (heute noch g&uuml;ltigen) Grundsatzprogramm gestrichen. Zwei Jahre sp&auml;ter verk&uuml;ndete der DGB, er wolle in Zukunft Tarifvertr&auml;ge abschlie&szlig;en, um eine Regulierung der Leiharbeit zu erreichen. Offensichtlich hatte sich bei den Kolleginnen und Kollegen eine politische Haltung durchgesetzt, der zufolge ein Verbot der Leiharbeit als nicht mehr durchsetzbar erschien. Kurzum: Der DGB, die IG Metall und andere Gewerkschaften vollzogen einen deutlichen Strategiewandel. Sie hielten Leiharbeit nun f&uuml;r eine zwar nicht geliebte, aber wohl nicht mehr zu verhindernde und vielleicht ja doch ein klein wenig geeignete Br&uuml;cke in den regul&auml;ren Arbeitsmarkt und schlossen Tarifvertr&auml;ge mit Leiharbeitsunternehmen ab, wenn sie sich nicht selbst sogar in der &Uuml;berlassungsbranche gesch&auml;ftlich engagierten. An dieser Grundhaltung hat sich bis heute im Wesentlichen nichts ge&auml;ndert.<\/p><p>Nun klingt es zun&auml;chst einmal nicht allzu verkehrt, eine wachsende Zahl von Leiharbeitsbesch&auml;ftigten nicht ihrem Schicksal zu &uuml;berlassen, sondern f&uuml;r deren Rechte einzutreten, sie dabei in den gewerkschaftlichen Organisationsbereich zu integrieren und auf diesem Wege vor der schlimmsten Ausbeutung und vor prek&auml;rer Besch&auml;ftigung zu sch&uuml;tzen. F&uuml;r die Gewerkschaften hat das den wichtigen Effekt, eine bis dato schlecht organisierte und ebenso schlecht organisierbare Besch&auml;ftigtengruppe zu erreichen und so neue Mitglieder zu gewinnen. Ein Punkt, auf den unten noch zur&uuml;ckzukommen sein wird.<\/p><p><strong>Ziel ist Equal Pay<\/strong><\/p><p>Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit, lautet ein, wenn nicht das zentrale Ziel, das Gewerkschaften f&uuml;r die Leiharbeitsbesch&auml;ftigten in Verhandlungen mit den Arbeitgebern durchsetzen wollen. Keine schlechte Strategie, sollte man meinen, wenn es da nicht einen Passus im Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz (A&Uuml;G) g&auml;be, der den Gewerkschaften eine alternative strategische Handlungsm&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, dieses Ziel zu erreichen und zugleich noch der ausufernden Leiharbeit einen Riegel vorzuschieben. Die Rede ist vom &bdquo;Equal Pay&ldquo;-Grundsatz:<br>\nIn &sect; 9 Abs. 2 (oder auch in &sect; 10 Abs. 4) des Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetzes (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/a_g\/BJNR113930972.html\">A&Uuml;G<\/a>) ist festgeschrieben, dass der Verleiher dem Leiharbeitnehmer f&uuml;r die Zeit der &Uuml;berlassung an den Entleiher das im Betrieb des Entleihers f&uuml;r einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltende Arbeitsentgelt zahlen muss. Auf gut Deutsch: Der Leiharbeiter muss den gleichen Lohn erhalten wie der mit vergleichbaren Aufgaben betraute, fest im Betrieb angestellte Kollege. Wie gleich die Bezahlung am Ende wirklich ausfallen w&uuml;rde, ist allerdings nicht eindeutig geregelt, denn im Gesetz fehlt eine Definition der Gehaltsbestandteile, die zu Equal Pay geh&ouml;ren. <\/p><p>Entgeltgleichheit also per Gesetz? F&uuml;r die realen Verdienstaussichten der Leihkr&auml;fte spielt dies keine Rolle, denn fatalerweise wurde &ndash; nicht ohne Zutun der Gewerkschaften &ndash; in das Gesetz zur Regelung der Leiharbeit an mehreren anderen Stellen (etwa im &sect; 3 Abs. 1) eine Erg&auml;nzung eingef&uuml;gt, die es in sich hat: &bdquo;Ein Tarifvertrag kann abweichende Regelungen zulassen&ldquo;. So konnte der Equal-Pay-Grundsatz faktisch nie greifen. Und weil die in der Leiharbeit ausgehandelten Tarife unterhalb der f&uuml;r regul&auml;r Besch&auml;ftigte vereinbarten Entgelt-Tarifvertr&auml;ge liegen, verdienen Leiharbeitsbesch&auml;ftigte regelm&auml;&szlig;ig weniger als ihre festangestellten Kollegen. Das ist starker Tobak, die organisierten Interessenvertreter der Leiharbeitnehmer\/innen streben eine Entgeltgleichheit an, die sie durch ihr Handeln erst verhindern. <\/p><p>Was hier als Kn&uuml;ppel auf die Leiharbeiter\/innen niedergeht, w&auml;re aber zugleich der Hebel, um sie aus der Ausbeutung herauszuholen. Die in der Tarifgemeinschaft Leiharbeit zusammengeschlossenen DGB-Gewerkschaften br&auml;uchten n&auml;mlich nur genau diese Tarifvertr&auml;ge zu k&uuml;ndigen, schon g&auml;be es keine abweichenden Regelungen mehr. Leiharbeitskr&auml;ften st&uuml;nde von der ersten Einsatzminute an der gleiche Lohn zu, und Lohndumping per Leiharbeit w&auml;re dann nicht mehr m&ouml;glich.<\/p><p><strong>Vertr&auml;ge gek&uuml;ndigt &ndash; um neue abzuschlie&szlig;en<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich laufen die bestehenden Entgelttarife in der Leiharbeit zum Jahresende aus, sie wurden von der DGB-Tarifgemeinschaft fristgerecht gek&uuml;ndigt. Nun h&auml;tten sich die Arbeitnehmerorganisationen nur noch weigern m&uuml;ssen, neue Vertr&auml;ge abzuschlie&szlig;en, schon w&auml;re das Schlupfloch f&uuml;r Lohndumping gestopft. So weit, so einfach. Die Realit&auml;t indes sieht anders aus.<\/p><p>Besagte Tarifgemeinschaft hatte lieber wieder neue Tarifverhandlungen mit den Leiharbeitsverb&auml;nden aufgenommen, um ab 2017 Entgeltsteigerungen (aber nicht gleiche L&ouml;hne) f&uuml;r die Besch&auml;ftigten der &Uuml;berlassungsbranche zu erzielen. Gefordert wurde die Erh&ouml;hung der Entgelte um sechs Prozent, mindestens aber 70 Cent pro Stunde, sowie eine baldige Ost-West-Angleichung der Bezahlung, Maximalforderungen, die am Ende sowieso nie durchsetzbar sind. Die Verhandlungsrunden folgten dann dem &uuml;blichen Drehbuch der Positionsann&auml;herungen. Die Einigung kam dann bereits in der dritten Runde zustande, und wie die <a href=\"http:\/\/ig-zeitarbeit.de\/system\/files\/2016\/tariftabellen.pdf\">neuen Tariftabellen<\/a> zeigen, sind die Entgeltsteigerungen alles andere als berauschend ausgefallen. Da sollte die Kuh wohl m&ouml;glichst schnell vom Eis geholt werden.<\/p><p><strong>Offener Brief f&uuml;r &bdquo;Equal Pay&ldquo; <\/strong><\/p><p>Das Vorgehen der DGB-Tarifgemeinschaft hat linke Gewerkschafter\/innen (und nicht nur die) auf die Palme gebracht. Sie hielten und halten es f&uuml;r vollkommen absurd, Lohnerh&ouml;hungen in einer Situation auszuhandeln, in der der Durchbruch zu Equal Pay so greifbar nahe war. In einem <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/alltag\/leiharbeit\/leiharbeit-gw\/offener-brief-equal-pay-fuer-leiharbeiterinnen-diskriminierende-tarifvertraege-ersatzlos-kuendigen\/\">offenen Brief<\/a> hatten sie die an der Tarifgemeinschaft beteiligten Gewerkschaften fr&uuml;hzeitig aufgefordert, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Entgelttarifvertr&auml;ge in der Leiharbeit ersatzlos auslaufen zu lassen. Ein erneutes Aushandeln von Tarifvertr&auml;gen in der Leiharbeit kam f&uuml;r Verfasser und Unterzeichner der Briefinitiative einer Zustimmung zu Niedriglohn, Ausbeutung und Tagel&ouml;hnerei gleich.<\/p><p>Die Forderung klingt bestechend. Mit quasi nicht mehr als einem Federstrich h&auml;tten die Gewerkschaften aus eigener Kraft eine starke Eind&auml;mmung der Leiharbeit erreichen und vielleicht sogar das Ende der Leiharbeit als Lohndumpingmodell besiegeln k&ouml;nnen. Einschr&auml;nkend muss zwar gesagt werden, dass sich der im Gesetz festgelegte Equal-Pay-Grundsatz nur auf die Entlohnung w&auml;hrend der Einsatzzeiten, nicht aber auf die Entgelth&ouml;he in der verleihfreien Zeit bezieht. Doch welches Unternehmen w&auml;re noch daran interessiert, Leihbesch&auml;ftigte zu mieten, wenn die deutlich teurer kommen als die Stammbelegschaft. Da muss die Not (die pl&ouml;tzlich erh&ouml;hte Auftragslage, der kurzfristig zu &uuml;berbr&uuml;ckende Personalmangel) schon gro&szlig; sein, und dann muss f&uuml;r die Linderung der Not, f&uuml;r die zus&auml;tzliche Flexibilit&auml;t eben auch gezahlt werden. <\/p><p>Um zu verstehen, warum die Gewerkschaften der Forderung nicht nachgekommen sind und lieber an Tarifvertr&auml;gen festhalten, muss man zun&auml;chst ins Jahr 2003 zur&uuml;ckschauen und sich dabei vor allem vergegenw&auml;rtigen, dass die Arbeitnehmerorganisationen Gestaltungsmacht, nicht Gegenmacht sein wollen &ndash; auch wenn das fr&uuml;her einmal anders war.<\/p><p><strong>Umfassende Tarifierung &ndash; ein K&ouml;der, der Agenda 2010 zuzustimmen<\/strong><\/p><p>Wir erinnern uns: Seit Ende der 1990er Jahre bereits setzten Gewerkschaften bei der Leiharbeit nicht mehr auf die Gegenmacht-Strategie, Leiharbeit zu verhindern, sondern auf eine Gestaltungsmacht-Strategie, Strukturen in der Leiharbeit mitzubestimmen, die dort Besch&auml;ftigten zu organisieren und so auch an die eigene Organisation zu binden. Dabei hatten sie zun&auml;chst nur m&auml;&szlig;igen Erfolg.<\/p><p>Das &auml;nderte sich zu Beginn der Jahrtausendwende, als die damalige rot-gr&uuml;ne Regierung unter Kanzler Schr&ouml;der ihre fatale, neoliberale Agenda 2010 auf den Weg brachte. Von der grundfalschen Vorstellung ausgehend, dass nur mit einer weitreichenden Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitsmarktes der damals exorbitant hohen Arbeitslosigkeit beizukommen sei, versprach sich die Regierung auch von der Ausweitung einer von gesetzlichen Regulierungen weitgehend befreiten Leiharbeit einen Impuls f&uuml;r ein st&auml;rkeres Jobwachstum. Die Qualit&auml;t der Arbeit war nat&uuml;rlich egal, Hauptsache Arbeit. <\/p><p>Abgehandelt wurde dies, wie alle entscheidenden Agenda-Reformen, in der &bdquo;Kommission f&uuml;r moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt&ldquo;, der sogenannten &bdquo;Hartz-Kommission&ldquo;, in der auch <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Die-Mitglieder-der-Hartz-Kommission-article122091.html\">eine Gewerkschafterin und ein Gewerkschafter<\/a> vertreten waren. Um die Arbeitnehmerseite bei der Entfesselung der Leiharbeit mit ins Boot zu holen, musste die Kommission ihnen ein Angebot machen: &bdquo;Die Deregulierung sollte (&hellip;) durch eine umfassende tarifliche Regulierung der Leiharbeit flankiert werden und so die Anerkennung der Leiharbeit durch die Gewerkschaften sichern&ldquo;, stellte der Sozialwissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/wsimit_2008_01_wolfle.pdf\">Tobias W&ouml;lfle 2008<\/a> fest.<\/p><p>Die gesetzliche St&auml;rkung der Tarifautonomie im Gegenzug f&uuml;r Zustimmung zur Deregulierung, das war ein K&ouml;der, den zu schlucken die Gewerkschaften damals nicht widerstehen konnten oder mochten. Schlie&szlig;lich wollte man Gestaltungsmacht sein, mitgestalten. Die bislang eher unwillige Gegenseite, die Verb&auml;nde der Verleihbranche, konnte so quasi per Gesetz an den Verhandlungstisch gedr&auml;ngt werden. Denn nat&uuml;rlich waren jetzt auch die Arbeitgeber an dem Abschluss von Tarifvertr&auml;gen interessiert, lie&szlig; sich doch nur auf diesem Wege die Geltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes verhindern. Die Abweichung vom gesetzlichen Gleichstellungsprinzip des &bdquo;Equal Pay&ldquo; wurde zugunsten der M&ouml;glichkeit einer umfassenden Tarifierung der Leiharbeitsbranche in Kauf genommen. Es ist diese Grundhaltung gewerkschaftlich-strategischen Handelns, die dem Verzicht auf ein erneutes Aushandeln von Tarifvertr&auml;gen in der Leiharbeit entgegenstand.<\/p><p><strong>Die Pflicht einer Organisation ist es, sich zu erhalten <\/strong><\/p><p>Wenn linke Gewerkschafter\/innen fordern, keine Tarifvertr&auml;ge in der Leiharbeit mehr abzuschlie&szlig;en, so fordern sie implizit (zuweilen auch explizit) einen Strategiewechsel zur&uuml;ck zu jenen Zeiten, in denen man sich eher als Gegenmacht im Kampf um Arbeitnehmer\/innenrechte positionierte. Ob auf der Kommandobr&uuml;cke des Gewerkschaftstankers so ein Kurswechsel &uuml;berhaupt in Erw&auml;gung gezogen wird, darf bezweifelt werden. Neben zeitaktuellen Hemmnissen gibt es auch einen strukturellen Grund, vertrautes Fahrwasser nicht zu verlassen, und der liegt in der Logik von Organisationen begr&uuml;ndet.<\/p><p>Die DGB-Gewerkschaften verstehen sich als handlungs- und durchsetzungsf&auml;hige Interessenvertretungen f&uuml;r alle abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten. Sie beziehen ihre Legitimation daraus, im Namen und im Interesse ihrer Mitglieder erfolgreich zu handeln. Ziel ist es, die Arbeitnehmerinteressen aufzugreifen, zu b&uuml;ndeln und durchzusetzen. Wie bei allen Gro&szlig;organisationen unterliegt die Verfolgung dieses Ziels auch bei den Gewerkschaften einer typischen Organisationslogik, die eine Sicherung der eigenen Existenz und die Stabilisierung sowie den Ausbau der eigenen Funktionsbereiche vorsieht. Im Idealfall wird dann ein Vertretungsmonopol und eine hohe Mitgliedsquote erreicht. Gewerkschaften haben also ein organisationsinh&auml;rentes Eigeninteresse, das ihr Handeln anleitet. <\/p><p>Mit welchen Mitteln eine Organisation ihre allgemeine Zielsetzung am besten verwirklicht, ist ein Frage der strategischen Ausrichtung. Im Falle der Gewerkschaften hat man sich dazu entschlossen, dass gestalterisches Organisationshandeln im Sinne der Mitglieder im Wesentlichen in Form von Tarifverhandlungen stattfinden soll. Anders gesagt: Das genuine Handlungsfeld von Gewerkschaften ist die Lohn- und Tarifpolitik. Tarifvertragliche Handlungsf&auml;higkeit und Tarifautonomie sind die &uuml;bergeordneten handlungsleitenden Ziele, die den Mitgliederinteressen wie auch dem Organisationserhalt nach eigener Einsch&auml;tzung am besten dienen. Im Falle der Entgeltgleichheit in der Leiharbeit erw&auml;chst daraus ein Dilemma.<\/p><p><strong>Das Equal-Pay-Dilemma<\/strong><\/p><p>Im Normalfall zahlt sich erfolgreiches Organisationshandeln (Tarifvertr&auml;ge) sowohl f&uuml;r die Organisation (Machterhalt) als auch f&uuml;r ihre Mitglieder (Besserstellung) aus. Zwischen Eigeninteressen und Handlungsauftrag tut sich kein Widerspruch auf. Im Falle der Equal-Pay-Diskussion ist dies anders, hier stecken die Gewerkschaften in einem Dilemma: Ihrer Kernaufgabe, ihre Mitglieder zu sch&uuml;tzen und m&ouml;glichst viel f&uuml;r sie rauszuholen, k&ouml;nnen sie im Falle der Entlohnung von Leiharbeit nur dann nachkommen, wenn sie ihr genuines Handlungsfeld, Tarifvertr&auml;ge abzuschlie&szlig;en, preisgeben. Das kommt aber aus der Binnenperspektive einer an Macht- und Selbsterhalt interessierten Organisation einer Selbstgef&auml;hrdung und Selbstsch&auml;digung gleich. Equal Pay durchzusetzen, das w&uuml;rde bedeuten, sich aus Tarifverhandlungen zur&uuml;ckzuziehen, eine etablierte und mittlerweile auch exklusive Beziehung kollektiver Vertragsverhandlung preiszugeben. Zudem w&uuml;rde man mit dem R&uuml;ckzug aus einer institutionalisierten Machtposition ein st&uuml;ckweit die Kontrolle &uuml;ber die Branche wieder aus der Hand geben. <\/p><p>Wenn sich aber die Logik des Organisationserhalts &uuml;ber jene der unbedingten Verfolgung von Mitgliederinteressen schiebt, dann erw&auml;chst daraus ein anderes Problem. Gewerkschaftliche Organisationen m&uuml;ssen sich nicht nur nach au&szlig;en als handlungsm&auml;chtige Akteure erhalten, sie m&uuml;ssen gleichzeitig auch nach innen die &bdquo;Gefolgschaft&ldquo; ihrer Anh&auml;nger organisieren und langfristig sicherstellen. Das bedeutet, sie m&uuml;ssen bei ihren Mitgliedern eine Akzeptanz der Ergebnisse ihres Handelns und Aushandelns erreichen. Im Falle gro&szlig;er Verhandlungserfolge ist dies kein Problem, doch kann dies auch bei sp&auml;rlichen Ergebnissen und dem Verzicht auf Equal Pay funktionieren?<\/p><p>Die DGB-Gewerkschaften ahnten wohl, dass ihr Kurs, erneut auf Tarifvertr&auml;ge zu setzen, auf Widerstand sto&szlig;en w&uuml;rde. Um ihre Strategie zu legitimieren, hatte die Tarifgemeinschaft vor dem Verhandlungsauftakt versucht, sich R&uuml;ckendeckung durch die Leiharbeiter\/innen selbst zu holen. Per Umfrage sollten die W&uuml;nsche der in der Arbeitnehmer&uuml;berlassung Besch&auml;ftigten ermittelt werden, um sie in die eigenen Forderungen einflie&szlig;en zu lassen. Die Idee hat bei den Betroffenen wohl nicht so recht gez&uuml;ndet, denn gerade mal <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++e888422e-84ac-11e6-9e8e-525400e5a74a\">1.500 R&uuml;ckmeldungen<\/a> sind bei einer Grundgesamtheit von mehr als 900.000 Besch&auml;ftigten ein kl&auml;gliches Resultat. Rechnerisch haben nicht einmal 0,2 Prozent ein Votum abgegeben. Auf die Frage &bdquo;Sind sie daf&uuml;r, dass wir keine neuen Entgelttarife f&uuml;r sie abschlie&szlig;en, um auf diesem Weg kurzfristig die Entgeltgleichheit f&uuml;r ihre Arbeit zu erreichen?&ldquo; hat sogar niemand geantwortet. Wie auch, diese Frage wurde wohl aus gutem Grund erst gar nicht vorgelegt.<\/p><p><strong>Das Dilemma wurde im Sinne der Organisation aufgel&ouml;st&hellip;<\/strong><\/p><p>Mit dem Entschluss, weiterhin Tarifvertr&auml;ge in der Arbeitnehmer&uuml;berlassung abzuschlie&szlig;en, hat sich die DGB-Tarifgemeinschaft daf&uuml;r entschieden, die allgemeinen Interessen der Organisation &uuml;ber die Interessen der dort Besch&auml;ftigten zu stellen. F&uuml;r die Verfasser des offenen Briefs werden die Leiharbeitenden damit schlechter gestellt, als es sein m&uuml;sste. Es steht sogar der Verdacht im Raum, dass Gewerkschaften einer Zunahme prek&auml;rer Besch&auml;ftigung dann nicht entgegentreten, wenn sie sich eigene Vorteile davon versprechen. Leiharbeit w&auml;re demnach o.k., wenn man mit im Spiel ist und an ihrer Ausgestaltung beteiligt wird. <\/p><p>Normalerweise w&uuml;rde man das typisches Organisationshandeln nennen. Basis verbreitern, Mitglieder gewinnen, Einfluss steigern. Sind Gewerkschaften aber ganz normale Organisationen? Der Grat zwischen der von den Mitgliedern erwarteten Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen und einer auf Selbsterhalt ausgerichteten Instrumentalisierung von Besch&auml;ftigten f&uuml;r eigene Zwecke ist ein schmaler.<\/p><p><strong>&hellip; denn die Gegenmacht-Strategie in der Leiharbeit schien zu riskant<\/strong><\/p><p>Abgesehen vom letztendlich typischen Organisationshandeln muss man den Gewerkschaften aber eins auch zugestehen: Ein Konfrontationskurs w&auml;re im Falle der Leiharbeit mit erheblichen Risiken verbunden gewesen. <\/p><ul>\n<li>Das wom&ouml;glich noch geringste Problem: Die gesetzlich vorgesehene Entgeltgleichheit gilt nur in Phasen der Einsatzzeiten bei den Entleihbetrieben. In verleihfreien Zeiten m&uuml;ssten die Leihkr&auml;fte also Einkommenseinbu&szlig;en in Kauf nehmen. Der Mindestlohn von bald 8,84 Euro ist ihnen aber sicher, und zumindest im Vergleich zu den f&uuml;r M&auml;rz 2017 ausgehandelten Branchenmindestl&ouml;hnen von 9,23 Euro (West) und 8,91 Euro (Ost) (in der niedrigsten Qualifikationsstufe) bedeutet er keine gro&szlig;e Schlechterstellung. Zudem d&uuml;rfte es sich um ein eher hypothetisches Problem handeln, denn erstens sind alle Verleihbetriebe bestrebt, die verleihfreien Zeiten so kurz wie m&ouml;glich zu halten, und zweitens d&uuml;rfte mit echtem Equal Pay die derzeitige Gesch&auml;ftsgrundlage der Branche sowieso entfallen.<\/li>\n<li>Ein gr&ouml;&szlig;eres Problem betrifft die Entsendung von Besch&auml;ftigten: Ein tarifloser Equal-Pay-Standard in der Leiharbeit w&uuml;rde nicht f&uuml;r aus dem Ausland entsandte Besch&auml;ftigte gelten. Es entst&uuml;nde also ein neues Einfallstor f&uuml;r Lohndumping und f&uuml;r die Ausbeutung ausl&auml;ndischer Arbeitskr&auml;fte, womit die Spaltung von Belegschaften einhergeht.<\/li>\n<li>Aus Sicht der Organisation noch schwerer wiegen d&uuml;rfte die Gefahr eines Reputationsverlustes. Arbeitgeberfreundliche Presse und Lobbyorganisationen wie auch die Arbeitgeberverb&auml;nde selbst w&auml;ren &uuml;ber die Gewerkschaften herfallen, h&auml;tten ihnen blo&szlig;e Verweigerungshaltung, Unzuverl&auml;ssigkeit und Verantwortungslosigkeit vorgehalten. Und an dem mit Sicherheit erhobenen Vorwurf, die Gewerkschaften schickten so Hunderttausende in die Arbeitslosigkeit, h&auml;tte der DGB zu tragen gehabt. Vor dem Einschwenken auf einen Konfrontationskurs h&auml;tten die DGB-Gewerkschaften daher ihre Rolle, ihr Selbstverst&auml;ndnis und ihre Funktion als Sozialpartner grunds&auml;tzlich neu bewerten m&uuml;ssen. <\/li>\n<li>Zuletzt kann nicht ausgeschlossen werden, dass (von den Arbeitgebern lancierte) gelbe Gewerkschaften wieder erstarken. In der Leiharbeitsbranche hatte lange Zeit die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften f&uuml;r Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) Niedriglohn-Tarifvereinbarungen mit den Arbeitgeberverb&auml;nden abgeschlossen. Seit das Bundesarbeitsgericht ihnen 2010 die Tariff&auml;higkeit abgesprochen hatte, sind die christlichen Gewerkschaften bedeutungslos und keine ernsthafte Konkurrenz &ndash; wohl auch, weil die &Uuml;berlassungsbranche mit den einsch&auml;tzbaren und verl&auml;sslichen DGB-Verhandlungspartnern und ihrem Vertretungsmonopol ganz gut f&auml;hrt. Sollten die ihre kooperative Haltung jemals aufgeben, stellte sich die Frage nach dem Aufbau einer arbeitgeberfreundlichen Konkurrenzgewerkschaft wieder von Neuem.<\/li>\n<\/ul><p>Es h&auml;tte den Gewerkschaften trotz allem gut zu Gesicht gestanden, sich in Zeiten einer unter Legitimationsdruck geratenen, neoliberalen Hegemonie endlich wieder klar und auch konfrontativ zu positionieren. Gr&uuml;nde daf&uuml;r g&auml;be es genug. Was h&auml;tte derzeit n&auml;hergelegen, als im Handlungsfeld Leiharbeit die ersten Schritte zu tun, auch wenn die genannten Risiken dort gro&szlig; und teilweise nicht kalkulierbar sind?<\/p><p>Allerdings: Ohne Einbettung in eine neue, radikalere Gesamtstrategie w&auml;re das ein Strohfeuer geblieben, an dem sich die Entfacher auch b&ouml;se die Finger h&auml;tten verbrennen k&ouml;nnen. Die Debatte zur Neubewertung der Funktion als Sozialpartner und der Ausrichtung als Gegenmacht wollen die Gewerkschaftsspitzen aber lieber vermeiden. Erschwerend kommt eine Organisationslogik hinzu, die deren Strukturkonservatismus noch bekr&auml;ftigt. Nein, die DGB-Gewerkschaften werden sich wohl kaum jemals aus der sozialpartnerschaftlichen Mitgestaltung der Leiharbeit verabschieden (k&ouml;nnen).<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/d8bda9fb8c544b5b9e7c8c7267b2daab\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] <strong>Markus Kr&uuml;semann<\/strong> ist Soziologe am Institut f&uuml;r Regionalforschung, G&ouml;ttingen und Betreiber des Infoportals <a href=\"http:\/\/www.miese-jobs.de\">miese-jobs.de<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleiche Bezahlung in der Leiharbeit, diese oft erhobene Forderung h&auml;tte von den Gewerkschaften im Handstreich und aus eigener Kraft durchgesetzt werden k&ouml;nnen. Statt sich zu der daf&uuml;r n&ouml;tigen radikalen Position durchzuringen, hat die DGB Tarifgemeinschaft Leiharbeit letzte Woche neue Entgeltvertr&auml;ge ausgehandelt. Gewerkschaftslinke m&ouml;gen sich &auml;rgern, wundern sollten sie sich nicht, denn bei der Durchsetzung von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36127\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,141,109],"tags":[284,517,2016,1156,288,312,411,324],"class_list":["post-36127","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-gewerkschaften","tag-deregulierung","tag-dgb","tag-equal-pay","tag-leiharbeit","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-reformpolitik","tag-schroeder-gerhard","tag-tarifvertraege"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36127"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36127\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36130,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36127\/revisions\/36130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}