{"id":3618,"date":"2008-11-27T09:51:02","date_gmt":"2008-11-27T08:51:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3618"},"modified":"2008-11-27T09:55:52","modified_gmt":"2008-11-27T08:55:52","slug":"hinweise-des-tages-784","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3618","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Beschr&auml;nkte Erlaubnis f&uuml;r Konjunkturpakete<\/li>\n<li>Warten &ndash; bis Merkel umf&auml;llt<\/li>\n<li>Haushaltsdebatte<\/li>\n<li>Steinbr&uuml;ck redet Rezession klein<\/li>\n<li>Die Abzocker machen weiter<\/li>\n<li>Deutsche Bank und Landesbanken haben uns in die Krise getrieben<\/li>\n<li>Sparkassen weisen den Weg <\/li>\n<li>EU-Vertr&auml;ge verhindern Bankenregulierung<\/li>\n<li>&Uuml;bersicht &uuml;ber die Steuerrechts&auml;nderungen seit 1964<\/li>\n<li>Bremsklotz Deutschland<\/li>\n<li>Nur jeder Dritte unter 30 schafft den Ausstieg aus Hartz IV<\/li>\n<li>Das Comeback des Peter Hartz<\/li>\n<li>Strompreise: Das Oligopol schl&auml;gt zu<\/li>\n<li>Mehdorns durchsichtiges Man&ouml;ver<\/li>\n<li>Millionenverluste durch Cross-Border-Leasing der Wasserversorgung<\/li>\n<li>Arzneimittel: Patent auf Gewinn<\/li>\n<li>DGB lehnt vorzeitigen Senkung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge auf 19,6 Prozent ab<\/li>\n<li>Heimlich will die US-Regierung das Finanzsystem mit fast 8 Billionen Dollar st&uuml;tzen<\/li>\n<li>Obamas Team<\/li>\n<li>Rezension des Buches &bdquo;Der Klassenkampf&ldquo; von Francois Ruffin<\/li>\n<li>Eine DVD zum Hartz-IV-Tribunal der Gewerkschaften<\/li>\n<li>ORF-Sendung zum Thema &bdquo;Von der Finanzkrise zur Weltkrise&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\n<!--more--><br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3618&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Thomas Fricke: Beschr&auml;nkte Erlaubnis f&uuml;r Konjunkturpakete<\/strong><br>\nJetzt braucht sich eigentlich nur noch der Papst f&uuml;r gleichgeschlechtliche Ehen auszusprechen. Nach den deutschen Forschungsinstituten, dem Sachverst&auml;ndigenrat, arbeitgebernahen Think Tanks, dem IWF und der S&uuml;ddeutschen Zeitung hat jetzt auch einer der Urv&auml;ter europ&auml;ischer Haushaltsorthodoxie einger&auml;umt, dass es derzeit besser ist, die Konjunktur zu st&uuml;tzen &ndash; Klaus Regling von der EU-Kommission. Dreimal Hurra. Bemerkenswert ist allerdings schon, wie die Experten ihren pl&ouml;tzlichen konjunkturpolitischen Eifer begr&uuml;nden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=1697&amp;blogId=10\">FTD<\/a>\n<p><em>Dazu nochmals Fricke:<\/em><\/p>\n<p><strong>EU-Kommission gegen EZB?<\/strong><br>\nEin Gl&uuml;ck. Es gibt doch noch Leute, die gegen Konjunkturprogramme sind. Es ist n&auml;mlich nach aller Erfahrung nicht gut, wenn alle das gleich denken. Das Problem ist nur, dass der vermeintlich letzte Nicht-Keynesianer erstens furchtbar schlechte Argumente hat. Und &ndash; noch schlimmer &ndash; zweitens nicht  irgendein, sagen wir, Kolumnist, sondern Chef&ouml;konom der Europ&auml;ischen Zentralbank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=1699&amp;blogId=10\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mit einer sch&ouml;nen Polemik gegen die Argumente der Gegner von Konjunkturprogrammen<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Markus Sievers: Warten &ndash; bis Merkel umf&auml;llt<\/strong><br>\nDiese Wette gilt: Kanzlerin und Finanzminister m&uuml;ssen 2009 ein Konjunkturpaket vorlegen. Dass sie sich noch gegen den geballten Sachverstand stemmen, ist eine Katastrophe.\n<p>Was Merkel und Steinbr&uuml;ck abliefern, hat mit Krisenmanagement nichts zu tun. Erst legen sie ein Konjunkturp&auml;ckchen auf, das nichts bringt. Dann verweigern sie gegen den geballten Sachverstand und zum Entsetzen der internationalen Politik die Kurskorrektur. Schlie&szlig;lich deuten sie an, m&ouml;glicherweise k&ouml;nnten sie im Januar einknicken und dann mehr tun. Warum halten Merkel und Steinbr&uuml;ck die Menschen im Ungewissen? Was soll das Verwirrspiel? Hier kommt zur &ouml;konomischen die politische Katastrophe hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1636381&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a> <\/p><\/li>\n<li><strong>Haushaltsdebatte: Gesch&auml;ftsbereich der Bundeskanzlerin<\/strong><br>\nPlenarprotokoll Vorab-Ver&ouml;ffentlichung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/bic\/plenarprotokolle\/plenarprotokolle\/16189.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sie k&ouml;nnen hier die Generalaussprache nachlesen. Wir wollen ihre Urteilsbildung nicht vorwegnehmen, aber pr&uuml;fen Sie einmal selbst, was an der Rede Lafontaines so falsch sein k&ouml;nnte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Steinbr&uuml;ck redet Rezession klein<\/strong><br>\nDeutschland steckt in einer Rezession, das mag Peer Steinbr&uuml;ck nicht leugnen. Doch der Finanzminister warnte im Bundestag vor der Lust an schlechten Nachrichten und will deshalb auch an der Wachstumsprognose festhalten. Kanzlerin Merkel musste sich unterdessen von der CSU herbe Kritik f&uuml;r ihre unverantwortliche Schwarzmalerei anh&ouml;ren.\n<p>Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) hat einger&auml;umt, dass sich Deutschland im Zuge der Weltwirtschaftskrise in einer Rezession befindet. &ldquo;Ja, die Bundesrepublik Deutschland ist in einer Rezession.&rdquo; Es w&auml;re unzutreffend, nur noch von einer Stagnation zu sprechen, sagte Steinbr&uuml;ck am Dienstag im Bundestag zum Auftakt der viert&auml;gigen Schlussdebatte &uuml;ber den Haushalt 2009. Niemand wisse, wie scharf die Rezession sein werde und wie lange sie dauern werde, sagte Steinbr&uuml;ck. Er warnte jedoch vor dem &ldquo;Vergn&uuml;gen des Erschauerns&rdquo; und der Lust an schlechten Nachrichten sowie vor einem &ldquo;&Uuml;berbietungswettbewerb&rdquo; f&uuml;r immer neue Konjunkturprogramme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Konjunktur-Steinbr%FCck-Rezession\/646872.html\">Stern-online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Der Mann beweist immer wieder neu, dass er wenig Ahnung von Wirtschaftspolitik hat. Im Auge einer Rezession kann man doch nicht warten, bis sie da ist. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Abzocker machen weiter<\/strong><br>\nWas haben sie uns nicht alles erz&auml;hlt &uuml;ber den Markt, der praktisch alles besser k&ouml;nne als der Staat. Die Marktideologen waren st&auml;ndig um das Wohl unseres Landes besorgt &ndash; unter ihnen Friedrich Merz, Arnulf Baring, Werner Sinn, Horst K&ouml;hler, die Rogowskis, die Hundts und Henkels, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die Bertelsmannstiftung. Immer lauter wurden ihre Forderungen nach Wettbewerb, Deregulierung, Privatisierung und Beschneidung von Arbeitnehmerechten.\n<p>Effizienz, Rendite, &Ouml;konomisierung aller Lebensbereiche standen im Mittelpunkt der Debatten und der zahlreichen Fernseh-Talkshows. Jetzt aber will es keiner gewesen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=13168\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Beitrag von Franz Kersjes enth&auml;lt noch einmal eine gut brauchbare Liste der F&ouml;rderung der Finanzbranche durch die Bundesregierung. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche Bank und Landesbanken haben uns in die Krise getrieben<\/strong><br>\nJosef Ackermann war es, der den Umbau der Deutschen Bank vom seri&ouml;sen Finanzierer der Deutschland AG zum T-Rex unter den Banken-Dinosauriern forcierte. Die Deutsche spielte dann eine zentrale Rolle bei der Konstruktion der milliardenschweren Schattenbanken, die schlie&szlig;lich implodierten, wie etwa bei der in Staatshand befindlichen IKB. Zugleich trieb die Deutsche hunderte deutscher Mittelst&auml;ndler und Kommunen in hoch riskante Zinsswapgesch&auml;fte. Den Deutschbankern war es dabei einerlei, wenn der Staat, der auch die Frankfurter U-Bahn finanzierte, mit der sie morgens zur Arbeit fahren, hohe Verluste machte.\n<p>Parallel dazu kaufte Ackermann politisches Wohlwollen ein, indem er ,verdienten&rsquo; Finanzpolitikern und Regulierern einen goldenen Karriereabschluss bot: da wechselte Finanzstaatssekret&auml;r Kajo Koch-Weser ebenso zur Deutschen wie der oberste deutsche Bankenaufseher Helmut Bauer oder der Chef der mit der weltweiten Koordination der Bankenaufsicht befassten Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich, Malcolm Knight. &Auml;hnlich wie die Kollegen von Goldman Sachs, die Ottmar Issing auf ihrer Gehaltsliste f&uuml;hren, lie&szlig; sich die Deutsche Bank diese Art von Landschaftspflege Millionen kosten. So kontrollierte die Bank faktisch die Beh&ouml;rden, anstatt, dass sie kontrolliert wurde.<\/p>\n<p>Die von der Politik protegierten Landesbanken wiederum sind seit Jahrzehnten eine Lachnummer f&uuml;r die Wall Street. Ihre Spekulationen mit vom Staat garantierten Geldern haben ganze Generationen von Investmentbankern ern&auml;hrt. So stiegen die Landesbanken erst dann gro&szlig; in den USA ein, als sich die dortigen Investoren aufgrund der abnorm steigenden Hauspreise bereits zur&uuml;ckzogen. Durch die Vereinbarung mit der EU- Kommission von 2001 hatte es der Gro&szlig;lobbyist der Landesbanken, Peer Steinbr&uuml;ck (damals NRW-Finanzminister), zusammen mit seinen Kollegen Faltlhauser (Bayern) und Stratt haus (Baden-W&uuml;rttemberg), erreicht, dass bis 2005 rund 100 Milliarden Euro mit Staatsgarantien von den Banken emittiert werden konnten, die gro&szlig;teils direkt und zum Zeitpunkt des h&ouml;chsten Risikoniveaus in die USA flossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/;art141,2669917\">tagesspiegel.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KF:<\/strong> Ein starker Artikel des Tagesspiegels, auch wenn er viel sagt, was NDS Leser schon wissen. <\/em><\/p>\n<p><strong>Erg&auml;nzung AM:<\/strong> Aber der Artikel ist, weil er im eher konservativen Tagesspiegel steht, direkt nutzbar, um Menschen aus diesen Schichten die Augen zu &ouml;ffnen. &ndash; Steinbr&uuml;cks direktes Involviertsein erkl&auml;rt auch sein Auftreten: immer h&auml;rter, mit immer affirmativer Stimme, immer aggressiver und rechthaberischer. So geb&auml;rden sich Leute, die &bdquo;die Hosen gestrichen voll haben&ldquo;.<\/p><\/li>\n<li><strong>Sparkassen weisen den Weg<\/strong><br>\nNicht die internationalen Privatbanken, sondern die lokal agierenden Banken st&uuml;tzen die Wirtschaft. Daher sollte jetzt das Bankwesen weitgehend regionalisiert werden<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2008%2F11%2F27%2Fa0176&amp;cHash=375a14cc03&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Gefangener der eigenen Vertr&auml;ge<\/strong><br>\nDas jetzt h&auml;ufig reklamierte Primat der Politik zur Eind&auml;mmung der Finanzkrise wird am geltenden EU-Recht scheitern. In Artikel 56 I EGV (Nizza-Vertrag\/ s. Glossar) wird die Kapitalverkehrsfreiheit gleichlautend mit Artikel 63 I des AEUV als Teil des Lissabonner Vertrages folgenderma&szlig;en formuliert: &ldquo;Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschr&auml;nkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten und dritten L&auml;ndern verboten.&rdquo; Diese Vorschrift wird logischerweise als Pflicht zur Liberalisierung des Kapitalverkehrs verstanden, das hei&szlig;t, zur Deregulierung der Finanzm&auml;rkte. Eine Pflicht, die nicht nur innerhalb der EU, sondern auch gegen&uuml;ber Drittstaaten gilt. \n<p>Eine nachhaltige Re-Regulierung der Finanzm&auml;rkte ist demnach weder mit dem Geist noch den Buchstaben der EU-Vertr&auml;ge vereinbar. Die Bundesregierung scheint das nach dem ersten Schock zu registrieren und steuert um auf marktkonforme Mechanismen, indem sie nun viel von mehr Transparenz auf den Finanzm&auml;rkten redet. Doch k&ouml;nnen die das Kasino nicht stilllegen, weil die Shareholder hohe Rendite erwarten &ndash; und gezockt wird in Kenntnis des Risikos. So wird die Finanzmarktkrise m&ouml;glicherweise zu einer Krise der EU, weil die sich mit ihren Vertr&auml;gen auf den Finanzmarkt getriebenen Kapitalismus festgelegt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/48\/08480801.php\">Freitag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und Leute wie Vaclav Klaus warten nur darauf, um eventuelle Verst&ouml;&szlig;e vor den Europ&auml;ischen Gerichtshof  zu bringen und Recht zu bekommen, siehe die Urteile gegen Gewerkschaften im Namen der Dienstleistungsfreiheit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bundesfinanzministerium: &Uuml;bersicht &uuml;ber die Steuerrechts&auml;nderungen seit 1964<\/strong><br>\nEine hochinteressante &Uuml;bersicht &uuml;ber die Steuermehr- und Steuermindereinnahmen durch die zahllosen Steuerrechts&auml;nderungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_4160\/DE\/BMF__Startseite\/Service\/Downloads\/Abt__I\/0811211a5002,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\">Bundesministerium der Finanzen [PDF &ndash; 328 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es w&auml;re h&ouml;chst interessant, welche Entlastungen bzw. Belastungen f&uuml;r Lohnempf&auml;nger und f&uuml;r Kapital- und Verm&ouml;genseink&uuml;nfte es in dieser Zeit gegeben hat. Vor allem w&auml;re es auch spannend welche Entlastungen die Unternehmensteuerreformen von Rot-Gr&uuml;n und der Gro&szlig;en Koalition seit 1998 mit sich gebracht haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Werner Vontobel: Bremsklotz<\/strong><br>\nIm Sachverst&auml;ndigenrat der Regierung entscheidet die Mehrheit, nicht das bessere Argument. Der W&uuml;rzburger Volkswirt Peter Bofinger ist nicht mehr der einzige, der mit einer Minderheitenmeinung an alten Dogmen r&uuml;ttelt. Auch der Vorsitzende der Runde, der Darmst&auml;dter &Ouml;konom Bert R&uuml;rup geh&ouml;rt mit seinem Votum f&uuml;r einen Mindestlohn jetzt zu den Dissidenten. R&uuml;rup zeigt, dass die angef&uuml;hrten Expertisen das Ergebnis schon in ihren Annahmen einprogrammiert haben. \n<p>Bofinger wiederum schaut nach, wie sich Deutschland als Land ohne Gehaltsuntergrenze in punkto Besch&auml;ftigung, Lohn und Nachfrage von anderen L&auml;ndern unterscheidet. Die wichtigsten Ergebnisse: Zwischen 2000 und 2007 sind die L&ouml;hne in der Bundesrepublik im Jahresmittel um 0,8 Prozent gestiegen. Im &uuml;brigen Euro-Raum, in Gro&szlig;britannien und in den USA lagen die Zuwachsraten zwischen 3,2 und 4,0 Prozent. In Deutschland wuchs die Besch&auml;ftigung im selben Zeitraum lediglich um 0,2 Prozent pro Jahr, in Gro&szlig;britannien und den USA waren es dagegen 0,9 Prozent, im Euro-Raum ohne die Bundesrepublik sogar 1,5 Prozent. Diese Fakten  zeigen, dass niedrige L&ouml;hne das Wachstum der Binnennachfrage in einem Ausma&szlig; beinflussen, das von den Export&uuml;bersch&uuml;ssen bei weitem nicht kompensiert wird. Bofingers Zahlen zeigen, dass die Bundesrepublik &ndash; mit dem Segen des Sachverst&auml;ndigenrates &ndash; j&auml;hrlich rund 400 Milliarden Euro Binnennachfrage gegen 170 Milliarden Export&uuml;berschuss getauscht hat. Damit macht Deutschland nicht nur im eigenen Land, sondern auch weltweit Millionen von Jobs kaputt.<\/p>\n<p>Nun w&uuml;rde man erwarten, dass ein Expertengremium diese Einw&auml;nde w&uuml;rdigt &ndash; und gegebenenfalls mit Gegenargumenten entkr&auml;ftet. Doch nichts davon. Die Mehrheit entscheidet, nicht die Argumente. Bofinger und R&uuml;rup werden mit Platituden niedergewalzt: &ldquo;Mit den Arbeitsmarktreformen hat der Gesetzgeber einen insgesamt betrachtet zielf&uuml;hrenderen Weg eingeschlagen, anstatt das Rad wieder zur&uuml;ckzudrehen, muss der Kurs beherzt fortgesetzt werden.&rdquo; Herz kommt offenbar vor Verstand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/48\/08480403.php\">Freitag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Nur jeder Dritte unter 30 schafft den Ausstieg aus Hartz IV<\/strong><br>\nRund 40 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren, die im Januar 2005 Arbeitslosengeld II bezogen, waren bis Ende 2006 durchgehend auf diese Leistung angewiesen. Das zeigt eine am Mittwoch ver&ouml;ffentlichte Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Rund 60 Prozent der jungen Arbeitslosengeld-II-Bezieher konnten innerhalb des Beobachtungszeitraums von zwei Jahren ihre Hilfebed&uuml;rftigkeit &uuml;berwinden. Doch fast die H&auml;lfte dieser Gruppe hat im selben Zeitraum zumindest vor&uuml;bergehend erneut Arbeitslosengeld II in Anspruch nehmen m&uuml;ssen. Nur rund ein Drittel der jungen Erwachsenen hat in den zwei Jahren den Ausstieg aus der Hilfebed&uuml;rftigkeit dauerhaft geschafft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2008\/kb2208.pdf\">IAB Kurzbericht 22\/08 [PDF &ndash; 1 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Comeback des Peter Hartz<\/strong><br>\nDie Reform des Arbeitsmarkts basiert auf seinen Ideen, jetzt mischt sich Peter Hartz wieder in die Politik ein &ndash; und entwirft ein Konzept f&uuml;r den Arbeitsmarkt im Saarland. Der fr&uuml;here VW-Manager Peter Hartz entwirft dem Bericht zufolge ein neues Konzept f&uuml;r den Arbeitsmarkt im Saarland. Hartz arbeite seit Monaten mit Wissenschaftlern an dem Programm, der Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Job verhelfen und im Saarland getestet werden soll. Dabei soll es auch um Coach-Programme f&uuml;r Langzeitarbeitslose gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/488\/449218\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Manche werden eben aus Fehlern nie klug.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Das Oligopol schl&auml;gt zu<\/strong><br>\nAuf die Verbraucher kommen kr&auml;ftige Strompreiserh&ouml;hungen zu. Nach einer Markt&uuml;bersicht des Internetportals Verivox wollen zum 1. Januar 354 Anbieter die Tarife f&uuml;r mehr als 14 Millionen Haushalte heraufsetzen. Im Schnitt liege die Erh&ouml;hung bei 8,5 Prozent oder 74 Euro mehr pro Jahr f&uuml;r einen Vier-Personen-Standardhaushalt. Die Branchenriesen Eon und RWE haben zudem weitere Aufschl&auml;ge angek&uuml;ndigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1636289&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wann werden endlich solche Renditej&auml;ger vom Netz genommen. &ndash; Allerdings w&auml;re auch etwas mehr Recherche seitens der Presse w&uuml;nschenswert. Wie werden die Erh&ouml;hungen begr&uuml;ndet?  Eine Zeitung berichtete von einer Anpassung an gestiegene Beschaffungskosten. Worin bestehen diese Beschaffungskosten? usw.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Derzeit bekannte &Auml;nderungen von Strompreisen bei Grundversorgungstarifen zum 01.01.2009<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/download\/0,6741,7007507,00.pdf\">ZDF [PDF &ndash; 52 KB]<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begr&uuml;ndete die Tariferh&ouml;hungen mit gestiegenen Beschaffungskosten. Die Gro&szlig;handelspreise an der Leipziger Stromb&ouml;rse seien zwischenzeitlich deutlich in die H&ouml;he geschossen. Die Stromversorger deckten sich dort in der Regel ein bis zwei Jahre vor dem Liefertermin mit den von ihnen ben&ouml;tigten Strommengen ein &ndash; zu den zu diesem Zeitpunkt g&uuml;ltigen Konditionen. Dass Kohle und Gas aktuell deutlich billiger zu haben seien, k&ouml;nne sich daher erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt in den Strompreisen widerspiegeln, sagte eine BDEW-Sprecherin.<\/em><\/p>\n<p>Strompreiserh&ouml;hungen also eine Folge von B&ouml;rsenspekulationen in Form einer Art &bdquo;Leerverkauf&ldquo;, d.h. man spekuliert auf in der Zukunft h&ouml;here oder niedrigere Beschaffungskosten. Wenn das der Fall w&auml;re, dann belegt das wieder einmal, wie unsinnig die Privatisierung und die Umwandlung in private Energie-Oligopole ist f&uuml;r die dann k&uuml;nstlich eine Art Wettbewerb auf einer B&ouml;rse geschaffen wurde. <\/p><\/li>\n<li><strong>Mehdorns durchsichtiges Man&ouml;ver<\/strong><br>\nDer Bahn-Chef will vor Tarifgespr&auml;chen bei den Mitarbeitern Angst verbreiten &ndash; und warnt vor Einbr&uuml;chen im G&uuml;terverkehr. Was aber nach wie vor fehlt, ist ein halbwegs realistischer Plan f&uuml;r 2009.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Mehdorns-durchsichtiges-Man%F6ver\/443839.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mehdorn in der Klemme. Einerseits muss er zuk&uuml;nftigen &ldquo;Investoren&rdquo; klar machen, dass er mit den Gewerkschaften zurecht kommt, andererseits versucht er mit einer verhagelten Bilanz im  G&uuml;terverkehrs &ndash; wie wohl im gesamten Logistikbereich die Gewerkschaften zu beeindrucken, was wiederum &ldquo;Investoren&rdquo; abschreckt. Es r&auml;cht sich, dass Mehdorns Bahnpolitik immer irgendwelchen taktischen Spielchen  um den B&ouml;rsengang unterworfen wurde. Jetzt glaubt ihm keiner mehr, auch kein Wirtschaftsblatt wie die FTD.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Millionenverluste durch Cross-Border-Leasing der Wasserversorgung in Baden-W&uuml;rttemberg<\/strong><br>\nEin Filmbeitrag im ZDF<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/639026?inPopup=true\">ZDF<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Ein Desaster<\/strong><br>\nDie Verluste der beiden Wasserversorger sind noch viel gr&ouml;&szlig;er, als von au&szlig;en zu erkennen war. Etliche Millionen Euro wird das grenzenlose Vermieten die beiden Verb&auml;nde kosten.Cross-Border-Leasing stellt sich als das heraus, was seine Kritiker immer darin sahen: als einziges Desaster.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/detail.php\/1883486?lastupdate=2008-11-25_18:39:56\">Stuttgarter Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Patent auf Gewinn<\/strong><br>\nArzneimittel sind ein lukrativer Markt. Mittlerweile entscheiden immer weniger &Auml;rzte, sondern Kassen und Pharmafirmen &uuml;ber ihren Einsatz<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/48\/08481801.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Der DGB lehnt die Arbeitgeberforderung nach einer vorzeitigen Senkung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge auf 19,6 Prozent als gef&auml;hrlichen Populismus ab <\/strong>\n<p>DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach warf den Arbeitgebern im Tagesspiegel vor, die &Ouml;ffentlichkeit zu blenden. &ldquo;Die Arbeitgeberverb&auml;nde gaukeln den Besch&auml;ftigten milliardenschwere Entlastungen vor, leider mit ungedeckten Schecks, die letztlich zu h&ouml;heren Belastungen f&uuml;hren. Einem Durchschnittsverdiener mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.500 Euro w&uuml;rden zwar 3,75 Euro mehr bleiben, doch er m&uuml;sste das Doppelt- und Dreifache privat zur&uuml;cklegen, weil durch Beitragsenkungen letztlich weitere Rentenk&uuml;rzungen drohen&rdquo;, so Buntenbach.<br>\nQuelle: <a href=\"vhttp:\/\/www.dgb.de\/2008\/11\/22_rentenbeitragsenkung_ist_populismus\/\">DGB<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Heimlich will die US-Regierung das Finanzsystem mit fast 8 Billionen Dollar st&uuml;tzen<\/strong><br>\nHinter dem vom Kongress bewilligten Peanuts-Rettungsprogramm von 700 Milliarden setzt vor allem die Fed Billionen aufs Spiel &ndash; Obamas nominierter Finanzminister steckt mittendrin.\n<p>Wir haben uns allm&auml;hlich seit Beginn der Finanzkrise daran gew&ouml;hnt, dass mit Milliarden im zwei- und dreistelligen Bereich jongliert wird. Insgesamt soll die Finanzkrise weltweit den Unternehmen 23 Billionen Dollar Verluste beschert haben, 38 Prozent ihres Werts. Gerade hat die US-Regierung wieder einmal &uuml;ber 300 Milliarden US-Dollar Garantien f&uuml;r die angeschlagene Citigroup, die einst weltweit gr&ouml;&szlig;te Bank, gegeben. Und nun berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg, dass die US-Regierung m&ouml;glicherweise mehr als 7,76 Billionen Dollar Steuergelder zur Rettung des Finanzsystems aufs Spiel setzen k&ouml;nnte. Das ist die H&auml;lfte dessen, was letztes Jahr in den USA hergestellt worden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/29\/29213\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Harald Schumann: Diener vieler Herren<\/strong><br>\nObamas k&uuml;nftiger Wirtschaftschef und der designierte Finanzminister waren selbst Architekten der Krise. Vor ihrer Amtseinsetzung werden sich Summers und Geithner gewiss noch einer Menge kritischer Fragen bei der vorgeschriebenen Anh&ouml;rung im US-Kongress stellen m&uuml;ssen. Denn sie waren an h&ouml;chster Stelle an vielen Entscheidungen beteiligt, die &uuml;berhaupt erst zum Beinahekollaps des Finanzsystems gef&uuml;hrt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/Barack-Obama;art771,2669893\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Rezension des Buches &bdquo;Der Klassenkampf&ldquo; von Francois Ruffin in Le Monde <\/strong><br>\n&Uuml;bertragen von Gerhard Kilper:\n<p><strong>Herv&eacute; Kempf: Schluss mit dem konturenlosen linken Diskurs<\/strong><br>\nWesentliche Inhalte von Kempfs Besprechung des Buches von Fran&ccedil;ois Ruffin, &bdquo;Der Klassenkampf&ldquo; (Fayard 2008) in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 20.11.2008; Originaltitel der Besprechung: &bdquo;Pour en finir avec la gauche molle&ldquo;.<\/p>\n<p>Nach Kempf braucht man Unabh&auml;ngigkeit und Frechheit eines Milliard&auml;rs, um gesellschaftlich ge&auml;chtete Worte &ouml;ffentlich in den Mund nehmen zu k&ouml;nnen. Der reichste amerikanische Milliard&auml;r, Warren Buffet, sprach im November 2006 eine ungeh&ouml;rige Wahrheit aus: &bdquo;Der Klassenkampf ist ein historischer Fakt, er wird von meiner Klasse, der Klasse der Reichen gef&uuml;hrt und wir sind dabei ihn zu gewinnen&ldquo; (New York Times vom 26.11.2006).<\/p>\n<p>Die Erkenntnis Buffets ist Dreh- und Angelpunkt von Ruffins Buch. Aber warum ist das Wort &bdquo;Klassenkampf&ldquo; aus dem politischen Diskurs verschwunden, wo er doch offensichtlich heute aktueller denn je ist?<\/p>\n<p>Buffets Aussage wird durch Studien der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), des Weltw&auml;hrungsfonds IWF und der EU-Kommission gest&uuml;tzt, auf die sich Ruffin in seinem Buch bezieht. Die Studien zeigen, dass sich seit den 1980-er Jahren der Anteil der Gewinne bzw. der Besitzeinkommen am Brutto-Inlandssozialprodukt in allen westlichen Gesellschaften ganz erheblich zu Lasten der Arbeitseinkommen erh&ouml;ht hat. Der Anteil letzterer sank in den G7-L&auml;ndern zwischen 1983 und 2006 um 5,8%, ein gesellschaftlicher Tatbestand, der nicht ins &ouml;ffentliche Bewusstsein vorgedrungen ist, weil er von Medien verschwiegen und von Politikern kaum erw&auml;hnt wird. Durch sein Zahlenmaterial zeigt Ruffin, dass unter der Redistribution zugunsten der reichen Oligarchien in den westlichen Industriel&auml;ndern heute besonders die Generation 30-J&auml;hrigen leidet, der das Prekariat droht.<\/p>\n<p>Ruffin ist erstaunt, dass die Linke als Interessenvertreter der Arbeitnehmer diesen Sachverhalt in der politischen Diskussion nicht anspricht, in Frankreich weder die Sozialistin S&eacute;gol&egrave;ne Royal noch die Kommunistin Marie-George Buffet. Zur Erkl&auml;rung verweist Ruffin auf Emmanuel Todd: &bdquo;Den Mitglieds-Kern linker Parteien bilden Lehrer, die von den &ouml;konomischen Arbeitnehmer-Schocks durch die Umstrukturierungen der letzten 20 Jahre verschont geblieben sind bzw. keine Verbindung mehr zu diesem urspr&uuml;nglichen soziologischen Kern der Linken haben&ldquo;.<\/p>\n<p>Weiter zitiert Ruffin Ergebnisse der CNRS-Forscherin Josette Lef&egrave;vre, die das von den Gewerkschaften seit mehreren Jahrzehnten verwendete Vokabular untersuchte und zum Schluss kommt, dass seit den 1980-er Jahren der Begriff &bdquo;Klasse&ldquo; nicht nur aus dem Diskurs der franz&ouml;sischen sozialistischen Partei PS, sondern auch aus dem Diskurs der Arbeiter-Gewerkschaften verschwunden ist.<\/p>\n<p>Ruffin stellt in seinem Buch die gesellschaftliche Bedeutung des Makro-Einkommensumverteilungs-Sachverhalts heraus. Zum besseren Verst&auml;ndnis der aktuellen Generaloffensive des Geldes gegen die arbeitenden Menschen schl&auml;gt er der Linken f&uuml;r ihren politischen Diskurs die R&uuml;ckbesinnung auf das grobe gesellschaftliche Beziehungsschema Arbeit\/Kapital vor.<\/p>\n<p>F&uuml;r einen politischen Neuanfang der Linken empfiehlt Ruffin eine von einem gemeinsamen Interessen-Sockel ausgehende und auf breites Faktenmaterial gest&uuml;tzte Reflexion dar&uuml;ber, durch welche neuen Regeln das sozio-&ouml;konomische Verteilungsspiel  ver&auml;ndert werden kann. Ruffin verweist auf die Aktualit&auml;t der Schriften und Reden des alten Urgesteins der franz&ouml;sischen Sozialisten, Jean Jaur&egrave;s, der, ohne in marxistischen Dogmatismus zu verfallen, die soziale K&auml;lte des Klassenkampfes anprangerte.<\/p><\/li>\n<li><strong>Tipp: Eine DVD zum Hartz-IV-Tribunal der Gewerkschaften<\/strong><br>\nAls das Hartz-IV-Tribunal im Januar 2008 stattfand, tobte in Hessen der Landtagswahlkampf. Die Losung war damals &raquo;Koch mu&szlig; weg&laquo;. Sieht man jetzt, zehn Monate sp&auml;ter, die Dokumentation, ist der Eindruck, die Zeit sei seitdem stehengeblieben. Die Mehrheit von SPD, Gr&uuml;nen und Linken in Hessen brachte keine Regierung unter einer sozialdemokratischen Ministerpr&auml;sidentin Andrea Ypsilanti zustande, der Landtag ist aufgel&ouml;st, es ist wieder Wahlkampf. Das auf dem Tribunal Er&ouml;rterte ist so aktuell wie seinerzeit: Insbesondere hob die Jury die Mitt&auml;terschaft des hessischen Ministerpr&auml;sidenten hervor: Roland Koch sei Geburtshelfer von Hartz IV und wolle mit seinem Hessen-Modell beweisen, da&szlig; &raquo;die Gesellschaft auch ohne das Soziale machbar&laquo; sei.<br>\nIn Hessen geht es wieder um Koch oder nicht Koch, also ums Ganze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/11-27\/054.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p>Die DVD ist beim 4. Hessischen Sozialforum k&auml;uflich zu erwerben oder unter www.arstuff.net. F&uuml;r Privatpersonen und Initiativen kostet sie 10 Euro, f&uuml;r Organisationen 15 Euro<\/p><\/li>\n<li><strong>Tipp: ORF-Sendung vom 19.11.08 zum Thema &bdquo;Von der Finanzkrise zur Weltkrise&ldquo; auf youtube<\/strong><br>\nHier k&ouml;nnen Sie die ORF-Sendung Club2 vom 19.11.2008 zum Thema &bdquo;Von der Finanzkrise zur Weltkrise&ldquo; online abrufen. Moderation Renata Schmidtkunz, Diskussionsteilnehmer Jean Ziegler, Margit Appel, Dr. F&uuml;rst, Klaus Werner-Lobo, Peter Altmiks und Albrecht M&uuml;ller. Dank an Roger Strassburg:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=09O-ioYR4bs\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 01 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=_0JSC9lRFD0\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 02 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=pfxi7ykTeNU\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 03 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=rhsij_yJw_E\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 04 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=5DMyl-67-ls\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 05 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=ku9Wc-Chp14\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 06 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=GZN49X2Sf2I\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 07 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=urxhOVAHSFw\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 08 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=Gx3tBNRKb5o\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 09 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=Vf-Q8Ae4muE\">ORF Club2 &ndash; 19.11.2008 Teil 10 von 10 (Youtube)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Torturing Democracy<\/strong><br>\nTorturing <strong>Democracy<\/strong> is 2008 documentary film produced by PBS. The film details the use of &ldquo;enhanced interrogation techniques&ldquo; &ldquo;, including waterboarding, by the Bush administration in the War on Terror. The documentary includes interview from U.S. State Department and military personnel, including former Deputy Secretary of State Richard Armitage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/torturingdemocracy.org\/\">Torturing Democracy<\/a> <\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Beschr&auml;nkte Erlaubnis f&uuml;r Konjunkturpakete<\/li>\n<li>Warten &ndash; bis Merkel umf&auml;llt<\/li>\n<li>Haushaltsdebatte<\/li>\n<li>Steinbr&uuml;ck redet Rezession klein<\/li>\n<li>Die Abzocker machen weiter<\/li>\n<li>Deutsche Bank und Landesbanken haben uns in die Krise getrieben<\/li>\n<li>Sparkassen weisen den Weg <\/li>\n<li>EU-Vertr&auml;ge verhindern Bankenregulierung<\/li>\n<li>&Uuml;bersicht &uuml;ber die Steuerrechts&auml;nderungen seit 1964<\/li>\n<li>Bremsklotz Deutschland<\/li>\n<li>Nur jeder Dritte unter 30<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3618\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3618","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3618"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3618\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}