{"id":3619,"date":"2008-11-28T09:48:40","date_gmt":"2008-11-28T08:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3619"},"modified":"2008-11-28T16:36:49","modified_gmt":"2008-11-28T15:36:49","slug":"hinweise-des-tages-785","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3619","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2008<\/li>\n<li>Wozu 1-Euro-Jobs?<\/li>\n<li>Kanzlerin f&uuml;r gutes Wetter<\/li>\n<li> Eiszeit in Deutschland<\/li>\n<li>700 Milliarden? Ha! Es sind 8500 Milliarden<\/li>\n<li>Bayern wird Bank<\/li>\n<li>Finanzkrise als Schocktherapie<\/li>\n<li>WSI-Verteilungsbericht 2008 &ndash; Anhaltende Verteilungsdramatik<\/li>\n<li>Der Gesundheitsfonds: Neue Schieflagen &ndash; Keine Probleml&ouml;sung<\/li>\n<li>Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist gesunken<\/li>\n<li>Moderne Arbeitssklaven<\/li>\n<li>AfA: Die gesetzliche Rentenversicherung muss zentrale S&auml;ule der Altersversorgung bleiben<\/li>\n<li>Comeback von Peter Hartz wegen Kritik gescheitert<\/li>\n<li>Roland Berger auf Sinnsuche<\/li>\n<li>BND: Einsatz im Irak war keine Beteiligung am Krieg<\/li>\n<li>Hauptsch&uuml;ler auf Grundschulniveau<\/li>\n<li>Bayern antisemitischer als der Osten<\/li>\n<li>Glosse: Manager und Schweine <\/li>\n<\/ul><p>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\n<!--more--><br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3619&amp;preview=true\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>BA: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2008<\/strong><br>\n&bdquo;Der Arbeitsmarkt ist noch stabil. Dies zeigen die aktuellen Zahlen: die Arbeitslosigkeit ist im November weiter gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung nahm zu. Und die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern befindet sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass der wirtschaftliche Abschwung den Arbeitsmarkt bald erfassen wird.&ldquo;, erkl&auml;rte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), Frank-J. Weise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/nn_27030\/zentraler-Content\/Pressemeldungen\/2008\/Presse-08-072.html\">Bundesagentur f&uuml;r Arbeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wor&uuml;ber seltener berichtet wird:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Im Monat November befanden sich <strong>1,62 Millionen Personen<\/strong> in einer vom Bund oder der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gef&ouml;rderten <strong>arbeitsmarktpolitischen Ma&szlig;nahme.<\/strong> Das waren im Vergleich zum Vorjahr 0,2 Prozent mehr. Auch gemessen an der F&ouml;rderintensit&auml;t, also dem Verh&auml;ltnis zwischen gef&ouml;rderten Personen und Arbeitslosen, hat von November 2007 zu November 2008 die F&ouml;rderung durch Ma&szlig;nahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zugenommen. W&auml;hrend im November 2007 noch 2,1 Arbeitslose auf eine Person in F&ouml;rderung kamen, waren es im November 2008 nur noch 1,8 Arbeitslose.\n<\/li>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<li>Die <strong>sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung<\/strong> lag im September nach der Hochrechnung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit bei 28,00 Mio., gegen&uuml;ber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 578.000 oder 2,1 Prozent. Dabei entf&auml;llt knapp zwei Drittel des sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsplus auf Vollzeitstellen. D.h. <strong>ein Drittel des Plus landeten in Teilzeit oder andere prek&auml;re Besch&auml;ftigung<\/strong>.\n<\/li>\n<li><strong>In Arbeitsgelegenheiten<\/strong> (in der Mehraufwandsvariante) waren nach vorl&auml;ufigen Angaben im Oktober <strong>301.000 Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger besch&auml;ftigt<\/strong>, 3.000 oder 1 Prozent weniger als vor einem Jahr.\n<\/li>\n<li>Die <strong>Zahl der ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig entlohnt Besch&auml;ftigten<\/strong> hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im September <strong>4,84 Mio.<\/strong> betragen, 8.000 oder 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dar&uuml;ber hinaus &uuml;bten <strong>2,31 Mio<\/strong> sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte <strong>zus&auml;tzlich einen geringf&uuml;gig entlohnten Nebenjob aus,<\/strong> gegen&uuml;ber dem Vorjahr <strong>174.000 oder 8,1 Prozent mehr<\/strong>.\n<\/li>\n<li>Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kr&auml;ftigen Anstieg (bei der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigung) (+5,0 Prozent bzw. +188.000), der zum Teil auf <strong>Arbeitnehmer&uuml;berlassung <\/strong>beruht.\n<\/li>\n<li>Im Oktober lagen <strong>Anzeigen f&uuml;r 57.000 Kurzarbeiter<\/strong> vor. Im Vergleich zum Vormonat war das ein Anstieg um 30.000 und im Vergleich zum Vorjahr um 42.000 angezeigte Kurzarbeiter. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter in den n&auml;chsten Monaten entsprechend erh&ouml;hen wird.\n<\/li>\n<li>Das <strong>gesamtwirtschaftliche Stellenangebot hat im dritten Quartal deutlich abgenommen.<\/strong>\n<\/li>\n<li>Die Arbeitslosigkeit hat sich von Oktober auf November um 8.000 auf 2.988.000 verringert. Der absolute und relative R&uuml;ckgang war deutlich schw&auml;cher als im Durchschnitt der letzten drei Jahre (-56.000 oder -1,4 Prozent).\n<\/li>\n<li>Von den 2.988.000 Arbeitslosen im November wurden 906.000 oder 30 Prozent im Rechtskreis SGB III von einer Agentur f&uuml;r Arbeit und 2.083.000 oder 70 Prozent im Rechtskreis SGB II von einem Tr&auml;ger der Grundsicherung betreut. Die Arbeitslosenzahl ist gegen&uuml;ber dem Vormonat im Rechtskreis SGB III um 19.000 oder 2 Prozent gestiegen, w&auml;hrend sie im Rechtskreis SGB II um 27.000 oder 1 Prozent gesunken ist.\n<\/li>\n<li>Im November nahmen <strong>1.010.000 Personen an F&ouml;rderma&szlig;nahmen<\/strong> teil, die kurzfristig allein durch die Teilnahme gesamtwirtschaftlich die Arbeitslosenzahl reduzieren. Gegen&uuml;ber dem Vormonat hat sich die Teilnehmerzahl um 13.000 erh&ouml;ht.\n<\/li>\n<li>Im Juli 2008 verdienten insgesamt 1.353.000 oder 27 Prozent der erwerbsf&auml;higen Leistungsbezieher in der Grundsicherung Einkommen aus Erwerbst&auml;tigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 100.000 oder 8 Prozent gestiegen.\n<\/li>\n<li>Im November erhielten <strong>5.491.000 erwerbsf&auml;hige Menschen Lohnersatzleistungen<\/strong> nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II. Das waren 431.000 weniger als vor einem Jahr. Integrierte Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit liegen f&uuml;r den Juli vor. Danach waren 48 Prozent der Leistungsempf&auml;nger arbeitslos gemeldet.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.pub.arbeitsamt.de\/hst\/services\/statistik\/000000\/html\/start\/monat\/aktuell.pdf\">Bundesagentur Monatsbericht [PDF &ndash; 1,1 MB]<\/a><br>\n<\/p>\n<p><em>Siehe dazu allerdings: <\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Bosbach: Die verschaukelte Bev&ouml;lkerung &ndash; Wie man mit Statistik t&auml;uschen kann<\/strong><br>\nDie meisten Grafiken machen uns vor, die Arbeitslosigkeit sei rapide gesunken. Man beginnt bei der grafischen Darstellung aber dort, wo die h&ouml;chste Arbeitslosenzahl ist, so dass jegliches Sinken durchaus erfreulich wirkt. Das kommt dadurch, dass man ein grafisches Bild nur fl&uuml;chtig anschaut, aber dieser erste Eindruck bleibe haften. S&auml;he man allerdings eine Grafik der Arbeitslosigkeit, die die Wiedervereinigung seit 1989 einschlie&szlig;t, ist sie zwar leicht gesunken, aber immer noch schlechter als 1989. Von den prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen, in denen die meisten Arbeitslosen gelandet sind, ganz zu schweigen. Tats&auml;chlich haben wir &uuml;ber 7 Millionen Hartz-IV-Bezieher. Gerade beim Problem der Arbeitslosigkeit t&auml;te die Politik aber so, als w&auml;re das Problem schon beseitigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=13186\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wozu 1-Euro-Jobs?<\/strong><br>\nImmer wieder sinnlos Mauern hochziehen, die gleich wieder eingerissen werden, nur um sie dann erneut aufzubauen? Einen ganzen Tag lang den gleichen Flur wischen? Von solchen oder &auml;hnlich unsinnigen 1-Euro-Jobs wurde Ende 2004 in der Presse h&auml;ufiger berichtet.1 Daran wird deutlich, dass mindestens zu Beginn der Arbeit mit dem &ldquo;Hartz IV&rdquo;-Gesetz Arbeitsagenturen und AnbieterInnen von Besch&auml;ftigungsma&szlig;nahmen mit dem neu aufgelegten Instrument der 1-Euro-Jobs offensichtlich &uuml;berfordert waren. Inzwischen haben &ouml;ffentliches Interesse und Emp&ouml;rung deutlich nachgelassen, obwohl zwischen Anfang 2005 und August 2007 in Deutschland insgesamt deutlich &uuml;ber 1,7 Millionen 1-Euro-Jobs angefangen wurden.2 Angesichts dieser extrem hohen Zahl lohnt es sich, die 1-Euro-Jobs einmal n&auml;her unter die Lupe zu nehmen und aufzuzeigen, welche arbeitsmarktpolitische Funktion sie erf&uuml;llen: den immer st&auml;rkeren Ausbau des so genannten Niedriglohnsektors voranzutreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.forum-recht-online.de\/hp\/pdf\/Hefte\/FoR0801_009_Gehrken.pdf\">Forum Recht [PDF &ndash; 296 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Kanzlerin f&uuml;r gutes Wetter<\/strong><br>\nDie Deutschen sind im Grunde &ldquo;sehr stark&rdquo;, die Arbeitslosigkeit niedrig, deutsche Produkte wettbewerbsf&auml;hig und der Haushalt prima saniert. Das hat die Bundeskanzlerin diese Woche gesagt. Jetzt m&uuml;sse nur noch eine Br&uuml;cke zum n&auml;chsten Aufschwung gebaut werden. Das Bestreben mag ehrenwert sein. Be&auml;ngstigend ist nur, dass Merkels Diagnose in der aktuellen globalen Krise naiv wirkt. Die kanzleramtliche Lobliste d&uuml;rfte den Deutschen in den n&auml;chsten Monaten wenig helfen. Es k&ouml;nnte sogar sein, dass das Land auf diese Krise schlechter vorbereitet ist als andere. Nicht besser, wie die Kanzlerin erkl&auml;rt. Grund genug f&uuml;r ein gro&szlig;es Notpaket. So schnell wie m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Kanzlerin-f%FCr-gutes-Wetter\/444629.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Eiszeit in Deutschland<\/strong><br>\nSolange es kein Konjunkturprogramm in Deutschland gibt, das den Namen verdient hat, solange Merkel und Steinbr&uuml;ck den Eichel machen, solange gilt die Wette: Das Brutto-Inlandsprodukt schrumpft n&auml;chstes Jahr um mindestens 1,5 Prozent. Damit bin ich deutlich pessimistischer als Sachverst&auml;ndigenrat und Herbstgutachter, die eine Stagnation erwarten.<br>\n<em>von Robert von Heusinger<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2008\/11\/27\/eiszeit-in-deutschland_446#more-446\">Zeit blog<\/a><\/li>\n<li><strong>700 Milliarden? Ha! Es sind 8500 Milliarden<\/strong><br>\nMit wie viel Geld haftet der amerikanische Staat tats&auml;chlich f&uuml;r das US-Finanzsystem? Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat erstmals alle Fazilit&auml;ten, Garantien und Nothilfen addiert &ndash; und kommt zu einem unfassbaren Ergebnis. Die tats&auml;chlichen Risiken, die der amerikanische Staat bislang eingeht, &uuml;bertreffen das im September verabschiedete, 700 Mrd. $ schwere Rettungspaket um mehr als das Zehnfache. Bei der Addition der Einzelposten kommt man auf 8500 Mrd. $, das ist mehr als die H&auml;lfte des amerikanischen Inlandsprodukts. FTD-Online gibt den &Uuml;berblick.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:Rettung-des-US-Finanzsystems-700-Milliarden-Ha-Es-sind-8500-Milliarden\/444083.html?p=1#a1\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Bayern wird Bank<\/strong><br>\nDie BayernLB rutscht immer tiefer in die Krise und bettelt bei Ministerpr&auml;sident Seehofer um noch mehr frisches Kapital. Nun soll der Freistaat die ben&ouml;tigten 10 Mrd. Euro allein zuschie&szlig;en. Im Gegenzug soll Deutschlands zweitgr&ouml;&szlig;te Landesbank quasi verstaatlicht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:10-Mrd-Euro-Zuschuss-Bayern-wird-Bank\/444235.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Finanzkrise als Schocktherapie<\/strong><br>\nWas den besten Argumenten nicht gelang, schaffte die Aufkl&auml;rung &uuml;ber Realerfahrung mit der Finanzmarktkrise: Der neoliberale Fundamentalismus verspielte seine Glaubw&uuml;rdigkeit. Den Gl&uuml;cksversprechungen der Marktradikalen wurde der Boden entzogen. Die Frage ist heute: Wie wird die neu entstandene politisch-&ouml;konomische Situation verarbeitet? Welche Neujustierung erf&auml;hrt das Verh&auml;ltnis von Markt und Staat? Der Debattenbeitrag gibt dazu keine L&ouml;sungsvorschl&auml;ge. Ihm geht es vor allem um eine Sensibilisierung f&uuml;r neue Unsicherheiten auf dem Weg zu tragf&auml;higen L&ouml;sungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2008_11_kalmbach.pdf\">WSI-Mitteilungen 11+12\/2008 [PDF &ndash; 104 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das offenkundige Scheitern der bisher herrschenden Lehre k&ouml;nnte eine Chance f&uuml;r einen Wechsel bieten, wenn wir nicht zulassen, dass die Banker, Politiker und Meinungsmacher von ihrem vorausgegangenen Tun ablenken und ihre Verantwortung f&uuml;r die Katastrophe auf einzelne &bdquo;S&uuml;ndenb&ouml;cke&rdquo; abschieben k&ouml;nnen. Hinter den Schuldzuweisungen und auch hinter den (zaghaften) Schuldeingest&auml;ndnissen verbergen viele, der angeblich vom Saulus zum Paulus bekehrten, nur ihre Absicht des &bdquo;Weiter-So&rdquo;. Die FDP schiebt die Verantwortung ohnehin wieder nur dem Staat zu und CDU und SPD, vor allem in Person von Merkel und Steinbr&uuml;ck, graben sich ein und hoffen, dass der Sturm &uuml;ber Deutschland hinwegzieht, ohne gr&ouml;&szlig;ere Sch&auml;den anzurichten. Sie warten nur rat- und konzeptionslos ab, in der Hoffnung anschlie&szlig;end wieder weiter machen zu k&ouml;nnen wie bisher. N&auml;chstes Jahr stehen die Bundestagswahlen an, wenn nichts geschieht, wenn wir uns nicht einmischen, wird es danach weitergehen wie bisher. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>WSI-Verteilungsbericht 2008 &ndash; Anhaltende Verteilungsdramatik<\/strong><br>\nDen bis vor Kurzem andauernden Aufschwung verbuchte die Politik als ihren Erfolg &ndash; ungeachtet des ma&szlig;geblichen Anteils, den jenseits nationaler Steuerung der florierende Weltmarkt am Wirtschafts- und Besch&auml;ftigungswachstum hatte. Und sie verschloss g&auml;nzlich die Augen davor, dass es ihr trotz einer wirtschaftlichen Prosperit&auml;tsphase nicht gelungen ist, den seit Jahren zu beobachtenden Trend zunehmender sozialer Ungleichheit zu stoppen. Erst recht konnte sie ihn nicht umkehren. Im Gegenteil: Neoliberale Politikkonzepte versch&auml;rften die Einkommensungleichheit und belasteten das Wachstum. Dass nunmehr die Weltfinanzkrise zur Abkehr vom Neoliberalismus f&uuml;hrt, ist derzeit nicht mehr als eine &auml;u&szlig;erst vage Hoffnung.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/081128_tabelle.jpg\" alt=\"Tabelle Hinweise 2811\"><br>\n<em>Quelle: Statistisches Bundesamt (Fachserie 18: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (Fachserie 18, Stand: Aug. 2008a). &ndash; Berechnungen des Autors. WSI Mitteilungen<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2008_11_schaefer.pdf\">WSI Mitteilungen 11 + 12\/2008 [PDF &ndash; 300 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Gesundheitsfonds: Neue Schieflagen &ndash; Keine Probleml&ouml;sung<\/strong><br>\nEs ist bereits heute absehbar, dass der Gesundheitsfonds dazu beitragen wird, die Finanzierungslasten in der GKV mittelfristig weiter von den Arbeitgebern auf die Versicherten zu verlagern. Wenn eine Krankenkasse ihre Ausgaben mit den ihr zugewiesenen Mitteln nicht mehr decken kann, muss sie entweder die kassenspezifischen Leistungen k&uuml;rzen oder einen Zusatzbeitrag erheben, der allein von den Versicherten &ndash; und nicht vom Arbeitgeber &ndash; aufgebracht wird. Die Summe aller Zusatzbeitr&auml;ge kann auf bis zu 5 % der GKV-Gesamtausgaben steigen &ndash; der Deckungsgrad durch den Gesundheitsfonds also auf 95 % sinken.<br>\nDer Gesundheitsfonds tr&auml;gt also nichts zur L&ouml;sung der Finanzierungsprobleme in der GKV bei: Weder stellt er die Finanzierung der GKV auf eine dauerhaft tragf&auml;hige Grundlage noch beseitigt er die Gerechtigkeitsdefizite in der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung.\n<p>Vielmehr beinhaltet er mittelfristig eine weitere Verlagerung der Finanzierungslasten von den Arbeitgebern auf die Versicherten. Zwar ist die Einf&uuml;hrung von Elementen eines morbidit&auml;tsorientierten Risikostrukturausgleichs im Ansatz ein Fortschritt; dessen Konstruktion bleibt allerdings unzureichend, und auch nach seiner Einf&uuml;hrung werden starke Anreize zur Risikoselektion fortbestehen.<\/p>\n<p>Die Konstruktion des Zusatzbeitrags und die nur partielle Ber&uuml;cksichtigung der Morbidit&auml;t bei der Finanzmittelzuweisung werden die Krankenkassen mit einem hohen Anteil an einkommensschwachen und chronisch kranken Mitgliedern weiterhin strukturell benachteiligen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2008_11_kommentar.pdf%20\">WSI-Mitteilungen 11 +12\/2008 [PDF &ndash; 328 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Versicherungspflicht: Die L&uuml;cke schlie&szlig;t sich<\/strong><br>\nEin Erfolg der Gesundheitsreform: Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist zuletzt deutlich gesunken. Trotzdem bleiben H&uuml;rden. Und ohne konsequente staatliche Kontrolle der neuen Versicherungspflicht drohen den Kassen wachsende Beitragsausf&auml;lle. \n<p>Knapp 120.000 Menschen, die zuvor nicht krankenversichert waren, haben zwischen April 2007 und September 2008 wieder Versicherungsschutz gefunden.<br>\nIm 1. Quartal 2007, unmittelbar bevor die neue Regelung in Kraft trat, lebten in der Bundesrepublik rund 211.000 Menschen ohne Absicherung im Krankheitsfall.<br>\nJedoch: Einerseits werden nach wie vor potenzielle Versicherte abgeschreckt: Etwa durch Nachzahlungen, die nach einem versp&auml;teten Eintritt in die GKV f&auml;llig werden &ndash; r&uuml;ckwirkend zum Beginn der Versicherungspflicht am 1. April 2007 &ndash; vor allem aber durch relativ hohe Pr&auml;mien und Karenzzeiten in der PKV. Davon betroffen sei gerade &ldquo;eine zentrale Risikogruppe f&uuml;r Nichtversicherte, n&auml;mlich die so genannten kleinen Selbstst&auml;ndigen ohne vormaligen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz&rdquo;, betonen die Forscher. Andererseits melden die gesetzlichen Krankenkassen bereits Beitragausf&auml;lle in Millionenh&ouml;he durch s&auml;umige Neu-Versicherte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_93466.html\">B&ouml;ckler Impuls 19\/2008 <\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Moderne Arbeitssklaven<\/strong><br>\nLeiharbeiter gelten als effektive Ma&szlig;nahme zur Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit. Doch die Bedingungen, unter denen sie schuften m&uuml;ssen, sind teilweise skandal&ouml;s.Rund 50 Leiharbeiter sind in Leipzig t&auml;tig, die einen solchen Vertrag haben. Sie kommen f&uuml;r eine 38-Stunden-Woche auf einen Nettoverdienst zwischen 750 und 850 Euro im Monat.\n<p>Gerade im Osten Deutschlands stellt sich die Situation nun aber wie folgt dar: Die Leiharbeiter-Quote liegt in Firmen nicht selten bei mehr als 50 Prozent, eine &Uuml;bernahme zu besseren Bedingungen erfolgt dagegen eher selten. Zudem trifft es die billigen Arbeitskr&auml;fte als Erste, wenn die Unternehmen in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben, Personal abbauen.<\/p>\n<p>Wie das System funktioniert, wird beim Leipziger Porsche-Werk deutlich. Die Stuttgarter Sportwagenbauer, bekannt f&uuml;r ihre hohen L&ouml;hne, haben aus Kostengr&uuml;nden den Bereich Logistik ausgelagert. Das &uuml;bernimmt als Dienstleister die Schnellecke-Gruppe, die weltweit vor allem f&uuml;r VW t&auml;tig ist und ausgerechnet dem CDU-Oberb&uuml;rgermeister der VW-Stadt Wolfsburg, Rolf Schnellecke, geh&ouml;rt. Die Schnellecke-Gruppe besch&auml;ftigt nur rund 90 der 140 Logistik-Mitarbeiter selber. Die restlichen 50 Leute wurden wiederum an die Zeitarbeitsfirma Avance &bdquo;outgesourct&ldquo;. Dort sind sie als Leiharbeiter angestellt. Von dieser Konstruktion profitieren alle: Porsche, Schnellecke und Avance machen so Gewinne. Nur die Leiharbeiter schauen in die R&ouml;hre.<\/p>\n<ul>\n<li>Laut Vertrag verpflichtet sich der Leiharbeiter, bei Kunden, sogenannten Entleihern, an verschiedenen Orten im gesamten Bundesgebiet und gegebenenfalls im benachbarten Ausland t&auml;tig zu werden. Er k&ouml;nne auch &bdquo;mit minderqualifizierten T&auml;tigkeiten&ldquo; betraut werden: &bdquo;Der Arbeitnehmer kann jederzeit beim Kunden abgerufen und bei anderen Kunden eingesetzt werden.&ldquo; Dazu habe die Avance GmbH als Arbeitgeber das Recht.\n<\/li>\n<li>Der Leiharbeitnehmer ist zur &bdquo;Erbringung von Schicht-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit&ldquo; verpflichtet. Nach Ende der Probezeit betr&auml;gt die K&uuml;ndigungsfrist lediglich vier Wochen.\n<\/li>\n<li>Der Stundenlohn liegt gerade mal bei 5,77 Euro &ndash; brutto. Durch eine Zulage von 0,84 Euro kommt der Leiharbeiter dann auf 6,61 Euro pro Stunde.<br>\nDas Ganze ist &uuml;brigens legal. Denn Avance beruft sich auf einen Tarifvertrag, der mit den Christlichen Gewerkschaften abgeschlossen wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/oezgenc_oekonomie\/porsche-moderne-arbeitssklaven_aid_351450.html\">Focus<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>AfA: Die gesetzliche Rentenversicherung muss zentrale S&auml;ule der Altersversorgung bleiben<\/strong><br>\nPositionspapier der Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD zur Zukunft einer solidarisch abgesicherten Altersversorgung in Deutschland. Unter anderem fordert die AfA wirksame Ma&szlig;nahmen gegen Altersarmut und den Umbau der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbst&auml;tigenversicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.afa.spd.de\/servlet\/PB\/show\/1762096\/AfA-Positionspapier%20Rentenversicherung.pdf\">Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r Arbeitnehmerfragen [PDF &ndash; 124 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Comeback von Peter Hartz wegen Kritik gescheitert<\/strong><br>\nMit einem Konzept f&uuml;r Langzeitarbeitslose wollte Peter Hartz im Saarland sein Comeback feiern. Nach dem Skandal um Schmiergelder und Lustreisen war es lange ruhig gewesen um den Namensgeber der Arbeitsmarktreform. Die Kritik am Comeback kam sofort &ndash; und die Saarbr&uuml;cker Arbeitsagentur reagierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article2790025\/Comeback-von-Peter-Hartz-wegen-Kritik-gescheitert.html\">Die Welt Online<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Stille Konditionierung<\/strong><br>\nMan muss es sich schon auf der Zunge zergehen lassen: Peter Hartz darf Langzeitarbeitslose motivieren. Er darf sie motivieren! So berichten diverse Tageszeitungen, alle im gleichen Ton, kaum kritisch, daf&uuml;r aber angereichert mit der M&auml;r von der notwendigen Motivation arbeitsloser Menschen. Nat&uuml;rlich schreibt man nicht von der Faulheit der Arbeitslosen, von ihrem Sofa-Dasein und der Alkohollastigkeit &ndash; in den Tageszeitungen sind die Arbeitslosen nicht faul, sie m&uuml;ssen nur motiviert werden, um wieder arbeiten zu wollen. Wo darin der Unterschied liegt, kann &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; nur die betreffende Redaktion beantworten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2008\/11\/stille-konditionierung.html\">ad sinistram<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Roland Berger: Der Ratgeber der Deutschland AG als Sinnsucher<\/strong><br>\nAls erster Einfl&uuml;sterer der alten Deutschland AG hat er gleich drei Bundeskanzlern gedient, unz&auml;hlige Vorst&auml;nde beraten und nahezu jedes Dax-Unternehmen von innen gesehen. Damit ist jetzt Schluss, denn Roland Berger hat nach eigenen Worten &ldquo;einen neuen Lebensabschnitt begonnen&rdquo; &ndash; als Sinnsucher und Stifter. Aus seinem Privatverm&ouml;gen hat der ehemalige Top-Berater 50 Mill. Euro spendiert, um damit seine neue Roland-Berger-Stiftung zu finanzieren. &ldquo;Das ist eine stolze Summe und nicht mal eben etwas&rdquo;, staunt denn auch Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler, der am Montagabend in Berlin vor ausgesuchten G&auml;sten aus Wirtschaft und Politik den ersten Menschenrechtspreis der Roland-Berger-Stiftung verlieh. Der mit einer Million Euro dotierte Preis geht an Somaly Mam, eine Aktivistin aus Kambodscha, die mit viel Mut und Leidenschaft gegen Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern k&auml;mpft.\n<p>Als &ldquo;Ratgeber der Republik&rdquo; habe Berger w&auml;hrend seiner aktiven Zeit keine besonders soziale Ader gezeigt. Erst sp&auml;ter sei in ihm die Einsicht gereift, dass man etwas tun m&uuml;sse, um anderen zu helfen &ndash; und um der Nachwelt erhalten zu bleiben. Dass Berger auch in seiner neuen Rolle als Wohlt&auml;ter gerne im Mittelpunkt steht, zeigte die mit viel Pomp und Prominenz gefeierte Preis-Gala.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2097731,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Statt einer Anmerkung:<\/strong> <a href=\"?p=3099#more-3099\">Am Geld der Roland Berger Stiftung kleben der Schwei&szlig; und das Leid von Millionen Menschen<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;BND-Einsatz war keine Teilnahme am Krieg&rdquo;<\/strong><br>\nW&auml;hrend des Irak-Kriegs hat der Bundesnachrichtendienst (BND) nach Aussage von Ludwig Mundt keine &ldquo;im engeren Sinne&rdquo; milit&auml;risch nutzbaren Informationen zur Lage in Bagdad an die US-Armee geliefert. Vor dem Untersuchungsausschuss erkl&auml;rte der ehemalige Leiter der Abteilung Operative Beschaffung beim BND am Donnerstag, die seinerzeit in der irakischen Hauptstadt aktiven zwei BND-Mitarbeiter h&auml;tten zwar eine Vielzahl auch milit&auml;risch bedeutsamer Zieldaten nach Pullach gemeldet. Die f&uuml;r Auswertung zust&auml;ndige Abteilung habe jedoch gem&auml;&szlig; der von der BND-Spitze und der Bundesregierung beschlossenen Vorgaben keine &ldquo;kriegsrelevanten&rdquo; Erkenntnisse zur Situation in Bagdad &uuml;ber einen beim US-Hauptquartier in Katar stationierten BND-Verbindungsmann (&ldquo;Gardist&rdquo;) an die Amerikaner weitergegeben. Das parlamentarische Gremium pr&uuml;ft, ob der BND-Einsatz der Linie der damaligen rotgr&uuml;nen Bundesregierung widersprach, Deutschland mache beim Irak-Krieg nicht mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2008\/2008_325\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Hauptsch&uuml;ler auf Grundschulniveau<\/strong><br>\nDie Kultusminister beharren auf niedrigeren Test-Standards f&uuml;r Hauptsch&uuml;ler, um schlechte Pisa-Ergebnisse zu verschleiern. Ein Forscher warnt: Dann sind wir auf Grundschulniveau.\n<p>Am sp&auml;ten Dienstagabend k&auml;mpfte Nordrhein-Westfalens Kultusministerin Barbara Sommer (CDU) im Fernsehen um ihre Hauptsch&uuml;ler. Man k&ouml;nne nicht pauschal behaupten, dass Hauptsch&uuml;ler d&uuml;mmer seien, warnte sie in der Maischberger-Sendung &ldquo;Wie dumm ist Deutschland?&rdquo;. Schon am Donnerstag zeigt Sommer, wie sie daf&uuml;r k&auml;mpfen will: Sie will die Anspr&uuml;che an Hauptsch&uuml;ler radikal absenken lassen. In Berlin tagt eine Sondersitzung von Schulstaatssekret&auml;ren. Dort sollen die Bildungsstandards f&uuml;r den Hauptschulabschluss so &uuml;berarbeitet werden, &ldquo;dass Anspruch und Wirklichkeit in einem vertretbaren Spannungsverh&auml;ltnis zueinander stehen&rdquo;. So steht es in einem Vorbereitungspapier f&uuml;r die Sitzung, das der taz vorliegt. Kurzum: F&uuml;r die Hauptsch&uuml;ler wird die Latte tiefer gelegt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wissen\/artikel\/1\/hauptschueler-auf-grundschulniveau\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bayern antisemitischer als der Osten<\/strong><br>\nEine Studie belegt, dass es in manchen Westbundesl&auml;ndern &auml;hnlich viel Ausl&auml;nderfeindlichkeit gibt wie in einigen ostdeutschen Regionen.<br>\nDie Zahlen belegen, dass es in manchen wohlhabenden Westbundesl&auml;ndern &auml;hnlich viel Ausl&auml;nderfeindlichkeit und Antisemitismus gibt wie in einigen ostdeutschen Regionen. Dabei stechen Baden-W&uuml;rttemberg und Bayern besonders hervor. Au&szlig;erdem nehmen antisemitische Einstellungen in Ostdeutschland leicht zu.\n<p>Rund 32 Prozent der Befragten in Ost und West stimmen zu, dass die Bundesrepublik durch die vermeintlich vielen Ausl&auml;nder &ldquo;in einem gef&auml;hrlichem Ma&szlig; &uuml;berfremdet&rdquo; sei. Mit 40,8 Prozent sind Arbeitslose am h&auml;ufigsten Bef&uuml;rworter ausl&auml;nderfeindlicher Aussagen. Diese Werte korrespondieren mit den 29,9 Prozent der Befragten, die denken, dass, wenn Arbeitspl&auml;tze knapp werden, die &ldquo;Ausl&auml;nder wieder in ihre Heimat&rdquo; zur&uuml;ckgeschickt werden sollen. Im Osten ist die Zustimmung zu ausl&auml;nderfeindlichen Positionen h&ouml;her, im Westen ernten antisemitische Aussagen eine h&ouml;here Zustimmung. &ldquo;32,6 Prozent der ostdeutschen Bev&ouml;lkerung zeigen ausl&auml;nderfeindliche Einstellungen. Das ist beinah doppelt so viel wie in Westdeutschland&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/bayern-antisemitischer-als-der-osten\/%20\">taz<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe auch die Studie selbst: Bewegung in der Mitte<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/do\/05864.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 660 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Interessant und erschreckend an der Studie empfinde ich, dass bezogen auf die &bdquo;Einstellungen&ldquo; der Rechtsextremismus ein politisches Problem in der Mitte der Gesellschaft ist. Bei diesen Einstellungen zeigten Ausl&auml;nderfeindlichkeit und Chauvinismus die h&ouml;chsten Zustimmungswerte, gefolgt vom Antisemitismus. <\/em><\/p>\n<p>Bei den Befragten mit rechtsextremer Einstellung war deren wirtschaftliche Ausgrenzung und das Gef&uuml;hl politischer Ohnmacht ein wichtiger Faktor.<br>\nSehr viele tendieren zu der Meinung, dass wenn die Arbeitspl&auml;tze knapp werden, man die Ausl&auml;nder wieder zur&uuml;ckschicken sollten. <\/p><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt:<\/strong>\n<p>Eine Glosse von Joke Frerichs<\/p>\n<p><strong>Manager und Schweine<\/strong><\/p>\n<p>Die Wortkombination Manager\/Schweine mag die unterschiedlichsten Assoziationen ausl&ouml;sen. Hier soll es um die h&ouml;chst aktuelle Frage gehen, was Manager von Schweinen lernen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Der Zeitungslekt&uuml;re entnehme ich, dass sich derzeit chinesische Manager in einem regelrechten Motivationsrausch befinden. Ausgel&ouml;st wurde dieser &ndash; Sie erraten es? &ndash; durch ein Schwein. Das kam so: W&auml;hrend des schweren Erdbebens in S&uuml;dwestchina, bei dem ca. 70.000 Menschen umkamen, &uuml;berlebte unter den Tr&uuml;mmern eines eingest&uuml;rzten Hauses ein graues Hausschwein namens Zhu Jianquing. &bdquo;Zhu&ldquo; hei&szlig;t Schwein und &bdquo;Jianquiang&ldquo; ungef&auml;hr kr&auml;ftig, stark. Den Namen des Hausschweins k&ouml;nnte man folglich mit Sau Stark &uuml;bersetzen.<\/p>\n<p>36 Tage lang hatte das Schwein unter den Tr&uuml;mmern gelegen, bis es von Soldaten befreit wurde, die an den Aufr&auml;umarbeiten beteiligt waren. Das Schwein, das ehemals 150 kg auf die Waage gebracht hatte, wog gerade noch 50 kg. Es war bis auf die Knochen abgemagert. Die lokale Presse widmete dem Ereignis einen Artikel, der wiederum den Kurator eines dortigen Museums zu einem Werbegag inspirierte. Er kaufte dem Bauern das Schwein ab und stellte es in einem Gatter in seinem Museum aus. Die Medien landauf landab griffen die Geschichte vom widerst&auml;ndigen Tr&uuml;mmerschwein begierig auf: als Erweckungserlebnis zur Krisenbew&auml;ltigung.<\/p>\n<p>Seitdem pilgern f&uuml;hrende Unternehmer, Politiker und &Ouml;konomen in das besagte Museum und lassen sich neben dem mittlerweile wieder zu Kr&auml;ften gekommenen und etwas tr&auml;gen Borstenvieh fotografieren. Chinesische Manager tragen T-Shirts mit der Aufschrift: &ldquo;Ich bin fett, ich bin stark!&ldquo; Das chinesische Internet verzeichnet mittlerweile 8 Millionen Beitr&auml;ge mit Titeln wie: &bdquo;Was k&ouml;nnen Unternehmer von einem Schwein lernen?&ldquo; So etwa lautet der Titel eines Essays des bekannten chinesischen &Ouml;konomen Shi Hanbing. Nachdem dieser die Schweinstugenden ausf&uuml;hrlich dargestellt und gew&uuml;rdigt hat, kommt er zu folgendem Resultat: &ldquo;In der Krise sollte man ausharren und sich auf die eigenen Reserven verlassen, statt gleich die Regierung um Hilfe zu rufen.&ldquo; Schweine seien friedliebend und f&uuml;gten ihren Artgenossen keinen Schaden zu. Usw. usf.<\/p>\n<p>Die ganze Kampagne mit den schweinischen Tugenden scheint sich bis in die h&ouml;chsten Kreise von Politik und Wirtschaft herumgesprochen zu haben. So rief einer der reichsten Unternehmer auf dem chinesischen Unternehmertag seine Kollegen auf, sich an dem Schwein ein Beispiel zu nehmen. &bdquo;Wenn schon Schweine so hartn&auml;ckig sein k&ouml;nnen, wie sehr dann erst wir Menschen. Alle Unternehmen sollten von Zhu Jianqiang lernen.&ldquo;<\/p>\n<p>Ob der Appell den Chinesen bei der Bew&auml;ltigung der aktuellen Finanzkrise eine Hilfe ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Vom Gesundheitszustand des Schweins allerdings l&auml;sst sich berichten, dass Zhu Jianquing mittlerweile wieder &uuml;ber 100 kg wiegt &ndash; dank eines speziellen Kraftfutters und bis zu vier Massagen t&auml;glich. Vielleicht  k&ouml;nnte man in einem &uuml;bertragenen Sinne von einem gezielten Konjunkturprogramm f&uuml;r Schweine sprechen. Das sei allen ideologischen Gegnern von Konjunkturprogrammen ein f&uuml;r allemal ins Stammbuch geschrieben!<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2008<\/li>\n<li>Wozu 1-Euro-Jobs?<\/li>\n<li>Kanzlerin f&uuml;r gutes Wetter<\/li>\n<li> Eiszeit in Deutschland<\/li>\n<li>700 Milliarden? Ha! Es sind 8500 Milliarden<\/li>\n<li>Bayern wird Bank<\/li>\n<li>Finanzkrise als Schocktherapie<\/li>\n<li>WSI-Verteilungsbericht 2008 &ndash; Anhaltende Verteilungsdramatik<\/li>\n<li>Der Gesundheitsfonds: Neue Schieflagen &ndash; Keine Probleml&ouml;sung<\/li>\n<li>Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist gesunken<\/li>\n<li>Moderne<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3619\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3619","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3619"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3619\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}