{"id":36192,"date":"2016-12-09T16:42:22","date_gmt":"2016-12-09T15:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36192"},"modified":"2019-07-09T11:46:34","modified_gmt":"2019-07-09T09:46:34","slug":"10-dirty-little-secrets-die-kleinen-geheimnisse-der-israelischen-hasbara-im-wassersektor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36192","title":{"rendered":"10 dirty little secrets \u2013 die \u201akleinen Geheimnisse\u2018 der israelischen Hasbara im Wassersektor"},"content":{"rendered":"<p>Ein <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/1.752948\">Artikel in Haaretz<\/a> plaudert bisher gutgeh&uuml;tete Geheimnisse aus. Ausf&uuml;hrlicher als sonst wurde letzten Sommer international sowie auch in der israelischen Tageszeitung Haaretz &uuml;ber die eigentlich allj&auml;hrlichen israelischen Wasserk&uuml;rzungen f&uuml;r pal&auml;stinensische St&auml;dte und D&ouml;rfer berichtet. Nachdem Arte und ARD-Radio f&uuml;r das deutsche Publikum entsprechende Beitr&auml;ge gesendet hatten, berichtete auch die Tageschau  am 14. August 2016 &uuml;ber den Wassernotstand in Salfit. Die zwischen Ramallah und Nablus gelegene Bezirkshauptstadt bekam &uuml;ber Monate von Israel nur 40% der vertraglich vereinbarten Zuteilungen und musste den Fastenmonat Ramadan ohne Vorwarnung mit zwei Tagen v&ouml;llig ohne Wasser beginnen. Von <strong>Clemens Messerschmid<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36192#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><\/p><div style=\"border: 1px solid #000; background: #cbcbcb; margin-bottom: 10px;\">\n<p><em>Der Begriff Hasbara (hebr&auml;isch <img decoding=\"async\" style=\"display:inline;vertical-align: bottom;\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/hebrew.png\" alt=\"\" title=\"\"> hasbar&aacute;, &bdquo;Erkl&auml;rung&ldquo; o. &ldquo;Public Diplomacy&rdquo;) beschreibt ein Instrument der &Ouml;ffentlichkeitsarbeit der Regierung Israels, um international eine positive Berichter-stattung &uuml;ber Israel und seine politischen Anliegen zu f&ouml;rdern. (Wikipedia)<\/em><\/p>\n<\/div><p>Obwohl die israelischen Beh&ouml;rden diese K&uuml;rzungen nach anf&auml;nglichem Leugnen l&auml;ngst zugegeben hatten[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>](die Siedlerparteien verlangten in der Knesset sogar ein weiteres Zudrehen der H&auml;hne f&uuml;r pal&auml;stinensische St&auml;dte zugunsten der Siedler), brach in der deutschen Bloggerszene und in verschiedenen Tageszeitungen ein kleiner Shitstorm der Entr&uuml;stung aus.<\/p><p>Landauf landab wurde der Tagesschau &bdquo;Einseitigkeit&ldquo; vorgeworfen, weil sie zu der wahrheitsgem&auml;&szlig;en Berichterstattung vor Ort nicht auch noch die phantastischen Ansichten der Siedler eingeholt hatte. Keine einzige deutsche Zeitung ging der Frage nach dem Wahrheitsgehalt des Berichts aus Salfit nach[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]: Stattdessen wurden in der so typisch autistischen deutschen Debatte  einmal mehr nur die eigenen Befindlichkeiten abgewogen. Antideutsche Blogger[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] und Vertreterinnen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier &uuml;berboten sich in Emp&ouml;rung und zitierten &ndash; halb voneinander abschreibend und halb einander widersprechend &ndash; die inzwischen ziemlich ausgereifte israelische Wasser-Hasbara.<\/p><p>Dabei wurden einige Themen bevorzugt aufgegriffen wie z.B. die folgenden wenig originellen Behauptungen (ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit): Erstens, Israel &uuml;bererf&uuml;lle seine Verpflichtungen aus dem Oslo-Abkommen; es zeige sich au&szlig;erordentlich gro&szlig;z&uuml;gig in der Versorgung der Pal&auml;stinenser. Zweitens sei die Besatzung f&uuml;r die okkupierte Bev&ouml;lkerung die reinste Wohltat und deren Versorgung stetig am Steigen und drittens l&auml;ge die Versorgung der Pal&auml;stinenser inzwischen fast gleichauf mit der in Israel und den illegalen Siedlungen.<\/p><p>Im November legte dann auch die Botschaft des Staates Israel in Berlin nach, mit &bdquo;Fakten zur Wasserversorgung im Westjordanland&ldquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>], basierend auf der neusten Version der israelischen amtlichen Hasbara: &bdquo;The Issue of water between Israel and the Palestinians&ldquo; (dritte Fassung von 2016)[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. <\/p><p>Gleichzeitig erschien in Haaretz am 14. November 2016 unbemerkt ein kleiner, aber &auml;u&szlig;erst erhellender Artikel &uuml;ber eine abgebrochene Sitzung mehrerer israelischer Ministerien, der Armee, der Besatzungsbeh&ouml;rden und der israelischen Wasserbeh&ouml;rde. Dieser kurze Artikel bietet einige Sprengkraft, enth&uuml;llt er doch zehn wichtige bislang gutgeh&uuml;tete Geheimnisse (&sbquo;<strong>dirty secrets<\/strong>&lsquo;) &uuml;ber das israelische Wasserregime im Allgemeinen und die Wasserbeh&ouml;rde (Israeli Water Authority = IWA) im Besonderen. Er straft fast die gesamte Wasser-<em>Hasbara<\/em> Israels L&uuml;gen und zeigt, dass diese aktiv und wider besseren Wissens durch grobe Manipulationen ihr v&ouml;llig verzerrtes Bild entwirft, wonach die Pal&auml;stinenser f&uuml;r die israelische Wasserherrschaft dankbar sein m&uuml;ssten. <\/p><p><strong><u>Die Zahlenakrobatik der israelischen Wasserbeh&ouml;rde<\/u><\/strong><\/p><p>Auch die gesamte deutsche Wasser-Hasbara beruht auf den Ver&ouml;ffentlichungen der israelischen Wasserbeh&ouml;rde und\/oder der israelischen Botschaft in Berlin. Zum Teil wird einfach abgeschrieben[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Die israelischen Aussagen wiederum gehen zur&uuml;ck auf die zahlreichen Publikationen des Ghostwriters der israelischen Wasser-Hasbara (seit 2009[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]), Prof. Haim Gvirtzman, seines Zeichens Bewohner einer ideologisch besonders rechten Siedlung, also des &sbquo;<em>hardcore settlement<\/em>&lsquo; Dolev bei Ramallah. Ebenso beziehen sich die zahlreichen Blogs und laut emp&ouml;rten Aufschreie der Israel-Lobby und Antideutschen[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] als Reaktion auf den Tagesschau-Beitrag vom 14.8.2016 samt und sonders auf diese Quellen.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr01g_.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr01_.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Zu diesen Quellen ist anzumerken: Die gesamten Verbrauchszahlen sind grobe Manipulationen. Manipuliert werden erstens die absoluten Wassermengen, zweitens und besonders extrem, die pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerungszahlen und drittens die weiteren Eingabegr&ouml;&szlig;en und Schritte der Berechnungen. <\/p><p>Da jeder Text etwas anders manipuliert, finden sich unter den &uuml;ber ein Dutzend israelischen Berichten nicht zwei mit denselben Zahlen. Erschwerend bzw. belustigend kommt hinzu, dass die deutschen Israelfans und Blogger weder diese Zahlen verstehen, noch deren Manipulationen erkennen und deshalb wiederum falsch bei den Israelis abschreiben, wodurch das Chaos komplett wird.<\/p><p>Ein Beispiel: Die Botschaft behauptet &uuml;ber den Trinkwasserverbrauch 2006:<\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2006. Bei den Pal&auml;stinensern betrug der Wasserverbrauch damals 58 m3\/c\/y pro Kopf und bei den Israelis 84 m3\/c\/y pro Einwohner.7 <\/p>\n<\/div><p style=\"text-align: right\">(Botschaft, 2016) [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p style=\"text-align: center\"><strong>Angeblich betrug der <u>Netto<\/u>-Verbrauch der Pal&auml;stinenser also <u>58 m3\/k\/Jr<\/u>.<\/strong><\/p><p>Die Botschaft bezieht sich dabei auf angebliche Zahlen aus dem Jahre 2006 und auf die IWA-Hasbara aus dem Jahr 2012 (&sbquo;Wasserfragen &ndash; Hauptfakten &lsquo;, 2012)[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]. In diesem Dokument werden jedoch ganz andere Zahlen pr&auml;sentiert (52 statt 58 Kubikmeter pro Kopf j&auml;hrlich):<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr02.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr02-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>b. Die Wassermenge, die den Pal&auml;stinensern f&uuml;r Trinkwasserzwecke geliefert wird, bel&auml;uft sich auf etwa 110 mkm\/Jr (52 m3\/c\/y oder 142 l\/k\/t). Aufgrund von Wasserverlusten, die durch Leckagen und illegales Anzapfen hervorgerufen werden, liegt der Nettoverbrauch niedriger als die Bruttoversorgung.<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align: right\">\n(IWA 2016: 17)\n<\/p><p>Hierzu ist zweierlei zu bemerken: Erstens, diese IWA-Zahlen beziehen sich auf Brutto-Versorgungsmengen, nicht auf Nettoverbrauch (nach Abzug von Verlusten etc.). Die Antideutschen und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) jedoch kennen den Unterschied zwischen Brutto-Versorgung und Netto-Verbrauch &ndash; also zwischen <em>supply<\/em> und <em>consumption<\/em> &ndash; nicht und werfen auch hier wieder alles durcheinander. Teilweise verwechseln sie in ihrer Unschuld sogar die Gr&ouml;&szlig;enordnungen <em>t&auml;glich<\/em> und <em>j&auml;hrlich<\/em> (<em>l\/k\/t<\/em> und <em>m3\/k\/Jr<\/em>)![<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p style=\"text-align: center\"><strong>Statt <u>58 m3\/k\/Jr<\/u> ist also pl&ouml;tzlich nur noch von <u>52 m3\/k\/Jr Brutto<\/u> die Rede.<\/strong><\/p><p>Und zweitens spricht hier die IWA nicht nur von den israelischen Liefermengen, sondern vom Gesamtumfang aller Wasserversorgungsquellen der Pal&auml;stinenser, also israelischen Lieferungen sowie insbesondere auch pal&auml;stinensischen Versorgungsbrunnen und Quellen innerhalb der West Bank. <\/p><p>Die deutsche Hasbara kennt sich aber noch weniger aus und verwechselt prompt israelische Lieferungen mit der pal&auml;stinensischen Gesamtversorgung (die auch Brunnen und Quellen umfasst) &hellip;<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr03.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr03-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Im Beitrag [<em>der Tagesschau<\/em>, d.Verf.] fehlte die Tatsache, dass Israel den Pal&auml;stinensern mehr Wasser <strong><u>liefert<\/u><\/strong>, als in den Vertr&auml;gen von Oslo Mitte der 1990er Jahre vereinbart wurde, n&auml;mlich 143 Liter pro Tag [= <em>52 m3\/k\/Jr<\/em>, d.Verf.]. Messerschmid wies darauf nicht hin (als Experte m&uuml;sste er das unserer Meinung nach), genauso wenig wie auf die Tatsache, dass die anfallenden Wasserverluste durch die pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde zu verantworten sind.<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align: right\">\n<em>(aus dem Flugblatt der DIG Ulm, gegen den Vortrag von Messerschmid am 16.11.2016, verteilt vor der Veranstaltung an der Volkshochschule Ulm)<\/em>\n<\/p><p style=\"text-align: center\"><strong>Jetzt geht aber es nicht mehr um den <u>Netto<\/u>-Verbrauch, sondern nur noch um <u>52 m3\/k\/Jr Brutto<\/u>-Versorgung.<\/strong><\/p><p>Doch damit ist der Verwirrung anscheinend immer noch nicht genug: Der Haaretz Artikel bezieht sich n&auml;mlich auf nochmals niedrigere Zahlen! Er beginnt mit einer Ausgangszahl von gegenw&auml;rtigen <u>Lieferungen<\/u>[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] von nur <strong><u>45 m3\/k\/Jr<\/u><\/strong> (der Netto-Verbrauch nach Verlusten[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] l&auml;ge dann entsprechend niedriger). <\/p><p>Auch diese neue Zahl findet sich in den Unterlagen der israelischen Wasserbeh&ouml;rde (IWA), diesmal aus dem Jahre 2012. Dieses fr&ouml;hliche Auf und Ab der Verbrauchszahlen ist insofern folgerichtig, als die IWA in ihrer fr&uuml;heren Publikation von viel zu hohen Zahlen ausgegangen war, und dann noch kreativ zus&auml;tzliche Mengen durch angebliche &bdquo;neue pal&auml;stinensische Brunnen&ldquo; miteinberechnet hatte:<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr04.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr04-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>4. \tDie neuen pal&auml;stinensischen Brunnen, die gegenw&auml;rtig gebohrt werden, werden zus&auml;tzlich 10 MCM pro Jahr f&uuml;r den <strong><u>Trinkwasserverbrauch<\/u><\/strong> erbringen. Das bedeutet, dass der t&auml;gliche pro-Kopf Verbrauch <strong><u>138 l\/k\/t<\/u><\/strong> (98,6 MCM\/365 geteilt durch 1,95 Millionen Einwohner) erreichen wird. Wiederum unter Ber&uuml;cksichtigung der Leitungsverluste in H&ouml;he von 10%, wird der pal&auml;stinensische Verbrauch <strong><u>124 l\/k\/t<\/u><\/strong> betragen.<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align: right\">\n(IWA 2012: 22)\n<\/p><p>Durch grobe Manipulation der Bev&ouml;lkerungszahl (nur 1,95 Millionen!), aus der Luft gegriffene Verbrauchszahlen und durch die kreative Erfindung zus&auml;tzlicher Mengen aus nicht vorhandenen Brunnen kommt IWA (2012) auf jene <strong><u>124 l\/k\/t<\/u><\/strong>, die wiederum jenen <strong><u>45 m3\/k\/Jr<\/u><\/strong> entsprechen, von denen der Haaretz-Artikel berichtet und von denen im Folgenden die Rede sein soll. <\/p><p><strong>Wir sind also nun statt eingangs <u>58<\/u> bei nur noch <u>45 Kubikmetern<\/u> pro Kopf und Jahr angekommen. Pro Kopf macht das immerhin einen Unterschied von sage und schreibe <u>36 Litern<\/u> t&auml;glich aus &ndash; d.h. <u>der H&auml;lfte<\/u> des gegenw&auml;rtigen Verbrauchs der Pal&auml;stinenser!<\/strong><\/p><p>Nachfolgend nun die 10 &sbquo;<em><strong>dirty secrets<\/strong><\/em>&lsquo;, die gutgeh&uuml;teten Geheimnisse, die sich durch die Analyse des Haaretz-Artikels und den Vergleich mit den Botschafts-&sbquo;Fakten&lsquo; ergeben.<\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 1<\/u><\/strong><\/p><p>Es stellt sich aber heraus, dass selbst diese <strong><u>45 m3\/k\/Jr<\/u><\/strong>, also die niedrigste von allen Zahlen, hoffnungslos &uuml;bertrieben ist. <\/p><div style=\"background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px; border: 1px solid #000;\">\n<p>&bdquo;Die anwesenden Beamten der Wasserbeh&ouml;rde stellten fest, dass die Pal&auml;stinenser gegenw&auml;rtig nicht 45 Kubikmeter Wasser pro Kopf pro Jahr <strong><u>verbrauchen<\/u><\/strong>, was nach Angaben von Anwesenden Erstaunen unter den anderen hervorrief.&ldquo; (Haaretz 14.11.2016)<\/p>\n<\/div><p>Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Pal&auml;stinenser w&uuml;rden, wenn sie denn 45 m3\/k\/Jr h&auml;tten, leicht <em><u>&uuml;ber<\/u><\/em> dem Verbrauch in Deutschland (ca. 122 l\/k\/t oder 44,5 m3\/k\/Jr) liegen! Das aber bedeutet, weder 58, noch 52 noch 45 Kubikmeter pro Kopf j&auml;hrlich sind richtig. <strong>Die IWA-Ausgangszahl ist also v&ouml;llig falsch, die Lieferungen liegen weit unter 45 m3\/k\/Jr<\/strong>.<\/p><p>Rechnet man nach, ergibt sich folgendes Bild: Der immer wieder von der deutschen und israelischen Hasbara kolportierte Umfang von Wasserlieferungen Israels betr&auml;gt gegenw&auml;rtig 64 Millionen Kubikmeter pro Jahr (mkm\/Jr), inklusive Ost-Jerusalem. Dividiert man die von der Botschaft genannte Zahl von 58 m3\/k\/Jr durch diese Menge, so w&uuml;rde das eine Bev&ouml;lkerungszahl von nur 1,1 Millionen Pal&auml;stinensern in der West Bank (inklusive Ostjerusalem) bedeuten. Tats&auml;chlich jedoch betr&auml;gt die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung der West Bank fast das Dreifache, n&auml;mlich 2,899 Millionen (ohne illegale Siedler). Nur durch grob falsche Einwohnerzahlen kann der von den israelischen Stellen behauptete Pro-Kopf-Betrag herbeigezaubert werden!<\/p><p>Bei den real 2,899 Millionen Einwohnern entsprechen 64 Millionen Kubikmeter pro Jahr jedoch einem tats&auml;chlichen Pro-Kopf-Betrag von nur 22,1 Kubikmetern j&auml;hrlich (<strong>22,1 m3\/k\/Jr<\/strong>, also gerade einmal <strong>60 l\/k\/t<\/strong>), und zwar Brutto, nicht Netto (f&uuml;r <em>supply<\/em>, nicht <em>consumption<\/em>)!<\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 2<\/u><\/strong><\/p><p>Nicht nur die Ausgangszahl (<u><strong>45 m3\/k\/Jr<\/strong><\/u>) ist falsch. Besonders aufschlussreich ist zudem das &bdquo;Erstaunen&ldquo; der &bdquo;anderen Anwesenden&ldquo; an der israelischen Regierungssitzung, denn diese grob falschen Zahlen stammten ja von der h&ouml;chsten amtlich verantwortlichen Stelle, der israelischen Wasserbeh&ouml;rde selbst! Offenbar waren sich die anderen Organisationen und Ministerien dieses systematischen Zahlenschwindels nicht bewusst. Das ist pikant!<\/p><p><strong>Die israelische Wasserbeh&ouml;rde ist sich also der wirklichen Zahlen bewusst &ndash; und damit auch der Art und des Umfangs ihres Schwindels. Die h&ouml;chste regierungsamtliche Organisation im Wasserbereich bel&uuml;gt in ihren zahlreichen Publikationen &uuml;ber Jahre hinweg bewusst nicht nur die &Ouml;ffentlichkeit, sondern auch ihre eigene Regierung, Ministerien, Armee und Milit&auml;radministration, und zwar aktiv und systematisch.<\/strong><\/p><p>Und das macht den Skandal besonders schwerwiegend. Die israelische Wasserbeh&ouml;rde ist n&auml;mlich kein Versorgungsunternehmen wie z.B. Mekorot. Ihre Hauptaufgabe ist die eines &sbquo;<em>regulators<\/em>&lsquo;, also die eines Kontrollorgans, zust&auml;ndig f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung und Einhaltung der gesetzlichen Regularien im Wassersektor. Ihre Zahlen, von Minister Steinitz als L&uuml;gen entlarvt, betreffen also den Kern ihres Aufgabengebiets. <\/p><p>Kein Wunder, dass sich in den Publikationen der Botschaft und der deutschen Israellobby diese Verf&auml;lschungen Eins zu Eins wiederfinden &ndash; allerdings &bdquo;ausgeschm&uuml;ckt&ldquo; mit zus&auml;tzlichen, eigenen Fehlern &ndash; denn diese haben ja das israelische Vorgehen nicht einmal ansatzweise verstanden.<\/p><div style=\"border:1px solid #000; background: #cbcbcb; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Hier stellt sich die Frage: Wie ist dieser Widerspruch zu erkl&auml;ren? Gibt es denn keinerlei solide, verl&auml;ssliche Zahlen? <\/p>\n<p>Es ist im Grunde ganz einfach: Seit dem Weltbankbericht 2009, der mit Israel hart ins Gericht ging, sowie als unmittelbare Reaktion auf diesen Bericht, betreibt Israel eine aktive Wasser-Hasbara. Ihr Spiritus Rektor ist der Hardcore-Siedler Haim Gvirtzman, seines Zeichens Hydrogeologe und Professor an der Hebrew University in Jerusalem. Die Ansichten dieses Experten sind jedoch so extrem, seine L&uuml;gen so krass, dass sich selbst die Hardliner von der Wasserbeh&ouml;rde anfangs noch von ihm distanziert hatten[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. <\/p>\n<p>Wie schon von Gabi Weber (&bdquo;<em>Ein Sturm im Wasserglas<\/em>&ldquo;, 2016) gezeigt, beruht die gesamte deutsche Hasbara auf Gvirtzmans Zahlen, wenngleich in mannigfaltigen Variationen und Verwechslungen&hellip; Auch die Botschaft in Berlin nennt ihn selbstverst&auml;ndlich prominent an erster Stelle ihrer Quellen.<\/p>\n<p>Es gibt aber tats&auml;chlich zuverl&auml;ssige, korrekte Zahlen, sowohl auf der IWA-Website, als auch in den Jahrb&uuml;chern des Hydrologischen Dienstes in Israel (HSI). Diese sind jedoch nur auf Hebr&auml;isch erschienen und verstecken sich in zum Teil endlos langen Tabellen (&gt;200 Seiten) &ndash; also zug&auml;nglich nur f&uuml;r Insider. <\/p>\n<p>Selbstverst&auml;ndlich braucht eine moderne Wasserwirtschaft, wie diejenige Israels, auch korrekte, verl&auml;ssliche Zahlen. Parallel dazu &ndash; und ebendies bringt der Haaretz-Artikel unzweideutig ans Licht &ndash; streut Israel vor allem f&uuml;r das internationale Publikum eine st&auml;ndig wachsende Anzahl an groben L&uuml;gen und Manipulationen, um das Unm&ouml;gliche zu beweisen: dass n&auml;mlich Israel die Pal&auml;stinenser wassertechnisch nicht diskriminiere! <\/p>\n<p>F&uuml;rwahr, keine beneidenswerte Aufgabe&hellip;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p>\n<\/div><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 3<\/u><\/strong><\/p><p>Die Botschaft behauptet, die diskriminierende Ungleichverteilung sei normal. Als Ausrede f&uuml;hrt sie an, das l&auml;ge am Lebensstandard, als ob dieser die Ursache und nicht die Folge der Unterversorgung w&auml;re:<\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Der Unterschied im Wasserverbrauch zwischen Israelis und Palestinsern kann als Ausdruck f&uuml;r unterschiedlichen Lebensstandard interpretiert werden,<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align: right\">\n(S. 2, Orthographie der Botschaft unver&auml;ndert)\n<\/p><p>Es ist schon menschenverachtend und dreist: Nach dieser Logik kann der weltweite Kampf gegen den Hunger auf dem Planeten Erde sofort eingestellt werden, denn der Hunger &ndash; &bdquo;<em>der Unterschied im Essensverbrauch<\/em>&ldquo; &ndash; erkl&auml;rt sich ja dann aus dem Lebensstandard; er &bdquo;<em>kann als Ausdruck f&uuml;r unterschiedlichen Lebensstandard interpretiert werden<\/em>&ldquo; (sic!).<\/p><p>Diese zynische Pseudoerkl&auml;rung hat in Israel leider eine lange Tradition. Sie wurde von allen bisherigen Wasser-Kommission&auml;ren und Milit&auml;rgouverneuren Israels systematisch vertreten, so z.B. von Saul Arlosoroff, Barukh Nagar, Noah Kinarti und nun &ndash; in besagtem Treffen &ndash; auch von den Beamten der Wasserbeh&ouml;rde unter Alex Kushnir&hellip;<\/p><p>Besonders vulg&auml;r brachte dies seinerzeit Noah Kinarti[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] zum Ausdruck. In einem Interview mit Haaretz antwortete er auf die Frage &bdquo;Aber die Pal&auml;stinenser behaupten, unter akutem Wassermangel zu leiden:&ldquo;[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] <\/p><div style=\"border: 1px solid #000; margin-bottom: 10px;\">\n<p>&ldquo;L&uuml;gner! Die haben genug Wasser zu trinken&hellip; Tanklaster gibt es auch in Amman und Damaskus. So machen die das halt. Sie haben nichts unternommen. Sie wollen, dass wir ihnen Wasser bringen und sie wollen auf unsere Kosten leben. &hellip; Gott verlucht! &hellip; Und warum? Ohne jeden Grund! Weil es einfacher ist zu heulen. K&uuml;mmern die sich um ihre Nation? Die wollen doch elendig sein.&ldquo;<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align:right;\">Uri Blau und Yotam Feldman: &bdquo;<em>A Dry and Thirsty Land<\/em>&ldquo; <strong>(Haaretz 13.8.2009)<\/strong><\/p><p>Es l&auml;ge also sozusagen in der &bdquo;Natur&ldquo; der Pal&auml;stinenser, weniger Wasser zu brauchen.<\/p><p><strong>Die fadenscheinige Ausrede, der pal&auml;stinensische Wasserbedarf sei niedriger, ist falsch. Sie ist rassistisch und enthumanisiert Pal&auml;stinenser. Jahrzehntelang verwendete Israel eine rassistische und v&ouml;lkerrechtswidrige Ausrede.<\/strong><\/p><p>Ausgerechnet die Milit&auml;rverwaltung muss hier der IWA widersprechen und richtigstellen, dass Israel schlicht und ergreifend zu wenig liefere. (Immerhin hat sich die Bev&ouml;lkerung seit Oslo verdoppelt.) <\/p><div style=\"border: 1px solid #000;background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Als Reaktion auf die Behauptung der Wasserbeh&ouml;rde erkl&auml;rte der Vertreter des &bdquo;Koordinators der Regierungsaktivit&auml;ten in den Territorien&ldquo; [<em>COGAT<\/em>], dass der begrenzte Wasserverbrauch der Pal&auml;stinenser das Ergebnis der geringen Mengen an Wasserversorgung durch Israel sei und nicht das Ergebnis niedrigen Wasserbedarfs. (Haaretz)<\/p>\n<\/div><p>Diese M&auml;r kann also nun mit COGAT als <strong>v&ouml;lkerrechtswidrig und rassistisch zur&uuml;ckgewiesen<\/strong> werden. Israel diskriminiert die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung bei der Wasserversorgung aktiv und systematisch. Es unterversorgt Pal&auml;stinenser, erkl&auml;rt GOGAT der IWA!<\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 4<\/u><\/strong><\/p><p>Ebenso die von der Wasserbeh&ouml;rde und der Milit&auml;rverwaltung systematisch vorgebrachte und gebetsm&uuml;hlenartig wiederholte Behauptung, nach Oslo sei eben die pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde (PA)  f&uuml;r die Versorgung der St&auml;dte zust&auml;ndig, wurde von Steinitz, dem zust&auml;ndigen Minister f&uuml;r nationale Infrastruktur, Energie und Wasser, zur&uuml;ckgewiesen.<\/p><div style=\"border: 1px solid #000; background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Er verwarf auch das Argument, dass die Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde, die alle gro&szlig;en Westbankst&auml;dte und ein betr&auml;chtliches Gebiet zwischen ihnen kontrolliert, die Verantwortung f&uuml;r die Gew&auml;hrleistung der Wasserversorgung tragen sollte. (Haaretz)<\/p>\n<\/div><p><strong>Die Behauptung, Israel trage nach Oslo keine Verantwortung mehr f&uuml;r die Versorgung der von ihm okkupierten Pal&auml;stinenser, ist ebenfalls eine L&uuml;ge.<\/strong><\/p><p>Genau dieses Argument finden wir jedoch best&auml;ndig in der deutschen Hasbara der DIG, bei den antideutschen Bloggern, sogar bei der Bundestagsabgeordneten Michaela Engelmeier, ihres Zeichens Mitglied der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag und Berichterstatterin der SPD-Fraktion f&uuml;r Israel und die pal&auml;stinensischen Autonomiegebiete im Ausschuss f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] Frau Engelmeier sollte also schleunigst ihr Expertenwissen mit dem zust&auml;ndigen Minister teilen. Gem&auml;&szlig; Oslo, ist die Autonomiebeh&ouml;rde zust&auml;ndig. Punkt. So jedenfalls Frau Engelmeier[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>].<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr05-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Wo bleibt Ihr &bdquo;<em>energischer Protest<\/em>&ldquo;[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] gegen COGAT und den IDF, gegen IWA und die israelische Botschaft in Berlin, gegen den israelischen Minister Steinitz, Frau Engelmeier? Weisen Sie seine &bdquo;<em>uns&auml;glichen, unwahren Behauptungen und echten Unwahrheiten &hellip; mit aller Sch&auml;rfe<\/em>&ldquo; zur&uuml;ck.<\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 5<\/u><\/strong><\/p><p>Laut Haaretz sollen die Wasserlieferungen an die Pal&auml;stinenser 40% niedriger liegen als die an die illegalen Siedler.<\/p><div style=\"border: 1px solid #000; background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px;\">\n<p>F&uuml;r den Zeitraum zwischen 2030 und 2050 projizierte das Modell nur eine zunehmende Versorgung bis zu 65 Kubikmetern pro Person [=<em>178 l\/k\/t<\/em>]. Der Plan ging davon aus, dass &uuml;ber die Jahrzehnte etwa <strong><u>40% weniger Wasser<\/u><\/strong> pro Kopf an die Westbank-Pal&auml;stinenser zugeteilt werden w&uuml;rden als an die Bewohner der Siedlungen, so &bdquo;TheMarker&ldquo; [<em>Wirtschaftsbeilage der Haaretz<\/em>].<\/p>\n<\/div><p>Vor allem jedoch &ndash; und das ist das wirklich Aufsehen Erregende an dem Artikel &ndash; stellte Wasserminister Steinitz unmissverst&auml;ndlich klar, was das V&ouml;lkerrecht von einer Besatzungsmacht verlangt, n&auml;mlich die volle Verantwortung f&uuml;r die Versorgung der unterworfenen Bev&ouml;lkerung und insbesondere das ausdr&uuml;ckliche Verbot, diese wehrlose Bev&ouml;lkerung zu diskriminieren. <\/p><div style=\"border: 1px solid #000; background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Wie berichtet wird, sagte Steinitz den anwesenden Vertretern der Wasserbeh&ouml;rde an dieser Stelle, dass der Plan inakzeptabel sei und dass das V&ouml;lkerrecht verlange, dass Wasser den Einwohnern in einer nichtdiskriminierenden Weise zugef&uuml;hrt werde. (Haaretz)<\/p>\n<\/div><p><strong>Hier haben wir nun die klare und eindeutige Aussage des zust&auml;ndigen Wasserministers: Israel bricht systematisch das V&ouml;lkerrecht, aktiv, t&auml;glich und seit einem halben Jahrhundert. Alle bisherigen Praktiken Israels sind illegal.<\/strong><\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 6<\/u><\/strong><\/p><p>Ein weiteres sehr beliebtes Thema der Hasbara ist die Legende von der nat&uuml;rlichen Wasserknappheit und Israels konsequentem Wassersparen. <\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Die israelische Landwirtschaft arbeitet immer wassereffizienter<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align:right;\">(Botschaft, S. 2).<\/p><p>Laut Botschaft ist das Klima schuld, die Region sei &bdquo;grunds&auml;tzlich&ldquo; trocken (arid), obwohl in Jerusalem mehr Regen f&auml;llt als in Berlin, in Ramallah sogar mehr als in London[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]. Nur durch konsequentes Wassersparen konnte Israel den angeblich nat&uuml;rlichen Wassermangel &uuml;berwinden.<\/p><div style=\"background: #aad7fd; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Israel wie auch die Pal&auml;stinenser befinden sich in einer Region, die grunds&auml;tzlich durch Wasserknappheit gepr&auml;gt ist. Dies kann durch nachhaltigen Umgang und dem Einsatz von moderner Technologie &uuml;berwunden werden. Israel hat in diesem Zusammenhang viele Erfahrungen gesammelt und Innovationen entwickelt.<\/p>\n<\/div><p style=\"text-align:right;\">Botschaft (S. 5)<\/p><p>Der Artikel in Haaretz zeigt jedoch, dass der Siedlerverbrauch bis 2050 auf 108 m3\/k\/Jr steigen soll. Das sind 297 l\/k\/t (&uuml;brigens 37 Liter mehr als in Gesamtisrael, wo der Trinkwasserverbrauch bis 2050 auf 260 l\/k\/t steigen soll[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]). Und was die &bdquo;<em>immer wassereffizientere<\/em>&ldquo; Landwirtschaft betrifft, so soll ihr Verbrauch in Israel um fast 40% wachsen (IWA Masterplan 2050[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]).<\/p><p><strong>Die M&auml;r vom strikten Wassersparen in Israel und seiner Effizienz in der Wassernutzung ist also ebenfalls reine Hasbara.<\/strong><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161209_fisr06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p style=\"text-align: right\">Wasserverbrauch im Vergleich (B&lsquo;Tselem, 2016)[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]<\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 7<\/u><\/strong><\/p><p>Die Siedlerzahl soll im Jahr 2050 fast eine Million betragen. <\/p><div style=\"border: 1px solid #000; background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Der Plan der Wasserbeh&ouml;rde &hellip; geht beispielweise davon aus, dass die israelische Bev&ouml;lkerung in den Siedlungen der Westbank von derzeit 374.000 auf 917.000 im Jahr 2050 wachsen wird. (Haaretz)<\/p>\n<\/div><p><strong>Es gilt demnach schon heute genau ausgearbeitete Pl&auml;ne der Wasserbeh&ouml;rde, die auf einer Verdreifachung der Siedlerzahl in den besetzten Gebieten der West Bank beruhen.<\/strong><\/p><p>Und nat&uuml;rlich wollen Israel und seine Wasserbeh&ouml;rde diese illegalen Siedlungen nicht nur errichten, sondern selbstverst&auml;ndlich auch gro&szlig;z&uuml;gig mit Wasser versorgen, w&auml;hrend die umliegende pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung von st&auml;ndig wachsenden Settlements und gleichzeitig systematischer Unterversorgung erdrosselt werden soll.<\/p><p>Bemerkenswert daran ist, dass die IWA also &uuml;ber sehr genaue Vorstellungen von der Zahl aller Siedler verf&uuml;gt und zwar einschlie&szlig;lich der sog. &bdquo;illegalen Outposts&ldquo;[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]. Die Schutzbehauptung aller israelischen Regierungen, sie k&ouml;nne nicht  genau wissen, wie viele Settlements es g&auml;be, entlarvt sich somit als eine weitere L&uuml;ge. Wollte Netanyahu es wissen, er m&uuml;sste, genau wie Steinitz, einfach nur die IWA fragen&hellip;<\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 8<\/u><\/strong><\/p><p>Doch kommt es noch schlimmer: Diese Pl&auml;ne f&uuml;r eine v&ouml;lkerrechtswidrige Ausweitung der illegalen Siedlungen sind nicht nur bis ins Detail ausgearbeitet &ndash; sie reichen sogar bis ins Jahr 2050! Der Status quo der Besatzung soll offenbar auf ewig festgeschrieben werden. Von 2050 ist es nicht mehr weit bis 2067.<\/p><p><strong>Israel plant schon jetzt eine hundertj&auml;hrige Herrschaft &uuml;ber die West Bank. Und es bereitet diese minuti&ouml;s vor. Bis zum letzten Tropfen, bis zum letzten Pal&auml;stinenser&hellip;<\/strong><\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 9<\/u><\/strong><\/p><p>Die f&uuml;r die Erweiterung der Siedlerversorgung ben&ouml;tigten Investitionen werden nat&uuml;rlich Unsummen verschlingen. <\/p><div style=\"border: 1px solid #000; background: #f5f5f5; margin-bottom: 10px;\">\n<p>Gleichzeitig sagten Quellen der Wasserbeh&ouml;rde, dass israelische Investitionen in gr&ouml;&szlig;ere Wasserleitungen im Westjordanland in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich bis zu siebenmal so hoch liegen werden, als in &bdquo;Israel proper&ldquo; [<em>Staatsgebiet Israels<\/em>]. &hellip; Im Jahr 2050 werden israelische Ausgaben f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Wasserleitungen im Westjordanland in H&ouml;he von 1,25 Milliarden Schekel [<em>305 Millionen Euro<\/em>] vorausgesagt. (Haaretz)<\/p>\n<\/div><p>Im Jahr 2030 w&uuml;rde die Bev&ouml;lkerung Israels 10,9 Millionen Einwohner betragen[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>], also fast das Neunzehnfache der Zahl der illegalen Siedler mit 549,287[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>]. Die Ausgaben f&uuml;r die Wasserversorgung aller Siedler l&auml;gen hingegen beinahe siebenmal h&ouml;her als diejenigen f&uuml;r ganz Israel[<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>].  <\/p><p><strong>Pro Siedlerkopf l&auml;gen damit die Ausgaben, allein f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Wasserleitungen, beim 131-fachen derer in Israel.<\/strong><\/p><p><strong><u><br>&sbquo;Dirty Secret&lsquo; &ndash; Geheimnis Nr. 10<\/u><\/strong><\/p><p>Bei dem bisher Gesagten lassen sich drei Auff&auml;lligkeiten konstatieren. <\/p><p>Erstens stellte sich interessanterweise die israelische Wasserbeh&ouml;rde (IWA) als h&auml;rteste, chauvinistischste und unvers&ouml;hnlichste unter den anwesenden Sitzungsteilnehmern heraus. Die IWA &uuml;bertraf dabei sogar die Armee und die Besatzungsbeh&ouml;rden der Milit&auml;rverwaltung (&bdquo;<em>Civil Administration<\/em>&ldquo;) in der West Bank, und vor allem den eigentlich eher als Hardliner bekannten, neoliberalen Likud-Minister Yuval Steinitz (einst Finanzminister, nun Minister f&uuml;r Infrastruktur, Energie und Wasser)!<\/p><p>Dabei gilt, zweitens, gerade der Wasserbereich als der Peace Maker unter den Hauptkonfliktfeldern zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern[<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>]. Angeblich st&uuml;nde der Wassersektor bereit f&uuml;r &bdquo;pragmatische&ldquo; L&ouml;sungen und Zusammenarbeit[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]. &bdquo;Wasser kann nicht warten!&ldquo; und &bdquo;Wasser kennt keine Grenzen&ldquo; sind typische Slogans &ouml;kologischer Zionisten[<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>], die speziell auch im deutschen offiziellen Entwicklungsdiskurs als Hoffnungstr&auml;ger gehandelt und gro&szlig;z&uuml;gig subventioniert werden. <\/p><p>Hierbei wird ein weiteres Mal die Wirklichkeit vor Ort ignoriert: Der israelische Wassersektor ist alles andere als vers&ouml;hnlich und auf Ausgleich gerichtet. Im offiziellen, professionellen israelischen Wassersektor ist das vollst&auml;ndige Fehlen dissidenter Stimmen gegen die Besatzung und selbst vorsichtiger Ablehnung ihres Wasserregimes besonders schmerzlich sp&uuml;rbar[<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>]. Auch der Mythos vom Wassersektor als Vorreiter im &bdquo;Frieden Schaffen&ldquo; zerschellt hier an der besonders unnachgiebigen Haltung der Wasserbeh&ouml;rde.<\/p><p>Drittens bleibt festzuhalten, dass erst der Streit zwischen den israelischen Beteiligten diese besonders harte Haltung offensichtlich gemacht hat. Seit Jahren l&auml;sst sich der israelische Wassersektor als vers&ouml;hnlicher, an praktischen Erfolgen interessierter apolitischer Player feiern, der zu friedlicher und fairer Zusammenarbeit mit den besetzten Pal&auml;stinensern bereit w&auml;re. <\/p><p>Diese Zusammenarbeit im sogenannten Joint Water Committee (JWC), unter der die systematische Unterversorgung der Pal&auml;stinenser seit Oslo organisiert und noch ausgeweitet wurde, galt auch bei uns als vorbildlich; dies vor allem deshalb, weil wir uns f&uuml;r den sch&ouml;nen Schein &ndash; pragmatische Zusammenarbeit an technischen Problemen &ndash; mehr interessiert haben als f&uuml;r den wirklichen Inhalt und die mehr als ern&uuml;chternden Ergebnisse von &uuml;ber einem Vierteljahrhundert[<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>] &bdquo;Friedensprozess&ldquo;: Die Einwohner der West Bank haben heute eine deutlich niedrigere Wasserf&ouml;rderung[<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>] als vor dem Friedensprozess, der einst zum Ende der Besatzung f&uuml;hren sollte.  <\/p><p>W&auml;re Israel bei seinen Manipulationen und L&uuml;gen geblieben, h&auml;tten wir diese weiter geglaubt. Erst dadurch, dass Minister Steinitz in knappen Worten die g&auml;ngige Praxis als unannehmbar und v&ouml;lkerrechtswidrig bezeichnete, wurde vor aller Augen die wirkliche Lage exponiert:<\/p><p><strong>Der Wassersektor und seine Institutionen sind nicht der vielgelobte Peace Maker, sondern einer der schlimmsten Scharfmacher; erst das kleine St&uuml;ck Ehrlichkeit auf jener Sitzung brachte dies ans Licht.<\/strong><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong><em>si tacuisses, philosophus mansisses!<\/em><\/strong><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>H&auml;ttest du geschwiegen, so w&auml;rst du ein Philosoph geblieben!<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] <strong>Clemens Messerschmid<\/strong>, (Jahrgang 1964) hat in M&uuml;nchen und Aachen Geologie und Hydrogeologie studiert und ist von Beruf Hydrogeologe. Seine Hauptt&auml;tigkeit in Pal&auml;stina besteht in der Erkundung, Erschlie&szlig;ung und Nutzung der &ouml;rtlichen Grundwasserressourcen zumeist im Rahmen von internationalen Projekten. Dar&uuml;ber hinaus versucht er, im Rahmen von Vortr&auml;gen in Europa, Einblicke in die Wassersituation in den besetzten pal&auml;stinensischen Gebieten zu geben und ber&auml;t diesbez&uuml;glich auch politische und Menschenrechtsorganisationen. Mit seinem Vortrag &ldquo;Bis zum letzten Tropfen &ndash; Die pal&auml;stinensische Wasserkrise&rdquo; (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ag9CZQwoBOg\">Vortrag<\/a>) war Clemens Messerschmid im Oktober und November in 20 St&auml;dten Deutschlands und der Schweiz unterwegs. Vereinzelt gab es Proteste der deutschen Israel-Lobby, die Messerschmid &lsquo;falsche Zahlen&rsquo; vorwarf.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Haaretz Artikel von Amira Hass:<\/p>\n<ul>\n<li>Jun 22, 2016: <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/opinion\/.premium-1.726350\">Israel Incapable of Telling Truth About Water It Steals From Palestinians<\/a><\/li>\n<li>Jun 26, 2016: <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/.premium-1.727038\">Palestinian City Parched After Israel Cuts Water Supply<\/a><\/li>\n<li>Jun 28, 2016: <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/.premium-1.727212\">I Went to See the Plight of the Dried-out Settlements. I Found a Pool<\/a><\/li>\n<li>Jul 02, 2016: <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/.premium-1.728455\">No Shortage of Discrimination When It Comes to Water in the West Bank<\/a><\/li>\n<li>Jul 09, 2016: <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/.premium-1.729777\">Israel Blocking Plan to Double Water Supply to West Bank<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Einzig die Bild-&sbquo;Zeitung&lsquo; wartete mit einer ausf&uuml;hrlichen, vor Ort recherchierten Reportage auf, in der sie erwartungsgem&auml;&szlig; alle L&uuml;gen der Siedler ausf&uuml;hrlich zu Wort kommen lie&szlig; und ungefiltert weiterreichte.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Z.B. &ldquo;<a href=\"https:\/\/tapferimnirgendwo.com\/2016\/08\/15\/bundestagsabgeordnete-wirft-der-tagesschau-luegen-vor\/\">tapfer im nirgendwo<\/a>&ldquo;, <a href=\"http:\/\/honestlyconcerned.info\/2016\/08\/15\/ulrich-w-sahm-wassernot-in-der-ard-tagesschau-redaktion\/\">Ulrich Sahm<\/a>, etc.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Quelle <a href=\"http:\/\/www.botschaftisrael.de\/2016\/11\/18\/fakten-zur-wasserversorgung-im-westjordanland\">Fakten zur Wasserversorgung im Westjordanland<\/a> (Nov-16)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Noch nicht im Netz, aber die Draft-Version 2016 liegt vor<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Die Botschaft bezieht sich auf Zahlen aus einem neuen &sbquo;Fact Sheet&lsquo; der IWA (vom Sommer 2016). Die Literaturangaben hierzu sind jedoch irref&uuml;hrend. Der Entwurf des neuen &sbquo;Fact Sheets&lsquo; (2016) liegt uns vor. Eine &auml;ltere Version findet sich im Netz &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.water.gov.il\/Hebrew\/ProfessionalInfoAndData\/2012\/21-Water-Issues-between-Israel-and-Palestinians-Main-Facts.pdf\">Water Issues<\/a>&rdquo; (2012).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Die erste Version der <a href=\"http:\/\/siteresources.worldbank.org\/INTWESTBANKGAZA\/Resources\/IsraelWaterAuthorityresponse.pdf\">&ldquo;Water Issues&rdquo; (2009)<\/a> von Gvirtzman war als Entgegnung auf den f&uuml;r Israel vernichtenden <a href=\"http:\/\/siteresources.worldbank.org\/INTWESTBANKGAZA\/Resources\/WaterRestrictionsReport18Apr2009.pdf\">Weltbankbericht (2009)<\/a> gedacht. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] F&uuml;r eine Analyse dieses Internet-Shitstorms, siehe auch Gabi Weber (2016): &bdquo;<a href=\"http:\/\/othersite.org\/gabi-weber-ein-sturm-im-wasserglas-israellobby-gegen-ard\/\">Ein Sturm im Wasserglas<\/a>&ldquo; (oder Gabi Weber: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34882\">Ein Sturm im Wasserglas &ndash; Israellobby gegen ARD<\/a>&ldquo;)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Die <a href=\"http:\/\/www.water.gov.il\/Hebrew\/Pages\/Water-Authority-Info.aspx\">Fu&szlig;note<\/a> der Botschaft ist irref&uuml;hrend: Auf dieser Seite findet sich NIRGENDS diese Verbrauchszahl. Statt dessen findet sich dort das &sbquo;Water Issues &ndash; Main Facts&lsquo; Dokument (IWA, 2012, s.o.), welches einen Betrag von <strong>40,9<\/strong> m3\/k\/Jr herbeiphantasiert, also 112 l\/k\/t. Prognostiziert wird darin ferner ein baldiger Nettoverbrauch von <strong>45<\/strong> m3\/k\/Jr (124 l\/k\/t). <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] &bdquo;Water Issues &ndash; Main Facts&ldquo; (2012): Ansonsten dient als Hauptquelle f&uuml;r die Botschaft der allerextremste alle Hasbara-Texte, n&auml;mlich die Verzerrungen des rechts-au&szlig;en Siedlers Haim Gvirtzman; Quelle der Botschaft: Gvirtzman, Haim: <a href=\"http:\/\/besacenter.org\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/MSPS94.pdf\">Der israelisch-pal&auml;stinensische Wasserkonflikt: Eine israelische Perspektive.<\/a> Mideast Security and Policy Studies No. 94, Ramat Gan 2012.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Ein Liter t&auml;glich entspricht 0,365 Kubikmetern j&auml;hrlich, also: 1 l\/k\/t = 0;365 m3\/k\/Jr<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Das Wasser, &bdquo;das die staatliche Wasserfirma Mekorot &hellip; den Westbank-Pal&auml;stinensern <strong><u>liefert<\/u><\/strong>, von 45 Kubikmetern pro Person [<em>j&auml;hrlich<\/em>]&ldquo; Haaretz (14.11.2016):<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] IWA (2012: 22) rechnet dabei mit 10% Leitungsverlusten &ldquo;<em>taking into account the 10% water losses (reasonable figure)<\/em>&rdquo; Die Botschaft macht also aus einem j&auml;hrlichen pro-Kopf Verbrauch von 40,9 Kubikmetern einfach einen Verbrauch von 58 Kubikmetern.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Gvirtzman halbierte einfach die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung um den gew&uuml;nschten Pro-Kopf Verbrauch zu erreichen. IWA w&auml;hlte einen &sbquo;Kompromiss&lsquo;, n&auml;mlich den Durschnitt aus L&uuml;ge und Wahrheit&hellip; s.a.: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.water.gov.il\/Hebrew\/ProfessionalInfoAndData\/2012\/22-Water-Issues-Between-Israel-and-the-Palestinians.pdf\">The Issue of Water between Israel and the Palestinians<\/a>&ldquo; &ndash; Gvirtzman\/IWA (March 2009), p. 3 &amp; p. 17<br>\np.3 &ldquo;This document is a policy paper, prepared at the request of the Water Authority by a <strong>group of independent experts<\/strong>. The paper <strong>reflects the experts&rsquo; opinions<\/strong>&rdquo;<br>\np.17 &ldquo;* <strong>Conflicting figures are quoted with respect to the size of the population in the West Bank.<\/strong> For 2006, the Palestinian Central Bureau of Statistics (CBS) quotes a high figure (2.2 million). The American-Israeli Demographic Research Group has determined that the figure is lower (1.4 million).&rdquo; <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] zu solchen Zahlen, siehe &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.palis-d.de\/archive\/pal\/140310CMesserschmidWasserUKrieg.pdf\">Wasser und Krieg<\/a>&rdquo; (SZ 10.3.2014) <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Kinarti war israelischer Chefunterh&auml;ndler in Oslo und Counterpart der Pal&auml;stinenser im Joint Water Committee. Besonders stolz zeigte er sich auf Sitzungen mit den Pal&auml;stinensern dar&uuml;ber, an allen israelischen Kriegen teilgenommen zu haben und eigenh&auml;ndig &sbquo;Araber&lsquo; erschossen zu haben&hellip;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] <em>&bdquo;In a conversation with Haaretz, Kinarti, who is now chief adviser to Israeli Water Authority head Shani, repeatedly describes the Palestinians as liars. He says that for the past 15 years the Palestinians &ldquo;have been lying about the data all the time and have been engaged solely in politicking.&rdquo; He says they &ldquo;travel the world spreading lies and falsifications about the amount of water, about everything.&rdquo; &ldquo;<\/em> in: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/a-dry-and-thirsty-land-1.281960\">a dry &amp; thirsty land<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Engelmeier: &bdquo;Als Mitglied im Ausschuss f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Mitglied der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag und Berichterstatterin der SPD-Fraktion f&uuml;r Israel und die pal&auml;stinensischen Autonomiegebiete im Ausschuss f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie aufgrund vieler Besuche, Gespr&auml;che und Diskussionen vor Ort in der Nahostregion bin ich mit der Situation in den betroffenen Gebieten bestens vertraut.&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] &bdquo;Zudem w&auml;re <strong><u>gem&auml;&szlig; dem Wasserabkommen<\/u><\/strong> von 1995 die <strong><u>Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde<\/u><\/strong> f&uuml;r die Reparatur defekter Leitungen <strong><u>in der Westbank zust&auml;ndig<\/u><\/strong>. Auch hierzu kein Hinweis im Bericht [<em>der Tagesschau<\/em>].&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.michaela-engelmeier.de\/aktuelles\/stellungnahme-zur-kritik-am-ard-beitrag-ueber-wassermangel-im-westjordanland.html\">Stellungnahme von Michaela Engelmeier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] &ldquo;<a href=\"https:\/\/tapferimnirgendwo.com\/2016\/08\/15\/bundestagsabgeordnete-wirft-der-tagesschau-luegen-vor\/\">tapfer im nirgendwo<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Offizielle Wetterstationen in Berlin Alexanderplatz und London Heathrow (Durchschnitt 1961-1990)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Master Plan 2050 (IWA, 2012: 10) &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.water.gov.il\/Hebrew\/ProfessionalInfoAndData\/2012\/09-Israel-Water-Sector-Master-Plan-2050.pdf\">Water Master Plan 2050<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] a.a.O<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] B&rsquo;Tselem Sep-16, &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.btselem.org\/water\/201609_israel_cut_back_supply\">Summer 2016 &ndash; Israel cut back on the already inadequate water supply to Palestinians<\/a>&rdquo; NB: B&rsquo;Tselem bezieht sich hier korrekterweise auf sog. &sbquo;Municipal Consumption&lsquo;, also die Summe aus Trinkwasser und industriellem Brauchwasser. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Eigentlich sind alle Siedlungen v&ouml;lkerrechtlich illegal. Israel jedoch unterscheidet verbal zwischen solchen, die es als legal und anderen, die es als &bdquo;illegale Au&szlig;enposten&ldquo; bezeichnet. Vor allem deren Zahl steigt rapide.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Masterplan 2050 (IWA, 2012: 10)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Interpoliert nach Haaretz<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Ausgaben im Jahre 2030 (laut Haaretz): 568 Millionen Sheqel (139 Millionen Euro) f&uuml;r die 0,374 Millionen Siedler, und nur 82 Millionen Sheqel (20 Millionen Euro) f&uuml;r die 10,35 Millionen innerhalb Israels, also das 6,93-fache in Absolutmengen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Als Hauptverhandlungsthemen werden meist 5 Bereiche genannt: 1. Fl&uuml;chtlingsfrage und R&uuml;ckkehrrecht, 2. Grenzen, 3. Siedlungen, 4. Jerusalem und eben 5. Wasser<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Ein eigenes Thema gerade der j&uuml;ngsten Wasser-Hasbara Israels und ihrer deutschen Ableger<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] s.a. Open letter to FoEME (2003): <a href=\"http:\/\/www.palis-d.de\/archive\/pal\/03ProtectingtheMountainAquifer.pdf\">&ldquo;Protecting the Mountain Aquifer&rdquo; &ndash; A missed opportunity<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] W&auml;hrend es in anderen Bereichen wie Kultur, Erziehung und Gesundheit gewichtige oppositionelle NGOs gibt<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>] Seit Madrid 1991<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>] Aus Brunnen und Quellen der West Bank, und zwar in Absolutzahlen, bei verdoppelter Bev&ouml;lkerung<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/1.752948\">Artikel in Haaretz<\/a> plaudert bisher gutgeh&uuml;tete Geheimnisse aus. Ausf&uuml;hrlicher als sonst wurde letzten Sommer international sowie auch in der israelischen Tageszeitung Haaretz &uuml;ber die eigentlich allj&auml;hrlichen israelischen Wasserk&uuml;rzungen f&uuml;r pal&auml;stinensische St&auml;dte und D&ouml;rfer berichtet. Nachdem Arte und ARD-Radio f&uuml;r das deutsche Publikum entsprechende Beitr&auml;ge gesendet hatten, berichtete auch die Tageschau am 14. August<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36192\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[175,123,41,178],"tags":[1924,343,303,826,451,1703,335],"class_list":["post-36192","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-israel","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienanalyse","category-ressourcen","tag-antideutsche","tag-luegen-mit-zahlen","tag-palaestina","tag-rassismus","tag-tagesschau","tag-voelkerrecht","tag-wasserversorgung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36192"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36192\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53249,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36192\/revisions\/53249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}