{"id":36284,"date":"2016-12-15T08:41:07","date_gmt":"2016-12-15T07:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284"},"modified":"2016-12-15T08:41:07","modified_gmt":"2016-12-15T07:41:07","slug":"hinweise-des-tages-2775","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h01\">Abschiebungen nach Afghanistan: Weihnachtsgeschenk an Rechtsau&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h02\">&ldquo;Die Syrer wollen ein Ende der K&auml;mpfe&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h03\">Armutsbericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h04\">Kabinett macht Autobahnen teurer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h05\">Jobcenter gE: Ausgaben f&uuml;r SGB II-Eingliederungsleistungen bis November 2016 (Bund und L&auml;nder)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h06\">Weiterbildung l&auml;uft deutlich systematischer, wenn es im Betrieb eine Arbeitnehmervertretung gibt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h07\">&bdquo;Das ist eine Verzweiflungstat&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h08\">DGB legt Eckpunkte f&uuml;r gerechte Steuerpolitik vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h09\">Regierung f&uuml;r Sozialversicherung ausgezeichnet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h10\">Informationsl&ouml;cher gibt es auch ohne Hacker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h11\">Nachhaltigkeit versus Profit: Die &ldquo;Dakota Access Pipeline&rdquo; und die BayernLB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h12\">Stuttgart 21 wird krachend scheitern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h13\">Saudi-Arabien: &ldquo;Triumph der Barbarei&rdquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h14\">Ausflug nach Absurdistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h15\">Donald Trump &ndash; Trojanisches Pferd der kommenden Finanz-Milit&auml;rdiktatur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h16\">US-Panzer auf dem Weg ins Baltikum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h17\">Politik ohne Fakten: Das gef&uuml;hlte Zeitalter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36284#h18\">Das Letzte: Fake News in den Qualit&auml;tsmedien<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Abschiebungen nach Afghanistan: Weihnachtsgeschenk an Rechtsau&szlig;en<\/strong><br>\nDie Abschiebungen nach Afghanistan, sie sind nicht nur ein klarer Rechtsbruch, sie sind blanker Zynismus. Ein vorweihnachtliches Wahlgeschenk an die Kritiker von rechtsau&szlig;en. Und auch an diejenigen, die sagen, unsere Sicherheit sei bedroht, weil eine kleine Minderheit dieser Fl&uuml;chtlinge hier Straftaten begeht, f&uuml;r die nun alle b&uuml;&szlig;en sollen. Was f&uuml;r eine irrwitzig, verkehrte Weltsicht.<br>\nDie Wahrheit ist: Deutschland ist sicher, Afghanistan ist es ganz und gar nicht. Auch weil wir dort einen Krieg gef&uuml;hrt haben, der nichts besser, aber vieles schlimmer gemacht hat. Auch deshalb tr&auml;gt die Bundesregierung eine besondere Verantwortung f&uuml;r dieses Land und die Menschen, die daraus fliehen. Auch deshalb m&uuml;ssen die Abschiebungen nach Afghanistan gestoppt werden. Und zwar jetzt, sofort!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kommentar-afghanistan-101.html\">Georg Restle auf Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&ldquo;Die Syrer wollen ein Ende der K&auml;mpfe&rdquo;<\/strong><br>\nAus Sicht der Journalistin Karin Leukefeld ist die Eroberung der syrischen Stadt Aleppo eine gute Nachricht, da die K&auml;mpfe dort jetzt zu Ende gehen. &ldquo;Ob man f&uuml;r oder gegen die syrische Regierung ist, spielt f&uuml;r viele Menschen in Aleppo schon lange keine Rolle mehr.&rdquo; [&hellip;]<br>\nWie muss man sich die Teilung der Stadt vorstellen? Lebten im Gebiet der Regierung nur Menschen, die mit Assad einverstanden waren, und in den anderen Teilen der Stadt nur Leute, die den Pr&auml;sidenten ablehnten?<br>\nNein, so war das nicht. In Aleppo und im Umland der Stadt lebten vor dem Krieg bis zu 3,5 Millionen Menschen. Aleppo ist die zweitgr&ouml;&szlig;te Stadt Syriens. Vor dem Krieg war es die reichste Stadt des Landes, das Handels- und Finanzzentrum. Mit Beginn des Konflikts flohen viele Menschen aus den Gebieten, in die die bewaffneten Gruppen einmarschiert sind, in die anderen Gebiete der Stadt. Zum Schluss lebten in der Gegend, die von der syrischen Regierung kontrolliert wird, 1,5 Millionen Menschen. Viele von ihnen waren Vertriebene aus dem Ostteil, aber auch aus anderen Kampfzonen im Norden Syriens.<br>\nIm Gebiet unter Kontrolle der Opposition und der bewaffneten Gruppen lebten bis zu 250.000 Menschen. Diese Zahl variierte immer wieder &ndash; unl&auml;ngst sagte der UN-Sonderberichterstatter Staffan de Mistura, dass im Ostteil von Aleppo deutlich weniger Menschen gelebt h&auml;tten, als die UN immer angenommen hatten. Vermutlich unter 100.000.<br>\nOb man f&uuml;r oder gegen die Regierung ist, spielt f&uuml;r viele Menschen in Aleppo schon lange keine Rolle mehr. Sie wollen vor allem den K&auml;mpfen entkommen. Insofern gibt es im Gebiet unter Kontrolle der Regierung durchaus Personen, die mit der Regierung nicht einverstanden sind, die aber noch viel weniger damit einverstanden sind, dass die Opposition sich von bewaffneten Gruppen unterst&uuml;tzen l&auml;sst. Man darf nicht vergessen, dass Menschen auf der Stra&szlig;e hingerichtet wurden, dass die Frauen sich tief verschleiern mussten. Umgekehrt sind viele Menschen im Ostteil der Stadt geblieben, obwohl sie mit den bewaffneten Gruppen nicht einverstanden waren. Sie hatten vielleicht eine Wohnung, die sie nicht aufgeben wollten, sie hatten kranke Angeh&ouml;rige, die sie pflegen mussten, sie hatten vielleicht auch keine Verwandten oder Bekannten im anderen Teil der Stadt, zu denen sie h&auml;tten gehen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Die-Syrer-wollen-ein-Ende-der-Kaempfe-article19323121.html\">n-tv<\/a>\n<p><strong>dazu: Warum brennt der Nahe Osten? Karin Leukefeld im RT Deutsch-Gespr&auml;ch<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NxQGW9YQZx4\">YouTube<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers C.G.:<\/strong> Ahnte Karin Leukefeld am 21.10. bereits die neue Palmyra-Front? An der Stelle 25 Min. 24 Sek. fragt der RT-Reporter Ali &Ouml;zk&ouml;k (Text transkribiert): <\/em><br>\n<em>&ldquo;Die US-gef&uuml;hrte Anti-IS-Koalition m&ouml;chte dem IS einen Fluchtkorridor nach Syrien erm&ouml;glichen &ndash; was bedeutet das f&uuml;r die syrische Armee?&rdquo;<\/em><br>\n<em>Antwort von Karin Leukefeld: &ldquo;Ja, eine neue Front im Osten des Landes, man hat ja den sogenannten IS aus Palmyra zur&uuml;ckgetrieben und versucht ihn weiter zur&uuml;ckzutreiben Richtung irakischer Grenze. Wenn jetzt tats&auml;chlich das gemacht werden sollte, dass man ihm (dem IS) einen Ausweg gibt, dann ist das nat&uuml;rlich ganz klar auch eine Offensive, um die syrische Armee, die an so vielen Fronten in den letzten Jahren hat k&auml;mpfen m&uuml;ssen [&hellip;] und von 300.000 Soldaten sind mehr als ein Drittel bereits gefallen.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Armutsbericht<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Welche Kinderarmut soll es denn sein? Die Zahlen werden eingedampft, bis die Kinderarmut in hom&ouml;opathischen Welten verschwindet<\/strong><br>\nNat&uuml;rlich sind solche Zahlen und dann auch noch Kinder betreffend unangenehm: Insgesamt ist die Zahl der unter 15-J&auml;hrigen, die auf Hartz IV angewiesen sind, im vergangenen Jahr gestiegen. Etwa jedes siebte Kind in Deutschland ist von Hartz-IV-Leistungen abh&auml;ngig, konnte man am 1. Juni 2016 in diesem Beitrag lesen: Ein Teil der armen Kinder im Blitzlicht der Medienberichterstattung, erneut die Abwertung von Geldleistungen und jenseits der Sonntagsreden sogar weitere K&uuml;rzungen ganz unten ante portas. 2015 waren im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-J&auml;hrige betroffen. Das waren gut 30.000 Kinder und Jugendliche mehr als im Vorjahr. In Bremen und Berlin ist mit 31,5 Prozent fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz-IV-Leistungen abh&auml;ngig (Ende 2015). Prozentual am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern mit 6,5 Prozent.<br>\nMan muss ber&uuml;cksichtigen, dass hier nur ein Teil der Kinder aufgef&uuml;hrt wird, die in einkommensarmen Verh&auml;ltnissen leben (m&uuml;ssen), denn die Gruppe der Hartz IV-Empf&auml;nger ist nur eine Teilgruppe der von Einkommensarmut &ldquo;gef&auml;hrdeten&rdquo; Menschen, wie das die Statistiker nennen. Zur Gr&ouml;&szlig;enordnung: Fast drei Millionen Kinder leben am Rande des Existenzminimums, also in Familien, denen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens zur Verf&uuml;gung steht. Drei Millionen.<br>\nDiese Zahl ist nicht irgendwie aus der Luft gegriffen, sondern sie basiert auf der international vereinbarten Regel, nach der jemand als von Einkommensarmut gef&auml;hrdet ausgewiesen wird, wenn weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens vorhanden ist &ndash; ein relativer Armutsbegriff, wenn auch immer wieder gerne unter Beschuss der Dauer-N&ouml;rgler, so macht er dennoch Sinn, wenn man eine Teilhabeorientierung und keinen &ldquo;veterin&auml;rmedizinischen&rdquo; Armutsbegriff zugrundelegt. Wenn. (&hellip;)<br>\nW&uuml;rde man der EU-Definition folgen, dass Personen dann als &ldquo;materiell depriviert&rdquo; gelten, wenn sie in mindestens drei der neun genannten Bereichen Entbehrungen in Kauf nehmen m&uuml;ssen, dann hat man die &ldquo;viel zu hohe&rdquo; Quote von 19,7 Prozent bei den Kindern und Jugendlichen schon mal auf 11 Prozent reduziert. Aber immer noch zweistellig und zu hoch. Also nimmt man die n&auml;chste Untergruppe der Untergruppe, also die, bei denen mindestens vier von neun Bereiche betroffen sind von den Einschr&auml;nkungen. Und nur scheinbar durch Zauberhand, in Wirklichkeit durch die enge Definition der zu erf&uuml;llenden Mangel-Bereiche rutscht die Quote ab auf sensationell niedrige 4,7 Prozent. Erledigt.<br>\nUnd viele Journalisten schreiben &ndash; wie am Anfang des Beitrags zitiert &ndash; das einfach ab, ohne zu pr&uuml;fen, warum dieser Wert so viel niedriger ist als die offiziell ausgewiesene Armutsgef&auml;hrdungsquote. So kann man nat&uuml;rlich auch Kinderarmut &ldquo;bek&auml;mpfen&rdquo;. Man rechnet sie einfach weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2016\/12\/270.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a><\/li>\n<li><strong>Armutsquote auf Rekordhoch<\/strong><br>\nDoch nicht nur die Zahl an sich sorgt f&uuml;r &Auml;rger bei den Sozialverb&auml;nden, sondern auch der Umgang des Ministeriums mit der Zahl: Denn erst auf Seite 543 kommt &uuml;berhaupt das Kapitel &ldquo;Armut&rdquo;. Und die Armutsquote nach den Daten des Mikrozensus&lsquo; des Statistischen Bundesamtes geht auch hier fast unter. &ldquo;Das Ministerium wirft hier mit Nebelkerzen&rdquo;, kritisiert daher der Vorsitzende des Pari&auml;titischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. &ldquo;Die Bundesregierung versucht davon abzulenken, dass es hier einen Trend gibt, zu immer mehr Armut.&rdquo; Zwar gilt die Armutsquote als umstritten, denn sie misst nur die relative Armut. &ldquo;Die Zahl ist aber deshalb wichtig, weil sie zeigt, wie viele Leute am Wohlstandswachstum keinen Anteil haben&rdquo;, begr&uuml;ndet Schneider.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/armutsquote-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Regierung strich heikle Passagen aus Armutsbericht<\/strong><br>\nMinisterin Nahles hatte den Einfluss von Reichen auf die Politik untersuchen lassen. Manche Ergebnisse fehlen in der zweiten Fassung &ndash; an ihr hat auch das Kanzleramt mitgeschrieben.<br>\nDie Bundesregierung hat ihren Armuts- und Reichtumsbericht in einigen entscheidenden Passagen deutlich entsch&auml;rft. Klare Aussagen, ob Menschen mit mehr Geld einen st&auml;rkeren Einfluss auf politische Entscheidungen haben als Einkommensschwache, sind in der &uuml;berarbeiteten Fassung des Berichts gestrichen. So fehlt zum Beispiel jetzt der Satz: &ldquo;Die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r eine Politikver&auml;nderung ist wesentlich h&ouml;her, wenn diese Politikver&auml;nderung von einer gro&szlig;en Anzahl von Menschen mit h&ouml;herem Einkommen unterst&uuml;tzt wird.&rdquo; Dies geht aus einem Vergleich der ersten, vom Bundesarbeitsministerium verfassten Version mit der zweiten Version der Regierungsanalyse hervor, bei dem das Kanzleramt und andere Ministerien mitschreiben konnten.<br>\nBundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte im M&auml;rz 2015 angek&uuml;ndigt, in dem Bericht erstmals den Einfluss von Eliten und Verm&ouml;genden auf politische Entscheidungen untersuchen zu lassen. Ihr Ministerium gab daher eine Studie bei dem Osnabr&uuml;cker Politikwissenschaftler Armin Sch&auml;fer in Auftrag. Dessen Erkenntnisse flossen in den Bericht, den das Arbeitsministerium im Oktober vorlegte. So wurde in dieser ersten Fassung noch von einer &ldquo;Krise der Repr&auml;sentation&rdquo; gewarnt: &ldquo;Personen mit geringerem Einkommen verzichten auf politische Partizipation, weil sie Erfahrungen machen, dass sich die Politik in ihren Entscheidungen weniger an ihnen orientiert.&rdquo; Diese Aussagen fehlen nun. Ebenso gestrichen wurde dieser Satz aus der Studie der Forscher: In Deutschland beteiligten sich B&uuml;rger &ldquo;mit unterschiedlichem Einkommen nicht nur in sehr unterschiedlichem Ma&szlig; an der Politik, sondern es besteht auch eine klare Schieflage in den politischen Entscheidungen zulasten der Armen&rdquo;.<br>\nIn der neuen Fassung des Regierungsberichts wird nur erw&auml;hnt, dass dieser Studie zufolge &ldquo;eine Politik&auml;nderung wahrscheinlicher ist, wenn diese den Einstellungen der Befragten mit h&ouml;herem Einkommen mehrheitlich entsprach&rdquo;. Die Untersuchung liefere aber &ldquo;keine belastbaren Erkenntnisse &uuml;ber Wirkmechanismen&rdquo;. Ebenfalls herausgenommen sind die Hinweise auf den &ldquo;Einfluss von Interessensvertretungen und Lobbyarbeit&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/armut-in-deutschland-regierung-strich-heikle-passagen-aus-armutsbericht-1.3295247\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><strong>Paradigmenwechsel n&ouml;tig<\/strong><br>\n&ldquo;Zum ersten Mal wird das Thema prek&auml;re Arbeit in einem Armutsbericht der Regierung ausf&uuml;hrlich behandelt&rdquo;, sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Jetzt komme es darauf an, die richtigen Schl&uuml;sse zu ziehen &ldquo;und danach zu handeln: Wir brauchen einen Paradigmenwechsel weg von &lsquo;Sozial ist, was Arbeit schafft&rsquo; hin zu gesetzlichen Leitplanken f&uuml;r gute Arbeit.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++b1a87dc6-c13f-11e6-b488-525400e5a74a\">DGB<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kabinett macht Autobahnen teurer<\/strong><br>\n&bdquo;Sigmar Gabriels CETA-Tricksereien machen offenbar Schule: Im Rahmen eines komplexen Gesamtpakets zur Neuordnung der Bund-L&auml;nder-Finanzbeziehungen hat das Kabinett die Autobahnprivatisierung durch die Hintert&uuml;r gebilligt. Der Bev&ouml;lkerung wird indes vorgegaukelt, es werde weder eine Privatisierung von Stra&szlig;en noch der Bundesfernstra&szlig;engesellschaft geben&ldquo;, kommentiert Klaus Ernst, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, die heutige Kabinettsentscheidung zu den Bund-L&auml;nder-Finanzbeziehungen. Ernst weiter:<br>\n&bdquo;Nutznie&szlig;er des Autobahn-Deals sind die Konzerne, die angesichts der niedrigen Zinsen h&auml;nderingend nach profitablen Anlagem&ouml;glichkeiten suchen. Diese haben sie nun dank Dobrindt, Sch&auml;uble und Gabriel gefunden: Laut einem Gutachten gibt es zahlreiche M&ouml;glichkeiten, das Verbot einer privaten Eigenkapitalbeteiligung an der Infrastrukturgesellschaft und deren Tochterunternehmen zu umgehen. Dazu geh&ouml;ren stille Beteiligungen, Mezzanine-Finanzierungen und Teilnetz-&Ouml;PP-Vorhaben. Gleichzeitig sichert der Verzicht auf Staatsgarantien hohe Zinsen f&uuml;r die Privaten aufgrund einer geringeren Bonit&auml;t. Diese Mehrkosten werden Steuerzahler und Autofahrer schultern m&uuml;ssen. Der Vorteil f&uuml;r Sch&auml;uble ist, dass die Kosten der Infrastrukturgesellschaft au&szlig;erhalb des Haushalts verbucht werden. Wer Politik gegen den erkl&auml;rten Willen der B&uuml;rger macht, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Glaubw&uuml;rdigkeit fl&ouml;ten geht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/kabinett-macht-autobahnen-teurer\/\">Linksfraktion<\/a>\n<p><strong>dazu: Versteckte Privatisierung m&ouml;glich<\/strong><br>\nDas Bundeskabinett hat das umstrittene Gesetzespaket zur Autobahn verabschiedet. Indirekte Privatisierung durch &Ouml;PPs wird damit einfacher<br>\nTrotz Kritik auch aus der SPD hat das Bundeskabinett am Mittwoch das Gesetzespaket verabschiedet, das die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Autobahnen neu regelt. Sie werden an eine neue Infrastrukturgesellschaft &uuml;bertragen, die als privatrechtliche GmbH organisiert ist. Zwar wird im Grundgesetz festgeschrieben, dass diese in Staatseigentum bleibt; in einem Zusatzgesetz wurde zudem zus&auml;tzlich die Regelung aufgenommen, dass auch Tochtergesellschaften staatlich bleiben m&uuml;ssen.<br>\nKritiker f&uuml;rchten aber, dass die neue Gesellschaft weitgehend ohne parlamentarische Kontrolle in gro&szlig;em Stil &Ouml;ffentlich-private-Partnerschaften (&Ouml;PPs) eingehen k&ouml;nnte, bei denen Privatfirmen Stra&szlig;en bauen und die Maut kassieren. Dieses Modell, das laut Bundesrechnungshof im Schnitt 20 Prozent teurer ist, bleibt erlaubt, best&auml;tigte das Verkehrsministerium.<br>\nDie privatisierungskritische Initiative &bdquo;Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand&ldquo; sieht das Gesetz darum als &bdquo;Weihnachtsgeschenk f&uuml;r Versicherungen und Banken&ldquo;. Gr&uuml;nen-Finanzexperte Sven Kindler kritisierte, es erm&ouml;gliche eine &bdquo;versteckte Privatisierung&ldquo;, die zulasten der Steuerzahler gehe und einen &bdquo;nicht zu kontrollierenden Schattenhaushalt&ldquo; vorbereite.<br>\nAuch aus der SPD hatte es zuvor die Forderung gegeben, &Ouml;PPs bei Autobahnen gesetzliche auszuschlie&szlig;en und die Infrastrukturgesellschaft nicht als GmbH, sondern als Anstalt &ouml;ffentlichen Rechts zu organisieren. Das w&uuml;rde dem Bundestag mehr Kontrolle geben und Transparenz erm&ouml;glichen.<br>\nEin Teil der Neuregelungen zur Autobahn braucht in Bundestag und Bundesrat eine Zweidrittelmehrheit; Gr&uuml;ne und Linke k&ouml;nnten sie also verhindern. Allerdings wird das Gesetz nach den bisherigen Pl&auml;nen gemeinsam mit der Neuregelung der Bund-L&auml;nder-Finanzen beschlossen. Weil diese vielen Bundesl&auml;ndern finanzielle Vorteile bringt, ist es denkbar, dass sie den Autobahn-Pl&auml;nen zustimmen, obwohl sie inhaltliche Kritik daran haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kabinett-billigt-Autobahn-Gesetz\/!5366669\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sch&auml;uble hat ganz gewitzt das Junktim zwischen der Neuregelung der Bund-L&auml;nder-Finanzen und der Autobahn-Privatisierung hergestellt; die L&auml;nder werden unter gro&szlig;em Druck stehen, wenn sie die Vereinbarungen &ldquo;nur&rdquo; wegen der Autobahnen ablehnen. Dass Sch&auml;uble nicht &ldquo;zum Wohle des deutschen Volkes&rdquo;, sondern der Finanzwirtschaft arbeitet, ist einmal mehr offensichtlich geworden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Jobcenter gE: Ausgaben f&uuml;r SGB II-Eingliederungsleistungen bis November 2016 (Bund und L&auml;nder)<\/strong><br>\nF&uuml;r &ldquo;Leistungen zur Eingliederung nach dem SGB II&rdquo; (EGL im EGT) im Haushaltsjahr 2016 wurden den 303 Jobcentern gE (&ldquo;gemeinsame Einrichtungen&rdquo; von Agenturen f&uuml;r Arbeit und Kommunen) insgesamt 2,919 Milliarden Euro zugewiesen, 221,6 Millionen Euro mehr als 2015.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/archiv-materialien\/856-jobcenter-ge-ausgaben-fuer-sgb-ii-eingliederungsleistungen-bis-november-2016-bund-und-laender.html\">BIAJ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Und diese Mehrkosten obwohl die Arbeitslosenzahl zumindest angeblich <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35656#h04\">so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr ist<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Weiterbildung l&auml;uft deutlich systematischer, wenn es im Betrieb eine Arbeitnehmervertretung gibt<\/strong><br>\nEurop&auml;ische Betriebe tun mehr f&uuml;r die Weiterbildung ihrer Besch&auml;ftigten, wenn es eine Arbeitnehmervertretung gibt. Das zeigt eine von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderte Studie f&uuml;r 27 EU-L&auml;nder.<br>\nLebenslang zu lernen wird in einer hochtechnisierten Wirtschaft immer wichtiger. Nur so k&ouml;nnen sich Arbeitnehmer dauerhaft am Arbeitsmarkt behaupten, sagen Experten. Dr. Tobias Wi&szlig; von der Hertie School of Governance in Berlin hat untersucht, welche Rolle Arbeitnehmervertretungen in diesem Zusammenhang spielen. Der Sozialwissenschaftler weist in seiner Untersuchung nach, dass Betriebsr&auml;te und Interessenvertreter in anderen EU-L&auml;ndern f&uuml;r mehr betriebliche Weiterbildungsm&ouml;glichkeiten sorgen. Benachteiligte Besch&auml;ftigtengruppen profitieren besonders stark von diesem Engagement, wenn es Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge, durchsetzungsf&auml;hige Gewerkschaften und gesetzlich verbriefte Mitbestimmungsrechte gibt und wenn Arbeitnehmervertreter regelm&auml;&szlig;ig an Schulungen teilnehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/63056_106284.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;Das ist eine Verzweiflungstat&ldquo;<\/strong><br>\nDer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel warnt: Die Niedrigsteuerpl&auml;ne von Theresa May und Donald Trump seien gef&auml;hrlich.<br>\ntaz: Herr Hickel, der k&uuml;nftige US-Pr&auml;sident Donald Trump, Ungarns Premier Viktor Orb&aacute;n, Gro&szlig;britanniens Premierministerin Theresa May &ndash; sie alle wollen die Unternehmenssteuern in ihren L&auml;ndern drastisch senken. Was soll das?<br>\nRudolf Hickel: Hinter den Pl&auml;nen der Regierungen steht ein primitiver Mythos, das Swift&rsquo;sche Steuereinmaleins: Wenn die Unternehmenssteuern sinken, haben Unternehmen mehr Anreize f&uuml;r Investitionen. Das Bruttosozialprodukt &ndash; also die Steuerbemessungsgrundlage &ndash; und damit die Steuereinnahmen wachsen. So soll ein niedriger Steuersatz am Ende zu h&ouml;heren Steuereinnahmen f&uuml;hren.<br>\nFunktioniert dieser Mechanismus tats&auml;chlich?<br>\nNein, und das ist auch durch die Geschichte belegt. Denn die H&ouml;he des Steuersatzes ist f&uuml;r Investitionen durch Unternehmen nicht das allein entscheidende Kriterium. Die Infrastruktur, das Angebot an qualifizierten Arbeitskr&auml;ften, Netzwerkm&ouml;glichkeiten: Das sind die wirklich wichtigen Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Standortentscheidung. Da kann eine niedrige Unternehmenssteuer sogar kontraproduktiv sein, wenn &uuml;ber geringere Staatseinnahmen eine marode Infrastruktur entsteht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Oekonom-ueber-Niedrigsteuern\/!5365425\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Allerdings wird hier postuliert, die jeweiligen Regierungen w&uuml;rden die Unternehmensbesteuerung aus ideologischen Gr&uuml;nden senken (Laffer-Kurve u.&auml;.). Zumindest denkbar ist doch auch blanke Korruption &ndash; denn wer zahlt die ganzen Parteispenden???<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Steuersenkungswettbewerb in der EU schadet<\/strong><br>\nWer die Entwicklung der Unternehmensbesteuerung in der Europ&auml;ischen Union schon l&auml;nger verfolgt, wird von den j&uuml;ngsten Steuersenkungspl&auml;nen einiger Mitgliedsl&auml;nder nicht &uuml;berrascht sein. So hat Luxemburg bereits beschlossen, den K&ouml;rperschaftsteuersatz ab 2017 um gleich 10 Prozentpunkte auf 19% zu verringern. Gro&szlig;britanniens Premierministerin Theresa May hat in Aussicht gestellt, die erwarteten negativen &ouml;konomischen Effekte des geplanten Austiegs aus der EU abzufedern. Sie will den K&ouml;rperschaftsteuersatz von derzeit 20% deutlich senken. Ungarn lie&szlig; k&uuml;rzlich mit der Ank&uuml;ndigung aufhorchen, Kapitalgesellschaften k&uuml;nftig nur mehr mit 9% statt mit bisher gut 20% zu besteuern. Und auch in &Ouml;sterreich wird gerade &uuml;ber die Senkung des K&ouml;rperschaftsteuersatzes von 25% auf 20% diskutiert.<br>\nDer Wettbewerb um die Ansiedelung von Unternehmen und Investitionen, aber auch um die Unternehmensgewinne mithilfe der regul&auml;ren K&ouml;rperschaftsteuers&auml;tze war in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund getreten. Seit Beginn der 1980er Jahre waren die K&ouml;rperschaftsteuers&auml;tze in der EU Zug um Zug massiv gesenkt worden. Allein zwischen 1995 und 2007 ging der EU-Durchschnitt von 35% auf gut 24% zur&uuml;ck. Die Finanz- und Wirtschaftskrise verordnete diesem Steuersatzsenkungswettbewerb eine Pause: Die meisten EU-L&auml;nder konnten weitere Steuersatzsenkungen budget&auml;r nicht verkraften. Diese waren deshalb in den ersten Jahren nach Ausbruch der Krise eher die Ausnahme. Noch seltener waren allerdings Steuersatzerh&ouml;hungen zur Budgetkonsolidierung: Solche gab es selbst in den sogenannten Schuldenkrisenl&auml;ndern, wenn &uuml;berhaupt, nur sehr zaghaft und meist tempor&auml;r. Seit 2010 stagniert daher der EU-durchschnittliche K&ouml;rperschaftsteuersatz bei etwa 23%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/archiv.wirtschaftsdienst.eu\/jahr\/2016\/12\/steuersenkungswettbewerb-in-der-eu-schadet\/\">Wirtschaftsdienst<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>DGB legt Eckpunkte f&uuml;r gerechte Steuerpolitik vor<\/strong><br>\nGerecht besteuern, in die Zukunft investieren &ndash; unter diesem Motto hat der Deutsche Gewerkschaftsbund seine steuerpolitischen Eckpunkte zur Bundestagswahl 2017 vorgelegt. DGB-Vorstandsmitglied Stefan K&ouml;rzell sagte am Mittwoch in Berlin: &bdquo;F&uuml;r viele Ungerechtigkeiten hierzulande wird die Steuerpolitik verantwortlich gemacht. Genau hier setzen wir mit unseren Eckpunkten f&uuml;r einen gerechteren Steuertarif an. Untere und mittlere Einkommen m&uuml;ssen entlastet und von der unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig ansteigenden Steuerprogression befreit werden. Der DGB-Reformvorschlag entlastet damit weit mehr als neunzig Prozent der Steuerpflichtigen um eine Summe von insgesamt rund 15,7 Milliarden Euro. Spitzenverdiener werden mit etwa 10,5 Milliarden Euro verst&auml;rkt herangezogen. Durch eine st&auml;rkere Besteuerung von Superreichen und Verm&ouml;genden ist die Gegenversicherung gesichert. Den ungerechten Kinderfreibetrag wollen wir zu Gunsten einer Kindergelderh&ouml;hung um 15 Euro je Kind und Monat abschaffen. Ebenfalls bedarf es einer h&ouml;heren und gerechter ausgestalteten Entfernungspauschale f&uuml;r Berufspendler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++b43ef37c-c1de-11e6-ae92-525400e5a74a\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Regierung f&uuml;r Sozialversicherung ausgezeichnet<\/strong><br>\nAuf der International Social Security Konferenz vor kurzem in Panama wurde China f&uuml;r ausgezeichnete Leistung bei der Sozialabsicherung geehrt. Statistiken zufolge sind in China mittlerweile mehr als 870 Millionen Menschen in der Altersversicherung erfasst. Mehr als 1,3 Milliarden Menschen sind krankenversichert &ndash; das entspricht beinahe der Gesamtbev&ouml;lkerung. Tang Jisong, Direktor des Verwaltungszentrums f&uuml;r die Sozialversicherung meinte, dank Chinas Bem&uuml;hungen sei das Ausma&szlig; von sozial abgesicherten Menschen weltweit um elf Prozentpunkte gestiegen. Die Proportion mache zurzeit 61 Prozent aus.<br>\n&bdquo;Hinsichtlich des Ausma&szlig;es der Sozialabsicherung ist ein Ausbau in drei Aspekten verwirklicht worden. N&auml;mlich, von Stadt zu Land, von staatseigenen Betrieben zu Unternehmen aller Art, und von Besch&auml;ftigten zu Nichtbesch&auml;ftigten. Die Grenzen von verschiedenen Eigentumsformen, Besch&auml;ftigungsformen und Werkt&auml;tigen sind aufgebrochen. Die Durchf&uuml;hrbarkeit und Fairness des Sozialabsicherungssystems sind erh&ouml;ht worden. So umfasst das chinesische Sozialversicherungssystem mittlerweile die meisten Leute weltweit.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/german.cri.cn\/3185\/2016\/12\/14\/1s259191.htm\">CRI online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Ohne auf die Details eingehen zu wollen, kann generell festgestellt werden: Offenbar wird in China der Sozialstaat weiter ausgebaut, w&auml;hrend er in Deutschland immer weiter abgebaut wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Informationsl&ouml;cher gibt es auch ohne Hacker<\/strong><br>\nIn der deutschen Politik w&auml;chst die Sorge vor einer gezielten Beeinflussung der Bundestagswahl im kommenden Jahr durch Hacker, vor allem aus Russland. Hintergrund ist unter anderem der US-Geheimdienst CIA, der russische Hacker bezichtigt, in den US-Wahlkampf eingegriffen zu haben, und zwar zugunsten von Donald Trump. Der Kreml weist die Vorw&uuml;rfe naturgem&auml;&szlig; zur&uuml;ck &ndash; sie seien &ldquo;unbegr&uuml;ndet, unprofessionell und amateurhaft&rdquo;, hie&szlig; es.<br>\nDaniel Domscheit-Berg, Informatiker und ehemaliger Sprecher von &ldquo;Wikileaks&rdquo;, sagte dazu im Deutschlandradio Kultur, es sei inzwischen normal, dass die Staaten sich untereinander best&auml;ndig digital angriffen. Seiner Ansicht nach wird die Komplexit&auml;t eines solchen Angriffes oft &uuml;bersch&auml;tzt. Hacker suchten meist nach dem schw&auml;chsten Glied in der Kette &ndash; und das k&ouml;nne beispielsweise der private Computer des Mitarbeiters einer Kampagne oder eines Politikers sein.<br>\nOb nun aber russische Hacker f&uuml;r die Angriffe in den USA verantwortlich sind &ndash; dar&uuml;ber mag Domscheit-Berg nicht spekulieren. Es sei immer noch die Frage, woher die Erkenntnisse der CIA k&auml;men, betonte er: &ldquo;Es wird etwas in die Welt gestellt, ohne dass es Fakten gibt daf&uuml;r.&rdquo; Grunds&auml;tzlich bedarf es seiner Meinung nach gar keiner Hacker, um brisante Informationen zu lancieren. So sei zum Beispiel der NSA-Untersuchungssauschuss f&uuml;r lange Zeit im Zentrum einer gesellschaftlichen Debatte gewesen &ndash; und es sei in einem solchen Fall nur eine Frage der Zeit, bis dann Material an die &Ouml;ffentlichkeit komme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/angst-vor-digitalen-angriffen-auf-die-bundestagswahl.1008.de.html?dram:article_id=373774\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nachhaltigkeit versus Profit: Die &ldquo;Dakota Access Pipeline&rdquo; und die BayernLB<\/strong><br>\nDer Organisation Food and Water Watch zufolge beteiligt sich auch die Bayern LB mit 120 Millionen US-Dollar an der Dakota Access Pipeline. Zu einer konkreten Summe wollte die BayernLB jedoch nicht Stellung beziehen. Auf Nachfrage teilt sie mit:<br>\n&ldquo;Die BayernLB beobachtet sehr aufmerksam die laufenden Diskussionen &uuml;ber den Verlauf der Route der Dakota Access Pipeline und unterst&uuml;tzt als Teil des Konsortiums &lsquo;zur Finanzierung der Pipeline&rsquo; im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten einen einvernehmlichen Ausgang der Gespr&auml;che zwischen den beteiligten Parteien. Den Verlauf der Pr&uuml;fungen und Gespr&auml;che wird die BayernLB laufend verfolgen und die Ergebnisse sorgf&auml;ltig analysieren.&rdquo;<br>\nBayernLB hat &ldquo;Prinzipien zur Nachhaltigkeit.&rdquo; [&hellip;]<br>\nWas nachhaltig oder nicht so nachhaltig ist &ndash; entscheidet die Bank selbst. Bankenexpertin Regine Richter meint, dass diese Kriterien h&auml;ufig nicht gut genug &uuml;berpr&uuml;ft werden. Orientierung bieten auch die &Auml;quator-Prinzipien. Ein Regelwerk, mit dem sich der Banken-Sektor dazu verpflichtet, bei Gro&szlig;projekten Umwelt-und Sozialstandards einzuhalten. Jedoch sind all das Selbstverpflichtungen, die keinerlei Sanktionen nach sich ziehen, wenn eine Bank mit ihren Investitionsprojekten die Nachhaltigkeits-Kriterien nicht erf&uuml;llt. F&uuml;r Banken wiegt vor allem eines schwer: die eigene Reputation, den guten Ruf zu verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/nachhaltigkeit-versus-profit-die-dakota-access-pipeline-und.976.de.html?dram:article_id=373881\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stuttgart 21 wird krachend scheitern<\/strong><br>\nDie gro&szlig;e Linie im Kleinen aufzusp&uuml;ren, ist das Bestreben des S-21-Widerst&auml;ndlers Volker L&ouml;sch. Was Politikverdrossenheit, rechte Demagogen und den Stuttgarter Tiefbahnhof verbindet, zeigt der Regisseur in seiner Rede zur 350. Montagsdemo auf. Hier in gek&uuml;rzter Version.<br>\nAlles, was auf 350 Montagsdemos kritisiert und vorausgesehen wurde, ist so eingetreten. Deshalb wird auch die vielleicht am h&auml;ufigsten ge&auml;u&szlig;erte Voraussage Wirklichkeit werden: Stuttgart 21 wird scheitern, es wird so krachend scheitern, dass nichts au&szlig;er ein paar grotesker Anekdoten davon &uuml;brig bleiben wird.<br>\nDass wir gegen ein Projekt protestieren, welches fast niemand mehr haben will, hat wohl mit der Zeit zu tun, in der wir leben &ndash; einer mutlosen, visionsfreien und angstbesetzten Zeit. Diese Zeit schreibt gerade viele Geschichten &ndash; und davon soll mein Exkurs handeln: von einer gro&szlig;en und einer kleinen Geschichte der politischen Destruktion.<br>\nDie kleine Erz&auml;hlung kennen wir alle: In Stuttgart betreibt eine Gruppe von Bahnmanagern, Politikern und Lobbyisten gegen jede Vernunft ein Bau- und Immobilienprojekt und nennt es dann &ldquo;Tiefbahnhof&rdquo; &ndash; die Entfaltung der destruktiven Kr&auml;fte dieses Vorhabens sp&uuml;ren alle, die hier leben.<br>\nDie gro&szlig;e Erz&auml;hlung ist die des bundespolitischen &ldquo;Weiter-so&rdquo;. Sie beschreibt ein ganz &auml;hnliches, vernunftfreies Vorgehen: alle relevanten Fakten ignorierend, wird eine grundfalsche Politik betrieben, und damit unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt. Und da alles mit allem zusammenh&auml;ngt, lohnt es sich, diese Geschichten genauer zu betrachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/debatte\/298\/stuttgart-21-wird-krachend-scheitern-4071.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Saudi-Arabien: &ldquo;Triumph der Barbarei&rdquo;?<\/strong><br>\nDer Krieg des KSA im Jemen: Aushungern der Bev&ouml;lkerung, akut unterern&auml;hrte Kinder und das Erstarken von Dschihadisten in der Region. Wie sieht es mit der Verantwortung des Westens aus?<br>\nZu welchen Konsequenzen sind westliche L&auml;nder gegen&uuml;ber Saudi-Arabien bereit? Sanktionen? Wie es mit dem politischen Willen bestellt, ernsthaft Druck auf das K&ouml;nigreich auszu&uuml;ben? Die Beweislage f&uuml;r eine m&ouml;rderische Politik des Landes ist erdr&uuml;ckend. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Krieg, den das Land im Jemen f&uuml;hrt, Folgen hat, die nicht nur die Region betreffen, ist gro&szlig;.<br>\nUngef&auml;hr 2,2 Millionen Kinder im Jemen sind unterern&auml;hrt und ben&ouml;tigen dringende Hilfe, informierte Unicef Anfang dieser Woche. Mindestens 462.000 Kinder leiden unter &ldquo;schwerer akuter Mangelern&auml;hrung&rdquo;. Probleme mit Armut, Hunger und der medizinischen Versorgung gab es im Jemen schon vor der milit&auml;rischen Intervention Saudi-Arabiens und der Koalition, aber seither hat sich die Lage deutlich verschlimmert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Saudi-Arabien-Triumph-der-Barbarei-3570267.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ausflug nach Absurdistan<\/strong><br>\nNoch immer existiert das US-Gefangenenlager Guantanamo. 59 H&auml;ftlinge sind dort eingesperrt. Stefan Niemann verbrachte mehrere Tage im Lager und erfuhr, warum die H&auml;ftlinge Harry Potter lesen, wie Anw&auml;lte dort arbeiten und welche Rolle Donald Trump vor Ort spielt. [&hellip;]<br>\nDas Pentagon hatte unsere Anfrage recht rasch genehmigt, mehrmals im Jahr d&uuml;rfen Reporter nach Guantanamo. Die Botschaft: &ldquo;Wir haben nichts zu verbergen.&rdquo; Dennoch gelten strikte Regeln f&uuml;r Dreharbeiten im Gefangenenlager. Wir werden pausenlos von Presse-Offizieren begleitet, d&uuml;rfen nur bestimmte Teile des Lagers betreten, nur ausgew&auml;hlte Soldaten interviewen. Das Wachpersonal ist so zu filmen, dass es nicht erkennbar ist. F&uuml;r Au&szlig;endrehs gilt: keine Bilder der K&uuml;ste, der Kontrollposten und Radaranlagen, keine Nahaufnahmen von Toren, T&uuml;ren, Schl&ouml;ssern. Interviews mit Gefangenen &ndash; v&ouml;llig undenkbar. Nur durch eine einseitig verspiegelte Glasscheibe d&uuml;rfen wir die M&auml;nner f&uuml;r ein paar Minuten filmen, aber nicht ihre Gesichter zeigen. Nach jedem Drehtag &uuml;berpr&uuml;ft das Milit&auml;r im Medienzentrum alle unsere Fernsehbilder und Fotos. Das sei keine Zensur, sondern diene der Sicherheit der Operation. Beanstandete Aufnahmen m&uuml;ssen gel&ouml;scht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/guantanamo-139.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Donald Trump &ndash; Trojanisches Pferd der kommenden Finanz-Milit&auml;rdiktatur<\/strong><br>\nMit Forderungen wie &ldquo;Dry the swamp!&rdquo; (&ldquo;Legt den Sumpf trocken!&rdquo;) pr&auml;sentierte sich Donald Trump im US-Wahlkampf als entschlossener Gegner des US-Establishments. Millionen am System zweifelnde Amerikaner glaubten ihm und setzten darauf, dass er als Pr&auml;sident der korrupten Elite des Landes endlich die Stirn bieten werde.<br>\nMittlerweile d&uuml;rfte den Informierteren unter ihnen klar geworden sein, dass sie nicht nur einem Irrtum aufgesessen, sondern ganz bewusst hinters Licht gef&uuml;hrt worden sind: Trump erweist sich seit seiner Wahl als trojanisches Pferd, das den Sumpf nicht etwa trockenlegen, sondern ihm ganz im Gegenteil zu noch gr&ouml;&szlig;erer Macht verhelfen will.<br>\nUnd nicht nur das: Wer im Wahlkampf glaubte, mit Hillary Clinton entscheide man sich f&uuml;r die Fortsetzung der US-Kriegspolitik, mit Trump dagegen f&uuml;r ihr Ende, der reibt sich sp&auml;testens seit zwei Wochen ungl&auml;ubig die Augen: Das Kabinett des 45. US-Pr&auml;sidenten gleicht mit seinen Ex-Gener&auml;len und Wirtschaftsbossen eher einer Mischung aus s&uuml;damerikanischer Milit&auml;rjunta und der F&uuml;hrungsetage eines Wirtschaftskonzerns als den Kabinetten fr&uuml;herer Pr&auml;sidenten.<br>\nEin solch offener Betrug am W&auml;hler ist in den USA allerdings nichts Neues, und das hat seinen Grund: Sp&auml;testens seit dem Dezember 1913 wird die Richtung der US-Politik n&auml;mlich nicht vom Wei&szlig;en Haus in Washington, sondern von der Wall Street und ihrer wichtigsten Organisation, der US-Zentralbank Federal Reserve, vorgegeben. Beide haben andere Vorstellungen von der Zukunft des Landes als der arbeitende B&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Donald-Trump-Trojanisches-Pferd-der-kommenden-Finanz-Militaerdiktatur-3569918.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dies zeigt, weshalb die Kritik an Trump aus der Perspektive der Identit&auml;tspolitk schlicht und ergreifend beschr&auml;nkt ist. Das Gef&auml;hrliche an Trump ist nicht sein vorgeblicher Sexismus, sondern dass er dem reaktion&auml;ren und autorit&auml;ren Zweig der US-Oligarchie an die Macht verhilft.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>US-Panzer auf dem Weg ins Baltikum<\/strong><br>\nDie Amerikaner kommen. In Fort Carson (Colorado) hat sich die 3. Panzerbrigade der 4. US Infanteriedivision mit mehr als 2000 Panzern und Lastwagen auf dem Weg gemacht.<br>\nBis Weihnachten soll das Ger&auml;t in texanischen H&auml;fen auf Frachter verladen und nach Deutschland verlegt werden. Es ist die gr&ouml;&szlig;te Truppenverlegungsoperation der US Army nach Deutschland seit 1990. Von Bremerhaven aus wird die Ausr&uuml;stung wieder auf Z&uuml;ge verfrachtet und &uuml;ber Schleswig-Holstein nach Osteuropa gebracht. Transporte sollen ab Januar auch &uuml;ber Kiel und L&uuml;beck erfolgen.<br>\nStena hat deshalb bereits ein zus&auml;tzliches Schiff ab Januar auf der Route Travem&uuml;nde-Liepaya im Angebot. Die Verlegung ist Teil der Operation Resolve, mit der die baltischen Staaten unterst&uuml;tzt und ein deutliches Signal in Richtung Moskau gesetzt werden soll. Die Verlegung ist laut US-Kommando EuCom auf neun Monate begrenzt. Weihnachten 2017 sollen die mehr als 4000 Soldaten wieder in Colorado sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kn-online.de\/News\/Aktuelle-Wirtschaftsnachrichten\/Nachrichten-Wirtschaft\/Transporte-aber-Januar-ueber-Kiel-US-Panzer-auf-dem-Weg-ins-Baltikum\">Kieler Nachrichten<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Politik ohne Fakten: Das gef&uuml;hlte Zeitalter<\/strong><br>\n&ldquo;Postfaktisch&rdquo; wurde zum Wort des Jahres gew&auml;hlt, weil es einen &ldquo;tiefgreifenden Wandel&rdquo; beschreibe. Diese Begr&uuml;ndung ist bereits postfaktisch: Tats&auml;chlich wurde schon immer mit gef&uuml;hlten Wahrheiten Politik gemacht.<br>\nNichts an dem Wort &ldquo;postfaktisch&rdquo; ist schlauer als das morgendliche Kopfsch&uuml;tteln und &ldquo;Alles Trottel&rdquo;-Murmeln, wenn im Radio die Nachrichten kommen. Das Wort des Jahres mag das Wortnachschubbed&uuml;rfnis derer stillen, die gerne &ldquo;exorbitant&rdquo; statt &ldquo;doll&rdquo; sagen, aber so viele sind das ja auch wieder nicht. F&uuml;r etwas anderes ist das Wort &ldquo;postfaktisch&rdquo; nicht gut. Es ist sogar sch&auml;dlich, weil sich in ihm die selbstmitleidige Hybris derer spiegelt, die glauben, es g&auml;be eine tapfere Minderheit von Wahrheitskriegern, die mit nichts als der ehrenvollen Waffe der nackten Wahrheit k&auml;mpfen. Oder auch die naive Nostalgie derer, die denken, es h&auml;tte mal eine Zeit gegeben, in der mit blo&szlig;en H&auml;nden gesch&uuml;rfte Fakten das Fundament der Gesellschaft gebildet h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/das-gefuehlte-zeitalter-kolumne-von-margarete-stokowski-a-1125664.html\">Margarete Stokowski auf Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte: Fake News in den Qualit&auml;tsmedien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Russland kann in Nahost keine funktionierende Staatenordnung schaffen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/syrien-russland-kann-in-nahost-keine-funktionierende-staatenordnung-schaffen-1.3292491\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin B.W.:<\/strong> Wie gut die USA und ihre Verb&uuml;ndeten darin sind, sehen wir im Irak bzw. Afghanistan. Das ist mal Meinungsmache pur.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> F&auml;llt so ein Kommentar schon unter &ldquo;Fake News&rdquo;? Aber halt, er steht in der SZ als &ldquo;Qualit&auml;tszeitung&rdquo;, wie wir durch Sonja Mikich ja nun wissen ist das damit die reine Wahrheit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Freihandel: So sch&uuml;ren Gegner &Auml;ngste<\/strong>\n<ul>\n<li>Linke und rechte politische Gruppen sch&uuml;ren &Auml;ngste gegen den Freihandel.<\/li>\n<li>Sie verbreiten dabei auch falsche Argumente.<\/li>\n<li>Dadurch ist der Prozess der politischen Meinungsbildung in Gefahr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit Protesten gegen Freihandelsabkommen feiern Parteien wie die AfD Wahlerfolge, bringen linke Gruppen Zehntausende Menschen auf die Stra&szlig;e. Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge handeln die politischen Akteure der unterschiedlichen Richtungen nicht aus &Uuml;berzeugung &ndash; sie sch&uuml;ren &Auml;ngste, um Menschen f&uuml;r ihre Zwecke zu mobilisieren. Viele der vorgebrachten Argumente gegen den Freihandel sind nicht stichhaltig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/freihandel-100.html\">plusminus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.S.:<\/strong> Ich m&ouml;chte Ihnen die heutige Folge (14.12.2016) von &ldquo;Plusminus&rdquo; auf ARD als Meinungsmache des Monats vorschlagen. Hier wurde in schamloser Weise Stimmung gemacht gegen TTIP-Kritiker. Diese seien einer &ldquo;postfaktischen PR-Kampagne&rdquo; von skrupellosen Polit-Marketingunternehmen wie Campact oder dem Deutschen Naturschutzring (!) zum Opfer gefallen. Dazu werden &ndash; v&ouml;llig unkritisch &ndash; Autoren der Bertelsmann-Stiftung oder des Instituts der Deutschen Wirtschaft als &ldquo;neutrale Experten&rdquo; pr&auml;sentiert, die erkl&auml;ren, die Deutschen m&uuml;ssten keine Angst vor TTIP haben, da es ja zu mehr Stabilit&auml;t und Wachstum f&uuml;hre. TTIP-Kritiker werden einseitig als &ldquo;Rechts- und Linksextreme&rdquo; gebrandmarkt, kurz: es wird kein noch so dummes elit&auml;res Klischee ausgelassen. Ein neuer geistiger Tiefpunkt f&uuml;r die ARD&hellip;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> In der Tat absolut unglaublich was sich die ARD hier leistet. Wenn man ein Beispiel f&uuml;r &ldquo;postfaktische&rdquo; Berichterstattung sucht, hier ist es. Aber das kann ja nicht sein, da ein &ldquo;Qualit&auml;tsmedium&rdquo; berichtet und die berichten nur die Wahrheit, sagt Sonja Mikich. Man sollte jeden Satz von Mikichs Kommentar dagegen halten. <\/em><br>\n<em>&ldquo;Skepsis ist gesund: Wer will, dass ich was glaube und warum. Hat diese Nachricht einen Absender? Kann ich eine Richtigstellung fordern? Echte Journalisten, on- und offline, sind rechenschaftspflichtig.&rdquo; Na, dann sind wir auf die Stellungnahme der ARD gespannt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Mediennetzwerk der F&uuml;nf-Sterne-Bewegung<\/strong><br>\nNicht nur im abgelaufenen Wahlkampf um das Amt des US-Pr&auml;sidenten kamen gef&auml;lschte Nachrichten zum Einsatz. Auch Beppe Grillo, Anf&uuml;hrer der F&uuml;nf-Sterne-Bewegung, ist Teil eines omin&ouml;sen Mediennetzwerkes, das teilweise sogar Kreml-Propaganda nach Italien liefert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/italien-referendum-grillo-mediennetzwerk-100.html\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wenn das mit den &ldquo;Fake News&rdquo;, die vermeintliche neue Meinungs-Bazooka der &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; nicht nach hinten losgeht. Hier ein Beispiel von der Webpage des BR. Hier soll die F&uuml;nf-Sterne-Bewegung und deren Gr&uuml;nder, Beppe Grillo, madig gemacht werden, der, zuf&auml;llig, ein scharfer Kritiker des deutschen Austerit&auml;tsdiktates &uuml;ber Europa ist. Der Vorwurf angeblich als Sprachrohr f&uuml;r Kreml-Propaganda zu fungieren, steht nat&uuml;rlich ganz vorne. Als Quelle wird auf das US-Amerikanische Online-Magazin BuzzFeed verwiesen, das mit zweifelhaften Analysen zur Verbreitung von &ldquo;Fake News&rdquo; auf sich aufmerksam macht. Einzige weitere Quelle ein Journalist Namens Alberto Nardelli. Wie kann man nur auf die Idee kommen andere zu bezichtigen sie verbreiteten &ldquo;Fake News&rdquo; bzw. gar &ldquo;Kreml-Propaganda&rdquo; und solche zusammengeschusterte Artikel publizieren? Der beste Witz, dieses Glanzst&uuml;ck journalistischer Arbeit wird von einer ARD-Seite (ARD.de-Spezial: Fake News) verlinkt, die angeblich &uuml;ber &ldquo;Fake News&rdquo; aufkl&auml;ren will. Der deutsche &ldquo;Qualit&auml;tsjournalismus&rdquo; ist nicht mehr zu retten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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