{"id":36296,"date":"2016-12-16T08:53:09","date_gmt":"2016-12-16T07:53:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296"},"modified":"2016-12-16T08:53:09","modified_gmt":"2016-12-16T07:53:09","slug":"hinweise-des-tages-2776","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h01\">Aleppo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h02\">Rettet die Rente!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h03\">Gelenkte Wirklichkeit: Bundesregierung streicht brisante Stellen aus Armutsbericht <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h04\">Griechisches Parlament erlaubt Millionen-Zahlung an Rentner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h05\">Gerecht besteuern, in die Zukunft investieren!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h06\">SPD buhlt um PKV-Kunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h07\">Die Pille f&uuml;r alle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h08\">Der Autobahnbau wird per Grundgesetz&auml;nderung privatisiert &ndash; und viele Schulen gleich mit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h09\">&bdquo;Die NSA hat weiter mit BND-Selektoren EU und NATO abgeh&ouml;rt.&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h10\">Noch ein Kriminalfall von regionaler Bedeutung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h11\">Giftige Dieselabgase f&uuml;hren jedes Jahr tausendfach zum Tod<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h12\">&laquo;Erdogan geh&ouml;rt nach Den Haag&raquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h13\">Facebook wird Fake-News keinen Einhalt gebieten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36296#h14\">Journalist und Publizist Eckart Spoo gestorben: Der unbequeme Fragesteller wird bleiben<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Aleppo<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das neue &ldquo;Srebrenica&rdquo;?<\/strong><br>\nDie Abmachungen zwischen Russland und der T&uuml;rkei zum Abzug der Milizen im Ostteil der Stadt haben anscheinend nicht funktioniert. Die Busse, die f&uuml;r die K&auml;mpfer bereitgestellt wurden, blieben leer. Die Evakuierung fand nicht statt, wie es der TV-Journalist Dan Rivers, von dem auch die eingangs genannten Bilder der zerst&ouml;rten H&auml;userzeilen in Aleppo stammen, in einem eindrucksvollen Bild festh&auml;lt.<br>\n&ldquo;Die milit&auml;rischen Aktivit&auml;ten in Ost-Aleppo haben aufgeh&ouml;rt&rdquo;, zitierte ein Reuters-Bericht gestern Abend den russischen UN-Botschafter Wladimir Tschurkin. In der Meldung von Reuters war von einer Abmachung die Rede, die zwischen der T&uuml;rkei und Russland ausgehandelt wurde. Demnach h&auml;tten Milizenk&auml;mpfer und Familien die Gelegenheit gehabt, bis Mittwoch Abend die Stadt zu verlassen.<br>\nDie Umsetzung der Abmachung gelang nicht. Heute meldete die Nachrichten-Agentur, dass die K&auml;mpfe weitergehen. Daf&uuml;r gibt es viele Erkl&auml;rungen, keine kann mit Verl&auml;sslichkeit behaupten, dass sie vollkommen zutreffend oder gar die einzige richtige ist. Mutma&szlig;ungen bestimmen die Berichterstattung. Das gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r nahe wie f&uuml;r ferne Beobachter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Aleppo-Das-neue-Srebrenica-3570656.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Aleppo<\/strong><br>\n&bdquo;Ist Aleppo verloren?&ldquo;, fragte Anne Will vor gut zwei Monaten. Die Sorge um die Menschen im Ostteil der Stadt stand ihr ins Gesicht geschrieben. Seither haben die Dinge unerbittlich ihren Lauf genommen. Und die d&uuml;steren Ahnungen der ARD-Gespr&auml;chsleiterin sind wahr geworden. Ja, Aleppo ist verloren.<br>\nDoch f&uuml;r wen ist Aleppo verloren? Die Antwort liegt auf der Hand: F&uuml;r uns nat&uuml;rlich. Als vor vier Jahren jene Kr&auml;fte, die man im Westen wahlweise als &bdquo;Aufst&auml;ndische&ldquo;, &bdquo;Rebellen&ldquo; oder schlicht &bdquo;Opposition&ldquo; bezeichnet, sich des Ostens der Stadt bem&auml;chtigten, erschien das vielen als gute Sache. Der angestrebte Regime Change machte Fortschritte, der &bdquo;Schl&auml;chter Assad&ldquo; stand unter Druck.<br>\nOb die Menschen in Ost-Aleppo das genauso gesehen haben, ob ihre neuen Herren ihnen sympathisch waren, interessierte da nicht. Und wie die wesentlich zahlreicheren Menschen im Westteil der Stadt mit den st&auml;ndigen Terrorangriffen zurechtkamen, die vom Ostteil ausgingen, auch das interessierte nicht. Der gute Zweck heiligte die fragw&uuml;rdigen Mittel.<br>\nAls der Kampf um Aleppo in seine entscheidende Phase trat, waren im Osten der Stadt sch&auml;tzungsweise 8.000 bis 10.000 K&auml;mpfer zugange. Die meisten von ihnen, etwa 4.000, geh&ouml;rten zu Jahbat al-Nusra und ihrem engen Verb&uuml;ndeten Ahrar al-Sham. Anders formuliert: Die &bdquo;Aufst&auml;ndischen&ldquo; waren\/sind fanatische Dschihadisten. Und sie wurden &uuml;ber viele Jahre &bdquo;von uns&ldquo; unterst&uuml;tzt, mit Geld, mit Waffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/augenaufunddurch.net\/2016\/12\/15\/aleppo\/\">Ulrich Teusch<\/a><\/li>\n<li><strong>There is more than one truth to tell in the terrible story of Aleppo<\/strong><br>\nWestern politicians, &ldquo;experts&rdquo; and journalists are going to have to reboot their stories over the next few days now that Bashar al-Assad&rsquo;s army has retaken control of eastern Aleppo. We&rsquo;re going to find out if the 250,000 civilians &ldquo;trapped&rdquo; in the city were indeed that numerous. We&rsquo;re going to hear far more about why they were not able to leave when the Syrian government and Russian air force staged their ferocious bombardment of the eastern part of the city.<br>\nAnd we&rsquo;re going to learn a lot more about the &ldquo;rebels&rdquo; whom we in the West &ndash; the US, Britain and our head-chopping mates in the Gulf &ndash; have been supporting.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.independent.co.uk\/voices\/aleppo-falls-to-syrian-regime-bashar-al-assad-rebels-uk-government-more-than-one-story-robert-fisk-a7471576.html\">Independent<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Der B&uuml;rgermeister von Ost-Aleppo&rdquo; sagt nicht die Wahrheit.<\/strong><br>\nEr durfte trotzdem gestern auf dem EU-Gipfel sprechen. <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/die-einwohner-von-aleppo-hoffen-auf-ein-ende-des-blutbads\">Hier erkl&auml;rt er in einem arte-Interview<\/a>, dass es in Aleppo gar keine al-Kaida geben w&uuml;rde. Alles nur ehrenwerte Freie Syrische Armee dort: Seltsam, dass der Top-UN-Diplomat Staffan de Mistura gerade vor kurzem noch <a href=\"http:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/2016\/10\/06\/un-diplomat-offers-to-personally-escort-900-al-qaeda-fighters-ou\/\">angeboten hatte<\/a>, die al-Kaida-K&auml;mpfer pers&ouml;nlich aus Aleppo herauszubegleiten.\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das arte-Interview ist wie eine Kette von !!!!! zu dem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36291\">gestrigen Beitrag<\/a> &uuml;ber den Zustand unserer Medien: ein stichwortgegebender und beflissener Interviewer, kein Deut von kritischem Verstand, keine kritische Nachfrage. wenn man bedenkt, wie arte einmal gestartet ist, mit welchem hohen journalistischen Anspruch! Auch diese Entwicklung ein Trauerspiel.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rettet die Rente!<\/strong><br>\nWer den Reichen nichts nehmen will, der muss die Armen gegeneinander ausspielen. Dies muss sich auch der CDU-Finanzpolitiker Jens Spahn gedacht haben. Dass massenhaft Altersarmut drohe, h&auml;lt er f&uuml;r &bdquo;totalen Quatsch&ldquo;. Schlie&szlig;lich seien nur drei Prozent der &uuml;ber 65-j&auml;hrigen auf soziale Grundsicherung angewiesen, dagegen 16 Prozent aller Kinder.<br>\nAber kann man aus der Inanspruchnahme der Grundsicherung so einfach auf die Bed&uuml;rftigkeit schlie&szlig;en? Wei&szlig; man, wie viele arme &Auml;ltere den Gang zum Sozialamt scheuen, weil sie zu stolz oder einfach zu gebrechlich sind? Ist man mit einem monatlichen Einkommen von 780 Euro nicht mehr arm, weil man ab Eink&uuml;nften von 775 Euro keinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter mehr hat?<br>\nNach der g&auml;ngigen EU-Definition liegt die Armutsschwelle bei 60 Prozent des Durchschnittseinkommens, das waren 2015 rund 1033 Euro monatlich. Die so definierte Armutsquote ist f&uuml;r Rentner und Pension&auml;re seit der Jahrtausendwende von 10,7 auf 15,9 Prozent gestiegen und n&auml;hert sich der Armutsquote f&uuml;r Kinder (19,7 Prozent im Jahr 2015) immer st&auml;rker an.<br>\nMit der Agenda 2010, der Etablierung von Niedrigl&ouml;hnen, prek&auml;rer Besch&auml;ftigung und der Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent im Jahr 2030 hat man massenhafte Altersarmut programmiert. Dies zeigt auch die Statistik der Rentenversicherung: Wer im Jahr 2000 nach mindestens 35 Versicherungsjahren in Rente gegangen ist, bekam im Durchschnitt eine gesetzliche Rente von 1021 Euro im Monat. Wer 2015 in Rente ging, bekam nur noch 848 Euro. Das sind nominal knapp 17 Prozent weniger, gleichzeitig sind die Preise seit der Jahrtausendwende um 25 Prozent gestiegen. Neurentner h&auml;tten im vergangenen Jahr &uuml;ber 50 Prozent mehr Rente bekommen m&uuml;ssen, damit die Kaufkraft ihrer Rentenbez&uuml;ge das Niveau des Jahres 2000 erreicht &ndash; so eine Berechnung des Koblenzer Professors Gerd Bosbach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/gastwirtschaft\/sahra-wagenknecht-rettet-die-rente-,29552916,35011786.html\">Sahra Wagenknecht via Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gelenkte Wirklichkeit: Bundesregierung streicht brisante Stellen aus Armutsbericht<\/strong><br>\nHaben Menschen mit mehr Geld auch mehr Einfluss auf die Politik als Arme? Das hat offensichtlich die Bundesregierung interessiert und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) k&uuml;ndigte 2015 an, im neuen Armutsbericht auch den Einfluss von Eliten auf Entscheidungen der Politik untersuchen zu lassen.<br>\nDie S&uuml;ddeutsche Zeitung (SZ) f&uuml;hrt an, dass unter anderem folgende Stelle gestrichen wurde: &ldquo;Die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r eine Politikver&auml;nderung ist wesentlich h&ouml;her, wenn diese Politikver&auml;nderung von einer gro&szlig;en Anzahl von Menschen mit h&ouml;herem Einkommen unterst&uuml;tzt wird.&rdquo;<br>\nDer Osnabr&uuml;cker Politikwissenschaftler Armin Sch&auml;fer hat die Studie f&uuml;r das Bundesarbeitsministerium ausgearbeitet. Seine Erkenntnisse fanden sich dann auch in einer ersten Fassung des Armutsberichts. Die Rede war demnach von einer &ldquo;Krise der Repr&auml;sentation&rdquo;. So hie&szlig; es: &ldquo;Personen mit geringerem Einkommen verzichten auf politische Partizipation, weil sie Erfahrungen machen, dass sich die Politik in ihren Entscheidungen weniger an ihnen orientiert.&rdquo;<br>\nAu&szlig;erdem wurde auch die Aussage gestrichen, wonach sich B&uuml;rger in Deutschland &ldquo;mit unterschiedlichem Einkommen nicht nur in sehr unterschiedlichem Ma&szlig; an der Politik [beteiligen], sondern es besteht auch eine klare Schieflage in den politischen Entscheidungen zulasten der Armen&rdquo;.<br>\nMan muss auf diese Aussagen nicht zweimal schauen, um zu erkennen: Sie enthalten politischen Sprengstoff. Wenn es eine &ldquo;Krise der Repr&auml;sentation&rdquo; gibt, wenn arme Menschen sich nicht an Politik beteiligen, weil sich Politik faktisch sowieso nicht an diesen B&uuml;rgern orientiert, dann muss von einer schweren Schieflage des demokratischen Systems ausgegangen werden. Dass die Bundesregierung nun gerade diese brisanten Stellen aus dem Armutsbericht hat streichen lassen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.<br>\nW&auml;hrend die Regierungschefin den Begriff &ldquo;postfaktisch&rdquo; in Deutschland quasi &ldquo;eingef&uuml;hrt&rdquo; hat und damit auf einen angeblichen Trend in der Bev&ouml;lkerung verweist, Tatsachen nicht ins Auge zu blicken, zu leugnen oder gar zu verdrehen, werkelt derzeit offensichtlich die Regierung bei einem so zentralen und wichtigen Thema wie das der Armut daran, sich die Wirklichkeit zurecht zu biegen. Der Armutsbericht scheint im &ldquo;postfaktischen Zeitalter&rdquo; angekommen zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Gelenkte-Wirklichkeit-Bundesregierung-streicht-brisante-Stellen-aus-Armutsbericht-3572521.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Dazu: Oskar Lafontaine zu Armuts- und Reichtumsbericht<\/strong><br>\nDas gibt&rsquo;s doch nicht.<br>\n&bdquo;Die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r eine Politikver&auml;nderung ist wesentlich h&ouml;her, wenn diese Politikver&auml;nderung von einer gro&szlig;en Anzahl von Menschen mit h&ouml;herem Einkommen unterst&uuml;tzt wird.&ldquo;<br>\nMan reibt sich die Augen. Dieser Satz stand (!) in der urspr&uuml;nglichen Fassung des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung. Jetzt wurde er gestrichen.<br>\nDabei war er revolution&auml;r. Er hat die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte und die Machtstrukturen dieser Gesellschaft vornehm auf den Punkt gebracht: Was die Reichen wollen, wird gemacht; was sie nicht wollen, nicht &ndash; wie bei der Erbschaftssteuer, bei der Verm&ouml;genssteuer, bei Ceta, beim Mindestlohn, der so niedrig ist, dass man davon keine anst&auml;ndige Rente kriegt, und so weiter.<br>\nEr legt auch den Schluss nahe, dass wir in keiner Demokratie leben. Denn eine Demokratie ist eine Gesellschaft, in der sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen. Und da die Mehrheit kein h&ouml;heres Einkommen hat, setzen sich auch bei uns die Interessen einer Minderheit durch.<br>\nWenn man diese Erkenntnis ernst n&auml;hme, dann m&uuml;ssten alle Sonntagsreden, Weihnachtsbotschaften, Neujahrsansprachen und staatserhaltenden Leitartikel unserer &bdquo;Eliten&ldquo; umgeschrieben werden.<br>\nUnd deshalb kann diese Wahrheit nicht regierungsamtlich festgestellt werden. Wo k&auml;men wir da hin? Und deshalb wird Merkel weiter sagen: &bdquo;Deutschland geht es gut&ldquo;, weil die selbsternannten Eliten in Regierung und Medien die Mehrheit, die nicht &bdquo;h&ouml;here Einkommen&ldquo; hat, aus dem Auge verloren haben.<br>\nUnd die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; (AfD)? Sie will, dass sich daran nichts &auml;ndert. Sie will keine Reichensteuern und einen schwachen Sozialstaat. &bdquo;An einer weiteren Verl&auml;ngerung der Lebensarbeitszeit f&uuml;hrt kein Weg vorbei&ldquo; und wir werden &bdquo;&uuml;ber eine weitere K&uuml;rzung der Renten reden m&uuml;ssen&rdquo; (Frauke Petry).<br>\nSolange Parteien gew&auml;hlt werden, die ein gerechtes Steuersystem und einen soliden Sozialstaat ablehnen, wird das so bleiben. Und die Armuts- und Reichtumsberichte der n&auml;chsten Jahre werden nach dem Motto verfasst sein, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1268700543191410\/?type=3&amp;theater&amp;notif_t=notify_me_page&amp;notif_id=1481722425112368\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Griechisches Parlament erlaubt Millionen-Zahlung an Rentner<\/strong><br>\nDie &auml;rmeren Senioren in Griechenland werden zu Weihnachten mit einer einmaligen Extra-Zahlung von insgesamt 617 Millionen Euro bedacht. Das hat das Parlament in Athen beschlossen. Der Euro-Rettungsschirm ESM reagiert sofort.<br>\nDas griechische Parlament hat am Donnerstag die umstrittenen Sonderzahlungen an Rentner gebilligt. Die Abgeordneten in Athen votierten mehrheitlich f&uuml;r den Plan von Ministerpr&auml;sident Alexis Tsipras, Rentnern mit niedrigen Bez&uuml;gen zu Weihnachten einmalig insgesamt 617 Millionen Euro auszuzahlen. Tsipras hatte damit die internationalen Geldgeber gegen sich aufgebracht, die seit Jahren eine Staatspleite Griechenlands verhindern. Diese Euro-Partner hatten kritisiert, dass die Ma&szlig;nahmen mit ihnen nicht abgesprochen gewesen seien. Der Euro-Rettungsschirm ESM stoppte daraufhin die erst j&uuml;ngst verabredeten Schuldenerleichterungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/griechisches-parlament-billigt-millionen-zahlung-an-rentner-14576559.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>und: Der alte Tsipras ist zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDas griechische Schuldendrama droht erneut zu eskalieren. Premier Tsipras hat keine Lust mehr auf die Rolle des braven Reformers und facht einen ungel&ouml;sten Streit neu an.<br>\nEnde vergangener Woche hatte Premierminister Alexis Tsipras &uuml;berraschend angek&uuml;ndigt, dass seine Regierung rund 1,6 Millionen Rentnern ein Weihnachtsgeld von insgesamt 617 Millionen Euro zahlen will &ndash; im Schnitt also etwa 380 Euro pro Person, am Donnerstagabend billigte das Parlament die Ma&szlig;nahme. Zudem werde eine geplante Mehrwertsteuererh&ouml;hung auf griechischen Inseln ausgesetzt, solange diese die Hauptlast der Fl&uuml;chtlingskrise tragen.<br>\nDie Steuerfrage betreffe nur wenige Inseln, versuchte sich Tsakalotos nun in Berlin an einer Erkl&auml;rung. Und die Rentenzahlung habe man &ldquo;f&uuml;r eine gute Idee gehalten&rdquo;. Schlie&szlig;lich habe Griechenland einen h&ouml;heren &Uuml;berschuss erwirtschaftet als mit den Geldgebern vereinbart. Von dem sollten nun einmalig jene profitieren, die einen Gro&szlig;teil der Reformlast der vergangenen Jahre getragen h&auml;tten. Die Haushaltsziele w&uuml;rden dadurch &ldquo;&uuml;berhaupt nicht gef&auml;hrdet&rdquo;.<br>\nDas mag stimmen. Doch eigentlich m&uuml;ssen solche Entscheidungen mit den Geldgebern abgesprochen werden. Entsprechend verschnupft ist man im Bundesfinanzministerum. &ldquo;Das ist schon eine &Auml;nderung der Gesch&auml;ftsgrundlage&rdquo;, hei&szlig;t es im Haus von Wolfgang Sch&auml;uble (CDU). &ldquo;Vergangene Woche in der Eurogruppe war davon noch keine Rede.&rdquo; Auch die &uuml;brigen Euro-Finanzminister sind unzufrieden. Weil &ldquo;manche Mitgliedsl&auml;nder&rdquo; einen Versto&szlig; gegen Vereinbarungen mit Griechenland sehen, stoppte die Eurogruppe bereits beschlossene kurzfristige Schuldenerleichterungen.<br>\nIn der seit mittlerweile sieben Jahren andauernden Griechenlandkrise droht damit ein neuer Showdown &ndash; und zwar unmittelbar vor einem Treffen von Tsipras mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag.<br>\nEs scheint ganz so, als w&auml;re der alte Tsipras zur&uuml;ck: ein charismatischer Kommunikator, der vor allem im Kampfmodus aufbl&uuml;ht. Man werde &ldquo;niemandem um Erlaubnis fragen, dieses Geld den Bed&uuml;rftigsten zu geben&rdquo;, polterte er. Jeder m&uuml;sse anerkennen, dass Griechenland &ldquo;Opfer im Namen Europas gebracht&rdquo; habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-warum-die-krise-zurueckkehrt-a-1126073.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Immerhin meldet die FAZ noch, dass die Sonderzahlung Rentnern mit niedrigen Bez&uuml;gen zugute kommen soll. Die &ldquo;Qualit&auml;tsjournalisten&rdquo; von SpiegelOnline verschweigen das vornehm, um wieder gegen Griechenland und Tsipras hetzen zu k&ouml;nnen. Dazu sollte man wissen, dass auf Grund der immer noch sehr hohen Arbeitslosigkeit in Griechenland, die Rente oft das einzige regelm&auml;&szlig;ige Einkommen vieler Familien ist. Das spielt f&uuml;r die Eurogruppe unter der F&uuml;hrung der schwarzen Null Sch&auml;uble aber keine Rolle. Die neoliberale Agenda muss ohne R&uuml;cksicht weiter exekutiert werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: EU-Gipfel: Schulz fordert Schulden-L&ouml;sung f&uuml;r Griechenland<\/strong><br>\nDer scheidende EU-Parlamentspr&auml;sident Martin Schulz hat die Eurogruppe zu einer L&ouml;sung der Schuldenlage in Griechenland aufgefordert. Zum von der W&auml;hrungsunion verh&auml;ngten Stopp von Schuldenerleichterungen sagte Schulz beim EU-Gipfel, es sollten nicht &uuml;ber eine Belastung der bed&uuml;rftigsten Pensionisten die Haushaltsprobleme gel&ouml;st werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kurier.at\/politik\/ausland\/eu-gipfel-schulz-fordert-schulden-loesung-fuer-griechenland\/236.042.011\">Kurier<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Schulz betreibt wohl Imagepflege in eigener Sache. Als die Syriza Regierung ein Referendum &uuml;ber die Bedingungen der Troika ank&uuml;ndigte, bezeichnete Schulz den amtierenden griechischen Ministerpr&auml;sidenten Tsipras noch als einen Politiker mit demagogischen Z&uuml;gen, der unberechenbar sei und die Menschen in Griechenland manipuliere. Schuldenerleichterungen lehnte Schulz, der immer auf Sch&auml;uble Linie war, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ab. Kurz nach der Regierungs&uuml;bernahme von Tsipras Anfang 2015 sagte Schulz in einem Fernsehinterview, dass er keinen Bock auf ideologische Debatten mit einer Regierung h&auml;tte, die gerade mal zwei Tage im Amt ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gerecht besteuern, in die Zukunft investieren!<\/strong><br>\nDas deutsche Steuersystem ist ungerecht! Es belastet normale Arbeitnehmer unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark und schont die Verm&ouml;genden. Gleichzeitig reichen die Mittel f&uuml;r wichtige &ouml;ffentliche Aufgaben oft hinten und vorne nicht aus. Dass das auch anders geht, zeigt der DGB mit seinen steuerpolitischen Eckpunkten zur Bundestagswahl, die diese Woche ver&ouml;ffentlicht wurden.<br>\nDort fordert der DGB, dass der steile Anstieg der Steuerprogression f&uuml;r untere und mittlere Einkommen ged&auml;mpft wird, um Normalverdiener endlich zu entlasten. Im Gegenzug soll der Spitzensteuersatz so angehoben werden, dass Spitzenverdiener wieder st&auml;rker in die Pflicht genommen werden (&hellip;).<br>\nDie krasse Bevorzugung von Kindern sehr gut verdienender Eltern durch den Kinderfreibetrag soll durch ein f&uuml;r alle Kinder um 15 Euro je Monat erh&ouml;htes Kindergeld beseitigt werden. L&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig ist auch eine bessere und verteilungsgerechtere steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der Arbeitswege f&uuml;r Berufspendler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++a7e68e28-c2c9-11e6-897b-525400e5a74a\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>SPD buhlt um PKV-Kunden<\/strong><br>\nNachdem neue Zahlen bekannt wurden, denen zufolge die privaten Krankenversicherungen in Deutschland bereits seit f&uuml;nf Jahren mehr Mitglieder verlieren, als sie neu von den gesetzlichen Krankenkassen abwerben, l&auml;utet die SPD das Totengl&ouml;ckchen f&uuml;r die rund 40 privaten Krankenversicherungsunternehmen. &bdquo;Die Zahlen zeigen deutlich, dass die PKV keine &Uuml;berlebenschance mehr hat&ldquo;, so der stellvertretenden Fraktionsvorsitzender der SPD Karl Lauterbach.<br>\nDie PKV m&uuml;sse verschwinden und das nicht nur, weil sie verantwortlich daf&uuml;r sei, dass es in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin gebe. Das Problem sei vielmehr, dass sich dieses Gesch&auml;ftsmodell nicht mehr lange halten k&ouml;nne. &bdquo;Die PKV hat ein doppeltes Demografieproblem&ldquo; erl&auml;uterte Lauterbach. Zum einen hat sie anders als die gesetzliche Krankenversicherung keinerlei Stellschrauben, um die Behandlungskosten ihrer Versicherten zu steuern. &bdquo;Sie sieht sich daher mit einem ungebremsten Kostenanstieg konfrontiert, der in Zukunft wegen der Alterung der Gesellschaft stark zunehmen wird.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/weniger-mitglieder-steigende-kosten-spd-buhlt-um-pkv-kunden\/14978580-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es stellt sich u.a. die Frage, mit welchen parlamentarischen Mehrheiten Herr Lauterbach das Ende der privaten Krankenversicherungen durchsetzen m&ouml;chte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Pille f&uuml;r alle<\/strong><br>\nAuf den ersten Blick geht es um eine Kleinigkeit, auf den zweiten eher um Kleinlichkeit: Wovon sollen Hartz-IV-Empf&auml;nger ihre Verh&uuml;tungsmittel bezahlen?<br>\nAlle Jahre wieder gelangt diese Frage auf die Tagesordnung der B&uuml;rgerschaft. Diese Woche waren es die Gr&uuml;nen, die eine staatliche Regelung anmahnten und nun als Regierungspartei zusammen mit der SPD auch tats&auml;chlich durchsetzen. Bislang geh&ouml;rt Hamburg zu jenen L&auml;ndern, die das Problem den Betroffenen &uuml;berlassen.<br>\nWarum das &uuml;berhaupt ein Problem ist? F&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger ist alles ein Problem, was Geld kostet. Aber kein Geld f&uuml;r Verh&uuml;tungsmittel, das hei&szlig;t manchmal eben auch: keine Verh&uuml;tung.<br>\nMitte 30, schon zwei Kinder, aber kein Geld f&uuml;r Verh&uuml;tungsmittel und deshalb ungewollt schwanger &ndash; so beschreibt eine Pro-Familia-Beraterin eine typische Klientin in einer sogenannten Schwangerschaftskonfliktberatung, wie sie vor einer Abtreibung vorgeschrieben ist. Der Teilzeitjob der Mutter habe zum Leben nicht gereicht, Geld vom Ex-Partner gab es nicht &ndash; also Hartz IV.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/52\/hartz-iv-empfaenger-pille-verhuetung-gruene-hamburg\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Autobahnbau wird per Grundgesetz&auml;nderung privatisiert &ndash; und viele Schulen gleich mit<\/strong><br>\nHaben Sie das gelesen: &bdquo;Gabriel stoppt Autobahn-Privatisierung&ldquo; (SZ). Oder das: &bdquo;Autobahnen werden doch nicht privatisiert&ldquo; (Spiegel). Das scheint doch erstaunlich! Zwei Jahre lang k&auml;mpft die Bundesregierung darum, privaten Investoren den Zugang zu unseren Autobahnen zu verschaffen und nun das. Was ist eigentlich passiert?<br>\nHat Gabriel die Grundgesetz&auml;nderung gestoppt? Ist die geplante Autobahngesellschaft vom Tisch? Ist die ganze Privatisierung verhindert? Wir m&uuml;ssen leider sagen: dreimal nein! Vielmehr passiert dies: (1) Das Grundgesetz wird ge&auml;ndert. (2) Die neue Gesellschaft wird gegr&uuml;ndet. (3) Autobahnbau- und betrieb werden privatisiert. Wir sind uns bewusst, dass diese Aussagen deutlich abweichen von allem, was die sogenannten Leitmedien die letzten Tage berichten. Aber unsere Aussagen lassen sich belegen. Uns liegen die Entw&uuml;rfe f&uuml;r die Gesetze und die Grundgesetz&auml;nderungen vor, die das Bundeskabinett am 9.12. verabschieden will. Sie wurden gestern einigen Verb&auml;nden zugesandt &ndash; mit der Aufforderung, bis zum Montag, den 28.11.16, 12 h Stellung zu nehmen. Nachfolgend stellen wir die f&uuml;nf wichtigsten Grausamkeiten in einer Kurzbewertung dar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1964\">Carl Wa&szlig;muth auf annotazioni<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&bdquo;Die NSA hat weiter mit BND-Selektoren EU und NATO abgeh&ouml;rt.&ldquo;<\/strong><br>\nHeute finden wieder zwei &ouml;ffentliche Sitzungen des Untersuchungsausschusses statt. Am Morgen geben zwei britische Sachverst&auml;ndige Auskunft &uuml;ber die staatliche &Uuml;berwachungspraxis in Gro&szlig;britannien. Ab Mittag werden die BND-Zeugen Schindler und Pauland erneut vernommen, zu ihrem &bdquo;Abh&ouml;ren unter Freunden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2016\/live-blog-aus-dem-geheimdienst-untersuchungsausschuss-wie-der-bnd-das-ausspionieren-unter-freunden-beendet-hat\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Noch ein Kriminalfall von regionaler Bedeutung<\/strong><br>\nIrgendwann im Januar 2004 schaltete ich die &raquo;Tagesschau&laquo; an. Vielleicht w&uuml;rde die ja was zur Wende im Fall Rudi Rupp bringen. Der Landwirt aus Neuburg an der Donau, nahe Ingolstadt, war seit &uuml;ber zwei Jahren verschwunden und nun hatte man dessen M&ouml;rder ins Netz gehen lassen. Aber Fehlanzeige. Das Nachrichtenformat berichtete nichts, obgleich der Fall wirklich spektakul&auml;r war. Niemand hat damals nachgefragt und &uuml;ber die &raquo;L&uuml;genpresse&laquo; gemosert. H&auml;tte man das getan, der Sender h&auml;tte wohl darauf verwiesen, dass der Fall lediglich von regionaler Bedeutung sei und die ganze Sache keinen Nachrichtenwert f&uuml;r jemanden in Scharbeutz oder Ratekau habe. So wie neulich im Fall des Freiburger Verd&auml;chtigen mit Fl&uuml;chtlingshintergrund, der eine Studentin ermordet haben soll. Es hat damals auch niemand vermutet, dass die &ouml;ffentlich-rechtlichen Nachrichten an einer Vertuschung mitwirken, die verschleiern m&ouml;chte, wie es unter Landwirten wirklich l&auml;uft: Grob und unzivilisiert n&auml;mlich.<br>\nDem Tatgeschehen nach zu urteilen h&auml;tte man annehmen m&uuml;ssen, dass das genau das Problem unter Bauern ist. Rupp soll von seiner Frau, seiner Tochter und dem Schwiegersohn in spe erschlagen und dann zerst&uuml;ckelt und den Schweinen zum Fra&szlig; vorgeworfen worden sein, hie&szlig; es damals. Sie f&uuml;hlten sich zu dieser Bluttat gedr&auml;ngt, weil das Familienoberhaupt ein Tyrann war. Das wussten auch die Nachbarn. Deshalb munkelten sie ja schon seit Jahren, dass Rupp nicht einfach get&uuml;rmt, sondern von seiner eigenen Familie ums Leben gebracht worden sei. Sicherlich schwang da ein Mindestma&szlig; an Verst&auml;ndnis mit. Beweise gab es freilich keine. Nur Ger&uuml;chte. Die g&auml;rten etwa zwei Jahre lang. Irgendwann m&uuml;ssen sie dann der Polizei zu Ohren gekommen sein. Bis dahin hatte die nur recht halbherzig die Vermisstenanzeige von Frau Rupp bearbeitet. Aber die Ger&uuml;chtek&uuml;che animierte die Beh&ouml;rden nun, gegen die Familie zu ermitteln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1035526.noch-ein-kriminalfall-von-regionaler-bedeutung.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<p><strong>dazu: Kein &ldquo;Mord wie jeder andere&rdquo;<\/strong><br>\nDas Jahr 2016 geht zu Ende, wie es angefangen hat. Wieder wird eine &ldquo;Wende&rdquo; diskutiert, gefordert, konstatiert oder angek&uuml;ndigt. Gewerkschaftsvorsitzende gei&szlig;eln eine &ldquo;verfehlte Fl&uuml;chtlingspolitik&rdquo;, ein Generalsekret&auml;r fordert die &Auml;nderung des Pressekodex, Talkshows, Chefredaktionen, Hintergrundanalysten und Welterkl&auml;rer sprechen &uuml;ber migrantische Morde, fremde Vergewaltigungen, deutsche Pressefreiheit und die Bedeutung der Wahrheit. In Freiburg ist ein Mensch get&ouml;tet worden. In Bochum sind zwei Menschen sexuell gen&ouml;tigt worden. In beiden F&auml;llen wurden Tatverd&auml;chtige festgenommen. Und Deutschland befindet sich im Zustand h&ouml;chster Erregung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2016-12\/kriminalitaet-massenmedien-freiburg-berichterstattung-tagesschau-fischer-im-recht\">Fischer im Recht auf Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Giftige Dieselabgase f&uuml;hren jedes Jahr tausendfach zum Tod<\/strong><br>\nDie Deutsche Umwelthilfe l&auml;sst regelm&auml;&szlig;ig Messungen an Diesel-Fahrzeugen durchf&uuml;hren. Demnach blasen 47 von 50 Autos zu viel Schadstoffe in die Luft &ndash; unter anderem Stickstoffdioxid, das den Angaben zufolge jedes Jahr in mehr als 10.600 F&auml;llen vorzeitig zum Tod f&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/messungen-der-umwelthilfe-giftige-dieselabgase-fuehren.1773.de.html?dram:article_id=373988\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&laquo;Erdogan geh&ouml;rt nach Den Haag&raquo; <\/strong><br>\nDie Arme des t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten Recep Tayyip Erdogan reichen bis nach Europa. Die in einer t&uuml;rkischen EinwanderInnenfamilie im Ruhrgebiet aufgewachsene Sevim Dagdelen, seit 2005 Abgeordnete der Linken, hat seinen Einfluss am eigenen Leib erfahren. Nachdem in diesem Sommer der Deutsche Bundestag in einer Resolution die vor hundert Jahren von der jungt&uuml;rkischen Regierung angeordneten Massaker an den ArmenierInnen klar als V&ouml;lkermord bezeichnet hatte, publizierte der t&uuml;rkische Innenminister Efkan Ala auf Twitter Fahndungsfotos aller elf t&uuml;rkischst&auml;mmigen Bundestagsabgeordneten. Regierungsnahe Zeitungen nahmen die ministerielle Hetze auf. Sie ver&ouml;ffentlichten auf ihren Frontseiten nicht bloss die Fotos der elf PolitikerInnen mit pers&ouml;nlichen Angaben, sondern stellten auch Bez&uuml;ge zu ihren Kindern her. Als Sevim Dagdelen in jenen Tagen in Berlin ein Taxi bestieg, attackierte sie der Taxifahrer, ein T&uuml;rke und Erdogan-Fan. Auf ihren Veranstaltungen tauchten Erdogan-Anh&auml;nger auf, die sich auf Facebook verabredet hatten, um Dagdelen &laquo;eine Lektion zu erteilen&raquo;. Sie versuchten, die Anl&auml;sse zu sprengen, und zettelten Schl&auml;gereien an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/1650\/erdogans-netzwerke-in-europa\/erdogan-gehoert-nach-den-haag\">WOZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Facebook wird Fake-News keinen Einhalt gebieten<\/strong><br>\nDie Schie&szlig;erei in der Comet-Pizzeria in Washington, DC, letzte Woche hat der Causa &bdquo;Fake-News&ldquo; nationale Aufmerksamkeit beschert. Der Sch&uuml;tze hatte den verqueren Vorwurf selbst &bdquo;recherchiert&ldquo;, Hillary Clinton und John Podesta betrieben von dem Restaurant aus einen Kinderpornoring. Der Vorwurf eines rechten Hetzers, zusammengesponnen aus der Info, das Restaurant unterst&uuml;tze die Clinton-Kampagne als Fundraiser.<br>\nHandelt es sich hier nur um eine weitere Geschichte &uuml;ber einen irren Einzelt&auml;ter, wie sie sich immer wieder in einem 330-Millionen-Einwohner-Land mit exzessiver Liebe zu automatischen Waffen findet? Leider nein &ndash; Fake-Nachrichten sind eine reale Bedrohung. Informationen sind m&auml;chtig, denn sie motivieren Menschen zum Handeln. Niemand verstand das besser als Joseph Goebbels, der Antisemitismus und Xenophobie mit Hasstiraden offensiven Wahnsinns befeuerte. Exemplarisch zeigte sich der Reichstagsbrand 1933 und die darauf folgenden, konstruierten Anschuldigungen gegen einen Kommunisten. In der Hysterie um die &bdquo;nationale Sicherheit&ldquo; verlieh das deutsche Parlament dem Naziregime endg&uuml;ltig absolute Macht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/diefreiheitsliebe.de\/gesellschaft\/facebook-wird-fake-news-keinen-einhalt-gebieten\/\">Die Freiheitsliebe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Journalist und Publizist Eckart Spoo gestorben: Der unbequeme Fragesteller wird bleiben<\/strong><br>\nDer Journalist und Publizist Eckart Spoo ist am Donnerstag, dem 15. Dezember, in Berlin gestorben, vier Tage vor seinem 80. Geburtstag. Als Kind erlebte er Krieg und Faschismus in seiner Geburtsstadt M&ouml;nchengladbach und im Fluchtort Harz; dies hat sein ganzes Leben gepr&auml;gt. Mehr als drei Jahrzehnte schrieb er als Korrespondent der Frankfurter Rundschau Zeitungsgeschichte. Er galt als unbequemer Fragesteller in Pressekonferenzen und deckte manchen Skandal auf. Von 1970 bis 1986 war er Vorsitzender der Deutschen Journalisten-Union (dju).<br>\nPressefreiheit, auch die &bdquo;innere Pressefreiheit&ldquo; in den Redaktionen und die damit erforderliche Abschaffung des Tendenzparagraphen waren Forderungen, die den Journalisten Spoo bis zu seinem Tode umtrieben. Die voranschreitende Monopolisierung der Zeitungsverlage und die damit einhergehende Vereinheitlichung und Verflachung der Zeitungslandschaft prangerte er an.<br>\nSpoo sah die Pressefreiheit vom Grundrecht f&uuml;r alle zum Privileg einiger weniger Pressekonzerne verkommen, deren Eigent&uuml;mer ihre Aufgaben darin sehen, den Kapitalismus und die von ihm geschaffenen gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse zu r&uuml;hmen und vor Kritik zu sch&uuml;tzen &ndash; auch durch Verschweigen von Tatsachen, Verleugnen von Wahrheiten &ndash; und aus diesem Missbrauch der Pressefreiheit m&ouml;glichst viel Profit zu ziehen. Spoo hielt publizistische Monopole f&uuml;r verfassungswidrig.<br>\nIn der Konsequenz gr&uuml;ndete er 1997 zusammen mit weiteren Publizisten eine eigene Zeitschrift: Ossietzky. Die Zweiwochenschrift f&uuml;r Politik, Kultur und Wirtschaft steht in der antimilitaristischen und antifaschistischen Tradition der Weltb&uuml;hne. Spoos Anspruch als langj&auml;hriger Ossietzky-Chefredakteur: jedes Heft voller Widerspruch gegen angstmachende und verdummende Propaganda, gegen Sprachregelungen, gegen das Plattmachen der &ouml;ffentlichen Meinung durch die Medienkonzerne, gegen das vermeintliche Recht des St&auml;rkeren und gegen die Gew&ouml;hnung an den Krieg. Zu diesen Themen ver&ouml;ffentlichte er auch eine Vielzahl aufkl&auml;rerischer B&uuml;cher. Verlag und Redaktion Ossietzky werden Spoos Verm&auml;chtnis fortf&uuml;hren.<br>\nQuelle: Ossietzky-Pressemitteilung via E-Mail\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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