{"id":36340,"date":"2016-12-20T08:50:38","date_gmt":"2016-12-20T07:50:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340"},"modified":"2016-12-20T09:43:16","modified_gmt":"2016-12-20T08:43:16","slug":"hinweise-des-tages-2778","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h01\">Berlin &ndash; &Uuml;ber das gestrige Versagen der Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h02\">Moskau spricht von &bdquo;Terrorakt&ldquo; &ndash; T&uuml;rkischer Polizist erschie&szlig;t russischen Botschafter in Ankara<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h03\">Die Armen werden sich wehren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h04\">Ihr da oben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h05\">Labour plans Jeremy Corbyn relaunch to ride anti-establishment wave<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h06\">Spanien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h07\">Griechenland &ndash; Hunderttausende Familien ohne St&uuml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h08\">Trumps Kabinett &ndash; So reich wie 43 Millionen US-Haushalte zusammen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h09\">Trump und die Technikbranche &ndash; Ein gro&szlig;es Trostpflaster f&uuml;r das Silicon Valley<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h10\">Duisburg-Marxloh zur Negativ-Marke kreiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h11\">Anteil der Niedriglohnempf&auml;nger w&auml;chst rasant<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h12\">Mangelhafte Jobcenter Untersuchung deckt gro&szlig;e Missst&auml;nde auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h13\">Fl&auml;chentarifvertrag sch&uuml;tzt vor Lohndr&uuml;ckerei und garantiert fairen Wettbewerb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h14\">Nahles warnt vor &bdquo;Refeudalisierung&ldquo; in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h15\">Was der Staat besser kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h16\">So schlecht war der Asklepios-Deal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h17\">Lobbyismus: K&ouml;nig Bertelsmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36340#h18\">&bdquo;Dieses Verst&auml;ndnis f&uuml;r Putin entfremdet mich von meinem eigenen linken Milieu&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Berlin &ndash; &Uuml;ber das gestrige Versagen der Medien<\/strong><br>\nKaum dass dieser Lastwagen in den Weihnachtsmarkt rauschte, mutma&szlig;te man, es handle sich vielleicht um einen terroristischen Anschlag. Man wusste jedoch nichts Genaues. Aber die journalistische Ermittlung lief schon auf Hochtouren.<br>\nDas Erste zum Beispiel pr&auml;sentierte Ingo Zamperoni, der etwas gedankenverloren in die Kamera blickte und festhielt, dass es sich zwar vielleicht um einen terroristischen Akt handeln k&ouml;nnte, man aber nicht wisse, ob es denn wirklich so sei. Danach k&uuml;ndigte er einen R&uuml;ckblick mit s&auml;mtlichen terroristischen Attacken an, die dieses Jahr in Deutschland stattfanden. Obgleich man also nicht wusste, mit was man es da zu tun hatte, hatte man das Ereignis in Berlin schon gleich unter dem Label des islamistischen Terrorismus verbucht und die Leitlinie festgesetzt.<br>\nKann ja tats&auml;chlich sein, dass es ein Anschlag war. Vorsatz d&uuml;rfte auf alle F&auml;lle dahinterstecken. Hat aber der Journalismus denn keinerlei Verantwortung mehr, das Ereignis so lange ergebnisoffen zu begleiten, bis man konkrete Angaben machen kann?<br>\nDen &Uuml;bergang der Publikative in die Spekulative haben wir schon mehrfach erlebt in den letzten Jahren. Der Medienmainstream hat zuletzt auch &uuml;ber den Begriff des Postfaktischen berichtet und meinte damit bestimmte politische Bewegungen und Beweggr&uuml;nde. Doch das Problem liegt tiefer. Es ist tats&auml;chlich ganz wesentlich zur journalistischen Praxis hierzulande geworden, erst gar nicht mehr auf Fakten zu warten, &uuml;ber sie hinweg zu gehen und zu berichten. Es ist allerdings nicht post-, es ist pr&auml;faktisch. Was qualitativ betrachtet aber nur wenig Unterschiede macht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neulandrebellen.de\/2016\/12\/ueber-das-gestrige-versagen-der-medien\/\">neulandrebellen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Zu einem Zeitpunkt, als es noch vollkommen offen war, was in Berlin &uuml;berhaupt passiert ist, instrumentalisierte der AfD-Spitzenpolitiker Marcus Pretzell die Toten bereits:<\/em><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161220_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161220_01-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Moskau spricht von &bdquo;Terrorakt&ldquo; &ndash; T&uuml;rkischer Polizist erschie&szlig;t russischen Botschafter in Ankara<\/strong><br>\nDer russische Botschafter in der T&uuml;rkei ist nach einem Anschlag in Ankara am Montagabend gestorben. Der Attent&auml;ter war ein t&uuml;rkischer Polizist. Moskau spricht von einem &bdquo;Terrorakt&ldquo; und will gemeinsam mit der T&uuml;rkei ermitteln. [&hellip;]<br>\nDas Attentat auf den Botschafter bedeutet eine Belastungsprobe f&uuml;r das russisch-t&uuml;rkische Verh&auml;ltnis, das sich nach monatelangem bitteren Streit gerade erst wieder normalisiert hat. In ersten Reaktionen behielten aber selbst au&szlig;enpolitische Moskauer Hitzk&ouml;pfe die Nerven: Es werde keine Abk&uuml;hlung in den Beziehungen geben, sagte Leonid Sluzki, Vorsitzender des Au&szlig;enausschusses in der Staatsduma.<br>\nDer Attent&auml;ter schrie auch &bdquo;Vergesst nicht Aleppo&ldquo; und &bdquo;Vergesst nicht Syrien&ldquo;. Russland hat sich mit seinem Milit&auml;reinsatz zugunsten von Pr&auml;sident Baschar al-Assad, mit der gnadenlosen R&uuml;ckeroberung von Aleppo viele Feinde gemacht. &bdquo;Das war eine Rache an unserem Land f&uuml;r Syrien und gleichzeitig ein Versuch, Russland und die T&uuml;rkei gegeneinander aufzuhetzen&ldquo;, sagte der Verteidigungspolitiker Franz Klinzewitsch aus dem Parlamentsoberhaus, dem F&ouml;derationsrat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/moskau-spricht-von-terrorakt-tuerkischer-polizist-erschiesst-russischen-botschafter-in-ankara-14583039.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> ist nat&uuml;rlich noch viel zu fr&uuml;h f&uuml;r Spekulationen. Sollten sich die Meldungen t&uuml;rkischer Medien best&auml;tigen, dann war der T&auml;ter ein junger Polizist aus den Spezialeinheiten in Ankara. Das ist delikat. Entweder er war wirklich ein Islamist, dann hat die T&uuml;rkei ein massives Problem mit islamistischen Terroristen im Herz ihres eigenen Sicherheitsapparats. Oder aber der T&auml;ter z&auml;hlt zum rechten Sektor und wurde eingesetzt, um das t&uuml;rkisch-russische Verh&auml;ltnis zu torpedieren. Dann hat die T&uuml;rkei ein Problem mit Rechtsradikalen mitten im Sicherheitsapparat, was die Sache auch nicht besser macht. Die T&uuml;rkei scheint momentan ein sehr fragiles Gebilde zu sein und wir sollten &auml;u&szlig;erst vorsichtig sein, denn eine implodierende T&uuml;rkei w&auml;re ein sicherheitspolitischer Albtraum oberster G&uuml;te.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Armen werden sich wehren<\/strong><br>\nEin Krieg der gro&szlig;en wei&szlig;en Oligarchen gegen die Armen &ndash; dies ist eine der Visionen &uuml;ber drohende Gefahren in Europa, skizziert auf einem Kongress in Kassel &uuml;ber den &ldquo;neuen Faschismus&rdquo;. Die Gefahr ist da, so das Fazit der Wissenschaftler, und sie kann verschiedene Z&uuml;ge annehmen.<br>\nDa ist der Brexit, dann ist da noch Trump und dann sind da Rechtspopulisten in vielen L&auml;ndern Europas auf den Vormarsch &ndash; die Angst vor dem Ende der liberalen Demokratien w&auml;chst. Eine Tagung im Kasseler Museum Fridericianum stellte sich nun die Frage, ob ein neuer Faschismus einzieht in den Teil der Welt, den wir bisher die Westliche nannten.<br>\nFaschismus &ndash; der Begriff ist in Europa untrennbar mit Namen wie Hitler, Mussolini oder Franco verbunden. Doch schon diese drei Namen zeigen: Faschismus war auch in der ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts facettenreich und reichte vom Klerikal-Faschismus spanischer Pr&auml;gung bis nach Auschwitz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/konferenz-zum-neuen-faschismus-die-armen-werden-sich-wehren.1013.de.html?dram:article_id=374224\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ihr da oben<\/strong><br>\nDie Schere zwischen Arm und Reich &ouml;ffnet sich. Diese Entwicklung muss dringend aufgehalten werden, um Populisten den N&auml;hrboden zu entziehen.<br>\nF&uuml;r falsche Romantik gibt es keinen Grund: 1968 war nicht alles gut. Aber trotz aller Schattenseiten &ndash; vor allem dem Terror der RAF &ndash; haben die Studentenrevolte und die durch sie angesto&szlig;enen gesellschaftlichen Ver&auml;nderungen dieses Land gepr&auml;gt wie keine andere Phase in der Nachkriegsgeschichte. Unter anderem mehr Gleichberechtigung, ein liberales Sexualrecht oder aber die Aufarbeitung der NS-Diktatur haben die Bundesrepublik zu einem weltoffenen Land gemacht, das zudem wirtschaftlich beeindruckend stark ist.<br>\nAber Geschichte hat ihre ironischen Seiten: Jetzt gibt es wieder eine Entwicklung wie damals, eine Art Aufstand gegen das Establishment. Es geht dabei nicht allein um die Rechtspopulisten der AfD und ihre W&auml;hler, es geht auch um die CDU. Bei den Christdemokraten hatte sich Parteichefin Angela Merkel um eine sp&auml;te Modernisierung bem&uuml;ht &ndash; und jetzt hat der Essener Parteitag unger&uuml;hrt das Profil nach rechts verschoben. Dass sie ihre eigene Kanzlerin damit im Regen stehen lassen, st&ouml;rte die Mehrheit der Delegierten weniger.<br>\nDer Schluss ist zwingend: Da muss ziemlich viel schiefgelaufen sein, bei den Konservativen ebenso wie in der gesamten Gesellschaft. Und das kann man getrost als ein Problem von Eliten verstehen, von denen da oben also.<br>\nGut, die Debatte um die Frage, ob Professorx die richtige geschlechtsneutrale Anrede f&uuml;r eine(n) Hochschullehrer(in) ist, hat die breite &Ouml;ffentlichkeit gl&uuml;cklicherweise nicht erreicht. Und auch die Idee von speziellen Transgender-Toiletten f&uuml;r Menschen ohne klare Geschlechtszugeh&ouml;rigkeit ist in einer intellektuellen Nische geblieben.<br>\nBeides zeugt zwar von Abgehobenheit, aber wichtiger ist: Vor lauter Stolz auf diesen leistungsf&auml;higen und liberalen Staat ist der Blick f&uuml;r die soziale Realit&auml;t verloren gegangen. Jeder f&uuml;nfte Besch&auml;ftigte verdient zum Beispiel weniger als zehn Euro in der Stunde &ndash; das ist ein Leben an der Armutsgrenze. Oder: Viele junge Menschen arbeiten erst einmal mit Zeitvertr&auml;gen; an Kinder ist unter diesen Umst&auml;nden nur schwer zu denken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/leitartikel-ihr-da-oben-1.5692166\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein erfrischender Kommentar, der zeigt, dass dessen Autor den Blick auf die gesellschaftliche Realit&auml;t in Deutschland noch nicht verloren hat. Ganz im Gegensatz zum &ouml;konomisch bestens abgesichert und sich kulturell so &uuml;berlegen w&auml;hnenden, links-liberalen Juste Milieu und seinem LSBTTIQ- Trallala (wer es noch nicht wei&szlig;, das steht f&uuml;r Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle, Transgender, Intersexuellen und Queer), welches die enorm zugenommen soziale Ungleichheit hinsichtlich der Einkommen und Verm&ouml;gen einfach v&ouml;llig ignoriert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Labour plans Jeremy Corbyn relaunch to ride anti-establishment wave<\/strong><br>\nLabour strategists are planning to relaunch Jeremy Corbyn as a leftwing populist in the new year, as the party seeks to ride the anti-politics mood in Brexit Britain and narrow the gap with the Tories.<br>\nWhile the Islington North MP&rsquo;s politics are very different from those of Nigel Farage or Donald Trump, senior Labour figures believe his unpolished authenticity could help the party draw on the wave of anti-establishment feeling sweeping through politics.<br>\nCorbyn is expected to appear more frequently on television, and a newly expanded team of advisers are working to formulate flagship policies that would underline his willingness to lead a revolt against vested interests.<br>\nWith the party languishing 14 percentage points behind the Conservatives in the latest ICM poll, and after a disastrous performance in recent byelections, Jon Trickett, the party&rsquo;s election coordinator, told the Guardian that Labour was honing its message and &ldquo;ramping up&rdquo; preparations for a possible early election.<br>\nTrickett said Labour was starting to frame the policies it would need to fight a future campaign. &ldquo;We need to frame an argument about Britain, its past, present and future &ndash; but we will be doing that in a carefully modulated way.&rdquo;<br>\nIn the recent Richmond Park byelection, Labour candidate Christian Wolmar lost his deposit, receiving fewer votes than the local party has members. But Trickett rejected the frequent complaint of Labour MPs that the new recruits, who have swelled the party&rsquo;s ranks since Corbyn won the leadership, are reluctant to play their part in campaigning. He said: &ldquo;I&rsquo;m confident that they&rsquo;re ready to be mobilised, and ready to go.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2016\/dec\/15\/labour-plans-jeremy-corbyn-relaunch-as-a-leftwing-populist\">the guardian<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Spanien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Proteste gegen Sparpolitik der Regierung<\/strong><br>\nZehntausende Menschen haben in Madrid gegen die Sparpolitik der spanischen Regierung protestiert. Aufgerufen dazu hatten die beiden gr&ouml;&szlig;ten Gewerkschaftsverb&auml;nde im Land. Die Demo stand unter dem Motto &ldquo;Die Menschen und ihre Rechte kommen zuerst&rdquo;.<br>\nEin Meer aus roten Gewerkschaftsfahnen in der Innenstadt von Madrid. Dazu Trommeln und Pfeifen. &ldquo;Die Menschen und ihre Rechte kommen zuerst&rdquo; steht auf einigen Plakaten, es ist das Motto der Demo. Auf anderen ist nur ein einziges Wort gedruckt: &ldquo;No!&rdquo;, &ldquo;Nein!&rdquo; &ndash; daneben das Bild einer Schere, ein Symbol f&uuml;r die Sparma&szlig;nahmen der spanischen Regierung.<br>\n&ldquo;Wir wollen Druck auf die Regierung aus&uuml;ben. Wir sind gegen die ganzen Einsparungen, unter denen viele Arbeitnehmer sehr leiden m&uuml;ssen. Deshalb wollen wir mit der Regierung reden, um die Rechte zur&uuml;ckzubekommen, die wir vor der Krise hatten&rdquo;, sagt Rafael, einer der Demonstranten. Ihm ist es vor allem wichtig, dass die konservative Regierung ihre Arbeitsmarktreform von 2012 wieder zur&uuml;cknimmt. F&uuml;r Unternehmen wurde es dadurch unter anderem leichter, Mitarbeitern zu k&uuml;ndigen &ndash; auch solchen, die seit vielen Jahren in einer Firma gearbeitet haben. So wie Rafael. Er war 23 Jahre lang bei einem skandinavischen Industriekonzern besch&auml;ftigt &ndash; seit kurzem ist er arbeitslos: &ldquo;Die Firma hat 56 Arbeiter auf die Stra&szlig;e gesetzt und das spanische Werk komplett geschlossen. Was passiert nun mit mir? Ich bin 50 Jahre alt und hab&lsquo;s jetzt sehr schwer, hier in Spanien einen Job zu finden.&rdquo;<br>\nNach Angaben der Gewerkschaften geht es so tausenden Spaniern. Sie beklagen, dass bei den Menschen der wirtschaftliche Aufschwung nicht ankommt &ndash; das sei der N&auml;hrboden f&uuml;r einen gro&szlig;en sozialen Konflikt im Land. Die Wirtschaftsleistung Spaniens hat in diesem Jahr um gut drei Prozent zugelegt &ndash; dennoch liegt die Arbeitslosenquote immer noch bei rund 19 Prozent und damit doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/spanien-proteste-gegen-sparpolitik-der-regierung.1783.de.html?dram:article_id=374248\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Unten kommt nichts an<\/strong><br>\nDie spanischen Gewerkschaften protestieren. Zu Recht: Ministerpr&auml;sident Rajoy regiert mit viel Arroganz. Das verdankt er auch den Sozialisten.<br>\nStatt auf die Gewerkschaften zuzugehen, beschw&ouml;rt Rajoy die Erholung der Wirtschaft. Die Opfer der letzten Jahre h&auml;tten sich gelohnt. Fragt sich nur, f&uuml;r wen. Denn unten kommt von den angeblich positiven Wirtschaftsdaten nichts an. Die Arbeitslosigkeit liegt noch immer &uuml;ber 20 Prozent, die L&ouml;hne gehen seit Beginn der Krise st&auml;ndig zur&uuml;ck. Vieler derer, die in den letzten Monaten Arbeit fanden, haben befristete und Teilzeitvertr&auml;ge, k&ouml;nnen von ihrem Lohn nicht einmal leben.<br>\nAuf der anderen Seite sehen die Spanier dieser Tage erstaunt einem weiteren Kapitel der Krisenbew&auml;ltigung &agrave; la Rajoy und &agrave; la EU zu. Nach der Rettung der Banken, die sich bei der Immobilienblase heftig verzockt haben, wird der Staat jetzt auch neun Maut-Autobahnen mit Steuergeldern &uuml;bernehmen, damit die Baukonzerne und Geldinstitute, denen die unrentablen Stra&szlig;en geh&ouml;ren, keinen Schaden nehmen. Daf&uuml;r ist Geld da. Nicht so f&uuml;r Bildung, Gesundheit oder Pflegeversicherung.<br>\nDass Rajoy trotz fehlender Mehrheit weiter mit dieser Arroganz regieren kann, ist nicht zuletzt den Sozialisten zu verdanken. Die PSOE hat Rajoy per Stimmenthaltung an die Regierung verholfen. Sie stimmt seither immer wieder mit den Konservativen, zuletzt bei einem Gesetz &uuml;ber die Obergrenze der Staatsausgaben, das den n&auml;chsten Sparhaushalt vorbereitet. Br&uuml;ssel verlangt einen Einschnitt von f&uuml;nf Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Sparpolitik-in-Spanien\/!5367940\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die europ&auml;ische Sozialdemokratie ist und bleibt der Steigb&uuml;gelhalter des Neoliberalismus.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Griechenland &ndash; Hunderttausende Familien ohne St&uuml;tze<\/strong><br>\nIn Griechenland bekommen laut einem Zeitungsbericht 90 Prozent der Arbeitslosen kein Geld mehr vom Staat. In mehr als 350.000 Familien hat niemand einen Job.<br>\nWeihnachten ohne Geld in der Tasche: 90 Prozent der Arbeitslosen in Griechenland m&uuml;ssen ohne staatliche Unterst&uuml;tzung auskommen. Dies berichtet die Athener Zeitung &ldquo;Ta Nea&rdquo; unter Berufung auf Daten des statistischen Amtes (Elstat) sowie des Arbeitsinstituts des Gewerkschaftsdachverbandes des privaten Bereichs (INE-GSEE).<br>\nArbeitslosengeld gibt es in Griechenland h&ouml;chstens ein Jahr lang. Danach ist nur noch f&uuml;r ein weiteres Jahr eine monatliche Unterst&uuml;tzung von 200 Euro vorgesehen. Wer l&auml;nger ohne Arbeit bleibt, erh&auml;lt kein Geld mehr und ist auf die Hilfe humanit&auml;rer Organisationen, der Kirche und der Kommunen angewiesen. Die seit mehr als sechs Jahren anhaltende Krise hatte viele Arbeitslose zu Langzeitarbeitslosen gemacht.<br>\nDem Bericht zufolge gibt es mehr als 350.000 Familien, in denen kein Mitglied mehr Arbeit hat. Die Arbeitslosenquote (letzter Stand September 2016) betr&auml;gt 23,1 Prozent. Das ist der h&ouml;chste Wert in der EU.<br>\nWegen der dramatischen Lage am Arbeitsmarkt sind in den vergangenen sechs Jahren mehr als 300.000 gut ausgebildete Menschen ausgewandert. In der Altersgruppe bis 24 Jahre sind 46,9 Prozent ohne Job.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-hunderttausende-familien-ohne-arbeitslosen-geld-a-1126521.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist auch noch einmal vor dem Hintergrund der, durch die Regierung Tsipras, geplanten, Sonderzahlung an Rentner mit niedrigen Bez&uuml;gen zusehen. Diese riefen sofort heftige Kritik und Drohungen, der neoliberalen Einpeitscher, allen voran die schwarze Null Sch&auml;uble, hervor. Dabei sind f&uuml;r viele Familien die Renten der Eltern oder Gro&szlig;eltern, die einzigen regelm&auml;&szlig;igen finanziellen Zuweisungen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Trumps Kabinett &ndash; So reich wie 43 Millionen US-Haushalte zusammen<\/strong><br>\nDonald Trumps Kabinett ist das mit Abstand reichste in der Geschichte der USA. Einer Rechnung zufolge besitzen seine designierten Minister mehr Verm&ouml;gen als ein Drittel der US-Bev&ouml;lkerung zusammengenommen.<br>\nDonald Trump r&uuml;hmt sich gern seines Reichtums, und er umgibt sich offenbar auch gern mit seinesgleichen: Der k&uuml;nftige US-Pr&auml;sident hat mehrere Milliard&auml;re und Multimillion&auml;re in sein Kabinett berufen.<br>\nDie 17 bislang von Trump Auserw&auml;hlten kommen dabei zusammen auf ein Gesamtverm&ouml;gen zwischen zehn und rund 15 Milliarden Dollar, je nach Sch&auml;tzung. Trump selbst wird vom Wirtschaftsmagazin &ldquo;Forbes&rdquo; auf 3,7 Milliarden Dollar taxiert, die Summe ist aber umstritten.<br>\nDie auf Wirtschaftsthemen spezialisierte US-Seite Quartz.com hat nun das Verm&ouml;gen des neuen Kabinetts mit dem der US-Bev&ouml;lkerung verglichen. Das Ergebnis ist verbl&uuml;ffend: Trumps Regierung (den Pr&auml;sidenten selbst nicht eingerechnet) ist so reich wie die &auml;rmsten 43 Millionen US-Haushalte zusammengerechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/donald-trump-und-sein-kabinett-so-reich-wie-43-millionen-us-haushalte-zusammen-a-1126196.html\">SPON<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Trump und die Technikbranche &ndash; Ein gro&szlig;es Trostpflaster f&uuml;r das Silicon Valley<\/strong><br>\nIm Silicon Valley war die Entt&auml;uschung nach der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Pr&auml;sidenten gro&szlig;. Viele prominente Vertreter von hier beheimateten Technologiekonzernen haben sich im Wahlkampf f&uuml;r Hillary Clinton eingesetzt. Ihnen missfielen Trumps &Auml;u&szlig;erungen zu Themen wie Einwanderung oder Freihandel. Es hatte daher auch den Anschein eines nicht ganz freiwilligen Antrittsbesuches, als Topmanager von Unternehmen wie Apple, Alphabet oder Microsoft sich vor wenigen Tagen in New York mit Trump trafen. Aber die Stimmung der Tech-Giganten k&ouml;nnte sich schon bald aufhellen.<br>\nDenn bei dem Gespr&auml;ch soll auch die R&uuml;ckf&uuml;hrung von im Ausland geparkten Gewinnen diskutiert worden sein, und das ist ein Thema, bei dem die Branche sehr hellh&ouml;rig wird. Viele Technologiekonzerne horten enorme Summen bei ausl&auml;ndischen Tochtergesellschaften, ohne sie in ihrem Gesch&auml;ft zu nutzen. Eine R&uuml;ckf&uuml;hrung in die amerikanische Heimat w&uuml;rde hohe Steuern verursachen. Trump hat im Wahlkampf versprochen, diese Steuerbelastung erheblich zu reduzieren, und die Technologiebranche w&uuml;rde davon am meisten profitieren. &bdquo;Das Silicon Valley k&ouml;nnte am Ende einer der gro&szlig;en Gewinner der Wahl sein&ldquo;, sagt Martin Sullivan, ein &Ouml;konom und Steuerexperte, der fr&uuml;her im amerikanischen Finanzministerium gearbeitet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/netzwirtschaft\/trumps-steuerplaene-fuer-die-technikbranche-14581110.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In erfrischender Offenheit berichtet die FAZ, da&szlig; die repatriierten und mit einem Mini-Steuersatz belegten Gewinne f&uuml;r Dividendenaussch&uuml;ttungen, Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe und &Uuml;bernahmen, aber praktisch nie f&uuml;r Investitionen verwendet werden und in einigen F&auml;llen nach einer Steueramnestie in gro&szlig;em Umfang Stellen gestrichen wurden. Warum also solch eine Steueramnestie &ndash; au&szlig;er, um einmal mehr die Arbeitgeberseite zu pampern?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Duisburg-Marxloh zur Negativ-Marke kreiert<\/strong><br>\n16 Prozent Arbeitslosigkeit, 19.000 Einwohner, die Mehrheit davon mit ausl&auml;ndischen Wurzeln und eine Kriminalit&auml;tsrate, die &uuml;berdurchschnittlich hoch ist: Einen guten Ruf hat der Duisburger Stadtteil Marxloh wahrlich nicht. Als No-Go-Area wird er immer wieder bezeichnet. Franz Voll wollte wissen, wie es ist, dort zu leben &ndash; und so zog der Rechercheur und Journalist f&uuml;r sieben Monate dorthin. Jetzt ist sein Buch &uuml;ber den Stadtteil erschienen.<br>\n&ldquo;Wer von einer No-Go-Area in Duisburg-Marxloh spricht, der kann nicht dagewesen sein.&rdquo; Franz Voll war da. Der geb&uuml;rtige Essener, der als Rechercheur f&uuml;r sozialpolitische Themen lange f&uuml;r das Team um Enth&uuml;llungsjournalist G&uuml;nter Wallraff gearbeitet hat, lebte von Januar bis August 2016 in Marxloh. &ldquo;Orell F&uuml;ssli&rdquo; schickte ihn dorthin: &ldquo;Der Verlag wollte einfach ein reales Bild von Duisburg-Marxloh haben. Mehr nicht. Er hat mich nur gefragt: &lsquo;Trauen Sie sich nach Marxloh?&rsquo; Und wenn ja: &lsquo;K&ouml;nnen Sie da ein reales Bild des Stadtteils zeichnen.&rsquo; Die Kernfrage war: Ist Marxloh wirklich das Detroit des Ruhrgebiets?&rdquo;<br>\n16 Prozent Arbeitslosigkeit, 19.000 Einwohner, 64 Prozent davon mit ausl&auml;ndischen Wurzeln. Die Kriminalit&auml;tsrate ist &uuml;berdurchschnittlich hoch, zudem kommt es regelm&auml;&szlig;ig zu Menschenaufl&auml;ufen und zu Attacken auf Beamte. Kriminelle Clans und libanesische Gro&szlig;familien pr&auml;gen das Stra&szlig;enbild, verschiedene Rockergruppen sowie t&uuml;rkische, rum&auml;nische und bulgarische Gruppen rivalisieren um die Vorherrschaft auf der Stra&szlig;e. Aber, so Voll: &ldquo;Duisburg-Marxloh ist nicht das, was es in den Medien immer pr&auml;sentiert und gezeigt wird. Duisburg-Marxloh ist nach meiner Schlussfolgerung zur Negativ-Marke kreiert worden.&rdquo;<br>\nEs sei ein Armutsbezirk, bei dem sich genaues Hinschauen lohne, ist der Autor &uuml;berzeugt: &ldquo;Die sind nicht in Marxloh das Detroit des Ruhrgebiets, die sind aber auch nicht das New York. Das habe ich mir jetzt wirklich entliehen, das hat mir eine Sch&uuml;lerin so gesagt. Ich w&uuml;rde heute sagen: Marxloh ist noch nicht so arm wie Detroit, Marxloh ist aber in gewissen Teilen, in gewissen Stra&szlig;en auf dem Weg dahin, schlecht zu werden, zu verfallen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/no-go-area-duisburg-marxloh-zur-negativ-marke-kreiert.1310.de.html?dram:article_id=374345\">deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Anteil der Niedriglohnempf&auml;nger w&auml;chst rasant<\/strong><br>\nMittlerweile verdient jeder f&uuml;nfte Besch&auml;ftigte in Deutschland weniger als zehn Euro in der Stunde. Neue Zahlen aus dem Arbeitsministerium zeigen einen klaren Trend.<br>\nRund 20 Prozent der Besch&auml;ftigten in Deutschland arbeiten einem Zeitungsbericht zufolge f&uuml;r einen Niedriglohn unter zehn Euro in der Stunde. In Ostdeutschland liege ihr Anteil sogar bei 30 Prozent, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Daten des Bundesarbeitsministeriums.<br>\nDie geringste Niedriglohnquote weist demnach Hamburg (15,5 Prozent) aus, die h&ouml;chste Mecklenburg-Vorpommern (35,5 Prozent), dicht gefolgt von den &uuml;brigen ostdeutschen L&auml;ndern, die alle Werte &uuml;ber 33 Prozent zeigen.<br>\nNach den Daten des Arbeitsministeriums steigt auch in Westdeutschland der Anteil. In Betrieben mit mehr als zehn Besch&auml;ftigten lag der Anteil der Niedriglohnempf&auml;nger 2006 noch bei 16,4 Prozent, 2014 waren es bereits 18,4 Prozent.<br>\nIm Osten ist die Niedriglohnquote in diesen mittleren und gro&szlig;en Betrieben zwar in den vergangenen Jahren leicht r&uuml;ckl&auml;ufig gewesen, sie liegt aber immer noch bei 34,6 Prozent (2010: 36,8)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2016-12\/arbeitsmarkt-niedriglohn-anteil-beschaeftigte\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Was Kanzler Gerhard Schr&ouml;der 2005 in Davos zum Niedriglohnsektor sagte, kann gar nicht oft genug <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27937\">wiederholt werden<\/a>: &bdquo;Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. (&hellip;) Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterst&uuml;tzungszahlung Anreize daf&uuml;r, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt.&rdquo;. Die Folgen dieser &ndash; wesentlich von der SPD gepr&auml;gten &ndash; Politik sind heutzutage ganz offensichtlich: Massiver Ausbau des Niedriglohnsektors, auch ansonsten Zunahme von prek&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen sowie St&auml;rkung von national-rechten Positionen mit Diskriminierungen von (insbesondere &ldquo;fremden&rdquo;) Minderheiten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Mangelhafte Jobcenter Untersuchung deckt gro&szlig;e Missst&auml;nde auf<\/strong><br>\nFehlende berufliche Abschl&uuml;sse sind das gr&ouml;&szlig;te Hindernis f&uuml;r Arbeitslose auf der Suche nach einem Job. Fast drei F&uuml;nftel aller Hartz-IV-Empf&auml;nger verf&uuml;gen nicht &uuml;ber eine abgeschlossene Berufsausbildung. Insofern ist es folgerichtig, dass die Jobcenter besondere Qualifizierungsanstrengungen unternehmen.<br>\n563 Millionen Euro hat die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im vergangenen Jahr f&uuml;r Weiterbildungsma&szlig;nahmen ausgegeben. Weniger folgerichtig erscheint es, dass die Arbeitsverwaltung erfolgreich absolvierte Qualifizierungen in vielen F&auml;llen nicht aktenkundig macht. Dies stellt der Bundesrechnungshof in einem 28-seitigen Bericht an das Bundesarbeitsministerium fest. (&hellip;)<br>\nDanach  hatten Arbeitssuchende zwar Pr&uuml;fungen bestanden, Praktika absolviert und sogar formelle Berufsabschl&uuml;sse nachgeholt, allein: Auf dem Arbeitsmarkt bekam das niemand mit. Laut Rechnungshof wurden in 40 Prozent der knapp 500 untersuchten Weiterbildungsma&szlig;nahmen die Ergebnisse der Fortbildungsbem&uuml;hungen nicht in die Datens&auml;tze der BA-Kunden eingepflegt. Somit verfehlten die Jobcenter &bdquo;die Grundidee eines gezielten Absolventenmanagements&ldquo;: n&auml;mlich die im Anschluss an eine Fortbildung m&ouml;glichst nahtlose Vermittlung des Arbeitssuchenden an ein Unternehmen.<br>\nWelch abstruse Folgen die Vers&auml;umnisse mitunter haben, belegt der Rechnungshof anhand von Beispielen. So durchlief eine langzeitarbeitslose Frau bis zum September 2014 zwar eine zehnmonatige Qualifizierung zur Erzieherin, die sie schlie&szlig;lich auch erfolgreich abschloss. Danach geschah allerdings monatelang nichts. Weder vermerkte das Jobcenter die neu erworbene Qualifikation in den Unterlagen, noch lud es die frisch gebackene Erzieherin zu weiteren Beratungsgespr&auml;chen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft\/mangelhafte-jobcenter-untersuchung-deckt-grosse-missstaende-auf--25332612\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Fl&auml;chentarifvertrag sch&uuml;tzt vor Lohndr&uuml;ckerei und garantiert fairen Wettbewerb<\/strong><br>\nVor den &bdquo;Arbeitsmarkt-Reformen&ldquo; von CDU, CSU, SPD, FDP und Gr&uuml;nen hatten die meisten deutschen Arbeitnehmer die soziale Sicherheit eines Fl&auml;chentarifvertrages. Die Agenda 2010 f&uuml;hrte dazu, dass noch nicht einmal mehr die H&auml;lfte der Besch&auml;ftigten diese soziale Sicherheit hat.<br>\nWas oft &uuml;bersehen wird: Die &bdquo;De-Regulierung des Arbeitsmarkts&ldquo; setzt auch viele Unternehmen unter Druck. Diejenigen Betriebe, die ihre Arbeitnehmer nach dem Fl&auml;chentarifvertrag, also anst&auml;ndig bezahlen, sehen sich der unlauteren Konkurrenz der Unternehmen ausgesetzt, die sich mit schlechteren L&ouml;hnen Kostenvorteile verschaffen. Das Zur&uuml;ckdr&auml;ngen des Fl&auml;chentarifvertrages beg&uuml;nstigt den Niedriglohnsektor, in dem mittlerweile jeder vierte Arbeitnehmer besch&auml;ftigt ist. Er ist damit neben der Zerst&ouml;rung der gesetzlichen Rente auch eine der Ursachen f&uuml;r die drohende millionenfache Altersarmut.<br>\nDie Arbeitnehmer, die den &sbquo;Arbeitsmarkt-Reformen&lsquo; von CDU, CDU, SPD, FDP und Gr&uuml;nen zum Opfer gefallen sind, haben zudem Nachteile beim K&uuml;ndigungsschutz, sowie beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld.<br>\nTarifvertr&auml;ge m&uuml;ssen allgemeing&uuml;ltig werden. Der Fl&auml;chentarifvertrag ist die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Sein Abbau und die Schaffung von Millionen prek&auml;rer Arbeitsverh&auml;ltnisse sind, wie der IG-Metall-Vorsitzende Hofmann zu Recht festgestellt hat, eine der Ursachen f&uuml;r Politikverdrossenheit und den Aufstieg der AfD.<br>\nEbenso haben die Privatisierung der Rentenversicherung und das Absenken des Rentenniveaus zum Verlust der Glaubw&uuml;rdigkeit der Politik beigetragen. Zwar haben Sigmar Gabriel und Horst Seehofer mittlerweile erkannt, dass die Privatisierung der Rente (Riester-Rente) ein gro&szlig;er Fehler war. Sie haben aber bisher nichts unternommen, um diese Fehlentscheidung r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. In derselben Situation ist der IG-Metall-Vorsitzende J&ouml;rg Hofmann. Wenn er die Folgen der Agenda 2010, zu der die Privatisierung der Rente geh&ouml;rt, zu Recht beklagt, dann muss er die Rentenpolitik der IG Metall korrigieren.<br>\nDas Eintreten der IG Metall f&uuml;r Betriebsrenten, die noch nicht einmal die Auszahlung des eingezahlten Geldes garantieren, n&uuml;tzt nur der Finanzwirtschaft und ist mit gewerkschaftlichen Grunds&auml;tzen nicht vereinbar. Es ist nicht sinnvoll, die Agenda 2010 zu beklagen und die Irrwege dieser Politik weiter zu verfolgen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1272400902821374\/?type=3&amp;theater&amp;notif_t=notify_me_page&amp;notif_id=1482153010072544\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Nahles warnt vor &bdquo;Refeudalisierung&ldquo; in Deutschland<\/strong><br>\nArbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sorgt sich um das Verh&auml;ltnis von Arm und Reich hierzulande. Die Verm&ouml;genden im Lande kapselten sich immer st&auml;rker vom Rest der Republik ab, sagte die Politikerin in einem Interview.<br>\nVerantwortlich f&uuml;r die steigende Zahl sehr reicher Menschen hierzulande sei auch, dass immer h&auml;ufiger gro&szlig;e Summen vererbt w&uuml;rden. Diese gro&szlig;en Erbschaften fielen als &bdquo;quasi leistungslos erworbene Verm&ouml;gen&ldquo; an Menschen, &bdquo;die wie in einer eigenen Gesellschaft, wie in einer Kaste leben&ldquo;, sagte die SPD-Politikerin der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung.<br>\nDie Politikerin moniert, dass wenig von den Super-Reichen bekannt sei. &Uuml;ber die Verm&ouml;genden im Land gebe es kaum Daten. &bdquo;Es kann doch nicht sein, dass wir &uuml;ber einen Hartz-IV-Empf&auml;nger bis auf den letzten Cent Bescheid wissen. Und &uuml;ber Reiche in diesem Land wissen wir fast nichts&ldquo;, sagte Nahles. Die SPD will Reiche st&auml;rker belasten. Die Ministerin warnt vor dem m&ouml;glichen Missbrauch dieser &ouml;konomischen Macht. Die Verm&ouml;genden seien wie ein schwarzes Loch; wie eine Blackbox, in die man nicht hineinschauen k&ouml;nne. &bdquo;Wenn das so bleibt, k&ouml;nnten sich Strukturen von m&auml;chtigen Zirkeln entwickeln. Es gibt auch bei uns einen Trend zur Refeudalisierung.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article160386618\/Nahles-warnt-vor-Refeudalisierung-in-Deutschland.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das muss man schon zweimal lesen um es nicht f&uuml;r einen b&ouml;sen Scherz zu halten: &bdquo;Nahles warnt vor &bdquo;Refeudalisierung&ldquo; in Deutschland.&ldquo; Da fragt man sich wer z.B. die Hartz-IV Repression erst im Sommer durch neue Regelungen versch&auml;rft hat? Da fragt man sich wer aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht entsprechende kritische Passagen hat streichen lassen? Da fragt man sich, wer mit der Durchsetzung der Agenda 2010, der Einf&uuml;hrung des Hartz-IV Systems und der kritiklosen Unterst&uuml;tzung der weiteren Durchsetzung, der neoliberalen Agenda in der gro&szlig;en Koalition, &uuml;berhaupt daf&uuml;r gesorgt hat, das die gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse so sind? Nahles &Auml;u&szlig;erungen sind ein weiterer Beweis daf&uuml;r, dass die SPD-F&uuml;hrung den Bezug zur Realit&auml;t schon l&auml;ngst verloren hat.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Was der Staat besser kann<\/strong><br>\nPrivate Unternehmen gehorchen den Gesetzen der Marktwirtschaft und arbeiten effizient und wendig, w&auml;hrend Staatsbetriebe tr&auml;ge und b&uuml;rokratisch sind: So lautet das g&auml;ngige Argument f&uuml;r Privatisierungen. Das sei allerdings ein Trugschluss, schreibt der Sozialwissenschaftler Tim Engartner in seinem neuen Buch &ldquo;Staat im Ausverkauf&rdquo;.<br>\nStetig steigende Ticketpreise im Nahverkehr und Bahnh&ouml;fe, die schlie&szlig;en, obwohl die Eisenbahn vor Ort die einzige vern&uuml;nftige Verkehrsanbindung ist &ndash; die Deutsche Bahn hat ihren Kunden in den vergangenen Jahren oft Anlass zum &Auml;rger gegeben. Aber was ist der Grund f&uuml;r diese Entwicklung? Etwa das jahrelange Bestreben, die Bahn f&uuml;r einen B&ouml;rsengang aufzuh&uuml;bschen? Das zumindest vermutet Tim Engartner, Professor f&uuml;r Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universit&auml;t Frankfurt. Schon seit seiner Promotion im Jahr 2008 besch&auml;ftigt ihn diese Frage:<br>\n&ldquo;Da sind mir einige Ungereimtheiten aufgeschlagen, von denen ich dachte, dass man denen mal auf den Grund gehen m&uuml;sse, und diese Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten der Privatisierungspolitik mit negativen Folgen haben sich dann auch in anderen Teilbereichen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge oder der Infrastruktur Bahn gebrochen.&rdquo;<br>\nDie Deutsche Bahn geh&ouml;rt zwar rechtlich immer noch dem Bund, formal aber ist sie seit 1994 als Aktiengesellschaft eingetragen &ndash; und wird auch wie eine solche gemanagt. Und auch in vielen anderen Branchen ist der Verkauf von Staatseigentum weit vorangeschritten, wie Engartner in seinem Buch &ldquo;Staat im Ausverkauf&rdquo; schreibt:<br>\n&ldquo;Im Glauben daran, dass Privatisierungen Dienstleistungen besser, billiger und b&uuml;rgern&auml;her machten, sch&uuml;ttelt Vater Staat seit mehr als drei Jahrzehnten seine Aufgaben ab &ndash; wie ein Baum seine Bl&auml;tter im Herbst: Von 1982, dem Beginn der &Auml;ra Helmut Kohl, bis heute trennte sich allein der Bund von rund 90 Prozent seiner unmittelbaren und mittelbaren staatlichen Beteiligungen.&rdquo;<br>\n1994 etwa wurde die ehemalige Bundespost privatisiert. Bundeseigene Immobilien wurden an private Interessenten verkauft und kommunale Aufgaben wie die M&uuml;llabfuhr an private Anbieter ausgelagert. F&uuml;r den Autor hat diese Entwicklung viele Nachteile. In seinem Buch zeigt er in sieben verschiedenen Bereichen &ndash; von Bahn &uuml;ber Bildung bis Bundeswehr &ndash; auf, wie sehr die Gesellschaft inzwischen von privaten Dienstleistern abh&auml;ngig ist und welche Folgen das hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/privatisierungen-was-der-staat-besser-kann.1310.de.html?dram:article_id=374320\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>So schlecht war der Asklepios-Deal<\/strong><br>\nZu wenig &Auml;rzte, zu wenig Pfleger, alleingelassene Patienten und schlechte Hygienezust&auml;nde &ndash; der aktuelle &bdquo;Spiegel&ldquo; enth&uuml;llt die Zust&auml;nde an den Asklepios Kliniken und beschreibt den Konzern als gnadenlosen Renditetreiber. Verlierer ist dabei die Stadt Hamburg, wie ein Geheimdokument blo&szlig;legt.<br>\nZw&ouml;lf Jahre ist es her, dass die Hamburger mit gro&szlig;er Mehrheit in einem Volksentscheid gegen die Privatisierung des Landesbetriebs Krankenh&auml;user stimmten. Der damalige Senat unter CDU-B&uuml;rgermeister Ole von Beust setzte sich &uuml;ber dieses Votum hinweg und verkaufte Asklepios 74,9 Prozent der Anteile. &Uuml;ber die verbliebenen 25,1 Prozent wollte die Stadt die Kontrolle behalten &ndash; so das Versprechen. Eine Farce, wie sich jetzt zeigt.<br>\nSenatsvertreter nur Marionetten: Laut &bdquo;Spiegel&ldquo; sind die drei Senatsvertreter im Aufsichtsrat von Asklepios nur &bdquo;Marionetten&ldquo;. Im geheimen Beteiligungsvertrag zwischen der Stadt und Asklepios seien die Einflussm&ouml;glichkeiten der Stadt genau geregelt: So seien die drei st&auml;dtischen Aufseher gezwungen, den von Asklepios vorgeschlagenen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer abzunicken. Sollten sie dagegen stimmen, w&uuml;rden sie aus dem Aufsichtsrat fliegen. Die Stadt sei dann zur Abberufung der drei Vertreter verpflichtet (&sect; 1 der Gesellschaftervereinbarung).<br>\nDer freiwillige Kniefall der Stadt vor der Allmacht des Asklepios-Konzerns zeige sich auch darin, dass bei wichtigen Entscheidungen wie dem Wirtschaftsplan und den Gewinnzielen eine einfache Mehrheit im Gesellschafterkreis reiche. Die Zustimmung der Senatsvertreter brauche es nur bei weniger relevanten Fragen wie geplanten Investitionen, Liquidit&auml;t und Bauzielen.<br>\nAsklepios zahlte viel weniger f&uuml;r den Kauf: Auch finanziell sei der Verkauf des LBK ein einziges Debakel f&uuml;r die Stadt gewesen. Hamburg habe mehr als die H&auml;lfte der 565 Millionen Euro Schulden des LBK &uuml;bernommen &ndash; &uuml;ber 300 Millionen Euro. Der Kaufpreis von 318 Millionen Euro sei als gro&szlig;er Erfolg gefeiert worden. Doch am Ende hat Asklepios diese Summe noch nicht mal bezahlt: Weil die Kliniken in den ersten f&uuml;nf Jahren die im Kaufvertrag festgelegte Zielsumme von 408 Millionen Euro operativem Gewinn (Ebitda) nicht erreichten, wurden dem Konzern 75 Millionen des Kaufpreises erlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/hamburg\/magazin-enthuellt-geheimvertrag-so-schlecht-war-der-asklepios-deal-25318448\">Morgen Post<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wenn Sie 4,90 Euro entbehren k&ouml;nnen und sich f&uuml;r das Thema &bdquo;Krankenhausprivatisierung&ldquo; interessieren, dass werfen Sie ruhig mal einen Blick in den aktuellen SPIEGEL. Die Titelstory &uuml;ber den Hamburger Asklepios-Konzern ist wirklich lesenswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Lobbyismus: K&ouml;nig Bertelsmann<\/strong><br>\nEine Gro&szlig;e Anfrage der NRW-Piraten zeigt, wie weit das Unternehmen in die Politik-Bereiche vorgedrungen ist<br>\nDas wirtschaftsst&auml;rkste Bundesland NRW ist von Bev&ouml;lkerung und BIP her eine &ldquo;europ&auml;ische Mittelmacht&rdquo;. Das Land beherbergt in G&uuml;tersloh nicht nur den Hauptsitz des Bertelsmann-Konzerns und seiner Stiftung sowie ein Bertelsmann-Projekt in Sachen Politik-Privatisierung, sondern in Ostwestfalen auch den Wahlkreis des Europa-Politikers Elmar Brok (CDU), der f&uuml;r enge und langj&auml;hrige Beziehungen zu dem Konzern bekannt ist und in Br&uuml;ssel auch schon als &ldquo;Mister Bertelsmann&rdquo; bezeichnet wurde.<br>\nDazu gibt es noch die Bertelsmann-Tochter Arvato, die das ServiceCenter der Landesregierung technisch betreut, die ihren Beitrag zum Funktionieren der Regierung in D&uuml;sseldorf aber nicht an die gro&szlig;e Glocke h&auml;ngt.<br>\nDer Begriff Lobbyismus erh&auml;lt damit in NRW eine v&ouml;llig neue Dimension: Dort verwaltet Bertelsmann inzwischen buchst&auml;blich den Schl&uuml;ssel zur Lobby der Landesregierung selbst, wie man erstmals durch diese Anfrage der Piraten Anfang Dezember erfahren konnte.<br>\nDie Landeshauptstadt D&uuml;sseldorf wurde Schauplatz der mit 55 Minuten hierzulande vermutlich bislang l&auml;ngsten parlamentarischen Redeschlacht &uuml;ber den Einfluss eines Lobbyisten: Bertelsmann.<br>\nDer Piraten-Politiker Joachim Paul verwies in seiner Rede zum Debattenstart auf einen Telepolis-Artikel &uuml;ber Arvato: Er warnte vor dem durch die Bertelsmann-Tochter Arvato drohenden Zusammenwachsen der medialen Macht mit ehemals staatlichen Strukturen der &Uuml;berwachung zu einem neuen Mechanismus der sozialen Kontrolle.<br>\nDie Piraten hatten in ihrer gro&szlig;en Anfrage im Fr&uuml;hjahr der rot-gr&uuml;nen Landesregierung noch einmal ausgiebig die Debatte um Lobbyismus im Allgemeinen und die dominierende Rolle von Bertelsmann-Stiftung und Bertelsmann-Medienkonzern bei der Politikprivatisierung im Besonderen vorgehalten. Detailliert wie nie zuvor wurde der Regierung qua ihrer parlamentarischen Rechenschaftspflicht auf den Zahn gef&uuml;hlt.<br>\nDie Regierung von Hannelore Kraft (SPD) sah sich in ihrer Antwort (PDF) gen&ouml;tigt, in knapp 50 Seiten aufzulisten, was an Kontakten, Gesch&auml;ften und Vertr&auml;gen zwischen ihrer Regierung und Bertelsmann in den letzten zehn Jahren gelaufen war. Die Piraten hatten 25 Jahre zur&uuml;ckgehen wollen, doch dies sei u.a. aus Gr&uuml;nden mangelnder Dokumentation nicht m&ouml;glich gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Lobbyismus-Koenig-Bertelsmann-3572721.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&bdquo;Dieses Verst&auml;ndnis f&uuml;r Putin entfremdet mich von meinem eigenen linken Milieu&ldquo;<\/strong><br>\nDer Schriftsteller Navid Kermani wirft Teilen der Linken in Deutschland vor, noch immer Verst&auml;ndnis f&uuml;r den russischen Pr&auml;sidenten Putin aufzubringen &ndash; obwohl Russland in Syrien die Zivilbev&ouml;lkerung bombardiere. Kermani sagte im DLF, das Thema Syrien m&uuml;sse zur dringlichsten Aufgabe deutscher und europ&auml;ischer Politik werden.<br>\nK&ouml;hler: Vor der europ&auml;ischen Haust&uuml;r wird Massenmord begangen, und wir schauen zu?<br>\nKermani: Genau.<br>\nK&ouml;hler: &ldquo;Die Probleme der Welt sind auch unsere&rdquo;, haben Sie mal in einem Interview in &ldquo;Kultur heute&rdquo; gesagt, als Sie auf den Spuren der Fl&uuml;chtlinge in Lesbos und Pir&auml;us unterwegs waren. Ist das immer noch so?<br>\nKermani: Ja, das merken wir doch jetzt. Wir merken es sp&auml;testens durch die Fl&uuml;chtlinge. Wir merken es durch die Terroranschl&auml;ge, die ja auch ein Export sind aus dem Nahen Osten. Ohne die Infrastruktur des IS im Irak und in Syrien, dann g&auml;be es zwar immer noch hier Extremisten, aber sie h&auml;tten nicht viele M&ouml;glichkeiten, hier Bomben zu legen. Wir merken es durch die zunehmende Polarisierung auch in unseren Gesellschaften. Das m&uuml;sste doch jetzt sp&auml;testens dem Allerletzten klar geworden sein, dass wir nicht einfach die Mauern hochziehen k&ouml;nnen und weiter unser sch&ouml;nes Leben in der &lsquo;gated community&rsquo; f&uuml;hren, sondern dass das, was rings um Europa passiert, was in der Welt passiert, uns unmittelbar betrifft.<br>\nK&ouml;hler: Was beobachten wir in Aleppo, eine Belagerung, die als Befreiung umgedeutet wird?<br>\nKermani: Wie Assad das deutet oder wie die iranische Regierung das deutet, das liegt ja auf der Hand. Aber was mich aufbringt, ist nicht so sehr, dass wir jetzt da zuschauen. Das Problem ist jetzt: Jetzt in der Tat im Augenblick sind ja die M&ouml;glichkeiten der Weltgemeinschaft begrenzt, da etwas zu tun. Aber dies ist hier ein vermeidbarer Krieg. Das ist ein Krieg, der aus dem Ruder gelaufen ist, auch weil wir nichts getan haben vor drei, vier, f&uuml;nf Jahren. Da h&auml;tte mal den Politikern das Herz brechen sollen. Damals gab es noch M&ouml;glichkeiten, vor dem Eingreifen Russlands, vor dem Entstehen des IS. Das hei&szlig;t, die Fehler, die entscheidenden Fehler passieren nicht jetzt; die entscheidenden Fehler sind vor drei, vier, f&uuml;nf Jahren passiert, und damals haben viele Beobachter, viele Syrer, auch ich mit meinen Mitteln darauf hingewiesen, dass wenn man nichts tut, dann f&uuml;hrt das direkt in die Katastrophe, und die Katastrophe sehen wir jetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/navid-kermani-dieses-verstaendnis-fuer-putin-entfremdet.691.de.html?dram:article_id=374160\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Was f&uuml;r ein sch&auml;biges Interview. Der Redakteur des Deutschlandfunkes, Michael K&ouml;hler, fungiert hier nur als beflissener Stichwortgeber, damit Kermani seine Anti-Russland-Rhetorik ablassen kann. Dazu sei nochmals auf <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36313#h01\">das Interview<\/a> des ZDF (!) mit dem Leiter des Zentrum f&uuml;r Forschung zur Arabischen Welt an der Johannes-Gutenberg-Universit&auml;t Mainz, Prof. G&uuml;nter Meyer, referenziert, der darauf hinwies, dass ohne das Eingreifen Russlands, Assads Herrschaft sicher zusammengebrochen w&auml;re, man in Syrien aber dann ein Regime islamistischer Fanatiker h&auml;tte.  Wenn Kermani eine islamistische Terrorherrschaft lieber ist als das Assad-Regime, dann darf er Putin gerne vorwerfen, dass er dies verhindert hat.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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