{"id":3635,"date":"2008-12-05T14:01:43","date_gmt":"2008-12-05T13:01:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3635"},"modified":"2015-11-06T09:22:30","modified_gmt":"2015-11-06T08:22:30","slug":"ein-blick-hinter-die-maschen-des-jbk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3635","title":{"rendered":"Ein Blick hinter die Maschen des JBK"},"content":{"rendered":"<p>Hier sind einige interessante Hinweise auf eine Sendung von Johannes B. Kerner. Der NachDenkSeiten-Leser M. N. hat uns diesen Text samt Link auf die Sendung geschickt. Wir halten das geschilderte Verfahren und auch den Vorgang selbst f&uuml;r typisch. Hier wird an einem Beispiel sichtbar, wie wir zu potentiellen Opfern von ausgefeilten und wohl &uuml;berlegten Kampagnen gemacht werden. Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen noch nicht realisiert haben, wie sehr unsere Medien schon von Public Relations im Auftrag konservativer Gruppen durchzogen sind. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Und hier der Text der Mail von  M. N.:<\/strong><\/p><blockquote><p>Liebes NDS- Team, <\/p>\n<p>ich m&ouml;chte gerne ihre Aufmerksamkeit auf die JBK- Sendung vom 20.11.08 lenken. G&auml;ste u.a.: Michel Friedman und Peter Hahne. Von Beginn an wurde ich den Verdacht nicht los, dass die G&auml;ste unter reger Beteiligung des Moderators als Stichwortgeber fungieren, um in kurzer Zeit rhetorisch gut verpackt einige h&ouml;chst fragw&uuml;rdige politische Botschaften zu vermitteln. Viele Zuschauer werden das Gef&uuml;hl teilen, dass dieses Vorgehen m&ouml;glicherweise h&auml;ufiger praktiziert wird als einem bewusst ist. Im Fall der angesprochenen Kerner- Sendung gelingt jedoch der Nachweis, dass &uuml;ber eine tendenzi&ouml;se Themenwahl hinaus systematisch neoliberales Gepl&auml;nkel inszeniert wird, unter Einbezug aller technischen M&ouml;glichkeiten des Mediums Fernsehen. Da in der Mediathek mittlerweile fast jede Sendung archiviert wird und damit auch f&uuml;r den Zuschauer im Nachhinein abrufbar bleibt, kann jeder das manipulative Handwerk dieses Schauspiels &uuml;berpr&uuml;fen. In der Mediathek wird vorliegende Sendung, unterteilt nach den G&auml;sten, in drei Abschnitte gegliedert. Peter Hahne und Michel Friedman teilen sich passenderweise ein Kapitel, &uuml;bertitelt mit der &Uuml;berschrift &ldquo;Moral und Doppelmoral&rdquo;. Auch die Archiv-Abteilung im ZDF versteht ihr Handwerk!<br>\nNun aber zum Auftritt dieser zwei dubiosen Gestalten. &Uuml;ber die verbreiteten Inhalte m&ouml;ge sich jeder selbst ein Bild machen. An dieser Stelle sei der Fokus auf jene handwerkliche Unaufmerksamkeit der Technik gelenkt, die das ganze Gespr&auml;ch als eine pr&auml;chtige Inszenierung entlarvt. Los geht es bei Minute 17:50. Peter Hahne gibt einen Allgemeinplatz &uuml;ber Demut in der Politik zum Besten und beklagt die Unsitte, dass politisches Scheitern mit politischem Machtstreben korreliert, sprich Versager in der Politik zu lange an ihren Sesseln kleben. Pl&ouml;tzlich tr&auml;llert ihm Michel Friedman ins Wort und kr&auml;ht den Namen der hessischen Oppositionskandidatin Andrea Ypsilanti. Ach ja, wir haben ja ein h&ouml;chst aktuelles Beispiel f&uuml;r diesen Verfall der Sitten. Dass Peter Hahne nicht sofort darauf gekommen ist! Egal, sein Anliegen hat nun Gesicht und Namen (unserem Nachhilfe-Lehrer in politischer Bildung Michel Friedman sei Dank). In seiner kindlichen (eher kindischen) Begeisterung vergisst Johannes Kerner seine Pflichten eines aufgeweckten Journalisten nicht: &ldquo;Moment, die ist ja gar nicht reingekommen ins Amt f&auml;llt mir gerade ein?&rdquo; Bumm, tats&auml;chlich, wie konnte sich denn diese Ungenauigkeit einschleichen?. Kein Problem, wir haben ja Michel Friedman:  &bdquo;Ja, aber sie sitzt ja noch immer als Partei- und Landesvorsitzende herum.&rdquo; Stimmt auch, wir sind ja schon still. Die v&ouml;llig pervertierte Gespr&auml;chsf&uuml;hrung &auml;u&szlig;ert sich vor allem darin, dass bar jeder Logik die Person Andrea Ypsilantis mit Eigenschaften besetzt wird, die 1 zu 1 auf das Verhalten des hessischen Ministerpr&auml;sidenten Roland Koch &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen und scheinbar keinem in der Gespr&auml;chsrunde dieser Widerspruch auff&auml;llt, es erst gar keine Gegenposition gibt. Das Gespr&auml;ch der illustren Runde widmet sich nun den vier Abweichlern in der hessischen SPD, und an dieser Stelle l&auml;sst sich nachweisen, dass diese scheinbar aus einem lockeren Small-Talk entwickelte Diskussion nichts anderes ist als eine wohl geplante Kampagne zur Diffamierung der Person Andrea Ypsilantis und des von ihr vertetenen politischen Fl&uuml;gels. Nun ereifert sich Peter Hahne &uuml;ber die vermeintliche Hetze auf diese tapferen Widerst&auml;ndsk&auml;mpfer f&uuml;r gelebte Demokratie und gipfelt in der Feststellung, dass es sich hier ja eigentlich um eine Hexenjagd handele. Gleichzeitig werden wir Zeuge einer un&uuml;bertrefflichen Improvisationsleistung der gesamten ZDF- Riege. Wir erinnern uns: Die Unterhaltung wurde durch den tr&auml;llernden Hern Friedman scheinbar zuf&auml;llig auf dieses Themengebiet gelenkt. Peter Hahne bringt die vier Abweichler bei Minute 19:01 ins Gespr&auml;ch. Bei Minute 19:20 wissen wir, dass zumindest die drei Damen akut vom Tod auf dem Scheiterhaufen bedroht sind. Die Regie schaltet nun das Signal auf eine andere Kamera, welche auf den im Studio befindlichen Monitor gerichtet ist. Zu sehen sind dort die betreffenden Abgeordneten in B&uuml;&szlig;erpose, der Schnitt erfolgt zeitgleich mit dem Stichwort &ldquo;Hexenjagd&rdquo;. Der Kameramann unterstreicht die erzeugte Atmosph&auml;re mit einem langsamen Zoom Out. Fazit: Innerhalb von nicht einmal 20 Sekunden ist dieses Glanzst&uuml;ck an Improvisation sicher nicht zu bewerkstelligen. Der gesamte Auftritt folgte einem minuti&ouml;s umgesetzten Drehbuch, welches darauf zielte die Thesen der Herren Hahne und Friedman mit den technischen M&ouml;glichkeiten eines Studioauftritts zu unterstreichen. Ohne das konzertierte Wirken von G&auml;sten, Moderator, Regie und Technik w&auml;re dieser synchronisierte Auftritt nicht m&ouml;glich gewesen. Der neoliberale Geist macht auch vor dem unverf&auml;nglich weil unpolitisch erscheinenden Unterhaltungsprogramm nicht Halt. <\/p>\n<p>Hier der <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/9602?inPopup=true\">Link zur Sendung<\/a>. <\/p>\n<p>P.S.: Leider f&uuml;hrt der Link nicht direkt zur Sendung, sondern nur ins Men&uuml; der Mediathek. Dort zu finden unter Sendungen=&gt; JBK=&gt; 20.11.2008\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier sind einige interessante Hinweise auf eine Sendung von Johannes B. Kerner. Der NachDenkSeiten-Leser M. N. hat uns diesen Text samt Link auf die Sendung geschickt. Wir halten das geschilderte Verfahren und auch den Vorgang selbst f&uuml;r typisch. 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