{"id":36402,"date":"2016-12-22T13:16:43","date_gmt":"2016-12-22T12:16:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36402"},"modified":"2019-05-20T07:38:38","modified_gmt":"2019-05-20T05:38:38","slug":"die-schlechten-verlierer-und-was-sie-zu-verlieren-fuerchten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36402","title":{"rendered":"Die schlechten Verlierer (und was sie zu verlieren f\u00fcrchten)"},"content":{"rendered":"<p>W&auml;hrend die US-Wahlen von 2016 eine nationale Schande waren, stellte die Reaktion der Verlierer ein noch absto&szlig;enderes Schauspiel dar. Wie es scheint, kann die politische Maschine, die hinter Hillary Clinton steht, es nicht ertragen, eine Wahl zu verlieren. Von&nbsp;<strong>Diana Johnstone<\/strong>.<\/p><div style=\"clear:both;\"><\/div><p><!--more--><br>\n<strong>Und warum ist das so?<\/strong><\/p><p>Weil diese Kr&auml;fte entschlossen sind, der ganzen Welt die Hegemonie des &bdquo;Ausnahmelandes&ldquo; USA aufzuzwingen und dazu milit&auml;risch unterst&uuml;tzte Regimewandel einzusetzen, und weil Donald Trump im Begriff zu sein scheint, ihre Pl&auml;ne zu durchkreuzen. Das gesamte westliche Establishment, das grob gesagt aus neokonservativen Ideologen, liberalen Interventionisten, den Finanzm&auml;chten, der NATO, und den Mainstreammedien und -politikern sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa besteht und das die Umgestaltung des Nahen Ostens entsprechend den Interessen Israels und Saudi-Arabiens und die Zerschmetterung des aufm&uuml;pfigen Russland anstrebt, ist angesichts der Gefahr, dass sein gemeinsames Globalisierungsprojekt von einem ignoranten Au&szlig;enseiter sabotiert werden k&ouml;nnte, in hysterische Panik geraten.<\/p><p>Donald Trumps ausdr&uuml;cklicher Wunsch, die Beziehungen der USA mit Russland zu verbessern, streut Sand ins Getriebe der von Hillary Clinton bef&uuml;rworteten Pl&auml;ne, Russland f&uuml;r seine unerw&uuml;nschten Standpunkte im Nahen Osten und anderswo &bdquo;bezahlen zu lassen&ldquo;. Sollte er tats&auml;chlich tun, was er versprochen hat, k&ouml;nnte das ein ernsthafter Schlag f&uuml;r den aggressiven Ausbau der NATO an den europ&auml;ischen Grenzen Russlands sein, ganz zu schweigen von horrenden Verlusten f&uuml;r die US-R&uuml;stungsindustrie, die plant, den NATO-Verb&uuml;ndeten unter dem Vorwand der &bdquo;russischen Gefahr&ldquo; Milliarden von Dollar an &uuml;berfl&uuml;ssigen Waffen zu verkaufen.<\/p><p>Vielleicht sind die Bef&uuml;rchtungen der Kriegspartei insoweit &uuml;bertrieben, als Trumps bisherige Postenvergaben darauf hindeuten, dass der Anspruch der Vereinigten Staaten, die unentbehrliche &bdquo;Ausnahme&ldquo;-Nation zu sein, den Wechsel im Spitzenpersonal der USA wohl &uuml;berleben wird. Aber die Akzentuierung k&ouml;nnte sich ver&auml;ndern. Und schon diese Herausforderung k&ouml;nnen die Kr&auml;fte, die an absolute Herrschaft gew&ouml;hnt sind, nicht tolerieren.<\/p><p><strong>Schlechte Verlierer an der Spitze<\/strong><\/p><p>Mitglieder des US-Kongresses, die Mainstreammedien, die CIA und sogar Pr&auml;sident Obama haben sich und das Land l&auml;cherlich gemacht, indem sie behauptet haben, die Clinton-Kabale habe die Wahlen wegen Vladimir Putin verloren. Soweit der Rest der Welt dieses Gejammer &uuml;berhaupt ernst nimmt, d&uuml;rfte es Putins ohnehin schon betr&auml;chtliches Prestige weiter st&auml;rken. Wenn es wahr ist, dass Hackeraktivit&auml;ten aus Moskau die Wunschkandidatin des gesamten US-Machtestablishment besiegen konnte, kann das nur bedeuten, dass die politische Struktur der Vereinigten Staaten so fragil ist, dass die  Ver&ouml;ffentlichung einiger E-Mails ihren Zusammenbruch herbeif&uuml;hren kann. Eine Regierung und ein Staat, die ber&uuml;chtigt sind f&uuml;r die weltweite &Uuml;berwachung privater Kommunikation und den Sturz einer ausl&auml;ndischen Regierung nach der anderen mit weitaus weniger subtilen Mitteln und deren Agenten damit geprahlt haben, 1996 die Russen so in Angst versetzt zu haben, dass sie den abgrundtief verhassten Boris Jelzin wiederw&auml;hlten, greinen jetzt j&auml;mmerlich: &bdquo;Mami, Vladi hat mir meine Hacking-Tools geklaut!&ldquo;<\/p><p>Es ist klar, dass die Russen eine nat&uuml;rliche Pr&auml;ferenz f&uuml;r einen US-Pr&auml;sidenten haben, der die M&ouml;glichkeit eines Nuklearkrieges mit Russland ausdr&uuml;cklich ablehnt. Diese Tatsache macht Russland nicht zu &bdquo;einem Feind&ldquo;, sondern ist nur ein Zeichen gesunden Menschenverstandes. Sie bedeutet auch nicht, dass Putin naiv genug ist zu glauben, Moskau k&ouml;nne mit ein paar schmutzigen Tricks die US-Wahlen entscheiden. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in Washington nehmen die derzeitigen F&uuml;hrer Russlands meist eine l&auml;ngerfristige Perspektive ein, statt von der Vorstellung auszugehen, der Lauf der Geschichte k&ouml;nne von einer Bananenschale ge&auml;ndert werden.<\/p><p>Dieses ganze elende Spektakel ist nichts als die Fortsetzung der Russenphobie, die Hillary Clinton die ganze Zeit ausgeschlachtet hat, um von ihren zahlreichen eigenen Skandalen abzulenken. Als schlechteste Verliererin der US-amerikanischen Wahlgeschichte muss sie Russland die Schuld geben, statt einfach anzuerkennen, dass es etliche Gr&uuml;nde gab, sie nicht zu w&auml;hlen.<\/p><p>Die Propagandamaschine hat eine Antwort auf missliebige Nachrichten gefunden: Es m&uuml;ssen Fake-News sein! Diesmal haben die Verschw&ouml;rungstheoretiker in Washington sich selbst &uuml;bertroffen. Die russischen Computer-Geeks wussten angeblich, dass sie durch Ver&ouml;ffentlichung einiger interner Mails des Democratic National Council den Wahlsieg Donald Trumps sichern konnten. Was f&uuml;r eine unglaubliche Voraussicht!<\/p><p>Obama k&uuml;ndigt Vergeltung gegen Russland an, weil es die Vereinigten Staaten so behandelt habe wie die USA, sagen wir einmal, Honduras (und sogar, bis Putin dem einen Riegel vorschob, Russland selbst). Putin antwortete, soweit er wisse, seien die Vereinigten Staaten keine Bananenrepublik, sondern eine Gro&szlig;macht, die sehr wohl in der Lage sei, ihre Wahlen zu sch&uuml;tzen. Washington bestreitet das lauthals. Dieselben Mainstreammedien, die uns von Saddams &bdquo;Massenvernichtungswaffen&ldquo; berichtet haben, servieren uns jetzt, ohne mit der Wimper zu zucken, diese groteske Verschw&ouml;rungstheorie.<\/p><p>Wenn Geheimdienste den Aktivit&auml;ten rivalisierender Geheimdienste auf die Spur kommen, behalten sie dieses Wissen in der Regel f&uuml;r sich &ndash; das ist Teil des wechselseitigen Spionagespiels. Dass der US-Geheimdienst mit dieser wilden Geschichte an die &Ouml;ffentlichkeit ging, zeigt, dass es nur darum ging, die US-Bev&ouml;lkerung davon zu &uuml;berzeugen, dass die Wahl Trumps illegitim ist, in der Hoffnung, ihm im Wahlm&auml;nnerkolleg eine Niederlage zu bereiten oder, falls das nicht gelingt, seine Pr&auml;sidentschaft zu l&auml;hmen, indem man ihn zum &bdquo;Handlanger Putins&ldquo; abstempelt.<\/p><p><strong>Schlechte Verlierer, weiter unten<\/strong><\/p><p>Aber die schlechten Verlierer an der Spitze wissen wenigstens, was sie tun, und sie verfolgen ein Ziel. Die schlechten Verlierer am unteren Ende des Spektrums bringen ihre Emotionen zum Ausdruck, ohne klare Ziele zu haben. Es ist falsche Selbstdramatisierung, zum &bdquo;Widerstand&ldquo; aufzurufen, als sei das Land von Au&szlig;erirdischen &uuml;berfallen worden. Das US-amerikanische Wahlsystem ist &uuml;berholt und bizarr, aber Trump hat das Spiel nach den Regeln gespielt. Er hat seinen Wahlkampf auf die &bdquo;Wechselstaaten&ldquo;, nicht auf die Mehrheit der Gesamtstimmen ausgerichtet, und er hat die Wechselstaaten bekommen.<\/p><p>Das Problem ist nicht Trump, sondern ein politisches System, das die Wahl der Bev&ouml;lkerung auf zwei verhasste, von gro&szlig;em Geld unterst&uuml;tzte Kandidaten reduziert.<\/p><p>Was immer sie denken oder f&uuml;hlen m&ouml;gen &ndash; die gro&szlig;enteils jungen Anti-Trump-Demonstran&shy;ten vermitteln das Bild verw&ouml;hnter Spr&ouml;sslinge einer hedonistischen Konsumgesellschaft, die Wutanf&auml;lle bekommen, wann immer man ihnen nicht gibt, was sie wollen. Nat&uuml;rlich machen sich einige von ihnen echte Sorgen um Freunde, die illegale Einwanderer sind und Angst vor der Abschiebung haben. Aber es ist durchaus m&ouml;glich, sich zu deren Verteidigung zu organisieren. Bei den Demonstranten handelt es sich m&ouml;glicherweise gr&ouml;&szlig;tenteils um entt&auml;uschte Anh&auml;nger von Bernie Sanders, aber ob ihnen das gef&auml;llt oder nicht, laufen ihre Proteste auf eine Fortf&uuml;hrung der beherrschenden Themen des Negativ-Wahlkampfs von Hillary Clinton hinaus. Dessen Hauptargument war die Angst. Da sie kein Wirtschaftsprogramm besa&szlig;, das auf die Bed&uuml;rfnisse der Millionen von W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern geantwortet h&auml;tte, die sich f&uuml;r Sanders ausgesprochen hatten, oder auf die der W&auml;hler, die sich ganz einfach wegen seiner vagen Jobversprechen Trump zuwendeten, &uuml;bertrieb ihre Kampagne die Bedeutung der meisten &bdquo;politisch unkorrekten&ldquo; &Auml;u&szlig;erungen Trumps und schuf ein Trugbild, demzufolge Trump ein brutaler Rassist war, dessen Programm ausschlie&szlig;lich in einer Anstachelung zum Hass bestand. Noch schlimmer war, dass Hillary Millionen von W&auml;hlern als &bdquo;einen Haufen hoffnungsloser Gestalten, rassistisch, sexistisch, homophob, xenophob, islamophob &ndash; und was einem noch einf&auml;llt&ldquo; stigmatisierte. Diese Bemerkungen fielen bei einer Lesben-Schwulen-Bi-Transgender-Veranstaltung und waren Teil von Hillarys identit&auml;tspolitischer Kampagne zur Gewinnung einer Klientel von Minorit&auml;ten, die auf der Stigmatisierung der schwindenden wei&szlig;en Mehrheit basierte. Die Pr&auml;misse der Identit&auml;tspolitik besagt, dass ethnische und sexuelle Minorit&auml;ten unterdr&uuml;ckt und daher der wei&szlig;en Mehrheit gegen&uuml;ber moralisch &uuml;berlegen sind, da diese ja der Unterdr&uuml;cker ist. Es ist diese Tendenz, die Menschen in unterschiedliche moralische Kategorien einzusortieren, die die US-Amerikaner gegeneinander aufspaltet &ndash; und zwar mindestens ebenso stark wie Trumps &uuml;berzogene Aussagen &uuml;ber mexikanische oder islamische Einwanderer. Sie hat dazu gef&uuml;hrt, dass viele Anh&auml;nger der politischen Korrektheit Amerikaner aus der wei&szlig;en Arbeiterklasse in den so genannten &bdquo;&Uuml;berflugregionen&ldquo; als feindliche Invasoren betrachten, deren Ziel darin besteht, sie alle in Konzentrationslager zu stecken.<\/p><p>Voller Angst vor dem, was Trump tun k&ouml;nnte, &uuml;bersehen seine Gegner h&auml;ufig, was seine Vorg&auml;nger derzeit tun. Die verzweifelte Clinton-Kampagne, die angeblich vom Feind, Russland, in Umlauf gebrachten &bdquo;Fake News&ldquo; die Schuld an Hillarys Niederlage gibt, ist nur eine Facette des wachsenden Trends zu Zensierung des Internets &ndash; bisher wegen Kinderpornographie oder Antisemitismus, und demn&auml;chst dann unter dem Vorwand des Kampfes gegen &bdquo;Fake News&ldquo;, das hei&szlig;t, gegen alles, was gegen die offizielle Linie verst&ouml;&szlig;t. Diese Bedrohung f&uuml;r die Meinungsfreiheit ist schlimmer als die unreifen Macho-Latrinenspr&uuml;che Trumps.<\/p><p>Es wird und  sollte starke politische Opposition gegen jedwede reaktion&auml;re Politik im Innern geben, die von der Trump-Administration verfolgt wird. Aber eine solche Opposition sollte die anstehenden Fragen umrei&szlig;en und auf spezifische Ziele hinarbeiten, statt eine globale Ablehnung zum Ausdruck zu bringen, die dysfunktional w&auml;re.<\/p><p>Die hysterische Anti-Trump-Reaktion ist unf&auml;hig, die Implikationen der Kampagne zu begreifen, die die Schuld an Hillarys Niederlage Putin gibt. Wollen die jungen Leute  auf der Stra&szlig;e wirklich Krieg mit Russland? Ich bezweifle es. Aber sie sehen nicht, dass die Pr&auml;sidentschaft Trumps ungeachtet all ihrer nur zu offensichtlichen Defizite eine M&ouml;glichkeit bietet, einen Krieg mit  Russland zu vermeiden. Diese einmalige Gelegenheit wird verstreichen, wenn das Clinton-Establishment und die Kriegspartei ihren Willen bekommen. Ob es ihnen klar ist oder nicht: Die Demonstranten auf der Stra&szlig;e helfen diesem Establishment, Trump zu delegitimieren und das einzige positive Element seines Programms zu sabotieren: Frieden mit Russland.<\/p><p><strong>Neuadjustierung der Feindesliste<\/strong><\/p><p>Durch seine t&ouml;dlichen Fehlentscheidungen im Nahen Osten und der Ukraine hat das au&szlig;enpolitische Establishment der Vereinigten Staaten sich selbst in einen Kollisionskurs mit Russland hineingetrieben. Unf&auml;hig zuzugeben, dass die USA in Syrien auf das falsche Pferd gesetzt haben, sieht die Kriegspartei nun keine andere Wahl, als Russland zu d&auml;monisieren und zu &bdquo;bestrafen&ldquo; &ndash; und dabei das Risiko zu laufen, auf das riesige Arsenal der Nuklearwaffen des  Pentagon zur&uuml;ckzugreifen, die jedes Argument gewinnen. Die antirussische Propaganda hat Extreme erreicht, die &uuml;ber die des Kalten Krieges hinausgehen. Was kann diesem Wahnsinn ein Ende bereiten? Was kann dazu beitragen, normale Haltungen und Beziehung zu dieser stolzen Nation herzustellen, die doch vor allem nur respektiert werden und dem altmodischen auf nationaler Souver&auml;nit&auml;t basierenden internationalen Recht zur Geltung verhelfen will? Wie k&ouml;nnen die Vereinigten Staaten mit Russland Frieden schlie&szlig;en?<\/p><p>Es ist klar, dass in den kapitalistischen, chauvinistischen USA keine Aussicht auf das Umschwenken auf eine Friedenspolitik besteht, die einen David Swanson an die Spitze der  US-Au&szlig;enbeziehungen stellt, ganz gleich, wie w&uuml;nschenswert das sein mag.<\/p><p>Der einzig realistische Weg, auf dem die kapitalistischen USA Frieden mit Russland schlie&szlig;en k&ouml;nnen, ist der des kapitalistischen Gesch&auml;fts. Und das ist es, was Trump vorschl&auml;gt.<\/p><p>Ein wenig Realismus hilft, wenn man mit der Realit&auml;t zu tun hat. Die Wahl des Firmenchefs von Exxon, Rex W. Tillerson, zum neuen Au&szlig;enminister ist der bestm&ouml;gliche Schritt zur Beendigung des derzeitigen Wettlaufs in einen Krieg mit Russland. &bdquo;Macht Geld, nicht Krieg&ldquo; ist zum gegenw&auml;rtigen Zeitpunkt der pragmatische amerikanische Slogan f&uuml;r Frieden.<\/p><p>Aber der &bdquo;Widerstand&ldquo; gegen Trump wird diesen pragmatischen Friedensprozess wahrscheinlich nicht unterst&uuml;tzen. Dieser st&ouml;&szlig;t schon jetzt im kriegsverliebten Kongress auf Widerstand. Statt das zu erkennen, st&auml;rken die desorientierten Linken mit ihrem Slogan &bdquo;Trump  ist nicht mein Pr&auml;sident!&ldquo; unbeabsichtigt diese Opposition, die schlimmer ist als Trump.<\/p><p>Die Vermeidung eines Kriegs mit Russland wird Washington nicht in einen strahlenden Ort der Freude und des Lichts verwandeln. Trump ist eine aggressive Pers&ouml;nlichkeit, und die opportunistischen aggressiven Figuren des Establishments, besonders seine  proisraelischen Freunde, werden ihm gerne helfen, die Aggression der USA in andere Richtungen zu lenken. Trumps Verbundenheit mit Israel ist nichts Neues, scheint aber besonders kompromisslos zu sein. In diesem Kontext sind Trumps extrem harte Worte gegen&uuml;ber dem Iran unheilschwanger, und man kann nur hoffen, dass seine explizite Ablehnung von &bdquo;Regimewandeln&ldquo; auch f&uuml;r diesen und andere F&auml;lle gilt. Trumps Anti-China-Rhetorik klingt ebenfalls &uuml;bel, aber auf lange Sicht gibt es wenig, was er oder die Vereinigten Staaten tun k&ouml;nnten, um China davon abzuhalten, wieder zu der &bdquo;unentbehrlichen Nation&ldquo; zu werden, die es w&auml;hrend der meisten Zeit seiner langen Geschichte war. H&auml;rtere Handelsabkommen werden nicht gleich zur Apokalypse f&uuml;hren.<\/p><p><strong>Das Versagen des intellektuellen Establishments<\/strong><\/p><p>Das traurige Bild der US-Amerikaner von heute als schlechte Verlierer, die der Realit&auml;t nicht ins Gesicht sehen wollen, muss zum Teil auf das ethische Versagen der so genannten 1968er Generation der Intellektuellen zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden. In einer demokratischen Gesellschaft ist es die erste Pflicht von Frauen und M&auml;nnern mit der Zeit, Neigung und F&auml;higkeit zum ernsthaften Studium der Realit&auml;t, ihr Wissen und Verst&auml;ndnis mit Menschen zu teilen, die diese Privilegien nicht besitzen. Die Generation von Akademikern, deren politisches Bewusstsein zeitweise durch die Trag&ouml;die des Vietnamkrieges gesch&auml;rft wurde, h&auml;tte erkennen m&uuml;ssen, dass es ihre Pflicht war, ihre Position zu nutzen, um die US-Bev&ouml;lkerung zu bilden und aufzukl&auml;ren, und zwar besonders &uuml;ber die Gegenwart und Geschichte der Welt, deren Umgestaltung nach dem eigenen Bilde Washington anstrebte. Leider bot die neue Phase des hedonistischen Kapitalismus den Intellektuellen gr&ouml;&szlig;te M&ouml;glichkeiten zur Manipulation der Massen, und so trat deren Aufkl&auml;rung in den Hintergrund. Das Marketing der Konsumgesellschaft erfand sogar eine neue Phase der Identit&auml;tspolitik mit einem Jugendmarkt, einem Schwulenmarkt und so weiter. An den Universit&auml;ten zog sich eine kritische Masse von  &bdquo;progressiven&ldquo; Akademikern in die abstrakte Welt des Postmodernismus zur&uuml;ck und richtet jetzt die Aufmerksamkeit der Jugend auf die Frage, wie man auf das Sexualleben anderer Leute reagieren oder &bdquo;Genderidentifizierung&ldquo; betreiben soll. Solch esoterische Themen f&ouml;rdern das akademische &bdquo;Publizieren-oder Untergehen&ldquo;-Syndrom und f&uuml;hren dazu, dass Akademiker in den Humanwissenschaften nichts mehr zu unterrichten haben, was als kritisch gegen&uuml;ber den Milit&auml;rausgaben der USA oder ihren vergeblichen Versuchen interpretiert werden k&ouml;nnte, ihre Herrschaft &uuml;ber die globalisierte Welt auf ewig durchzusetzen. Die heftigste Kontroverse aus der akademischen Welt betrifft Fragen wie die, wer welche Toilette benutzen sollte.<\/p><p>Wenn die intellektuellen Snobs an der Ost- und Westk&uuml;ste mit solcher Selbstzufriedenheit &uuml;ber die  armen &bdquo;hoffnungslosen Gestalten&ldquo; im &Uuml;berfluggebiet die Nase r&uuml;mpfen k&ouml;nnen, dann deshalb, weil sie selbst ihre vornehmste soziale Pflicht ignoriert haben, nach der Wahrheit zu suchen und diese zu verbreiten. Menschen wegen ihrer &bdquo;falschen&ldquo; Einstellungen zu gei&szlig;eln, w&auml;hrend man selbst das gesellschaftliche Muster hemmungslosen pers&ouml;nlichen Fortkommens repr&auml;sentiert, kann nur die Anti-Eliten-Reaktion hervorrufen, die als &bdquo;Populismus&ldquo; bezeichnet wird. Trump ist die Rache der Menschen, die sich manipuliert, vergessen und verachtet f&uuml;hlen. Ungeachtet all seiner Defizite war er, in einem verrotteten System, die einzige M&ouml;glichkeit, ihre Revolte zum Ausdruck zu bringen. Die Vereinigten Staaten sind sowohl &ouml;konomisch als auch ideologisch zutiefst gespalten. Die USA werden nicht von Russland bedroht, sondern von ihren eigenen inneren Spaltungen und der Unf&auml;higkeit der Amerikaner, die Welt zu verstehen &ndash; oder auch nur sich selbst.<\/p><p><em>Die Memoiren von Diana Johnstones Vater Paul H. Johnstone,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/exec\/obidos\/ASIN\/0997287098\/counterpunchmaga\">From MAD to Madness<\/a>, erscheinen Anfang 2017 mit ihren Kommentaren versehen im Verlag Clarity Press.<\/em><\/p><p><em>Der Artikel erschien zuerst auf <a href=\"http:\/\/www.counterpunch.org\/2016\/12\/19\/the-bad-losers-and-what-they-fear-losing\/\">Counterpunch<\/a> &ndash; aus dem Englischen von Michael Schiffmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;hrend die US-Wahlen von 2016 eine nationale Schande waren, stellte die Reaktion der Verlierer ein noch absto&szlig;enderes Schauspiel dar. Wie es scheint, kann die politische Maschine, die hinter Hillary Clinton steht, es nicht ertragen, eine Wahl zu verlieren. Von&nbsp;<strong>Diana Johnstone<\/strong>.<\/p>\n<div style=\"clear:both;\"><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,123,174,190],"tags":[352,1519,379,1090,2012,374,2005,901,1426,951,1557,1865,1878,366,633,915,906,1418,259,1802,1800,1556],"class_list":["post-36402","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","category-usa","category-wahlen","tag-68er","tag-atomwaffen","tag-china","tag-clinton-hillary","tag-cyberkriminalitaet","tag-eliten","tag-fake-news","tag-geheimdienste","tag-hegemonie","tag-iran","tag-israel","tag-meinungsfreiheit","tag-naher-osten","tag-obama-barack","tag-politikerverdrossenheit","tag-putin-wladimir","tag-ruestungsindustrie","tag-regime-change","tag-russland","tag-sanders-bernie","tag-trump-donald","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36402"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36402\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51840,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36402\/revisions\/51840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}