{"id":36535,"date":"2017-01-09T09:14:44","date_gmt":"2017-01-09T08:14:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36535"},"modified":"2019-01-12T11:11:53","modified_gmt":"2019-01-12T10:11:53","slug":"schtonk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36535","title":{"rendered":"Schtonk!"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170109_schtonk.jpg\" alt=\"Schtonk!\" title=\"Schtonk!\"><\/div><p>&Ouml;ffentliche Daseinsvorsorge &ndash; Schtonk!<br>\nGewerkschaften &ndash; Schtonk!<br>\nArbeitnehmerrechte &ndash; Schtonk!<br>\nZukunftssicherheit &ndash; Schtonk!<br>\nExistenzminimum &ndash; Schronk!<br>\nMitmenschlichkeit &ndash; Schtonk!<br>\nB&uuml;rgerrechte &ndash; Schtonk!<br>\nFriedenspolitik &ndash; Schtonk!<br>\nDemokratie &ndash; Schtonk!<br>\n(frei nach &bdquo;Der gro&szlig;e Diktator&ldquo; (1940), <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Z4UhJpviVYg\">Rede des Diktators Adenoid Hynkel<\/a>)<\/p><p>W&auml;hrend die deutschen Politiker wegen der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Pr&auml;sidenten noch hyperventilieren und partout nicht begreifen k&ouml;nnen (und wollen), worin die Ursachen f&uuml;r dessen Wahl liegen und die kommentierenden Medien sich stattdessen in den w&uuml;stesten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35765\">W&auml;hlerbeleidigungen<\/a> &uuml;bertreffen, geht das gesellschaftspolitische Leben in Deutschland weiterhin seinen &bdquo;geregelten Gang&ldquo;. Die politischen Entscheidungen verlaufen weiterhin exakt an genau der Linie entlang, die bisher schon verfolgt wurde. Doch dieses &bdquo;Weiter so&ldquo; ist h&ouml;chst fatal, denn es schl&auml;gt einen der letzten Sargn&auml;gel in die ohnehin schon bedenklich besch&auml;digte Demokratie ein.<br>\nVon <strong>Lutz Hausstein<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36535#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5656\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-36535-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170109_Schtonk_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170109_Schtonk_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170109_Schtonk_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170109_Schtonk_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=36535-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170109_Schtonk_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170109_Schtonk_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am Morgen nach der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Pr&auml;sidenten hatte Jens Berger in einer lesenswerten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35733\">Analyse<\/a> die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Entscheidung der amerikanischen W&auml;hler dargelegt. Die Quintessenz hatte er kurz und pr&auml;gnant mit den wenigen Worten &bdquo;Trump ist keine These. Er ist eine Antithese; [&hellip;]&ldquo; aufgezeigt. Trump wurde nicht so sehr deswegen gew&auml;hlt, weil er F&Uuml;R etwas steht, sondern weil er von seinen W&auml;hlern als das DAGEGEN wahrgenommen wurde. Gegen das Establishment. Gegen ein &bdquo;Weiter so&ldquo; unter einer m&ouml;glichen Pr&auml;sidentin Hillary Clinton. Wie glaubw&uuml;rdig sein &bdquo;Anti&ldquo;-Kurs wirklich sein k&ouml;nnte, trat bei deren Entscheidung eher in den Hintergrund. Die sichere Fortsetzung der bisherigen Politik durch eine Pr&auml;sidentin Hillary Clinton galt es f&uuml;r sie mit einer m&ouml;glichen Kurs&auml;nderung unter einem Pr&auml;sidenten Trump zu verhindern. Dabei haben diese W&auml;hler gar keine zu hohen Anspr&uuml;che. Sie wollen nur ein normales Leben mit gesicherter Zukunft f&uuml;hren. Doch s&auml;mtliche Pr&auml;sidenten der vergangenen knapp 40 Jahre haben genau dieses Versprechen stets gebrochen, das sie den Menschen in ihrem Land doch vor jeder Wahl immer wieder neu gegeben hatten. Demokraten ebenso wie Republikaner. Von Ronald Reagan &uuml;ber George Bush sen., Bill Clinton, George W. Bush bis hin zu Barack Obama.<br>\nInsbesondere das Versagen Obamas hat das Vertrauen der Menschen in die Vertreter der etablierten Politik endg&uuml;ltig ersch&uuml;ttern lassen. Galt dieser doch, auch und vor allem als Demokrat und erster schwarzer US-Pr&auml;sident, als Hoffnungstr&auml;ger f&uuml;r die Menschen. Doch dem erneuten Versagen der politisch Etablierten, die einfachsten, elementarsten W&uuml;nsche ihrer Bev&ouml;lkerung umzusetzen, ist der endg&uuml;ltige Vertrauensverlust gefolgt. F&uuml;r diese Menschen war Hillary Clinton als Ehefrau eines der zuvor genannten Ex-Pr&auml;sidenten ebenso unw&auml;hlbar wie als kriegsfreudige Au&szlig;enministerin der Obama-Regierung und aufgrund ihrer engen Verzahnung mit der Finanzindustrie. Donald Trump hingegen stellte sich dazu als personelle Alternative dar, ohne dabei zwingend eine inhaltliche sein zu m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Frankreich: Le Pen gegen die &bdquo;Reformer&ldquo;<\/strong><\/p><p>Doch nicht nur in den USA ist die Wut der B&uuml;rger &uuml;ber ihre zwar verschiedenfarbigen, aber inhaltlich recht gleichf&ouml;rmigen Parteienalternativen immer st&auml;rker gewachsen. Auch in Frankreich als der Geburtsst&auml;tte des &bdquo;Libert&eacute;, &Eacute;galit&eacute;, Fraternit&eacute;&ldquo; ist die Unzufriedenheit und die Wut der Menschen &uuml;ber ihre Politiker und die etablierten Parteien seit Jahren massiv angewachsen. Der stark rechtskonservative Nicolas Sarkozy bewies zuerst in seiner Amtszeit als Innenminister und sp&auml;ter als franz&ouml;sischer Pr&auml;sident, dass ihm mehr daran gelegen ist, mit seiner law-and-order-Politik die von Armut und Ausgrenzung Betroffenen (vor allem in den franz&ouml;sischen Armutsvorst&auml;dten, den Banlieues) zu bek&auml;mpfen, als mittels seiner Politik den gesellschaftlich Ausgeschlossenen mehr soziale Teilhabe zu erm&ouml;glichen. Der ihm im Pr&auml;sidentenamt folgende Sozialist Francois Hollande ist, &auml;hnlich wie Barack Obama in den USA, mit erheblichen Vorschusslorbeeren aus dem progressiven Lager, aber auch aus der Bev&ouml;lkerung gestartet. Von Hollandes Versprechen f&uuml;r mehr soziale Gerechtigkeit bleibt jedoch nach &uuml;ber vier Jahren seiner Pr&auml;sidentschaft nicht viel &uuml;brig. Die gesellschaftliche Spaltung nimmt zu, die Arbeitslosigkeit verharrt auf einem hohen Niveau und die Armut in Teilen der Bev&ouml;lkerung steigt weiter an. Doch anstatt diese Probleme anzugehen, setzt die vermeintlich linke Regierung &ndash; unter Aushebelung des Parlaments und per Dekret &ndash; sogenannte <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34249\">Arbeitsmarktreformen<\/a> nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010 durch, die zus&auml;tzliche Verschlechterungen f&uuml;r die ohnehin schon &auml;rmsten Teile der Bev&ouml;lkerung mit sich bringen werden. Gegen den massiven Widerstand der Franzosen, die &uuml;ber Monate hinweg auf <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33820\">Massendemonstrationen<\/a> ihre strikte Ablehnung zum Ausdruck gebracht haben. Doch all dies ficht die franz&ouml;sische Regierung nicht an. Ungeachtet allen Widerstands zieht sie ihr Vorhaben durch &ndash; ebenso, wie dies die rot-gr&uuml;ne Schr&ouml;der-\/Fischer-Koalition bei ihrer Agenda 2010 einst schon tat.<\/p><p>F&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftswahl im April 2017 k&uuml;ndigt sich so <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Frankreich-Die-Armut-waechst-3490791.html\">eine weitere Anti-Establishment-Wahl<\/a>, diesmal der franz&ouml;sischen W&auml;hler, an. Nicht von ungef&auml;hr gilt inzwischen die Vorsitzende des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, f&uuml;r die Stichwahl um das Pr&auml;sidentenamt als eigentlich schon gesetzt, denn sie inszeniert sich gezielt als Vertreterin der Armen und Abgeh&auml;ngten der Gesellschaft. Der aktuelle Pr&auml;sident, Francois Hollande, erkl&auml;rte gleich einmal seinen Nichtantritt zur Wahl, da ihm klar ist, dass er aufgrund seiner Politik und der damit verbundenen Ablehnung seiner Person bei den W&auml;hlern nicht den Hauch einer Chance h&auml;tte. Der inzwischen feststehende Kandidat der Konservativen, Francois Fillon, hat f&uuml;r seine m&ouml;gliche Pr&auml;sidentschaft <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/ausland\/praesidentschaftswahl-2017-in-frankreich-francois-fillon-schlaegt-alain-juppe-und-wird-kandidat-aid-1.6426470\">einschneidende Reformen<\/a> angek&uuml;ndigt, die die Lage des ohnehin schon &auml;rmeren Teils der franz&ouml;sischen Gesellschaft weiter verschlechtern w&uuml;rden und auf der anderen Seite den reicheren Teil besserstellen. Auf der vermeintlich anderen Seite, der der Sozialisten, steht mit Manuel Valls ein voraussichtlicher Kandidat, der als Premierminister nicht nur die erw&auml;hnten Arbeitsmarktreformen gegen den Willen der Bev&ouml;lkerung und unter Ausschaltung des Parlaments durchdr&uuml;ckte, sondern der ebenso wie Francois Fillon weitere Einschnitte f&uuml;r den &auml;rmeren Teil der Gesellschaft <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-12\/manuel-valls-frankreich-sozialist-praesidentschaftswahlen\/komplettansicht\">in Aussicht stellt<\/a>. Von einer Interessenvertretung der &Auml;rmeren und Abgeh&auml;ngten der Gesellschaft ist auch bei dem Rechts-Sozialisten keine Spur.<\/p><p>Keiner der m&ouml;glichen Kandidaten, weder der rechtskonservativen Republikaner noch der immer noch als vermeintlich links eingeordneten Sozialisten, erreicht in derzeitigen Umfragen die Werte Marine Le Pens. Denn diese inszeniert sich geschickt immer wieder als Vertreterin insbesondere des &auml;rmeren Teils der Bev&ouml;lkerung. Auch in Frankreich zeigt sich also, dass die Wut und der Zorn der Menschen &uuml;ber ihre etablierten Parteien und Politiker so gro&szlig; sind, dass sie willens sind, jeder realen oder auch nur scheinbaren Alternative den Vorzug zu geben. Bei aller Unsicherheit &uuml;ber die Politik, welche diese Alternative dann wirklich umsetzen w&uuml;rde, ist ihnen jedoch eines wichtig: Es darf kein &bdquo;Weiter so&ldquo; geben, die stetige Ignoranz des B&uuml;rgerwillens und der B&uuml;rgerinteressen durch das &bdquo;Establishment&ldquo; muss endlich aufh&ouml;ren. Auch hier ist absehbar, dass die wahrscheinliche Stichwahl um das franz&ouml;sische Pr&auml;sidentenamt zu einer Wahl zwischen Pest (Le Pen) und Cholera (Fillon oder Valls) wird. Exakt so wie in den USA. Egal, wer dabei die Wahl gewinnt, ein Verlierer steht schon vorher fest: die einfache franz&ouml;sische Bev&ouml;lkerung, der untere Teil der Gesellschaft.<\/p><p><strong>Gegen die eigenen Vertreter<\/strong><\/p><p>Die Quintessenz der Analysen zu den USA und zu Frankreich ist ebenso simpel wie logisch: Die Menschen sind es leid, fortw&auml;hrend GEGEN genau die Politik Derjenigen ank&auml;mpfen zu m&uuml;ssen, die eigentlich in die Parlamente gew&auml;hlt wurden, um eigentlich Politik F&Uuml;R sie, f&uuml;r ihre elementaren Interessen, f&uuml;r ihre Zukunft, f&uuml;r ihr Leben zu gestalten. Die trotz ihres vielseitigen Engagements gezielt und bewusst den Willen der Menschen verraten und missachten. Als B&uuml;rger beteiligen sie sich an Umfragen ihres eigenen Parteivorstandes, dessen Ergebnis dieser dann mit fadenscheinigen Begr&uuml;ndungen missachtet. Sie geben ihrem Willen Ausdruck, indem sie sich immer und immer wieder an Online-Petitionen oder (Offline-)Unterschriftensammlungen beteiligen, die dann trotz hunderttausendfacher Mitzeichnung die Politik nicht einmal zu einer Antwort, geschweige denn zu inhaltlicher Ber&uuml;cksichtigung veranlasst. Von ihnen werden B&uuml;rgerversammlungen, B&uuml;rgerkonvente organisiert, besucht, mitdiskutiert und Konzeptionen entwickelt. Sie beteiligen sich bei Wind und Wetter an Demonstrationen mit hunderttausenden Teilnehmern, zu Themen, die f&uuml;r ihre Zukunft von eminenter Bedeutung sind, um &hellip; ja, um am Ende ignoriert, beleidigt oder gar kriminalisiert zu werden.<\/p><p>Jegliche Beteiligung, die diese Demokratie f&uuml;r ihre B&uuml;rger angeblich vorsieht, wird solange durch Siebe gegossen, verzerrt, ignoriert, umgebogen und ins Gegenteil verkehrt, bis vom eigentlichen Inhalt nichts mehr &uuml;brigbleibt und die Politik munter nach eigenem Gutd&uuml;nken durchregieren kann. Selbst abgelehnte Gesetzes&auml;nderungen, sogar explizit von den Verfassungsgerichten zur&uuml;ckgewiesene, werden solange unter immer neuen Namen wieder zur Vorlage gebracht, bis sie irgendwann einmal durchkommen oder es werden diese Gesetze gleich unter Ausschaltung des Parlaments durchgedr&uuml;ckt. Wenn dies die Menschen &uuml;ber Jahre hinweg bewusst wahrnehmen und dabei die eigene Hilflosigkeit gegen&uuml;ber diesem undemokratischen Gebaren sp&uuml;ren, ist es fast zwangsl&auml;ufig, dass ihr Frust &uuml;ber diese gegen ihre Interessen gerichtete Politik fr&uuml;her oder sp&auml;ter in Zorn und Wut &uuml;bergeht.<\/p><p><strong>Und Deutschland?<\/strong><\/p><p>Die Lage in Deutschland ist nicht gro&szlig;artig anders, auch wenn es der SPD-Vorsitzende und Vize-Kanzler Sigmar Gabriel mit blumigen Worten zu leugnen versucht. Dass er ausgerechnet auch noch die angebliche <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-11\/us-wahl-donald-trump-sigmar-gabriel-deutschland-radikalisierung\">Sozialpartnerschaft<\/a>, die seinen Ausf&uuml;hrungen zufolge in Deutschland herrschen w&uuml;rde, als Begr&uuml;ndung daf&uuml;r nimmt, ist an Dreistigkeit allerdings kaum mehr zu &uuml;berbieten. Es ist genau diese Ignoranz der &bdquo;Sorgen und N&ouml;te der normalen Menschen&ldquo;, um die Gabriel sich in Sonntagsreden zwar so gern zu k&uuml;mmern beschw&ouml;rt, die ihn im politischen Alltag jedoch herzlich wenig scheren. Gabriel ist dabei repr&auml;sentativer Teil des politischen Establishments, das sozialen Ausgleich zwar stets proklamiert, aber nie einl&ouml;st. Des Establishments, das &uuml;berhaupt <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33508\">nicht wissen will, was es tut<\/a>. Die B&uuml;rgerinteressen werden best&auml;ndig ignoriert, zumeist wird sogar gegen die B&uuml;rgerinteressen Politik betrieben, der Widerstand in der Bev&ouml;lkerung dagegen wiederum ignoriert, inhaltlich verzerrt, ins Gegenteil verkehrt oder mittels Orwellschen Neusprech vom eigentlichen Inhalt vollst&auml;ndig abgel&ouml;st.<\/p><p>Auch in Deutschland ist die immer gr&ouml;&szlig;er werdende wirtschaftlich-finanzielle Schere ein zunehmend <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Armut-in-Deutschland-Keine-volle-Mahlzeit-im-reichen-Land-3582142.html\">dr&uuml;ckendes Problem<\/a>, ebenso wie in den USA oder in Frankreich. Wenngleich best&auml;ndig von der Politik kleingeredet oder gar ganz abgestritten. Denn deren inhaltlich nichtssagenden, weil pauschalierenden &bdquo;Deutschland-geht-es-gut&ldquo;-Rufe sollen nat&uuml;rlich nicht durch gegenl&auml;ufige Fakten, die eventuell gar noch die Ursachen daf&uuml;r blo&szlig;legen, widerlegt werden. Und so folgen auf besch&auml;mende Statistiken von zunehmender Altersarmut oder Kinderarmut regelm&auml;&szlig;ig schnell sch&ouml;nf&auml;rberische, aber zumeist faktenarme Darstellungen &uuml;ber eine angeblich heile Welt in diesem Land. Doch immer mehr Menschen bemerken, dass dies blo&szlig;e Kampagnen sind, die mit der Realit&auml;t nur wenig zu tun haben. Eine gro&szlig;e Anzahl Arbeitnehmer hat Angst um die Sicherheit ihrer Arbeitspl&auml;tze, deutlich mehr als eine Million B&uuml;rger k&ouml;nnen von ihrer Arbeit nicht leben und sind als <a href=\"http:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2016\/09\/197.html\">Aufstocker<\/a> vom Jobcenter abh&auml;ngig. Seit Einf&uuml;hrung der Agenda 2010 sind sagenhafte <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/massenphaenomen-hartz-iv-14-5-millionen-menschen-leben-von-hartz-iv\/14788738.html\">14,5 Mio. Menschen<\/a> schon mindestens einmal auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen gewesen, die Tafeln sto&szlig;en vielerorts immer h&auml;ufiger an ihre Kapazit&auml;tsgrenzen und m&uuml;ssen Bed&uuml;rftige abweisen &ndash; aber &bdquo;uns geht es gut&ldquo;. So wenigstens die seit Jahren gebetsm&uuml;hlenartig offiziell verk&uuml;ndete Lesart.<\/p><p>Diese Zust&auml;nde zumindest stark vorangetrieben hat die von der rot-gr&uuml;nen Schr&ouml;der-\/Fischer-Regierung eingef&uuml;hrte, aber nach Auffassung der damaligen CDU\/CSU-\/FDP-Opposition gar nicht scharf genug ausgepr&auml;gte Agenda 2010. Diese ist nicht nur, wie landl&auml;ufig angenommen, f&uuml;r die Verarmung der von Arbeitslosigkeit direkt oder indirekt betroffenen Menschen (Arbeitslose, Aufstocker ebenso wie s&auml;mtliche Familienangeh&ouml;rige der in irgendeiner Weise vom Jobcenter Abh&auml;ngigen; Stichwort: Bedarfsgemeinschaften) verantwortlich, sondern untrennbar damit verbunden ist gleichfalls die Erosion des Arbeitsmarktes. Arbeitslose werden mit enormen Druck in einen Arbeitsmarkt hineingepresst, der sie &uuml;berhaupt nicht aufzunehmen vermag. W&auml;hrend sie so unter dem Label &bdquo;Zumutbarkeitskriterien&ldquo; jeden Job zu jeglichen Konditionen anzunehmen gezwungen sind, sofern dieser nicht gerade sittenwidrig ist, erzeugt es auf Seiten der bisherigen Besch&auml;ftigten logischerweise einen Anpassungsdruck nach unten. Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen, Leistungsdruck, Lohnh&ouml;he &ndash; alles ger&auml;t mittels der permanenten In-Konkurrenz-Setzung auf eine Rutschbahn nach unten, die sich bis weit in die sogenannte Mitte hineinzieht. Wer heute noch einen vermeintlich festen Job besitzt, kann schon morgen diese Arbeit verloren haben und wird nun seinerseits von einem Jobcenter unter Au&szlig;er-Kraft-Setzen all seiner Qualifikationen in einen nicht aufnahmef&auml;higen Markt hineingepresst.<\/p><p>Es sind nicht nur die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter, die immer noch zum Teil <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/wirtschaft\/schlecker-insolvenz-jahren-mitarbeitern-18543712\">ihrer &bdquo;Anschlussverwendung&ldquo; harren<\/a>. Tausende entlassene Leiharbeiter bei Volkswagen sowie der k&uuml;rzlich verk&uuml;ndete Abbau weiterer <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/massiver-stellenabbau-bei-volkswagen-vw--jetzt-geht-es-ans-eingemachte,1472780,34947238.html\">23.000 Arbeitspl&auml;tze<\/a> allein in Deutschland werden durch neugeschaffene Jobs in anderen Wirtschaftsbereichen nicht einmal ansatzweise kompensiert. Von rund 2.600 ehemaligen Mitarbeitern des Bochumer Opel-Werkes haben gerade einmal <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/wirtschaft\/unternehmen\/opel-ex-opelaner-hoffen-auf-verlaengerung-der-transfergesellschaft-aid-1.6438892\">ca. 900 einen neuen Job<\/a> &ndash; den anderen droht nach dem nun endg&uuml;ltig beschlossenen Ende der Transfergesellschaft der reibungslose &Uuml;bergang in die Arbeitslosigkeit. Und bald werden auch sie offiziell von einem Jobcenter f&uuml;r &bdquo;nicht qualifiziert&ldquo; erkl&auml;rt werden, damit der Katzenjammer um den angeblichen &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; erneut angestimmt werden kann. Dabei sind es nicht nur die Entlassungen der ganz gro&szlig;en Firmen, die viele Menschen hart treffen. So kostet auch unterhalb der deutschlandweiten Aufmerksamkeitsschwelle Personalabbau vielen tausenden Menschen ihre Existenz (Beispiel <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/sorge-auch-in-hennigsdorf-bombardier-streicht-1430-stellen\/12979100.html\">Bombardier<\/a>). Ist es unter diesen Voraussetzungen nicht v&ouml;llig verst&auml;ndlich, dass ein gro&szlig;er Teil der Bev&ouml;lkerung bez&uuml;glich seiner pers&ouml;nlichen Zukunft verunsichert ist und sich nicht nur, wie st&auml;ndig &ouml;ffentlich behauptet, verunsichert &bdquo;f&uuml;hlt&ldquo;? Dass sie abgeh&auml;ngt werden und sind und sich nicht nur so &bdquo;f&uuml;hlen&ldquo;?<\/p><p>Doch all das ficht die etablierten Parteien nicht an. Ganz im Gegenteil. In einer aktuellen Kampagne bezeichnet die CSU auf ihrer Facebook-Seite Hartz-IV-Empf&auml;nger gar als &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/csu-hetzt-in-nazi-jargon-hartz-iv-schmarotzer.php\">Sozialschmarotzer<\/a>&ldquo; und liefert den n&auml;chsten Beweis, dass ihr jedes, aber auch wirklich jedes Mittel recht ist, die Gesellschaft noch weiter zu spalten. Dass sie sich damit in der &bdquo;stolzen&ldquo; Tradition des damaligen Arbeits- und Wirtschaftsministers Wolfgang Clement (SPD) bewegt, der in einer Brosch&uuml;re seines Ministeriums Arbeitslose als &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kritik-gruenen-politikerin-attackiert-clement-broschuere-a-380259.html\">Parasiten<\/a>&ldquo; und &bdquo;Abzocker&ldquo; titulierte, zeigt, warum die Bev&ouml;lkerung in den vermeintlichen Alternativen des Parteiensystems auch hierzulande keine wirklichen Alternativen zu erkennen vermag. Nicht von ungef&auml;hr hatte sich schon Victor Klemperer in seinem &bdquo;LTI &ndash; Notizbuch eines Philologen&ldquo; auch den menschenverachtenden Begrifflichkeiten der Nazis gewidmet und dabei die Entmenschlichung durch die Verwendung von Tiermetaphern ebenso wie technisch-mechanischer Begriffe angeklagt.<\/p><p>Die dabei von der CSU als heilig verteidigten Sanktionen entsprechen jedoch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15274\">alles andere als dem Grundgesetz<\/a>. Doch s&auml;mtlichen Sachargumenten als auch den massiven, jahrelangen <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27409\">&ouml;ffentlichen Protesten<\/a>, Widerst&auml;nden und <a href=\"https:\/\/altonabloggt.com\/2013\/12\/20\/petition-zur-abschaffung-sanktionen-hartz-iv-und-grundsicherung-erreicht-mehr-als-90-000-stimmen\/\">Petitionen<\/a> zum Trotz halten die etablierten Parteien an ihrer menschenrechtswidrigen Sanktionsgesetzgebung fest. Wer glaubt, dass die Bezeichnung &bdquo;menschenrechtswidrig&ldquo; nicht angemessen und zu hart sei, dem sei das folgende Gedankenexperiment nahegelegt. Jeder Gef&auml;ngnisinsasse in Deutschland hat das unverwirkbare Recht zur Sicherstellung seines Existenzminimums. Egal, welches Verbrechens er sich schuldig gemacht hat; w&uuml;rden ihm das &bdquo;Dach &uuml;ber dem Kopf&ldquo;, die gesundheitliche Versorgung oder die Ern&auml;hrung vorenthalten oder entzogen, w&uuml;rden sich die daf&uuml;r verantwortlichen Personen oder Stellen der Menschenrechtsverletzung schuldig machen. Haben also Gef&auml;ngnisinsassen Grund- und Menschenrechte, die jedoch f&uuml;r Sozialleistungsempf&auml;nger nicht gelten sollen? Wie kann es dann sein, dass die Politik, v&ouml;llig unbeeindruckt vom riesigen Widerstand in der Bev&ouml;lkerung, nach so vielen Jahren immer noch unbeirrt diese menschenrechtswidrige Sanktionspraxis verteidigt und fortf&uuml;hrt? Und wer &uuml;ber Sanktionen nicht reden m&ouml;chte, der sollte ebenfalls zu <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Immer-mehr-Wohnungslose-in-Deutschland-3554365.html\">Wohnungslosigkeit<\/a> schweigen. Denn Vollsanktionen gegen&uuml;ber Sozialleistungsempf&auml;ngern, jungen ebenso wie &auml;lteren, f&uuml;hren schnell in die Wohnungslosigkeit, ebenso wie prek&auml;re Einkommensverh&auml;ltnisse angesichts st&auml;ndig steigender, immer weniger bezahlbarer Mieten. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe rechnet bis 2018, also in gerade einmal zwei Jahren, mit rund 536.000 wohnungslosen Menschen. Das entspricht der kompletten Einwohnerzahl der Landeshauptstadt Niedersachsens, Hannover.<\/p><p>Doch auch im Auswahlprozedere des Kandidaten f&uuml;r den im Februar 2017 neu zu w&auml;hlenden Bundespr&auml;sidenten wie auch in der daf&uuml;r nun ausgew&auml;hlten Person Frank-Walter Steinmeier an sich zeigt sich die ma&szlig;lose Ignoranz der etablierten, sich selbst als solche bezeichnenden &bdquo;Volksparteien&ldquo;. In mehreren Spitzengespr&auml;chen zwischen nur den drei Parteivorsitzenden der derzeitigen Regierungsparteien wurde letztendlich ein gemeinsamer Kandidat ausgekungelt. Da sie als Regierungskoalition &uuml;ber eine satte Bundestagsmehrheit und somit &uuml;ber eine ebensolche in der Wahlversammlung zum Bundespr&auml;sidenten verf&uuml;gen, andererseits die Bundesl&auml;nder ihre Teilnehmer unter im Regelfall parteikonform abstimmenden, &ouml;ffentlichen Personen ausw&auml;hlen, haben die drei Parteivorsitzenden de facto in kleinster Runde entschieden, wer der neue Bundespr&auml;sident wird. Der rein formale Akt der Wahl ist daf&uuml;r nur die Kulisse. Erst recht, wenn man sich vor Augen f&uuml;hrt, dass in Probeabstimmungen innerhalb der Abgesandten der einzelnen Parteien vor der eigentlichen Bundespr&auml;sidentenwahl gepr&uuml;ft wird, ob diese bei ihrer Wahl auch wirklich dem Partei(vorsitzenden)wunsch folgen.<\/p><p>Auch der Konsenskandidat Frank-Walter Steinmeier selbst verdient eine besondere Betrachtung. Ist doch gerade er mit seiner langj&auml;hrigen politischen Vergangenheit f&uuml;r das Auseinanderdriften der Gesellschaft stark mitverantwortlich. Die durch ihn ma&szlig;geblich vorangetriebene Agenda 2010 unter dem Kanzler Gerhard Schr&ouml;der hat, wie oben schon beschrieben, die gesellschaftliche Spaltung erheblich verst&auml;rkt und Armut in Deutschland versch&auml;rft. Da hilft es auch nicht, wenn die SPD-Generalsekret&auml;rin Katarina Barley Steinmeier als &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/berlin-direkt\/berlin-direkt-clip-2-102.html\">Wille des Volkes<\/a>&ldquo; proklamiert. F&uuml;r die politische Schieflage in Deutschland ist umso bezeichnender, dass der Kandidat der LINKEN f&uuml;r das Bundespr&auml;sidentenamt, der parteilose Politikwissenschaftler und Armutsforscher <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Iu2UKjH35xE&amp;feature=youtu.be\">Christoph Butterwegge<\/a>, der seit vielen Jahren eben dieses Auseinanderdriften in Reich und Arm, vor allem auch infolge der Agenda 2010, untersucht und anprangert, aufgrund des schon beschriebenen Wahlprozederes als chancenlos angesehen werden muss. Ein de facto schon feststehender Bundespr&auml;sident Steinmeier, der Motor einer gesellschaftlichen Spaltung ist, gegen&uuml;ber einem Bundespr&auml;sidentenkandidaten Butterwegge, der es als seine Aufgabe ansieht, genau dieser Spaltung entgegenzuwirken, die dieses Land immer mehr zerrei&szlig;t, und der dennoch von der Bundesversammlung nicht gew&auml;hlt werden wird. Auch das ist ein deutliches Indiz, dass die Demokratie auch hierzulande stark ausgeh&ouml;hlt ist und die Interessen der Bev&ouml;lkerung praktisch keine Rolle mehr spielen. Infolge dessen steigt der Zorn und die Wut der Menschen und m&uuml;ndet letztendlich in einer Ablehnung des politischen Establishments.<\/p><p>Alle f&uuml;r die Menschen existenziellen Themen haben die etablierten politischen Parteien, das Establishment, seit Jahren und Jahrzehnten stets zuungunsten des &auml;rmeren Teils der Bev&ouml;lkerung behandelt, sie haben diesem stattdessen nur noch Zumutungen und Verschlechterungen ihres Lebens angeboten. Unabh&auml;ngig davon, ob sie nun als konservativ-rechte Parteien wie CDU\/CSU eine mehr oder minder offene wirtschafts- (sprich: unternehmens-)freundliche Politik verfolgt haben oder als <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36143\">vermeintlich linke Parteien<\/a> wie SPD oder Gr&uuml;ne das Thema einer sozial gerechten Gesellschaft zwar gern im Munde gef&uuml;hrt, doch sogut wie nie in ihrer Politik umgesetzt haben.<\/p><p>Die beiden gro&szlig;en politischen Str&ouml;mungen der Neuzeit sind krachend gescheitert. Die rechte, konservative, weil sie einfach nur das ist, was sie ist: eine Vertreterin und willf&auml;hrige Handlangerin der gro&szlig;en Wirtschaft, der gro&szlig;en Unternehmen, des gro&szlig;en Geldes. Und die sozialdemokratisch linke, weil sie eben genau das nicht ist, was sie stets und immer wieder sehr wortreich verk&uuml;ndet: eine Vertreterin und K&auml;mpferin f&uuml;r die Rechte und Interessen des &bdquo;Kleinen Mannes&ldquo;, der Armen, der Arbeitslosen, der normalen Arbeiterschaft, der Alten und Kranken &ndash; kurz: der Nicht-Reichen. Noch gelingt es, die einen Armen gegen die anderen Armen aufzuhetzen: die prek&auml;r Besch&auml;ftigten gegen die Arbeitslosen, die Deutschst&auml;mmigen gegen die Fl&uuml;chtlinge, junge Arme gegen alte Arme. Doch mit genau dieser Methode wird die Gesellschaft noch weiter gespalten und weiter radikalisiert. Nachdem in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten der gesellschaftliche Sprengstoff angeh&auml;uft wurde, f&uuml;gt man dem Ganzen nun noch die brennende Lunte hinzu.<\/p><p>Viele vergessen: Es bedarf keines gewaltsamen, milit&auml;rischen Umsturzes, so wie beim CIA-unterst&uuml;tzten Putsch durch Pinochet in Chile, um eine diktatorische Herrschaft zu errichten. Auch Hitler ist in Deutschland 1933 in demokratischen Wahlen an die Macht gekommen. Doch aus dieser Schreckensherrschaft wurde offensichtlich nichts gelernt. Wieder stehen wir am Scheidepunkt der Geschichte. Wieder sind Politiker und etablierte Parteien im Volk zutiefst verachtet. Und wieder machen sie unbeirrbar weiter so. Wieder gewinnen rechtspopulistische Parteien in k&uuml;rzester Zeit enorm an Zuspruch in der Bev&ouml;lkerung, haupts&auml;chlich aufgrund der Entt&auml;uschung und der daraus resultierenden Ablehnung der etablierten Parteien.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo; [&hellip;]<\/p>\n<p>Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Gl&uuml;ck des Anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals n&auml;her. Auf dieser Welt ist Platz genug f&uuml;r jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein, wir m&uuml;ssen es nur wieder zu leben lernen! Die Habgier hat das Gute im Menschen versch&uuml;ttet, und Missgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderben und Blutschuld gef&uuml;hrt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt, aber innerlich sind wir stehengeblieben. Wir lassen Maschinen f&uuml;r uns arbeiten, und sie denken auch f&uuml;r uns. Die Klugheit hat uns hochm&uuml;tig werden lassen und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und f&uuml;hlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und G&uuml;te. Ohne Menschlichkeit und N&auml;chstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.<\/p>\n<p>[&hellip;]<\/p>\n<p>Bewahrt Euch die Menschlichkeit in Euren Herzen und hasst nicht! Nur wer nicht geliebt wird, hasst! Nur wer nicht geliebt wird. Soldaten, k&auml;mpft nicht f&uuml;r die Sklaverei, k&auml;mpft f&uuml;r die Freiheit! Im 17. Kapitel des Evangelisten Lukas steht: &ldquo;Gott wohnt in jedem Menschen&rdquo;. Also nicht in einem oder einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott lebt in Euch allen, und Ihr als Volk habt allein die Macht, die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht, Gl&uuml;ck zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie: lasst uns diese Macht nutzen, lasst uns zusammenstehen! Lasst uns k&auml;mpfen f&uuml;r eine neue Welt, f&uuml;r eine anst&auml;ndige Welt, die Jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gew&auml;hrt. Versprochen haben die Unterdr&uuml;cker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war L&uuml;ge, wie &uuml;berhaupt alles, was sie Euch versprachen, diese Verbrecher! Diktatoren wollen die Freiheit nur f&uuml;r sich, das Volk soll versklavt bleiben. Lasst uns diese Ketten sprengen, lasst uns k&auml;mpfen f&uuml;r eine bessere Welt, lasst uns k&auml;mpfen f&uuml;r die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, f&uuml;r das es sich zu k&auml;mpfen lohnt! Nieder mit der Unterdr&uuml;ckung, dem Hass und der Intoleranz. Lasst uns k&auml;mpfen f&uuml;r eine Welt der Sauberkeit, in der die Vernunft siegt, in der Fortschritt und Wissenschaft uns allen zum Segen gereichen.<\/p>\n<p>Kameraden! Im Namen der Demokratie, daf&uuml;r lasst uns streiten!&ldquo;<br>\n(Auszug aus der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YeaCD9-qum0\">Abschlussrede<\/a> des j&uuml;dischen Friseurs, aus &bdquo;Der gro&szlig;e Diktator&ldquo;)\n<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Lutz Hausstein<\/strong>, Wirtschaftswissenschaftler, ist als Arbeits- und Sozialforscher t&auml;tig. In seinen 2010, 2011 und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/Studie_Was_der_Mensch_braucht_2015.pdf\">2015<\/a> erschienenen Untersuchungen &bdquo;Was der Mensch braucht&ldquo; ermittelte er einen alternativen Regelsatzbetrag f&uuml;r die soziale Mindestsicherung. Er ist u.a. Ko-Autor des Buches &bdquo;Wir sind emp&ouml;rt&ldquo; der Georg-Elser-Initiative Bremen (2012) sowie Verfasser des Buches &bdquo;Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r Gerechtigkeit&ldquo; (2012).<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/866cd04b613c423d8cb3ef9688b9e0fa\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170109_schtonk.jpg\" alt=\"Schtonk!\" title=\"Schtonk!\"\/><\/div>\n<p>&Ouml;ffentliche Daseinsvorsorge &ndash; Schtonk!<br \/> Gewerkschaften &ndash; Schtonk!<br \/> Arbeitnehmerrechte &ndash; Schtonk!<br \/> Zukunftssicherheit &ndash; Schtonk!<br \/> Existenzminimum &ndash; Schronk!<br \/> Mitmenschlichkeit &ndash; Schtonk!<br \/> B&uuml;rgerrechte &ndash; Schtonk!<br \/> Friedenspolitik &ndash; Schtonk!<br \/> Demokratie &ndash; Schtonk!<br \/> (frei nach &bdquo;Der gro&szlig;e Diktator&ldquo; (1940), <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Z4UhJpviVYg\">Rede des Diktators Adenoid Hynkel<\/a>)<\/p>\n<p>W&auml;hrend die deutschen Politiker wegen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36535\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,125,146,132,190],"tags":[1550,213,1090,401,1094,1776,1994,366,1141,588,633,288,709,312,479,307,736,389,252,1800,1931],"class_list":["post-36535","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-rechte-gefahr","category-soziale-gerechtigkeit","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wahlen","tag-agenda-2010","tag-butterwegge-christoph","tag-clinton-hillary","tag-gabriel-sigmar","tag-hollande-francois","tag-klemperer-victor","tag-le-pen-marine","tag-obama-barack","tag-obdachlosigkeit","tag-personalabbau","tag-politikerverdrossenheit","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-protestwaehler","tag-reformpolitik","tag-reservearmee","tag-sanktionen","tag-sarkozy-nicolas","tag-sozialrassismus","tag-steinmeier-frank-walter","tag-trump-donald","tag-valls-manuel"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36535"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48417,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36535\/revisions\/48417"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}