{"id":36832,"date":"2017-02-01T09:02:10","date_gmt":"2017-02-01T08:02:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36832"},"modified":"2017-02-02T16:26:50","modified_gmt":"2017-02-02T15:26:50","slug":"kaum-im-amt-des-kanzlerkandidaten-hat-martin-schulz-schon-einen-doppelgaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36832","title":{"rendered":"Kaum im Amt des Kanzlerkandidaten hat Martin Schulz schon einen Doppelg\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<p>Als ich am 25. Januar einen skeptischen Artikel zu seiner Nominierung schrieb (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36756\">Der zweifache Schock: Schulz soll Kanzlerkandidat und obendrein Parteivorsitzender werden.<\/a>), hatte ich gewissenhaft recherchiert, mich an fragw&uuml;rdige &Auml;u&szlig;erungen von Schulz zu Griechenland und Russland, seine Haltung zur Agenda 2010 und seine Rolle bei der Installation des unseligen Junkers erinnert, Jetzt machen die euphorischen &Auml;u&szlig;erungen anderer Zeitgenossen sichtbar, dass ich mich offensichtlich mit einem anderen Schulz besch&auml;ftigt hatte, als jenem, der am vergangenen Wochenende in Berlin gefeiert wurde. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_147\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-36832-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170201_Martin_Schulz_hat_schon_einen_Doppelgaenger_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170201_Martin_Schulz_hat_schon_einen_Doppelgaenger_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170201_Martin_Schulz_hat_schon_einen_Doppelgaenger_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170201_Martin_Schulz_hat_schon_einen_Doppelgaenger_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=36832-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170201_Martin_Schulz_hat_schon_einen_Doppelgaenger_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170201_Martin_Schulz_hat_schon_einen_Doppelgaenger_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>In der S&uuml;ddeutschen Zeitung erschien am 30. Januar ein Kommentar &ndash; schon der zweite Kommentar diese Art &ndash; von Heribert Prantl, dem ber&uuml;hmten Innenpolitik-Chef des ber&uuml;hmten &uuml;berregionalen Blattes. Siehe <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spd-schulz-hat-was-merkel-fehlt-1.3354443\">hier<\/a>. Das m&uuml;ssen Sie lesen, am besten vollst&auml;ndig, um die Dimension der Bewunderung zu erf&uuml;hlen. Hier ein Auszug:<\/p><blockquote><p>\n<strong>Schulz hat, was Merkel fehlt<\/strong><\/p>\n<p><strong>&Uuml;berschwang, Feuer, Begeisterung &ndash; das sind die Gaben des Martin Schulz. Der Kanzlerkandidat der SPD ist ein Mann mitten aus dem Leben, ein Populist im besten Sinne.<\/strong><\/p>\n<p><em><em>Kommentar von Heribert Prantl<\/em><\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Martin_Schulz\">Martin Schulz<\/a>&nbsp;ist ein Populist. Das ist nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Schulz ist ein demokratischer Populist. Er kann sich und andere schwindlig reden, wenn es um Gerechtigkeit und Europa, um die Grundwerte und die B&uuml;rgerrechte geht. Er kann sehr popul&auml;r predigen, sodass ihn die Leute verstehen und sp&uuml;ren, dass Leidenschaft in ihm&nbsp;steckt.<\/p>\n<p>Nicht das Wort Populismus ist n&auml;mlich schlecht &ndash; das Wort also, mit dem sich die sogenannten Rechtspopulisten schm&uuml;ckend tarnen und mit dem sie sich gern tarnen lassen. Schlecht ist das, was sich hinter dieser Tarnung verbirgt: Nationalismus, Ausgrenzung und Ausl&auml;nderfeindlichkeit. Es ist nicht der Populismus, der die Gesellschaft kaputt macht, sondern ein populistischer Extremismus. Einer wie Schulz ist gut geeignet, dagegen&nbsp;anzutreten.\n<\/p><\/blockquote><p>Ein wirklicher Hoffnungstr&auml;ger, der Doppelg&auml;nger Schulz. Das sieht die Vorsitzende der DL 21 &ndash; das sind die Linken innerhalb der SPD &ndash; sehr &auml;hnlich. Hilde Mattheis schreibt, schon vor der Bekanntgabe der Nominierung von Martin Schulz durch den Parteivorstand der SPD seien <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;die Zustimmungswerte f&uuml;r unsere Partei gestiegen. Im direkten Vergleich mit der Kanzlerin liegt er in den Umfragen gleich auf. Das l&auml;sst uns mit Hoffnung auf den kommenden Urnengang blicken. Auch die Presse (etwa die <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spd-er-hat-was-merkel-fehlt-1.3354443\">SZ<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/spd-kanzlerkandidat-die-kraftvolle-ansage-von-martin-schulz\/19319932.html\">Tagesspiegel<\/a> in ihrer heutigen Ausgabe) berichtet wieder positiv &uuml;ber die SPD.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>So keimt die Hoffnung auf einen Wechsel in Berlin. Wunderbar.<\/p><p>Aber dann tr&uuml;bt sich das Bild leider wieder. Der andere Schulz betritt die B&uuml;hne. Von ihm ist zu h&ouml;ren, dass er Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schr&ouml;der in eine Reihe stellt. Gerhard Schr&ouml;der, das ist der sozialdemokratische Bundeskanzler, der die Bundeswehr zum ersten Mal au&szlig;erhalb des NATO-Bereichs zum Milit&auml;reinsatz brachte &ndash; v&ouml;lkerrechtswidrig, wie er Jahre sp&auml;ter einsieht und bekennt; Schr&ouml;der, das ist jener sozialdemokratische Bundeskanzler, der sich nach Installation der Agenda 2010 dessen r&uuml;hmte, Deutschland habe den besten Niedriglohnsektor. <\/p><p>Ich hatte in meinem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36756\">Beitrag vom 25. Januar<\/a> vorgerechnet, dass Martin Schulz und mit ihm die SPD und eine neue Koalition als Alternative zu Frau Merkel nur eine Chance haben, wenn er die Menschen wieder zur&uuml;ckgewinnt, die der SPD ihre Sympathie aufgek&uuml;ndigt haben, weil sie f&uuml;r Milit&auml;reins&auml;tze gewesen ist, weil sie damit ihre eigene erfolgreiche Entspannungspolitik verraten hat und verr&auml;t, und weil sie im Auftrag der neoliberalen Ideologie die Agenda 2010 durchgeboxt hat &ndash; mit der Konsequenz, dass viele Menschen in prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse verschoben worden sind, eben in den Niedriglohnsektor.<\/p><p>Dass der Doppelg&auml;nger Schulz so viele positive Stimmen von erstaunlichen Absendern eingeheimst hat, ist schon ein St&uuml;ck weit bewundernswert. Es ist beachtlich, wie seine Ernennung in Berlin in den vergangenen Tagen inszeniert worden ist: ein volles Willy-Brandt-Haus, junge Gesichter, Aufbruchsstimmung, Jubel &ndash; das kann schon dazu verleiten, Hoffnung zu sch&ouml;pfen und mitgezogen zu werden.<\/p><p>&Uuml;brigens bleibt an dieser Stelle anzumerken, dass der Schulz-Bewunderer Heribert Prantl dem richtigen Schulz <strong>und<\/strong> dem Doppelg&auml;nger begegnet ist. Er schreibt &uuml;ber den Doppelg&auml;nger:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&Uuml;berschwang, Feuer, Begeisterung &ndash; das sind die Gaben des Martin Schulz. Der Kanzlerkandidat der SPD ist ein Mann mitten aus dem Leben, ein Populist im besten Sinne.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Aber dann begegnet er dem anderen Schulz und muss gleich zweimal den Eindruck vom Doppelg&auml;nger relativieren: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Seine erste Rede als SPD-Kanzlerkandidat und als designierter neuer SPD-Vorsitzender war nun nicht so, dass man in Begeisterung verfallen m&uuml;sste &hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Er ist zwar, das zeigt seine erste Rede nach der Nominierung, nicht gerade ein J&uuml;rgen Habermas. Aber er kann die sozialdemokratische Orgel beh&auml;nde schlagen; und er beherrscht das Registerwerk so, dass es braust. Am Sonntag war das noch kein gro&szlig;es Orgeln, es war gute&nbsp;Routine.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Na, watt nu?<\/p><p><strong>Es tut mir leid, Wasser in den Wein gie&szlig;en zu m&uuml;ssen, indem ich auf den wichtigsten Gedanken im <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36756\">Beitrag vom 25. Januar<\/a> hinweise: Angela Merkels mediale Kanonen schweigen zurzeit. Man l&auml;sst Martin Schulz, dem Doppelg&auml;nger, freien Lauf. Die Medienbarriere gegen ihn ist noch nicht installiert. Aber das wird auf Knopfdruck m&ouml;glich sein. Und dann wird Heribert Prantl von der S&uuml;ddeutschen Zeitung mit seiner Begeisterung eine einsame Stimme sein.<\/strong><\/p><p><strong>Und dann k&auml;me es darauf an, die Medienbarriere zu &uuml;berwinden und unbedeutend werden zu lassen &ndash; mithilfe von Millionen Menschen, die weitersagen, dass wir eine Alternative zu Frau Merkel brauchen und dass Martin Schulz der richtige &bdquo;Anf&uuml;hrer&ldquo; ist. Martin Schulz, der Doppelg&auml;nger hat zwar davon gesprochen, dass er dieses Land &bdquo;f&uuml;hren&ldquo; wolle, aber alleine mit der Parole &bdquo;soziale Gerechtigkeit&ldquo; geht das nicht. Da muss Butter bei die Fische, damit die notwendige Volksbewegung in Gang kommt. Mit Spr&uuml;chen alleine und mit einem hohlen &bdquo;F&uuml;hrungs&ldquo;anspruch wird das nicht gelingen, jedenfalls nicht bis zum Wahltag halten.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich am 25. 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