{"id":3691,"date":"2009-01-08T09:54:11","date_gmt":"2009-01-08T08:54:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3691"},"modified":"2014-01-23T09:54:21","modified_gmt":"2014-01-23T08:54:21","slug":"arbeitsmarkt-im-dezember","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3691","title":{"rendered":"Arbeitsmarkt im Dezember"},"content":{"rendered":"<p>Das Wichtigste aus dem <a href=\"http:\/\/www.pub.arbeitsamt.de\/hst\/services\/statistik\/000000\/html\/start\/monat\/aktuell.pdf\">Monatsbericht der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a> in K&uuml;rze mit einer Anmerkung zum Schluss. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Offene und verdeckte Arbeitslosigkeit<\/strong><\/p><ul>\n<li>Die Arbeitslosigkeit hat von November auf Dezember um 114.000 oder 3,8 Prozent auf 3.102.000 zugenommen. Der absolute und relative Anstieg war deutlich st&auml;rker als im Durchschnitt der letzten drei Jahre (+38.000 oder +0,9 Prozent).<\/li>\n<li>Die Arbeitslosenquote, auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, belief sich im Dezember auf 7,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 0,7 Prozentpunkte ab. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb gegen&uuml;ber dem Vormonat unver&auml;ndert bei 7,6 Prozent.<\/li>\n<li>Im Dezember nahmen 967.000 Personen an F&ouml;rderma&szlig;nahmen teil, die kurzfristig allein durch die Teilnahme gesamtwirtschaftlich die Arbeitslosenzahl reduzieren.<\/li>\n<li>Im Monat Dezember befanden sich 1,64 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gef&ouml;rderten arbeitsmarktpolitischen Ma&szlig;nahme. Das waren im<br>\nVergleich zum Vorjahr 3,6 Prozent mehr.<\/li>\n<li>Im Dezember waren 44.300 Personen in einer Arbeitsbeschaffungsma&szlig;nahme (ABM) besch&auml;ftigt; davon 92 Prozent im SGB II. Das waren 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.<\/li>\n<li>In sozialversicherungspflichtigen Arbeitsbeschaffungsma&szlig;nahmen und Arbeitsgelegenheiten in der Entgeltvariante waren insgesamt 64.000 Arbeitnehmer besch&auml;ftigt, 2.000 mehr als vor einem Jahr. Dar&uuml;ber hinaus wurden 193.000 abh&auml;ngige Arbeitnehmer durch besch&auml;ftigungsbegleitende Ma&szlig;nahmen gef&ouml;rdert, 33.000 mehr als vor einem Jahr.<\/li>\n<li>In Arbeitsgelegenheiten (in der Mehraufwandsvariante) waren nach vorl&auml;ufigen Angaben im November 300.000 Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger besch&auml;ftigt, 2.000 oder 1 Prozent mehr als vor einem Jahr.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung, Lohnersatzleistungen und Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger<\/strong><\/p><ul>\n<li>Die Zahl der ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig entlohnt Besch&auml;ftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im Oktober 4,86 Mio. betragen, 23.000 oder<br>\n0,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dar&uuml;ber hinaus &uuml;bten 2,32 Mio. sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte zus&auml;tzlich einen geringf&uuml;gig entlohnten Nebenjob aus, gegen&uuml;ber dem Vorjahr 148.000 oder 6,8 Prozent mehr.<\/li>\n<li>5.571.000 erwerbsf&auml;hige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II. Das waren 378.000 weniger als vor einem Jahr. Integrierte Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit liegen f&uuml;r den August vor. Danach waren 48 Prozent der Leistungsempf&auml;nger arbeitslos gemeldet. Von allen Arbeitslosen erhielten 87 Prozent Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende.<\/li>\n<li>Von den 3.102.000 Arbeitslosen im Dezember wurden 998.000 oder 32 Prozent im Rechtskreis SGB III von einer Agentur f&uuml;r Arbeit und 2.104.000 oder 68 Prozent im Rechtskreis SGB II von einem Tr&auml;ger der Grundsicherung betreut. Die Arbeitslosenzahl ist gegen&uuml;ber dem Vormonat im Rechtskreis SGB III um 93.000 oder 10 Prozent und im Rechtskreis SGB II um<br>\n21.000 oder 1 Prozent gestiegen.<\/li>\n<li>Die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger (erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige) belief sich im Jahresdurchschnitt nach einer vorl&auml;ufigen Hochrechnung auf 5.005.000 Empf&auml;nger. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 272.000 oder 5 Prozent weniger Leistungsempf&auml;nger. Die erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen lebten gemeinsam mit 1.895.000 nicht erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen in 3.572.000 Bedarfsgemeinschaften.<br>\nNicht erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige sind vor allem Kinder unter 15 Jahren (im gleitenden Jahresdurchschnitt bis August 2008: 96 Prozent).<br>\nIm Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Hilfebed&uuml;rftigen insgesamt um 341.000 oder 5 Prozent auf 6.899.000 verringert.<br>\nBezieht man die Hilfebed&uuml;rftigen auf die Wohnbev&ouml;lkerung unter 65 Jahren erh&auml;lt man die SGB-II-Hilfequote; sie bel&auml;uft sich auf 10,5 Prozent und liegt damit um 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im Juni waren 27,46 Mio. Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt, 603.000 oder 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.<\/li>\n<li>Dabei nahm die Vollzeitbesch&auml;ftigung um 373.000 oder 1,7 Prozent auf 22,44 Mio. zu, w&auml;hrend die Teilzeitbesch&auml;ftigung um 230.000 oder 4,8 Prozent auf 5,00 Mio. zulegte.<\/li>\n<li>In Westdeutschland hat die sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung in den letzten drei Jahren um 1,03 Mio oder 4,9 Prozent zugenommen. Damit wurde der letzte H&ouml;chststand des Jahres 2001 allerdings immer noch knapp um 28.000 oder 0,1 Prozent verfehlt.<\/li>\n<li>Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kr&auml;ftigen Anstieg. Von Juni 2007 bis Juni 2008 um 6,2 Prozent oder 225.000 auf 3,85 Mio erh&ouml;ht. Zum Teil beruht dieser Zuwachs auf Arbeitnehmer&uuml;berlassung, die um 61.000 oder 9,6 Prozent zugenommen hat; ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten belief sich auf 2,6 Prozent.<\/li>\n<li>Die sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten stellen mit 68,0 Prozent zwar den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Erwerbst&auml;tigen; ihre Bedeutung hat aber im Trend &uuml;ber die Jahre abgenommen: 2000 lag der Anteil noch bei 71,1 Prozent und 1994 bei 75,3 Prozent. &Uuml;ber die Jahre an Gewicht gewonnen haben vor allem Selbst&auml;ndigkeit und geringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigung.<\/li>\n<li>Bei den Minijobs gab es 2008 ein weiteres deutliches Plus. Ihre Zahl ist um 160.000 oder 7,8 Prozent auf 2,20 Mio. gestiegen. Beinahe jeder 12. oder 8,0 Prozent der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten hat einen solchen Nebenjob.<\/li>\n<li>Die Zahl der ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig entlohnt Besch&auml;ftigten blieb im Vorjahresvergleich praktisch unver&auml;ndert bei 4,88 Mio. Ihr Anteil an allen Erwerbst&auml;tigen bel&auml;uft sich auf 12,1 Prozent.<\/li>\n<li>Die Arbeitsgelegenheiten in der Mehraufwandsvariante, die als Rechtsverh&auml;ltnisse eigener Art in die Erwerbst&auml;tigenrechnung eingehen, lagen etwas unter dem Vorjahresniveau. Ihre Zahl hat sich um 10.000 auf 291.000 verringert. <\/li>\n<\/ul><p><strong>Kurzarbeit<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im November gingen Anzeigen f&uuml;r 164.000 Kurzarbeiter ein. Im Vergleich zum Vormonat war das ein Anstieg um 107.000 und im Vergleich zum Vorjahr um 125.000 angezeigte Kurzarbeiter.<br>\nRechnet man die Anzeigen der saisonal gepr&auml;gten Bau- und Landwirtschaft heraus und bildet damit den konjunkturell bedingten Arbeitsausfall ab, kommt man auf 138.000 angezeigte Kurzarbeiter; 87.000 mehr als im Vormonat und 126.000 mehr als vor einem Jahr.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Stellenangebot und Angebot an Arbeitskr&auml;ften<\/strong><\/p><ul>\n<li>Das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot hat im dritten Quartal deutlich abgenommen.<br>\nDas gemeldete Stellenangebot (einschlie&szlig;lich gef&ouml;rderter Stellen) und darunter die ungef&ouml;rderten Stellen f&uuml;r &bdquo;normale&ldquo; sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, haben im Dezember saisonbereinigt um 9.000 bzw. 11.000 abgenommen, nach jeweils -5.000 im Durchschnitt der zwei Monate zuvor.<\/li>\n<li>Nach j&uuml;ngsten Angaben des IAB lag das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im dritten Quartal 2008 bei 998.000 Stellen. Das waren 129.000 oder 11 Prozent weniger als im Vorquartal und 255.000 oder 20 Prozent weniger als vor einem Jahr.<\/li>\n<li>Das Angebot an Arbeitskr&auml;ften in Deutschland hat nach Einsch&auml;tzungen des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung jahresdurchschnittlich weiter leicht abgenommen. Nach<br>\naktuellen Berechnungen gab es gegen&uuml;ber dem Vorjahr einen R&uuml;ckgang von 76.000 auf 44,38 Mio. Der demografische Effekt minderte das Angebot in 2008 um 128.000.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Privater Konsum schwach<\/strong><\/p><ul>\n<li>Der private Konsum blieb weiter schwach, die erhoffte Belebung ist auch in diesem Jahr &ndash; trotz positiver Besch&auml;ftigungsentwicklung und steigender L&ouml;hne &ndash; ausgeblieben.<\/li>\n<\/ul><p><strong>H&ouml;he der Leistungen an Bedarfsgemeinschaften<\/strong><\/p><ul>\n<li>Eine Durchschnitts-Bedarfsgemeinschaft mit 1,9 Personen erhielt im August 2008 823 Euro an Geldleistungen aus der Grundsicherung. In diesem Betrag sind alle Leistungen der Grundsicherung zum Lebensunterhalt enthalten.<br>\nRechnet man die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge bzw. -zusch&uuml;sse und die einmaligen Leistungen heraus, erhielt eine Durchschnitts-Bedarfsgemeinschaft 662 Euro ausgezahlt. Dabei variieren die Leistungen deutlich nach Gr&ouml;&szlig;e und Typ der Bedarfsgemeinschaft und reichen von durchschnittlich 693 Euro f&uuml;r eine Bedarfsgemeinschaft mit einer Person bis zu 1.346 f&uuml;r eine Bedarfsgemeinschaft mit 5 oder mehr Personen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Anmerkung:<\/strong><\/p><p>Olaf Scholz zeigte sich am Mittwoch besorgt. &bdquo;Die Auswirkungen der weltweiten Konjunkturkrise sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt angekommen&ldquo;, sagte er.<br>\nAls die Arbeitslosenzahlen ein wenig zur&uuml;ckgingen, lag das offenbar nicht an der Konjunktur, sondern die Vertreter der Bundesregierung haben dies als Erfolg ihrer Reformpolitik erkl&auml;rt. Jetzt, da die Arbeitslosigkeit wieder ansteigt, liegt die Ursache f&uuml;r die Politik ausschlie&szlig;lich an der Konjunktur.<br>\nH&auml;tte man diese Ursachenanalyse schon fr&uuml;her gehabt, dann h&auml;tte man, statt den gr&ouml;&szlig;ten Teil der politischen Energie auf die Arbeitsmarkt-&bdquo;Reformen&ldquo; der Agendapolitik zu lenken, sich besser auf eine vern&uuml;nftige Konjunkturpolitik konzentriert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wichtigste aus dem <a href=\"http:\/\/www.pub.arbeitsamt.de\/hst\/services\/statistik\/000000\/html\/start\/monat\/aktuell.pdf\">Monatsbericht der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a> in K&uuml;rze mit einer Anmerkung zum Schluss. 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