{"id":3693,"date":"2009-01-09T09:23:15","date_gmt":"2009-01-09T08:23:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3693"},"modified":"2009-01-09T09:37:02","modified_gmt":"2009-01-09T08:37:02","slug":"hinweise-des-tages-806","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3693","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>DGB: Mit Mindestl&ouml;hnen gegen drohendes Lohndumping<\/li>\n<li>Azubi-Geh&auml;lter 2008 real gesunken &ndash; Auszubildende bekommen im Schnitt 642 Euro brutto<\/li>\n<li>Commerzbank wird teilverstaatlicht<\/li>\n<li>Finanzbranche fordert rettende &bdquo;Bad Bank&ldquo; <\/li>\n<li>Mit einem Mix aus gesetzlichen Vorgaben und Engagement staatlicher Banken k&ouml;nnte die aktuelle Kreditkrise &uuml;berwunden werden<\/li>\n<li>ver.di: Arbeitnehmerinteressen offensiv vertreten &ndash;   f&uuml;r eine sozial gerechte Politik mobilisieren <\/li>\n<li>Peter Ehrlich: Schuldenfrei in die Katastrophe<\/li>\n<li>Deutsche Ausfuhren im November 2008: &ndash; 11,8% zum November 2007<\/li>\n<li>Arbeitslosenversicherung &ndash; Gewerkschaften warnen vor Engpass<\/li>\n<li>Antwort der Bundesregierung: Auswirkungen der von der privaten Versicherungswirtschaft angenommenen (h&ouml;heren) Lebenserwartungen auf die Rendite von Riester-Renten <\/li>\n<li>Pensionskassen mit Rekordverlusten<\/li>\n<li>H&ouml;rger&auml;te im Bestechungssumpf<\/li>\n<li>Eine Wachstumsstrategie f&uuml;r Deutschland<\/li>\n<li>Das traute man bisher nur Herrn Ackermann zu<\/li>\n<li>BayernLB &ndash; Pension unter Palmen <\/li>\n<li>Lobbyismus<\/li>\n<li>Studie: Krankenkassen k&ouml;nnten Milliarden einsparen<\/li>\n<li>Hessische Verh&auml;ltnisse<\/li>\n<li>Obama warnt vor jahrelanger Krise<\/li>\n<li>Sarkozys Pl&auml;ne zur Justizreform<\/li>\n<li>Studiengeb&uuml;hren-Stopp in &Ouml;sterreich<\/li>\n<li>Zu guter letzt: Da schaut er, der Kauter<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3693&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>&ldquo;Mit Mindestl&ouml;hnen gegen drohendes Lohndumping&rdquo;.<\/strong><br>\nDGB &ldquo;klartext&rdquo; Nr. 1\/2009 vom 8. Januar 2009\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Unterst&uuml;tzenswert!! Angesichts der einbrechenden Auftragslage und des zu erwartenden noch gr&ouml;&szlig;eren Drucks auf die Arbeitnehmer und ihre L&ouml;hne w&auml;re es noch wichtiger, beim Mindestlohn weiter zu kommen. <\/em><\/p>\n<p><strong>Ein Schutzschirm f&uuml;r die Schw&auml;chsten<\/strong><br>\nDer Abschwung trifft Leiharbeiter am h&auml;rtesten. Besch&auml;ftigungspakte sind hier nicht m&ouml;glich &ndash; aber die Politik kann auf andere Art helfen.<\/p>\n<p>Die j&uuml;ngste Entwicklung der Leiharbeit l&auml;sst sich mit der Formel &ldquo;Wie gewonnen, so zerronnen&rdquo; beschreiben. Nach der steilen Karriere, ausgel&ouml;st durch Deregulierungen im Zuge der Hartz-Gesetze, droht dieser Besch&auml;ftigungsform nun ein ebenso j&auml;her Absturz. Der Einbruch der Nachfrage im produzierenden Gewerbe trifft Leiharbeiter mit voller Wucht. Konjunkturellen Abschw&uuml;ngen sind sie wesentlich ungesch&uuml;tzter ausgesetzt als die Kernbelegschaften. Schonungslos legt die aufziehende Arbeitsmarktkrise blo&szlig;, welche besonderen Risiken Leiharbeiter tragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Hartmut-Seifert-Ein-Schutzschirm-f%FCr-die-Schw%E4chsten\/458412.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Azubi-Geh&auml;lter 2008 real gesunken &ndash; Auszubildende bekommen im Schnitt 642 Euro brutto<\/strong><br>\nDer Anstieg der tariflichen Verg&uuml;tung von Auszubildenden lag im vergangenen Jahr unterhalb der Inflationsrate. Wie das Bundesinstitut f&uuml;r Berufsbildung (BIBB) am 8. Januar bekannt gab, bekamen die Azubis 2008 durchschnittlich 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Preise sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im gleichen Zeitraum um 2,6 Prozent angestiegen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zwd.info\/index.php?cat=5&amp;group_id=102100001&amp;id=8015&amp;content_id=74\">ZWD<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/090109%20Hinweise%20PDF%20DGB%20Klartext.pdf\">mindestlohn.de [PDF &ndash; 124 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Commerzbank wird teilverstaatlicht<\/strong><br>\nDer Donnerstag brachte dramatische Ver&auml;nderungen f&uuml;r die Commerzbank. Ger&uuml;chte &uuml;ber weitere staatliche Milliarden-Hilfen lie&szlig;en die Aktie auf ein Rekordtief st&uuml;rzen. Dann wurde der Einstieg des Bundes gemeldet. (&hellip;)\n<p>Der Bank flie&szlig;en damit weitere zehn Milliarden Euro an Eigenkapital zu, um die &Uuml;bernahme der Dresdner Bank aus den H&auml;nden der Allianz sowie daraus entstehende weitere Belastungen zu finanzieren. (&hellip;)<\/p>\n<p>Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte die Commerzbank aus dem knapp 500 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds SoFFin 8,2 Milliarden Euro Eigenkapitalhilfe erhalten. Mit somit insgesamt 18,2 Milliarden Euro wolle sich das Geldinstitut gegen alle Risiken absichern, die durch die rund f&uuml;nf Milliarden Euro teure &Uuml;bernahme der Dresdner Bank drohen, hatte die &ldquo;Financial Times Deutschland&rdquo; vorab berichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/boerse.ard.de\/content.jsp?key=dokument_328990\">ARD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man fragt sich als Steuerzahler, warum die Commerzbank die Dresdner von der Allianz &bdquo;abkaufen&ldquo; will, daf&uuml;r noch einen Preis an die Allianz bezahlen soll, und daf&uuml;r erst noch einmal Milliarden an Kapital (als nicht nur Kreditb&uuml;rgschaften) f&uuml;r die Dresdner vom Staat abverlangt. Sind die angeblich 1,45 Milliarden Euro, die die Allianz beisteuern soll, nicht viel zu niedrig?<\/em><\/p>\n<p>Ist der Bund oder irgendwer sonst bereit zu erl&auml;utern, welche Konsequenzen es h&auml;tte, wenn diese Kapitalhilfe nicht gew&auml;hrt w&uuml;rde? <\/p>\n<p>Wenn der Bund schon mit 25 Prozent bei der Commerzbank werden soll, warum dann nur als &bdquo;stille Einlage&ldquo;, womit man in der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung nichts zu sagen hat?<\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch die Pflichtver&ouml;ffentlichung:<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kurse.focus.de\/news\/DGAP-Adhoc-SoFFin-Allianz-und_id_news_93713875.html\">Commerzbank AG<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Finanzbranche fordert rettende &ldquo;Bad Bank&rdquo;<\/strong><br>\nDrastische Worte des Bankenverbands &uuml;ber die eigene Branche: Politik und Wirtschaft sollen eine so genannte Bad Bank gr&uuml;nden, die faule Wertpapiere der Geldh&auml;user &uuml;bernimmt &ndash; sonst d&uuml;rfte sich Deutschlands Finanzindustrie kaum erholen.\n<p>Frankfurt am Main\/D&uuml;sseldorf\/Berlin &ndash; Die deutsche Finanzwirtschaft fordert Anpassungen beim Rettungsfonds f&uuml;r die Branche. Dringend n&ouml;tig sei eine sogenannte Bad Bank, die faule Wertpapiere aus den Bankbilanzen &uuml;bernehmen und bis zur F&auml;lligkeit halten k&ouml;nnte, sagte der Vize-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Bundesverbands deutscher Banken, Hans-Joachim Massenberg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-600122,00.html\">SpiegelOnline<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Mit einem Mix aus gesetzlichen Vorgaben und Engagement staatlicher Banken k&ouml;nnte die aktuelle Kreditkrise &uuml;berwunden werden<\/strong><br>\nEin L&ouml;sungsansatz w&auml;re ein st&auml;rkeres Engagement der staatlichen Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW). Sie k&ouml;nnte im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten bei der Kreditvergabe an die Stelle der Gesch&auml;ftsbanken treten. Die Refinanzierung k&ouml;nnte dabei &uuml;ber &ouml;ffentliche Anleihen erfolgen, die derzeit nur drei Prozent Zinsen kosten.\n<p>Die Gesch&auml;ftsbanken k&ouml;nnten per Gesetz zu einer verbindlichen Mindestwachstumsrate des Kreditgesch&auml;ftes und zu einer Zinsobergrenze verpflichtet werden, die sich am EZB-Leitzins orientiert. Dabei kann nach Branchen und Verwendungszweck unterschieden werden. In diese Richtung geht beispielsweise die Absichtserkl&auml;rung des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten, der die Kreditpolitik der Banken von einem Arbeitsstab &uuml;berwachen l&auml;sst.<\/p>\n<p>Auch die EZB selbst k&ouml;nnte direkt eingreifen und die Kreditversorgung derjenigen privaten Unternehmen sicherstellen, die von den Privatbanken nicht angemessen versorgt werden, entweder indem sie Schuldscheine der Unternehmen rediskontiert oder direkt Darlehen an sie vergibt &ndash; wie aktuell die US-Zentralbank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/01-08\/018.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>ver.di: Arbeitnehmerinteressen offensiv vertreten &ndash;   f&uuml;r eine sozial gerechte Politik mobilisieren <\/strong><br>\nRedebausteine f&uuml;r Betriebs- und Personalversammlungen<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090109%20Datei%20zu%20Arbeitnehmerinteressen%20offensiv.pdf\">ver.di [PDF &ndash; 80 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Peter Ehrlich: Schuldenfrei in die Katastrophe<\/strong><br>\nStellen wir uns einmal vor, John Maynard Keynes h&auml;tte nie gelebt. Es h&auml;tte keinen New Deal in den USA der 30er-Jahre gegeben und nie ein staatliches Konjunkturprogramm. Stattdessen hie&szlig;en die f&uuml;hrenden Wirtschaftstheoretiker Steffen Kampeter, G&uuml;nther Oettinger und Philipp Mi&szlig;felder. Die drei von der CDU w&uuml;rden daf&uuml;r sorgen, dass nach 2007 und 2008 auch in den Jahren 2009 und 2010 kein gesamtstaatliches Defizit entst&uuml;nde. Durch die Krise, w&uuml;rden sie argumentieren, m&uuml;ssen wir eben durch. Daf&uuml;r hinterlassen wir aber den n&auml;chsten Generationen auch keine Schulden, die sie m&uuml;hsam abtragen m&uuml;ssen. Tats&auml;chlich w&uuml;rden kommende Generationen eine solche Politik sp&auml;ter nicht loben, sondern verfluchen. Denn die Kinder w&uuml;rden in einem Land mit f&uuml;nf oder sechs Millionen Arbeitslosen, kalten Wohnungen und Kohlsuppe statt McDonald&rsquo;s aufwachsen. &Uuml;bertrieben? Spielen wir doch einmal durch, was w&auml;re, wenn es wie von Teilen der CDU gefordert ein absolutes Schuldenverbot f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte geben w&uuml;rde. 2009 d&uuml;rften Bund und L&auml;nder nicht nur keine Konjunkturpakete auflegen. Sie w&auml;ren sogar verpflichtet, nach jeder neuen Steuersch&auml;tzung die erwarteten Einnahmeausf&auml;lle durch Einsparungen zu kompensieren. Wo aber sollten sie in einem Jahr 25 Mrd. Euro k&uuml;rzen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Peter-Ehrlich-Schuldenfrei-in-die-Katastrophe\/458133.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nicht teilen kann ich die Meinung von Peter Ehrlich, dass die Bundesregierung mit ihrer Politik die Konjunktur &bdquo;gewaltig&ldquo; unterst&uuml;tze. Und nicht teilen kann ich sein Verst&auml;ndnis f&uuml;r die angebliche Generationengerechtigkeit. Hauke F&uuml;rstenwerth schrieb uns dazu: &bdquo;Mit den umfangreichen staatlichen Rettungsma&szlig;nahmen werden die Schulden auf den Steuerzahler abgew&auml;lzt. Der Staat hat das Geld nicht, er muss es am Kapitalmarkt bei den Gewinnern der Finanzspekulation gegen Zahlung von Zinsen aufnehmen. Zins und Tilgung f&uuml;r die Rettungspakete m&uuml;ssen aus Steuereinnahmen bedient werden. Diese Zahlungen werden von der gegenw&auml;rtigen Generation von Steuerzahlern an die gegenw&auml;rtige Generation der Kreditgeber get&auml;tigt. Die Zahlenden werden ihre Verpflichtungen an ihre Kinder weitergeben, genauso wie die Zahlungsempf&auml;nger ihre dadurch steigenden Guthaben an ihre Kinder vererben werden. Die durch die Staatsverschuldung verursachte Umverteilung von unten nach oben findet hier und heute, innerhalb der jetzigen Generation statt.<\/em><\/p>\n<p>Wird die Staatsverschuldung weiter gesteigert, so wird dieses Problem in versch&auml;rfter Form an die n&auml;chste Generation weitergegeben. Die Frage, wer f&uuml;r die Staatsschulden aufkommen muss, wird allein durch die aktuellen Steuergesetze beantwortet.<\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche Ausfuhren im November 2008: &ndash; 11,8% zum November 2007<\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorl&auml;ufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im November 2008 von Deutschland Waren im Wert von 77,1 Milliarden Euro ausgef&uuml;hrt und Waren im Wert von 67,4 Milliarden Euro eingef&uuml;hrt. Die deutschen Ausfuhren waren damit im November 2008 um 11,8% und die Einfuhren um 0,9% niedriger als im November 2007. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Ausfuhren gegen&uuml;ber Oktober 2008 um 10,6% und die Einfuhren um 5,6% ab.\n<p>Die Au&szlig;enhandelsbilanz schloss im November 2008 mit einem &Uuml;berschuss von 9,7 Milliarden Euro ab. Im November 2007 hatte der Saldo in der Au&szlig;enhandelsbilanz 19,4 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag im November 2008 der Au&szlig;enhandelsbilanz&uuml;berschuss bei 10,7 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/01\/PD09__006__51,templateId=renderPrint.psml\">destatis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Glaubt man wirklich, dass man diese Einbr&uuml;che, durch eine &bdquo;St&auml;rkung der Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; ausgleichen k&ouml;nnte? Gibt es wirklich noch eine Alternative zur St&auml;rkung der Binnennachfrage um einen Absturz zu verhindern?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Arbeitslosenversicherung &ndash; Gewerkschaften warnen vor Engpass<\/strong><br>\nPl&auml;ne von Sozialminister Olaf Scholz, den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung dauerhaft bei 2,8 Prozent zu belassen, sto&szlig;en beim Deutschen Gewerkschaftsbund auf Kritik. &ldquo;Das verst&auml;rkt die hohen Risiken f&uuml;r die Arbeitslosenversicherung&rdquo;, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Frankfurter Rundschau. &ldquo;Es ist v&ouml;llig unklar, wie man den Beitragssatz in der jetzigen Konjunkturkrise auch nach 2010 festschreiben kann, ohne dass dies zu Leistungseinschnitten f&uuml;r Arbeitslose und bei der aktiven F&ouml;rderung f&uuml;hrt.&rdquo; Scholz will den zu Jahresbeginn gesenkten Beitrag auch &uuml;ber die bisher vorgesehene Befristung (Juni 2010) hinaus auf 2,8 Prozent fixieren. Die Betriebe br&auml;uchten eine gesetzliche &ldquo;Garantie&rdquo;, dass ihre Belastungen nicht erh&ouml;ht w&uuml;rden. Buntenbach gab zu bedenken, die derzeitigen &Uuml;bersch&uuml;sse der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit w&uuml;rden bald &ldquo;wie Schnee in der Sonne schmelzen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1655916&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">Frankfurter Rundschau<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Bislang habe die BA f&uuml;r 2009 Ausgaben von 300 Millionen Euro f&uuml;r Kurzarbeit eingeplant. &ldquo;Das wird ganz sicher nicht reichen&rdquo;, glaubt Weise. Wenn sich die Entwicklung auf diese Weise fortsetze, k&ouml;nne die BA eine Milliarde Euro daf&uuml;r ben&ouml;tigen.<\/em><\/p>\n<p>Und was ist, so m&ouml;chte man Scholz fragen, mit einer &bdquo;gesetzlichen Garantie&ldquo;, dass die Belastungen der Arbeitslosen nicht erh&ouml;ht werden. Es ist in der Geschichte der Sozialdemokratie wohl noch nicht auf vorgekommen, dass ein (sozialdemokratischer) &bdquo;Arbeitsminister&ldquo; Garantien zugunsten der Wirtschaft und auf zulasten des inzwischen ganz konkreten Risikos der Arbeitslosigkeit f&uuml;r Arbeitnehmer gesetzlich garantieren will. Das hatten noch nicht einmal die Union und die FDP gefordert. Und diese Forderung ist auch unsinnig, selbst wenn es der SPD gelingen sollte, die Defizite der Bundesagentur mit Steuergeldern auszugleichen. Scholz folgt blind dem Arbeitgeber-Mythos der angeblich zu hohen &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo;.<\/p><\/li>\n<li><strong>Antwort der Bundesregierung: Auswirkungen der von der privaten Versicherungswirtschaft angenommenen (h&ouml;heren) Lebenserwartungen auf die Rendite von Riester-Renten <\/strong><br>\nDie Annahme einer h&ouml;heren Lebenserwartung f&uuml;hrt in kapitalgedeckten Systemen unmittelbar zu h&ouml;heren Pr&auml;mien, weil mit ihnen ein Kapitalstock aufzubauen ist, aus dem die Rentenzahlungen &uuml;ber die gesamte Laufzeit hinweg finanziert werden m&uuml;ssen (&hellip;)\n<p>Die Bundesregierung h&auml;lt an ihrer in der Bundestagsdrucksache 16\/10988 (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage, Bundestagsdrucksache 16\/10740) getroffenen Aussage fest, dass bei Riester-Vertr&auml;gen immer ein positives Sparergebnis sichergestellt ist, denn zu Beginn der Auszahlungsphase muss mindestens die Summe der Beitr&auml;ge (Eigenbeitr&auml;ge und Zulagen) zur Verf&uuml;gung stehen. Bei gef&ouml;rderten Vertr&auml;gen ist die Summe der Beitr&auml;ge stets gr&ouml;&szlig;er als die Summe der Eigenbeitr&auml;ge (&hellip;)<\/p>\n<p>Das Sparergebnis im Sinne der Antwort auf die Frage 11 beruht auf der Gegen&uuml;berstellung von (nominalen) Beitragssummen. Eine Inflationsentwicklung ist nicht Bestandteil dieser Betrachtung (&hellip;)<\/p>\n<p>Die Besteuerung ist nicht Bestandteil dieser Betrachtung.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090109%20Hinweise%20Antwort%20Rendite%20von%20Riester-Renten%2016-11363.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 56 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese (knappe) Antwort der Bundesregierung sollten Sie lesen. Sie ist nichts sagend und weicht allen Antworten auf die konkreten Fragen aus.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Pensionskassen mit Rekordverlusten<\/strong><br>\nDie Finanzkrise hat bei den Schweizer Pensionskassen 2008 f&uuml;r herbe Verluste gesorgt. 70 bis 90 Milliarden Franken an Vorsorgegeldern d&uuml;rften durch den B&ouml;rsen-Crash verloren gegangen sein. Der Pensionskassenberater Graziano Lusenti geht davon aus, dass rund 80% der 2700 Schweizer Vorsorgewerke im vergangenen Jahr Verluste von zwischen &ndash;10% und &ndash;20% erlitten haben. Es gebe aber einige &laquo;Ausreisser&raquo; mit einer noch schlechteren Entwicklung. Derzeit d&uuml;rfte sich rund die H&auml;lfte der Pensionskassen in Unterdeckung befinden. Dies bedeutet, dass die Pensionsverpflichtungen nicht zu 100% durch Verm&ouml;genswerte gedeckt sind. Es ist davon auszugehen, dass bei einigen Vorsorgeeinrichtungen sogar eine &laquo;erhebliche&raquo; Unterdeckung &ndash; also ein Deckungsgrad von 90% oder weniger &ndash; besteht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/boersen_und_maerkte\/pensionskassen_mit_rekordverlusten_1.1667928.html?printview=true\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>H&ouml;rger&auml;te im Bestechungssumpf<\/strong><br>\nGibst du mir Geld, gebe ich dir Patienten &ndash; nach diesem Motto schanzen sich &Auml;rzte und H&ouml;rger&auml;tehersteller Kunden zu. Der Schaden geht in die Millionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel_dienstleister\/:Korruptionsmentalit%E4t-bei-Medizinern-H%F6rger%E4te-im-Bestechungssumpf\/458163.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Dieses Problem gibt es auch im Bereich Orthop&auml;die; letztes Jahr wurde dar&uuml;ber berichtet. Und warum sollte es in anderen Bereichen nicht anders sein&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Eine Wachstumsstrategie f&uuml;r Deutschland<\/strong><br>\nAngesichts von Finanzmarktkrise und Rezession braucht Deutschland mehr denn je eine kluge Wachstumsstrategie. Um die Wirtschaft nachhaltig wieder in Fahrt zu bringen, m&uuml;ssen nicht nur die Binnennachfrage, sondern auch die Angebotskapazit&auml;ten gest&auml;rkt werden. Dazu dient am besten ein Programm, wie es im Zukunftsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung entwickelt wurde:\n<p>Es verbindet Investitionen in Infrastruktur, Energieeinsparung sowie die F&ouml;rderung kleinerer und mittlerer Unternehmen mit einem breiten Qualifizierungsprogramm, das sich vor allem auf die bisher vom Bildungssystem benachteiligten Gruppen unserer Gesellschaft konzentriert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/05926.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 120 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir teilen zwar nicht die Auffassung der Autoren, dass die Finanzkrise allein urs&auml;chlich f&uuml;r die Rezession ist. Ein Konjunkturabschwung war schon lange vorher erkennbar. Auch sind wir nicht der Meinung, dass die &bdquo;Politik die Gefahr erkannt&ldquo; habe und der &bdquo;Schutzschirm f&uuml;r Arbeitspl&auml;tze&ldquo; ein Erfolg versprechendes und ausreichendes Konzept war. Diese Annahme hat sich schon damit widerlegt, dass die Bundesregierung nun schon selbst nachzubessern versucht. Aber: F&uuml;r Interessierte ein anregender Diskussionsbeitrag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das traute man bisher nur Herrn Ackermann zu<\/strong><br>\nOhne den Abgeordneten Thomas B&ouml;wer w&uuml;sste man nicht, dass die Landesbank HSH Nordbank Steueroasen f&ouml;rdert. Nun zahlt sie auch noch Dividenden an unbekannte Teilhaber. Dabei steht sie unter dem staatlichen Bankenschirm<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F01%2F09%2Fa0063&amp;cHash=650737d6b9&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>BayernLB &ndash; Pension unter Palmen <\/strong><br>\nGehalt wie in der freien Wirtschaft, Privilegien wie Beamte: Die Landesbank sicherte ihre Manager so gut ab, dass sie nun noch Jahre Geld bekommen &ndash; f&uuml;r nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/853\/453543\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><strong>Energielobby<\/strong><br>\nAndreas Renner (CDU) ist zum neuen EU-Cheflobbyisten des deutsch-franz&ouml;sischen Energiekonzerns EnBW ernannt worden. Der fr&uuml;here baden-w&uuml;rttembergische Sozialminister war bei dem Energieversorger zuletzt Bereichsleiter f&uuml;r die Gesch&auml;ftssparte erneuerbare Energien. Vom 1. M&auml;rz an soll er in Br&uuml;ssel den europ&auml;ischen Gesetzgebungsprozess beobachten und an EnBW-Chef Hans-Peter Villis berichten, hei&szlig;t es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/print\/Finanzen\/Energielobby\">Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Lobbyisten in Bundesministerien<\/strong><br>\nVolker Beck, B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, Bundestagsabgeordneter: \n<blockquote><p>Im Oktober 2006 habe ich nachgefragt, was ist mit externen Mitarbeitern bei der Bundesregierung. Damals hat man mir gesagt: Erstens, es gibt keine. Zweitens, wenn es welche geben sollte, werden die von der Bundesregierung bezahlt. Beides ist nachgewiesenerma&szlig;en falsch. Dann hat man zugegeben zun&auml;chst 30, dann 100 Mitarbeiter bei der Bundesregierung. Jetzt sind wir bei aufsummiert ungef&auml;hr 300. Hier wird das Parlament nur auf Raten informiert und zun&auml;chst falsch. Das ist ein ziemlicher Skandal. Und wir m&uuml;ssen dieses Thema jetzt endg&uuml;ltig aufarbeiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass der Staat f&uuml;r die Erledigung von Gesetzes- und Kontrollaufgaben hundertfach auf externe Mitarbeiter zur&uuml;ckgreift, die von Privatunternehmen weiterbezahlt werden, h&auml;lt der Bundesrechnungshof f&uuml;r mehr als bedenklich.<\/p>\n<p>Zitat aus dem Bericht: <\/p>\n<blockquote><p>Diese Abh&auml;ngigkeit l&auml;sst bef&uuml;rchten, dass Interessenkonflikte oder zumindest in der Au&szlig;enwahrnehmung der &lsquo;b&ouml;se Schein&rsquo; fehlender Neutralit&auml;t entstehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/\/sendungen\/2008\/0403\/lobbyisten.php5\">WDR-monitor<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> F&uuml;r NDS-Leser nicht neu, aber trotzdem immer wieder lesenswert<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Studie: Krankenkassen k&ouml;nnten Milliarden einsparen<\/strong><br>\nDie gesetzlichen Krankenkassen haben einer Studie zufolge Einsparpotenziale in Milliardenh&ouml;he. Bei den gr&ouml;&szlig;ten Ausgabenposten &ndash; der ambulanten und station&auml;ren Versorgung und den Arzneimitteln &ndash; k&ouml;nnten die Kassen j&auml;hrlich 5,6 bis 9,8 Milliarden Euro einsparen, hei&szlig;t es in einer Studie, die Forscher des Rheinisch-Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (RWI) und der Universit&auml;t Duisburg-Essen im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erarbeiteten und am Donnerstag vorstellten. Dazu m&uuml;ssten sich die Ausgaben bundesweit an den Bundesl&auml;ndern mit besonders wirkungsvollem Mitteleinsatz ausrichten, so die Gesundheits&ouml;konomen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Gesundheitsfonds-Gesundheitssystem;art122,2700619?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/Presse\/Pressemeldungen\/Pressemeldungen\/Krankenkassen-Beitrag_kann_bis_zu_1_Prozentpunkt_sinken.html;jsessionid=2952D175728A73A78243664DF884B057%20\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Im Tagesspiegel nat&uuml;rlich kaum ein Wort dar&uuml;ber, wer oder was die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist. Zur Erinnerung: <\/em><\/p>\n<blockquote><p>Finanziert wird ihre Arbeit durch die Arbeitgeberverb&auml;nde der Metall- und Elektro-Industrie. Die INSM verf&uuml;gt &uuml;ber einen Jahresetat von rund 8,32 Mio. Euro j&auml;hrlich, nach Abzug von Steuern. Wissenschaftlich begleitet wird die INSM vom Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln (IW).<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle 3: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/Die_INSM.html;jsessionid=2952D175728A73A78243664DF884B057#p56505\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Keine Kontrolle kirchlicher Rechtsakte durch staatliche Gerichte<\/strong><br>\nInnerkirchliche Personalentscheidungen k&ouml;nnen von staatlichen Gerichten nicht auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit &uuml;berpr&uuml;ft werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht in einem am Donnerstag (8. Januar) ver&ouml;ffentlichten Grundsatzbeschluss entschieden. Die &ldquo;Unabh&auml;ngigkeit der kirchlichen Gewalt&rdquo; w&uuml;rde geschm&auml;lert, wenn der Staat seinen Gerichten das Recht einr&auml;umen w&uuml;rde, innerkirchliche Rechtsakte auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz zu pr&uuml;fen, hie&szlig; es zur Begr&uuml;ndung.<br>\n(AZ: 2 BvR 717\/08 &ndash; Beschluss vom 9. Dezember 2008)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ngo-online.de\/ganze_nachricht.php?Nr=19117\">NGO Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Die Kirche als arbeitsrechtsfreier Raum<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe kritisch auch der Marburger Bund: <\/em><\/p>\n<p>Die Schlussfolgerungen der heute vorgelegten Studie sind Gesundheitspolitik auf Stammtischniveau, ohne die Konsequenzen zu bedenken&ldquo;, sagte der Vorsitzende des MB, Rudolf Henke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerzteblatt.de\/v4\/news\/news.asp?id=34970\">Deutsches &Auml;rzteblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Klaus Staeck: Gewissensbisse<\/strong><br>\nDass gerade die Landtagswahl in Hessen den Auftakt zum diesj&auml;hrigen Abstimmungsmarathon bildet, erinnert aber unweigerlich daran, wie nach bestem Wissen und Gewissen einiger weniger selbstverst&auml;ndliche demokratische Spielregeln und innerparteiliche Entscheidungsprozesse ausgehebelt worden sind. Vom behaupteten Wortbruch der Frau Ypsilanti, aber auch genauso vom Verhalten der SPD-Abweichler profitiert am 18. Januar der wortbrucherfahrene Herr Koch. Das Prinzip Demokratie und Solidarit&auml;t ist ebenso auf der Strecke geblieben wie die Glaubw&uuml;rdigkeit der Volksvertreter und der Medien. Man kann den Strategiewechsel von Frau Ypsilanti nach der Wahl im Fr&uuml;hjahr f&uuml;r falsch oder verwerflich halten. Dass sie ihn aber der Parteibasis und ihren Fraktionskollegen im Machtrausch aufgezwungen h&auml;tte, l&auml;sst sich nun wirklich nicht behaupten. Mehrere Monate warb sie f&uuml;r den Weg der SPD zur&uuml;ck zur Regierungsverantwortung und fand daf&uuml;r in eigenen Reihen schlie&szlig;lich die erforderliche R&uuml;ckendeckung. Auch drei der sp&auml;teren Verweigerer signalisierten der Landesvorsitzenden lange Zeit ihre Unterst&uuml;tzung, beteiligten sich sogar aktiv an der Ausarbeitung des Koalitionsvertrages. Bis sie urpl&ouml;tzlich das reine Gewissen f&uuml;r sich und die Medien entdeckten. Auf einmal wogen die Stimmen der klaren Mehrheiten nichts mehr, die Stimmen und Stimmungen der Minderheit alles. Liberale wie konservative Bl&auml;tter stilisierten die &ldquo;fantastischen Vier&rdquo; unisono zu Helden, die sich dem &ldquo;Kollektivzwang&rdquo; mutig widersetzt und eine Lanze f&uuml;r die Meinungsfreiheit gebrochen h&auml;tten. Die Minderheitsmeinung war auf einmal wichtiger als die Mehrheitsmeinung, und niemand wunderte sich &uuml;ber die Verdrehung der Fakten und Begriffe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1655907&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/&amp;em_ivw=fr_kommentar\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach dem ARD Deutschlandtrend droht der Linken ein Scheitern an der 5%-Klausel, sie hatte allerdings auch bei der letzten Wahl auch nur 5,1%.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>VdK-Chef Walter Ofer verl&auml;sst nach 25 Jahren die SPD<\/strong><br>\nWalter Ofer, der Kreisvorsitzende des Sozialverbands VdK, der in Frankfurt am Main 12.500 Mitglieder hat, tritt in die Partei DIE LINKE ein. &ldquo;Hier finde ich mich mit meinen Vorstellungen einer sozialen Gesellschaft wieder&ldquo;, begr&uuml;ndet Ofer seinen Schritt. Die SPD, in der er 25 Jahre lang Mitglied war, habe sich schon lange von ihren urspr&uuml;nglichen Werten verabschiedet. In Zeiten wie diesen, wo Minijobs und Niedriglohnarbeit herhalten m&uuml;ssten, um die Arbeitslosen- zahlen zu senken, wo das Rentenalter auf 67 erh&ouml;ht werde und Renten weiter gek&uuml;rzt w&uuml;rden sei es zwingend n&ouml;tig, gegenzuhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkszeitung.de\/content\/view\/170527\/1\/\">Linkszeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Die Medien biegen sich alles zurecht, wie sie es brauchen&laquo;<\/strong><br>\nEin Gespr&auml;ch mit Ursula Schumm-Garling, Soziologieprofessorin und Mitglied des Beirates der Partei Die Linke in Hessen\n<blockquote><p>In Hessen hat sich die Partei erst vor etwa anderthalb Jahren gegr&uuml;ndet und setzt sich aus sehr verschiedenen Str&ouml;mungen zusammen. Es w&auml;re geradezu unverst&auml;ndlich, wenn es keine Konflikte g&auml;be. Pit Metz beschreibt im Interview in der Frankfurter Rundschau, er habe sich pers&ouml;nlich nicht geachtet gef&uuml;hlt, seine politischen Optionen habe er nicht durchsetzen k&ouml;nnen &ndash; seinen Austritt kann ich insofern nachvollziehen. Den Zeitpunkt, direkt vor der Wahl, finde ich allerdings ungl&uuml;cklich. Merkw&uuml;rdig ist weiterhin, wie die Presse auf diesen Konflikt eingeht: Pit Metz kommt aus der DKP und ist bekennender Kommunist. Nun m&uuml;sste die Frankfurter Rundschau ja eigentlich schreiben: Aus der Partei Die Linke treten jetzt die Kommunisten aus &ndash; das tut sie aber nicht! Die Medien biegen sich alles so zurecht, wie sie es brauchen, um negativ &uuml;ber Die Linke vor der Wahl zu berichten. In Nordhessen sind zwar Mitglieder ausgetreten, aber zugleich auch viele eingetreten. Der Zeitpunkt, mit Pauken und Trompeten vor der Wahl auszutreten, zeigt, dass es keine politische Richtungsentscheidung ist. Ein politisch denkender Mensch w&uuml;rde eine solche Auseinandersetzung nach der Wahl f&uuml;hren. Es geht wohl um pers&ouml;nliche Belange, Karriereinteressen oder &auml;hnliches.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/01-09\/031.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach dem j&uuml;ngsten ARD-Deutschlandtrend kommt die CDU in der W&auml;hlerstimmung auf 42,0% das sind 5,2% mehr als bei der Wahl im letzten Jahr, aber immer noch 7% weniger als bei der Wahl zuvor. Die SPD kommt danach auf 24,0% das sind fast 13% weniger als bei der letzten Wahl. Interessent ist, dass Koch mit 48% f&uuml;r einen Amtsinhaber ziemlich schlecht abschneidet und der v&ouml;llig unbekannt Sch&auml;fer-G&uuml;mpel mit 36% &uuml;berraschend stark. 68 Prozent meinen die hessische SPD sei nicht mehr glaubw&uuml;rdig. Aber 67 % meinen dass wirklich &uuml;berzeugende Alternativen nicht zur Wahl st&uuml;nden.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Obama warnt vor jahrelanger Krise<\/strong><br>\nDer k&uuml;nftige US-Pr&auml;sident hat ein dramatisches Bild vom Zustand der amerikanischen Wirtschaft gezeichnet. Mit seiner Brandrede verfolgt Obama sein Nahziel: Der Kongress soll die Milliarden f&uuml;r sein Konjunkturpaket freigeben &ndash; sonst sehe es d&uuml;ster aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:US-Konjunkturpaket-Obama-warnt-vor-jahrelanger-Krise\/458492.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Sarkozys Pl&auml;ne zur Justizreform<\/strong><br>\nNach Meinung des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Sarkozy sollen in Frankreich die Ermittlungsverfahren, die zu einer Anklage f&uuml;hren, nicht mehr von einem unabh&auml;ngigen Untersuchungsrichter gef&uuml;hrt, sondern der Staatsanwaltschaft unterstellt werden.\n<p>Aus der Sicht der beiden Richtergewerkschaften, die von einem schwerwiegenden Abbau der B&uuml;rgerrechte reden, bedeutet die Abschaffung der Untersuchungsrichter eine verst&auml;rkte Einflussnahme der politischen Exekutive. Denn die Anklagekammer ist direkt dem Justizministerium unterstellt. Aus Kreisen der parlamentarischen Opposition wird die Bef&uuml;rchtung laut, gerade im Falle von Ermittlungen bei politischen Aff&auml;ren oder Skandalen k&ouml;nne dieser Verlust der Unabh&auml;ngigkeit des Untersuchungsverfahrens schwerwiegende Folgen f&uuml;r die Demokratie haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/sarkozys_plaene_zur_justizreform_1.1662860.html%20\">NZZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Berlusconisierung Frankreichs.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Studiengeb&uuml;hren-Stopp in &Ouml;sterreich<\/strong><br>\n&ldquo;Rolle r&uuml;ckw&auml;rts&rdquo; hei&szlig;t es derzeit in der Bildungspolitik unseres Nachbarlandes &Ouml;sterreich: Seit 2000 wurden an den Unis und zum Teil an den Fachhochschulen fl&auml;chendeckend Studiengeb&uuml;hren erhoben. Damit ist es nun vorbei: Ab dem kommenden Sommersemester darf an den Unis wieder geb&uuml;hrenfrei studiert werden. Und auch die Fachhochschulen verzichten nach und nach auf Studiengeb&uuml;hren. J&uuml;ngstes Beispiel: die Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/campus\/901169\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><strong>Ende des M&auml;zenatentums<\/strong><br>\nDie Privat-Universit&auml;t Witten\/Herdecke hat gerade noch einmal die Kurve bekommen. Zum Jahresende drohte wieder mal die Insolvenz. Dieses Mal war es der nordrhein-westf&auml;lische Innovationsminister Andreas Pinkwart, FDP, der die zugesagten 4,5 Millionen Euro Landesmittel f&uuml;r 2008 nicht auszahlen wollte und aus 2007 drei Millionen Euro Zusch&uuml;sse zur&uuml;ckforderte. Die Hochschule habe keinen Wirtschaftsplan vorlegen k&ouml;nnen, der eine langfristige Perspektive erkennen lasse, hie&szlig; es aus dem Ministerium. Der Pr&auml;sident der Uni, der Wirtschaftsphilosoph Birger Priddat und einer seiner Stellvertreter, der 34-j&auml;hrige Maxim Nohroudi traten zur&uuml;ck, &uuml;brig blieb als Pr&auml;sidiumsmitglied Tom Kirschbaum. Studierende und Besch&auml;ftigte protestierten, die Gewerkschaften forderten die Verstaatlichung. Am 23. Dezember kamen dann drei m&ouml;gliche Sponsoren mit Vertretern des Wissenschaftsministeriums und der Hochschule zusammen. Die Darmst&auml;dter Software AG Stiftung sicherte die Verl&auml;ngerung ihrer B&uuml;rgschaft &uuml;ber drei Millionen Euro bis Ende Februar zu, die Heidelberger SRH Holding und der Gemeinn&uuml;tzige Verein zur Entwicklung von Gemeinschaftskrankenh&auml;usern Herdecke erkl&auml;rten sich bereit, in Witten\/Herdecke einzusteigen, nachdem mit Hilfe eines Wirtschaftspr&uuml;fers eine Perspektive erarbeitet wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2009\/02\/09020401.php\">Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt: <\/strong>\n<p>Da schaut er, der Kauter<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/?p=814\">weissgarnix<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>DGB: Mit Mindestl&ouml;hnen gegen drohendes Lohndumping<\/li>\n<li>Azubi-Geh&auml;lter 2008 real gesunken &ndash; Auszubildende bekommen im Schnitt 642 Euro brutto<\/li>\n<li>Commerzbank wird teilverstaatlicht<\/li>\n<li>Finanzbranche fordert rettende &bdquo;Bad Bank&ldquo; <\/li>\n<li>Mit einem Mix aus gesetzlichen Vorgaben und Engagement staatlicher Banken k&ouml;nnte die aktuelle Kreditkrise &uuml;berwunden werden<\/li>\n<li>ver.di: Arbeitnehmerinteressen offensiv vertreten &ndash; f&uuml;r<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3693\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3693"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3693\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}