{"id":3695,"date":"2009-01-12T09:47:32","date_gmt":"2009-01-12T08:47:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3695"},"modified":"2019-10-28T16:21:46","modified_gmt":"2019-10-28T15:21:46","slug":"verdi-den-neoliberalismus-ueberwinden-aktiv-werden-fuer-eine-soziale-antikrisenpolitik-demos-in-hamburg-und-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3695","title":{"rendered":"ver.di: Den Neoliberalismus \u00fcberwinden \u2013 &#8220;Aktiv werden f\u00fcr eine soziale Antikrisenpolitik&#8221; \u2013 Demos in Hamburg und Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Der Gewerkschaftsrat der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat bereits am 5. Dezember 2008 einen beachtenswerten Beschluss gefasst. Er analysiert aus gewerkschaftlicher Sicht die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise und zieht den Schluss: &nbsp;&ldquo;ver.di tritt gemeinsam mit anderen Gewerkschaften, sozialen Kr&auml;ften und Bewegungen f&uuml;r einen grundlegenden Politikwechsel ein &ndash; in Deutschland und im Weltma&szlig;stab. Der Neoliberalismus muss auch in der politischen Praxis und den Strukturen der Staaten, der EU und der internationalen Institutionen &uuml;berwunden werden.&rdquo; Damit nimmt sich ver.di viel vor. Die Probleme, um die es geht, und die Ver&auml;nderungen, die dringend notwendig sind, verlangen in der Tat nach einer breit aufgestellten Aktion. Hermann Zoller<br>\n<!--more--><br>\nIn der Resolution f&uuml;hrt ver.di eine lange Liste von Forderungen auf: von einem Zukunftsinvestitionsprogramm &uuml;ber 50 Milliarden Euro &uuml;ber eine Reform der Lohn- und Einkommenssteuer und die h&ouml;here Besteuerung gro&szlig;er Verm&ouml;gen und Erbschaften, der R&uuml;cknahme der Rente mit 67 und der m&ouml;glichst schnellen Einf&uuml;hrung eines Mindestlohns von 7,50 Euro (m&ouml;glichst bald von 9 Euro) bis zur Neuordnung der Weltwirtschaft und des Weltfinanzsystems. <\/p><p>&ldquo;Wir wollen durchsetzen, dass die Rechte der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten erweitert und gute Arbeit f&uuml;r alle gesichert bzw. erm&ouml;glicht wird. Verm&ouml;gen und Einkommen m&uuml;ssen von oben nach unten, zugunsten der arbeitenden Menschen und der Armen umverteilt werden. Wir fordern eine Sozialstaatsoffensive, die auf der nationalen wie auf der europ&auml;ischen Ebene dem Wohlfahrtsstaat wieder zu seinem Recht verhilft. Wir wollen einen aktiven Sozialstaat, der die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge und Daseinsf&uuml;rsorge in &ouml;ffentlicher Verantwortung und auch in &ouml;ffentlichem Eigentum im Interesse der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger wieder ausbaut. &hellip; Wir setzen uns ein f&uuml;r internationale Zusammenarbeit und Solidarit&auml;t in einer neuen Weltwirtschaftsordnung, die Hunger &uuml;berwindet und die nachhaltige Entwicklung aller L&auml;nder f&ouml;rdert. &hellip; Wir brauchen einen weltweiten sozial-&ouml;kologischen &lsquo;Green New Deal'&rdquo;, hei&szlig;t es in der ver.di-Resolution.<\/p><p>Beim Deklamieren von Forderungen soll es aber nicht bleiben, es soll gehandelt werden: &ldquo;Jetzt ist die Zeit gekommen, um f&uuml;r eine&nbsp;andere, eine sozial gerechte, solidarische und &ouml;kologisch verantwortungsvolle Politik zu&nbsp;mobilisieren. Ver.di ruft alle Mitglieder auf, in den Betrieben und Verwaltungen, in der Arbeit&nbsp;wie in der Freizeit f&uuml;r diese Politik zu werben. Dabei suchen wir B&uuml;ndnisse mit&nbsp;Sozialverb&auml;nden, Kirchen, sozialen Initiativen und Bewegungen&rdquo;, hei&szlig;t es in der Resolution. So wird sich ver.di u.a. f&uuml;r einen offenen DGB-Kongress zum Thema Kapitalismus einsetzen und auch zum attac-Kongress aufrufen, der vom 6. bis 8. M&auml;rz 2009 in Berlin stattfindet. Die Resolution schlie&szlig;t: &ldquo;Die&nbsp;europ&auml;ische und internationale Zusammenarbeit&nbsp;und Entwicklung gewerkschaftlicher&nbsp;Gegenmacht muss gest&auml;rkt werden. Verst&auml;rkt sind Formen international abgestimmter&nbsp;Aktionen f&uuml;r eine soziale Politik in Europa zu entwickeln.&rdquo;<\/p><p>Und ver.di ist dabei, den Worten Taten folgen zu lassen: Erste Demonstrationen sind am 12. Februar in Hamburg und am 21. M&auml;rz in Berlin geplant.<\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><br>\n<a href=\"upload\/pdf\/090112_verdi_Beschluss.pdf\">Beschluss des Gewerkschaftsrats von ver.di vom 5.12.09 [PDF &ndash; 68 KB]<\/a><\/p><p><strong>Hinweis:<\/strong><br>\nver.di-Redebausteine siehe NDS <a href=\"?p=3693\">Hinweise vom 9. Januar 2009 Ziffer 6<\/a>.<\/p><p><strong>Anmerkung:<\/strong><br>\nDie NachDenkSeiten haben zwar in einigen analytischen Einsch&auml;tzungen &uuml;ber die Finanzkrise eine andere Meinung als der Gewerkschaftsrat von ver.di, dennoch halten wir es f&uuml;r richtig und wichtig, dass die Gewerkschaften aktiv werden.<br>\nEine abweichende Meinung haben wir insbesondere in der Analyse der Ursachen f&uuml;r die Finanzkrise. Die Annahme etwa, dass der &bdquo;letzte Grund der Finanzkrise&hellip; der gewaltige &Uuml;berschuss an Anlage suchendem Kapital&ldquo; sei, der zur Entwicklung gigantischer Spekulationsblasen f&uuml;hrt, teilen wir so nicht.<\/p><p><strong>Siehe dazu die Diskussionsbeitr&auml;ge von Albrecht M&uuml;ller:<\/strong><br>\n<a href=\"?p=3615\">&ldquo;Ist die Geldschwemme Ursache der Finanzmarktkrise? Ein Ansto&szlig; zu ein paar Zweifeln an einer g&auml;ngig werdenden These.&rdquo;<\/a> und <a href=\"?p=3689\">&ldquo;Den Kapitalmarkt effizienter organisieren &ndash; Konversion ist angesagt (Teil I)&rdquo;<\/a>.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gewerkschaftsrat der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat bereits am 5. Dezember 2008 einen beachtenswerten Beschluss gefasst. Er analysiert aus gewerkschaftlicher Sicht die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise und zieht den Schluss: &nbsp;&ldquo;ver.di tritt gemeinsam mit anderen Gewerkschaften, sozialen Kr&auml;ften und Bewegungen f&uuml;r einen grundlegenden Politikwechsel ein &ndash; in Deutschland und im Weltma&szlig;stab. 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