{"id":37231,"date":"2017-03-02T10:23:27","date_gmt":"2017-03-02T09:23:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37231"},"modified":"2017-03-03T09:31:56","modified_gmt":"2017-03-03T08:31:56","slug":"wieder-ein-beleg-fuer-die-erstaunliche-inkompetenz-der-tagesthemenard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37231","title":{"rendered":"Wieder ein Beleg f\u00fcr die erstaunliche Inkompetenz der Tagesthemen\/ARD"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Abend liefen zwischen zwei Halbzeiten eines Fu&szlig;ballspiels <a href=\"http:\/\/mediathek.daserste.de\/Tagesthemen\/tagesthemen\/Video?bcastId=3914&amp;documentId=41071662\">die Tagesthemen<\/a>. Dort wurde vom Moderator Zamperoni ab Minute 4:20 bis 5:48 berichtet, wir alle w&uuml;rden zur Zeit so viel Geld verlieren wie seit langem nicht mehr. Zuletzt habe 2012 die Inflationsrate im Jahresvergleich so hoch gelegen wie im Februar 2017: 2,2 %. Und dann wurden im Gespr&auml;ch mit Anja Kohl auch gleich noch Konsequenzen ins Spiel gebracht: Erh&ouml;hung der Zinsen und der Staatsausgaben. Insgesamt leistet sich die ARD hier eine Dramatisierung, die durch nichts gedeckt ist. Es ist ein Beweis der Inkompetenz der Tagesschau- und Tagesthemenredaktion. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3314\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-37231-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170302_2_Die_erstaunliche_Inkompetenz_der_Tagesthemen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170302_2_Die_erstaunliche_Inkompetenz_der_Tagesthemen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170302_2_Die_erstaunliche_Inkompetenz_der_Tagesthemen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170302_2_Die_erstaunliche_Inkompetenz_der_Tagesthemen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=37231-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170302_2_Die_erstaunliche_Inkompetenz_der_Tagesthemen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170302_2_Die_erstaunliche_Inkompetenz_der_Tagesthemen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Einige Fakten, die man im Zusammenhang beachten sollte:<\/strong><\/p><ol>\n<li>Mit 2,2 % Inflationsrate, die man, um nicht zu dramatisieren, besser sachlich &bdquo;&Auml;nderungsrate der Verbraucherpreise&ldquo; nennen w&uuml;rde, ist die von der EZB genannte Steigerungsrate (2 %) gerade mal um 0,2 &uuml;berschritten.<\/li>\n<li>Die Fehlermarge d&uuml;rfte in diesem Bereich liegen. Die genannte Ver&auml;nderungsrate von 2,2 % ist &uuml;brigens eine vorl&auml;ufige Zahl. Die vom Statistischen Bundesamt nach seinen Kriterien dann als verl&auml;sslich betrachtete Zahl wird Mitte M&auml;rz ver&ouml;ffentlicht.<\/li>\n<li>Selbst als Laie kann man in Kenntnis der Temperaturen im Januar sich vorstellen, was die Fachleute im Statistischen Bundesamt einem bei Nachfrage auch best&auml;tigen: der Anstieg der Verbraucherpreise im Februar hat wesentlich etwas zu tun mit Energiepreisen und vor allem mit dem Anstieg der Preise f&uuml;r Gem&uuml;se und Salat &ndash; einer Folge des vergleichsweise strengen Winters in den s&uuml;dlichen L&auml;ndern Europas.<\/li>\n<li>Wenn man sich den Luxus leistet, in die einschl&auml;gigen Statistiken zu der Verbraucherpreisentwicklung in einem l&auml;ngeren Zeitraum zu schauen, dann kommt man zu ganz anderen und viel gelasseneren Bewertungen. Ein Blick auf <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2017\/03\/PD17_070_611.html;jsessionid=6E217A55FF45BEA4B78EEC09A4FA26F9.cae4\">diese Tabelle<\/a> und dort auf Seite 76 zeigt, dass 1992 zum Beispiel die Ver&auml;nderungsrate der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr 5,1 % betragen hat, 1993 im Vergleich zu 1992 waren es 4,5 %. Damals haben wir &ndash; in den Worten der Tagesthemen &ndash; deshalb kein Geld verloren, weil die L&ouml;hne stiegen und auch die Rentenzuw&auml;chse und die Nominalzinsen h&ouml;her lagen, sodass wir nach Wegziehen des &bdquo;Geldschleiers&ldquo; real nicht so schlecht dastanden, wie die Preissteigerungen von 5,1 % oder 4,5 % suggerieren. &ndash; Diese kritischen Anmerkungen sind kein Pl&auml;doyer f&uuml;r Inflation. Sie sind ein Pl&auml;doyer f&uuml;r Gelassenheit.<\/li>\n<\/ol><p>Wie abstrus die Meldung und die Kommentierung der Verbraucherpreissteigerung im Februar 2017 gegen&uuml;ber Februar 2016 durch die Tagesthemen ist, erkennt man auch dann, wenn man sich mal vorstellt, wie anders die Meldung und die Bewertung h&auml;tte lauten k&ouml;nnen. Die Tagesthemen h&auml;tten zum Beispiel melden k&ouml;nnen, dass Deutschland sich bei den Verbraucherpreisen jetzt der Marke n&auml;hert, die von Fachleuten f&uuml;r w&uuml;nschenswert gehalten wird.<\/p><p>Die Tagesthemen h&auml;tten darauf hinweisen k&ouml;nnen, dass hinter den 2,2 % durchschnittlichen Preissteigerungen verschiedene Preissteigerungen je nach Bev&ouml;lkerung und deren Bed&uuml;rfnissen stecken. Wenn im sogenannten Warenkorb eines Menschen oder einer Familie nur das Notd&uuml;rftige enthalten ist, wenn sie vor allem auf Lebensmittel und Energie angewiesen sind und sich anspruchsvollere G&uuml;ter kaum leisten k&ouml;nnen, dann wird eine solche Familie zum jetzigen Zeitpunkt mit ganz anderen Preissteigerungsraten zu rechnen haben. Die 2,2 % sind dann weit untertrieben. Dem h&auml;tte die Redaktion der ARD nachgehen k&ouml;nnen. Aber das t&auml;te ja vielleicht weh, weil man zugeben muss, dass die Wenigverdiener real betrachtet schlechter abschneiden als die Gutverdiener, die von Preissenkungen in ihrem speziellen Warenkorb profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend liefen zwischen zwei Halbzeiten eines Fu&szlig;ballspiels <a href=\"http:\/\/mediathek.daserste.de\/Tagesthemen\/tagesthemen\/Video?bcastId=3914&amp;documentId=41071662\">die Tagesthemen<\/a>. 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