{"id":37272,"date":"2017-03-06T08:28:26","date_gmt":"2017-03-06T07:28:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272"},"modified":"2017-03-06T09:33:28","modified_gmt":"2017-03-06T08:33:28","slug":"hinweise-des-tages-2827","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h01\">Die EU-Kommission spielt mit dem Feuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h02\">Was der Fall Deniz Y&uuml;cel mit der Datenhehlerei und der EU-Anti-Terror-Richtlinie zu tun hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h03\">Showdown Erdogan gegen Merkel n&uuml;tzt beiden Regierungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h04\">Wer mit dem Teufel isst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h05\">Happy Birthday Maastricht: Kieler IfW-Forscher fordert Eurorauswurf f&uuml;r mehr Stabilit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h06\">Falsche Feinde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h07\">Diese 12 Firmen sind die gr&ouml;&szlig;ten Steuertrickser in der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h08\">Wenn Gerechtigkeit mehr Wachstum schafft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h09\">Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h10\">Bundesregierung beharrt auf Kindergeldk&uuml;rzung f&uuml;r EU-Ausl&auml;nder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h11\">Statistische Sterbef&auml;lle und story telling bei Dieselgate<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h12\">Nur Papiertiger? &ndash; Die &bdquo;Neue&ldquo; deutsche Afrikapolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h13\">Scharade im kontrollfreien Raum: Hat die EU gar keinen T&uuml;rkei-Deal geschlossen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h14\">So will Schulz bei der Agenda 2010 nachbessern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h15\">Reporter ohne Grenzen: Weitere Verfassungsbeschwerde gegen BND-&Uuml;berwachung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h16\">Trump l&uuml;gt nicht allein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h17\">Sie stehen f&uuml;r intellektuelle Redlichkeit, Frau Wagenknecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37272#h18\">Was bleibt von Bernie Sanders? Lehren f&uuml;r linke Mobilisierung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die EU-Kommission spielt mit dem Feuer<\/strong><br>\nObwohl die EZB st&auml;ndig Geld verteilt, schw&auml;chelt die Realwirtschaft in Europa. Die EU-Kommission will das mit einer Kapitalmarktunion l&ouml;sen. Das ist ein schwerer Fehler.<br>\nDie Europ&auml;ische Kommission beklagt die anhaltend schwachen Investitionen in Europa &ndash; und hat die vermeintliche L&ouml;sung daf&uuml;r schon parat: Die Unternehmen sollen ihre Investitionen in Zukunft unabh&auml;ngiger von Bankkrediten finanzieren k&ouml;nnen. Denn, so die Argumente der Kommission, die Banken verg&auml;ben wegen der faulen Papiere in ihren Bilanzen zu wenige Kredite an Unternehmen. Au&szlig;erdem erschwerten zu strenge Regeln die Finanzierung von Investitionen.<br>\nNun sollen die aus der US-Immobilienkrise ber&uuml;chtigten Verbriefungen &ndash; die B&uuml;ndelung, Verpackung und der Verkauf von Krediten unterschiedlicher Qualit&auml;t &ndash; neu belebt werden. Sie sollen es erm&ouml;glichen, Kreditrisiken &uuml;ber L&auml;ndergrenzen hinweg zu verteilen. Das mache die Unternehmensfinanzierung unabh&auml;ngiger von der nationalen Konjunktur, argumentiert die EU-Kommission. Ihr Ziel ist also eine Kapitalmarktunion.<br>\n&Uuml;ber die Verbriefung von Krediten k&ouml;nnten sich Banken zudem fauler Papiere entledigen. Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds oder Schattenbanken k&ouml;nnten Verbriefungen kaufen, Liquidit&auml;t erh&ouml;hen und somit den Banken die Kreditvergabe erleichtern, erkl&auml;rt die Kommission. Darum w&uuml;rden insbesondere kleine und mittelst&auml;ndische Unternehmen (KMU) von der Kapitalmarktunion profitieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-03\/ezb-kapitalmarktunion-eu-kommission-konjunktur\/komplettansicht\">Sahra Wagenknecht und Fabio De Masi in der ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller :<\/strong> Sehr interessant; nebenbei: wo bleiben die anderen Parteien und ihre Fachleute?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Was der Fall Deniz Y&uuml;cel mit der Datenhehlerei und der EU-Anti-Terror-Richtlinie zu tun hat<\/strong><br>\nWir fordern die Freilassung von Deniz Y&uuml;cel und aller anderen inhaftierten Journalisten in der T&uuml;rkei. Gleichzeitig m&ouml;chten wir an Einschr&auml;nkungen der Pressefreiheit in Deutschland und der EU erinnern, mit denen sich &ndash; bei ver&auml;nderter politischer Lage &ndash; &auml;hnliche Vorw&uuml;rfe konstruieren lassen k&ouml;nnten.<br>\nDer Fall Deniz Y&uuml;cel zeigt sehr deutlich, dass Pressefreiheit in der T&uuml;rkei nur noch auf dem Papier existiert. Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten sind in Erdogans Regime in Haft, zahlreiche kritische Medien geschlossen und Stimmen jenseits der regierenden AKP mittlerweile weitgehend verstummt. Bis nach Deutschland hinein werden zudem Menschen eingesch&uuml;chtert, die den versiegenden Fluss von alternativen Informationen aus der T&uuml;rkei durchbrechen. [&hellip;]<br>\nNun ist die Situation hierzulande nat&uuml;rlich eine sehr andere, doch Einschr&auml;nkungen der Pressefreiheit sind in den letzten Jahren auch in Deutschland und anderen L&auml;ndern der EU zu beobachten. Auch sie w&auml;ren bei einer ver&auml;nderten politischen Lage geeignet, um &auml;hnliche Vorw&uuml;rfe gegen Journalisten zu konstruieren: Mit dem BND-Gesetz ist beispielsweise eine &Uuml;berwachung ausl&auml;ndischer Journalisten m&ouml;glich, der Datenhehlerei-Paragraph kann den Umgang mit rechtswidrig erworbenen Daten (bspw. durch einen Hack) bestrafen und die neue EU-Anti-Terror-Richtlinie ist so schwammig formuliert, dass sie Journalisten in die N&auml;he einer Terror-Verherrlichung stellen k&ouml;nnte.<br>\nWir wollen deswegen mit diesem Artikel ein bisschen vor der eigenen Haust&uuml;re zu kehren &ndash; und die Gesetze, Richtlinien und Pl&auml;ne vorstellen, welche die Pressefreiheit hier bedrohen: [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/was-der-fall-deniz-yuecel-mit-der-datenhehlerei-und-der-eu-anti-terror-richtlinie-zu-tun-hat\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> L&ouml;blich, dass netzpolitik.org aus dem Chor derer ausschert, die den Fall Y&uuml;cel nutzen, um sich selbst in einem besseren Licht darzustellen. Lesen Sie dazu bitte auch Albrecht M&uuml;llers <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37267\">Gedanken zum Wochenende<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Showdown Erdogan gegen Merkel n&uuml;tzt beiden Regierungen<\/strong><br>\nFast f&uuml;hlt man sich an die Zeiten des Stalinismus erinnert, wo Oppositionelle als trotzkistisch-faschistische Agenten diffamiert und verfolgt wurden, wenn der t&uuml;rkische Pr&auml;sident Erdogan den Journalisten Deniz Y&uuml;cel gleich zum &ldquo;deutschen Agenten und PKK-Mitglied&rdquo; stempelt.<br>\nDie Message von Erdogan ist klar, er spielt die nationalistische Karte und will bei den rechten W&auml;hlern Stimmen f&uuml;r sein Referendum sammeln. Da helfen starke Worte gegen Deutschland immer. Deniz Y&uuml;cel ist da nur das Opfer, auf dessen R&uuml;cken der Streit ausgetragen wird. Es ist auch die Rache von t&uuml;rkischen Nationalisten und Islamisten an einer Merkel-Regierung, die eigentlich schon immer deutlich gemacht hatte, dass sie die T&uuml;rkei nicht in der EU haben will. [&hellip;]<br>\nDoch auch in Deutschland kann zun&auml;chst die Union von dem Konflikt profitieren. Diejenigen, welche die T&uuml;rkei schon immer f&uuml;r nicht EU-kompatibel bezeichnet haben, k&ouml;nnen sich best&auml;tigt f&uuml;hlen. Es gab noch vor einigen Jahren vor allem bei den Gr&uuml;nen und den Sozialdemokraten Stimmen, die sich f&uuml;r weitere Kontakte zwischen der EU und der T&uuml;rkei aussprachen und darauf hinwiesen, dass die Rechte in der T&uuml;rkei von einer ablehnenden Haltung profitieren kann.<br>\nDiese Kr&auml;fte bezogen sich vor allem auf liberale Gruppen, Reformlinke und Teile der kurdischen Bewegung, die sich von einer Ann&auml;herung der T&uuml;rkei an die EU eine St&auml;rkung der Menschenrechtsposition erhofften. Linke Gruppen in und au&szlig;erhalb der T&uuml;rkei haben bereits seit Langem darauf hingewiesen, dass diese Vorstellung illusion&auml;r ist. [&hellip;]<br>\nHeute sind aber auch bei den Linksliberalen kaum noch Stimmen zu h&ouml;ren, die eine EU-Option f&uuml;r die T&uuml;rkei f&uuml;r m&ouml;glich halten. Heute dominiert in Deutschland eine ganz gro&szlig;e Koalition von der Linkspartei bis weit rechts von der Union, die Erdogan in die Schranken weisen wollen. Oft wird sogar ein propagandistisches Bild projiziert, als w&uuml;rde Erdogan in Deutschland mitregieren und Merkel wurde aufgefordert, sich nicht von ihm erpressen zu lassen. Da werden aber die Machtverh&auml;ltnisse auf groteske Weise umgekehrt. Tats&auml;chlich kann Erdogan gegen&uuml;ber den Deutschen auf dem R&uuml;cken von Deniz Y&uuml;cel den starken Mann markieren. Viel mehr Macht hat er aber auch nicht. Selbst nach der Zuspitzung der Auseinandersetzung wird beispielsweise das Fl&uuml;chtlingsabkommen nicht infrage gestellt. Denn die T&uuml;rkei will den Eindruck vermeiden, man k&ouml;nne sich auf sie als Pf&ouml;rtner der Festung Europas nicht mehr verlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Showdown-Erdogan-gegen-Merkel-nuetzt-beiden-Regierungen-3644447.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wer mit dem Teufel isst<\/strong><br>\nIn &Auml;gypten sucht Angela Merkel die N&auml;he eines weiteren Diktators. Obwohl das Beispiel T&uuml;rkei zeigt, wie erpressbar sie sich dadurch macht.<br>\nEhre, wem Ehre geb&uuml;hrt: Bisher haben weder die Bundesregierung noch SPD oder Union gefordert, syrische Fl&uuml;chtlinge endlich abzuschieben, weil es in ihrer Heimat auch sichere Gebiete gebe. Aber der Wahlkampf hat ja auch gerade erst angefangen. Da geht vielleicht noch was. (&hellip;)<br>\nGerade hat sich Angela Merkel mit dem &auml;gyptischen Pr&auml;sidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo &uuml;ber das Thema unterhalten. Mit Verfolgung kennt der sich aus, allerdings nicht als Opfer, sondern als T&auml;ter. Seit dem von ihm geleiteten Milit&auml;rputsch 2013 ist die Menschenrechtslage in &Auml;gypten dramatisch.<br>\nOppositionelle werden weggesperrt, manche auch gleich zum Tode verurteilt. Organisationen, in- und ausl&auml;ndische, die sich kritisch mit der Situation auseinandersetzen, werden in ihrer Arbeit behindert oder einfach geschlossen. Das Land steht am Rande des Staatsbankrotts, nicht zuletzt deshalb, weil viele Milit&auml;rs in die eigene Tasche wirtschaften.<br>\nUnd mit dem Regime dieses Staates m&ouml;chte die deutsche Bundeskanzlerin gerne so eng wie m&ouml;glich in der Fl&uuml;chtlingsfrage zusammenarbeiten. Am liebsten w&auml;re ihr ein Abkommen, vergleichbar dem mit der T&uuml;rkei: Europa zahlt, im Gegenzug werden uns Fl&uuml;chtlinge vom Hals gehalten. So weit sei man allerdings noch nicht, erkl&auml;rte die Besucherin aus Berlin am Ende ihres Gastauftritts in Kairo. Soll man das jetzt f&uuml;r eine beruhigende Nachricht halten? (&hellip;)<br>\nWer mit dem Teufel isst, braucht einen langen L&ouml;ffel, hat William Shakespeare geschrieben. Angela Merkel scheint derzeit lediglich &uuml;ber einen Eierl&ouml;ffel zu verf&uuml;gen, w&auml;hrend der t&uuml;rkische Pr&auml;sident Recep Erdogan eine Suppenkelle zu haben scheint. Und in dieser Situation wirbt die Kanzlerin um einen Deal mit einem weiteren Diktator, dieses Mal in &Auml;gypten? Nein, sie ist nicht lernf&auml;hig. Das ist eine schlechte Nachricht f&uuml;r Deniz Y&uuml;cel. Und f&uuml;r alle anderen Verfolgten auf der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kolumne-Macht\/%215385826\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Happy Birthday Maastricht: Kieler IfW-Forscher fordert Eurorauswurf f&uuml;r mehr Stabilit&auml;t<\/strong><br>\nAus Anlass des Geburtstags des ber&uuml;hmten Maastrichter Vertragswerks wurde u.a. vom IfW-Forscher Stefan Reitz k&uuml;rzlich eine Analyse im Wirtschaftsdienst unter dem Titel: &bdquo;25 Jahre Maastrichter Vertr&auml;ge &ndash; reale Divergenzen und institutionelle Reformen&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Sie zielt  darauf ab, das Ma&szlig; der gegenseitigen wirtschaftlichen Ann&auml;herung der Eurol&auml;nder seit 1995 zu untersuchen, und &ndash; &uuml;berraschend ist es nat&uuml;rlich nicht &ndash; entf&uuml;hrt die Leserinnen und Leser sofort ins neoklassische Dogma von den &bdquo;hochgef&auml;hrlichen Staatsschulden&ldquo;. Wie bei vielen &Ouml;konomen &uuml;blich werden die politischen Vorgaben f&uuml;r die Eurozone trotz aller problematischen Erfahrungen n&auml;mlich einfach zur &ouml;konomisch notwendigen und unhinterfragbaren Realit&auml;t erkl&auml;rt: &bdquo;Die Funktionsf&auml;higkeit der Eurozone basiert auf der No-Bail-out-Regel und dem Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakt.&ldquo;<br>\nDurchaus beachtlich ist aber, dass in der Analyse Krisenph&auml;nomene und tats&auml;chliche wirtschaftliche Ann&auml;herung (Konvergenz) analytisch derart vermengt werden, dass die bisherige1 Ann&auml;herung S&uuml;deuropas an Kerneuropa weitgehend untergeht (obwohl selbst die Autoren von einer &bdquo;anhaltenden Krise im Euroraum&ldquo; sprechen und somit die besondere wirtschaftliche Situation anerkennen).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.maskenfall.de\/?p=11557\">Maskenfall<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Falsche Feinde<\/strong><br>\nVon links und rechts wird die Bundesregierung f&uuml;r ihre Wirtschaftspolitik kritisiert &ndash; zu Unrecht.<br>\nWas eint Donald Trump und Alexis Tsipras? Beide sind w&uuml;tend auf Deutschland. Der rechte amerikanische Pr&auml;sident und der linke griechische Premier meinen, die Bundesrepublik &uuml;bervorteile sie.<br>\nTrumps oberster Handelsberater hat die Anklage offen ausgesprochen: Die Deutschen betrieben Lohn- und W&auml;hrungsdumping. Erst h&auml;tten sie &uuml;berm&auml;&szlig;ig gespart und die L&ouml;hne niedrig gehalten, dann auf sinistre Weise den Kurs des Euro gedr&uuml;ckt, damit ihre Autos und Maschinen im Rest der Welt zur billigen Ware werden.<br>\nAuch wenn man Tsipras zuh&ouml;rt, k&ouml;nnte man glauben, die Deutschen f&uuml;hren wie Bulldozer &uuml;ber ihre Wirtschaftspartner hinweg. Lautstark beschwert er sich dar&uuml;ber, dass Berlin die von der Krise gebeutelten Griechen drangsaliere, statt ihnen Schulden zu erlassen. Bei der Europ&auml;ischen Zentralbank gelten deutsche Politiker und &Ouml;konomen sowieso als die gr&ouml;&szlig;ten St&ouml;renfriede, weil sie die Politik des billigen Geldes ablehnen. Vor allem wenn Wolfgang Sch&auml;uble stichelt, wie gerade wieder geschehen, stellen sich bei der EZB alle Nackenhaare auf.<br>\nDer Euro ist zu billig &ndash; doch daf&uuml;r k&ouml;nnen die Deutschen nichts<br>\nSind die Deutschen also wirklich die Schurken der Weltwirtschaft? Absolut nicht! Sie sind nur in einer besonderen Situation.<br>\nNie waren ihre Exporteure erfolgreicher als 2016. Die Wirtschaft schraubte den &Uuml;berschuss im Handel auf eine Viertelbillion Euro, weil Mario Draghi mit Nullzins und Geldflut genau das erreicht hat, was er wollte: Der Euro-Kurs ist gegen&uuml;ber dem Dollar stark gesunken &ndash; und f&uuml;r die Bundesrepublik eigentlich zu niedrig. Das macht deutsche Autos in Amerika g&uuml;nstig und amerikanische Autos in Deutschland teuer.<br>\nNur k&ouml;nnen die Deutschen ausnahmsweise nichts daf&uuml;r. [&hellip;]<br>\nLohndumping kann man Deutschland auch nicht mehr vorwerfen. Allein in den vergangenen drei Jahren sind die L&ouml;hne um &uuml;ber sechs Prozent gestiegen &ndash; nach Abzug der Inflation. Und die staatlichen Investitionen steigen Jahr f&uuml;r Jahr. Wer den offiziellen Zahlen misstraut, sollte beim Nachhauseweg einen Blick auf all die Baustellen werfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2017\/08\/deutschland-bundesregierung-wirtschaftspolitik-kritik\">Uwe Jean Heuser in der ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Falsche Feinde &ndash; oder falsche Freunde? Sind die anderen L&auml;nder, die uns zu mehr Konsum, h&ouml;heren L&ouml;hnen und mehr Investitionen auffordern, wirklich unsere Feinde? Nichts, was Heuser vorbringt, ergibt Sinn, au&szlig;er als tumbes Sprachrohr des Finanzministers. Hier wird der starke Export durch den niedrigen Eurokurs begr&uuml;ndet, obwohl nicht der Export an sich, sondern der Au&szlig;enhandels&uuml;berschu&szlig;, in der Kritik steht, und zwar v&ouml;llig zu Recht. Was soll das sein, wenn nicht deutsches Lohndumping? Die passable Lohnentwicklung der letzten drei Jahre (plus 6 Prozent real) zu erw&auml;hnen, aber mal eben die katastrophale Entwicklung der 20 Jahre davor &ndash; <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/nachschlagen\/zahlen-und-fakten\/soziale-situation-in-deutschland\/61766\/lohnentwicklung\">minus 1,6 Prozent (!!!!) von 1992 bis 2012<\/a> &ndash; zu unterschlagen, hat exakt nichts mit Journalismus und alles mit blanker Propaganda zu tun. &ldquo;die staatlichen Investitionen steigen Jahr f&uuml;r Jahr&rdquo; &ndash; <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2016\/09\/16\/wie-das-finanzministerium-sich-die-investitionsquote-schoen-rechnet_9835\">die ZEIT<\/a> (wahrscheinlich so eine Kommunistenpostille) stellt fest, da&szlig; &ldquo;Deutschland [&hellip;] bei den &ouml;ffentlichen Investitionen  [&hellip;] Klassenletzter&rdquo; ist. Schieritz hat das vor einem halben Jahr so zusammengefa&szlig;t: &ldquo;Der deutsche Staat investiert deutlich weniger als fr&uuml;her und weniger als beinahe jedes einigerma&szlig;en entwickelte Land dieser Erde.&rdquo; Und dann so was Unterirdisches und Unfundiertes von Heuser: peinlich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Diese 12 Firmen sind die gr&ouml;&szlig;ten Steuertrickser in der EU<\/strong><br>\nGro&szlig;e Unternehmen mit Milliarden-Ums&auml;tzen zahlen oft deutlich weniger Steuern als ihre Angestellten. Denn der arbeitenden Bev&ouml;lkerung werden die Steuern direkt vom Lohnzettel abgezogen. Konzerne wenden dagegen allerhand Tricks an, um Gewinne zu verschleiern und so wenig Steuern wie m&ouml;glich zu zahlen. Das sind alles andere als Kinkerlitzchen: Allein der EU entsteht dadurch ein j&auml;hrlicher Schaden von rund 1.000 Mrd. Euro.<br>\nWieviel Geld versickert in Steuers&uuml;mpfen?<br>\n7.600 Milliarden Dollar<br>\nAuf diese Summe bel&auml;uft sich das Privatverm&ouml;gen, das Superreiche laut dem franz&ouml;sischen &Ouml;konomen Gabriel Zucman weltweit in Steuers&uuml;mpfen bunkern. Davon stammen&hellip;<br>\n2.600 Milliarden Dollar<br>\n&hellip;aus Europa, 1.300 Milliarden aus Asien, 1.200 Milliarden aus den USA, 800 Milliarden aus den Golf-L&auml;ndern, 700 aus Lateinamerika und 200 aus Russland.<br>\n8 % des Weltverm&ouml;gens<br>\n&hellip;werden laut Zucman von reichen Privatpersonen am Fiskus vorbei in Steuers&uuml;mpfen geparkt.<br>\n250 Milliarden Dollar<br>\nIn dieser H&ouml;he soll sich laut Tax Justice Network der Steuerentgang in den Herkunftsl&auml;ndern der Verm&ouml;gen bewegen.<br>\n1.000 Milliarden Euro<br>\nSo hoch ist laut EU-Kommission der Schaden f&uuml;r die EU-Mitgliedsstaaten durch Steuertrickserei. Das ist fast das Dreifache des Budgetdefizits der EU-Mitgliedsl&auml;nder.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast-blog.at\/12-firmen-groessten-steuertrickser-eu\/\">Kontrast Blog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wenn Gerechtigkeit mehr Wachstum schafft<\/strong><br>\nMit den Agenda-Reformen der ersten Generation hat Deutschland, ganz grob gesagt, eher die erste Option gew&auml;hlt: durch viel Kostenkappen und Verzicht daf&uuml;r zu sorgen, dass mehr einfachere Arbeit geschaffen wird und sich das teure Made in Germany g&uuml;nstiger verkauft. Erfolgreich.<br>\nDie Kehrseite: &Uuml;ber Jahre hinweg gab es kaum Investitionen in die Zukunft; alles in allem wird heute real weniger in Ausr&uuml;stungen investiert als 2008. Und: Nach OECD-Sch&auml;tzung ist das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft heute geringer als vor den Reformen in den Neunzigerjahren.<br>\nEntwurf eines Mittelwegs<br>\nAll das ist kein Grund, die Agenda 2010 gleich r&uuml;ckabzuwickeln. Nur: Wenn all das stimmt, was Wissenschaftler herausgefunden haben, birgt das eine ganz neue Erkenntnis, wie die n&auml;chste Agenda-Runde aussehen sollte. \n<ul>\n<li>Dann ist es wom&ouml;glich sinnvoll, den Leuten (auch mal) mehr Zeit zu lassen, um sich zu qualifizieren und den passenden Job zu finden &ndash; aus wirtschaftlichen, nicht (nur) aus sozialen Gr&uuml;nden. <\/li>\n<li>Dann ist es nicht nur gutmenschlich, sondern f&uuml;r Wirtschaft und Wohlstand im Land sinnvoll, die unteren L&ouml;hne eine ganze Weile schneller zulegen zu lassen als die obersten &ndash; zumal die Reichen ohnehin immer nur einen kleinen Teil ihres Geldes ausgeben. Die deutsche Volkswirtschaft w&uuml;rde es bekanntlich robuster machen, wenn sie nicht mehr so relativ einseitig vom guten Export abh&auml;ngen w&uuml;rde. <\/li>\n<li>Dann geht es darum, viel mehr positive Anreize f&uuml;r Investitionen zu setzen, statt nur Kosten zu kappen &ndash; etwa dadurch, dass Investitionen schneller steuerlich abgeschrieben werden k&ouml;nnen. <\/li>\n<li>Und dann ergibt es Sinn, &Uuml;bersch&uuml;sse im Staatshaushalt sehr viel mehr f&uuml;r bessere Stra&szlig;en, Schienen, Schulen und Forschungsauftr&auml;ge auszugeben &ndash; statt Steuern zu senken, was ohnehin nur den relativ Bessergestellten zugutekommt, die &uuml;berhaupt so viel verdienen, dass sie Steuern zahlen m&uuml;ssen. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Das hei&szlig;t nicht, dass alles gut ist, was gleichmacht. H&ouml;chste Zeit aber, mit dem altbackenen Geplapper aufzuh&ouml;ren, wonach gutes Wirtschaften immer irgendwie mit Verzicht und Entbehrung zu tun hat &ndash; und die Wirtschaft angeblich gleich kollabiert, wenn es weniger ungleich zugeht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/martin-schulz-im-wahlkampf-masterplan-fuer-eine-sozialere-marktwirtschaft-a-1137114.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.M.:<\/strong> Leider kann oder will sich Herr Fricke nicht wirklich von der Agenda 2010 l&ouml;sen, und man muss den Artikel bis zum Ende lesen um zu den wirklich guten Aussagen vorzusto&szlig;en, aber eine solchen Artikel bei Spiegel-Online zu lesen hat mich (positiv) &uuml;berrascht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Armut<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Armut kann man nicht wegl&uuml;gen<\/strong><br>\nMit 15,7 Prozent hat die Armutsquote in Deutschland einen neuen H&ouml;chststand erreicht. Schnell sind all diejenigen zu h&ouml;ren, die die Zahlen des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes relativieren oder wegl&uuml;gen wollen. Sicher geht es den Armen hier besser als den Verhungernden in Zentralafrika, oder den Menschen in Rum&auml;nien oder Bulgarien. Armut ist immer relativ.<br>\nJeder Vierte arbeitet im Niedriglohnsektor, viele sind als Leiharbeiter oder mit schlecht bezahlten Werkvertr&auml;gen oder in Minijobs besch&auml;ftigt. Die Zahl von Rentnern, die auf Grundsicherung angewiesen sind, nimmt zu. 330.000 Haushalten wurde der Strom abgestellt, die Energiearmut w&auml;chst. 40 Prozent der Haushalte haben seit der Jahrtausendwende reale Einkommensverluste. Die &bdquo;Deutschland geht es gut&ldquo;-Rhetorik der Kanzlerin und das folgenlose soziale-Gerechtigkeits-Geschw&auml;tz der letzten Jahre sind eine Verh&ouml;hnung der Menschen, die davon betroffen sind,<br>\nAll denjenigen, die die Zahlen des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes sch&ouml;nreden wollen, w&auml;re zu w&uuml;nschen, dass sie selbst einmal mit Niedriglohn, Hartz IV oder gesperrtem Stromanschluss auskommen m&uuml;ssen.<br>\nDie Agenda 2010 und die Steuer- und Sozialgesetze der letzten Jahre, die zu dem Auseinanderfallen der Gesellschaft gef&uuml;hrt haben, m&uuml;ssen von Grund auf korrigiert werden. Das muss auch Martin Schulz einsehen. Jetzt sind die Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat da, um f&uuml;r Millionen Menschen das Leben zu verbessern. Diese Mehrheiten m&uuml;ssen jetzt genutzt werden. Was nach der Bundestagswahl ist, wei&szlig; niemand. Der heilige Martin hat den Bettler nicht jahrelang frieren lassen, sondern seinen Mantel sofort mit ihm geteilt. Wer arm bleibt, stirbt fr&uuml;her!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1339911609403636\/?type=3&amp;theater%20\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>Lauter zufriedene Rentner<\/strong><br>\nAltersarmut sei derzeit noch kein gro&szlig;es Thema, sagen die Autoren der Altersstudie 2017. 85 Prozent der Rentner in Deutschland sagten von sich selbst, dass die zufrieden oder sogar sehr zufrieden seien. Allerdings nehmen die soziale Unterschiede zu. Wie sich das auf die soziale Zufriedenheit auswirke, sei noch nicht abzusehen.<br>\nChrista Kleefisch angelt sich noch einen Pfannkuchen vom Teller. Die 75-J&auml;hrige sitzt mit ihrer Seniorengruppe beim Fr&uuml;hst&uuml;ck in der Tagespflege der Diakonie in Berlin &ndash; und sie ist bester Laune.<br>\n&ldquo;Krille werde ich genannt, weil ich die Berliner G&ouml;re hier in unserer Einrichtung bin. Kann noch kiecken, kann noch loofn, kann mir koofn, watt mir irjendwie jef&auml;llt, mir jeht es jut auf dieser Welt.&rdquo;<br>\nTrotz aller Gebrechen, ihr geht es gut. Damit geh&ouml;rt Christa Kleefisch zu der deutlichen Mehrheit der deutschen Rentner &ndash; immerhin 85 Prozent &ndash; die von sich sagen, sie seien zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Das ist das zentrale Ergebnis der Altersstudie 2017 im Auftrag des Versicherungskonzerns Generali. F&uuml;r die Studie wurden &uuml;ber 4.000 Deutsche zwischen 65 und 85 Jahren befragt. Entscheidend f&uuml;r die Zufriedenheit sei die gesellschaftliche Schicht der Befragten, sagt der Autor der Studie, Michael Sommer vom Allensbach Institut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/generali-altersstudie-2017-lauter-zufriedene-rentner.769.de.html?dram:article_id=380230%20\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> &hellip;. offenbar sind die Studienersteller mit Scheuklappen durch die Gro&szlig;st&auml;dte gegangen; selbst im wirtschaftlich besser aufgestellten Bayern finden sich div. &auml;ltere Hilfsbed&uuml;rftige, wenn man mit offenen Augen durch die Stra&szlig;en geht.<\/em><br>\n<em>Wieso haben eigentlich die Tafeln &uuml;berall Zulauf?<\/em><br>\n<em>So wird Stimmung gemacht und der Deutschlandfunk &uuml;bernimmt dies ohne kritischen Kommentar; geistige Brandstiftung geh&ouml;rt eigentlich bestraft!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Auch das viele Geld macht deutsche Rentner nicht gl&uuml;cklich<\/strong><br>\nJahr f&uuml;r Jahr ist die Politik bem&uuml;ht, Millionen deutsche Ruhest&auml;ndler mit satten Rentenerh&ouml;hungen zufriedenzustellen. Eine Umfrage offenbart, dass das Geld zwar ankommt. Doch seinen Zweck verfehlt.<br>\nViele Milliarden Euro kosten die regelm&auml;&szlig;igen Rentenerh&ouml;hungen den deutschen Steuerzahler jedes Jahr &ndash; rund f&uuml;nf Prozent mehr gab es allein im vergangenen Jahr. Nun stellt sich heraus, dass dieses zus&auml;tzliche Geld die deutschen Rentner offenbar gar nicht zufriedener macht.<br>\nDiesen Schluss l&auml;sst die Generali Altersstudie 2017 zu, die das Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach im Auftrag des Versicherers Generali nach 2013 zum zweiten Mal durchgef&uuml;hrt hat. Die Ergebnisse haben durchaus politische Sprengkraft. Denn die j&uuml;ngeren Generationen betrachten die j&auml;hrlichen Erh&ouml;hungen ohnehin mit Skepsis. Viele haben das Gef&uuml;hl, diese Zuwendungen heute zu finanzieren, ohne sp&auml;ter selbst in den Genuss solcher Gelder zu kommen.<br>\nAuf der Zufriedenheitsskala von null (&bdquo;&uuml;berhaupt nicht zufrieden&ldquo;) bis zehn (&bdquo;v&ouml;llig zufrieden&ldquo;) w&auml;hlten die Ruhest&auml;ndler in der Umfrage im Durchschnitt 7,2. Das ist ein leichter R&uuml;ckgang beim Gl&uuml;cksempfinden. Bei der letzten Erhebung vor vier Jahren lag der durchschnittliche Zufriedenheitswert noch etwas h&ouml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article162486264\/Auch-das-viele-Geld-macht-deutsche-Rentner-nicht-gluecklich.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin N.M.:<\/strong> ich m&ouml;chte Sie auf einen recht abenteuerlichen Artikel von Nando Sommerfeldt und Holger Zsch&auml;pitz in der WELT KOMPAKT von Donnerstag, dem 2. M&auml;rz 2017 aufmerksam machen, der mich doch sehr &auml;rgert. <\/em><br>\n<em>Geschrieben nach dem Motto: Am Anfang steht eine Meinung, die ich irgendwie versuchen muss, zu rechtfertigen und zu begr&uuml;nden. &ldquo;Untermauert&rdquo; werden soll das ganze mit zwei Grafiken. Die eine Grafik entstammt dabei tats&auml;chlich der Generali Altersstudie, auf die im Artikel bezug genommen wird, wobei ich gestehen muss, dass ich den ersten Teil der Grafik nicht verstehe. Was bedeuten denn die Zahlen 0,1,3,5,9,10,&hellip;? Im &Uuml;brigen ist interessant, dass die Autoren bei konkreten Einkommenszahlen der Rentner wohl eher die Oberschicht im Blick haben: ein Haushaltsnettoeinkommen von durchschnittlich 2410 Euro im Monat (&hellip;) h&auml;tten laut aktueller Umfrage die 65- bis 85-J&auml;hrigen. Entstammt diese Zahl der Generali Altersstudie oder einer anderen Umfrage? 2410 Euro im Monat&hellip;- mein GEHALT liegt jedenfalls deutlich darunter. Wenn es dann um die Zufriedenheit in den &ldquo;sozial schlechter gestellten Schichten&rdquo; geht, h&auml;lt man sich mit Zahlenmaterial zur Einkommensh&ouml;he zur&uuml;ck. So genau soll das wohl niemand wissen, es k&ouml;nnte vermutlich die Thesen gef&auml;hrden.<\/em><br>\n<em>Die zweite Grafik zur Generationengerechtigkeit des Rentensystems hat dann wiederum mit dem Thema an sich gar nichts zu tun. Lediglich ein Satz ganz am Anfang des Artikels thematisiert die so genannte Generationengerechtigkeit. Ein Satz wird mit einer Grafik untermauert!? Auch wenn mir nat&uuml;rlich klar ist, worauf man hinaus will, f&uuml;hle ich mich als Leserin doch verwirrt. Auch entstammt diese Grafik gar nicht der Generali Altersstudie; als Quelle wird Civey angegeben. Civey ist ein Unternehmen, dass laut Internetseite &ldquo;repr&auml;sentative Umfragen im Internet erm&ouml;glicht&rdquo;.<\/em><br>\n<em>Die Schlussfolgerungen am Ende des Textes setzen dem ganzen Artikel dann noch das Kr&ouml;nchen auf: Staatliche Unterst&uuml;tzung beim Thema Gesundheit und VHS-Gutscheine. Das hat wirklich BILD-Zeitung-Niveau. (&hellip;)<\/em><br>\n<em>Vor allem die Mittel, wie hier Meinungsmache betrieben wird, finde ich h&ouml;chst erschreckend. Wenn man den Print-Artikel vor sich hat, sind da die &Uuml;berschrift als Aufmacher und die beiden Grafiken, die sofort ins Auge fallen und vor allem den Lesern\/-innnen, die den Artikel nur oberfl&auml;chlich &uuml;berfliegen, sofort ins Auge sto&szlig;en und vermutlich haften bleiben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bundesregierung beharrt auf Kindergeldk&uuml;rzung f&uuml;r EU-Ausl&auml;nder<\/strong><br>\nDie Bundesregierung erh&ouml;ht in dem Streit &uuml;ber die geplante K&uuml;rzung des Kindergelds f&uuml;r im Heimatland lebende Kindern von EU-Ausl&auml;ndern den Druck auf die Europ&auml;ische Kommission. In einem gemeinsamen Brief haben Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) die zust&auml;ndige EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen aufgefordert, die EU-Regeln zu &auml;ndern, um eine Indexierung des Kindergelds, sprich eine Anpassung an die Lebenshaltungskosten im Heimatland des Kindes, zu erm&ouml;glichen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.\/Samstagsausgabe). Das auf den 13. Februar datierte Schreiben liegt der Zeitung vor.<br>\nDie Minister argumentieren in dem Brief, Ziel des Kindergelds sei es, f&uuml;r die Eltern &bdquo;unvermeidbare Sonderbelastungen durch das Aufziehen von Kindern&ldquo; auszugleichen. Entscheidend daf&uuml;r sei das Preisniveau des Lands, in dem die Kinder lebten. Wenn die Regeln f&uuml;r die Freiz&uuml;gigkeit in der EU nicht angepasst w&uuml;rden, sei die Akzeptanz dieses Prinzips gef&auml;hrdet, hei&szlig;t es weiter. Politisch sei eine &Auml;nderung m&ouml;glich. Schlie&szlig;lich h&auml;tten die EU-Staats- und Regierungschefs den Briten im Februar 2016 genau das zugestanden, um den Brexit zu verhindern. Mit dem Votum der Briten f&uuml;r den Austritt aus der EU war diese Zusage allerdings hinf&auml;llig geworden. Die EU-Kommission argumentiert bisher, die Indexierung des Kindergelds f&uuml;hre zu B&uuml;rokratie und stelle eine europarechtswidrige Diskriminierung dar. Au&szlig;erdem werde das Problem &uuml;berbewertet. Die Einsparungen f&uuml;r Deutschland w&auml;ren geringer als 0,1 Prozent der j&auml;hrlichen Kindergeldausgaben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/f-a-z-exklusiv-bundesregierung-beharrt-auf-kindergeldkuerzung-fuer-eu-auslaender-14908813.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wir erinnern uns &ndash; die M&ouml;glichkeit, das Kindergeld f&uuml;r EU-Ausl&auml;nder zu k&uuml;rzen, wurde vor ziemlich genau einem Jahr geschaffen und uns von den Medien als &bdquo;Briten-Bonus&ldquo; verkauft. Die Geschichte wurde folgenderma&szlig;en erz&auml;hlt: Um den Rechtspopulisten in Gro&szlig;britannien ein Z&uuml;ckerli zu geben und damit die Brexit-Wahrscheinlichkeit zu senken, stimmen wir, also die &bdquo;guten Europ&auml;er&ldquo;, dieser Forderung z&auml;hneknirschend zu. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31548\">Schon damals wiesen wir von den NachDenkSeiten darauf hin<\/a>, dass dies ein abgekartetes Spiel der Deutschen ist, die exakt diese Forderung gegen klassische Gastarbeiterl&auml;nder wie Polen auf dem R&uuml;cken der Brexit-Debatte durchdr&uuml;cken wollten. Und siehe da: Ein Jahr sp&auml;ter ist Gro&szlig;britannien in den Brexit-Verhandlungen und &bdquo;ausgerechnet&ldquo; Deutschland k&auml;mpft f&uuml;r die Kindergeldk&uuml;rzung. Aber wir glauben ja immer noch, dass wir die &bdquo;Guten&ldquo; sind und wundern uns dann immer, wenn die Solidarit&auml;t der Europ&auml;er mit uns ihre Grenzen hat.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Statistische Sterbef&auml;lle und story telling bei Dieselgate<\/strong><br>\nDieselfahrzeuge sind nicht gut f&uuml;r die Umwelt. Aber f&uuml;r den Absatz war es gut, sie so erscheinen zu lassen. Wer wei&szlig;, was da im Laufe der Zeit noch auf den Tisch kommt. Dass nur VW kreative Software zur gef&auml;lligen Anzeige niedriger Abgaswerte auf dem Pr&uuml;fstand eingesetzt hat, kann man sich fast nicht vorstellen. Aber VW wurde erwischt. Das kostet den Konzern allein in Amerika mehr als 20 Mrd. Dollar. Seltsamerweise wird das in Deutschland eher achselzuckend zur Kenntnis genommen, ebenso wie die Tatsache, dass die VW-Kunden hierzulande mit wom&ouml;glich nicht ganz nebenwirkungsfreien Software-Updates abgespeist werden und demn&auml;chst vielleicht 80 % der Dieselfahrzeuge nicht mehr &uuml;berall in die St&auml;dte d&uuml;rfen.<br>\nDer Schutz von VW geh&ouml;rt zur Staatsraison. Da ist es aus Sicht von Dobrindt &amp; Co. gut, wenn die enormen finanziellen Folgen der Abgas-Manipulationen in Amerika hierzulande nicht so viel Wirbel machen &ndash; und die gesundheitlichen Folgen gar nicht weiter thematisiert werden. Die gibt es n&auml;mlich auch. Vor etwa eineinhalb Jahren hatte ich hier auf Gesundheits-Check auf erste Berechnungen zur Zahl zus&auml;tzlicher Sterbef&auml;lle durch die Abgas-Manipulationen hingewiesen. Zwischenzeitlich sind ein paar mehr Studien erschienen, ganz aktuell eine von Chossi&egrave;re et al., einer Forschergruppe am MIT, in der Zeitschrift Environmental Research Letters.<br>\nScDemnach ist durch die Abgas-Manipulationen in Europa mit zus&auml;tzlich 1.200 vorzeitigen Sterbef&auml;llen zu rechnen, allein 500 in Deutschland. Die Autoren verweisen selbst auf gro&szlig;e Unsicherheiten in ihren Berechnungen und auch die Konfidenzintervalle bei der Zahl der vorzeitigen Sterbef&auml;lle in den einzelnen L&auml;ndern sind sehr gro&szlig;. Sollte man also besser auf solche Berechnungen verzichten? Oder r&uuml;cken sie durch ein ganz anderes story telling die t&ouml;dlichen Dimensionen der Geschichte doch zu Recht ins Licht?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/scienceblogs.de\/gesundheits-check\/2017\/03\/05\/statistische-sterbefaelle-und-story-telling-bei-dieselgate\/?utm_source=feedly&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=statistische-sterbefaelle-und-story-telling-bei-dieselgate\">ScienceBlogs<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Nur Papiertiger? &ndash; Die &bdquo;Neue&ldquo; deutsche Afrikapolitik<\/strong><br>\nDie deutschen Pl&auml;ne zur F&ouml;rderung der Entwicklung in Afrika und zur Bek&auml;mpfung von Fluchtursachen drohen bereits im Ansatz zu scheitern.<br>\nAfrika steht im Zentrum der deutschen G20-Pr&auml;sidentschaft. Mit neuen Partnerschaften (Compacts with Africa) sollen die Investitionsbedingungen in ausgew&auml;hlten afrikanischen L&auml;ndern verbessert und dadurch deutsche Unternehmen auf den Kontinent gelockt werden. Zudem hat Entwicklungsminister Gerhard M&uuml;ller (CSU) vor Kurzem seinen Marshallplan mit Afrika vorgestellt. M&uuml;llers Plan geht &uuml;ber die Investitionsf&ouml;rderung hinaus. Er will auch &bdquo;sch&auml;dliche Exporte nach Afrika [stoppen], die aufkeimende Industrien zerst&ouml;ren&ldquo;. Ebenso plant M&uuml;ller, unlautere Finanzstr&ouml;me zu bek&auml;mpfen, die Afrika Milliardensummen kosten (s. hier). Doch M&uuml;ller fordert auch verst&auml;rkte Anstrengungen von Seiten der afrikanischen Partner. Er fordert &bdquo;gute Regierungsf&uuml;hrung&ldquo;.<br>\nDie deutschen Pl&auml;ne f&uuml;r Afrika basieren gr&ouml;&szlig;tenteils auf neoliberalen Grundannahmen, die schon in der Vergangenheit kaum Erfolge gezeitigt haben. Doch das ist nicht der einzige Mangel der neuen Entwicklungspl&auml;ne. Es fehlt der &bdquo;neuen&ldquo; deutschen Afrikapolitik auch an politischer Koh&auml;renz, sodass die Pl&auml;ne in vielen Bereichen Papiertiger zu werden drohen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/03\/nur-papiertiger-die-neue-deutsche-afrikapolitik\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Scharade im kontrollfreien Raum: Hat die EU gar keinen T&uuml;rkei-Deal geschlossen?<\/strong><br>\n1.Das erstinstanzliche Gericht der EU &ndash; im Rechtsschutzsystem der Union f&uuml;r Klagen von Einzelpersonen zust&auml;ndig &ndash; hat am 28. Februar 2017 &uuml;ber drei Klagen von Asylsuchenden entschieden, die f&uuml;r ihre drohende &Uuml;berstellung in die T&uuml;rkei die Vereinbarung verantwortlich machen, die der Europ&auml;ische Rat am 18. M&auml;rz 2016 mit der t&uuml;rkischen Regierung geschlossen hat und der &Ouml;ffentlichkeit unter der Bezeichnung &bdquo;EU-T&uuml;rkei-Erkl&auml;rung&ldquo; bekannt gegeben wurde. Das Gericht hat die Klagen ohne m&uuml;ndliche Verhandlung abgewiesen. Das Publikum reibt sich erstaunt die Augen: an der &bdquo;Erkl&auml;rung EU-T&uuml;rkei&ldquo; sei die EU gar nicht beteiligt gewesen, so das Gericht. An dem ma&szlig;geblichen Treffen am Sitz des Europ&auml;ischen Rates in Br&uuml;ssel h&auml;tten die Staats- und Regierungschefs nicht in ihrer Eigenschaft als Mitglieder dieses Unionsorgans teilgenommen, sondern ein &bdquo;internationales Gipfeltreffen&ldquo; veranstaltet. F&uuml;r den T&uuml;rkei-Deal seinen allein die Mitgliedstaaten als v&ouml;lkerrechtliche Akteure verantwortlich, das Gericht also nicht zust&auml;ndig. (&hellip;)<br>\nDie Zul&auml;ssigkeit dagegen war problematisch. Einzelpersonen k&ouml;nnen gegen eine Handlung der EU nur dann direkt vor dem Gerichtshof der EU klagen, wenn sie von ihr Handlung &bdquo;unmittelbar betroffen&ldquo; sind (Art. 263 Abs. 4 AEUV). Es w&auml;re den Kl&auml;gern wohl schwer gefallen, dies nachzuweisen. Die restriktive Auslegung dieses Zul&auml;ssigkeitserfordernisses wird gemeinhin damit begr&uuml;ndet, dass Einzelpersonen ein alternativer Klageweg vor einem nationalen Gericht zur Verf&uuml;gung steht (hier: in Griechenland), das dann den Gerichtshof im Wege der Vorabentscheidung mit dem Fall befasst. H&auml;tte sich das Gericht auf dieses Argument gest&uuml;tzt, w&auml;ren die Klagen zwar gescheitert, es h&auml;tte aber nicht zugleich die Justiziabilit&auml;t des T&uuml;rkei-Deals insgesamt in Frage gestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/verfassungsblog.de\/scharade-im-kontrollfreien-raum-hat-die-eu-gar-keinen-tuerkei-deal-geschlossen\/\">Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>So will Schulz bei der Agenda 2010 nachbessern<\/strong><br>\nDas Konzept sieht Korrekturen und Weiterentwicklungen der Agenda vor &ndash; jenes Reformprogramms, das 2003 unter dem SPD-Kanzler Gerhard Schr&ouml;der ins Werk gesetzt wurde und die Partei spaltete. Ein zentraler Punkt betrifft das Arbeitslosengeld I. Bislang erhalten Arbeitslose es h&ouml;chstens zw&ouml;lf Monate &ndash; es sei denn, sie sind &auml;lter als 50, dann steigt die maximale Bezugsdauer schrittweise auf 24 Monate. Hier setzt das Konzept an, das Arbeitsministerin Andrea Nahles in ihrer Funktion als Leiterin der entsprechenden SPD-Arbeitsgruppe zum Wahlprogramm erarbeitet hat. Am Montag soll es in den SPD-Spitzengremien beraten werden.<br>\nK&uuml;nftig sollen Arbeitslose ein Recht auf Weiterbildung haben, das es so bisher nicht gibt. Finden sie innerhalb von drei Monaten keine neue Stelle, sollen sie ein Angebot f&uuml;r eine &ldquo;Qualifizierungsma&szlig;nahme&rdquo; bekommen. Zust&auml;ndig sein soll die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, die in &ldquo;Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und Qualifizierung&rdquo; umbenannt w&uuml;rde. F&uuml;r die Dauer der Qualifizierung soll der Teilnehmer ein neues &ldquo;Arbeitslosengeld Q&rdquo; in H&ouml;he des Arbeitslosengeldes I bekommen.<br>\nNach Ende der Qualifizierung bekommt der Betroffene dann wieder das normale Arbeitslosengeld. Neu daran ist, dass die Bezugsdauer des &ldquo;Arbeitslosengelds Q&rdquo; nicht auf die Zeit angerechnet wird, die ein Betroffener Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat. Bislang war es so, dass f&uuml;r die Zeit der Qualifizierung die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds um die H&auml;lfte gemindert wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bundestagswahlkampf-so-will-schulz-bei-der-agenda-nachbessern-1.3403658\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><strong>Dazu: Linke an SPD: Ihr m&uuml;sst mit Hartz IV brechen<\/strong><br>\nMartin Schulz will die Agenda 2010 teilweise zur&uuml;cknehmen. F&uuml;r die Linken ist das Augenwischerei. Die Parteichefin erkl&auml;rt, was ein wirklicher Bruch mit Schr&ouml;ders Reformen bedeuten w&uuml;rde. Und auch die Gr&uuml;nen kritisieren den SPD-Kandidaten.<br>\nVertreter der Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag werfen der SPD vor, am Hartz-IV-System festhalten zu wollen. &bdquo;Ein l&auml;ngerer Bezug von Arbeitslosengeld I ist gut&ldquo;, sagte die Vorsitzende der Linkspartei Katja Kipping an diesem Samstag in Berlin. &bdquo;Aber zu einem wirklichen Bruch mit Agenda 2010 und Hartz IV geh&ouml;rt die Abschaffung der Sperrzeiten und der Hartz-IV-Sanktionen.&ldquo; Sie seien Schikane.<br>\nSie reagierte damit darauf, dass die SPD unter ihrem designierten Parteichef und Kanzlerkandidaten Martin Schulz den Bezug von Arbeitslosengeld verl&auml;ngern m&ouml;chte, wenn sich die Betroffenen weiterqualifizieren. Ein entsprechendes Konzept soll der Parteivorstand am kommenden Montag beschlie&szlig;en. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Wir wollen ein Recht auf Weiterbildung einf&uuml;hren&ldquo;, hei&szlig;t es in der entsprechenden Beschlussvorlage. Die oberste Arbeitsbeh&ouml;rde soll in &bdquo;Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und Qualifizierung&ldquo; umbenannt und gesetzlich verpflichtet werden, Arbeitslosen ein Angebot f&uuml;r eine Qualifizierungsma&szlig;nahme zu machen, wenn sie innerhalb von drei Monaten keine neue Besch&auml;ftigung finden. F&uuml;r die Dauer der Qualifizierung wird &bdquo;Arbeitslosengeld Q&ldquo; in H&ouml;he des Arbeitslosengeldes I gezahlt.<br>\nDie Gr&uuml;nen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer lobte, dass Schulz die Verl&auml;ngerung des Arbeitslosengeld-Bezugs an Qualifizierung koppeln will. Das Prinzip gelte aber schon heute. Gerade wenn es um &Auml;ltere gehe, h&auml;tten sich zudem Lohnkostenzusch&uuml;sse bew&auml;hrt. &bdquo;Gr&ouml;&szlig;tes Manko des Konzepts: Arbeitslosengeld-II-Bezieher haben davon nichts&ldquo;, so Pothmer: &bdquo;Damit fallen 63 Prozent aller Arbeitslosen hinten herunter.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/bundestagswahlkampf-linke-an-spd-ihr-muesst-mit-hartz-iv-brechen-14909150.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Reporter ohne Grenzen: Weitere Verfassungsbeschwerde gegen BND-&Uuml;berwachung<\/strong><br>\nReporter ohne Grenzen legt Verfassungsbeschwerde gegen die Massen&uuml;berwachung des Bundesnachrichtendienstes ein, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.<br>\nKonkret richtet sich die Verfassungsbeschwerde gegen die &bdquo;strategische Fernmelde&uuml;berwachung&ldquo; des BND im Jahr 2013: Nach allem, was &uuml;ber den Umfang der &Uuml;berwachung vor allem des E-Mail-Verkehrs zwischen In- und Ausland sowie &uuml;ber die vom BND verwendeten Suchkriterien bekannt ist, m&uuml;sse Reporter ohne Grenzen davon ausgehen, dass auch zahlreiche E-Mails der Organisation erfasst wurden &ndash; und dass diese Praxis unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und nicht vom G-10-Gesetz gedeckt sei. Dies beeintr&auml;chtige massiv die Arbeit von Reporter ohne Grenzen und verletze die Interessen der Organisation. (&hellip;)<br>\nZuvor wurde eine Klage durch Reporter ohne Grenzen zur Arbeit des BND vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aufgeteilt. Das Gericht stellte &bdquo;Nachfragen zur Anonymisierung grundrechtsgesch&uuml;tzter Daten&ldquo;, lehnte aber den &bdquo;Klagepunkt zur strategischen Auslands&uuml;berwachung&ldquo; ab.<br>\nVor einer Woche wurde bekannt, dass der BND gezielt Journalisten und Medien, darunter die New York Times und die BBC, abgeh&ouml;rt hat. Vertreter der Opposition im Bundestag forderten eine umgehende Aufkl&auml;rung des Skandals.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/reporter-ohne-grenzen-weitere-verfassungsbeschwerde-gegen-bnd-ueberwachung\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Trump l&uuml;gt nicht allein<\/strong><br>\nMerkel, Kauder und Konsorten l&uuml;gen schon viele Jahre<br>\nSchulz rede Deutschland schlecht, &bdquo;wie man es sonst eigentlich nur von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine gewohnt ist&ldquo;, schreibt Volker Kauder in einem Gastbeitrag f&uuml;r die &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo;. Wie Merkel sagt auch Kauder: Deutschland geht&rsquo;s gut. Sie l&uuml;gen seit vielen Jahren.<br>\nDie Renten sinken, der Durchschnitts-Rentner in &Ouml;sterreich hat 800 Euro mehr im Monat &ndash; aber Deutschland geht&rsquo;s gut.<br>\n40 Prozent der Deutschen haben seit 1999 reale Einkommens-Verluste, k&ouml;nnen sich also weniger leisten &ndash; aber Deutschland geht&rsquo;s gut.<br>\nMehr als zwei Millionen Kinder wachsen in Armut auf &ndash; aber Deutschland geht&rsquo;s gut.<br>\nWenn L&uuml;gen kurze Beine haben, dann k&ouml;nnten Merkel und Kauder unterm Teppich Fallschirm springen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/?ref=page_internal&amp;hc_ref=PAGES_TIMELINE&amp;fref=nf\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Sie stehen f&uuml;r intellektuelle Redlichkeit, Frau Wagenknecht<\/strong><br>\nDarf eine Linke auf Wunden zeigen, auf die vorher schon Rechte gezeigt haben? Dar&uuml;ber hat Redakteurin Gisela Rauch nachgedacht. Und dann an Sahra Wagenknecht geschrieben.<br>\nSehr geehrte Frau Wagenknecht, vor einigen Tagen hat die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; ein Portrait &uuml;ber Sie ver&ouml;ffentlicht; ein dicht geschriebenes und ganz und gar abwertendes Portrait. Am Textbeginn d&uuml;rfen namentlich nicht genannte Personen Sie als &bdquo;Autistin&ldquo;, als &bdquo;gef&auml;hrlich&ldquo; und als &bdquo;unterwegs nach rechts&ldquo; beschreiben. Am Textende hei&szlig;t es, dass Sie &bdquo;in anderthalb Stunden kein einziges Mal gelacht&ldquo; h&auml;tten. Dazwischen erf&auml;hrt der Leser, dass Sie Halb-Iranerin sind, Ihr &bdquo;eigenes Fremdsein aber unterwegs abgestreift haben&ldquo;, dass Sie einen eleganten Mantel tragen und Ihr Ehemann Oskar Lafontaine von einem Nazi-Lehrer gepr&auml;gt worden ist. Wozu all diese subtil als biografische Details verbr&auml;mten Spitzen? Wozu anonyme Beschimpfungen? Ach so &ndash; um zu zeigen, dass Sie, die Spitzenkandidatin der Linken, &bdquo;oft stramm rechts&ldquo; klingen. Das ist die These der Autorin. Und so steht es in der &Uuml;berschrift. (&hellip;)<br>\nDer Text hat mich nicht losgelassen. Manchmal muss ich herumw&uuml;hlen in Geschriebenem, um herauszufinden, ob Andeutungen stimmen. Also habe ich, sehr geehrte Frau Wagenknecht, viel &uuml;ber Sie und von Ihnen gelesen, unter anderem Ihre Bundestagsreden. Auch jene vom November 2016, aus der die SZ-Autorin unter dem Motto &bdquo;Und der Ton wird sch&auml;rfer&ldquo; zitiert: &bdquo;Je mehr Hartz-IV-Empf&auml;nger &ndash; und Sie wissen, dass die meisten Fl&uuml;chtlinge im n&auml;chsten Jahr Hartz IV bekommen werden &ndash; , desto teurer wird es f&uuml;r den Postzusteller und die Aldi-Kassiererin&ldquo;. Dieser Satz; er gilt der S&uuml;ddeutschen offenbar als Beleg f&uuml;r rechtes Denken. (&hellip;)<br>\nJa, Frau Wagenknecht, den Satz haben Sie gesagt. Allerdings nicht ins Blaue hinein, wie es der SZ-Text suggeriert, sondern mit Blick auf steigende Krankenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r gesetzlich Versicherte.<br>\nDoris Pfeiffer, Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Kassen, hat schon vor Monaten genau diesen Bezug hergestellt zwischen vielen anerkannten Fl&uuml;chtlingen und steigenden Krankenkassenbeitr&auml;gen, wie man etwa in der &bdquo;Zeit&ldquo; vom 14. Juli 2016 nachlesen kann. Was Sie in Ihrer Rede weiter gesagt haben, war, dass &uuml;ber h&ouml;here Krankenkassenbeitr&auml;ge die kleinen Leute die Zahlungen f&uuml;r Hartz-IV-Leistungen f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge in st&auml;rkerem Ma&szlig;e finanzieren m&uuml;ssen als deren &bdquo;privat versicherter Chef&ldquo;, der samt seiner Konzerne von der Finanzierung solcher gesamtgesellschaftlicher Aufgaben verschont werde. Das haben Sie gesagt, nicht mehr. Einen stramm rechten Denkansatz kann ich dabei nicht erkennen. Ich sehe nur eine leicht linkslastige Erkl&auml;rung volkswirtschaftlicher Zusammenh&auml;nge. Vielleicht bin ich zu unvoreingenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.mainpost.de\/ueberregional\/meinung\/dersamstagsbrief\/Sie-stehen-fuer-intellektuelle-Redlichkeit-Frau-Wagenknecht;art507163,9521169\">MainPost<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Was bleibt von Bernie Sanders? Lehren f&uuml;r linke Mobilisierung<\/strong><br>\nBernie Sanders ist es gelungen einer breiten Basisbewegung in den USA eine Stimme zu verleihen. Was von der Bewegung nach dem Wahlkampf &uuml;brig bleibt und was wir auch hier in &Ouml;sterreich von ihr lernen k&ouml;nnen, analysiert Rainer Hackauf.<br>\nDie US-Demokraten wurden in den letzten Jahren von erfolgreichen Basisbewegungen unter Druck gesetzt: Occupy!-Bewegung, Proteste von LehrerInnen, die Bewegung von Fastfood-Angestellten f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne, Initiativen gegen Zwangsr&auml;umungen und Verschuldung sowie die Bewegung gegen rassistische Polizeigewalt sorgten f&uuml;r Aufsehen. Gemeinsam hatten die Bewegungen, dass sie grundlegende Ungleichheiten in den USA breitenwirksam zum Thema machten und so der US-Linken neuen Auftrieb verliehen.<br>\nDiese von Basisbewegungen er&ouml;ffneten R&auml;ume konnten in der Vergangenheit schon PolitikerInnen wie der New Yorker B&uuml;rgermeister Bill de Blasio f&uuml;r sich n&uuml;tzen. Im Zuge der Pr&auml;sidentschaftswahlen versuchte aber alleine Bernie Sanders diese Stimmen anzusprechen. Sanders konnte im Wahlkampf Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse verschieben, weil er es schaffte, einer breiten Koalition &bdquo;von unten&ldquo; eine Stimme zu verleihen. Und was noch wichtiger ist, er konnte diese auch f&uuml;r seinen Wahlkampf mobilisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mosaik-blog.at\/was-bleibt-von-bernie-sanders\/\">mosaik<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-37272","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37272"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37272\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37281,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37272\/revisions\/37281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}