{"id":3736,"date":"2009-02-02T09:00:30","date_gmt":"2009-02-02T08:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3736"},"modified":"2009-02-02T09:02:58","modified_gmt":"2009-02-02T08:02:58","slug":"hinweise-des-tages-822","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3736","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM\/WL)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ul>\n<li>Interview mit Heiner Flassbeck<\/li>\n<li>Letzter Akt des Bankendramas: Enteignung <\/li>\n<li>Wirtschaftskrise in Deutschland: Jetzt mal ehrlich<\/li>\n<li>Die Lobbyisten triumphieren<\/li>\n<li>Verscheuern statt Schreddern<\/li>\n<li>Kenneth Rogoff : &ldquo;Was gerade vor sich geht, ist unvorstellbar&rdquo;<\/li>\n<li>Schock am Katzentisch<\/li>\n<li>Finanzministerium blockierte versch&auml;rfte Bankenaufsicht<\/li>\n<li>Gerechtigkeit und Wirtschaftspolitik<\/li>\n<li>Genosse Optimismus: M&uuml;ntefering redet sich die Sonntagsfrage sch&ouml;n<\/li>\n<li>Lohnuntergrenzen in Europa steigen<\/li>\n<li>Mimikry um Ypsilanti<\/li>\n<li>Verstaatlichung von britischen Privatschulen<\/li>\n<li>Bericht von Pariser Gro&szlig;demo und Hintergr&uuml;nde<\/li>\n<li>Gro&szlig;britannien in der Krise: Zur&uuml;ck an die N&auml;hmaschinen<\/li>\n<li>Britische Jobs f&uuml;r britische Arbeiter<\/li>\n<li>&ldquo;Steckt die Banker in den Bau&rdquo;<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3736&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>Interview mit Heiner Flassbeck <\/strong><br>\nModerator: Herr Flassbeck, lassen Sie uns kurz gemeinsam anh&ouml;ren, was Sie anders als viele andere vor ziemlich genau einem Jahr vorhergesagt haben, &uuml;brigens hier im Deutschlandfunk.<br>\nHeiner Flassbeck (Anfang 2008): Durch den extremen Export-Boom der letzten Jahre ist Deutschland viel verwundbarer, als es jemals vorher war. Das wird &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Von daher spricht alles daf&uuml;r, dass es doch einen gewaltigen R&uuml;ckschlag in diesem Jahr geben wird.<br>\nMan sieht ja in den USA: Die diskutieren sofort ein Konjunkturprogramm. Bei uns ist das Tabu. Nat&uuml;rlich muss man etwas gegensteuern. Man muss. Zum Beispiel kann man darauf vorbereiten, &ouml;ffentliche Investitionen sehr schnell in Gang zu setzen, was sicher sehr viel direkter und unmittelbarer wirkt als Steuersenkungen oder &auml;hnliche Dinge, die jetzt so am Rande diskutiert werden. Also man kann sich vorbereiten und insofern muss man hier ein vollst&auml;ndiges Umdenken in Berlin einfordern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2009\/01\/28\/dlf_20090128_0815_e18ed221.mp3\">DLF [Audio\/MP3]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/910991\/drucken\/\">DLF [Text]<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Spiel geht weiter <\/strong><br>\nWenn die W&auml;hrungsspekulation zusammenbricht, steht uns die n&auml;chste Krise bevor. Deshalb brauchen wir endlich internationale Regeln f&uuml;r ein globales W&auml;hrungssystem.<br>\nVon Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F02%2F02%2Fa0088&amp;cHash=a244d6cbac&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Letzter Akt des Bankendramas: Enteignung <\/strong><br>\nSchon Anfang der Woche beginnt der letzte Akt im Drama Bankenrettung. Dann wird die Vorlage aus dem Hause von Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) zum formellen Gesetzentwurf. Er regelt als ultima ratio die Enteignung von Alteigent&uuml;mern der Banken. Denn die bisherigen staatlichen M&ouml;glichkeiten, die im ersten Bankenrettungspaket ersonnen worden sind, reichen angesichts der Schwere der Krise nicht mehr aus. Jetzt geht es n&auml;mlich nicht mehr nur um Teilverstaatlichung, sondern um die M&ouml;glichkeit, dass der Staat eine private Bank komplett &uuml;bernehmen kann.<br>\nVon Robert von Heusinger<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=1668646&amp;\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Wirtschaftskrise in Deutschland: Jetzt mal ehrlich<\/strong><br>\nNeues aus der Krise: Die Politiker wissen, dass die Lage schlimmer ist, als das Volk glaubt. Aber zugeben wollen sie es nicht. Es ist Zeit, alle Karten auf den Tisch zu legen.<br>\nAm 8. Oktober 2008 war die Krise noch jung, man m&ouml;chte fast sagen: unschuldig. An jenem Mittwochabend luden die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister die Chefs der wichtigsten Zeitungen ins Kanzleramt, um ihnen eine Botschaft zu &uuml;bermitteln. Die lautete: Wir wissen zwar nicht genau, was in zwei oder drei Wochen ist, aber w&uuml;rden doch sehr herzlich um Ihr Vertrauen bitten und vor allem darum, dass Sie keine schlechte Stimmung machen, denn dazu ist die Lage zu ernst. &hellip;<br>\nSp&auml;testens im M&auml;rz wird Deutschland voll von der Wirtschaftskrise erfasst, dann werden sich die Firmenpleiten h&auml;ufen und die Arbeitslosenzahlen steigen. Die Leute ahnen das, ihnen schwant, dass die Regierung keinen rechten Plan hat, so wenig &uuml;brigens wie die Zeitungen. &hellip;<br>\nAuch die Regeln der Wirtschaftsforscher gelten nicht mehr, ihre Prognosemodelle versagen. Noch im Oktober sah Klaus Zimmermann, der Chef des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), &ldquo;keine Anzeichen f&uuml;r eine Rezession&rdquo;; Anfang Dezember sagte er, dass &ldquo;das Konjunkturklima nach wie vor gut&rdquo; sei; seit Januar nun erwartet das DIW &ldquo;eine tiefe Rezession&rdquo;. Was sagt er als N&auml;chstes? &hellip;<br>\nDie Krise entwickelt sich schneller, als die Politik reagieren kann &hellip;<br>\nAuf einmal geht es um Entscheidungen, von denen noch vor zwei Monaten niemand ernsthaft glaubte, sie je treffen zu m&uuml;ssen. Reichen 100 Milliarden Euro an B&uuml;rgschaften noch aus, um bedrohte Industrieunternehmen vor dem Kollaps zu bewahren? Wo ist die Grenze staatlichen Handelns? Gibt es eine Grenze?<br>\nWahrscheinlich hat noch nie zuvor eine deutsche Regierung in so kurzer Zeit so viel Expertise eingeholt, wie es diese in den vergangenen Monaten getan hat. &hellip;<br>\nAber es wirkt doch ungewollt hilflos, wenn Michael Glos das voraussichtliche Wirtschaftswachstum auf zwei Stellen hinter dem Komma genau beziffert &ndash; auf minus 2,25 Prozent. Tats&auml;chlich kann Glos sich nicht einmal bei der Zahl vor dem Komma sicher sein. Auf die kommt man nur, wenn die Konjunkturpakete der Regierung eine gr&ouml;&szlig;ere Wirkung haben als alle Konjunkturpakete der Vergangenheit. &hellip;<br>\nAuch Deutschland hat davon profitiert, dass die USA so sehr &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse lebten. Es waren die Amerikaner, die unsere Autos kauften und unsere Maschinen. Insofern sind auch die Deutschen an der Krise beteiligt. Sie waren Exportweltmeister, weil die Amerikaner Schuldenweltmeister waren. &hellip;<br>\nSogar Keynesianer ahnen, dass es den Regierungen schwerfallen wird, die riesigen Schuldenberge, die in dieser beispiellosen Weltrezession angeh&auml;uft werden, je wieder abzutragen. &hellip;<br>\nEs liegt etwas zutiefst Beunruhigendes darin, dass sich die Reichweite von Erfahrungswerten und Prinzipien so verringert. Und doch m&uuml;ssen uns jene am meisten irritieren, die am wenigsten irritiert sind. &ldquo;Die Krise &auml;ndert nichts an unserem Konzept&rdquo;, sagt Hermann Otto Solms, Finanzexperte der FDP, und meint damit sein Steuersenkungsprogramm. Wenn aber niedrigere Steuern das richtige Konzept im Aufschwung sind, wie k&ouml;nnen sie es zugleich im Abschwung sein? &hellip;<br>\nAuch die CSU fordert unabl&auml;ssig niedrigere Steuern, aber nat&uuml;rlich nicht weil sie w&uuml;sste, dass das gegen diese Krise helfen w&uuml;rde. Vielmehr glaubt die Partei immer noch, sie habe die Wahl in Bayern verloren, weil die Kanzlerin ihr seinerzeit verwehrte, Steuersenkungen zu versprechen. Die CSU bek&auml;mpft also nicht die Krise von morgen, sie versucht immer noch die Wahlen von gestern zu gewinnen. &hellip;<br>\nNoch kreiden die B&uuml;rger es den Parteien nicht an, wie sie mit der Krise umgehen. Aber noch ist die Krise auch nicht bei den B&uuml;rgern angekommen. &hellip;<br>\nUnd wenn wir &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt haben, wie die Kanzlerin sagt, warum macht diese Regierung dann so viele Schulden wie keine vor ihr?<br>\nDer Staat verbrennt das Geld der B&uuml;rger, um Fehler der Banken auszugleichen. Dieses Handeln mag alternativlos sein, weil die Kosten des Nichthandelns weit gr&ouml;&szlig;er sein k&ouml;nnten. Aber in alldem liegt auch eine ungeheure Provokation, und es fragt sich, wie lange die W&auml;hler sich das gefallen lassen. Es ist also h&ouml;chste Zeit, dass die Politik sich etwas einfallen l&auml;sst, eine Botschaft, einen Appell, ein Projekt. Die Koalition muss nicht so tun, als h&auml;tte sie alles im Griff, sie braucht die Krise auch nicht mehr sch&ouml;nzureden, doch eines kann man von ihr verlangen: dass sie den B&uuml;rgern sagt, was sie tun sollen. &hellip;<br>\nSo erzeugt die wirtschaftliche Depression politische Umw&auml;lzungen und Konflikte in hoher Zahl und Intensit&auml;t. Die Menschheit geht durch eine hei&szlig;e Phase.<br>\nVon Marc Brost und Bernd Ulrich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/06\/Ratlosigkeit\">DIE ZEIT<\/a> \n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Auf diesen Artikel wird vor allem deshalb hingewiesen, weil er von Autoren stammt, die lange gebraucht haben, bis sie merkten, dass ihre neoliberale Ideologie nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Immerhin erfahren wir in dem Artikel, dass Bundeskanzlerin und Finanzminister die Spitzen unserer Medien f&uuml;r den 8. Oktober 2008 nach Berlin eingeladen hatten, um sie auf die Krise einzustimmen. Richtig mit der Bundesregierung und ihrer unglaublich z&ouml;gerlichen Reaktion auf die Krise abzurechnen, wagen die Autoren nicht. Der Artikel ist ein Dokument der Ratlosigkeit einschlie&szlig;lich der Klagen &uuml;ber die hohen Schulden, die angeblich von den Konjunkturprogrammen verursacht werden. Inklusive der Behauptung, Konjunkturprogramme h&auml;tten fr&uuml;her nicht gewirkt. Immerhin entdecken die Autoren, wie unsinnig die Steuersenkungsforderungen der FDP und der CSU sind. Auch der Bundeskanzlerin, so muss man nach den neuesten Meldungen hinzuf&uuml;gen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Lobbyisten triumphieren<\/strong><br>\nKurz vor Weihnachten erhielt Bundeskanzlerin Merkel ein Schreiben mit einem ungew&ouml;hnlichen Doppelbriefkopf: Rechts oben prangten nebeneinander die Logos vom VDA &ndash; des Verbandes der Automobilindustrie &ndash; und der IG Metall. Eine ungew&ouml;hnliche Koalition. In ihrem Brief warnen Automobilverband und Gewerkschaft die Bundeskanzlerin eindringlich davor, dass die deutsche Automobilindustrie auf die &raquo;schwerste Krise ihrer Geschichte&laquo; zusteuere. Als &raquo;Gegenma&szlig;nahmen&laquo; fordern sie, einen &raquo;starken Marktimpuls&laquo; und &raquo;eine CO2-basierte Kfz-Steuer einzuf&uuml;hren&laquo;. Der Hilferuf war unterzeichnet von der Creme der deutschen Automobilindustrie: von Opel-Boss Hans Demant, dem Daimler-Chef Dieter Zetsche, dem Betriebsratsvorsitzenden von Porsche Uwe H&uuml;ck und seinem Pendant bei Mercedes Erich Klemm sowie sechs anderen Spitzenmanagern und -gewerkschaftern. Um den SPD-Teil der Regierung mit einzubinden, gingen Kopien an den Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier, Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck und Umweltminister Sigmar Gabriel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/06\/Kfz-Steuer\">Zeit<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Verscheuern statt Schreddern<\/strong><br>\nDie Bundesregierung verkauft ihre Abwrackpr&auml;mie gerne auch als &bdquo;Umweltpr&auml;mie&ldquo;. Ein Etikettenschwindel, wie sich jetzt zeigt. Denn die Regelung l&auml;dt ein zum Betrug. Polizei und Umweltsch&uuml;tzer warnen: Viele Alt-Autos, f&uuml;r die der Staat die Abwrackpr&auml;mie zahlt, werden danach wieder auf den Stra&szlig;en rollen. MONITOR machte die Probe aufs Exempel und verkaufte zum Schein ein zur Verschrottung vorgesehenes Auto gleich dreimal wieder. Sogar die Wiederzulassung in Deutschland war m&ouml;glich. Dabei w&auml;re ein wirksamer Betrugs-Schutz eigentlich ganz einfach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/\/sendungen\/2009\/0129\/abwrack.php5\">ARD\/Monitor<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Kenneth Rogoff: &ldquo;Was gerade vor sich geht, ist unvorstellbar&rdquo;<\/strong><br>\nHarvard-Professor Kenneth Rogoff ist kein Fan der Bad Bank, er fordert radikalere Ma&szlig;nahmen: Die Verstaatlichung von Banken. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erkl&auml;rt der ehemalige IWF-Chefvolkswirt die Vorteile eines &ldquo;kontrollierten Konkurses&rdquo; &ndash; und warum sich Europa schneller erholen wird als die USA.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-604759,00.html\">Spiegel online<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Rogoff gilt als hoch qualifiziert. In seinem Interview konnte ich daf&uuml;r nicht sonderlich viele Belege entdecken. Zum Beispiel:<br>\nWieso ist es wichtig, dass die Banken nach einer Verstaatlichung &bdquo;schnell wieder in private H&auml;nde &uuml;bergeben&ldquo;. Er spricht davon, sie sollten &bdquo;schnellstm&ouml;glich&ldquo; reprivatisiert werden. Diese wiederholten Forderungen kommen mir zumindest komisch vor. Vor der Reprivatisierung sollte zumindest das Personal ausgetauscht werden. Das geht nicht so schnell. Und warum eigentlich?<br>\nRogoff wiederholt die These vieler anderer, kleine und mittlere Unternehmen h&auml;tten zurzeit gro&szlig;e Schwierigkeiten, Geld aufzutreiben. &bdquo;Es gibt keinen Kredit&ldquo;, behauptet er. &ndash; Wo sind die Belege? Zu welchen Bedingungen, zu welchen Zinsen? Nach meiner Einsch&auml;tzung fehlt es mindestens so sehr an Auftr&auml;gen und damit an Kreditnachfrage.<br>\nRogoff wird gefragt, wie sich seiner Meinung nach die europ&auml;ischen Regierungen bislang in der Finanzkrise geschlagen h&auml;tten. Er antwortet: &bdquo;So weit, so gut.&ldquo; Der Mann hat wenig Ahnung. Er gibt wieder, was der gro&szlig;e Strom der ver&ouml;ffentlichten Meinung &uuml;ber die Leistung z.B. von Merkel und Steinbr&uuml;ck verbreitet.<br>\nFazit: Nach Lekt&uuml;re dieses Interviews werde ich vorsichtiger mit Texten von Rogoff umgehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schock am Katzentisch<\/strong><br>\nIronischerweise ist es gerade die nahezu vollst&auml;ndige &Uuml;bernahme der Finanzsektoren in den meisten osteurop&auml;ischen L&auml;ndern durch das westliche Finanzkapital, die nun die EU n&ouml;tigen d&uuml;rfte, den wirtschaftlichen Ruin der Region mit aller Macht zumindest aufzuschieben. Einer Analyse der ehemaligen Investmentbank Morgan Stanley zufolge z&auml;hlt das Engagement westlicher Banken in Osteuropa zu deren gr&ouml;&szlig;ten Risikobereichen. Die EU-Geldh&auml;user haben sich laut der Studie mit insgesamt 1500 Milliarden US-Dollar (ca. 1150 Milliarden Euro) zwischen Baltikum und Schwarzmeer engagiert. Stark exponiert sind Finanzinstitute aus Italien, Frankreich, Schweden, Griechenland und insbesondere &Ouml;sterreich. Letztere haben in Osteuropa beispielsweise Kredite in H&ouml;he von 224 Milliarden Euro vergeben, was in etwa drei Vierteln der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung &Ouml;sterreichs entspricht. (&hellip;)<br>\nIm gesamten osteurop&auml;ischen Raum etablierte sich w&auml;hrend der Jahre des Booms eine Defizitkonjunktur &ndash; &auml;hnlich der, wie sie auf weitaus h&ouml;herer Ebene in den USA zu finden war. Der durch westliche Kreditinstitute finanzierte, konsumgetriebene Wirtschaftsaufschwung kam wiederum haupts&auml;chlich westlichen Konzernen zugute, die l&auml;ngst die dortigen Einzelhandelsm&auml;rkte dominieren. Die Dynamik dieser Kreditorgie wird beispielsweise an der privaten Verschuldung in Bulgarien ersichtlich, die 2007 um wahnsinnige 60,4 Prozent stieg. In Rum&auml;nien waren es 55,2 Prozent. Auch in Polen fand 2007 mit einer Zunahme privater Verschuldung um 40 Prozent eine &auml;hnlich dramatischer Proze&szlig; statt. Diese Kredite gingen zu einem gro&szlig;en Teil in den Konsum, der in vielen osteurop&auml;ischen Staaten zweistellige Zuwachsraten verzeichnen konnte. (&hellip;)<br>\nDie L&auml;nder Ostmitteleuropas und Osteuropas haben im ersten Halbjahr 2008 f&uuml;r 84 Milliarden Euro deutsche Waren aufgenommen. Die Region ist somit f&uuml;r die deutsche Exportwirtschaft bereits wichtiger als die USA (59,2 Milliarden Euro) oder China (43,6 Milliarden Euro). Diese kreditgenerierte Nachfrage bricht nun zusammen und l&auml;&szlig;t den grauen kapitalistischen Alltag in viele j&uuml;ngst aus dem Boden gestampfte Konsumtempel Osteuropas einkehren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/02-02\/023.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Finanzministerium blockierte versch&auml;rfte Aufsicht<\/strong><br>\nDie taumelnde Hypo Real Estate Holding (HRE) operierte nach Informationen des SPIEGEL jahrelang in einer Gesetzesl&uuml;cke.<br>\nZwar waren ihre Bankent&ouml;chter dem Kreditwesengesetz (KWG) und damit der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterworfen, die Muttergesellschaft jedoch nur eingeschr&auml;nkt. Bereits im Fr&uuml;hling 2007 hatte die BaFin beim Bundesministerium der Finanzen eine &Auml;nderung beantragt. Auch Finanzholdings sollten voll unter BaFin-Aufsicht gestellt werden, um sie wirksamer kontrollieren zu k&ouml;nnen.<br>\nDoch das Ministerium handelte nicht. Erst nach einem zweiten Vorsto&szlig; der BaFin lag im Sommer 2008 der Entwurf f&uuml;r eine entsprechende &Auml;nderung des KWG vor. Unterst&uuml;tzt wurde das Vorhaben der BaFin vom Zentralen Kreditausschuss aller deutschen Banken. Die Schlie&szlig;ung der &ldquo;aktuell bestehenden bankaufsichtsrechtlichen Regelungsl&uuml;cke f&uuml;r Konzernstrukturen, an deren Spitze eine Finanzholding-Gesellschaft steht, (&hellip;) wird von uns begr&uuml;&szlig;t&rdquo;, schrieb der Ausschuss am 9. September in einer Stellungnahme an das Ministerium.<br>\nNun tritt die &Auml;nderung im Rahmen der Fortentwicklung des Pfandbriefrechts voraussichtlich im April in Kraft &ndash; zwei Jahre nach dem Vorsto&szlig; der BaFin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,604785,00.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Gerechtigkeit und Wirtschaftspolitik<\/strong><br>\nMan kann nur mutma&szlig;en, wie Erhard die Tatsache beurteilen w&uuml;rde, dass heute eine Million Vollzeitbesch&auml;ftigte das Existenzminimum nur mit staatlichen Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch II (vulgo Hartz IV) erreichen. Ein staatlich aufgestockter Lohn unterhalb eines existenzsichernden Mindestlohns bedeutet nichts weniger als eine dauerhafte Lohnsubvention zum Vorteil einzelner Arbeitgeber. Von einer derartigen Lohnpolitik h&auml;tte sich ein Ordoliberaler wie Erhard, der eine Dauersubventionierung einzelner Branchen und Unternehmen prinzipiell ablehnte, wegen ihres wettbewerbsverzerrenden Charakters wohl mit Grausen abgewandt. Erhard lebte noch in einer Zeit, in der ein Gro&szlig;teil der Arbeitgeber einem Arbeitgeberverband oder einer Handwerksinnung angeh&ouml;rte und sich zur Einhaltung des Tarifgef&uuml;ges verpflichtete. (&hellip;)<br>\nErhard fand seinen wirtschaftspolitischen Meister im Sozialdemokraten Karl Schiller, der von 1966 bis 1969 Wirtschaftsminister der Gro&szlig;en Koalition war. W&auml;hrend Kanzler Erhard noch im Herbst 1966 f&auml;lschlicherweise einen Inflationsanstieg anstatt einer Rezession erwartete, analysierte Schiller die konjunkturelle Lage richtig und bek&auml;mpfte die Stagnation mit Investitionsprogrammen. Die erstmalig angewandte antizyklische Ausgabenpolitik des Staates wurde nicht mit h&ouml;heren Staatsschulden, sondern durch eine Steuererh&ouml;hung finanziert. Eine Mineral&ouml;lsteuererh&ouml;hung um drei Pfennig diente zur Finanzierung einer Infrastrukturoffensive in Stra&szlig;enbau und Nahverkehr. (&hellip;)<br>\nSchiller war in der SPD der sechziger und fr&uuml;hen siebziger Jahre nicht gerade ein Zentrist und am allerwenigsten ein Linker. In der SPD nach Gerhard Schr&ouml;der f&auml;nde sich Karl Schiller links von der Mitte seiner Partei und deutlich links von den Protagonisten der Agenda 2010. Trotz aller &Auml;hnlichkeiten ihres technokratischen Politikverst&auml;ndnisses h&auml;tte Schiller sicherlich Schwierigkeiten, seine Positionen bei Peer Steinbr&uuml;ck zu entdecken.<br>\nF&uuml;r eine Volkspartei links von der Mitte ist das glaubw&uuml;rdige Verk&ouml;rpern der &ldquo;Sozialen Symmetrie&rdquo; eine Lebensnotwendigkeit. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2008 zeigt, dass sich die Einkommens- und Verm&ouml;gensschere unter der (Mit-)Regierung von Sozialdemokraten weiter &ouml;ffnete. (&hellip;)<br>\nErstaunlicherweise werden die Ver&auml;nderungen im politischen Koordinatensystem der Bundesrepublik von den Massenmedien &uuml;berwiegend nur verzerrt wahrgenommen. Als der Hamburger Parteitag der SPD im Herbst 2007 einige H&auml;rten der Hartz-Gesetze f&uuml;r &auml;ltere Arbeitslose milderte, wurde dies als ein Bruch mit der Agenda 2010 und sogar als ein Linksruck der SPD interpretiert. Die sozial- und wirtschaftspolitischen Positionen der SPD haben sich weitaus weniger verschoben als das politische Koordinatensystem der Beobachter, die die SPD weiter links von der Y-Achse verorten als zuvor, obwohl sich ihre Position kaum ver&auml;nderte. Mit seinem Prinzip der &ldquo;Sozialen Symmetrie&rdquo; w&auml;re Karl Schiller heute ein Revisionist an der Agenda 2010.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC\/Doc~E22F8E6108F3242529F51C9223B44A247~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Paul Nolte hatte in der FAZ wieder einmal einen seiner Beitr&auml;ge als Historiker zur Legitimierung der Umverteilung von unten nach oben abgeliefert. Sein Text &bdquo;Abschied von der Gerechtigkeit&ldquo; ist allerdings derma&szlig;en schlecht, geradezu unlesbar, dass wir ihn eigentlich ignorieren wollten.<br>\nOb diese intellektuelle Fehlleistung der FAZ nun doch etwas peinlich ist? Immerhin setzt sie selbst mit diesem Artikel von Christopher Kopper, Wirtschaftshistoriker und Privatdozent an der Universit&auml;t Bielefeld, einen Kontrapunkt. Abgesehen von einigen besch&ouml;nigenden Anmerkungen zu den Privatisierungen in Deutschland und der wohl unvermeidlichen Polemik gegen die Linkspartei lesenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Genosse Optimismus: M&uuml;ntefering redet sich die Sonntagsfrage sch&ouml;n<\/strong><br>\nMiese Umfragewerte? F&uuml;r SPD-Chef M&uuml;ntefering kein Problem seiner Partei, sondern der Demoskopen &ndash; er sieht die Sozialdemokraten im Aufwind und ihren Spitzenkandidaten schon so gut wie im Kanzleramt. Auch die Kollegen an der SPD-Spitze sehen im Keller der Umfragen beste Aussichten.<br>\nDresden &ndash; Die Demoskopen sehen die Sozialdemokraten seit Wochen im Keller. Nach dem desastr&ouml;sen Wahlergebnis in Hessen sieht Forsa die SPD nur noch bei 22 Prozent, das sind nur noch acht Prozentpunkte Abstand zur FDP. Allensbach z&auml;hlte zwar 26,9 Prozent, aber auch das ist f&uuml;r eine Truppe, die sich Volkspartei nennt, nat&uuml;rlich mager.<br>\nTrotzdem: Die SPD-Spitze l&auml;sst sich durch die anhaltend grausigen Umfragewerte nicht beirren. Parteichef Franz M&uuml;ntefering meldete am Wochenende grunds&auml;tzliche Zweifel an der Aussagekraft von sogenannten Sonntagsfragen. Die Menschen w&uuml;ssten genau, dass n&auml;chsten Sonntag keine Bundestagswahl sei, sagte M&uuml;ntefering der &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo;. &ldquo;Entscheidend ist die Frage, wie nachhaltig &uuml;berzeugt die Menschen von ihren derzeitigen Pr&auml;ferenzen sind. Was wird die Botschaft am Wahltag sein? Darum geht es.&rdquo;<br>\nDie Mehrheit f&uuml;r Schwarz-Gelb in Hessen l&auml;sst nach Meinung des SPD-Chefs keine R&uuml;ckschl&uuml;sse darauf zu, was bundesweit m&ouml;glich ist: &ldquo;Schwarz-Gelb hat keine gesellschaftliche Mehrheit&rdquo;, sagte M&uuml;ntefering weiter. &ldquo;Hessen war ein Sonderfall.&rdquo; Viel wahrscheinlicher sei seiner Ansicht nach eine Regierung mit Frank-Walter Steinmeier &ndash; in einer Ampelkoalition mit den Gr&uuml;nen und den Liberalen, denn: &ldquo;Die FDP kann sich in ihren Kernbereichen Liberalit&auml;t, B&uuml;rgerrechte, Bildung, Menschenrechte und sogar in &ouml;konomischen Fragen mit den Gr&uuml;nen und uns arrangieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-604833,00.html\">Spiegel online<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Mal wieder etwas vom ma&szlig;los &uuml;bersch&auml;tzten M&uuml;ntefering. Seine Theorien und Erwartungen zu den Aussichten einer Ampelkoalition sind geradezu abenteuerlich. M&uuml;ntefering blendet die Entwicklung der FDP aus und M&uuml;ntefering blendet die Chancenlosigkeit einer auf den rechten Fl&uuml;gel geschrumpften SPD aus. Dass ihm &uuml;berhaupt noch jemand etwas an Wahlchancen zutraut, hat mit einer Legende zu tun, die er und sein fr&uuml;herer Wahlhelfer Machnig seit 1998 sehr erfolgreich gepflegt haben &ndash; der Legende, M&uuml;ntefering und seine Kampa h&auml;tten die Wende von Kohl zu Schr&ouml;der m&ouml;glich gemacht. Tats&auml;chlich hatte die SPD ohne Tutun M&uuml;nteferings dank eines spannungsreichen Wettlaufs zweier Personen &ndash; Lafontaine und Schr&ouml;der &ndash; zwischen Dezember 1997 und dem M&auml;rz\/April 1998 ihre Werte bei der politischen Stimmung von 40 % auf 52 % angehoben. W&auml;hrend des von M&uuml;ntefering reklamierten, im M&auml;rz\/April 1998 beginnenden Wahlkampfes sank die politische Stimmung f&uuml;r die SPD bis zum Wahltermin im September 1998 auf 41 %. Das reichte gerade noch. Das Ergebnis von 40,9 % war jedenfalls am allerwenigsten M&uuml;ntefering und Machnig zu verdanken. Dennoch h&auml;lt sich diese Legende. Die SPD wird auch f&uuml;r diese Fehleinsch&auml;tzung M&uuml;nteferings bei den Wahlen im September 2009 bezahlen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Mimikry um Ypsilanti<\/strong><br>\nGing es in Hessen wirklich um den &bdquo;Wortbruch&ldquo; Andrea Ypsilantis? Oder wurde die Entsorgung eines politischen Projekts betrieben?<br>\nWas sich in Hessen zwischen den beiden Landtagswahlen vom 27. Januar 2008 und vom 18. Januar 2009 abspielte, war zun&auml;chst ein &bdquo;Fall Koch&ldquo;, wurde dann zum &bdquo;Fall Beck&ldquo; und im weiteren nur noch zum &bdquo;Fall Ypsilanti&ldquo;. Als solcher wurde dieser zu einer beispiellosen &bdquo;medialen Jagd&ldquo;, wie es der Politikwissenschaftler Martin Hecht bereits am 25. September 2008 in der &bdquo;Frankfurter Rundschau&ldquo; feststellte. Selbst nach dem Scheitern des hessischen SPD-Regierungsprojekts am 3. November und nach ihrem R&uuml;ckzug von einer erneuten Spitzenkandidatur ging das &bdquo;mediale Kesseltreiben&ldquo; gegen Andrea Ypsilanti weiter.<br>\nVon Hermann Scheer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3001\">Bl&auml;tter<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Steckt die Banker in den Bau&rdquo;<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Barack Obama ist eigentlich kein Mensch, der leicht die Fassung verliert. Als er am Donnerstagnachmittag nach einer Sitzung mit Finanzminister Timothy Geithner die Reporter in das Oval Office einlie&szlig;, war Obama jedoch merklich aufgebracht. Anlass f&uuml;r seinen ungewohnten Temperamentsausbruch war die Meldung des Rechnungspr&uuml;fers des Staates New York, dass sich die Vorst&auml;nde der Finanzinstitute an der Wall Street im Jahr 2008 Boni in H&ouml;he von 18,4 Milliarden Dollar ausgezahlt hatten.<br>\n&ldquo;Es wird eine Zeit f&uuml;r sie geben, Profite zu machen und eine Zeit, sich Boni auszuzahlen. Aber jetzt ist nicht diese Zeit&rdquo;, wetterte der Pr&auml;sident. &ldquo;Finanzminister Geithner und ich gedenken, diese Botschaft unmissverst&auml;ndlich klar an die Wall Street zu senden.&rdquo; &hellip;<br>\nDie New York Times-Kolumnisten Maureen Dowd nannte Thain einen &ldquo;skrupellosen Leichenfledderer&rdquo; und forderte, ihn in Ketten zu legen und einen Schauprozess mit ihm zu veranstalten. US-Vize-Pr&auml;sident Joe Biden schlug in dieselbe Kerbe: &ldquo;Ich w&uuml;rde diese Jungs sofort in den Bau stecken. Sie haben immer noch die gleiche Mentalit&auml;t, die uns hier hineingeritten hat.&rdquo; Und tats&auml;chlich erhob der Generalstaatsanwalt des Staates New York, Andrew Cuomo, diesen Rufen folgend, am Dienstag Anklage gegen Thain. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1668149&amp;em_loc=31\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Der amerikanische Vizepr&auml;sident sagt anders als unsere Regierenden wenigstens, was Sache ist: Das Verhalten der Banker ist streckenweise kriminell. In diesem Zusammenhang muss ich auf einen Eintrag in den NachDenkSeiten vom 17. August 2007 hinweisen: <a href=\"?p=2564\">&bdquo;Die Blase &ndash; das Werk von Kriminellen, kriminellen Vereinigungen und Hehlern.&ldquo;<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;britannien in der Krise: Zur&uuml;ck an die N&auml;hmaschinen <\/strong><br>\n&ldquo;Steht Gro&szlig;britannien vor dem Bankrott?&rdquo; Die Frage war dieser Tage in vieler Munde. Und dann, als sich die Stimmung, trotz weiterer Nachrichten von Entlassungen und Insolvenzen gerade zu beruhigen schien, kam am Mittwoch die Einsch&auml;tzung des Internationalen W&auml;hrungsfonds, dass die Rezession England schwerer treffen werde als alle anderen reichen Nationen. Sie steht in direktem Widerspruch zu Gordon Browns Behauptung, Britannien sei gegen die Turbulenzen besser ger&uuml;stet als die meisten L&auml;nder. Wie ein Mantra wiederholt er, dass wir eine von den Vereinigten Staaten ausgehende globale Krise erleben, die globale Ma&szlig;nahmen erfordere. Britannien wird als unschuldiges Opfer dargestellt. Dabei hat Labours Politik der leichten Regulierung und hohen staatlichen wie privaten Verschuldung das Land besonders anf&auml;llig gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE\/Doc~E77E2EFC0B9724012BBCFCF26B7D99D23~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Britische Jobs f&uuml;r britische Arbeiter <\/strong><br>\n&Uuml;ber eine Woche demonstrierten Arbeiter vor einer &Ouml;lraffinerie in Lincolnshire gegen einen Bautrupp italienischer und portugiesischer Arbeiter. Ausgerechnet Premier Gordon Brown lieferte den Arbeitern ihre Parole, als er 2007 in einem Anflug von populistischem Opportunismus &ldquo;britische Jobs f&uuml;r britische Arbeiter&rdquo; versprach. In den folgenden zw&ouml;lf Monaten stieg die Zahl billiger Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r Immigranten aus Osteuropa um 175 000, w&auml;hrend die Arbeitslosigkeit britischer Arbeiter um 45 000 zunahm. Allein im Januar gingen im Zuge der Wirtschaftskrise &uuml;ber 200 000 Jobs verloren. Brown erfuhr von den wilden Streiks, als er beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos vor Protektionismus und dem Errichten von Handelsbarrieren warnte. Wirtschaftsminister Lord Mandelson attackierte US-Pr&auml;sident Barack Obamas Pl&auml;ne f&uuml;r eine Kampagne, die zum Kauf amerikanischer Produkte ermuntern soll. &ldquo;Wir haben in der EU einen einheitlichen Markt geschaffen, um Wachstum zu haben, nicht um uns gegenseitig zu bek&auml;mpfen&rdquo;, sagte er.<br>\nSo bedeuten die Streiks ein Dilemma f&uuml;r den Premier. Ein Vermittlungsausschuss soll nun pr&uuml;fen, ob das Bauvorhaben gegen Gesetze verst&ouml;&szlig;t. Aber Brown stand an der Spitze der Forderung nach offenen M&auml;rkten in der EU. Als einziges gro&szlig;es Wirtschaftsland gew&auml;hrte Gro&szlig;britannien Arbeitern aus Osteuropa freien Zugang zu seinen Arbeitsm&auml;rkten. Doch das war in den guten Zeiten. Nun prognostiziert der Internationale W&auml;hrungsfonds Gro&szlig;britannien die schwerste Rezession aller Industrienationen mit einem Wachstumsverlust von 2,8 Prozent. In Meinungsumfragen ist Brown wieder weit abgeschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/Grossbritannien;art771,2720310?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Verstaatlichung von britischen Privatschulen<\/strong><br>\nWeil man bereits f&uuml;r Banken und Unternehmen staatliche Rettungsschirme aufgespannt und manche Verstaatlichung eingeleitet hat, ergreift die britische Regierung die Chance oder steht unter dem Zwang, auch die Privatschulen zu verstaatlichen, die sonst schlie&szlig;en m&uuml;ssten. F&uuml;nf Schulen sind bereits, wie der Guardian berichtet, in &ouml;ffentliche Schulen umgewandelt worden. Dabei geht es weniger um die arbeitslosen Lehrer, sondern um die Probleme, die aufkommen, wenn Tausende von Sch&uuml;lern in die sowieso beengten &ouml;ffentlichen Schulen dr&auml;ngen und der Protest der Eltern f&uuml;r Unruhe sorgen w&uuml;rde. Besonders in London k&ouml;nne schon vermehrt beobachtet werden, dass Eltern ihre Kinder von den Privatschulen nehmen und sie in die &ouml;ffentlichen Schulen schicken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/126687\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Lohnuntergrenzen in Europa steigen<\/strong><br>\nD&auml;nemark, Schweden und Finnland sowie Deutschland, &Ouml;sterreich, Italien und Zypern haben bislang keinen gesetzlichen Mindestlohn. Die meisten dieser L&auml;nder verf&uuml;gten &shy;jedoch &uuml;ber &ldquo;funktionale &Auml;quivalente, die ihnen eine hohe Tarifbindung sichern und damit ein weitgehend funktionierendes System tarifvertraglicher Mindestlohnsicherung &shy;m&ouml;glich machen&rdquo;, so WSI-Forscher Schulten. Dazu z&auml;hlen beispielsweise die Pflichtmitgliedschaft der meisten &ouml;sterreichischen Unternehmer in der Wirtschaftskammer oder Regelungen in den skandinavischen L&auml;ndern: Dort verwalten die Gewerkschaften die Arbeitslosenversicherung, was eine hohe Tarifbindung sichere. Lediglich in Deutschland gebe es keine derartigen Faktoren, so Schulten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler-boxen.de\/4659.htm\">Boeckler-Boxen<\/a><\/li>\n<li><strong>Bericht von Pariser Gro&szlig;demo und Hintergr&uuml;nde<\/strong><br>\nEine Million bis 2,5 Millionen Menschen demonstrierten in Frankreich gegen Sarkozys Krisenpolitik. Aber wie geht es jetzt weiter?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stattweb.de\/baseportal\/NewsDetail&amp;Id=4483&amp;lat=0102CN\">Stattzeitung f&uuml;r S&uuml;dbaden im Internet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Ein etwas genauerer Blick auf die verschiedenen Gruppen und Str&ouml;mungen, die den Protest organisierten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM\/WL)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Interview mit Heiner Flassbeck<\/li>\n<li>Letzter Akt des Bankendramas: Enteignung <\/li>\n<li>Wirtschaftskrise in Deutschland: Jetzt mal ehrlich<\/li>\n<li>Die Lobbyisten triumphieren<\/li>\n<li>Verscheuern statt Schreddern<\/li>\n<li>Kenneth Rogoff : &ldquo;Was gerade vor sich geht, ist unvorstellbar&rdquo;<\/li>\n<li>Schock am Katzentisch<\/li>\n<li>Finanzministerium blockierte versch&auml;rfte Bankenaufsicht<\/li>\n<li>Gerechtigkeit und Wirtschaftspolitik<\/li>\n<li>Genosse Optimismus: M&uuml;ntefering redet sich die<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3736\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3736","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3736","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3736"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3736\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3736"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3736"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}