{"id":3737,"date":"2009-02-03T09:02:35","date_gmt":"2009-02-03T08:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3737"},"modified":"2019-07-30T12:21:09","modified_gmt":"2019-07-30T10:21:09","slug":"chance-fuer-das-nordische-modell-moegliche-gewerkschaftliche-perspektiven-fuer-deutschland-und-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3737","title":{"rendered":"Chance f\u00fcr das &#8220;Nordische Modell&#8221; \u2013 M\u00f6gliche gewerkschaftliche Perspektiven f\u00fcr Deutschland und Europa"},"content":{"rendered":"<p>Anmerkungen und Gedanken zum Schwerpunktheft der <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/119.html\">WSI-Mitteilungen 01\/2009 &bdquo;Das nordische Modell unter Anpassungsdruck&ldquo;<\/a> von Volker Bahl.<br>\n<!--more--><\/p><p>Vorspann:<\/p><p>Orlando Pascheit schrieb zum Schwerpunktheft der WSI Mitteilungen 1\/2009 &uuml;ber &bdquo;Das nordische Modell unter Anpassungsdruck&ldquo;:<br>\n&bdquo;Das wegen seiner offensichtlichen Erfolge bewunderte nordische Modell durchl&auml;uft eine Phase der Neuausrichtung. Der konservative schwedische Finanzminister Anders Borg bezeichnete diesen Prozess im Oktober 2008 bei der von ihm gehaltenen Ludwig- Erhard-Lecture der &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; als &bdquo;Neuerfindung&ldquo; des schwedischen Modells.<br>\nGenau darum geht die politische Auseinandersetzung in den nordischen L&auml;ndern: Borgs Formulierung l&auml;sst sich zwar als Absage an einen Modellwechsel interpretieren. Sie dokumentiert aber den konservativen Versuch, die Erfolgsmarke &bdquo;nordisches Modell&ldquo; beizubehalten, sie aber mit eigenem politischen Inhalt zu f&uuml;llen. Das vorliegende Schwerpunktheft greift einige Aspekte der Debatte um die Neuausrichtung auf. Beitr&auml;ge von Urban Lundberg, Lena Schr&ouml;der und Joakim Palme et al. vermitteln uns, dass auch im Norden nicht alles eitel Sonnenschein ist; einige Schatten fallen auf das in der deutschen &Ouml;ffentlichkeit h&auml;ufig allzu positive Bild von Skandinavien.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2009_01_editorial.pdf\">boeckler.de [PDF &ndash; 84 KB]<\/a><\/p><p>Demgegen&uuml;ber meint Volker Bahl in seinen Bemerkungen zu diesem Schwerpunktheft der WSI Mitteilungen: Nicht das &bdquo;h&auml;ufig allzu positive Bild von Skandinavien&ldquo; sei ein Problem. Er zitiert dazu eine andere Stelle aus dem Editorial des Heftes: &bdquo;Insgesamt hat sich das &bdquo;Nordische Modell&ldquo; als Gegenentwurf zum lange einseitig favorisierten angels&auml;chsischen Modell bew&auml;hrt. Es widerlegt die lange verbreitete Auffassung, dass eine gute Performanz der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes einerseits und eine hohe Staatsquote sowie umfassende Sozialleistungen andererseits sich gegenseitig ausschlie&szlig;en. Auffallend ist auch, dass die nordischen L&auml;nder im internationalen Vergleich noch immer durch eine hohe soziale Gleichheit und ein hohes Lohnniveau hervorstechen&ldquo; <\/p><p>Diese kleine Kontroverse f&uuml;hrt uns schon mittenhinein in etwas sehr Typisches bei der Betrachtung des &bdquo;Nordischen Modells&ldquo;: Die Sichtweise auf Skandinavien &ndash; bei aller Differenz zwischen den einzelnen L&auml;ndern &ndash; ist schon seit den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts gepr&auml;gt durch das Hin und Her der Debatte zwischen Utopie auf der einen Seite und Dystopie (Fehllagerung) auf der anderen Seite (Lundberg). So gesehen erscheint das &bdquo;Modell&ldquo; oft in einem Zustand einer permanenten Krise. Dennoch kann abschlie&szlig;end &ndash; nach W&auml;gung aller wichtigen Fakten &ndash; festgehalten werden: &bdquo;ein Pfadwechsel hat durch alle &Auml;nderungen seit Beginn der 90-er Jahre nicht stattgefunden&ldquo; (Palme u.a.).<\/p><p><strong>Chance f&uuml;r das &ldquo;Nordische Modell&rdquo; &ndash; M&ouml;gliche gewerkschaftliche Perspektiven f&uuml;r Deutschland und Europa <\/strong><em>Von Volker Bahl<\/em><\/p><p>Nun gibt es ein sch&ouml;nes Heft der aktuellen <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/119.html\">WSI-Mitteilungen (1 \/ 2009)<\/a> zum &ldquo;Nordischen Modell&rdquo; &ndash; und ich habe mich durch diesen &ldquo;Dschungel&rdquo; vorgearbeitet, um noch ein St&uuml;ck mehr Klarheit zu gewinnen &ndash;<br>\n&uuml;ber die statistisch gut aufbereitete Arbeit von Uwe Becker, &ldquo;Was ist dran am skandinavischen Modell&rdquo; hinaus (in: &ldquo;Leviathan, Heft 2 \/ 2008, S.229 ff.).<\/p><p>Dieses WSI-Heft wird fast ausschlie&szlig;lich von skandinavischen Autoren bestritten, was den Vorteil hat, dass man es mit langj&auml;hrigen Kennern zu tun hat &ndash; aber auch den Nachteil mit sich bringt, dass der &ldquo;Binnenblick&rdquo; dem &ldquo;Au&szlig;enstehenden&rdquo;, der in anderen &ldquo;Systemen &ldquo;zu Hause&rdquo; ist, oft nicht alles deutlich werden l&auml;sst.<\/p><p>Meine Bemerkungen zu diesem Heft m&ouml;chte ich daher auch nicht eine Besprechung nennen, sondern es sind eher die Randglossen eines an dieser Materie sehr Interessierten, ohne dass ich den Anspruch erheben k&ouml;nnte, ein ausgefuchster &bdquo;Kenner&rdquo; zu sein.<\/p><p>Bevor ich meine Anmerkungen loswerde, m&ouml;chte ich zum besseren Verst&auml;ndnis meiner Sicht auf dieses Faszinosum noch in die M&auml;rchen- und Traumwelt eines Michael Ende entf&uuml;hren &ndash; in jene Erz&auml;hlung vom &ldquo;Korridor des Borromeo Colmi&rdquo; (in: Michael Ende, &ldquo;Das Gef&auml;ngnis der Freiheit&rdquo; ). Ich fasse zusammen: Die Leit&rdquo;philosophie&rdquo; dieser Geschichte ist kurz gesagt die, es gibt Dinge &ndash; also Realit&auml;ten -, aber niemand sieht sie, obwohl sie faszinierend sch&ouml;n und wirklich sind. Und weil sie niemand sieht, gibt es sie einfach nicht in dieser Welt. Um Realit&auml;t zu werden, m&uuml;ssen sie eben betrachtet werden. Und da jeder Betrachter nun jeweils einen unterschiedlichen Blickwinkel haben kann, k&ouml;nnte es dazu kommen, dass auch an ein und demselben Ort durchaus mehrere Wirklichkeiten vorhanden sind&hellip;..<\/p><p>Rudolf Meidner, von 1945 bis 1974 Chef&ouml;konom des Schwedischen Gewerkschaftsbundes (LO) (er starb 2005), schreibt schon in den WSI-Mitteilungen 1\/1994: &ldquo;Die Tatsache, dass sich der Organisationsgrad in den letzten Jahren (1994 !) nicht verringert hat, d&uuml;rfte dem Umstand zuzuschreiben sein, dass die schwedischen Gewerkschaften die Verantwortung f&uuml;r die Verwaltung der Arbeitslosenkassen (der schwedischen Arbeitslosenversicherung) tragen. Die Mitgliedsbeitr&auml;ge f&uuml;r die Kassen werden zusammen mit den Beitr&auml;gen f&uuml;r die gewerkschaftliche Mitgliedschaft eingezogen. Kassenzugeh&ouml;rigkeit ist zwar ohne gewerkschaftliche Mitgliedschaft formell m&ouml;glich, sie ist aber in der Praxis eher eine Ausnahme&rdquo; (S.8) &ndash; Diese Arbeitslosenversicherung in der Hand der Gewerkschaften wird auch &bdquo;Ghent-System&ldquo; genannt.<\/p><p>Als ich vor Jahren Schweden besuchte und das erfuhr, war ich fasziniert von dieser M&ouml;glichkeit, die Organisation der Gewerkschaften auf diesem Weg zu st&auml;rken. Lag der Organisationsgrad damals noch bei 85 %, so liegt er heute bei ca. 70 % &ndash; immer noch eine gewaltige Zahl im Vergleich zu Deutschland &ndash; mit entsprechenden Ergebnissen an sozialer Gleichheit. Es war politisch so gewollt, die Gewerkschaften zu st&auml;rken! (Die d&auml;nischen Autoren in diesem Heft entwickeln noch die st&auml;rkste Sensibilit&auml;t f&uuml;r dieses System und seine Wirkungen (S.31 ff.)).<\/p><p>Diese bewusste St&auml;rkung der Gewerkschaften durch die Politik f&uuml;hrte zu einem politisch sehr fruchtbaren Wechselverh&auml;ltnis. Meidner dr&uuml;ckt es so aus: &ldquo;Es ist kein historischer Zufall, dass die beiden Teile der schwedischen reformistischen Arbeiterbewegung &ndash; der politische und der gewerkschaftliche &ndash; seit hundert Jahren in einem symbiotischen Verh&auml;ltnis leben&rdquo;. Weiter meint er, &ldquo;dass Schweden in den Jahrzehnten unbestrittener sozialdemokratischer Hegemonie von Kriegsende bis Mitte der siebziger Jahre eine ausgesprochen korporatistische Gesellschaft war.&rdquo; (S.4)<\/p><p>Aber das &bdquo;Ghent-System&ldquo; hat nicht nur einfach diesen &ldquo;organisationspatriotischen&rdquo; Sinn, sondern bringt die Gewerkschaften auch zu einer starken Gemeinwohlorientierung (Wolfgang Merkel et al. S.107 in: &ldquo;Die Reformf&auml;higkeit der Sozialdemokratie&rdquo;). Wer so viele Besch&auml;ftigte repr&auml;sentiert, verliert einfach den Charakter, als w&uuml;rde er sich f&uuml;r Sonderinteressen einsetzen, und dies st&auml;rkt wiederum die politische Bedeutung der Gewerkschaften.<\/p><p>Jede konservative Regierung versuchte daher jeweils &ndash; mehr oder minder sanft &ndash; an dieser Gewerkschaftsst&auml;rke als Quelle der organisatorischen Bedeutung der Gewerkschaften anzusetzen, um die &ldquo;sozialdemokratische Hegemonie&rdquo; endlich zu beenden (so z.B. in diesem Heft auf S. 15 &ndash; aber leider ohne weitere Angaben &uuml;ber die genaue Wirkung dieser politischen Angriffe auf die Organisationsst&auml;rke der Gewerkschaften, so dass das negative &ldquo;Urteil&rdquo; nicht nachvollziehbar ist). <\/p><p>Es ist immer wieder auffallend, wie systemimmanent diese Nordl&auml;nder &ldquo;weiterdenken&rdquo; und sich so ziemlich schwertun, &ldquo;ihr&rdquo; System f&uuml;r einen Au&szlig;enstehenden zu erkl&auml;ren. Daher war es f&uuml;r mich erfreulich, auch einen deutschen Autor parallel zu lesen, der die Systematik am Beispiel Schwedens von &ldquo;Grund auf&rdquo; zu schildern in der Lage ist &ndash; sozusagen mit dem &ldquo;fremden Blick&rdquo; &ndash; n&auml;mlich Andreas Kuhlmann, &ldquo;Das Schwedische Modell&rdquo; (<a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/bueros\/stockholm\/05356.pdf\">FES &ndash; Nordic Countries &ndash; 3 \/ 2008 [PDF &ndash; 136 KB]<\/a>). Kuhlmann gelang es nicht nur, das Arbeitslosenversicherungssystem mit den Gewerkschaften &ldquo;als Kern&rdquo; pr&auml;ziser darzustellen, sondern auch seine Bez&uuml;ge zu dem, was man &ldquo;Schwedisches Modell&rdquo; nennt. &ldquo;Eben diese Struktur der Arbeitslosenversicherung gilt als wichtiger Faktor f&uuml;r einen hohen Organisationsgrad und damit f&uuml;r ein starkes Verhandlungsmandat der Gewerkschaften&rdquo;. (Kuhlmann, S. 4)<\/p><p>Bei Kuhlmann findet man auch genauere Zahlen zu den Folgen der auf die Mitgliedsst&auml;rke der Gewerkschaften zielenden politischen Ma&szlig;nahmen der konservativen Regierung seit 2006, und hier zeigt sich dann f&uuml;r einen Kontinentaleurop&auml;er ein etwas anderes Bild: Zwar hatten die Gewerkschaften die bisher gemeinsam erhobenen Beitr&auml;ge f&uuml;r die &ldquo;A-Kassan&rdquo; und die Gewerkschaften (siehe oben Meidner (V.B.)) auseinanderklam&uuml;siert &ndash; jedoch das Ergebnis war am Ende des Jahres (2007) &ndash; sowohl f&uuml;r die Gewerkschaften wie auch f&uuml;r die Regierung &ndash; ern&uuml;chternd. So haben die Gewerkschaften 184 688 Mitglieder verloren. Der st&auml;rkste R&uuml;ckgang innerhalb eines Jahres seit fast genau 100 Jahren&hellip; So fiel der Organisationsgrad in Schweden binnen eines Jahres von 77 % auf 73 %. Es besteht kein Zweifel daran, dass der Einbruch des vergangenen Jahres zu einem &uuml;berwiegenden Teil auf die (von Kuhlmann genauer beschriebenen Ma&szlig;nahmen (V.B.)) zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist&rdquo;.<\/p><p>Aus deutscher Sicht sind 73 % allerdings immer noch eine gewaltige Mitgliederzahl &ndash; die auch weiterhin ein starkes politisches Gewicht &ldquo;verk&ouml;rpern&ldquo;. F&uuml;r einen gewerkschaftsorientierten Schweden mag dies eine gewaltige Gefahr bedeuten, kein Wunder, dass ein schwedischer Journalist in der TAZ schrieb: &ldquo;Musterland ist abgebrannt&rdquo;. Dennoch bleibt der wissenschaftlich n&uuml;chtern w&auml;gende Joakim Palme (u.a.) in diesem Heft bei der Einsch&auml;tzung, &ldquo;die verschiedenen politischen Ver&auml;nderungen, die seit 1990 stattgefunden haben, f&uuml;hrten bisher nicht zu einem grundlegenden Pfadwechsel in der schwedischen Umverteilungsstrategie&rdquo; (Im Heft S. 50).<\/p><p>Bemerkenswert ist allerdings noch etwas ganz anderes: viel dramatischer als die Verluste der Gewerkschaften war der Mitgliederschwund bei den A-Kassan. &ldquo;Nahezu 400 000 Menschen haben die Ver&auml;nderungen der Regierung zum Anlass genommen, ihre Mitgliedschaft in der A-Kassan zu k&uuml;ndigen&rdquo;. Das k&ouml;nnte allerdings jetzt bei st&auml;rkerer Arbeitslosigkeit auch in Schweden zu einem Problem werden, &ldquo;weil inzwischen in Schweden 1,1 Millionen Menschen ohne einkommensabh&auml;ngige Arbeitslosenversicherung sind und somit auf die niedrigere Grundsicherung f&uuml;r Arbeitslose angewiesen sind.&rdquo;<\/p><p>Ein kleines Manko hat der Beitrag von Andreas Kuhlmann allerdings, bei aller Genauigkeit der Schilderung, als ehemaliger M&uuml;ntefering-Mitarbeiter ist er eben &bdquo;Hartz-infiziert&ldquo; und er kann sich deshalb bei den Bewertungen der Entwicklungen in Schweden letztlich nicht so ganz entscheiden, wohin die Reise eigentlich gehen soll. <\/p><p>Die Krise der zentralistischen Lohnpolitik, die Meidner schon 1994 schildert, wurde ja wohl inzwischen durch das weitere Element der Dezentralisierung (mit st&auml;rkeren Elementen der &bdquo;Angebotsseite&ldquo;) aufgefangen (jetziges Heft S.6 und Seite 10 ff.). Unter &bdquo;Angebotsseite&ldquo; wird konkret die Steigerung der Produktivit&auml;t, die Weiterbildung sowie die Reorganisation von Arbeit und Produktion verstanden. <strong>Mit dieser Steigerung der Produktivit&auml;t im Rahmen dezentraler Tarifverhandlungen (!) auf Betriebs- und Unternehmensebene konnten wohl nicht nur die Lohnspielr&auml;ume erh&ouml;ht, sondern dann auch dank der Durchsetzungsst&auml;rke in diesem Zwei-Ebenen-Tarifverhandlungssystem f&uuml;r die ArbeitnehmerInnen ziemlich ausgesch&ouml;pft werden. Die Krise der zentralistischen Lohnpolitik &ndash; als &bdquo;solidarische Lohnpolitik&ldquo; ein wichtiger Pfeiler des nordischen Modells &ndash; konnte so bew&auml;ltigt werden, so dass am Ende doch wieder lohnpolitische Erfolge standen.<\/strong><\/p><p>Diese pragmatisch zu nennende Erg&auml;nzung auf der &ldquo;Angebotsseite&rdquo; durch Elemente einer Dezentralisierung der Lohnpolitik wurde noch erg&auml;nzt durch die Fiskalpolitik. Bei den Haushaltskonsolidierungen wurde in verschiedenen Richtungen operiert: Einmal wurde bei der sozialen Sicherung gespart (zu Lasten der Arbeitslosen &ndash; Palme) und es wurde der &ouml;ffentliche Sektor verkleinert. (Lundberg, S.25) &ndash; aber es wurden zum anderen auch wieder Steuererh&ouml;hungen durchgesetzt &ndash; und das bei einer im Vergleich z.B. zu Deutschland schon sehr hohen Steuerquote.<\/p><p>Dazu muss noch wissen, dass sich das &bdquo;Nordische Modell&ldquo; durch das Prinzip einer weitgehenden &bdquo;Dekommodifizierung&ldquo; auszeichnet (G&ouml;sta Esping-Andersen). Das hei&szlig;t, <strong>die B&uuml;rger k&ouml;nnen im Falle der Erwerbsunf&auml;higkeit (also Krankheit, Arbeitslosigkeit, Kindergeburt oder Invalidit&auml;t) ihren Lebensstandard weitgehend behalten.<\/strong> Dies st&auml;rkt nicht nur die gewerkschaftlich eVerhandlungsposition, sondern auch die des einzelnen Arbeitnehmers (kein so starker Zwang zur Annahme von prek&auml;ren Jobs). Und gerade dieses Element macht sicher immer wieder die Popularit&auml;t des &bdquo;Modells&ldquo; bei der Bev&ouml;lkerung aus: die Sicherung st&auml;rkerer Gleichheit gibt dem einzelnen auch ein Mehr an Freiheit.<\/p><p>Aber just dieses Prinzip ger&auml;t in wirtschaftlichen Krisenzeiten auf der Finanzierungsseite enorm unter Druck &ndash; und so wurde bei dem rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit Anfang der 90-er Jahre (Palme S. 47) zu Einschr&auml;nkungen gegriffen &ndash; ohne dieses Prinzip allerdings grunds&auml;tzlich in Frage zu stellen.<\/p><p>Dazu ein knapper Blick auf diese Krise:<br>\nAls kleinere &Ouml;konomien haben die skandinavischen zun&auml;chst durch Liberalisierung der Finanzm&auml;rkte (Ende der 80-er) enorm Kapital anziehen k&ouml;nnen, gerieten dann jedoch schnell wieder unter den Druck der internationalen Finanzm&auml;rkte (die Folge war eine heftige Bankenkrise Anfang der neunziger Jahre). W&auml;hrend zun&auml;chst z.B. noch das Mittel der Auf- und Abwertung der eigenen W&auml;hrung Spielr&auml;ume f&uuml;r nationale Wirtschaftspolitiken erm&ouml;glichte, fiel dieses Mittel weg, als alle nordischen L&auml;nder Anfang der 90er Jahre &ndash; wohl um dem Druck der Finanzm&auml;rkte zu entkommen &ndash; sich an der europ&auml;ischen W&auml;hrungszone orientierten &ndash; zun&auml;chst mit der Deutschen Mark als faktischer Leitw&auml;hrung und sp&auml;ter dann mit dem Euro als Anker (zur Problematik siehe Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker, &ldquo;Das Ende der Massenarbeitslosigkeit&rdquo;, S. 190 ff.). Wie Flassbeck herausarbeitete, hat solch ein Leitw&auml;hrungssystem den entscheidenden Defekt, dass die Notenbanken des Ankerlandes &ndash; also inzwischen die EZB (dazu Flassbeck\/Spiecker, S. 189, 192 u. 201) &ndash; die Geldpolitik der Notenbanken aller &bdquo;Teilnehmerl&auml;nder&ldquo; definiert, und das weitgehend unabh&auml;ngig von den unterschiedlichen Bedingungen der jeweiligen Wirtschaftszonen. So &uuml;bten dann die unabh&auml;ngig waltenden Zentralbanken mit ihrer allein am Ziel der Inflationsbek&auml;mpfung ausgerichteten Zins- und Geldpolitik in den nordischen L&auml;ndern ab diesem Zeitpunkt einen Druck auf die Lohnfindung der dortigen Gewerkschaften aus &ndash; mit einer Orientierung am deutschen Lohnniveau (D&ouml;lvik, S.14).<\/p><p>Die Alternative Geldwertstabilit&auml;t oder ausreichende Wachstumsraten und damit auch h&ouml;here Besch&auml;ftigung &ndash; allerdings mit der M&ouml;glichkeit zuk&uuml;nftiger h&ouml;herer Inflation (Flassbeck\/Spiecker, S. 175) &ndash; kam so gar nicht mehr als eine Wahlm&ouml;glichkeit in die politische Debatte.<\/p><p>Die L&ouml;hne, die in einem solchen verbunden W&auml;hrungssystem eine entscheidende &bdquo;Stellschraube&ldquo; f&uuml;r die Herstellung der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit blieben, wurden so immer mehr durch das sinkende bzw. stagnierende deutsche Lohnniveau bestimmt. So wurde das deutsche &bdquo;Lohndumping&ldquo; auch f&uuml;r die nordischen L&auml;nder zum Problem (Flassbeck, S. 193), denn sp&auml;testens seit 2001 hinkten die deutschen Lohnst&uuml;ckkosten dem Anstieg in der restlichen Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion gnadenlos hinterher (Flassbeck\/Spiecker, S. 197).<\/p><p>Diese ziemlich radikal gewandelten &ouml;konomischen Rahmenbedingungen f&uuml;r eine Politik der Gleichheit, die hinzukommende Wirtschaftskrise in den 90-er Jahren und die einseitige Ausrichtung an der Inflationsbek&auml;mpfung f&uuml;hrte zu einem &bdquo;Pendeln&ldquo; der Sozialdemokratie in wechselnde Koalitionen zwischen der Linkspartei (mit einer R&uuml;cknahme der fr&uuml;heren Sozialk&uuml;rzungen durch die konservative Regierung) und der Zentrumspartei (mit einer Politik der Haushaltskonsolidierung &ndash; vgl. die Phasen bei Palme, S.49). Dieses &bdquo;Pendeln&ldquo; hat sicher auch zu einem Profilverlust der Sozialdemokratie gef&uuml;hrt. (Siehe Merkel a.a.o., insbesondere zu Schweden S. 272 ff.).<br>\nIn diesen Prozessen wurde auch ein zentrales Element f&uuml;r die ausgleichende Politik der nordischen L&auml;nder &ndash; bei den immer wieder zu betonenden Unterschieden im Einzelnen<br>\n-, n&auml;mlich die hohe Staatsquote zumindest auch auf den Pr&uuml;fstand gestellt.<\/p><p><strong>Die relativ hohe Staatsquote war wiederum eine wichtige Grundlage f&uuml;r eine fr&uuml;here Weichenstellung, der zu einem beachtlichen Teil die Besch&auml;ftigungserfolge zu verdanken waren: &ldquo;Mit der fr&uuml;hen Orientierung der nordischen &Ouml;konomien auf einen weitgehend &ouml;ffentlichen Dienstleistungssektor konnten Entwicklungspotentiale er&ouml;ffnet werden, von denen die nordischen &Ouml;konomien sowie die nordische Besch&auml;ftigung bis auf den heutigen Tag zehren&rdquo; (im Heft, S. 7 &ndash; aber auch Uwe Becker, S.233 und 236)<\/strong>. Uwe Becker spricht sogar wegen der im &ouml;ffentlichen Dienst hohen Frauenbesch&auml;ftigung von einem &ldquo;Staatsfeminismus&rdquo;. Die hohe und sichere Besch&auml;ftigung gerade von Frauen ist sicherlich mit ein Grund, der etwa die Schweden &ndash; trotz aller Krisen &ndash; immer etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken l&auml;sst &ndash; denn jedenfalls ein Partner beh&auml;lt ein sicheres Einkommen!<\/p><p>Wie der Keynesianismus und seine Spielarten in den nordischen L&auml;ndern immer eine st&auml;rkere Beachtung fanden, so behielt auch das &bdquo;Nordische Modell&ldquo; f&uuml;r die Politik stets eine pr&auml;gende Kraft. So war eine zentrale Rolle der Politik f&uuml;r die gesellschaftliche Entwicklung weit weniger umstritten als in anderen L&auml;ndern (Lundberg, S. 26), jedenfalls ganz anders als in Deutschland, wo sich &ndash; dem neoliberalen Credo folgend &ndash; der Staat zur&uuml;ckziehen sollte und auch Leistungen der Daseinsvorsorge den Marktkr&auml;ften &uuml;berlassen werden sollten. <strong>Mit der Zuweisung einer hohen wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung an die Politik spielten auch die andernorts so h&auml;ufig zitierten angeblichen Sachzw&auml;nge der &bdquo;Globalisierung&ldquo; als Ausrede f&uuml;r Deregulierung und Privatisierung in der politischen Debatte keine so gro&szlig;e Rolle.<\/strong> Wie schon erw&auml;hnt wurden allerdings durch die Anlehnung an die W&auml;hrungszone der EU die lohnpolitischen Gestaltungsm&ouml;glichkeiten deutlich eingeschr&auml;nkt.<\/p><p>Nach anf&auml;nglichen Versuchen der Konservativen gegen die im &bdquo;Nordischen Modell&ldquo; angelegte faktische Festschreibung einer &bdquo;sozialdemokratischen Hegemonie&ldquo; in Form einer Gleichheitspolitik vorzugehen, hat sich im Laufe der Zeit dieses Blatt wieder gewendet. <strong>Die Werte, die nach allgemeiner Anschauung das &bdquo;Nordische Modell&ldquo; ausmachen, behielten ihre Popularit&auml;t bei den W&auml;hlern. Keine starke politische Kraft wagt deshalb derzeit das &bdquo;Nordische Modell&ldquo; prinzipiell in Frage zu stellen.<\/strong> Wie auch die sog. b&uuml;rgerlichen Parteien in zunehmendem Ma&szlig;e eingesehen haben, ist es so gut wie unm&ouml;glich, eine nationale Wahl in den nordischen L&auml;ndern zu gewinnen, wenn man radikale wirtschaftsliberale Alternativen ank&uuml;ndigt. Bei den Wahlauseinandersetzungen geht es eher um einen politischen Wettbewerb um eine &ndash; den ver&auml;nderten Bedingungen angemessene &ndash; bessere Ausgestaltung des &bdquo;Nordischen Modells&ldquo;. Gleichheitspolitik gibt es inzwischen also auch unter konservativem Vorzeichen (Palme u.a., S. 49). Das hat allerdings dazu gef&uuml;hrt, dass den Sozialdemokraten der bisherige Alleinvertretungsanspruch f&uuml;r diese Modell streitig gemacht wird (Lundberg, S. 29) &ndash; dies umso mehr, als auch gerade sie heftige soziale Einschnitte vornahmen. <\/p><p>Zur&uuml;ck zur dezentralen Lohnpolitik und ein vergleichender Blick auf Deutschland: <\/p><p>Das dezentrale\/betriebliche Element (Betriebsr&auml;te) hat ja auch bei uns institutionell an Bedeutung gewonnen (z.B. Betriebsvereinbarungen). In Deutschland hat sich jedoch bei zunehmend geschw&auml;chten Gewerkschaften nie ein vergleichbar machtvolles System betrieblicher Tarifverhandlungen entwickelt. (Es blieb grunds&auml;tzlich beim Rechtsgrundsatz: Tarifvertrag (zentral) bricht Betriebsvereinbarung.) <strong>Es ist in Deutschland nicht zu einer vergleichbar durchsetzungsstarken, gewerkschaftlichen Tarifpolitik wie in den nordischen L&auml;ndern gekommen, wo betriebliche und zentrale Tarifverhandlungen sich gegenseitig eher &bdquo;hochschaukelten&ldquo;, um die lohnpolitischen Verteilungsspielr&auml;ume auszusch&ouml;pfen. Die erheblich schlechtere soziale Sicherung &ndash; insbesondere nach den Arbeitsmarktreformen in Deutschland &ndash; schw&auml;chte die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften zus&auml;tzlich, so dass unser Lohnfindungssystem auf die schiefe Ebene geriet &ndash; mit einem enormen Sog nach unten.<\/strong> Im Gegensatz zum &bdquo;Nordischen Modell&ldquo; f&uuml;hrte das in Deutschland zu &ldquo;einer nach unten gerichteten Flexibilisierung der Lohnkosten&rdquo; (im Heft S. 11).<br>\nDem &bdquo;F&ouml;rdern und Fordern&ldquo; steht bei uns anders als im Nordischen Modell keine vergleichbare Einkommenssicherung zur Seite. Das nordische Lohnfindungssystem ist gegen&uuml;ber dem deutschen sowohl zentralisierter als auch dezentralisierter &ndash; sowohl was die Verhandlungsmacht als auch die m&ouml;glichen Verhandlungsgegenst&auml;nde anbetrifft.<\/p><p>Der Vollst&auml;ndigkeit halber soll noch erw&auml;hnt werden, dass die Autoren des Schwerpunktheftes weiter davon ausgehen, dass der Qualifikations- und Berufsschutz ein weiteres besonderes Kennzeichen des &bdquo;Nordischen Modells&ldquo; sei, das eine konservierende Rolle spielt (D&ouml;lvik, S. 12; Lundberg, S. 26). <\/p><p>Unbestreitbar ist, dass die Tarifmacht der Gewerkschaften durch den Wegfall einer eigenen W&auml;hrungspolitik und durch die Unterordnung unter das Ziel der Inflationsbek&auml;mpfung der EZB auch in den nordischen L&auml;ndern deutlich geschw&auml;cht wurde. Noch mehr sehen eine ganze Reihe der Autoren (Lundberg, S. 27 u. 25 &ndash; D&ouml;lvik, S. 15 sowie Jochem, S. 7) den Fortbestand des &bdquo;Nordischen Modells&ldquo; durch die neoliberale Pr&auml;gung der EU-Verfassung in Gefahr. So hat etwa die Rechtssprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofes (EuGH) bei den skandinavischen Gewerkschaften wie ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen.<br>\nLundberg meint sogar, es gebe nur geringe Chancen zur Bewahrung der vorhandenen und verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzten Formen der Tarifpolitik in einem integrierten Europa. (Lundberg, S. 25)<\/p><p>Bislang konnten die nordischen Gewerkschaften allerdings bei allem grunds&auml;tzlichen Korporatismus (vor allem beim Strukturwandel und bei der &ldquo;Modernisierung&rdquo; der Wirtschaft) ihre Organisationsst&auml;rke auch in heftigen Arbeitsk&auml;mpfen einsetzen (z.B. Uwe Becker, S. 242). Der &bdquo;Keynesianismus&ldquo; wurde in dem auf Vollbesch&auml;ftigung als dem zentralen Ziel ausgerichteten &ldquo;System&rdquo; nie so weit verdr&auml;ngt wie bei uns (im Heft nur am Rande erw&auml;hnt (=S.11), siehe auch Uwe Becker, S.238 &ndash; vgl. weiter den IMK-Report Nr. 15 vom Nov. 2006 &ldquo;Schweden als Modell&hellip;&ldquo;).<\/p><p><strong>Nach wie vor k&ouml;nnte jedoch eine Orientierung der europ&auml;ischen Gewerkschaften an den nordischen Systemen (&bdquo;best practice&ldquo;) sowie der dortige politische Kampf f&uuml;r deren Erhalt auch ein Ansatz f&uuml;r eine Wende in Europa sein &ndash; und somit endlich ein Schritt auf ein europ&auml;isches Sozialmodell hin. <\/strong><\/p><p><strong>W&uuml;rden sich die europ&auml;ischen Gewerkschaften die &ouml;konomischen und institutionellen Zusammenh&auml;nge des &bdquo;nordischen Modells&ldquo; genauer anschauen und das Zusammenspiel von Gewerkschaften, Unternehmen und staatlicher Politik gr&uuml;ndlich analysieren, dann k&ouml;nnte sie davon durchaus lernen und profitieren.<\/strong> Man d&uuml;rfte sich dazu aber nicht hinter den immer wieder angef&uuml;hrten Abwiegeleien verschanzen, wonach die unterschiedlichen Traditionen sowie die g&auml;nzlich verschiedenen politischen Institutionen es verhinderten, dass die bundesdeutsche oder europ&auml;ische Politik etwas von den nordischen Erfolgsmodellen abschauen k&ouml;nnte (Jochem, S. 4). <\/p><p>Man m&uuml;sste sich dann jedoch auch die M&uuml;he machen, etwa die deutschen Traditionen der Gewerkschaften mit ihrer starken staatlichen Orientierung f&uuml;r soziale L&ouml;sungen mit den radikal reformistischen Traditionen der nordischen L&auml;nder zu konfrontieren. Die nordischen Gewerkschaften haben eben weitgehend den &bdquo;Kapitalismus&ldquo; akzeptiert und pr&auml;gen ihn auch im gewerkschaftlichen Interesse. <\/p><p>An der Wiege des &bdquo;Nordischen Modells&ldquo; zwischen den beiden Weltkriegen stand keineswegs die Absicht ein neues &bdquo;Modell&ldquo; zu schaffen. Das Motiv war vielmehr, von den etablierten Schablonen &ndash; hier Kommunismus dort Kapitalismus &ndash; wegzukommen und eine Volksmehrheit zu mobilisieren f&uuml;r zu dieser Zeit originelle L&ouml;sungen konkreter Probleme (Lundberg, S.26). Die skandinavischen Gewerkschaften &ndash; sozusagen als festinstitutionalisierte Gegenmacht auf dem Arbeitsmarkt &ndash; haben seither immer versucht, sozusagen wie &ldquo;Surfer&rdquo; auf den Wellenk&auml;mmen zu gleiten &ndash; mit eben diesen enormen Erfolgen f&uuml;r die soziale Gleichheit. Allerdings immer auch mit der Gefahr des &ldquo;Absturzes&rdquo; und der Notwendigkeit, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Die kontinentaleurop&auml;ischen Gewerkschaften haben traditionell eher nach einer &ldquo;&Uuml;berwindung&rdquo; oder &bdquo;Einbindung&ldquo; des &bdquo;Kapitalismus&ldquo; &ndash; vor allem mit Hilfe des Staates &ndash; geschielt. Und dabei mussten die Gewerkschaften in Deutschland in den letzten Jahren mit den sozialdemokratischen Arbeitsmarkt- und Sozial-&bdquo;Reformen&ldquo; herbe Schl&auml;ge hinnehmen. <\/p><p>Die Weltwirtschaftskrise zeigt jedoch die Grenzen f&uuml;r das auf internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit und Exportorientierung ausgerichteten &bdquo;Deutsche Modell&ldquo; einer Wachstumspolitik zu Lasten der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften auf. <strong>Wann, wenn nicht angesichts der gegenw&auml;rtigen Krise, w&auml;re die Zeit gekommen, dass sich Gewerkschaften und sozialdemokratische Politik intensiver mit dem &bdquo;nordischen&ldquo; Erfolgsmodell auseinandersetzten und daraus Lehren f&uuml;r eine Neuausrichtung z&ouml;gen.<\/strong> Denn so viel hat die Krise schon jetzt gezeigt, ein Weiter-So kann weder f&uuml;r Gewerkschaften noch f&uuml;r eine sozial ausgerichtete Politik die Perspektive sein. <\/p><p>Volker Bahl war Redakteur der &bdquo;Gewerkschaftlichen Monatshefte&ldquo; und Sekret&auml;r bei verschiedenen DGB-Gewerkschaften. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkungen und Gedanken zum Schwerpunktheft der <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/119.html\">WSI-Mitteilungen 01\/2009 &bdquo;Das nordische Modell unter Anpassungsdruck&ldquo;<\/a> von Volker Bahl. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,109,20,145],"tags":[453,477,333,288,324],"class_list":["post-3737","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-gewerkschaften","category-landerberichte","category-sozialstaat","tag-hans-boeckler-stiftung","tag-keynesianismus","tag-lohnstueckkosten","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-tarifvertraege"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3737"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3737\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53811,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3737\/revisions\/53811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}