{"id":3741,"date":"2009-02-04T09:29:41","date_gmt":"2009-02-04T08:29:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3741"},"modified":"2014-01-29T14:59:16","modified_gmt":"2014-01-29T13:59:16","slug":"mit-stumpfem-schwert-gegen-die-hydra-des-lobbyismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3741","title":{"rendered":"Mit stumpfem Schwert gegen die Hydra des Lobbyismus"},"content":{"rendered":"<p>Lobbyisten versuchen kontinuierlich, auf politisch h&ouml;chster Ebene, in Deutschland und bei den europ&auml;ischen Institutionen, nachdr&uuml;cklich die Interessen der Industrie, mit allem Mitteln des Lobbyismus, bis hin zur Vergabe von lukrativen Mandaten in Aufsichtsgremien und Beratersvertr&auml;gen oder hochdotierten nachtr&auml;glichen &bdquo;Dankesch&ouml;n&ldquo;-Posten an Politiker durchzusetzen. Sie wirken auf Entscheidungstr&auml;ger und Entscheidungsprozesse durch gezielte Informationen ein, arbeiten in Ministerien Gesetzestexte aus, beeinflussen Politiker durch pers&ouml;nliche Kontakte sowie Verg&uuml;nstigungen und pr&auml;gen die &ouml;ffentliche Meinung &uuml;ber gezielt platzierte Artikel, Kampagnen und Fernseh- und Rundfunkbeitr&auml;ge. US-Pr&auml;sident Obama hat angek&uuml;ndigt den Einfluss der Lobbyisten einzugrenzen und dabei mit aller Konsequenz vorzugehen. Davon sind Deutschland und Europa weit entfernt. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><\/p><p>Nach den Vorstellungen des US-Pr&auml;sidenten d&uuml;rfen Regierungsmitarbeiter keine Geschenke von Lobbyisten mehr annehmen und die Regeln f&uuml;r den Wechsel zwischen Regierung und Lobby-T&auml;tigkeiten sollen versch&auml;rft werden. Die Mitarbeiter der Regierung sollen sich &uuml;berdies in einem Ethik-Eid verpflichten, f&uuml;r den Rest der Amtszeit der Regierung keine Lobbyarbeit gegen&uuml;ber der Regierung zu machen, falls sie w&auml;hrend der Zeit ausscheiden. <\/p><p>Au&szlig;erdem plant die US-Regierung, <a href=\"http:\/\/www.nn-online.de\/artikel.asp?art=955398&amp;kat=3\">Aufzeichnungen von Treffen mit Interessengruppen auf der neuen Webseite des Wei&szlig;en Hauses ver&ouml;ffentlichen<\/a> . Mehr Details zu den Ethik-Regeln finden sich im neuen <a href=\"http:\/\/www.whitehouse.gov\/the_press_office\/ExecutiveOrder-EthicsCommitments\/\">&ldquo;Executive Order &mdash; Ethics Commitments by Executive Branch Personnel&ldquo;<\/a>. <\/p><p>Die Initiative Lobbycontrol berichtet dar&uuml;ber, dass die Regelung zwar auch die M&ouml;glichkeit von Ausnahmegenehmigungen vorsehe, auf jeden Fall aber gehe Obama damit weit &uuml;ber das hinaus, was in Deutschland an laschen Regeln existiere. Nach der &ouml;ffentlichen Debatte &uuml;ber die vielfachen Beratert&auml;tigkeiten des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schr&ouml;der schon kurz nach seiner Abwahl habe sich nichts getan. Die gro&szlig;e Koalition habe keine neuen Regeln f&uuml;r den Dreht&uuml;reffekt aus der Politik in Lobby-T&auml;tigkeiten geschaffen. J&uuml;ngste Nutznie&szlig;erin der fehlenden Regeln war Hildegard M&uuml;ller (CDU), die aus dem Kanzleramt zur Energielobby wechselte. <\/p><p><strong>Br&uuml;sseler Lobbyregister liegt weit hinter den Erwartungen zur&uuml;ck<\/strong><\/p><p>Die EU-Kommission hat am 21. M&auml;rz 2007 beschlossen, ein &ouml;ffentliches Register f&uuml;r alle Interessenvertreter einzurichten, die Einfluss auf Entscheidungen der EU-Organe nehmen wollen (<a href=\"?p=2992\">&ldquo;ALTER-EU kritisiert das Transparenzregister der EU-Kommission&rdquo;<\/a>). Die Registrierung beruht auf freiwilliger Basis. Die Alliance for Lobbying Transparency &amp; Ethics Regulation (ALTER-EU) hat seinerzeit einen offenen Brief an EU-Kommissar Barroso moniert, dass das so genannte Lobbyisten-Register, das im Juni 2008 in Kraft trat, nutzlos sei, da es zu wenig detaillierte Informationen enthalte. Bei einem Treffen mit der EU-Kommission kritisierte ALTER-EU, dass in dem von der Kommission ausgearbeiteten Register vor allem zwei entscheidende Informationen fehlen: Das Register enth&auml;lt zum einen nicht die Namen der einzelnen Lobbyisten und zum anderen werden die Geldbetr&auml;ge, die f&uuml;r Lobbying ausgegeben werden, nicht erfasst. ALTER-EU stellte Ende Januar 2009 eine erste Auswertung des freiwilligen Lobbyistenregisters der EU-Kommission vor und kam zu dem ern&uuml;chternden Ergebnis, dass die Rate der Registrierungen erschreckend gering und die Qualit&auml;t der offen gelegten Daten unzureichend ist:<\/p><ul>\n<li>Bislang haben sich nur 871 Lobbyorganisationen oder Unternehmen registriert (Stand: 23. Januar 2009). Davon haben nur 458 ein B&uuml;ro in Br&uuml;ssel, der Rest sind Organisationen aus den EU-Mitgliedsl&auml;ndern. Das Europaparlament hatte die Zahl der Lobbygruppen in Br&uuml;ssel bereits f&uuml;r das Jahr 2000 auf 2.600 gesch&auml;tzt. Demnach sind &uuml;ber sieben Monate nach dem Start weniger als 20 Prozent der Lobbyisten registriert (vermutlich noch weniger, weil die Zahl der Lobbyb&uuml;ros inzwischen h&ouml;her sein d&uuml;rfte).\n<\/li>\n<li>Einflussreiche Unternehmen und Interessengruppen fehlen weiterhin. Anwaltskanzleien und Br&uuml;sseler Denkfabriken scheinen das Register mehr oder weniger v&ouml;llig zu boykottieren. <\/li>\n<li>Die Anforderungen an die finanzielle Offenlegung sind viel zu schwach, insbesondere bei Lobbyagenturen.\n<\/li>\n<li>Aufgrund unpr&auml;ziser Definitionen fallen die eingetragenen Budgets zudem sehr unterschiedlich aus. Sie d&uuml;rften bei zahlreichen Lobbygruppen oder Unternehmen deutlich unter den tats&auml;chlichen Lobbyausgaben liegen.\n<\/li>\n<\/ul><p>Aus Sicht von ALTER-EU zeigen die Ergebnisse, dass das EU-Register grunds&auml;tzlich &uuml;berholt werden m&uuml;sse. Die Registrierung m&uuml;sse zudem verpflichtend sein, das Register die Namen der einzelnen Lobbyisten enthalten und die Finanzdaten genauer angegeben werden. Weitere Kritikpunkte und Forderungen lassen sich in der <a href=\"http:\/\/www.alter-eu.org\/en\/system\/files\/publications\/Commission+Register+Fails+Transparency+Test.pdf\">Online-Version der Kurzstudie [PDF &ndash; 287 KB]<\/a> nachlesen. Der Bericht wurde Rahmen einer Veranstaltung mit Sheila Krumholz vom Center for Responsive Politics aus den USA vorgestellt. Das Center wertet die Daten des US-Lobbyistenregisters aus, das seit 1995 verpflichtend ist. Die Webseite <a href=\"http:\/\/www.opensecrets.org\/\">opensecrets.org<\/a> geh&ouml;rt zu den umfangreichsten Informationsstellen &uuml;ber den Lobbyismus in Washington. Ein Bericht (englisch) von der Veranstaltung kann abgerufen werden unter: <a href=\"http:\/\/www.theparliament.com\/latestnews\/news-article\/newsarticle\/eu-lobby-register-fails-to-increase-transparency\/\">theparliament.com<\/a>. <\/p><p><strong>Erste Schritte zu einem Lobbyregister in Gro&szlig;britannien<\/strong><\/p><p>Lobbycontrol berichtet auch &uuml;ber Lobbyismusdiskussionen in Gro&szlig;britannien. Das Public Administration Select Committee (PASC), ein einflussreicher Ausschuss des britischen Parlaments, hatte am 5. Januar 2009 einen Bericht vorgelegt, in dem die Forderung nach einem verpflichtendes Lobbyregister erhoben wird. Im Bericht wird dargelegt, dass die bisherige Praxis der Selbstregulierung nicht wirksam sei und aus dem freiwilligen Register der EU-Kommission keinerlei Vorteile eines freiwilligen Registers zu erkennen seien. Es erlaube den Lobbyisten, die Art und Weise und das Ausma&szlig; ihrer Aktivit&auml;ten zu verschleiern, dies habe unl&auml;ngst der Fall der Lobby-Firma GPlus Ltd. gezeigt.  Dar&uuml;ber hinaus f&uuml;hre das Register zu uneinheitlichen und einseitigen Informationen ohne jeden Zugewinn f&uuml;r diejengen, die das Ausma&szlig; und die Art und Weise der Lobbyaktivit&auml;ten beurteilen.  Die Amsterdamer Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) berichtet in ihrem <a href=\"http:\/\/blog.brusselssunshine.eu\/2009\/01\/commission-suspends-registration-by.html\">&ldquo;Brussels Sunshine Blog&ldquo;<\/a> dar&uuml;ber, dass GPlus, eine der gro&szlig;en PR- und Lobbyagenturen in Br&uuml;ssel, vom Lobbyregister der EU-Kommission suspendiert wurde, da sich die Agentur Mitte Dezember 2008 zwar registriert, dabei aber laut eigenen Angaben vier Kunden verschwiegen habe: <\/p><blockquote><p>The list above excludes the names of three clients who have asked not to be included in the register and one further client who has itself registered. Each of these clients accounts for less than 10% of our relevant revenues.<\/p><\/blockquote><p>Die EU-Kommission hat den Eintrag von GPlus vorerst aus der Suchfunktion der Datenbank gestrichen, der Eintrag selbst findet sich noch, unter dem <a href=\"https:\/\/webgate.ec.europa.eu\/transparency\/regrin\/consultation\/displaylobbyist.do?id=7223777790-86\">direkten Link<\/a> . <\/p><p>Lobbycontrol sieht die Suspendierung ambivalent. Es sei zwar positiv zu sehen, dass die EU-Kommission darauf reagiert, dass Lobbyagenturen nach Gutd&uuml;nken Kunden angeben oder auch weglassen. Andererseits sei es fragw&uuml;rdig, dass die einzige Konsequenz auf eine falsche Registrierung das stillschweigende L&ouml;schen des Eintrags ist. Es fehle jegliche Sanktion. <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/01\/pr-agentur-gplus-von-eu-lobbyregister-suspendiert\/#more-666\">Weiterlesen<\/a><\/p><p><strong>Worst EU Lobbying Awards<\/strong><\/p><p>Am 9. Dezember 2008 haben die Initiativen LobbyControl, Corporate Europe Observatory (CEO), Friends of die Earth Europe und Spinwatch die &bdquo;Worst EU Lobbying Awards&ldquo; in Br&uuml;ssel verliehen. Insgesamt hatten &uuml;ber 8.500 Menschen an der Online-Abstimmung teilgenommen. Fritz-Harald Wenig, EU-Kommissionsbeamter und Kandidat f&uuml;r den Worst Conflict of Interest Award, hatte  Insider-Informationen &uuml;ber Z&ouml;lle an &bdquo;Lobbyisten&ldquo; weitergegeben, die in Wirklichkeit investigative Journalisten waren. Wenig wollte durch einen Gerichtsprozess erreichen, dass sein Name von der Liste der Nominierten gestrichen und w&auml;hrend der Preisverleihung nicht erw&auml;hnt wird. Das Br&uuml;sseler Gericht urteilte jedoch, dass die Meinungsfreiheit in diesem Fall vorgehe. Den Worst EU Lobbying Award 2008 gewannen gemeinsam das <\/p><ul>\n<li>Malaysian Palm Oil Council, (MPOC, ein Zusammenschluss der  malaysischen Regierung der Palm&ouml;lproduzenten),<\/li>\n<li>die UNICA (eine Initiative der brasilianischen Zuckerbarone) <\/li>\n<li>und der Energiekonzern Abengoa Bioenergy (eine US-amerikanische Tochter des spanischen Konzerns Abengoa). <\/li>\n<\/ul><p>Diese Lobbyorganisationen erhielten &uuml;ber 50 Prozent der abgegebenen Stimmen, da es ihnen gelang das EU-Parlament und den Europ&auml;ischen Rat davon zu &uuml;berzeugen, dass Agrotreibstoffe &bdquo;gr&uuml;n&ldquo; und eine nachhaltige Alternative seien. <a href=\"http:\/\/www.worstlobby.eu\/2008\/vote\/info\/5\/worstlobby_de\">Mehr Informationen zur Nominierung.<\/a> <\/p><p>Den Worst Conflict of Interest Award 2008, der Sonderpreis f&uuml;r den schlimmsten Interessenkonflikt, erhielt die finnische Europaabgeordnete Piia-Noora Kauppi, die im Januar 2009 zur Federation of Finnish Financial Services gewechselt hat. Die Anti-Lobby-Organisationen haben der finnischen Abgeordneten den Preis f&uuml;r ihre &Auml;nderungsantr&auml;ge, die sie im EU-Parlament eingebracht hatte und die im &Uuml;brigen nahezu wortgleich vom &bdquo;European Banking Industrie Committee&ldquo; stammten, f&uuml;r die schlimmste Strippenzieherin der EU verliehen. Piia-Noora Kauppi trieb die Interessen ihres k&uuml;nftigen Arbeitgebers, einer Banken-Lobbygruppe, voran, w&auml;hrend sie noch aktives Mitglied des Europ&auml;ischen Parlaments war. Kauppi hatte durchgehend auf eine geringe Regulierung des Bankensektors gedr&auml;ngt. <a href=\"http:\/\/www.worstlobby.eu\/2008\/vote\/info\/7\/worstconflictofinterest_de%20\">Mehr Informationen zu ihrer Nominierung.<\/a><\/p><p>Transparency International Deutschland (TI) und degepol, die Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Politikberatung (ein Lobbyisten-Netzwerk) haben eine gemeinsame Stellungnahme vorgelegt zum Thema &bdquo;Interessenvertretung in Deutschland transparenter gestalten und fair regeln&ldquo;. LobbyControl begr&uuml;&szlig;t, dass die Debatte &uuml;ber Regeln und Schranken f&uuml;r Lobbyisten damit in Deutschland weiter voran gehe, sieht aber zugleich deutliche Schwachstellen in dem Papier.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php?p=651\">Ausf&uuml;hrlicher Kommentar<\/a> <\/p><p><strong>Lobbyisten-Stadtplan<\/strong><\/p><p>Die Initiative Lobbycontrol hat  den &ldquo;LobbyPlanet Berlin&rdquo;, einen Stadtf&uuml;hrer ganz anderer Art, ausgearbeitet und bringt damit etwas Licht in das Dunkel des Lobbyismus, der vorwiegend im Hintergrund seine F&auml;den zieht. Ob Finanzm&auml;rkte,  Klimaschutz, Lebensmittel, Rentenversicherung, Bildung oder &bdquo;Reformstau&ldquo;, &uuml;berall hinterlassen Lobbyisten ihre Spuren, auch wenn dies auf den ersten Blick f&uuml;r den B&uuml;rger nicht erkennbar ist. Der Stadtf&uuml;hrer von Lobbycontrol f&uuml;hrt  anhand von 55 Stationen durch den Berliner Lobby-Dschungel, in dem sch&auml;tzungsweise 5000 Lobbyisten agieren und gibt eine leicht verst&auml;ndliche Einf&uuml;hrung in die Themen: Was ist Lobbying? Wie arbeitet ein Lobbyist? Wieso betrifft mich das? Im &ldquo;LobbyPlanet Berlin&rdquo; werden die Methoden und Tricks der unsichtbaren Strippenzieher im Hintergrund erl&auml;utert. Lobbycontrol zeigt, wo und wie zwischen touristischen Sehensw&uuml;rdigkeiten und glitzernden Einkaufswelten Politik gemacht wird und welche Interessen dabei zu kurz kommen. Der &Uuml;bersichtsplan enth&auml;lt eine gro&szlig;e Anzahl Fakten &uuml;ber die Lobbyaktivit&auml;ten, zahlreicher Verb&auml;nde, Agenturen und Unternehmen. In den Stadtf&uuml;hrer eingeflochtene Exkurse geben Hintergrundinformationen zu den m&auml;chtigen Akteuren im Politikgesch&auml;ft, wie zum Beispiel der gut positionierten Energie-, Finanz- und Pharmaindustrie oder der R&uuml;stungsbranche, sowie einige Fallbeispiele f&uuml;r Lobby-Kampagnen wie der &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; oder &ldquo;Du bist Deutschland&rdquo;. Auch ohne einen Besuch in der Hauptstadt verschafft der &bdquo;Stadtf&uuml;hrer&ldquo; den Leserinnen und Lesern &uuml;beraus spannende Einblicke in die verborgene Dimension unseres politischen Systems. Der Lobby-Wegweiser enth&auml;lt die langj&auml;hrige Arbeit von Lobbycontrol, die durch aktuelle Recherchen erg&auml;nzt wurde und nun <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/lobbyplanet-berlin\/bestellen\/\">zu bestellen ist<\/a>.<\/p><p><strong>WEED-Aktion zur Zweckgemeinschaft zwischen GD-Handel und BUSINESSEUROPE<\/strong><\/p><p>AktivistInnen von WEED (Weltwirtschaft, &Ouml;kologie &amp; Entwicklung) und des Seattle to Brussels Networks dr&uuml;ckten im Oktober 2008 mit einem Schauspiel ihren &Auml;rger und ihre Bedenken gegen&uuml;ber dem B&uuml;ndnis aus Europ&auml;ischer Union und Big Business aus und forderten von der Handelskommissarin Baroness Catherine Ashton die sofortige Aufl&ouml;sung der intimen Arbeitsbeziehung zwischen der Generaldirektion Handel und dem europ&auml;ischen Unternehmensverband BUSINESSEUROPE. Als Brautpaar verkleidet, verk&ouml;rperte die Braut die Generaldirektion Handel und versprach ihrem zuk&uuml;nftigen Ehemann bedingungslosen Beistand bei der &Ouml;ffnung neuer M&auml;rkte, der Sicherung von geistigem Eigentum und Zugang zu Ressourcen, w&auml;hrend der Br&auml;utigam &ndash; ein Symbol f&uuml;r den Verband BUSINESSEUROPE &ndash; sich als Inspirationsquelle f&uuml;r die zuk&uuml;nftigen Gesetzesvorschl&auml;ge anbot. Die originell verpackte Botschaft kam bei den Konferenzteilnehmern an. Der General Direktor von BUSINESSEUROPE,  Philippe de Buck, bestritt jedoch die &ldquo;eheliche Beziehung&rdquo; und sprach lediglich von einer &ldquo;engen Partnerschaft&rdquo;.<br>\nDer Vertreter des europ&auml;ischen Arbeitsgeberverbands und der Europ&auml;ischen Kommission waren sich dar&uuml;ber einig, dass der Kurs der Global Europe Strategie beibehalten werden m&uuml;sse &ndash; auch und gerade vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Der Kommissar f&uuml;r Unternehmen und Industrie, G&uuml;nter Verheugen, h&auml;lt die EU Agenda f&uuml;r Wettbewerbsf&auml;higkeit <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/wto\/gats\/1814024.html\">&ldquo;not at all discredited&rdquo;<\/a>.<\/p><p>Erl&auml;uterungen:<br>\nDie ALTER-EU ist eine breite Koalition von &uuml;ber 160 Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Zivilgesellschaften, wissenschaftlichen Gruppen, die sich unter anderem f&uuml;r effektive Ma&szlig;nahmen zur &ouml;ffentlichen Pr&uuml;fung der Entscheidungsfindung der Europ&auml;ischen Union einsetzt.<\/p><p>CEO ist eine europ&auml;ische Forschungs-Gruppe mit Sitz in Amsterdam, die mit Kampagnen auf die Gefahren f&uuml;r die Demokratie, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und die Umwelt, die durch die wirtschaftliche und politische Macht der Konzerne und ihrer Lobby-Gruppen verursacht werden, aufmerksam macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lobbyisten versuchen kontinuierlich, auf politisch h&ouml;chster Ebene, in Deutschland und bei den europ&auml;ischen Institutionen, nachdr&uuml;cklich die Interessen der Industrie, mit allem Mitteln des Lobbyismus, bis hin zur Vergabe von lukrativen Mandaten in Aufsichtsgremien und Beratersvertr&auml;gen oder hochdotierten nachtr&auml;glichen &bdquo;Dankesch&ouml;n&ldquo;-Posten an Politiker durchzusetzen. 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