{"id":37477,"date":"2017-03-20T09:26:20","date_gmt":"2017-03-20T08:26:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37477"},"modified":"2017-03-21T15:05:54","modified_gmt":"2017-03-21T14:05:54","slug":"die-anstalt-es-geht-hier-um-den-schutz-des-deutschen-motors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37477","title":{"rendered":"Die Anstalt: \u201eEs geht hier um den Schutz des deutschen Motors\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Angela Merkel war am Dienstagabend vor knapp zwei Wochen wohl sicher schon im Bett, um f&uuml;r die Anh&ouml;rung vor dem Untersuchungsausschuss zum Abgasskandal am darauffolgenden Tag frisch und ausgeschlafen zu sein. Verpasst hat sie in diesem Fall leider <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\/die-anstalt-vom-7-maerz-2017-100.html\">eine au&szlig;ergew&ouml;hnlich informative Folge der Anstalt<\/a>, in der der deutsche Irrsinn um den Fetisch Auto brillant aufs Korn genommen wurde. Es ist zwar davon auszugehen, dass die Kanzlerin die Fakten kennt und dass sich ihr Pl&auml;doyer f&uuml;r die Schonung der Autoindustrie am anderen Morgen aus anderen &Uuml;berlegungen gespeist hat. Falls sie aber doch noch einmal nachsehen m&ouml;chte, findet sie den Beitrag ab sofort auch in unserer Servicerubrik <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=2002\">Dokumentation interessanten Kabaretts<\/a>. Von <strong>Carsten Weikamp<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_270\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-37477-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170321_Die_Anstalt_und_die_Autoindustrie_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170321_Die_Anstalt_und_die_Autoindustrie_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170321_Die_Anstalt_und_die_Autoindustrie_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170321_Die_Anstalt_und_die_Autoindustrie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=37477-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170321_Die_Anstalt_und_die_Autoindustrie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170321_Die_Anstalt_und_die_Autoindustrie_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Gemeinsam mit den G&auml;sten Caroline Ebner, Rolf Miller und Till Reiners nehmen sich die Gastgeber Claus von Wagner und Max Uthoff eine um die andere fatale Irrationalit&auml;t im Umgang der Deutschen mit ihrem Lieblingsspielzeug vor.<\/p><p>Im &bdquo;Autohass von Wagner&ldquo; stellt sich im Beratungsgespr&auml;ch des schnurb&auml;rtigen Verk&auml;ufers Zwetschge mit einer kaufinteressierten Familie heraus, dass viele gro&szlig;e Neuwagen so teuer sind, dass sie sich nur noch dank einer milliardenschweren, als Dienstwagenprivileg bekannten Subvention verkaufen lassen: Zwei Drittel der Neuzulassungen sind inzwischen Dienstfahrzeuge.<\/p><p>Weiter wird festgestellt, dass ausnahmslos alle Varianten von Verbrennungsmotoren klimasch&auml;dlich sind. Der Unterschied liegt allein in der Art des sch&auml;dlichen Aussto&szlig;es. Selbst beim Elektroauto ist dieser Aussto&szlig; in Rechnung zu stellen, allein mit dem Unterschied, dass die belastenden Emissionen hier nicht hinten zum Auspuff herauskommen, sondern schon bei der Stromerzeugung im Kraftwerk anfallen.<\/p><p>Der Abgasskandal ist mitnichten ein reines VW-Problem, das ergibt ein Gespr&auml;ch zwischen Autoverk&auml;ufer Zwetschge und einem reklamierenden K&auml;ufer eines Dieselfahrzeugs. Der Aussto&szlig; von Stickoxiden, die jedes Jahr f&uuml;r ca. 7.000 Tote sorgen, liegt auch bei Fahrzeugen von Daimler, BMW und Co. massiv &uuml;ber dem Grenzwert, genau genommen bei 50 von 53 Herstellern. Auch ist den Beh&ouml;rden lange bekannt, dass quasi alle Fahrzeughersteller Abgasreinigungsanlagen einbauen, die an- und abgeschaltet werden k&ouml;nnen und praktisch nur dann zum Tragen kommen, wenn das Fahrzeug unter Laborbedingungen gepr&uuml;ft wird.<\/p><p>Unverhohlener noch ist die Manipulation bei der Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs nach dem NEFZ, dem neuen europ&auml;ischen Fahrzyklus. Bei einer Testfahrt im Stra&szlig;enverkehr wird deutlich, dass der Pr&uuml;fzyklus mit normalem Fahrverhalten in der Wirklichkeit aber auch fast gar nichts gemeinsam hat.<\/p><p>W&auml;hrend sich Journalisten und Abgeordnete von Automobil-Lobbyisten auf Reisen und zum Drink einladen lassen, reagiert das Verkehrsministerium mit Anhebung der zul&auml;ssigen Grenzwerte. Das verringert zwar den Schadstoffaussto&szlig; nicht, macht ihn aber weniger illegal. Um die Umwelt effektiv weniger zu belasten, m&uuml;sste weniger gefahren werden. Das w&auml;re &uuml;ber Fahrverbote oder faire Benzinpreise zu erzielen. Wie letztere aussehen m&uuml;ssten, dass z. B. externe Beschaffungskosten und Nachhaltigkeitsfaktoren einzukalkulieren w&auml;ren, legt der Kassierer an der Tankstelle einem irritierten Kunden dar.<\/p><p>Nach einem t&ouml;dlichen Auffahrunfall findet sich Autoverk&auml;ufer Zwetschge bei der Hauptuntersuchung durch den M&Uuml;V wieder, den Moralischen &Uuml;berwachungsverein. Diese leitet Gott h&ouml;chstpers&ouml;nlich, und er stellt als erstes fest, welch ungeheurer Ressourcenverbrauch mit der Herstellung v&ouml;llig &uuml;berdimensionierter SUVs einhergeht.<\/p><p>Bei Verkehrsunf&auml;llen sterben nach wie vor allein in Deutschland jedes Jahr &uuml;ber 3.200 Menschen, also mehr als neun pro Tag. Die Zahl lie&szlig;e sich &ndash; in internationalen Studien nachgewiesen &ndash; um rund 20% senken, wenn ein Tempolimit eingef&uuml;hrt w&uuml;rde, denn die Hauptursache f&uuml;r Verkehrstote ist nach wie vor &uuml;berh&ouml;hte Geschwindigkeit. Ein Tempolimit ist aber nicht durchzusetzen in einem Land, in dem sich die Autofahrer bei der kleinsten Diskussion dar&uuml;ber wie kleine Kinder vor dem S&uuml;&szlig;warenregal auff&uuml;hren. <\/p><p>Wo Menschen weiter auf ihrem Recht bestehen, &bdquo;240g Mohnbr&ouml;tchen mit 250 km\/h durch 430 PS mit einem 2-Tonner 3 km weit zu transportieren&ldquo;, kann auch der liebe Gott nichts mehr f&uuml;r sie tun. Zwetschge bekommt nicht nur keine M&Uuml;V-Plakette, sondern verliert auch sein Leben. Gott pl&auml;diert leidenschaftlich erstens f&uuml;rs Zufu&szlig;gehen und Stra&szlig;enbahnfahren, wie es der fr&uuml;here Hyundai-Chef und heutige B&uuml;rgermeister in Seoul realisiert, und zweitens f&uuml;r Schockbilder von Verkehrstoten auf den Autos analog denen auf Zigarettenschachteln.<\/p><p>Ehrengast Thomas Gsella, ehemaliger Chefredakteur der Titanic, schl&auml;gt statt der Schockbilder vor, die Unfallopfer so zu zeigen, wie sie vor dem Ungl&uuml;ck aussahen, um den Rasern bewusst zu machen, was sie zerst&ouml;ren. Er tr&auml;gt dazu die pers&ouml;nliche Geschichte seiner Schwester und Nichte vor, die vor zwei Jahren auf dem Weg in den Urlaub von einem Raser in einen Autounfall verwickelt wurden und verstarben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angela Merkel war am Dienstagabend vor knapp zwei Wochen wohl sicher schon im Bett, um f&uuml;r die Anh&ouml;rung vor dem Untersuchungsausschuss zum Abgasskandal am darauffolgenden Tag frisch und ausgeschlafen zu sein. 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