{"id":3750,"date":"2009-02-06T10:00:32","date_gmt":"2009-02-06T09:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3750"},"modified":"2009-02-06T10:05:47","modified_gmt":"2009-02-06T09:05:47","slug":"hinweise-des-tages-826","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3750","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>IMK: In Konjunkturpaketen vorgesehene Steuersenkungen bringen Kommunen Milliardenausf&auml;lle<\/li>\n<li>Heribert Prantl &uuml;ber Hartmut Mehdorn: Die Bahn bin ich<\/li>\n<li>M&auml;rklin: Insolvenzverwalter schmei&szlig;t alle Berater raus<\/li>\n<li>Faule Kredite in Billionenh&ouml;he<\/li>\n<li>Darf man Ackermann trauen?<\/li>\n<li>Harold James: Die Diktatur der Banken<\/li>\n<li>Thomas Fricke: Zeit f&uuml;r eine Bad Ideas Bank<\/li>\n<li>Hypo Real Estate: Hart oder sanft?<\/li>\n<li>Michael Schneider: Fasst die Piraten der Geldmeere!<\/li>\n<li>Seehofers Blockade bei der Schuldenbremse<\/li>\n<li>Privatisierung schw&auml;cht Fl&auml;chentarife<\/li>\n<li>Christoph Schmidt soll Bert R&uuml;rup als Wirtschaftsweiser folgen<\/li>\n<li>BILD: Schrumpf-Rente: Senioren bleibt immer weniger!<\/li>\n<li>Wartende Wickeltische<\/li>\n<li>Keine Besuche in Altenheimen<\/li>\n<li>Seilschaften und Netzwerke der Agro-Gentechnik in Medien und Politik &ndash; Kontrolle oder Kollaboration?<\/li>\n<li>Atomlobby in Quarant&auml;ne<\/li>\n<li>Gesine Schwan: Wider die schleichende Erosion unserer Demokratie <\/li>\n<li>Albrecht von Lucke: Leerstelle Konservatismus<\/li>\n<li>Franz M&uuml;ntefering: Was links ist<\/li>\n<li>Schulen geht das Personal aus<\/li>\n<li>Hartz IV: der gro&szlig;e Betrug? &ndash; Nun auch Betrug bei Maischberger? <\/li>\n<li>Zu guter letzt: B&ouml;rsengequatsche &uuml;ber die Verstaatlichung der HRE<\/li>\n<\/ul><p>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\n<!--more--><br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3750&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>IMK: In Konjunkturpaketen vorgesehene Steuersenkungen bringen Kommunen Milliardenausf&auml;lle<\/strong><br>\nSie sind das Herzst&uuml;ck des Konjunkturpakets: Mehr Investitionen in St&auml;dten und Gemeinden. Doch die ebenfalls beschlossenen Steuersenkungen bescheren den Kommunen gleichzeitig Einnahmeausf&auml;lle in Milliardenh&ouml;he. Insgesamt beziffert das IMK die kommunalen Mindereinnahmen auf 1,9 Milliarden Euro in diesem Jahr und sogar 3,4 Milliarden Euro 2010. Damit w&uuml;rden den Gemeinden heuer 30 Prozent der zus&auml;tzlichen Investitionsmittel gleich wieder entzogen, im kommenden Jahr w&auml;ren es knapp 60 Prozent. Rechnet man noch die Folgen der h&ouml;heren steuerlichen Abzugsf&auml;higkeit von Beitr&auml;gen zur Kranken- und Pflegeversicherung hinzu, die ab 2010 gelten soll, verl&ouml;ren die Gemeinden im kommenden Jahr sogar fast 80 Prozent der zus&auml;tzlichen Investitionsmilliarden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_94217.html?cis_mode=print\">B&ouml;ckler<\/a><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl &uuml;ber Hartmut Mehdorn: Die Bahn bin ich<\/strong><br>\nDas Verhalten von Bahnchef Hartmut Mehdorn erinnert an das von Gerhard Schr&ouml;der am Wahlabend des 18. September 2005: Damals gab der Noch-Kanzler in Verkennung von Lage und Wahlausgang den dicken Max. Der Unterschied zwischen Schr&ouml;der und Mehdorn besteht darin, dass bei Ersterem die Realit&auml;tsverweigerung nach wenigen Stunden abklang. Bei Mehdorn h&auml;lt sie an, und ihre Erscheinungsformen versch&auml;rfen sich. Er f&uuml;hrt sein Unternehmen, als w&auml;re es autark und er auch. Seine Informationspolitik (nicht erst im Datenschutzskandal, aber hier vor allem) ist eine Nichtinformations- und Desinformationspolitik. Er informiert nicht die Mitarbeiter, nicht Betriebsrat, Aufsichtsrat, Pr&uuml;fungsausschuss, auch nicht den Verkehrsausschuss des Bundestages, nicht den Bundesverkehrsminister und nicht die Bundeskanzlerin &ndash; von der &Ouml;ffentlichkeit ganz zu schweigen.\n<p>Mehdorn pr&auml;sidiert das Unternehmen nach dem Motto: Die Bahn bin ich. Die Antwort darauf lautet: Aber nicht mehr lange. Die Bahn ist eine Aktiengesellschaft. Da gibt es zwar keine Fach- und Rechtsaufsicht wie bei einem Staatsbetrieb &ndash; aber einen Aufsichtsrat, der sich angreifbar macht, wenn er bei massiven Rechtsverst&ouml;&szlig;en nicht eingreift.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/551\/457212\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>M&auml;rklin: Insolvenzverwalter schmei&szlig;t alle Berater raus<\/strong><br>\nF&uuml;r den zahlungsunf&auml;higen Modelleisenbahn-Hersteller M&auml;rklin gibt es neue Hoffnung. Laut Insolvenzverwalter Pluta wird das Unternehmen weiter produzieren. Erste Ma&szlig;nahme des Sanierers: &ldquo;Alle Berater raus.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-605756,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Berater sollen M&auml;rklin ausgesaugt haben<\/strong><\/p>\n<p>&ldquo;Wenn die Beratungskosten nicht bestanden h&auml;tten, w&auml;re die Firma jetzt nicht pleite&rdquo;, sagte Insolvenzverwalter Michael Pluta am Donnerstag auf der N&uuml;rnberger Spielwarenmesse. Dort stellt das 150 Jahre alte Unternehmen trotz der Schieflage 400 Neuheiten aus. In einzelnen Jahren habe das Unternehmen mit zuletzt 128 Mio. Euro Umsatz bis zu 12 Mio. Euro f&uuml;r Berater ausgegeben, rechnete Pluta vor. F&uuml;r den Betrag, der &uuml;ber die Jahre daf&uuml;r ausgegeben worden sei, h&auml;tte man die ganze Firma kaufen k&ouml;nnen. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Dietmar Mundil r&auml;umte ein, dass die h&auml;ufig wechselnden Sanierungshelfer oft mehr Irritationen ausgel&ouml;st als Nutzen gestiftet h&auml;tten. Nach einem jahrelangen, l&auml;hmenden Familienstreit war M&auml;rklin 2006 den Finanzinvestoren Kingsbridge und Goldman Sachs verkauft worden. Seine erste Ma&szlig;nahme im Unternehmen beschrieb der Jurist mit den Worten: &ldquo;Alle Berater raus.&rdquo; Schon damit spare M&auml;rklin einen knapp zweistelligen Millionenbetrag im Jahr, das sei fast die H&auml;lfte des Jahresverlustes.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:Traditionsunternehmen-Berater-sollen-M%E4rklin-ausgesaugt-haben\/470498.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man fragt sich, warum die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung, der Betriebsrat oder die &ldquo;Finanzinvestoren&rdquo; nicht einmal zu einfachsten Grundrechenarten der ersten Stufe f&auml;hig waren. Selbst Externe wie das Handelsblatt haben im April vorigen Jahres auf die Beratergoldgrube M&auml;rklin hingewiesen.<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/_b=1417141,_p=5,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Faule Kredite in Billionenh&ouml;he<\/strong><br>\nAllein bei den 20 gr&ouml;&szlig;ten deutschen Banken hat die Finanzaufsicht BaFin festgestellt, dass sie auf faulen Wertpapieren in H&ouml;he von rund 300 Milliarden Euro s&auml;&szlig;en. Davon sei aber erst ein Viertel abgeschrieben. Dar&uuml;ber, wie hoch die n&ouml;tigen Wertberichtigungen bei allen deutschen Banken sind, gibt es nur wilde Sch&auml;tzungen. Im schlimmsten Fall reichen bis sie zu 1 Billion Euro. K&uuml;rzlich hat der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) versucht zu ermitteln, wie hoch der Abschreibungsbedarf sein k&ouml;nnte, der auf die internationalen Banken zukommt. 2,2 Billionen Dollar lautete da die Sch&auml;tzung. Allerdings hat der IWF nur US-Kredite ber&uuml;cksichtigt und &ldquo;verbriefte Wertpapiere&rdquo; &ndash; also jene seltsamen Konstruktionen, in denen Schrotthypotheken so lange neu geb&uuml;ndelt und umetikettiert wurden, bis sie die h&ouml;chste Bonit&auml;tsnote erhielten. Inzwischen sind jedoch auch ganz normale Kredite gef&auml;hrdet, weil sich die Finanz- zu einer Wirtschaftskrise ausgeweitet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2009%2F02%2F05%2Fa0015&amp;cHash=1823753023&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Darf man Ackermann trauen?<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank ist eine sensationelle Bank, weil sie als eine der ganz wenigen internationalen H&auml;user keine Hilfe vom Staat braucht. Sie hat die riskanten Gesch&auml;ftsfelder konsequent geschlossen und die zukunftstr&auml;chtigen gest&auml;rkt. Sie hat nun ihre Risiken im Griff, die hohe Verschuldung auf das neue internationale Ma&szlig; heruntergefahren. Und im Januar lief es super. Das, in K&uuml;rze, war die Botschaft von Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank.\n<p>D&uuml;rfen wir es glauben? Die Antwort auf diese Frage hat Ackermann eigentlich selbst gegeben: &ldquo;Man kann heute die Bilanzen und Erfolgsrechnungen der Banken nur noch ganz schwierig miteinander vergleichen&rdquo;, sagte er mit Blick auf die Wettbewerber der Deutschen Bank. Ein Beispiel gef&auml;llig? Die Relation Bilanzsumme (also &uuml;berwiegend Verschuldung) zu Eigenkapital habe sich von 36 auf 30 im Jahr 2008 verringert. Die Bankbilanz ist also geschrumpft, was latent auf weniger Risiko hindeutet. <\/p>\n<p>Schaut man dagegen in die ver&ouml;ffentlichen Kennzahlen der Bank, findet man zwei verwirrende Zahlen: Die Bilanzsumme ist von 1,9 Billionen Euro auf 2,2 Billionen Euro gestiegen &ndash; und das Eigenkapital ist von 38 auf 31 Milliarden geschrumpft. Nur diese Zahlen &uuml;berf&uuml;hrten den Bank-Chef der L&uuml;ge. Doch gemach. Er hat nicht die Zahlen nach internationaler Rechnungslegung gemeint, sondern nach US-Rechnungslegung. Und nach US-GAAP ist die Bilanz der Deutschen Bank nur halb so gro&szlig;, n&auml;mlich genau 1,1 Milliarden Euro. Denn die Amerikaner k&uuml;rzen die Derivate, die sich ausgleichen und gegen&uuml;ber dem selben Kontrahenten bestehen, aus der Bilanz heraus, weil sie nach US-Auffassung kein Risiko darstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1670784&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Ackermann hat nichts gelernt<\/strong><br>\nNach einem mie&szlig;en Jahr spricht der Chef der Deutschen Bank schon wieder &uuml;ber die Renditen der Gier-&Auml;ra. Er setzt offenbar darauf, dass der Kapitalmarkt kaum reguliert wird. &ldquo;Eins habe ich gelernt&rdquo;, sagt der Chef der gr&ouml;&szlig;ten deutschen Bank, &ldquo;das Pendel schl&auml;gt auch immer wieder zur&uuml;ck.&rdquo; Dieser naive wie wahre Satz verr&auml;t alles. Genau so steuert er auch seit sieben Jahren die Bank. Ganz prozyklisch. Wenn im Eigenhandel Geld verdient wird, wird das Zockerteam ausgebaut, hagelt es Verluste, werden wie j&uuml;ngst drei Viertel der Casino-Tische wieder geschlossen. Schon einmal, n&auml;mlich 2003, sollte die Abh&auml;ngigkeit der Bank vom riskanten Investmentbanking verringert werden. Dann lief&rsquo;s aber 2005 pl&ouml;tzlich wieder &uuml;berraschend rund, und Ackermann gab die Parole aus &ldquo;let the good times roll&rdquo;, lasst uns die Gewinne einfahren, auch wenn damit das Risiko rasant steigt. Vier Jahre sp&auml;ter wieder die Kehrtwende.<\/p>\n<p>Lange Zeit ging die Strategielosigkeit gut, denn die Bank sa&szlig; einst auf wahnsinnigen Reserven. Ihr Schatz war ein Industrieportfolio mit Anteilen an Daimler, der Allianz, der M&uuml;nchener R&uuml;ck, der Deutschen B&ouml;rse, um nur einige wenige zu nennen. Ackermann hat diese Reserven gepl&uuml;ndert, zum Wohle der Aktion&auml;re und Angestellten. Auch 2008 steuerten die letzten Reste noch einmal 1,3 Milliarden zum Ertrag bei und rund drei Milliarden zum Eigenkapital. Jetzt ist die Schatulle leer. Und den Steuerzahlern bleibt nichts anderes &uuml;brig, als Ackermann und seiner Bank in der schlimmsten Krise seit 80 Jahren Fortune zu w&uuml;nschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1670979&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Harold James: Die Diktatur der Banken<\/strong><br>\nDie Vision einer Gro&szlig;bank, die das wirtschaftliche Schicksal eines Landes oder der Welt bestimmt, ist im Kern genauso falsch, wie es die Idee der Planwirtschaft war. Vielfalt und Komplexit&auml;t ihrer Transaktionen machte die neuen Superbanken von Natur aus anf&auml;llig. Lange bevor sich die Subprime-Krise entwickelte, war die Citigroup durch das Verhalten ihrer Trader in Tokio besch&auml;digt worden sowie auch durch ihre Londoner H&auml;ndler, die versuchten, den europ&auml;ischen Staatsanleihenmarkt zu manipulieren. Konzernen im Produktionsbereich f&auml;llt es leichter, die Produktqualit&auml;t &uuml;ber Kontrollen zu gew&auml;hrleisten. Wo die Gesch&auml;ftsgrundlage dagegen die Finanzintermediation ist, werden Millionen Beurteilungen unabh&auml;ngig voneinander getroffen, deren Auswirkungen das gesamte Unternehmen gef&auml;hrden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Harold-James-Die-Diktatur-der-Banken\/470424.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheid:<\/strong> Einige interessante Ausf&uuml;hrungen, leider f&auml;llt Harold James am Ende nichts Besseres ein, als vor der Verstaatlichung von Banken zu warnen, w&auml;hrend es doch der Fusionswahn privater war, der die Voraussetzung f&uuml;r die derzeitige Krise schuf.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Zeit f&uuml;r eine Bad Ideas Bank<\/strong><br>\nWas waren das f&uuml;r Zeiten, als Professoren durch deutsche Talkshows stolzierten, um das lernresistente Volk &ouml;konomische Vernunft zu lehren? Als sie entr&uuml;stet vortrugen, dass nur endlich dies oder das reformiert werden muss, damit die Wirtschaft bl&uuml;ht. Dass eigentlich klar sei, was zu tun ist. Seit ein paar Monaten ist es gespenstisch ruhig geworden, stolzieren Professoren h&ouml;chstens heimlich durch entlegene W&auml;lder. Daf&uuml;r gibt es reichlich Spott &uuml;ber ratlose Gelehrte. Mit jedem Tag wird derzeit sp&uuml;rbarer, dass die Weltwirtschaftskrise eine Wissenschaft in die Legitimationskrise geworfen hat &ndash; ohne dass es viele Betroffene zu merken scheinen. Zeit f&uuml;r einen Neuanfang wie nach der Gro&szlig;en Depression. Wir sind eine Wissenschaft, die arrogant auftritt, aber gar keinen Grund hat, arrogant zu sein&rdquo;, urteilte k&uuml;rzlich Harvard-&Ouml;konom Dani Rodrik. &ldquo;In der Finanzkrise ist der Anspruch der &Ouml;konomen erloschen, eine Wissenschaft zu sein&rdquo;, polterte Mois&eacute;s Na&iacute;m*, Chef der Zeitschrift &ldquo;Foreign Policy&rdquo;, beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Umfragen in der Bev&ouml;lkerung ergeben derzeit &Auml;hnliches. &ldquo;Die meisten von uns sind ziemlich ratlos&rdquo;, r&auml;umt Friedrich Schneider, Chef der Vereinigung deutschsprachiger &Ouml;konomen, ein: &ldquo;Wir sind in der Krise.&rdquo; Das Problem liegt weniger darin, dass keiner die Lehman-Pleite vorhergesagt hat (sonst h&auml;tte es sie wahrscheinlich nicht gegeben). Die aktuelle Finanzkrise rei&szlig;t ganze Glaubenss&auml;tze mit: dass M&auml;rkte am besten funktionieren und eigene Fehler glimpflich korrigieren. &ldquo;Diese Annahme ist gescheitert&rdquo;, sagt Nobelpreistr&auml;ger Edmund Phelps. &ldquo;Der Marktfundamentalismus war ein Fehler&rdquo;, so Ken Rosen von der University of California &ndash; ein Standardsatz, dem in Davos 2009 niemand mehr widersprach. Nobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz zufolge fehlt vielen &Ouml;konomen vor lauter Spezialisierung auf Details heute das systemische Denken. Viele Kollegen verl&ouml;ren sich im Klein-Klein mathematischer Modelle, so Schneider. Absurd: Die Modelle werden aus Hypothesen oder langj&auml;hrigen Erfahrungen gespeist; f&uuml;r das, was die Welt in Krisen ersch&uuml;ttert, gibt es aber keine mathematische Formel. Die Modelle funktionieren nur, wenn die Randbedingungen stabil sind, sagt der Bielefelder Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. Und sie erfassen nicht, wie verheerend Unsicherheit wirkt. Was im September passiert sei, komme in Standardmodellen nicht vor, sagt Schneider: dass es zum Desaster werden kann, eine Bank pleitegehen zu lassen. In Lehrb&uuml;chern steht, dass das gut sei, um nicht andere leichtsinnige Banken in Sicherheit zu wiegen. Da fehle der Gedanke, dass manche zu gro&szlig; und gewichtig sein k&ouml;nnen, um sie angesichts der drohenden Kollateralsch&auml;den einfach fallen zu lassen. In den Lehrb&uuml;chern steht bisher auch noch, dass Spekulanten stabilisierend wirken, weil sie gegen Kursausrei&szlig;er wetten und diese so korrigieren helfen. Auf den Finanzm&auml;rkten passiert mit zunehmender Regelm&auml;&szlig;igkeit das Gegenteil: Weil Spekulanten es auch nicht wissen und steigende Kurse eher dazu verleiten, dem Herdentrieb zu folgen, verst&auml;rken sie Finanzblasen und ihr folgenschweres Platzen. Modell kaputt. \n<p>Kritiker Na&iacute;m fordert einen &ldquo;Bailout f&uuml;r &Ouml;konomen&rdquo;. Gute Idee. Vielleicht br&auml;uchte die Zunft eine Art Bad Bank f&uuml;r schlechte Ideen, die toxische Theorien aufnimmt und &Ouml;konomen animiert, Modelle und Methoden zu revidieren, bevor sie weiteren Schaden anrichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Zeit-f%FCr-eine-Bad-Ideas-Bank\/470684.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheid:<\/strong> Der Punkt ist nur, dass toxische Papiere entsorgt werden k&ouml;nnen, aber vergiftete Wissenschaftler nur sehr schwer, und dass sie sich selbst entgiften, ist sehr unwahrscheinlich. Und wie man heterodoxe &Ouml;konomen in wichtige wissenschaftliche Schaltzentralen bringt, ist leichter gefordert als getan. Man kann nur auf die jungen Wendeh&auml;lse hoffen, die sich etwas ausrechnen. &ndash; Aber zu sp&auml;t ist es allemal. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hart oder sanft?<\/strong><br>\nSoll man die konkursreife Hypo Real Estate verstaatlichen? Dieses Problem besch&auml;ftigt die Regierung seit einigen Wochen &ndash; bisher ergebnislos. Auch am Mittwoch fanden die Kanzlerin und die zust&auml;ndigen Minister zu keiner L&ouml;sung: &ldquo;Entscheidungen wurden nicht getroffen&rdquo;, sagte ein Sprecher nach einem Treffen im Kanzleramt. &ldquo;Jetzt folgen weitere fachliche Beratungen, in denen alle Optionen abgewogen werden.&rdquo; Das bedeutet auch: Offenbar wird weiterhin eine Verstaatlichung erwogen. \n<p>Die Hypo Real Estate (HRE) ist vor allem durch ihre irische Tochter Depfa in die Krise geraten. Diese hatte sich auf ein sehr riskantes Gesch&auml;ftsmodell verlegt: Sie vergab langfristige Kredite f&uuml;r staatliche Projekte und, um die schmalen Renditen aufzubessern, refinanzierte sich nur kurzfristig bei anderen Banken. Dieser Trick funktionierte jedoch nicht mehr, als die Finanzkrise ausbrach. Die Depfa konnte sich kein Geld mehr leihen oder nur noch zu horrenden Zinsen, w&auml;hrend sie zugleich st&auml;ndig kurzfristige Kredite zur&uuml;ckzahlen musste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2009%2F02%2F05%2Fa0009&amp;cHash=b73b4550f1&amp;type=98\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Fasst die Piraten der Geldmeere!<\/strong><br>\nSchriftsteller Michael Schneider kann das Gerede von der neuen Finanzarchitektur nicht mehr h&ouml;ren. Er fordert ein Internationales Tribunal f&uuml;r Gro&szlig;spekulanten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/0906-finanzkrise-tribunal-schneider\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Blockade bei der Schuldenbremse<\/strong><br>\nCSU-Chef Seehofer stellt sich gegen Hilfen f&uuml;r arme Bundesl&auml;nder &ndash; und fordert sch&auml;rfere Regeln f&uuml;r den Bund als Alternative.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1670967&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vorschlag: Seehofer erhebt &ldquo;Va&rsquo;, pensiero, sull&rsquo;ali dorate&rdquo; (Gefangenenchor aus Giuseppe Verdis Oper Nabucco) zur bayerischen Nationalhymne, tut sich mit Umberto Bossi zusammen und betreibt die Vereinigung Padanies mit Bayern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Privatisierung schw&auml;cht Fl&auml;chentarife<\/strong><br>\nSeit den 1990er-Jahren hat die Liberalisierung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen nicht nur gut 600.000 Jobs gekostet. Auch Bezahlung und Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert. Zahlreiche Branchen werden vom Tarifwerk des &ouml;ffentlichen Dienstes abgekoppelt, ohne dass neue Branchentarifvertr&auml;ge entstehen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der WSI-Forscher Torsten Brandt und Thorsten Schulten. Nach der &Ouml;ffnung der M&auml;rkte f&uuml;r &ouml;ffentliche Dienstleistungen bekamen vormalige Monopolisten Konkurrenz. Die neuen Anbieter sind in der Regel jedoch nicht an die bestehenden Tarifstrukturen gebunden. Sie haben meist Haus- oder gar keine Tarifvertr&auml;ge. Der Konkurrenzdruck wirkt auch zur&uuml;ck auf die ehemaligen Monopolisten. Eine Zusammenstellung der Wissenschaftler zeigt, wie das Tarifgef&uuml;ge ausfranst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_94263.html?cis_mode=print\">B&ouml;ckler<\/a><\/li>\n<li><strong>Christoph Schmidt soll Bert R&uuml;rup als Wirtschaftsweiser folgen <\/strong><br>\nDer &raquo;Sachverst&auml;ndigenrat f&uuml;r die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage&laquo; wurde im Jahre 1963 vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Erhard ins Leben gerufen. Von den im Gremium sitzenden f&uuml;nf &raquo;Wirtschaftsweisen&laquo; erhoffte er sich &uuml;berparteilichen Rat. Vor allem aber sollte der unabh&auml;ngige Rat der Weisen den Lohnforderungen der Gewerkschaften einen D&auml;mpfer verpassen, so dass Kalk&uuml;l Erhards. In dieser Tradition steht der Sachverst&auml;ndigenrat noch heute. So bildet das Ideal eines &raquo;besch&auml;ftigungsneutralen (also niedrigen) Lohnabschlusses&laquo; immer noch die Grundlage eines jeden Gutachtens. Allerdings musste der Rat j&uuml;ngst einen schmerzhaften Verlust verkraften. Denn der Vorsitzende des Gremiums, Bert R&uuml;rup, wechselte im Dezember zum Finanzdienstleister AWD und muss deshalb sein Mandat niederlegen. Wie nun bekannt wurde, hat man sich hinter den Kulissen bereits auf einen Nachfolger einigen k&ouml;nnen. Die Wahl fiel auf Christoph Schmidt, den bisherigen Chef des Rheinisch Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (RWI). Der 46-j&auml;hrige Schmidt ist ein neoliberaler &Ouml;konom, der selbst angesichts der gegenw&auml;rtigen Krise seiner Wirtschaftsideologie treu bleibt. Dabei l&auml;sst sich der Princeton-Absolvent auch von offensichtlichen Fakten nicht beirren. So verstieg er sich j&uuml;ngst zu der Behauptung: &raquo;F&uuml;r einen Zusammenbruch des Systems gibt es keinerlei Anzeichen.&laquo; In einer Fernsehdiskussion warnte er auch vor der zunehmenden Einmischung des Staates in die Angelegenheiten der freien Wirtschaft. Deregulierung d&uuml;rfe nicht verteufelt werden, meinte der Wirtschaftsweise in spe. Auch die Agenda 2010 sei eine gute Sache gewesen. Schlie&szlig;lich sei doch die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren zur&uuml;ckgegangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/143339.der-weise.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Schrumpf-Rente: Senioren bleibt immer weniger!<\/strong><br>\nNullrunden, h&ouml;here Krankenkassenbeitr&auml;ge und steigende Inflation &ndash; die 20 Millionen Rentner in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutliche Einbu&szlig;en ihrer Altersgelder hinnehmen m&uuml;ssen. Unter dem Strich ist die Kaufkraft der Rente allein seit 2004 um knapp 8,5 Prozent gesunken, haben Experten der Uni Freiburg errechnet.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/politik\/2009\/02\/05\/rente\/senioren-bleibt-immer-weniger-geld.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Welche Experten der Uni Freiburg werden das wohl gewesen sein &hellip; Wir tippen auf Raffelh&uuml;schen &amp; Co. Wetten dass, nach dieser Schreckensmeldung wieder ein Appell f&uuml;r die private Altersvorsorge folgt.<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.vwl.uni-freiburg.de\/fakultaet\/fiwiI\/ueber-uns\/team.html\">Uni Freiburg<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"wp-print.php?p=2266\">Nachdenkseiten vom 18.04.2007<\/a><br>\nDa ist ein Link nicht mehr aktuell; die einschl&auml;gigigen Sponsoren von Raffelh&uuml;schens &bdquo;Forschungsinstitut&ldquo; gibt es jetzt hier.<br>\nQuelle 4: <a href=\"http:\/\/www.vwl.uni-freiburg.de\/fakultaet\/fiwiI\/fzg\/verein\/vorstellung.html\">Forschungszentrum Generationenvertr&auml;ge<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Rentenkassen machen 2008 erneut &Uuml;berschuss<\/strong><br>\nDie Rentenkassen haben im vergangenen Jahr erneut einen &Uuml;berschuss erzielt. Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund am Mittwoch in Berlin mitteilte, lagen die Beitragseinnahmen 2008 nach dem vorl&auml;ufigen Rechnungsergebnis bei rund 179,1 Milliarden Euro. Das waren rund 5,3 Milliarden Euro oder etwa 3,1 Prozent mehr als 2007. Die R&uuml;cklage belief sich zum Jahresende auf rund 16,3 Milliarden Euro. Damit lag sie um rund 4,8 Milliarden Euro &uuml;ber dem Wert zu Jahresbeginn 2008 und um etwa 610 Millionen Euro &uuml;ber den Erwartungen der letzten Sch&auml;tzung vom Oktober 2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ngo-online.de\/ganze_nachricht.php?H=N&amp;Nr=19246\">NGO Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wartende Wickeltische<\/strong><br>\nVor zwei Jahren setzte Ursula von der Leyen gegen alle Widerst&auml;nde den Ausbau der Kinderbetreuung durch. Doch das Prestigeprojekt der Ministerin droht zu scheitern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0906-kinderbetreuung-krippen-erzieher-ursula-von-der-leyen\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Keine Besuche in Altenheimen<\/strong><br>\nUnter dem Streit &uuml;ber die neuen Honorarregeln f&uuml;r Fach&auml;rzte leiden offenbar auch die Patienten in Alten- und Pflegeheimen: Die Wohlfahrtsverb&auml;nde prangern an, dass immer mehr Fach&auml;rzte aus finanziellen Gr&uuml;nden Hausbesuche in Heimen verweigern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/aktuell\/fachaerzte-hausbesuche-altenheime-ID1233844141095.xml\">BR-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Alles nicht so neu, aber wir beweihr&auml;uchern uns lieber auf hohem moralischen Niveau mit Forderungen an den Papst<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Medizin-Rationierung<\/strong><br>\nDie Kosten f&uuml;r die medizinische Versorgung in Deutschland werden weiter steigen. Da aber das Budget begrenzt ist, stellt sich die Frage, wie Medizin rationiert werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/fakt\/5389205.html\">Mdr<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu noch: <\/em><\/p>\n<p><strong>&Auml;rzte wollen Wiederbelebung von Alten einsparen<\/strong><br>\nSollten Seniorenheim-Bewohner nach einem Herzinfarkt nicht mehr wiederbelebt werden, um Kosten zu sparen? Britische Mediziner haben diese These jetzt in einem renommierten Fachblatt vorgestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/0,1518,druck-403093,00.html\">Spiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Seilschaften und Netzwerke der Agro-Gentechnik in Medien und Politik &ndash; Kontrolle oder Kollaboration?<\/strong><br>\nInwieweit arbeiten die zust&auml;ndigen &Auml;mter in den Bundesl&auml;ndern mit den Gro&szlig;konzernen Monsanto, Syngenta, Agrevo (heute BAYER CropScience), KWS und BASF bez&uuml;glich der Agro-Gentechnik zusammen? Das fragt man sich, wenn man den pr&auml;zise recherchierten Bericht &ldquo;Kontrolle oder Kollaboration? Agro-Gentechnik und die Rolle der Beh&ouml;rden&rdquo; von Antje Lorch und Christoph Then gelesen hat. Er wurde in Auftrag von Ulrike H&ouml;fken, Sprecherin f&uuml;r Ern&auml;hrungspolitik und Verbraucherfragen in der Bundestagsfraktion B&uuml;ndnis 90\/ Die Gr&uuml;nen erstellt. Durch die Lekt&uuml;re erf&auml;hrt man, dass z. B. Monsanto auf Empfehlung der internationalen Beratungsagentur Burson-Marsteller nicht selbst in Erscheinung tritt, sondern auch durch &ldquo;neutralere&ldquo; Institutionen vertreten wird. So entstanden Arbeitskreise, Initiativen und Aktionsgruppen, die im &ldquo;Gen-Dialog&rdquo; mit Hausfrauenbund, Verbraucherinitiativen und Medien stehen.\n<p>Stefan Bottler schreibt dazu in der Fachzeitschrift Werben &amp; Verkaufen: &bdquo;Ganz pointierte Aktionen fahren Novartis, Monsanto Deutschland, die Hoechst-Tochter Agrevo und der von der Industrie getragene Bonner Bund f&uuml;r Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL). Sie begn&uuml;gen sich nicht mit konventioneller &Ouml;ffentlichkeitsarbeit, sondern nehmen einzelne Zielgruppen wie junge Frauen, &Auml;rzte oder Lehrer ins Visier. Der August-Ausgabe von Bravo Girl lag ein Genfood-Beihefter der Vierer-Gruppe mit Preisausschreiben bei.&rdquo;<\/p>\n<p>Auch Schulen sollten sich dieser Entwicklung bewusst sein, wenn ihnen von Gro&szlig;konzernen Labore eingerichtet werden, die f&uuml;r Gentechnikversuche benutzt werden k&ouml;nnen, um Sch&uuml;ler\/innen f&uuml;r derartige Zwecke zu interessieren und zu begeistern &ndash; einseitig, meist ohne auf die Risiken dieser Technik, die mit einer weltweiten Umweltzerst&ouml;rung einhergeht, aufmerksam zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=13415&amp;css=print\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Atomlobby in Quarant&auml;ne<\/strong><br>\nMit einer Menschenkette um das Berliner Maritim-Hotel wollen Anti-Atom-B&uuml;rgerinitiativen und Umweltgruppen heute gegen die dort stattfindende Wintertagung des Deutschen Atomforums protestieren. Es handle sich dabei um eine Propagandaveranstaltung der Atomwirtschaft &ndash; die wolle man &raquo;symbolisch unter Quarant&auml;ne stellen&laquo;, erkl&auml;rten die Organisatoren der Protestaktion am Dienstag vor Medienvertretern. Die Demonstration soll um 17 Uhr vor der Zentrale des Energiekonzerns Vattenfall am U-Bahnhof Zinnowitzer Stra&szlig;e beginnen und zum Tagungshotel f&uuml;hren.\n<p>Das diesj&auml;hrige Motto der Wintertagung, zu der unter anderem der Pr&auml;sident des ifo-Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung, Prof. Hans-Werner Sinn, und der bayerische CSU-Staatsminister f&uuml;r Umwelt und Gesundheit, Markus S&ouml;der, als Referenten eingeladen sind, hei&szlig;t &raquo;Energieverantwortung f&uuml;r Deutschland&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/02-04\/043.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Gesine Schwan: Wider die schleichende Erosion unserer Demokratie<\/strong><br>\nAls Bundespr&auml;sidentin s&auml;he ich meine Aufgabe darin, dieser schleichenden Erosion der Demokratie entgegenzutreten. Wie? Durch vermitteln, erkl&auml;ren, Zusammenh&auml;nge offenlegen, ohne dabei das System als solches infrage zu stellen. Es geht um Anregungen zu den langen Linien, wie wir zuk&uuml;nftig zusammenleben wollen. Aber es m&uuml;ssen auch die Widerspr&uuml;che benannt werden, die unsere aktuelle Lage pr&auml;gen: etwa, wenn wir mit Hunderten von Milliarden schlecht gemanagte Banken retten m&uuml;ssen, w&auml;hrend die Hartz-IV-S&auml;tze vielen Menschen in diesem Land nur das N&ouml;tigste zum Leben lassen. Gerade jetzt brauchen wir mehr Vertrauen zwischen Politik und Gesellschaft als je zuvor. Die doppelte Unsicherheit der Situation &ndash; bei den Regierenden wie den Regierten &ndash; erzwingt eine neue Offenheit von Gesellschaft und Politik, verlangt das &Uuml;berwinden alter Gr&auml;ben. Wenn die Menschen begreifen, dass politische Aushandlungsprozesse in der pluralistischen Demokratie naturgem&auml;&szlig; m&uuml;hselig und unvollst&auml;ndig sind, wir aber ohne sie gar keinen Wandel zum Besseren h&auml;tten, tr&auml;gt das zum Abbau von Entt&auml;uschungen bei. Das Gelingen demokratischer Politik liegt in unser aller M&ouml;glichkeit und Verantwortung. Denn Zukunft haben wir nur gemeinsam.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Gesine-Schwan-Demokratie;art141,2723513?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Albrecht von Lucke: Leerstelle Konservatismus<\/strong><br>\nWas f&uuml;r ein Auftrieb: Als die Bundesregierung binnen weniger Tage erst die Commerzbank teilverstaatlichte und anschlie&szlig;end ein zweites Konjunkturpaket im Umfang von 50 Milliarden auflegte, standen die kapitalnahen Zeitungen Kopf. &bdquo;Ist Deutschland noch zu retten? Blo&szlig; keine DDR light&ldquo;, flehte Springers &bdquo;Welt&ldquo;, derweil die &bdquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&ldquo; klagte: &bdquo;Wer rettet die Steuerzahler vor den Rettern? Wo ist die schw&auml;bische Hausfrau?&ldquo; &ndash; als welche sich die Kanzlerin zuvor stets ausgegeben hatte. Ist Angela Merkel nun also tats&auml;chlich zu &bdquo;Mutter Staat&ldquo; mutiert; ist dies tats&auml;chlich die &bdquo;Revolution der CDU&ldquo;, wie die &bdquo;tageszeitung&ldquo; mutma&szlig;t? \n<p>W&auml;hrend das Paket instrumentell h&ouml;chst akkurat austariert wurde (neun Milliarden Euro f&uuml;r Steuersenkungen gegen neun Milliarden Euro f&uuml;r die Senkung der Krankenkassenbeitr&auml;ge), fiel der erforderliche Streit um die richtige Schwerpunktsetzung aus. Doch mehr noch: Indem innerhalb der Union die CSU den Ton angab, setzte der neue Parteivorsitzende Horst Seehofer seine anti-etatistische Steuersenkungspolitik durch. Darin besteht nach wie vor der Kern der Politik jenes angeblich &bdquo;b&uuml;rgerlichen Lagers&ldquo; aus Union und FDP, das nach der gewonnenen Hessenwahl auch f&uuml;r die kommende Bundestagswahl als gemeinsames Projekt ausgerufen wurde. Mit Konservatismus hat das jedoch nichts zu tun. Die lange Zeit gelobte &bdquo;Physik der Macht&ldquo; der Kanzlerin entpuppt sich in Zeiten der Krise als bar inhaltlicher Orientierung und F&uuml;hrungsbereitschaft. Ihre inhaltliche Konturlosigkeit zeigt, dass sich dahinter weniger innengeleitetes Regieren als von au&szlig;en angesto&szlig;enes Arrangieren mit den st&auml;rksten Interessen verbirgt, sprich: die Anpassung an die Bed&uuml;rfnisse der Wirtschaft. <\/p>\n<p>Am deutlichsten wurde dies in ihrer abschlie&szlig;enden Regierungserkl&auml;rung. Demnach war das 50-Milliarden-Konjunkturpaket f&uuml;r Angela Merkel &bdquo;die bisher schwerste innenpolitische Entscheidung&ldquo;, die sie als Bundeskanzlerin zu treffen hatte. &bdquo;Schwerer also als das 500-Milliarden-Bankensicherungsprogramm?&ldquo; zeigte sich selbst die FAZ verwundert und fuhr besorgt fort: &bdquo;Sind die Zahlensch&ouml;pfungen der vergangenen drei Monate &uuml;berhaupt zu fassen, sind die Folgen der B&uuml;rgschaften und Neuschulden noch richtig einzuordnen?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3019\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Franz M&uuml;ntefering: Was links ist<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1670994&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In der Tat, &ldquo;Menschen &auml;ndern die Verh&auml;ltnisse&rdquo;. Selten konnte so klar beobachtet werden, wie eine kleine Gruppe von Akteuren, deren nicht unwichtigster Franz M&uuml;ntefering selbst ist, der SPD das Linke ausgetrieben und die Linken vertrieben hat. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schulen geht das Personal aus<\/strong><br>\nAufgrund der Konjunkturpakete sind bald lang ben&ouml;tigte Investitionen in Schulgeb&auml;ude m&ouml;glich. &ldquo;Der Renovierungsbedarf an den Schulen in Deutschland ist gigantisch&rdquo;, sagt Klaus Klemm, emeritierter Professor f&uuml;r Bildungsplanung der Universit&auml;t Essen-Duisburg. Die Atmosph&auml;re des Lernens wird sich also an einigen Orten verbessern &ndash; ob das auch f&uuml;r die Betreuung der Sch&uuml;ler gelten wird, bezweifelt der Bildungsforscher jedoch. Denn Deutschlands Schulen droht in zahlreichen Unterrichtsf&auml;chern ein dauerhafter Lehrermangel, und der ist nicht wie in der Vergangenheit mit den j&auml;hrlichen Schwankungen der Zahl der Lehramts-Studierenden und der offenen Stellen zu erkl&auml;ren. Der sich ank&uuml;ndigende Lehrermangel hat strukturelle Ursachen, wie Klemm analysiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_94267.html?cis_mode=print\">B&ouml;ckler<\/a><\/li>\n<li><strong>Hartz IV: der gro&szlig;e Betrug? &ndash; Nun auch Betrug bei Maischberger? <\/strong><br>\nMit Befremden nahm heute das Erwerbslosen Forum Deutschland zur Kenntnis, dass die in der Sendung &bdquo;Menschen bei Maischberger&ldquo; vom 03.02.2009 vorgestellte Familie in der TV-Landschaft nicht ganz unbekannt ist und gl&auml;nzend die von ihr abverlangten Rollen spielen kann, je nachdem, welche Klaviatur gerade gespielt werden muss. In der von &bdquo;Pro Sieben&ldquo; ausgestrahlten Doku-Soap &bdquo;We are Family &ndash; Bruderzoff im Plattenbau! So lebt Deutschland!&ldquo; vom 02.02.2009 bekam man einen gegenteiligen Eindruck. Eine Mutter, die ihre 2 S&ouml;hne Dominik und Johnny, in einem Zimmer lebend, nicht unter Kontrolle bekommt und sich professionelle Hilfe einer Antiaggressionstrainerin suchen muss. Von den Kindern aus gesehen fehlt es nicht an Geld, sondern an Zeit, die die Eltern nicht haben, um mit ihnen hinauszugehen, sich wirklich um sie zu k&uuml;mmern, mit ihnen zu spielen, sich um deren Ausbildung zu sorgen. Sie haben wenig Zeit, um zu kochen oder ein Familienleben zu organisieren.\n<p>Noch was hat sich ge&auml;ndert: Johnny war auf &bdquo;PRO7&ldquo; als Mustersch&uuml;ler noch auf dem Gymnasium, was die Mutter ganz stolz erz&auml;hlte, aber in der ARD-Sendung ist er Gesamtsch&uuml;ler und hat starke Schulprobleme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.elo-forum.net\/hartz-iv\/hartz-iv\/-200902042147.html\">Erwerbslosenforum<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt:<\/strong>\n<p><strong>B&ouml;rsengequatsche &uuml;ber die Verstaatlichung der HRE<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.radio-utopie.de\/2009\/02\/05\/Video-des-Jahres-zur-HRE-Affaere-da-waer-der-Staat-aber-schoen-bloed..#extended\">youtube<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>IMK: In Konjunkturpaketen vorgesehene Steuersenkungen bringen Kommunen Milliardenausf&auml;lle<\/li>\n<li>Heribert Prantl &uuml;ber Hartmut Mehdorn: Die Bahn bin ich<\/li>\n<li>M&auml;rklin: Insolvenzverwalter schmei&szlig;t alle Berater raus<\/li>\n<li>Faule Kredite in Billionenh&ouml;he<\/li>\n<li>Darf man Ackermann trauen?<\/li>\n<li>Harold James: Die Diktatur der Banken<\/li>\n<li>Thomas Fricke: Zeit f&uuml;r eine Bad Ideas Bank<\/li>\n<li>Hypo Real Estate: Hart<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3750\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3750","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3750"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3750\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}