{"id":3753,"date":"2009-02-09T09:08:15","date_gmt":"2009-02-09T08:08:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3753"},"modified":"2009-02-09T09:08:15","modified_gmt":"2009-02-09T08:08:15","slug":"hinweise-des-tages-827","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3753","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ul>\n<li>Glos darf gehen<\/li>\n<li>Eine Schuldenbremse vertieft die Spaltung der Gesellschaft<\/li>\n<li>Sparen &ndash; das deutsche Mantra<\/li>\n<li>Konjunktur &ndash; Wenn das Ausland streikt<\/li>\n<li>Wessen Hand war das?<\/li>\n<li>Die Krise hat erst begonnen<\/li>\n<li>Versickernde Geldflut<\/li>\n<li>Banker sind &uuml;berbezahlt &ndash; wie schon 1929<\/li>\n<li>Vereinigte Staaten: Der Ruhestand muss warten<\/li>\n<li>Z&uuml;rich bittet Superreiche zur Kasse<\/li>\n<li>Firmen tricksen mit versteckten Preiserh&ouml;hungen<\/li>\n<li>Und nochmal was zur Einkommensverteilung<\/li>\n<li>Atomlobby baut seit 20 Jahren Potemkinsche D&ouml;rfer<\/li>\n<li>Freundliche T&ouml;ne aus Russland<\/li>\n<li>Bahn-Revisoren belasten Mehdorn<\/li>\n<li>Zukunft der WestLB weiter ungewiss: Bad Bank f&uuml;r die WestLB geplant<\/li>\n<li>Finanzinvestoren: Herr Kravis, wer ist schuld an der Finanzkrise?<\/li>\n<li>AP-Chef: Pentagon hat globale Propagandamaschine aufgebaut<\/li>\n<li>Journalismus unterm Messer<\/li>\n<li>Mit wem soll man marschieren?<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3753&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>Glos darf gehen<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer lassen den amtsm&uuml;den Wirtschaftsminister Michael Glos nun doch gehen. Und nun? Bayerns Finanzminister Fahrenschon wird Glos-Nachfolger hei&szlig;t&rsquo;s aus Unionskreisen. Karl-Theodor zu Guttenberg &ndash; berichtet die &ldquo;Abendzeitung&rdquo; aus CSU-Kreisen. Und Seehofer schweigt. Noch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article3170396\/Glos-darf-gehen-so-viel-ist-sicher.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mit ziemlicher Sicherheit wird der R&uuml;cktritt von Wirtschaftsminister Glos zum Anlass genommen, wieder Legenden &uuml;ber dessen angeblich heldenhaften Kampf f&uuml;r eine liberale Ordnungspolitik zu spinnen. Dabei ist er nur vom intriganten CSU-Vorsitzenden Seehofer demontiert worden. W&auml;ren es wirklich nur Altersgr&uuml;nde, so h&auml;tte Glos sicher nicht so kurz vor der Bundestagswahl um seinen R&uuml;cktritt gebeten. Glos war von Anfang an eine Notl&ouml;sung, als der bayerische L&ouml;we Stoiber von einem Ministeramt in Berlin zur&uuml;ckzuckte. Er hatte sich nicht in dieses Amt gedr&auml;ngt und war von je her &uuml;berfordert. Bei dem Spiel, das Seehofer und auch Merkel mit ihm getrieben haben, kann einem Glos menschlich nur leid tun.<br>\nWer auch immer ihm nachfolgen mag, es wird ganz sicher kein versierter Wirtschaftspolitiker, sondern ein strammer Exekutor der Machtanspr&uuml;che der CSU sein &ndash; ein Machtpoker um ein gerade jetzt so wichtiges Amt. Das ist die Antwort der deutschen Politik auf die schlimmste Wirtschaftskrise.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Heinz-J. Bontrup: Eine Schuldenbremse vertieft die Spaltung der Gesellschaft<\/strong><br>\nDie Geldpolitik wurde mit dem Euro bereits nationalstaatlicher Kontrolle entzogen. Jetzt schaffen CDU\/CSU und SPD auch noch die den Eurol&auml;ndern verbliebende Fiskalpolitik in Deutschland ab. Denn mit der geplanten &ldquo;Schuldenbremse&rdquo; ist in Zukunft eine seri&ouml;se und rationale antizyklische Fiskalpolitik nicht mehr m&ouml;glich. Bei acht Milliarden Euro Verschuldungsspielraum reicht es nicht einmal mehr aus, die automatischen Konjunkturstabilisatoren voll wirken zu lassen.<br>\nKein anders EU-Land verh&auml;lt sich wirtschaftspolitisch so borniert wie Deutschland. Selbst die neoliberal ausgerichtete EU erlaubt im Stabilit&auml;tspakt eine Neuverschuldung von drei Prozent. Der Staat ist nun einmal Gefangener und gleichzeitig Akteur auf dem kapitalistischen Spielfeld. Er wird unweigerlich mit in den Sog einer jeden immanent den Marktgesetzen unterliegenden Konjunktur gezogen. Will sich der Staat nicht prozyklisch, also krisenversch&auml;rfend verhalten, so bleibt ihm im Abschwung nur, die konjunkturbedingte Staatsverschuldung hinzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1672058&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Sparen &ndash; das deutsche Mantra<\/strong><br>\nDie Koalition feiert die Schuldenbremse. Eine Sternstunde des F&ouml;deralismus? Leider nicht, weil eine falsche Diagnose zugrunde liegt. Begr&uuml;ndet werden die rigiden Vorgaben mit der Behauptung, unverantwortliche Politiker in Spendierhosen h&auml;tten die &ouml;ffentlichen Haushalte ruiniert und m&uuml;ssten zur Sparsamkeit gezwungen werden. Die Realit&auml;t sieht anders aus. Seit Jahren dr&uuml;ckt die deutsche Politik bei den Ausgaben so auf die Bremse, dass die Staatsquote &ndash; der Anteil der Ausgaben von Bund, L&auml;ndern und Gemeinden an der Wirtschaftsleistung &ndash; auf 25 Prozent und damit das Niveau der 60er Jahre gesunken ist.<br>\nZwei Faktoren haben den Schuldenberg bis auf 1,5 Billionen Euro wachsen lassen: die Vereinigung und die Wachstumsschw&auml;che. Bis 1990 gl&auml;nzte Deutschland in Europa durch besonders niedrige Defizite. Erst nach dem Mauerfall kletterte die Schuldenquote rasch um die H&auml;lfte auf knapp 60 Prozent. Danach ging es lange weiter nach oben, weil die Wirtschaft nicht ins Laufen kam. Erst der Aufschwung 2006 bis Anfang 2008 machte Hoffnung auf eine Kehrtwende, bis die Finanzkrise ausbrach. An beiden die Schulden treibenden Faktoren h&auml;tte eine Schuldenbremse nichts &auml;ndern k&ouml;nnen. Weder w&auml;re die Wiedervereinigung billiger geworden, noch liefen Wirtschaftsflauten glimpflicher ab. Im Gegenteil nehmen Schuldenschranken der Politik die Flexibilit&auml;t, die sie braucht, um Krisen zu bek&auml;mpfen. Das war ein bedeutender, aber kein guter Tag f&uuml;r den deutschen F&ouml;deralismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1671550&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/&amp;em_ivw=fr_kommentar\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Konjunktur &ndash; Wenn das Ausland streikt<\/strong><br>\nStell dir vor, dein Laden ist prima &ndash; keiner kauft ein. Die deutsche Wirtschaft kann nicht &uuml;berleben, wenn die Kundschaft aus dem Ausland nicht mitmacht.<br>\nStatt h&ouml;hnisch &uuml;ber eine pl&ouml;tzliche Renaissance des Keynesianismus herzuziehen, wie das Steinbr&uuml;ck zuletzt mit Blick auf Gro&szlig;britannien tat, m&uuml;ssen die Deutschen im Moment geradezu dankbar f&uuml;r jede Milliarde sein, die andere L&auml;nder in die St&uuml;tzung ihrer Konjunktur stecken.<br>\nUnd statt jede heimische Konjunkturhilfe mit dem Argument kleinzureden, dass das Geld doch ohnehin nur in die Fremde abflie&szlig;e, nur verschwendet werde f&uuml;r suspekte Flachbildschirme aus Asien und dubiose Kleinwagen aus Frankreich, m&uuml;sste die deutsche Politik allm&auml;hlich erkennen, dass solche Dorf&ouml;konomik in einer eng vernetzten Weltwirtschaft absurd ist. Die Volkswirtschaften ziehen sich heute gegenseitig herunter und sie schaukeln sich gegenseitig hoch.<br>\nDie Zeiten, da Deutschlands Kunden aus dem Ausland immer weiter auf Kredit kaufen konnten, w&auml;hrend die Deutschen &Uuml;berschuss auf &Uuml;berschuss h&auml;uften, sind erst einmal vorbei. Wer heute als f&uuml;hrende Handelsnation noch immer versucht, nur bei anderen auf dem konjunkturpolitischen Trittbrett mitzufahren, der macht sich unglaubw&uuml;rdig. Und er zerst&ouml;rt die Kooperationsbereitschaft, die er selbst gerne einfordert. Ohne Kunden ist der beste Anbieter nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Leitartikel-Konjunktur-Wenn-das-Ausland-streikt\/470913.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Warum wird f&uuml;r diesen Leitartikel kein Autor genannt? Weil die Redaktion in dieser wichtigen Frage mehrheitlich Stellung beziehen wollte?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Stephan Schulmeister: Wessen Hand war das?<\/strong><br>\nDie Hochzinspolitik verursachte gemeinsam mit dem &bdquo;&Ouml;lpreisschock&ldquo; die (bisher) l&auml;ngste Rezession der Nachkriegszeit (1980 bis 1982). Der drastische Anstieg der Arbeitslosigkeit schw&auml;chte die Macht der Gewerkschaften nachhaltig. Damit wurde eine wichtige Barriere auf dem &bdquo;Weg zur Freiheit&ldquo; beseitigt &ndash; Hayek hatte ihre Ausschaltung f&uuml;r unabdingbar erkl&auml;rt, seine Gefolgsleute Thatcher und Reagan setzten dies energisch um. &Uuml;berdies trug die hohe Arbeitslosigkeit dazu bei, dass die Lohnquote seit Anfang der 1980er-Jahre in allen Industriel&auml;ndern nahezu permanent sank. Immer mehr Unternehmer und Unternehmervertreter schlossen sich der Prozession an.<br>\nAuf die Ent-Fesselung der Finanzm&auml;rkte folgte in den 1980er-Jahren ihre massive Belebung. Es wurden immer mehr Finanzinnovationen (Derivate) geschaffen, welche (kurzfristige) Spekulation f&ouml;rderten. Gleichzeitig wurde die Altersvorsorge in den USA &ndash; und sp&auml;ter in anderen L&auml;ndern &ndash; auf Kapitaldeckung umgestellt. Der Aktienmarkt begann zu boomen, bis Ende der 1990er-Jahre stiegen die Kurse auf mehr als das Zehnfache. Gleichzeitig destabilisierte kurzfristige Spekulation die Wechselkurse und Rohstoffpreise. Unter diesen Bedingungen verlagerten (gro&szlig;e) Unternehmen ihre Investitionen von Real- zu Finanzveranlagung, das Wirtschaftswachstum blieb schwach, Arbeitslosigkeit sowie Staatsverschuldung stiegen weiter.<br>\nZu Beginn der 1990er zogen die USA eine pragmatische Konsequenz: Die Geld- und Fiskalpolitik wird seither antizyklisch gestaltet (unter strikter Vermeidung des Begriffs &bdquo;keynesianisch&ldquo;), die &bdquo;unsichtbare Hand&ldquo; wird nur mehr in den Sonntagsreden verehrt, unter der Woche interveniert die Politik nach Bedarf. In Europa zogen die &ouml;konomischen Geistesgr&ouml;&szlig;en die gegenteilige Konsequenz: Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung wurden als Beweis f&uuml;r die Notwendigkeit weiterer Schritte auf dem &bdquo;Weg der Freiheit&ldquo; verwertet: Sparpolitik, Abbau des Sozialstaats, Deregulierung der M&auml;rkte (insbesondere des Arbeitsmarkts) und Regelbindung der Politik (Maastricht-Kriterien, Statut der EZB).<br>\nDer neoliberale &bdquo;Wechselschritt&ldquo; gelang perfekt. Die Eliten von den Wirtschaftsredaktionen bis zur EU-Kommission reihten sich ein in die Freiheitsprozession, angesichts ihres Anschwellens gesellten sich schlie&szlig;lich auch die f&uuml;hrenden K&ouml;pfe der Sozialdemokratie dazu. Sie wollten sich nicht als (neo-)liberal beschimpfen lassen und nannten sich &bdquo;Reformer&ldquo;.<br>\nIn den folgenden 15 Jahren blieb das Wirtschaftswachstum in Europa erstmals in der Nachkriegszeit markant niedriger als in den USA, die Arbeitslosigkeit stieg und konnte nur durch Schaffung von immer mehr &bdquo;atypischen&ldquo; Jobs gemildert werden. Auch in allen anderen Kernbereichen des Sozialstaats trieben die Eliten die &bdquo;Selbstzerst&ouml;rung des europ&auml;ischen Sozialmodells&ldquo; voran, von der Altersvorsorge &uuml;ber das Bildungswesen bis zur Krankenversicherung. So pr&auml;gte Harmonie zwischen konkreter Politik und allgemeinem Glaubensfundament die Freiheitsprozession: Vorrang f&uuml;r den Einzelnen, f&uuml;r seine Eigenverantwortung, f&uuml;r Konkurrenz auf deregulierten M&auml;rkten und gegen die Entm&uuml;ndigung durch den Sozialstaat &ndash; all dies stand auf den Transparenten zu lesen.<br>\nGest&auml;rkt wurde der Zulauf durch die Wissenschaft. Ihr gelang es, Modelle zu entwickeln, welche die &Uuml;berlegenheit von Marktl&ouml;sungen gegen&uuml;ber der Politik bewiesen. Die &Ouml;konomen orientierten sich dabei an der Methodik der Theologie und ihrer Gottesbeweise: Da wie dort wird das Ergebnis schon in den Modellannahmen vorweggenommen, doch sind die Gedankeng&auml;nge innerhalb des Modells so kunstfertig konstruiert, dass der Zirkelschluss verborgen bleibt. F&uuml;r die besten Modelle gab es Nobelpreise, und das erh&ouml;hte r&uuml;ckwirkend ihren Wahrheitsgehalt.<br>\nUm einem R&uuml;ckfall in die &bdquo;Knechtschaft des Sozialstaats&ldquo; vorzubeugen, schm&auml;lerte man seine Finanzierungsbasis in bew&auml;hrtem &bdquo;Wechselschritt&ldquo;: Zuerst wurden Steuern gesenkt, besonders f&uuml;r die Verm&ouml;genden, das resultierende Budgetdefizit konsolidierte man durch K&uuml;rzung der Sozialleistungen. Am Ende hatten die &bdquo;Leistungstr&auml;ger&ldquo; mehr Geld in ihrer Tasche, die anderen wurden mit h&ouml;heren &bdquo;Leistungsanreizen&ldquo; entsch&auml;digt, ihre &bdquo;soziale H&auml;ngematte&ldquo; trug immer weniger.<br>\nDie Marktreligiosit&auml;t der Eliten f&ouml;rderte naturgem&auml;&szlig; die Expansion der freiesten aller M&auml;rkte, der Finanzm&auml;rkte. Dem half die Politik nach: B&ouml;rsenumsatzsteuern wurden abgeschafft, die Expansion der freiesten aller Spieler, der Hedge-Fonds, wurde wohlwollend bestaunt, und dann realisierte man auch in Europa die K&ouml;nigsidee, die staatliche F&ouml;rderung der kapitalgedeckten Altersvorsorge.<br>\n&hellip;Die Instabilit&auml;t der wichtigsten Preise in der Weltwirtschaft in den vergangenen 35 Jahren (sollte) Anlass genug sein, die Annahmen der Gleichgewichtstheorie zu hinterfragen.<br>\nDann aber w&uuml;rde das gesamte Weltbild ins Wanken geraten, das man mit so gro&szlig;er M&uuml;he restauriert hat. Politiker m&uuml;ssten sich fragen, ob sie nicht gravierende Fehler gemacht haben, indem sie sich an Losungen wie &bdquo;Mehr privat, weniger Staat&ldquo; oder &bdquo;Der Markt hat immer recht&ldquo; orientierten, Fehler, f&uuml;r die andere (Schw&auml;chere) nun zahlen m&uuml;ssen. Und Journalisten m&uuml;ssten sich fragen, ob sie nicht diese fahrl&auml;ssige Politik gef&ouml;rdert haben, indem sie der Mode der Wirtschaftswissenschaften folgten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/spectrum\/zeichenderzeit\/450531\/index.do?_vl_backlink=\/home\/spectrum\/index.do\">Die Presse, AU<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Krise hat erst begonnen<\/strong><br>\nEs ist ein Skandal, dass der Bundestag zwar Gelder in H&ouml;he der Wiedervereinigungskosten bereitstellt, aber nicht mal einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einsetzt, um zu fragen, wie es &uuml;berhaupt so weit kommen konnte. Und ob es im Privatverm&ouml;gen der Verantwortlichen nicht noch Reserven gibt, die man zur Begleichung des entstandenen Schadens heranziehen k&ouml;nnte, etwa in Form einer H&auml;rtefallstiftung f&uuml;r kleine Betriebe oder l&auml;ndliche Gemeinden? Die B&uuml;rger wollen wissen, was war. Schon bald wird an den K&uuml;chentischen der Nation das gro&szlig;e Rechnen und Gr&uuml;beln einsetzen, und bald darauf kommt man auch in Deutschland auf die Frage, die die italienischen Studenten l&auml;ngst stellen: Warum sollen wir eure Schulden zahlen?<br>\nUm die Gesellschaft vor Unruhen und kalten B&uuml;rgerkriegen zu bewahren, muss ein gro&szlig;er Dialog begonnen werden. Das alte System wird sich nicht fangen, f&uuml;r die Ramschpapiere gibt es keinen Markt, und es wird auch keinen mehr geben. Mit gouvernementalem Herumfuchteln in Kl&uuml;ngelrunden, um irgendwelche Stellschrauben zu befingern, ist nichts mehr zu gewinnen. In solch einer Lage kann es einen Fortschritt nur geben, wenn man sich von ideologisch begr&uuml;ndeten Prinzipien verabschiedet und all das st&auml;rkt, was Gemeinsinn stiftet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~E6DE8370CE13D4DC0BD53F8E7D3912C79~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man m&uuml;sste dem Autor Nils Minkmar in Manchem widersprechen, so etwa der Aussage, dass Politiker diese Krise &bdquo;nicht angezettelt&ldquo; h&auml;tten, aber noch vor kurzem w&auml;re ein solcher Beitrag in der FAZ undenkbar gewesen und h&auml;tte in den anderen Bl&auml;ttern einen Sturm der Entr&uuml;stung hervorgerufen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu nochmals ein Blick zur&uuml;ck: <\/em><\/p>\n<p><strong>Deutsches Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (Hrsg.): F&uuml;nf Jahre Agenda 2010<\/strong><br>\nEine Rezension von Michael Buestrich<br>\nVor dem Hintergrund dieser Situationsbeschreibung besitzt der hier vorliegende Band dann schon fast einen wirtschaftshistorischen Charakter. Was ihn trotzdem n&uuml;tzlich macht ist die ausf&uuml;hrliche und vollst&auml;ndige Darstellung der sozial- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen sowie der Umsetzung der Agenda 2010-Programmatik. Dies gilt auch, wenn man die erl&auml;uterten wirtschaftstheoretischen bzw. politischen Interpretationen nicht teilen mag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.socialnet.de\/rezensionen\/6385.php\">socialnet<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn Sie nochmals nachlesen wollen, was Frank Walter Steinmeier, Klaus Zimmermann, Werner Eichhorst, Hilmar Schneider, Bernd Raffelh&uuml;schen und Reinhard Schnabel vor kurzem alles noch von sich gegeben haben und wenn Sie vom neoliberalen wirtschaftspolitischen Kurs des DIW bislang noch nicht &uuml;berzeugt waren, dann sollten Sie diese Rezension lesen, dabei sind weniger die kritischen Anmerkungen von Buestrich von Bedeutung als die entlarvenden Zitate.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Versickernde Geldflut<\/strong><br>\n&raquo;Ich verstehe einfach nicht, weshalb so gro&szlig;e Teile der Volkswirtschaftslehre nun diametral ihre Position &auml;ndern. Sind denn alle verr&uuml;ckt geworden&laquo;, verzweifelte unl&auml;ngst im Spiegel (5\/2009) der Hannoveraner Wirtschaftsprofessor Stefan Homburg, einer der letzten aufrechten Neoliberalen, die entfesselte M&auml;rkte auch dann noch propagieren, wenn sie der herrschenden Klasse gerade nicht n&uuml;tzen.<br>\nGenau besehen, ist die pl&ouml;tzliche Wende in Lehre und Politik, die Homburg so irritiert, nat&uuml;rlich gar keine. Beide dienen vielmehr unver&auml;ndert dem gleichen Herrn&hellip;War es gestern der ungeregelte Markt, der verl&auml;sslich daf&uuml;r sorgte, den oberen Zehntausend Einkommen und Verm&ouml;gen zuzuschaufeln, brauchen sie heute unbedingt den Staat, um die Ausbeute jener flotten Jahre nicht wieder zu verlieren.<br>\nDer interessenpolitische Hintergrund der Konjunkturprogramme zeigt sich &uuml;brigens auch darin, dass sie immer darauf angelegt sind, in erster Linie den heimischen Konzernen Nutzen zu spenden. Das, wie auch der sp&uuml;rbar st&auml;rker werdende Hang zum Protektionismus, sind untr&uuml;gliche Belege daf&uuml;r, dass die nationale Zuordnung selbst im Falle global aufgestellter Weltkonzerne ihre Bedeutung nicht verloren hat. Allen Globalisierungshymnen zum Trotz wissen die Kapitaleigner am Ende ganz gut, an welchen Staat sie sich halten m&uuml;ssen. Auch der Fakt, dass das deutsche Konjunkturprogramm relativ bescheiden ausgefallen ist, hat &uuml;brigens mit Befindlichkeiten in den oberen Etagen der deutschen Konzerne zu tun. Da die meisten DAX-Unternehmen vor allem vom Export &ndash; und damit von den Konjunkturprogrammen der anderen L&auml;nder &ndash; leben, ist die Verausgabung von Steuermitteln zur Nachfragestimulierung in Deutschland in ihren Augen schlichte Geldverschwendung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/02-07\/023.php?sstr=Stefan|Homburg\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Vereinigte Staaten: Der Ruhestand muss warten<\/strong><br>\nNicht nur Selbst&auml;ndige in Amerika sehen sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise aus ihren Tr&auml;umen gerissen. Auch viele Arbeiter und Angestellte zwischen Maine und Kalifornien und zwischen Texas und Montana machen die bittere Erfahrung, dass aus dem erhofften Ruhestand so bald nichts wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266\/Doc~E505994F4FD1E46D88C6F60672605EC22~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> FAZ-Autor Claus Tigges bringt es nicht &uuml;ber sich, darauf hinzuweisen, das es ein anderes Rentensystem gibt, welches sich gerade als &uuml;beraus krisenfest erweist: Die staatliche, per Umlageverfahren finanzierte Rente.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Betriebsrente: Teure Pension&auml;re<\/strong><br>\nAllein der Pensionsplan von General Motors ist Sch&auml;tzungen zufolge um 20 Mrd. Dollar und damit um 20 Prozent unterkapitalisiert, der von Chrysler um neun Mrd. Dollar oder 34 Prozent.<br>\nDie Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Kapital nachzuschie&szlig;en. Doch das h&auml;tte in der gegenw&auml;rtigen Rezession gro&szlig;e Konzerne in den Ruin getrieben. Darum setzte Ex-Pr&auml;sident George W. Bush noch im Dezember diese Vorschrift aus.<br>\n&Auml;hnlich sieht es in Gro&szlig;britannien aus: Die Krise hat binnen eines Jahres einen &Uuml;berschuss der 7 800 betrieblichen Pensionskassen von zw&ouml;lf Mrd. Pfund in ein Defizit von 195 Mrd. Pfund (221 Mrd. Euro) verwandelt. Auch hier sind Firmen verpflichtet, Geld nachzuschie&szlig;en, wenn sich L&uuml;cken auftun. Der britische Wirtschaftsverband CBI bef&uuml;rchtet einen Teufelskreis: Die Pensionsfonds fordern mehr Geld von Unternehmen, deren Cash-flow-Position verschlechtert sich weiter, Aktienkurse und Bonit&auml;tsbewertungen fallen erneut, die L&uuml;cke in den Pensionskassen w&auml;chst &ndash; und so weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/teure-pensionaere;2142423;0\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Banker sind &uuml;berbezahlt &ndash; wie schon 1929<\/strong><br>\nSeit Mitte der neunziger Jahre sind die Geh&auml;lter im Finanzsektor dramatisch angestiegen, zeigt eine neue Studie von zwei US-&Ouml;konomen. Warum ein Gro&szlig;teil dieser Entwicklung &ouml;konomisch nicht gerechtfertigt war &ndash; und auf welche erstaunlichen historischen Parallelen die Wissenschaftler gesto&szlig;en sind.<br>\nLediglich 50 bis 70 Prozent der Lohnunterschiede zur restlichen Privatwirtschaft lie&szlig;en sich mit den h&ouml;heren Anforderungen an das Personal in der Finanzbranche erkl&auml;ren. Die restlichen 30 bis 50 Prozent sind laut Studie leistungsloses Einkommen &ndash; eine ungerechtfertigte &ldquo;Rente&rdquo;, wie es im &ouml;konomischen Fachjargon hei&szlig;t.<br>\nEin zentraler Faktor f&uuml;r die Gehaltsexzesse in der Finanzbranche d&uuml;rfte die lasche Regulierung des Bankensektors gewesen sein &ndash; in den zwanziger Jahren ebenso wie sieben Jahrzehnte sp&auml;ter. Zwischen Regulierungsdichte und Entlohnung im Bankensektor besteht laut Studie ein sehr enger Zusammenhang. Nach der &ldquo;Great Depression&rdquo; legte die US-Regierung den Banken Daumenschrauben an &ndash; parallel dazu verloren die Banker ihren Gehaltsvorsprung gegen&uuml;ber der restlichen Wirtschaft. Das &auml;nderte sich mit der Deregulierung der Branche in den achtziger Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/wissenswert\/banker-sind-ueberbezahlt-wie-schon-1929;2144653\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Z&uuml;rich bittet Superreiche zur Kasse<\/strong><br>\nRusslands Milliard&auml;r Viktor Vekselberg, Milch-Unternehmer Theo M&uuml;ller, S&auml;ngerin Tina Turner: Sie alle genie&szlig;en die g&uuml;nstige Pauschalbesteuerung des Kantons f&uuml;r reiche Ausl&auml;nder. Eine Volksinitiative brachte jetzt ein klares Nein zu dem Privileg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:Steueroase-Z%FCrich-bittet-Superreiche-zur-Kasse\/471572.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die B&uuml;rger scheinen im Gegensatz zu ihren Regierungen ein Gesp&uuml;r daf&uuml;r zu bekommen, dass angesichts der gro&szlig;en Krise der Geldadel nicht weiter privilegiert werden d&uuml;rfe. F&uuml;r die Schweiz ein geradezu revolution&auml;rer Akt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Firmen tricksen mit versteckten Preiserh&ouml;hungen<\/strong><br>\nViele Firmen stecken in der Zwickm&uuml;hle: Die Rendite schrumpft &ndash; aber die Kunden akzeptieren mitten in der Wirtschaftskrise keine Preiserh&ouml;hungen. Also wenden sie raffinierte Tricks an. Ob Marmelade oder Taschent&uuml;cher, pl&ouml;tzlich ist in der Verpackung weniger drin. Auch Vermieter haben eine neue Masche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article3165004\/Firmen-tricksen-mit-versteckten-Preiserhoehungen.html\">Die Welt Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Und nochmal was zur Einkommensverteilung<\/strong><br>\nW&auml;hrend zwischen Mitte-80er und Mitte 90er noch alle Einkommensgruppen zulegen konnten, war das in der folgenden Dekade schon ganz und gar nicht mehr so. Die unteren Einkommensschichten verloren, den mittleren ging es so lala, die obersten legten &uuml;berproportional zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/?p=1267\">Weissgarnix<\/a><\/li>\n<li><strong>Atomlobby baut seit 20 Jahren Potemkinsche D&ouml;rfer<\/strong><br>\nAngesichts des Beschlusses der schwedischen Regierung, bestehende alte Atomkraftwerke durch neue ersetzen zu wollen, weist die atomkritische &Auml;rzteorganisation darauf hin, dass sich dadurch an der geringen Bedeutung der Kernenergie f&uuml;r die Energieversorgung nicht das Geringste &auml;ndert. &bdquo;Wir kennen das seit 20 Jahren. Immer wieder k&uuml;ndigt die eine oder andere Regierung an, wieder ganz gro&szlig; in die Atomenergie einsteigen zu wollen. Das f&uuml;hrt dann allenfalls zum Ergebnis, dass wie in Finnland an einem einzigen Atomkraftwerk 10 Jahre lang herumgedoktert wird, w&auml;hrend in der gleichen Zeit die zigfache Kapazit&auml;t an Erneuerbaren Energieanlagen aufgebaut wird&ldquo;, so Henrik Paulitz, Energie-Experte der IPPNW.<br>\n&ldquo;Die Atomlobby baut mit ihrem millionenschweren Werbeetat seit 20 Jahren vornehmlich Potemkinsche D&ouml;rfer. Wir haben es hier mit einer konstruierten Wirklichkeit zu tun, die einer n&uuml;chternen Analyse nicht Stand h&auml;lt.&rdquo;<br>\nDie Zahl der weltweit betriebenen Atomkraftwerke ist seit Jahren r&uuml;ckl&auml;ufig. Im Jahr 2008 ging weltweit nicht ein einziges Atomkraftwerk ans Netz, die Zahl der Anlagen sank weiter auf 438. Nach den Zahlen der Internationalen Energie-Agentur (&ldquo;Key World Energy Statistics 2008&rdquo;) produzierte die Atomenergie im Jahr 2006 rund 2793 Terrawattstunden (TWh) Strom, w&auml;hrend die Wasserkraft 3121 TWh Strom lieferte. Der Wasserkraft-Anteil an der weltweiten Energieversorgung liegt bei 2,2%, der der Atomenergie bei gerade mal 2%. &ldquo;Das zeigt: Die Atomenergie ist eine f&uuml;r die Energieversorgung der Menschheit praktisch bedeutungslose 2%-Technik. Die Atomlobby macht immer so viel Aufhebens, weil sie den falschen Eindruck erwecken m&ouml;chte, als k&ouml;nne man ohne Atomstrom nicht auskommen&rdquo;, so Paulitz. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Die Antwort der Energiekonzerne ist bekannt: W&auml;hrend sie ihre Atomkraftwerke mit dem Klimaargument anpreisen, wollen sie zugleich neue Gas und Kohlekraftwerke errichten, weil sie mit ihren 2% Atomstrom nicht weit kommen. Mit Klimaschutz und Ressourcenschonung hat das allerdings nichts zu tun.&rdquo;<br>\nDie wirkliche Alternative liegt im weiteren dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Diese tragen schon heute mit rund 18% zur Weltenergieversorgung bei. &bdquo;Kaum jemand zweifelt noch daran, dass die Erneuerbaren Energien in einem &uuml;berschaubaren Zeitraum das fossil-atomare Energiesystem zu 100% abl&ouml;sen werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/index.html?expand=2531&amp;cHash=3ba9b162cd\">IPPNW<\/a><\/li>\n<li><strong>Raketenabwehrstreit mit den USA: Freundliche T&ouml;ne aus Russland<\/strong><br>\nDie neue US-Regierung bringt Bewegung in festgefahrene Konflikte: Russland Vizepremier Iwanow reagierte erfreut auf die Rede von US-Vizepr&auml;sident Biden bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz. Dessen &Auml;u&szlig;erungen zum geplanten Raktenabwehrprogramm seien &ldquo;ein sehr starkes Signal&rdquo;.<br>\nM&uuml;nchen &ndash; Der russische Vize-Regierungschef Sergej Iwanow hat die &Auml;u&szlig;erungen des neuen US-Vizepr&auml;sidenten Joe Biden bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz als &ldquo;sehr positiv&rdquo; gewertet. Bei den umstrittenen US-Pl&auml;nen f&uuml;r ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa hatte Biden anklingen lassen, dass Washington das Vorhaben auf den Pr&uuml;fstand stellen wolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,druck-606263,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Die Zeiten mit Obama k&ouml;nnten wirklich besser werden. Das ist ein weiteres Zeichen. Auch andere Erkl&auml;rungen Obamas stimmen hoffnungsvoll.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bahn-Revisoren belasten Mehdorn<\/strong><br>\nKaum hat sich der Bahn-Chef wegen der Datenaff&auml;re entschuldigt, bekommt Mehdorn neuen &Auml;rger: Besch&auml;ftigte der Revisionsabteilung erheben schwere Vorw&uuml;rfe gegen ihn. Die Revisions-Mitarbeiter nennen in dem Schreiben pikante Details zu den Spitzelaktionen der Bahn: &ldquo;Wir fragen uns, warum der Hauptverantwortliche f&uuml;r alle Auftr&auml;ge an die Firma Network nicht zur Rechenschaft gezogen wird.&rdquo; Alle Auftr&auml;ge an die externe Firma &ldquo;Network Deutschland&rdquo; habe der Leiter der Bahn-Konzernrevision, Josef B&auml;hr initiiert. &ldquo;Herrn Mehdorn hat er dazu wiederholt berichtet.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1671437&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Zukunft der WestLB weiter ungewiss: Bad Bank f&uuml;r die WestLB geplant<\/strong><br>\nAus der Fusion mit der DekaBank wird nichts. Jetzt muss die ehemalige nordrhein-westf&auml;lische Landesbank ihre Schrottpapiere loswerden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/bad-bank-fuer-die-westlb-geplant\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Siehe dazu Wolfgang Liebs Beitrag zum <a href=\"?p=3510\">Missbrauch der Landesbanken<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Finanzinvestoren: Herr Kravis, wer ist schuld an der Finanzkrise?<\/strong><br>\nEr ist eine Investorenlegende, gilt als Urvater aller Heuschrecken: Henry Kravis, Mitgr&uuml;nder von Kohlberg Kravis Roberts &amp; Co. (KKR). Auf WELT ONLINE analysiert er die Finanzkrise, fordert niedrigere Mangergeh&auml;lter &ndash; und ein langfristiges Denken von Wirtschaftsf&uuml;hrern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article3163418\/Herr-Kravis-wer-ist-schuld-an-der-Finanzkrise.html\">WeltOnline<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Interessant nur wegen der Bedeutung dieser Heuschrecke auch f&uuml;r unser Land, wegen der offenherzigen Bekenntnisse und wegen der eingeschlagenen Taktik des Mr. Kravis: er verteidigt ohne Hemmungen die K&auml;ufe auf Pump; er behauptet auch &ndash; wie unsere Verantwortlichen &ndash; die Gefahren des Gebarens auf dem Finanzm&auml;rkten zu sp&auml;t erkannt zu haben; er pl&auml;diert f&uuml;r l&auml;ngerfristige unternehmerische Entscheidungen, obwohl seine Methoden die kurzfristige Orientierung auf die Spitze trieben; er behauptet, er und seinesgleichen w&uuml;rden die Firmen, in die sie investieren, verbessern, und verschweigt nat&uuml;rlich, dass verbessern in der Regel hei&szlig;t: L&ouml;hne dr&uuml;cken und soziale Leistungen streichen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>AP-Chef: Pentagon hat globale Propagandamaschine aufgebaut<\/strong><br>\nDer Chef der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) Tom Curley erkl&auml;rte aktuell, dass die Bush-Regierung mit ihrem Milit&auml;rapparat eine globale Propagandamaschine etabliert habe mit einem Budget von 4,7 Milliarden $ und 27.000 Mitarbeitern.<br>\nSeine Agentur sei von hohen Milit&auml;rs bedroht worden: man w&uuml;rde AP vernichten, wenn man dort an den journalistischen Grunds&auml;tzen festhalten w&uuml;rde. Journalisten, die versuchten, wahrheitsgem&auml;&szlig; &uuml;ber Irak und Afghanistan zu berichten, seien schweren Repressionen unterworfen worden.<br>\nCurley erkl&auml;rte, es sei schwierig zu ermitteln, was der Propagandaapparat des Pentagons mit seinen ungeheuren Mitteln betreibe. Viele der Budget-Positionen seien als geheim klassifiziert und deren Auftrag entsprechend unbekannt.<br>\nEr stellte die Frage, ob man es n&ouml;tig habe, Webseiten im Propagandaauftrag zu betreiben, die erschienen, als seien sie die Homepages unabh&auml;ngiger Organisationen, ob man Propaganda-Artikel in ausl&auml;ndischen Zeitungen platzieren m&uuml;sse.<br>\nCurley erkl&auml;rte, es seien neue Regeln erforderlich f&uuml;r die Berichterstattung in Kriegsgebieten. Die Medien seien die einzige Kraft, die das Vorgehen der beteiligten Regierungen &uuml;berpr&uuml;fen und sie gegebenenfalls zur Verantwortung ziehen k&ouml;nne.<br>\nCurley ging in seinem Referat vor der Universit&auml;t von Kansas vor Journalisten auch auf die Entf&uuml;hrungen von insgesamt 11 AP-Journalisten im Irak in den vergangenen Jahren ein. Diese seien offensichtlich eine Konsequenz unliebsamer Berichterstattung oder Recherchen und bedeuteten eine Anwendung von Folter gegen&uuml;ber Journalisten.<br>\nDie Bush-Regierung habe Journalisten der Menschenrechte beraubt.<br>\nEs sei nun an der Zeit, die Regeln neu aufzurollen und die Freiheit der journalistischen Berichterstattung zu sichern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/2009\/02\/06\/ap-ceo-bush-turned-milita_n_164812.html\">Huffington Post<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/world\/feedarticle\/8344795\">Guardian <\/a><\/li>\n<li><strong>Journalismus unterm Messer<\/strong><br>\nDer britische Investor David Montgomery ist geschlagen, er flieht. Montgomery kam als gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r Deutschlands Medien und entpuppte sich als n&uuml;tzlicher Idiot f&uuml;r deren Verleger. Weil er in allem ein bisschen marktradikaler war, ein bisschen ma&szlig;loser, diente der gro&szlig;e b&ouml;se Bube als vorz&uuml;gliches Versteck f&uuml;r alle anderen. Nun kann sich die Heuchelei verziehen, und siehe da: Alle deutschen Verleger sparen seit Jahren. F&uuml;r Synergien lassen sie bis in den letzten Winkel kriechen. Sie arbeiten mit Beratungsfirmen wie der Schickler-Gruppe zusammen, die mit Hingabe zum Cent Redaktionsarbeit in industrielle Fertigungsprozesse umwandelt. Die WAZ-Mediengruppe verabschiedet sich von Redakteuren und Lokalausgaben, Gruner+Jahr legt Wirtschaftstitel zusammen. Die Beispiele sind zahlreich. Die deutschen Verleger machten es schon fr&uuml;her und meist radikaler, als David Montgomery und sein Statthalter es bei der Berliner Zeitung je wagten.<br>\nUnd weil schon Journalisten &uuml;ber Rollen purzeln, gilt anderes bereits als selbstverst&auml;ndlich: dass der Vorstandsvorsitzende des Springer-Konzerns in seiner Welt Leitartikel &uuml;ber die Bedeutung des Profits schreibt; dass der alte Patriarch Alfred Neven-DuMont auch in seinen Bl&auml;ttern geistige Orientierung gibt; dass er so nebenbei verk&uuml;ndet, seine Frankfurter Rundschau m&uuml;sse in die Mitte r&uuml;cken &ndash; wohin? -, wolle sie Erfolg haben. Und dort, wo alles ein bisschen durcheinander ist, da haben die verantwortlichen Journalisten und Verleger keinen Blick f&uuml;r eine Aufgabe, die auch angepackt werden sollte: Die Mehrheit der mittigen Medien haben im Prinzip und meist auch im Detail die Linie der marktradikalen Politik mitgetragen, die gegenw&auml;rtig zum Desaster f&uuml;hrt. Um der eigenen Glaubw&uuml;rdigkeit willen w&auml;re es eine Unterhaltung &uuml;ber die Frage wert, was das &uuml;ber den deutschen Journalismus zu sagen hat.<br>\nNun k&ouml;nnen diese Anmerkungen in die M&uuml;lltonne geworfen werden &ndash; wenn diese Medien ein Wirtschaftsgut sind. Wer jedoch unver&auml;ndert davon ausgeht, dass sie janusk&ouml;pfig, dass sie Wirtschaftsgut und &ouml;ffentliches Gut sind, der muss versuchen, auch in Krisenzeiten diesem Doppelcharakter gerecht zu werden. Konkret: In der Welt der dieser Gesellschaft verantwortlichen Medien d&uuml;rfen Betriebsrat und Gewerkschaft nicht alles der sozialen und die Manager nicht alles der betriebswirtschaftlichen Frage unterordnen. Sie sollten beide gleichrangig die publizistische Frage beachten, bei der es um Unabh&auml;ngigkeit, um Meinungs- und Pressevielfalt geht. Wer sich diesem Anspruch nicht praktisch stellt, der wird zwangsl&auml;ufig vom Sanierer eines Medienunternehmens zum Abdecker des Qualit&auml;tsjournalismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F02%2F07%2Fa0221&amp;cHash=b78507fb6d&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Mit wem soll man marschieren?<\/strong><br>\nDer Schl&uuml;ssel zur Erkenntnis, da kann behauptet werden was will, liegt immer im Bildungserlebnis &ndash; in Literatur und Geschichte, in Philosophie und politischer Bildung. Wenn man diese Bildungsplattformen zusammenstreicht, wenn man k&uuml;rzt und beschneidet, dann kommen dabei Bildungskr&uuml;ppel heraus, die niemals ein Bildungserlebnis hatten, die aber nebenher dennoch einen hohen Schulabschluss in der Tasche haben. Man h&auml;lt die Menschen absichtlich dumm, versucht sogar noch zu manipulieren, setzt Lehrpl&auml;ne von neoliberalen Think Tanks um, erzieht die Kinder zu pawlowsche Hunden, die sofort Speichelfluss entwickeln, wenn sie nur das Konsumgl&ouml;ckchen h&ouml;ren, oder Dogmen wie &ldquo;Markt ist gut&rdquo; oder &ldquo;Sozial ist, was Arbeit schafft&rdquo; und dergleichen intellektuelle Notstandserkl&auml;rungen mehr. Wer begrenzt bleibt, der bleibt fr&ouml;hlicher Konsument; wer seinen Horizont erweitert, stellt kritische Fragen und hinterfragt auch sein Konsumverhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/02\/mit-wem-soll-man-marschieren.html\">ad sinistram<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Darf man von jungen Menschen einen kritischen Geist erwarten, wenn ihnen in den Familien, in Schulen und Hochschulen und von den &bdquo;geheimen Erziehern&ldquo; in den Medien tagt&auml;glich der kritische Verstand ausgetrieben wird?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Glos darf gehen<\/li>\n<li>Eine Schuldenbremse vertieft die Spaltung der Gesellschaft<\/li>\n<li>Sparen &ndash; das deutsche Mantra<\/li>\n<li>Konjunktur &ndash; Wenn das Ausland streikt<\/li>\n<li>Wessen Hand war das?<\/li>\n<li>Die Krise hat erst begonnen<\/li>\n<li>Versickernde Geldflut<\/li>\n<li>Banker sind &uuml;berbezahlt &ndash; wie schon 1929<\/li>\n<li>Vereinigte Staaten: Der Ruhestand muss warten<\/li>\n<li>Z&uuml;rich bittet Superreiche<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3753\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3753","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3753","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3753"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3753\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3753"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3753"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3753"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}