{"id":3757,"date":"2009-02-10T10:08:50","date_gmt":"2009-02-10T09:08:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3757"},"modified":"2009-02-10T10:08:50","modified_gmt":"2009-02-10T09:08:50","slug":"hinweise-des-tages-828","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3757","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Jungtalent folgt auf gl&uuml;cklosen Glos<\/li>\n<li>Sebastian Dullien: Wieso die Schuldenbremse Wahnsinn ist<\/li>\n<li>Roubini: Anglo-Saxon model has failed<\/li>\n<li>Der gr&ouml;&szlig;te Bankraub aller Zeiten<\/li>\n<li>Konjunkturschmarotzer Deutschland<\/li>\n<li>Europa muss mehr f&uuml;r Konjunktur tun<\/li>\n<li>Wissenschaftlicher Beirat: Raus aus dem Teufelskreis<\/li>\n<li>Hein-J.Bontrup: Das Scheitern geht weiter<\/li>\n<li>Bundesagentur: Hartz IV h&ouml;her als Lehrlingsgehalt<\/li>\n<li>Experten fordern neue Berechnungsgrundlage f&uuml;r Kinder-Regels&auml;tze<\/li>\n<li>Hilfen f&uuml;r Familien begr&uuml;&szlig;enswert, aber nicht ausreichend<\/li>\n<li>FDP will gesetzliche Krankenkassen abschaffen<\/li>\n<li>Bundesregierung: Cross-Border-Leasing und Kommunen<\/li>\n<li>B&uuml;rgerliches Lager &ndash; ein politischer Kampfbegriff<\/li>\n<li>Fang den Lehrer<\/li>\n<li>Wenn der Bachelor zur Sackgasse wird<\/li>\n<li>Bundesverfassungsgericht: Grenzfall EU<\/li>\n<li>Noch hat der Westen keine Strategie f&uuml;r Afghanistan<\/li>\n<li>Ungarns Forint sackt in den Keller<\/li>\n<li>Bertha-von-Suttner-Kunst- und Medienpreis<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3757&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Jungtalent folgt auf gl&uuml;cklosen Glos<\/strong><br>\nDer CSU-Chef schickt seinen 37-j&auml;hrigen Generalsekret&auml;r ins Wirtschaftsministerium. Der k&uuml;nftige Ressortchef ist bisher nicht als Fachkraft in Sachen Wirtschaft aufgefallen &ndash; doch Seehofer traut ihm alles zu. Au&szlig;erdem passt er in den Regionalproporz.\n<p>Guttenberg kann allerdings keine wirtschaftspolitischen Erfahrungen vorweisen. Der Jurist sitzt seit 2002 im Bundestag, wo er dem Ausw&auml;rtigen Ausschuss angeh&ouml;rt. Mehrere Jahre lang hatte er zuvor einen Aufsichtsratsposten beim Klinikkonzern Rh&ouml;n inne. CSU-Generalsekret&auml;r ist Guttenberg erst seit vergangenem November.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Neuer-Wirtschaftsminister-Guttenberg-Jungtalent-folgt-auf-gl%FCcklosen-Glos\/471815.html%20\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Mit dem &bdquo;Regionalproporz&ldquo; aus der Wirtschaftskrise! Mal sehen wie ein Spross einer adligen Gro&szlig;grundbesitzerfamilie die &bdquo;soziale Marktwirtschaft&ldquo; umsetzt. Guttenberg ist &bdquo;Atlantiker&ldquo; was sein Bekenntnis zur &bdquo;sozialen Marktwirtschaft&ldquo; nicht gerade glaubw&uuml;rdiger macht. Dass er &uuml;berzeugter Privatisierer ist, beweist sein Aufsichtsratsposten beim Klinikkonzern Rh&ouml;n.<\/em><\/p>\n<p>Deutscher Bundestag: Ver&ouml;ffentlichungspflichtige Angaben<\/p>\n<p>1. Beruf:(vor der Mitgliedschaft ausge&uuml;bt) Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, Guttenberg GmbH, Verm&ouml;gensverwaltung, M&uuml;nchen<\/p>\n<p>1. Beruf: (w&auml;hrend der Mitgliedschaft ausge&uuml;bt) Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, Guttenberg GmbH, Verm&ouml;gensverwaltung,M&uuml;nchen  (bis November 2003) <\/p>\n<p>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, KT-Kapitalverwaltung GbR, M&uuml;nchen (bis September 2004)<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/webarchiv.bundestag.de\/archive\/2007\/0108\/mdb\/mdb15\/bio\/G\/gutteka0.html\">bundestag.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Sebastian Dullien: Wieso die Schuldenbremse Wahnsinn ist<\/strong><br>\nDie Gro&szlig;e Koalition jubelt, CDU und SPD verkaufen die grunds&auml;tzliche Einigung auf eine staatliche Schuldengrenze als neue &Auml;ra der deutschen Fiskalpolitik. Doch das Vorhaben k&ouml;nnte mehr Schaden als Nutzen bringen.\n<p>Erschreckend ist dabei, wie wenig &ouml;konomischer Sachverstand in die Debatte oder die Kommentierung eingeflossen ist. Tats&auml;chlich n&auml;mlich ist die Schuldenbremse nicht nur gesamtwirtschaftlich fragw&uuml;rdig. Selbst aus einzelwirtschaftlicher Sicht ist nicht nachzuvollziehen, wie man solche Regeln festschreiben kann.<\/p>\n<p>F&uuml;r den Staat ist das besonders dramatisch, weil es durchaus eine Vielzahl potentieller &ouml;ffentlicher Ausgaben gibt, die eine gesamtwirtschaftliche Rendite weit &uuml;ber den Zinskosten erreichen. Berechnungen zu Bildungsinvestitionen deuten oft auf Renditen von zehn Prozent und mehr hin, w&auml;hrend der Staat derzeit nur knapp mehr als drei Prozent Zinsen auf seine Schulden zahlen muss. Selbst der Bau von Schienen oder Autobahnen kann enorme gesamtwirtschaftliche Renditen bringen, weil die B&uuml;rger enorme Zeitgewinne haben und bessere Stra&szlig;en die Abnutzung der Autos senken.<\/p>\n<p>Die Schuldenaufnahme f&uuml;r solche Projekte zu begrenzen, hat nichts mit Generationengerechtigkeit zu tun: Genau wie ein Unternehmenserbe nichts davon hat, wenn er ein schuldenfreies Unternehmen erbt, das aus Angst vor Verschuldung nicht mehr in neue Technologien und Produkte investiert hat, erweisen wir unseren Kindern und Enkeln einen B&auml;rendienst, wenn wir &ouml;ffentliche Investitionen unterlassen, die mehr Nutzen bringen, als die Schulden kosten.<\/p>\n<p>Nur zur Erinnerung: In einem der ersten Entw&uuml;rfe f&uuml;r die Schuldenbremse aus dem Finanzministerium aus dem Januar 2008 stand, angesichts der hohen internationalen Verflechtung der deutschen Wirtschaft sei die M&ouml;glichkeit geschwunden, Finanzpolitik zur Konjunktursteuerung einzusetzen. Gerade einmal ein Jahr sp&auml;ter beschloss die Gro&szlig;e Koalition unter Zustimmung der f&uuml;hrenden deutschen Volkswirte ein Konjunkturpaket in H&ouml;he von 50 Milliarden Euro &ndash; und hofft, dass ihr die zuvor abgelehnte Konjunktursteuerung gelingt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,606389,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Roubini: Anglo-Saxon model has failed<\/strong><br>\nProf Roubini, who is widely credited with having predicted the current financial crisis, said the supervisory system &ldquo;relied on self-regulation that, in effect, meant no regulation; on market discipline that does not exist when there is euphoria and irrational exuberance; on internal risk management models that fail because &ndash; as a former chief executive of Citi put it &ndash; when the music is playing you gotta stand up and dance.&rdquo;\n<p>&ldquo;All the pillars of Basel II have already failed even before being implemented,&rdquo; he added, referring to the internationally agreed set of banking regulations that are forcing banks to set aside more capital to maintain their existing lending.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/cms\/s\/0\/7dce3c14-f6ba-11dd-8a1f-0000779fd2ac.html?nclick_check=1\">Financial Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der gr&ouml;&szlig;te Bankraub aller Zeiten<\/strong><br>\nWas treiben die M&auml;chtigen der Finanzwelt? Wie sieht ihre Arbeit, wie ihr Leben aus? manager-magazin.de pr&auml;sentiert Ausz&uuml;ge aus dem Buch &ldquo;Bank, Banker, Bankrott&rdquo;, in dem Autor Ren&eacute; Zeyer Eitelkeiten, Intrigen und Karrieresucht von Gelddealern entlarvt, die den Bezug zur Realit&auml;t schon l&auml;ngst verloren haben.\n<p>Wie konnte es denn soweit kommen, dass ein paar Finanzakrobaten in den USA und ihre notorischen Mitl&auml;ufer in Europa weit &uuml;ber 1000 Milliarden Dollar, vermutlich eher 2000, verr&ouml;sten konnten, ohne auch nur den kleinsten Rauch aufsteigen zu lassen? <\/p>\n<p>Interessanterweise darum, weil nichts verbrannt wurde. Es wurde nur abgezogen. Jahrelang, massiv und am helllichten Tag. Denn man muss sich immer vor Augen halten: Geld verschwindet nicht, wird auch nicht vernichtet (au&szlig;er durch eine galoppierende Inflation), sondern umverteilt. Hat einer weniger, hat ein anderer mehr; so einfach ist das mit dem Geld.<br>\nDas Ganze ist ein gigantischer, unversch&auml;mter, aber wohl orchestrierter Raub von ein paar Bankern am Verm&ouml;gen von Millionen von Sparern und zuk&uuml;nftigen sowie aktiven Pension&auml;ren&hellip;<br>\nEs ist offensichtlich, dass es sich hier um ein gigantisches Komplott handelt, bei dem einige Wenige ihre Macht &uuml;ber &ouml;ffentliche Institutionen und das Volksverm&ouml;gen in ungeheurer Art missbraucht haben, genauso wie Bankpr&auml;sidenten ihre Macht in den von ihnen geleiteten Banken schamlos ausgen&uuml;tzt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,604619,00.html\">manager-magazin<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist erstaunlich einen solchen Beitrag im manager-magazin zu lesen. Sollte das etwa eine Selbstkritik an der vorausgegangenen Propaganda f&uuml;r die freien Finanzm&auml;rkte sein?<\/em><\/p>\n<p>Vieles was Zeyer &uuml;ber die kriminellen Machenschaften der Banker schreibt teilen wir. Es ist aber viel zu kurz gegriffen die Ursache des Finanzcrashs nun der Niedrigzinspolitik der FED und ihrem Direktor Ben Bernanke in die Schuhe zu schieben. Niedrige Zinsen sind eine Sache das Andrehen von Krediten und der kriminelle Handel mit ihnen eine andere. Im &Uuml;brigen haben die Bankster der ganzen Welt mitgespielt, auch wenn ihre Zentralbanken h&ouml;here Zinsen festgelegt hatten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Konjunkturschmarotzer Deutschland<\/strong><br>\nDie Hilfen der Bundesregierung sind so angelegt, dass sich Deutschland auf Kosten seiner Nachbarn erholen soll. Dabei ist eine weitere Steigerung der deutschen Wettbewerbsf&auml;higkeit nur sch&auml;dlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Konjunkturschmarotzer-Deutschland\/472212.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Europa muss mehr f&uuml;r Konjunktur tun<\/strong><br>\nIn einem Manifest fordern zehn europ&auml;ische Makro-&Ouml;konomen und Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger Robert Solow die Regierungen Europas zu einer st&auml;rkeren Bek&auml;mpfung der Krise auf. Der fiskalische Impuls m&uuml;sse mindestens zwei Prozent gemessen am Brutto-Inlandsprodukt ausmachen. Sie verlangen dar&uuml;ber hinaus von der EU, die nationalen Konjunkturprogramme zu koordinieren, um protektionistische Tendenzen im Keim zu ersticken. Mit Blick auf die Finanzkrise machen sich die renommierten Volkswirte f&uuml;r eine strengere Regulierung der Finanzm&auml;rkte stark. Wir pr&auml;sentieren das Manifest im Wortlaut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1672398&amp;em_loc=11&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/dokumentation\/&amp;em_ivw=fr_doku\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Raus aus dem Teufelskreis<\/strong><br>\nDer wissenschaftlicher Beirat fordert, die Eigenkapitalregeln f&uuml;r Banken auszusetzen. Sorge bereitet den &Ouml;konomen und Juristen, dass die Bankenregulierung den Abschwung versch&auml;rft, also prozyklisch wirkt, statt die Talfahrt zu bremsen. Zwar habe der Staat Milliarden in die Banken gepumpt. Doch zugleich beklage die Bundesregierung, dass die Institute nach wie vor kaum bereit seien, frische Darlehen an Investoren zu vergeben. &ldquo;Die Bundesregierung sollte sich aber bewusst sein, dass eine Zur&uuml;ckhaltung der Banken bei der Neukreditvergabe in der jetzigen Situation durch die Bankenregulierung geradezu erzwungen wird&rdquo;, hei&szlig;t es in dem 20-seitigen Papier. \n<p>Stein des Ansto&szlig;es sind die Eigenkapitalvorschriften, bekannt als Basel II. Sie zwingen die Geldh&auml;user, entsprechend ihrer Kreditrisiken Eigenkapital vorzuhalten. Was gut gemeint war und f&uuml;r Sicherheit sorgen sollte, kann sich in einer systemischen Krise katastrophal auswirken. Sobald ein Schuldner in Verzug kommt oder nur an Kreditw&uuml;rdigkeit verliert, muss die Bank zus&auml;tzliches Eigenkapital f&uuml;r das h&ouml;here Ausfallrisiko bereitstellen. Doch dieses Eigenkapital haben viele H&auml;user derzeit nicht. Sie m&uuml;ssen, um eine Insolvenz zu vermeiden, riskante Papiere verkaufen in der Hoffnung, so an Geld zu kommen (Deleveraging). Au&szlig;erdem schr&auml;nken sie die Kreditvergabe weiter ein. Wenn dies aber alle versuchen, n&auml;hrt sich die Krise selbst und versch&auml;rft sich immer weiter.<br>\nQuelle1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1672654&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/brief-wissenschaftlicher-beirat-bankenregulierung-finanzkrise,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf\">Wissenschaftlicher Beirat [PDF &ndash; 334 KB]<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Robert von Heusinger Bravissimo<\/strong><br>\nDem wissenschaftlichen Beirat des Wirtschaftsministeriums geb&uuml;hrt &ndash; ausnahmsweise &ndash; ein dickes Lob. Seine Analyse zur Bankenkrise ist brillant.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1672669&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hein-J.Bontrup: Das Scheitern geht weiter<\/strong><br>\nSchauen wir uns die Einkommensentwicklung in Deutschland an: Die Brutto-Lohnquote vor staatlicher Umverteilung ging seit der deutschen Wiedervereinigung von 71,0 Prozent auf 63,7 Prozent im ersten Halbjahr 2008 zur&uuml;ck, also um 7,3 Prozentpunkte.\n<p>Extreme Ausma&szlig;e nahm die Umverteilung seit dem Zusammenbruch der sogenannten New Economy im Jahr 2001 an. Von 2002 bis 2007 wurde Deutschland um insgesamt 266,2 Milliarden Euro reicher. Dies war der absolute Zuwachs des Volkseinkommens. Davon gingen 203,3 Milliarden Euro oder 76,4 Prozent an die Einkommensempf&auml;nger, also an diejenigen, die Gewinn-, Zins- oder Miet- und Pachteinkommen beziehen. Nur 23,6 Prozent entfielen auf die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten in Deutschland. Eine drastische Einkommensumverteilung. Arm und Reich entfernen sich immer weiter voneinander Schon jetzt gelten etwa zehn Prozent der deutschen Bev&ouml;lkerung, also gut acht Millionen Menschen, als &raquo;abgeh&auml;ngtes Prekariat&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/497f443400e55\/1.phtml\">Ossietzky<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hartz IV h&ouml;her als Lehrlingsgehalt<\/strong><br>\nDas Vorstandsmitglied der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Heinrich Alt, hat die H&ouml;he der Hartz-IV-Regelleistungen f&uuml;r Jugendliche unter 25 Jahre in Frage gestellt. &ldquo;Wenn die S&auml;tze auf Dauer f&uuml;r alleinlebende Jugendliche ohne Gegenleistung gezahlt werden, sind sie zu hoch im Vergleich zu Auszubildenden&rdquo;, sagte Alt in einem Interview mit unserer Redaktion. \n<p>Zum Vergleich: Ein Jugendlicher, der nicht mehr bei seinen Eltern lebt, bekommt 281 Euro Regelleistungen und zus&auml;tzlich 317 Euro f&uuml;r Miete und Heizkosten. Eine Friseurin im ersten Lehrjahr verdient zwischen 200 und 300 Euro. Mehr als die H&auml;lfte der Azubis hat im ersten Lehrjahr weniger als 500 Euro monatlich zur Verf&uuml;gung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/public\/article\/wirtschaft\/news\/671055\/Hartz-IV-hoeher-als-Lehrlingsgehalt.html\">RP Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ganz typisch f&uuml;r die Logik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit in Sachen Hartz IV: Die Regelleistungen m&uuml;ssen niedriger sein als der Lohn oder eben hier die Ausbildungsbeihilfe. Statt aber f&uuml;r einen Mindestlohn oberhalb des Existenzminimums einzutreten, sollen die Regelleistungen f&uuml;r die Bed&uuml;rftigen unter das Existenzminimum gesenkt werden, damit ein &bdquo;Anreiz&ldquo; zur Arbeit besteht.<\/em><\/p>\n<p>Alt tut so als w&auml;re die Friseurin im ersten Lehrjahr schon &uuml;ber zwanzig und als w&auml;ren die Jugendlichen Hartz-IV-Empf&auml;nger unter 25 alle Dr&uuml;ckeberger vor einer Arbeit. Nach dem Berufsbildungsbericht 2007 waren 415.000 Arbeitslose waren Jugendliche unter 25 Jahre. Nocheinmal so viele d&uuml;rften in diversen Ma&szlig;nahmen der Arbeitsagentur stecken. Das Bundesamt f&uuml;r Statistik geht von einer tats&auml;chlichen Arbeitslosigkeit der Jugendlichen von 15% aus &ndash; doppelt so hoch wie bei den Erwachsenen.<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen tut Alt so, als k&ouml;nnten Jugendlich unter 25 Jahren einfach ausziehen und Zusch&uuml;sse f&uuml;r Miete und Heizkosten beantragen. 2006 wurde jedoch das SGB II ge&auml;ndert,  nach &sect; 22 Abs. 2a Satz 2 SGB II d&uuml;rfen Jugendliche ohne Genehmigung der Beh&ouml;rde nicht mehr Ausziehen und bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres werden die Kosten f&uuml;r die Unterkunft nicht mehr erstattet und die Regelleistung auf 80% gesenkt. <\/p>\n<p>Au&szlig;erdem wohnte nach Erhebungen des IAB nur ein geringer Prozentsatz von jugendlichen Hartz-IV-Empf&auml;ngern in einer eigenen Wohnung.<\/p>\n<p>Typisch f&uuml;r die demagogische Argumentation: Heinrich Alt : &ldquo;Wir brauchen ein vern&uuml;nftiges Verh&auml;ltnis zwischen denen, die wenig verdienen und Steuern zahlen und denen, die ein Transfereinkommen beziehen&rdquo;. Alt tut also so, als w&uuml;rde ein Azubi mit 500 Euro Ausbildungshilfe Steuern bezahlen!<\/p><\/li>\n<li><strong>Experten fordern neue Berechnungsgrundlage f&uuml;r Kinder-Regels&auml;tze<\/strong><br>\nDie im Konjunkturpaket II enthaltene Erh&ouml;hung der Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder zwischen 6 und 14 Jahren wird von Experten begr&uuml;&szlig;t. Gleichzeitig betonten die Sachverst&auml;ndigen in einer Anh&ouml;rung des Ausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales am Montagnachmittag, dies k&ouml;nne nur ein erster Schritt sein. N&ouml;tig sei vielmehr eine grundlegende Neuorientierung bei der Berechnung der Kinder-Regels&auml;tze. So betonte Heinz Hilgers vom Deutschen Kinderschutzbund: &ldquo;Auch mit der Erh&ouml;hung sind wir weiter im falschen System, weil nach wie vor keine kinderspezifische Regelung existiert.&rdquo; Kinder im Wachstumsprozess ben&ouml;tigten mehr Geld f&uuml;r Bekleidung und Nahrungsmittel als Erwachsene und au&szlig;erdem zus&auml;tzliche Mittel f&uuml;r die schulische und au&szlig;erschulische Bildung. &ldquo;Deshalb ist jede Ableitung von 60 oder 70 Prozent eines Erwachsenen-Regelsatzes v&ouml;llig falsch&rdquo;, erg&auml;nzte Hilgers. \n<p>Auch der Parit&auml;tische Gesamtverband zeigte sich grunds&auml;tzlich zufrieden mit der Einf&uuml;hrung der dritten Altersstufe von 6 bis 14 Jahren. Diese sieht vor, den Hartz-IV-Regelsatz f&uuml;r Kinder dieser Altersgruppe auf 246 Euro zu erh&ouml;hen. Bisher gab es zwei Altersstufen: Kinder bis 14 Jahre erhielten 211 Euro und Kinder ab 14 Jahre 281 Euro. Ulrich Schneider, f&uuml;r den Parit&auml;tischen Gesamtverband geladen, sagte, eine solche Dreiteilung entspreche den Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen sehr viel mehr als die alte Regelung. Die H&ouml;he der Regels&auml;tze h&auml;lt der Verband aber nach wie vor f&uuml;r &ldquo;nicht sachgerecht&rdquo;, da dem keine spezifische Bedarfspr&uuml;fung der Kinderbedarfe vorausgegangen sei. Auch Wilhelm Adamy vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) forderte &ldquo;eigenst&auml;ndige, nicht vom Erwachsenensatz abgeleitete Kinderregels&auml;tze&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_039\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Experten: Hilfen f&uuml;r Familien begr&uuml;&szlig;enswert, aber nicht ausreichend<\/strong><br>\nDie geplanten Ausgaben f&uuml;r Familien im Rahmen des Konjunkturpakets II sind grunds&auml;tzlich begr&uuml;&szlig;enswert. Darin waren sich die Experten bei der &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung im Ausschuss f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend am Montagnachmittag einig. Einige Sachverst&auml;ndige kritisierten die Ma&szlig;nahmen jedoch als nicht weitgehend genug. Unterschiedlich bewertet wurde der so genannte Kinderbonus, aufgrund dessen Familien eine Einmalzahlung von 100 Euro pro Kind erhalten sollen.\n<p>&ldquo;Der Kinderbonus hilft schnell und unb&uuml;rokratisch&rdquo;, sagte Barbara K&ouml;nig vom Zukunftsforum Familie. Ihr Verband begr&uuml;&szlig;e die geplante Verrechnung der 100 Euro mit dem Kinderfreibetrag. &ldquo;90 Prozent der Eltern erhalten den Bonus ohne Abz&uuml;ge, nur diejenigen nicht, die &uuml;ber 70.000 Euro im Jahr verdienen&rdquo;, sagte K&ouml;nig. Diese Familien seien aber auch nicht auf eine solche Einmalzahlung angewiesen. Besser als ein &ldquo;Bonus&rdquo; sei jedoch eine allgemeine Grundsicherung f&uuml;r Kinder. Auch Ingo Kolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund unterst&uuml;tzte das Vorhaben, den Bonus mit dem Freibetrag zu verrechnen. Er bef&uuml;rwortete jedoch eine Verdopplung auf 200 Euro pro Kind. Sabina Schutter kritisierte die geplanten 100 Euro als &ldquo;zu gering&rdquo; und konnte &ldquo;keine Bezugsgr&ouml;&szlig;e erkennen&rdquo;. Siegfried Stresing vom Deutschen Familienverband bem&auml;ngelte die geplante Besteuerung des Bonus. Bereits bei einem mittleren Einkommen vermindere die Anrechnung des Kinderbonus als Kindergeld die Steuerverg&uuml;tung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_039\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>FDP will gesetzliche Krankenkassen abschaffen<\/strong><br>\nDie FDP will mit der Forderung nach einer umfassenden Neuordnung der Krankenversicherung in den Bundestagswahlkampf ziehen. Die Partei strebt eine Pflicht zur Versicherung f&uuml;r alle B&uuml;rger bei privaten Anbietern an. Die Bundes&auml;rztekammer sieht in dem Vorschlag eine m&ouml;gliche Alternative zum Gesundheitsfonds.<br>\nDie umlagefinanzierte gesetzliche Krankenversicherung sei in heutiger Form nicht zukunftsf&auml;hig.\n<p>Die Bundes&auml;rztekammer sieht in dem Vorschlag der FDP eine m&ouml;gliche Alternative zum Gesundheitsfonds. Der Sozialverband Deutschland nannte die Vorschl&auml;ge &bdquo;unseri&ouml;s und unverantwortlich&ldquo;. &bdquo;Wer die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen will, r&uuml;ttelt in unverantwortlicher Weise an den Grundfesten des Sozialstaats&ldquo;, sagte Verbandschef Adolf Bauer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article3172038\/FDP-will-gesetzliche-Krankenkassen-abschaffen.html\">Die Welt Online<\/a><br>\n<em><br>\n<strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dieser Vorschlag beweist einmal mehr, dass die FDP an ihrem Privatisierungsdogma festh&auml;lt und aus der Finanz- und Wirtschaftskrise nichts gelernt hat.<\/em><\/p>\n<p>Der Vorschlag kam vom dem FDP-Abgeordneten Daniel Bahr. Aus den ver&ouml;ffentlichungspflichtigen Angaben des Deutschen Bundestags ergibt sich, dass Bahr Mitglied des <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/mdb\/bio\/B\/bahr_da0.html\">Beirats der ERGO Versicherungsgruppe und des privaten Versorungsunternehmen DUK.e.V.<\/a>. Nat&uuml;rlich reiner Zufall.<br>\nViel Spa&szlig; mit Schwarz-Gelb.<\/p>\n<p><strong>Nebenbemerkung:<\/strong> In den USA hat Barack Obama die gesetzliche Absicherung soeben erst f&uuml;r vier Millionen Kinder mittelst&auml;ndischer Eltern erm&ouml;glicht, da diese sich bisher eine gesundheitliche Versorgung nicht leisten konnten.<\/p>\n<p>Wie hei&szlig;t es doch so sch&ouml;n auf der Kommunikationsplattform der FDP: <a href=\"http:\/\/forum.fdp-bundesverband.de\/read.php?4,1131066,1132183%20\">FDP die einzige Garantie f&uuml;r soziale Marktwirtschaft und Freiheit<\/a><br>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Cross-Border-Leasing und Kommunen<\/strong><br>\nAntwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Gr&uuml;nen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/115\/1611519.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 46 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man sollte besser von einer Nicht-Antwort sprechen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rgerliches Lager &ndash; ein politischer Kampfbegriff<\/strong><br>\nSeit der hessischen Landtagswahl hat der Begriff Konjunktur. Ob in Talkshows oder Leitartikeln &ndash; das &ldquo;b&uuml;rgerliche Lager&rdquo; besch&auml;ftigt die Fantasie von Politikern und Journalisten. Mitglieder und Anh&auml;nger der Unionsparteien w&uuml;nschen sich &ldquo;b&uuml;rgerliche Mehrheiten&rdquo;. Freidemokraten setzen auf CDU und CSU als &ldquo;b&uuml;rgerliche&rdquo; Partner. Und Medienleute benutzen diese Schlagworte, als sei es selbstverst&auml;ndlich oder von Gott gegeben, dass nur Konservative und Liberale Anspruch auf die Bezeichnung b&uuml;rgerlich haben. \n<p>In der Demokratie sind wir alle B&uuml;rger, egal ob wir Nadelstreifenanz&uuml;ge oder blaue Arbeitskittel tragen. Deshalb sollten Politiker und Journalisten aufh&ouml;ren, von den b&uuml;rgerlichen Parteien und vom b&uuml;rgerlichen Lager zu reden. Der Begriff steht f&uuml;r Ausgrenzung, f&uuml;r Ideologie und f&uuml;r &Uuml;berheblichkeit. Er diffamiert politische Mitbewerber. Und er wird der gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht gerecht. Bedienen wir uns der politischen Farben zur Unterscheidung. Schwarz-Gelb steht f&uuml;r eine Koalition von Union und FDP, Rot-Gr&uuml;n f&uuml;r ein B&uuml;ndnis von SPD und Gr&uuml;nen. Es gibt, wenn auch bisher nur in Planspielen, die Ampel und die Jamaika-Koalition. Das reicht zur Orientierung. Den politischen Kampfbegriff &ldquo;b&uuml;rgerliches Lager&rdquo; sollten wir aus unserem Vokabular streichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/politischesfeuilleton\/915780\/\">DLF<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Fang den Lehrer<\/strong><br>\nVielleicht gibt es sie bald, die Headhunter f&uuml;r Mathelehrer oder Musikp&auml;dagogen. Denn zur Zeit werben sich immer mehr Bundesl&auml;nder mit Methoden aus der freien Wirtschaft gegenseitig ihre Lehrer ab. Sie bieten Geld und Sicherheit. Schnelle Bef&ouml;rderung, kleine Klassen oder weniger Wochenstunden sind nicht unm&ouml;glich. Was f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst bizarr klingt, ist mit der F&ouml;deralismusreform Wirklichkeit geworden.\n<p>Seit die L&auml;nder &uuml;ber die Lehrerbesoldung entscheiden, ziehen die wohlhabenden unter ihnen alle Register &ndash; zu ihren Gunsten. Die Lehrergewerkschaft GEW nennt das absurd und unverantwortlich. Aus der Hauptstadt, der die Lehrer scharenweise davonlaufen, kommt nun ein Hilferuf: Berlins Bildungssenator J&uuml;rgen Z&ouml;llner (SPD) fordert Absprachen &uuml;ber Lehrergeh&auml;lter.<\/p>\n<p>Die Gesetze der Marktwirtschaft m&ouml;gen bei der Winterkollektion funktionieren &ndash; an staatlichen Schulen aber d&uuml;rfte das auf Dauer schwierig werden. Abgeworbene Lehrer fehlen in den L&auml;ndern, die sie auf eigene Kosten ausbildeten. Lehrer fehlen ihren Kollegien &ndash; und vor allem ihren Sch&uuml;lern, die in der &bdquo;Bildungsrepublik Deutschland&ldquo; schon so manchen Nachteil des F&ouml;deralismus ausbaden. Ein Umzug in ein anderes Bundesland mit unterschiedlicher Schulstruktur und v&ouml;llig neuen Schulb&uuml;chern kann locker ein Schuljahr kosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub1A09F6EF89FE4FD19B3755342A3F509A\/Doc~E0549224819DE4172BA871716C5DBC7B6~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein weiteres Beispiel f&uuml;r den Irrsinn des Wettbewerbsf&ouml;deralismus<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wenn der Bachelor zur Sackgasse wird<\/strong><br>\nErst den Bachelor, dann den Master? Das klappt nicht automatisch&hellip; Die Kultusministerkonferenz der L&auml;nder hat die Hochschulen bereits in ihren gemeinsamen Strukturvorgaben aus dem Jahr 2003 dazu aufgefordert, besondere H&uuml;rden f&uuml;r Master-Kandidaten zu schaffen&hellip; In der Praxis f&uuml;hren die Vorgaben zu einem Dschungel aus Kriterien: Die Palette reicht von einem bestimmten Notenschnitt im Bachelor oder einem Numerus clausus &uuml;ber Berufserfahrung, Sprachkenntnisse bis hin zu Auswahlgespr&auml;chen, Motivations- und Empfehlungsschreiben oder Aufnahmepr&uuml;fungen. Die Zahl der tats&auml;chlich zur Verf&uuml;gung stehenden Master-Pl&auml;tze variiert von Fach zu Fach und von Hochschule zu Hochschule (&hellip;)\n<p>Viele Universit&auml;ten sieben streng aus und nehmen nur die besten Studenten in die Meisterklasse auf. Die ersten Ausgebremsten wehren sich gegen das Verfahren und argumentieren mit dem Grundgesetz.<\/p>\n<p>Auch in Potsdam wollen die Studenten weiter f&uuml;r den freien Zugang zum Master k&auml;mpfen: R&uuml;ckhalt bekommen sie durch ein Rechtsgutachten des M&uuml;nsteraner Anwalts Wilhelm Achelp&ouml;hler. Dieser geht davon aus, dass pauschale Beschr&auml;nkungen, etwa &uuml;ber Mindestnoten, nicht mit dem im Grundgesetz (Artikel 12) verankerten Recht auf freie Berufswahl und freie Wahl der Ausbildungsst&auml;tte vereinbar ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,605662,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Grenzfall EU<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht verhandelt &uuml;ber den Reformvertrag &ndash; und die eigenen Zust&auml;ndigkeiten. Es ist eine pikante Mischung, die an diesem Dienstag vor dem Bundesverfassungsgericht antritt, um den EU-Vertrag von Lissabon zu Fall zu bringen. Die Gr&uuml;nde der Ablehnung sind freilich verschieden. W&auml;hrend Gauweiler vor allem die nationale Souver&auml;nit&auml;t verloren sieht, geht es der Linksfraktion um den Verlust parlamentarischer Kontrolle im Milit&auml;r- und Sozialstaatsbereich. Konkret bef&uuml;rchtet die Linkspartei, dass nach dem Lissabon-Vertrag europ&auml;ische Milit&auml;reins&auml;tze nicht mehr von den nationalen Parlamenten kontrolliert werden k&ouml;nnen.\n<p>Bislang h&auml;lt es in Berlin kaum jemand f&uuml;r denkbar, dass Karlsruhe der deutschen Regierung in den Arm f&auml;llt und den Vertrag von Lissabon scheitern l&auml;sst. Schlie&szlig;lich hatte Karlsruhe 1993 auch den Maastricht-Vertrag gebilligt, wenn auch teilweise z&auml;hneknirschend. Es gibt aber Unterschiede. Einer davon ist, dass das Verfassungsgericht dieses Mal auch in eigener Sache entscheiden wird. Denn der Vertrag von Lissabon &uuml;bertr&auml;gt dem Europ&auml;ischen Gerichtshof in Luxemburg Zust&auml;ndigkeiten, die Karlsruhe verloren gehen. Hatte sich Karlsruhe bisher die Pr&uuml;fung vorbehalten, ob die Europ&auml;ische Union Dinge regelte, f&uuml;r die jeder Mitgliedstaat zust&auml;ndig ist, obliegt diese &Uuml;berpr&uuml;fung nach Lissabon ausschlie&szlig;lich dem Europ&auml;ischen Gerichtshof in Luxemburg. Zudem gelten der Berichterstatter Udo Di Fabio und Bundesverfassungsrichter Siegfried Bro&szlig; als Europaskeptiker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/;art771,2727270?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Noch hat der Westen keine Strategie f&uuml;r Afghanistan<\/strong><br>\nDie Analysen &uuml;ber Afghanistan m&ouml;gen im Detail verschieden sein, im Grundsatz stimmen sie &uuml;berein: Fast acht Jahre nach dem Beginn der Kampfhandlungen ist das Land nicht sicherer geworden, es wird st&auml;ndig unsicherer. Die Wirklichkeit widerspricht dem besch&ouml;nigenden Bild, das der afghanische Pr&auml;sident Hamid Karsai am Wochenende auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz zeichnete. Auf den ersten Blick tut die neue US-Regierung, was alle ihre Vorg&auml;ngerinnen getan h&auml;tten: Im Zweifel wird eskaliert. 30 000 US-Soldaten sind bereits in Afghanistan, weitere 30 000 sollen hinzukommen. In M&uuml;nchen konnte der Oberkommandierende General, David Petraeus, nicht wirklich erkl&auml;ren, wof&uuml;r er die zus&auml;tzlichen Soldaten braucht. Das Magazin Newsweek r&uuml;hrte an das amerikanische Trauma: &ldquo;In Afghanistan, wie in Vietnam, k&ouml;nnten wir jetzt vor einer Situation stehen, dass wir zwar in der Lage sind, jedes Gefecht zu gewinnen und doch den Krieg nicht gewinnen k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2009\/0209\/meinung\/0030\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>Anmerkung Orlando Pascheit: Irgendwie ist die Situation gespenstisch. Alle, bis auf den ungl&uuml;ckseligen Hamid Karsai, bekunden irgendwie, dass das bisherige Vorgehen zu einer Verschlechterung der Situation in Afghanistan f&uuml;hrte. Und wenn Politiker wahrhaftig sein k&ouml;nnten, m&uuml;ssten sie zudem einr&auml;umen: Wir haben bisher uns selbst und unseren B&uuml;rgern die &ldquo;Wahrheit&rdquo; zurecht gebogen. Eigentlich ist der Moment gekommen einzugestehen: Wir k&ouml;nnen die uns selbst gestellte Aufgabe, die Befriedung Afghanistans, nicht l&ouml;sen (R&uuml;ckzugsr&auml;ume f&uuml;r terrorbereite&nbsp; Islamisten finden sich inzwischen weltweit). Afghanistan selbst ist gefangen in einer sich westlicher Modernit&auml;t verweigernden Struktur. Da ist nicht einfach R&uuml;ckst&auml;ndigkeit, sondern eine durch einen 30 Jahre andauernden Krieg entstandene Anomalie, in der stabilisierende Institutionen auf eine Minimum reduziert wurden: auf den Stamm und den Clanchef, den Warlord und seine milit&auml;rische Hausmacht,&nbsp; den Drogenbaron und die &Ouml;konomie des Drogenanbaus und Handels, die Taliban und die Religion. Dabei verschr&auml;nken sich all diese Elemente in mannigfaltiger Weise. Es ist eine Situation, die unter Einbeziehung des Problemkreises Pakistan, weitaus komplexer ist, als diejenige im Irak. Die neue (?) Formel der neuen US-Regierung, &ldquo;S&auml;ubern, halten, aufbauen&rdquo;, ist auch nur in irgendwelchen Sandkastenspielen realisierbar.<\/p>\n<p>Leider liefert die Geschichte kaum Beispiele, in denen Politiker ein generelles Unverm&ouml;gen einr&auml;umen. In Europa hat z.Z. niemand die Kraft das auszusprechen, was Egon Bahr auf einer Rede im Herbst postulierte: &ldquo;ultra posse nemo obligatur &ndash; &uuml;ber das eigene Verm&ouml;gen hinaus zu handeln, ist niemand verpflichtet.&rdquo; Diese Regierung hat sich verpflichtet Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Zur Zeit wird am Hindukusch keine Sicherheit geschaffen, sondern es werden Soldatenleben aufs Spiel gesetzt und Ressourcen verschwendet , die in der jetzigen Krise einer bessere Verwendung zugef&uuml;hrt werden m&uuml;ssten.&nbsp;<\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>ARD-Umfrage in Afghanistan: Der Hass auf den Westen w&auml;chst<\/strong><br>\nIn Afghanistan m&uuml;ssen die internationalen Truppen nicht nur gegen erstarkte Taliban k&auml;mpfen, sondern in zunehmendem Ma&szlig;e auch gegen eine feindliche Stimmung in der Bev&ouml;lkerung. Eine Umfrage von ARD, ABC und BBC zeigt: Das Land verliert die Hoffnung auf einen Neuanfang.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afghanistan772.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><strong>Ungarns Forint sackt in den Keller<\/strong><br>\nIndustrieproduktion bricht ein. W&auml;hrung auf Rekordtief. Touristen k&ouml;nnen dennoch kaum Schn&auml;ppchen machen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F02%2F10%2Fa0116&amp;cHash=c6219e6dd0&amp;type=98\">taz <\/a><\/p>\n<p><strong>Bertha-von-Suttner-Kunst- und Medienpreis<\/strong><br>\nDer Solinger Fotojournalist UIi Preuss gewann mit der Einreichung &bdquo;Am Rande der Sch&ouml;pfung&ldquo; &ndash; einer Fotoausstellung &uuml;ber die weltweiten Hilfsprojekte des Friedensdorf International &ndash; den Suttnerpreis-Onlinewettbewerb mit gro&szlig;em Abstand. Am Samstag wurden in den Kategorien, &bdquo;Film &amp; Medien&ldquo; sowie &bdquo;Kunst &amp; Aktion&ldquo; zwei weitere Preistr&auml;ger ermittelt. Die Wahl der Jury fiel auf den Film der Schweizer Filmemacherin Gabriela Neuhaus, &bdquo;1000F rauen und ein Traum&ldquo; sowie auf das Projekt &bdquo;WhyWar.at&ldquo; des Friedensb&uuml;ros Salzburg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.suttnerpreis.de\/presseinfo_preistraeger.pdf\">Friedensinstitut [PDF &ndash; 2,7 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Jungtalent folgt auf gl&uuml;cklosen Glos<\/li>\n<li>Sebastian Dullien: Wieso die Schuldenbremse Wahnsinn ist<\/li>\n<li>Roubini: Anglo-Saxon model has failed<\/li>\n<li>Der gr&ouml;&szlig;te Bankraub aller Zeiten<\/li>\n<li>Konjunkturschmarotzer Deutschland<\/li>\n<li>Europa muss mehr f&uuml;r Konjunktur tun<\/li>\n<li>Wissenschaftlicher Beirat: Raus aus dem Teufelskreis<\/li>\n<li>Hein-J.Bontrup: Das Scheitern geht weiter<\/li>\n<li>Bundesagentur: Hartz IV h&ouml;her als Lehrlingsgehalt<\/li>\n<li>Experten fordern<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3757\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3757","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3757","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3757"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3757\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}