{"id":37653,"date":"2017-04-01T09:13:06","date_gmt":"2017-04-01T07:13:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37653"},"modified":"2017-04-03T14:16:03","modified_gmt":"2017-04-03T12:16:03","slug":"schulz-will-ramstein-schliessen-der-tiger-lebt-und-er-setzt-zum-sprung-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37653","title":{"rendered":"Schulz will Ramstein schlie\u00dfen. \u2013 Der Tiger lebt, und er setzt zum Sprung an!"},"content":{"rendered":"<p>Der Ausgang der Wahl im Saarland war ein desillusionierendes Erlebnis f&uuml;r alle, die mit Martin Schulz Hoffnungen auf einen Politikwechsel nach der Bundestagswahl im Herbst verbunden hatten. Albrecht M&uuml;ller hatte in seinem Beitrag &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37588\">Schulz ist als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet<\/a>&ldquo; treffend analysiert, dass Schulz&lsquo; bisherige Wahlkampfstrategie nicht aufgeht.<\/p><p>Schulz&lsquo; ebenso entschlossene wie &uuml;berraschend <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37653#foot_1\" name=\"note_1\">konkrete Ank&uuml;ndigungen<\/a>, im Falle seines Wahlsiegs Ramstein zu schlie&szlig;en und den NATO-Austritt Deutschlands zum Thema zu machen, geben jedoch Grund zu der Hoffnung, dass der Wahlk&auml;mpfer Schulz lernf&auml;hig ist: Der &sbquo;Tiger&lsquo; Schulz lebt, und er setzt zum Sprung an. <strong>Carsten Weikamp<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nOffenbar liest Schulz&lsquo; Wahlkampfteam sehr aufmerksam die NachDenkSeiten. Dort hatte Albrecht M&uuml;ller am vergangenen Montag die These vertreten, es sei an der Zeit, eine Volksbewegung des demokratisch gesonnenen Teils der Bev&ouml;lkerung zu mobilisieren, wenn man die Wahl denn ernsthaft gewinnen wolle. Von Schulz und seiner uninspirierten SPD sei dies aber leider nicht zu erwarten, und so sagte M&uuml;ller ein ausgesprochen aussichtsloses Wahljahr voraus.<\/p><p>Doch offenbar ist das Team Schulz nicht gewillt, M&uuml;ller in dem letzten Punkt Recht zu geben. Die <a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">konkreten Ank&uuml;ndigungen<\/a> f&uuml;r den Fall seines Wahlsieges sind ein deutlicher Hinweis, dass Schulz&lsquo; Kampagne f&auml;hig ist, dazuzulernen, und dass sie sich noch l&auml;ngst nicht aufgegeben hat. Dass sie voller Energie steckt und bisher nur die Karten verdeckt h&auml;lt.<\/p><p>Bravo! sagen die NachDenkSeiten, unter diesen Umst&auml;nden haben wir mit unserer Einsch&auml;tzung gerne daneben gelegen. So kann es, so muss es funktionieren: Mit klaren Zeichen kraftvollen politischen Ver&auml;nderungswillens, ausgerichtet an den Interessen der Bev&ouml;lkerung statt am Kalk&uuml;l machtpolitischer Schachz&uuml;ge.<\/p><p>Schulz sollte den au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Ank&uuml;ndigungen jetzt auch in der Sozial- und Wirtschaftspolitik entsprechende mutige Ma&szlig;nahmen folgen lassen statt der bisherigen Taktik, minimale Justierungen als gro&szlig;e Taten anzupreisen. Denken Sie an die Abschaffung von Sanktionen bei Hartz IV oder die entschlossene Strafverfolgung jeglicher Steuerflucht. Dann besteht f&uuml;r Deutschland am Ende eine echte Chance f&uuml;r einen politischen Neuanfang. Wer h&auml;tte das noch vor einer Woche gedacht?<\/p><p><a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\"><\/a><strong>Anlage: Bericht der &sbquo;Mannheimer neueste Nachrichten&lsquo; von heute morgen<\/strong><\/p><p><strong>Schulz: Bei Wahlsieg Schlie&szlig;ung von Ramstein<\/strong><\/p><p>Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Mannheim gab SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am gestrigen 31. M&auml;rz &uuml;berraschend Einblick in Programminhalte seines Wahlkampfes, von denen es auf Nachfrage aus dem Kampagnenzentrum der SPD im Willy-Brandt-Haus hie&szlig;, dass die &bdquo;zu diesem Zeitpunkt so noch nicht kommuniziert&ldquo; h&auml;tten werden sollen.<\/p><p>Konkret k&uuml;ndigte Schulz an, im Fall eines Sieges bei der Bundestagswahl schleunigst eine Schlie&szlig;ung des amerikanischen St&uuml;tzpunkts im pf&auml;lzischen Ramstein herbeif&uuml;hren zu wollen. Dies sei zur Stabilisierung der weltpolitischen Sicherheitslage dringend geboten, liefen doch seit Jahren wesentliche Milit&auml;rschl&auml;ge &uuml;ber die dortige Milit&auml;rbasis, vor allem der Einsatz von Drohnen. Wer als Deutscher ernsthaft globalen Frieden anstrebt, kommt nicht daran vorbei, Ramstein dicht zu machen&ldquo;, so Schulz. Im &Uuml;brigen sei es ein Unding, dass Deutschland sich als Ganzes noch immer so &bdquo;servil verhalte gegen&uuml;ber einer kriegsl&uuml;sternen, rein vom Profit getriebenen amerikanischen Machtelite&ldquo;.<\/p><p>Angesichts des angeschlagenen US-Pr&auml;sidenten Trump, dessen Gegner offensichtlich ein Amtsenthebungsverfahren anstrengten, gelte es, das &bdquo;historisch vielleicht einmalige Zeitfenster&ldquo; zu nutzen. Die Chancen st&uuml;nden gut, dass der oft aus dem Bauch heraus agierende US-Pr&auml;sident einer Schlie&szlig;ung zustimme, das habe Schulz bereits von diplomatischen Kreisen in Washington vorf&uuml;hlen lassen. Ein namentlich nicht genannter Berater aus US-Regierungskreisen habe angedeutet, Ramstein sei f&uuml;r Trump, der privat selbst nicht in Milit&auml;rgesch&auml;fte involviert ist, keineswegs sakrosankt. Au&szlig;erdem sei er als Abk&ouml;mmling einer Pf&auml;lzer Familie aus Kallstadt mit dieser Gegend emotional immer noch positiv verbunden. Der Berater k&ouml;nne sich sogar eine spontane, bedingungslose Zusage Trumps zur Schlie&szlig;ung vorstellen, mit der der unter Beschuss stehende Pr&auml;sident die Falken unter seinen Gegnern in Kongress und Senat noch ein letztes Mal richtig &auml;rgern k&ouml;nne, ehe er m&ouml;glicherweise schon bald seinem Vize Mike Pence den Schreibtisch im Oval Office &uuml;berlassen muss.<\/p><p>In Richtung der Menschen der wirtschaftlich nicht gerade starken Region im Umkreis der Milit&auml;rbasis gewandt sagte Schulz, er verstehe ihre Sorgen. Ihm sei klar, dass Ramstein ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor in der Pfalz sei, und es werde sicher nicht leicht werden, den Wegfall zu kompensieren und in gleichem Ma&szlig;e neue Arbeit zu schaffen. Die Aussicht auf global friedlichere Verh&auml;ltnisse sei die notwendigen Anstrengungen aber auf jeden Fall wert. Er habe in seinem Schattenhaushalt deswegen einen gro&szlig;en Posten Strukturanpassungsgelder eingeplant, um Verdienstausf&auml;lle auszugleichen. Schulz betonte, dass kein B&uuml;rger vergessen werde, w&ouml;rtlich: &bdquo;Wir schaffen das!&ldquo; Wichtig sei, nicht nur auf die wirtschaftlichen Sorgen zu schauen, sondern Ruhe und Kraft zu ziehen aus der &Uuml;berzeugung, das Richtige zu tun. Frieden sei eine Notwendigkeit und d&uuml;rfe keine Frage der Wirtschaftlichkeit sein. Und nicht jeder k&ouml;nne f&uuml;r sich in Anspruch nehmen, entschlossen den Schritt &uuml;ber die Angst hinweg in eine humanere Welt getan zu haben, in der man sein Geld nicht l&auml;nger mit Arbeit verdient, an der Blut klebt, mittelbar oder unmittelbar.<\/p><p>Mittelfristig, so Schulz au&szlig;erdem, m&uuml;sse man noch einen Schritt weiter gehen. Auch ein Austritt Deutschlands aus der Nato d&uuml;rfe kein Tabu-Thema mehr sein, sondern m&uuml;sse klar als Ziel formuliert, kommuniziert und angegangen werden, insbesondere in Anbetracht der nicht antastbaren einseitigen amerikanischen Dominanz in dem Milit&auml;rb&uuml;ndnis. Allerdings, gab Schulz zu bedenken, k&ouml;nne dies nicht so schnell durchgesetzt werden wie die Schlie&szlig;ung Ramsteins. Das Problem liege dabei weniger darin, erneut eine Zustimmung von Seiten Amerikas zu bekommen. Die Schwierigkeit, so Schulz, bestehe vielmehr darin, dass sich Deutschland gedanklich emanzipieren m&uuml;sse. Die politischen Spitzenkr&auml;fte aller etablierten Parteien h&auml;tten seit Jahren erfolgreich die irrige Vorstellung propagiert, dass Deutschland auf Amerika als Besch&uuml;tzer gegen eine Bedrohung aus dem Osten angewiesen sei. Diese Fehlkonzeption aufzubrechen, das sei die Kernaufgabe. Was die eigene Partei angehe, habe Schulz seine Generalsekret&auml;rin bereits beauftragt, ein entsprechendes Programm zur Korrektur des fortschritt-blockierenden Glaubenssatzes zu erarbeiten. Eine effektive Friedens-Indoktrination von CDU-, CSU- und Gr&uuml;nen-nahestehenden Menschen sei allerdings eine Herkulesaufgabe, der er sich erst aus dem Kanzleramt heraus werde annehmen k&ouml;nnen.<\/p><p>Quelle: <a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">MNN online<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausgang der Wahl im Saarland war ein desillusionierendes Erlebnis f&uuml;r alle, die mit Martin Schulz Hoffnungen auf einen Politikwechsel nach der Bundestagswahl im Herbst verbunden hatten. 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