{"id":3770,"date":"2009-02-13T17:03:26","date_gmt":"2009-02-13T16:03:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3770"},"modified":"2009-02-13T17:04:50","modified_gmt":"2009-02-13T16:04:50","slug":"hinweise-des-tages-2-86","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3770","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Unter anderem zu folgenden Themen<\/p><ul>\n<li>Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2008<\/li>\n<li>Thomas Fricke:  Krise des deutschen Wirtschaftsmodells<\/li>\n<li>F&uuml;hrende &Ouml;konomen verteufeln Schuldenbremse<\/li>\n<li>SWR-Interview mit Harald Schumann zur Finanzkrise<\/li>\n<li>Freier W&auml;hler Olaf Henkel<\/li>\n<li>Erste Schatten &uuml;ber Obama<\/li>\n<li>Nochmals zu SpiegelOnline: Windr&auml;der bringen nichts f&uuml;r CO2-Ziel<\/li>\n<li>FAZ Ausl&auml;nderintegration: Meine Erfolgsgeschichte <\/li>\n<li>Lebensversicherungen mit Verlust gek&uuml;ndigt: Geld vom Finanzamt zur&uuml;ck?<\/li>\n<li>Das Letzte: R&uuml;ckantwort auf die Campact-Mail-Aktion an Mehdorn<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3770&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2008<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaftsleistung ist im vierten Quartal 2008 deutlich zur&uuml;ckgegangen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war &ndash; preis-, saison- und kalenderbereinigt &ndash; im vierten Quartal 2008 um 2,1% niedriger als im dritten Quartal; das war der gr&ouml;&szlig;te R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber einem Vorquartal im wiedervereinigten Deutschland. Eine r&uuml;ckl&auml;ufige Wirtschaftentwicklung verzeichneten bereits die beiden Vorquartale, in denen das BIP um jeweils 0,5% gesunken war. Lediglich in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 ist die deutsche Wirtschaft gewachsen (+ 1,5%).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/02\/PD09__051__811,templateId=renderPrint.psml\">destatis<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke:  Krise des deutschen Wirtschaftsmodells<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft ist Ende 2008 drastischer geschrumpft als die meisten anderen Volkswirtschaften der Welt. Welch ein Desaster. Jetzt l&auml;sst sich kaum noch wegreden, dass es die Deutschen sogar h&auml;rter als andere trifft (&hellip;)<br>\nDie Deutschen m&uuml;ssen ihr Wirtschaftsmodell dringend &uuml;berholen. W&auml;re in den vergangenen Jahren nicht so Vieles getan worden, was &uuml;ber Einkommensverzicht, Praxisgeb&uuml;hren oder Mehrwertsteuer-Rekordanhebungen die inl&auml;ndische Konjunkturdynamik gebremst hat, w&auml;ren die Deutschen heute zwar etwas weniger wettbewerbsf&auml;hig; sie h&auml;tten daf&uuml;r aber eine viel solidere Binnenwirtschaft, um globale Schocks wie diesen abzufangen. Und die Krise w&uuml;rde mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich weniger und nicht st&auml;rker reinhauen als bei anderen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Krise-des-deutschen-Wirtschaftsmodells\/474051.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>F&uuml;hrende &Ouml;konomen verteufeln Schuldenbremse<\/strong><br>\nEigentlich war sie schon vom Tisch. Dass sich Bund und L&auml;nder nun aber doch auf eine Schuldenbremse geeinigt haben, liegt an der Finanzkrise und der daraus resultierenden Rekordverschuldung f&uuml;r die Konjunkturpakete. Irgendwie scheint aber niemand wirklich gl&uuml;cklich mit dem Instrument zu sein. &Ouml;konomen verteufeln es mit markigen Worten. Und auch in der Politik regt sich Widerstand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/fuehrende-oekonomen-verteufeln-schuldenbremse;2152749\">Handelsblatt<\/a>\n<p>Statt einer Anmerkung: siehe nochmals<a href=\"?p=3758\"> &bdquo;Schuldenbremse = &Ouml;PP-Beschleunigung + Rot-Rot-Gr&uuml;n-Behinderung&ldquo;<\/a><\/p><\/li>\n<li>SWR-Interview mit Harald Schumann zur Finanzkrise<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr1\/bw\/-\/id=233362\/did=4492132\/pv=mplayer\/vv=popup\/nid=233362\/a4342\/index.html\">SWR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Typisch allerdings, dass der Interviewer vor allem auf die Landesbanken einging. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Freier W&auml;hler Henkel<\/strong><br>\nHans-Olaf Henkel will den Freien W&auml;hlern zeigen, wie sie es in den Bundestag schaffen. Am Samstag hat der Ex-BDI-Chef seinen ersten Auftritt neben Gabriele Pauli. Die Union sorgt sich schon um ihre W&auml;hler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:FTD-Interview-Freier-W%E4hler-Henkel\/473826.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.Sch.:<\/strong> Der FTD von heute entnehme mich, dass sich Olaf Henkel angeboten hat, den Freien W&auml;hlern f&uuml;r das Ziel Bundestag beratend zur Seite zu stehen. Herr Henkel&hellip; ist seit Jahren von einer ide&eacute; fixe besessen, die da hei&szlig;t: An allem &ndash;  besonders wirtschaftlichem &ndash; Ungl&uuml;ck Deutschlands sind die Parteien Schuld. Sie haben die &bdquo;Reformen&ldquo; verhindert, die aus seiner Sicht durch die Brille des ehemaligen BDI-Vorsitzenden gesehen, n&ouml;tig gewesen w&auml;ren. Dabei &uuml;bersieht er, dass sich die deutsche Volkswirtschaft mit Hilfe der Politik (und damit der von ihm verunglimpften Parteien) seit Ende der 1990er Jahre durch massives Dr&uuml;cken der Lohnst&uuml;ckkosten Wettbewerbsvorteile gegen&uuml;ber den europ&auml;ischen Nachbarn geschaffen hat. Dies war der Grund f&uuml;r die Erlangung der zweifelhaften Position des &bdquo;Exportweltmeisters&ldquo;. Nun, in der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftskrise zumindest seit 1945 wird sich dies erbarmungslos r&auml;chen, weil exakt der Sektor unserer Wirtschaft zusammenbricht, der bisher &ndash; v&ouml;llig atypisch &uuml;brigens f&uuml;r eine gesunde, ausgewogene Volkswirtschaft &ndash; zu 50 Prozent zum deutschen BIP-Wachstums beigetragen hat: Unsere Partner in der EU sind nicht mehr in der Lage, deutsche Waren wie bisher zu importieren und zus&auml;tzlich bricht der internationale Markt f&uuml;r unseren Maschinenbau weg. Und das ist das entscheidende: Ohne jede M&ouml;glichkeit, diesen Ausfall durch Konsum im Inland ausreichend kompensieren zu k&ouml;nnen. Soviel zum Fachmann Henkel. Was jedoch schwerer wiegt: Herr Henkel hat einen eingeschr&auml;nkten Freiheitsbegriff. Zwar nennt er ihn B&uuml;rgerfreiheit, aber er meint die absolute Freiheit des Marktes, weil er der Ideologie des Washington Consensus anh&auml;ngt. Wohin diese gef&uuml;hrt hat, ist gerade weltweit zu besichtigen. <\/em><\/p>\n<p>Schlimm genug, dass Herr Henkel diese Ideen immer noch an der Uni Mannheim in die K&ouml;pfe verschulter Bachelor-Kandidaten eintrichtern darf, die sp&auml;ter Ministerien und Redaktionen bev&ouml;lkern und ihre studierenden Nachfolger infizieren. Aber dieser Mann als Berater einer Nahezu-Partei, die aus b&uuml;rgerschaftlichem Engagement entstanden ist, und die sich doch eher dem Gemeinwohl verpflichtet f&uuml;hlt?<\/p><\/li>\n<li>\n<strong>Die Dreht&uuml;re funktioniert auch unter US-Pr&auml;sident Obama<\/strong><br>\nObgleich Barack Obama als eine der ersten Akte als neuer Pr&auml;sident einen Ethikkodex erlassen, der eben dies verhindern soll, ist nun ausgerechnet im Pentagon der n&auml;chste Ex-Lobbyist zum stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt und vom Kongress best&auml;tigt worden. William Lynn III ist ein typischer Dreht&uuml;rkandidat. Unter der Clintonregierung war er bereits im Pentagon t&auml;tig, zuletzt als Staatssekret&auml;r. Dann war er von 2002-2008 bei Raytheon Vizepr&auml;sident von Government Operations and Strategy, also der Toplobbyist des R&uuml;stungskonzerns.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/132478\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>No more Mr. Nice Guy<\/strong><br>\nPost aus New York: Obama hat eine &ldquo;Politik der ausgestreckten Hand&rdquo; versprochen. Das Ringen um sein Konjunkturprogramm hat die Grenzen dieses Konzepts gezeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F02%2F12%2Fa0103&amp;cHash=087280303b&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>790 Milliarden gegen die Krise<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Barack Obama bekommt, was er wollte: Sp&auml;testens am Montag d&uuml;rfte der neue Mann im Wei&szlig;en Haus sein erstes wirklich gro&szlig;es Gesetz unterzeichnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1674743&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Mehr Geld f&uuml;r Investitionen w&auml;re besser gewesen<\/strong><br>\nDer Finanzexperte meint: Washingtons Konjunkturpaket hat Schlagseite zugunsten von Steuersenkungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1674744&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Generell ist man dankbar f&uuml;r jede Analyse des amerikanischen Konjunkturpakets, man m&ouml;chte ja wissen,&nbsp; was sie anderen bzw. der Hauptangeklagte machen, aber wie abgehoben muss ein Analyst sein, der 250 Dollar an Bed&uuml;rtige f&uuml;r &ldquo;nicht gerade wenig&rdquo; h&auml;lt.<\/em><\/p>\n<p><em>Nochmals zu SpiegelOnline: Windr&auml;der bringen nichts f&uuml;r CO2-Ziel:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie Don Quijote gegen Windr&auml;der<\/strong><br>\nDas &ldquo;Nachrichtenmagazin&rdquo; Der Spiegel und die Windkraft &ndash; das ist eine lange und komplizierte Geschichte. Vor f&uuml;nf Jahren druckte das Blatt, damals noch unter Chefredakteur Stefan Aust, eine Titelgeschichte mit dem Slogan &ldquo;Der Windm&uuml;hlen-Wahn&rdquo;, die gegen eine &ldquo;Verspargelung der Landschaft&rdquo; und &ldquo;hoch subventionierte Landschaftszerst&ouml;rung&rdquo; polemisierte. Zwei hochgelobte Fachredakteure, Gerd Rosenkranz und Harald Schumann, schmissen daraufhin ihre Jobs. Aust habe die &ldquo;Propaganda&rdquo;-Geschichte gewollt, hie&szlig; es hinterher, weil er sich &ldquo;beim Pferdez&uuml;chten im Elbeflachland bei Stade&rdquo; &uuml;ber &ldquo;viele Windr&auml;der in der N&auml;he&rdquo; ge&auml;rgert habe.&nbsp;&nbsp; \n<p>Gestern nun pr&auml;sentierte SpiegelOnline, immerhin Deutschlands meistgelesene Nachrichten-Website, einen vermeintlichen Kn&uuml;ller: Windkraftanlagen seien klimapolitisch sinnlos, denn der Kohlendioxid-Aussto&szlig; werde durch sie gar nicht gesenkt. <\/p>\n<p>In Deutschland herrscht derzeit (soweit bekannt) kein &Uuml;berschuss an CO2-Zertifikaten &ndash; trotz Ausbaus der erneuerbaren Energien und aller anderen Klimaschutzma&szlig;nahmen. Deshalb kann es auch keinen (Netto-)Verkauf von &uuml;bersch&uuml;ssigen Verschmutzungsrechten nach Polen oder sonstwohin geben. CO2-Einsparungen durch deutsche Windr&auml;der sorgen folglich nicht daf&uuml;r, dass im Ausland mehr Klimagas ausgesto&szlig;en werden darf &ndash; im Gegenteil, sie d&auml;mpfen den Preis f&uuml;r die (gewollt) knappen Zertifikate und helfen somit bei der Erreichung der deutschen und europ&auml;ischen Klimaziele. <\/p>\n<p>&nbsp;Zugegeben, einfach ist diese ganze Sache nicht. Und der EU-Emissionhandel hat etliche M&auml;ngel. An dessen weitgehender Nutzlosigkeit in den vergangenen Jahren waren aber nicht Windr&auml;der, Solarzellen oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz schuld, sondern die Macht der &uuml;berkommenen Energiewirtschaft und die Nachgiebigkeit der Politik.<br>\n&nbsp;Aber vielleicht ist das eine zu komplizierte Geschichte f&uuml;r SpiegelOnline.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace-magazin.de\/index.php?id=5072&amp;tx_ttnews[tt_news]=44532&amp;tx_ttnews[backPid]=5069&amp;cHash=b56aa9b660\">Greenpeace Magazin<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>FAZ: Meine Erfolgsgeschichte <\/strong><br>\nDie FAZ zeigt sich integrierend, m&ouml;chte trotz der immer wieder auch auf ihren Seiten verbreiteten M&auml;r von den nicht integrierbaren T&uuml;rken, die sich auch selbst nicht um ihre Assimilierung scheren, g&ouml;nnerhaft gegen&uuml;ber ausl&auml;ndischen Mitb&uuml;rgern gerieren, einen Aufruf f&uuml;r die braven Heerscharen aus dem Auslande starten. &bdquo;Meine Erfolgsgeschichte&ldquo; nennt sich das FAZ-Projekt, bei dem man dazu ermutigt wird, seine pers&ouml;nliche Integrationsgeschichte niederzuschreiben. Dass es dabei nicht um Integration alleine geht, sondern um m&ouml;glichst erbringliche Integration, um Einpassung solcher Mitb&uuml;rger, die besonders stark integriert sind, weil ihr Geldbeutel voll, daher der Magen und die Bed&uuml;rfnisse ges&auml;ttigt werden k&ouml;nnen, liegt auch dann auf der Hand, wenn man sich das Projekt nur aus der Ferne betrachtet. Man kennt ja die konservative Presse und ihre Ideale.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/02\/meine-erfolgsgeschichte.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<p><a name=\"foot1\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Lebensversicherungen mit Verlust gek&uuml;ndigt: Geld vom Finanzamt zur&uuml;ck?*<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Neues Muster-Verfahren beim Finanzgericht Dessau (Az. 2 K 1169\/08) <\/li>\n<li>Von PM Dr. Johannes Fiala und RA\/StB Uwe D&ouml;rnbrack<\/li>\n<li>M&uuml;nchen im Februar 2009<\/li>\n<\/ul>\n<p>&bdquo;Die Lebensversicherung als Anlegersch&auml;digung&ldquo; hei&szlig;t der Titel eines Aufsatzes von Prof. Michael Adams. Seit einem Urteil aus dem Jahre 1983 darf dieses Produkt auch als &ldquo;legaler Betrug&rdquo; bezeichnet werden. Der Bundesgerichtshof schrieb den Versicherungsvermittlern ins Stammbuch (Urteil vom 14.06.2007, Az. III ZR 269\/06), dass sie haften, wenn die vermittelte Versicherung bezogen auf den Kunden nicht &ldquo;seinem Bedarf und seiner finanziellen Leistungsf&auml;higkeit entsprach&rdquo;. Diese Anlage endet oft in mehr oder weniger gro&szlig;en Verlusten &ndash; und so stellt sich auch die Frage, wie diese steuerlich geltend zu machen sind.<\/p>\n<p><strong>Rund 75% aller Lebensversicherungen werden vor Ablauf gek&uuml;ndigt<\/strong><\/p>\n<p>Vieles spricht daf&uuml;r, dass Lebensversicherungen selten bedarfsgerecht vermittelt werden. Denn die millionenfachen vorzeitigen K&uuml;ndigungen dieser Vertr&auml;ge bedeuten in aller Regel ein Verlustgesch&auml;ft f&uuml;r den Anleger. Die m&ouml;glichen Beratungsfehler sind zahlreich: Musterberechnungen mit unsicheren Renditen werden als sicher hingestellt, die Garantieleistungen gem&auml;&szlig; R&uuml;ckkaufswerttabelle werden au&szlig;en vor gelassen. Die K&uuml;ndigung f&uuml;hrt zu herben Verlusten.<\/p>\n<p><strong>Hohe Steuerbelastung durch Abschluss- und Verwaltungskosten, Provisionen etc.<\/strong><\/p>\n<p>In der Praxis gab es f&uuml;r Vertr&auml;ge, die bis 2004 abgeschlossenen wurden die steuerfreie Auszahlung von Lebensversicherungen, wenn diese insbesondere mindestens 12 Jahre gelaufen sind. K&uuml;rzere Laufzeiten (z.B. durch K&uuml;ndigung), die Einzahlung als Einmalpr&auml;mie ohne Beitragsdepot, und\/oder die steuersch&auml;dliche Beleihung bzw. Verwendung als Kreditsicherheit f&uuml;hrten jedoch dazu, dass der Versicherer Kapitalertragsteuer einbehalten hat.<\/p>\n<p>F&uuml;r Vertragsabschl&uuml;sse seit 2005 gilt prinzipiell, dass jede Lebensversicherung steuerpflichtig ist. Nur wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre gelaufen ist, und ab dem 60ten Lebensjahr ausbezahlt wird, kommt das Halbeink&uuml;nfteverfahren zum Tragen &ndash; es wird nur die H&auml;lfte der Ertr&auml;ge angesetzt. Somit gibt es auch hier zahlreiche Konstellationen, bei denen nicht einmal nur die H&auml;lfte der Ertr&auml;ge zu versteuern ist.<\/p>\n<p><strong>Doppelt nachteiliger Berechnungsansatz der Finanzbeh&ouml;rden<\/strong><\/p>\n<p>Das Finanzamt behandelt Lebensversicherungen, rein fiskalisch motiviert, anders als sonstige Einkommensquellen.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen gilt, dass Ergebnisse aus der realisierten Wertver&auml;nderung eines Verm&ouml;gensgegenstandes entweder g&auml;nzlich steuerlich unbeachtlich sind, oder aber dieses Ergebnis sowohl im Gewinn- als auch im Verlustfall steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/p>\n<p>Wird etwa eine Immobilie au&szlig;erhalb der zehnj&auml;hrigen Spekulationsfrist verkauft ist ein Gewinn steuerlich irrelevant. Gleiches gilt konsequenterweise auch f&uuml;r einen erzielten Verlust, der ebenfalls steuerlich nicht geltend gemacht werden kann.<\/p>\n<p>Andersrum sind im betrieblichen Bereich Gewinne steuerpflichtig, Verluste k&ouml;nnen mit anderen positiven Eink&uuml;nften gegen gerechnet werden und mindern dann die Steuerlast.<\/p>\n<p><strong>Vergleich der Immobilie mit einer Lebensversicherung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Steuerpflichtiger kauft privat eine Immobilie f&uuml;r 500.000 Euro (inklusive Nebenkosten f&uuml;r Makler, Notar etc. i.H.v. 30.000 Euro). Laufende Mieteinnahmen werden Jahr f&uuml;r Jahr versteuert. Erfolgt der Verkauf binnen 10 Jahren, beispielsweise f&uuml;r 600.000 Euro (nach Abzug von Transaktionskosten), so ist die Differenz i.H.v. 100.000 Euro zu versteuern.<\/p>\n<p>Bei der Lebensversicherung sieht es anders aus: Ein Steuerpflichtiger hat binnen knapp 10 Jahren 500.000 Euro einbezahlt. Darin enthalten sind Abschluss und Verwaltungskosten i.H.v. 100.000 Euro. Und nun bekommt er 440.000 Euro zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Steuerlich zieht der Versicherer die Kosten erst einmal von der Substanz ab (500 TEUR minus 100 TEUR), so dass 400.000 Euro steuerfrei zur&uuml;ck flie&szlig;en &ndash; den Mehrbetrag (also 40 TEUR in unserem Beispiel) muss noch versteuert werden. Und dies obgleich der Kunde bereits 60 TEUR weniger zur&uuml;ckbekommt, als er einbezahlt hatte.<\/p>\n<p><strong>Nachteilige steuerliche Sonderbehandlung bei Lebensversicherungen<\/strong><\/p>\n<p>Die bei anderen Einkunftsarten geltende Systematik wird bei Lebensversicherungen durchbrochen. Gewinne aus Lebensversicherungen sind in den oben genannten F&auml;llen regelm&auml;&szlig;ig steuerpflichtig. Entstehende Verluste in F&auml;llen der vorzeitigen Vertragsbeendigung, bei denen der zur&uuml;ckgezahlte Betrag niedriger ist als die eingezahlten Beitr&auml;ge, sollen aber f&uuml;r Vertragsabschl&uuml;sse bis 2004 gar nicht, f&uuml;r sp&auml;tere Vertragsabschl&uuml;sse nur eingeschr&auml;nkt steuerlich anerkannt werden.<\/p>\n<p>Die Nichtber&uuml;cksichtigung von Verlusten kann in diesen F&auml;llen aber allenfalls dann systematisch berechtigt sein, wenn die zuvor geleisteten Versicherungsbeitr&auml;ge als etwa Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden konnten. Dies ist aber regelm&auml;&szlig;ig nicht m&ouml;glich, da gegebene Sonderausgabenh&ouml;chstbetr&auml;ge meist schon anderweitig ausgesch&ouml;pft wurden.<\/p>\n<p><strong>Auszahlung geringer als Einzahlungen: Und dennoch Ertr&auml;ge zu versteuern?<\/strong><\/p>\n<p>Bei Lebensversicherungen kommt als versch&auml;rfende Besonderheit hinzu, dass steuerlich eine Aufteilung der Auszahlung der Lebensversicherung in ausgekehrtes Kapital und einen Zinsanteil vorgenommen wird.<\/p>\n<p>Der steuerpflichtige Zinsanteil wird durch die Versicherung anhand der Ergebnisse ihrer Kapitalanlagen ermittelt. Der sich ergebende Betrag ist damit regelm&auml;&szlig;ig positiv und l&ouml;st Steuerfolgen beim Versicherten aus, der Zinsertr&auml;ge hat.<\/p>\n<p>Unber&uuml;cksichtigt bleiben bei dieser Zinsermittlung die eingezahlten Beitr&auml;ge des Versicherten. Diese werden voll dem zur&uuml;ckgezahlten Kapitalanteil gegen gerechnet, woraus sich bei  vorzeitiger R&uuml;ckzahlung regelm&auml;&szlig;ig der angesprochene steuerlich irrelevante Verlust ergibt.<\/p>\n<p>Das kuriose Ergebnis kann jetzt sein, dass Zinsertr&auml;ge zu versteuern sind, obwohl die Summe aus &bdquo;Zinsen&ldquo; und zur&uuml;ckgezahltem Kapital niedriger ist, als die vom Versicherten insgesamt geleisteten Versicherungsbeitr&auml;ge, damit also in der Gesamtbetrachtung tats&auml;chlich ein wirtschaftlicher Verlust entstanden ist.<\/p>\n<p><strong>Interne Kalkulation intransparent<\/strong><\/p>\n<p>Dies liegt daran, dass der Versicherer von den eingezahlten Beitr&auml;gen erst mal seine Abschluss- und Verwaltungskosten abzieht: Die zumeist aus bereits versteuertem Geld vom Kunden einbezahlten Pr&auml;mien werden also wirtschaftlich um diese Kosten rechnerisch gek&uuml;rzt. Kommt es sp&auml;ter zu einer R&uuml;ckzahlung, ist nur dieser Teilbetrag, also ein Bruchteil der Einzahlungen, steuerfrei. In der Regel erkundigen sich wenige Kunden vor dem Abschluss einer Lebensversicherung nach den Kosten, oder lassen gar einen Versicherungsmathematiker nachrechnen. <\/p>\n<p>Allein die Abschlusskosten k&ouml;nnten im besten Falle bei 1-3 Promille liegen, oder im schlechtesten Falle auch &uuml;ber 17 Prozent &ndash; je nach Anbieter. Eine Preiskontrolle bei den Versicherern findet durch die Aufsichtsbeh&ouml;rden nicht statt &ndash; auch wenn dies immer wieder gerne behauptet wird.<\/p>\n<p>Die Versicherer wiederum d&uuml;rfen bei der Abrechnung nach einer Vertragsk&uuml;ndigung sogar steuerlich zur Sch&auml;tzung greifen. Am Ende gibt es nur einen Bruchteil der Pr&auml;mien steuerfrei zur&uuml;ck &ndash; der Rest ist zu versteuern, selbst wenn die R&uuml;ckzahlung bei weitem nicht die Summe der einbezahlten Beitr&auml;ge erreicht.<\/p>\n<p><strong>Rechtslage seit 2005 klar &ndash; Rechtslage vor 2005 offen<\/strong><\/p>\n<p>F&uuml;r Vertragsabschl&uuml;sse seit 2005 sieht der Gesetzgeber jetzt die grunds&auml;tzliche M&ouml;glichkeit vor auch entstandene Verluste steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen. Die Anerkennung der Verluste wird jedoch an das Vorliegen einer Gewinnerzielungsabsicht gekn&uuml;pft, deren Voraussetzungen methodisch keine Rechtfertigung haben. Bei verfassungskonformer Auslegung der Regelung besteht f&uuml;r diese Vertr&auml;ge aber die M&ouml;glichkeit Verluste steuerlich geltend zu machen.<\/p>\n<p>F&uuml;r Altvertr&auml;ge vor 2005 bleibt nur der Weg einer gerichtlichen Kl&auml;rung mit Vorlage zum Bundesverfassungsgericht. Hierauf m&uuml;ssen steuerliche Berater hinweisen, unter Bezugnahme auf das neue Musterverfahren vor dem Finanzgericht Dessau.<\/p>\n<p>Kommt das Verfassungsgericht zum erwarteten Ergebnis, dass die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der Verluste anzuerkennen ist, haben Versicherte die M&ouml;glichkeit diese Verluste steuerlich anzusetzen und damit gezahlte Steuern zur&uuml;ckzuerhalten. Um dies sicherzustellen sollten einschl&auml;gige Einkommensteuerbescheide in diesem Punkt m&ouml;glichst offen gehalten werden.<\/p>\n<p><strong>*<\/strong> <em>von Dr. Johannes Fiala, Rechtsanwalt (M&uuml;nchen), MBA Finanzdienstleistungen (Univ.), MM (Univ.), Gepr&uuml;fter Finanz- und Anlageberater (A.F.A.), Bankkaufmann (<a href=\"www.fiala.de\">www.fiala.de<\/a>) und Uwe D&ouml;rnbrack, RA (M&uuml;nchen), WP, StB, FAfStR, FB f&uuml;r internationales Steuerrecht (<a href=\"www.%20wirtschaftspruefer-muenchen.com\">www. wirtschaftspruefer-muenchen.com<\/a>)<\/em><\/p>\n<li><strong>Das Letzte:<\/strong>\n<p><strong>R&uuml;ckantwort auf die Campact-Mail-Aktion an Mehdorn<\/strong><\/p>\n<p>Ein Leser hat sich an der Mail-Kampagne von Campact &bdquo;Es reicht. Mehdorn k&uuml;ndigen!&ldquo;<\/p>\n<p>Hier die Antwort von Herrn Mehdorn:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Von:<\/strong> Hartmut___Mehdorn@bahn.de [mailto:Hartmut___Mehdorn@bahn.de]<\/li>\n<li><strong>Gesendet:<\/strong> Freitag, 13. Februar 2009 12:24<\/li>\n<li><strong>An:<\/strong> &hellip;<\/li>\n<li><strong>Betreff:<\/strong> Vielen Dank f&uuml;r Ihre Nachricht an die Deutsche Bahn AG <\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich werde ab&nbsp; dem 13.02.2009 bis zum 30.04.2009 au&szlig;er Haus sein.<\/p>\n<blockquote><p>Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, Vielen Dank f&uuml;r Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Der Winter zeigt sich auf bahn.de dieses Jahr von seiner ganz besonderen Nicht nur mit tollen neuen Angeboten, wie z.B. dem Dauer-Spezial mit BahnCard-Rabatt f&uuml;r alle BahnCard 25-Inhaber oder auch dem London-Spezial ab 49,- Euro f&uuml;r Ihr ganz pers&ouml;nliches Winterwochenende in der quirligen Metropole Gro&szlig;britanniens. Auch einige Tipps f&uuml;r Ihren Ski- und Winterausflug haben wir f&uuml;r Sie parat. Wie w&auml;re es beispielsweise mit einem Wintercanyoning-Wochenende in den Allg&auml;uer Hochalpen?! Die Bahn bringt Sie hin.<br>\nViel Vergn&uuml;gen bei Ihrer n&auml;chsten Bahnreise w&uuml;nscht Ihnen<\/p>\n<p>Die Deutsche Bahn AG.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ignoranter und arroganter geht es wohl nicht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Unter anderem zu folgenden Themen<\/p>\n<ul>\n<li>Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2008<\/li>\n<li>Thomas Fricke: Krise des deutschen Wirtschaftsmodells<\/li>\n<li>F&uuml;hrende &Ouml;konomen verteufeln Schuldenbremse<\/li>\n<li>SWR-Interview mit Harald Schumann zur Finanzkrise<\/li>\n<li>Freier W&auml;hler Olaf Henkel<\/li>\n<li>Erste Schatten &uuml;ber Obama<\/li>\n<li>Nochmals zu SpiegelOnline: Windr&auml;der bringen nichts f&uuml;r CO2-Ziel<\/li>\n<li>FAZ Ausl&auml;nderintegration: Meine Erfolgsgeschichte <\/li>\n<li>Lebensversicherungen mit Verlust gek&uuml;ndigt: Geld vom Finanzamt zur&uuml;ck?<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3770\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3770","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3770"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3770\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}