{"id":37781,"date":"2017-04-11T08:24:12","date_gmt":"2017-04-11T06:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781"},"modified":"2017-04-11T08:24:12","modified_gmt":"2017-04-11T06:24:12","slug":"hinweise-des-tages-2853","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h01\">Syrien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h02\">Neocons Have Trump on His Knees<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h03\">Spanien immer repressiver<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h04\">Neue K&uuml;rzungspolitik wird Griechenland nicht voranbringen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h05\">Der in Vergessenheit geratene B&uuml;rgerkrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h06\">Steuer- und Abgabenreformen seit 1998 haben nur die reichsten 30 % entlastet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h07\">Dreifache Spaltung, einfach vertuscht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h08\">Das Finanzministerium, der &ldquo;Deep State&rdquo; und das Geldsystem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h09\">Bargeldlose Gesellschaft mit Fokus auf die aktuellen Ereignisse in Indien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h10\">Arbeitnehmer sind die Verlierer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h11\">Bayer will 7000 Kilometer laufen, um einen Job zu finden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h12\">W&auml;hler wissen oft nicht, was gut f&uuml;r sie ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h13\">Doch kein Ende der Geschichte<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Syrien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Verwirrender Syrien-Konflikt<\/strong><br>\nDer Verein &bdquo;Freundschaft mit Valjevo&ldquo; hatte den Leiter des Zentrums f&uuml;r Forschung zur arabischen Welt an der Universit&auml;t Mainz zu einem Vortag eingeladen. Professor Dr. G&uuml;nter Meyer ist ein profunder Kenner der arabischen Welt, denn er hat mehr als 40 Jahre umfangreiche Studien in den arabischen L&auml;ndern durchgef&uuml;hrt und dort auch gelebt.<br>\nNach dem Sturz von Saddam Hussein in 2003 gab es ein Machtvakuum; der US-Verwalter Paul Bremer beging den Fehler, alle Sicherheitskr&auml;fte und Beamten des Regimes in die Perspektivlosigkeit zu entlassen, die sich zum gro&szlig;en Teil radikalen Anti-US-Gruppen anschlossen- das war sp&auml;ter ein gro&szlig;es Potential f&uuml;r die Terrorgruppen in Syrien. Durch den &bdquo;arabischen Fr&uuml;hling&ldquo; in 2010, angefangen mit dem Sturz autokratischer Regierungen in Tunesien und &Auml;gypten und den Sturz Gaddafis durch die Nato begannen aufgrund der wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit und der hohen Jugendarbeitslosigkeit auch in Syrien die Proteste. Die Anti-Regierungsgruppen wurden finanziell und mit Waffen vor allem aus den USA und den Golfstaaten unterst&uuml;tzt. Aus diesen Gruppen entwickelte sich durch Ableger der al-Qaida und der Nusra-Front die Gruppe ISIS, die immer mehr Zulauf aus moselmischen Staaten und Europa erhielt. Der dann ausgerufene &bdquo;Islamische Staat&ldquo; war dann die Folge. Der IS und andere Gruppen hatten Interesse daran, Staatschef Assad von der Macht zu vertreiben, was auch im Sinne der USA und verschiedener Golfstaaten lag. Inzwischen haben die USA die Fehlentwicklungen eingestanden und bek&auml;mpfen die Truppen des IS, und Russland unterst&uuml;tzt dabei den Kampf Assads gegen alle Terroristen aus Eigeninteresse. Inzwischen ist die Lage so verfahren, dass es immer komplizierter wird, das Land zu befrieden. Auch die Kurden in Syrien und im Irak hatten Interesse an einem geeinten kurdischen Staat, was wiederum nicht im Interesse der T&uuml;rkei liegt, die deshalb in letzter Zeit in das Gebiet einmarschierte und die kurdischen Rebellen bek&auml;mpft. Andererseits hat die T&uuml;rkei ein Interesse daran Assad von der Macht zu vertreiben, weil sie die ihnen nahe stehende Moslembruderschaft an die Macht bringen will.<br>\nSyrien hatte vor Beginn der Konflikte 22,4 Millionen Einwohner &ndash; inzwischen sind 11 Millionen Menschen geflohen und vertrieben. Die meisten Fl&uuml;chtlinge leben in Lagern in Syrien an der t&uuml;rkischen Grenze, in der T&uuml;rkei, in Jordanien und im Libanon.<br>\nDie Ausf&uuml;hrungen von Professor Meyer waren nat&uuml;rlich viel fakten- und umfangreicher, so dass es unm&ouml;glich w&auml;re, dies alles in einem Bericht zusammenzufassen.<br>\nProfessor Meyer ging auch auf die &bdquo;Wei&szlig;helme&ldquo; ein, die im letzten Jahr den Alternativen Friedenpreis erhalten hatten. Sie sind eigentlich eine Zivilschutzorganisation der Nusra-Front in die mehrere hunderte Millionen Dollar aus dem Ausland investiert wurden. Nusra und IS sind Ableger der al Qaida-Organisation, die sich einige Zeit heftig bek&auml;mpft und sich inzwischen wieder vers&ouml;hnt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hallertau.info\/index.php?StoryID=64&amp;newsid=98537\">Hallertau Info<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ziemlich bemerkenswert, dass in Regionalzeitungen inzwischen kritischere Berichte &uuml;ber den syrischen B&uuml;rgerkrieg zu finden sind als in den gro&szlig;en &bdquo;Qualit&auml;tsbl&auml;ttern&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Luftschl&auml;ge sind &uuml;berf&auml;llig<\/strong><br>\nNach dem Giftgas-Angriff muss US-Pr&auml;sident Donald Trump mit einem milit&auml;rischen Einsatz reagieren, kommentiert Marcus Pindur. Ein Signal an internationale Schurken, dass solche Angriffe nicht geduldet werden, sei l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig. Handele Trump nicht, besch&auml;dige das die Glaubw&uuml;rdigkeit des Westens.<br>\nEs war ein Angriff mit dem Nervengas Sarin, der Barack Obama 2013 dazu bewegte, zuerst einen Milit&auml;rschlag gegen das Assad-Regime zu erw&auml;gen und dann zu verwerfen. Die rote Linie wurde &uuml;berschritten und dieser Tabubruch &ndash; der Einsatz des t&ouml;dlichen Nervengases &ndash; blieb ohne Folgen f&uuml;r den Schl&auml;chter von Damaskus. Dann kam ein Deal unter Vermittlung Russlands zustande, bei dem Syrien seine chemischen Kampfstoffe unter Uno-Aufsicht abgeben sollte. Wie jetzt grausam klar wurde, ist dies nicht komplett geschehen.<br>\nEbenso ist jetzt klar, dass Russland kein Partner in Syrien sein kann &ndash; die angebliche Bek&auml;mpfung des sogenannten Islamischen Staates durch Russland war immer nur ein Vorwand f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung des Assad-Regimes.<br>\nEs ist auch klar, dass Obamas Unt&auml;tigkeit und seine Weigerung, die Freie Syrische Armee wirksam zu unterst&uuml;tzen, erst die T&uuml;r ge&ouml;ffnet hat f&uuml;r das Erstarken der Radikalen und Dschihadisten, und f&uuml;r das unselige Eingreifen Putins. Davor haben kluge K&ouml;pfe wie der amerikanische Senator John McCain schon damals gewarnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/trumps-syrienpolitik-luftschlaege-sind-ueberfaellig.720.de.html?dram:article_id=383277\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein geradezu symptomatisches Beispiel f&uuml;r die Kampagne der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; hinsichtlich des syrischen B&uuml;rgerkrieges. Ebenso symptomatisch die Rolle, die in transatlantischen Einflussorganisationen geschulte Journalisten in dieser Kampagne spielen. Der Autor Marcus Pindur war Stipendiat der Fulbright-Stiftung, sowie des German Marshall Fund und von 1997 bis 1998 Politischer Referent im US-Repr&auml;sentantenhaus. Sowie Korrespondent bei der Nato und der EU in Br&uuml;ssel. Von einer unabh&auml;ngigen Berichterstattung kann hier beim besten Willen nicht mehr die Rede sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kriegspropaganda &ndash; einmal nicht aus Moskau<\/strong><br>\nWie soll sich die Weltpolitik im Syrien-Konflikt verhalten? Dar&uuml;ber kann man sich aus guten Gr&uuml;nden streiten. Oder den Krieg als Plattform nutzen, um das eigene Blatt zu profilieren. [&hellip;]<br>\nSo diskutierte Frank Plasberg einen provokativ gemeinten Titel: &bdquo;Giftgas gegen syrische Kinder &ndash; werden wir schuldig durch Wegschauen?&ldquo;. Nun kann von Wegschauen keine Rede sein. In den vergangenen Tagen war in allen Medien von kaum etwas anderem die Rede. Der neue Amtsinhaber im Wei&szlig;en Haus reagierte entschlossen und ohne langes Zaudern auf den Angriff mit Giftgas in Syrien. Er machte daf&uuml;r das Damaszener Regime verantwortlich. Ob dieser Einsatz international ge&auml;chteter Massenvernichtungswaffen f&uuml;r das Assad-Regime einen strategischen Sinn macht, spielte in den &Uuml;berlegungen von Donald Trump nachvollziehbarerweise keine Rolle. Er brachte die Vereinigten Staaten damit zur&uuml;ck auf das diplomatische Spielfeld, die sich unter seinem Vorg&auml;nger in eine politische Sackgasse man&ouml;vriert hatten.<br>\n&Uuml;ber solche au&szlig;enpolitische Finessen muss sich Julian Reichelt als &bdquo;Chefredakteur aller Bild-Chefredakteure&ldquo; keine Gedanken machen. Gestern Abend erlebten wir daf&uuml;r die Folgen einer solchen Kriegspropaganda. Diese h&auml;lt den leisesten Zweifel an der eigenen Sichtweise schon f&uuml;r Verrat. Nur f&uuml;hrt das leider bisweilen zu logischen Inkongruenzen. Vor allem schwache Regime h&auml;tten am Einsatz solcher Waffen ein Interesse, so Reichelt. Sie k&ouml;nnten damit den Krieg zu ihren Gunsten entscheiden. Tats&auml;chlich w&auml;re das ein &uuml;berzeugendes Argument f&uuml;r eine entsprechende Sanktionierung des Einsatzes solcher Massenvernichtungswaffen.<br>\nNur hat Reichelt eine eigenwillige Interpretation der milit&auml;rischen und politischen Fakten. [&hellip;]<br>\nNat&uuml;rlich muss einen Kriegspropagandisten das strategische Dilemma des Westens nicht interessieren. F&uuml;r ihn reicht die Unterscheidung in &bdquo;gut&ldquo; und &bdquo;b&ouml;se&ldquo;. So ist Reichelts Diktion von der Methode eines Revolver-Journalismus gepr&auml;gt, der Emotionen hochpeitscht, und in erster Linie nach Feinden sucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/tv-kritik\/tv-kritik-hart-aber-fair-kriegspropaganda-einmal-nicht-aus-moskau-14967139.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Rechtsexperte Merkel: US-Bomben v&ouml;lkerrechtswidrig &ndash; &bdquo;T&ouml;dliche Gefahr f&uuml;r die Welt&ldquo;<\/strong><br>\nDie Bundesregierung wei&szlig;: Es gibt keine v&ouml;lkerrechtliche Begr&uuml;ndung f&uuml;r den US-Angriff auf Syrien am 7. April. Das sagt der emeritierte Professor Reinhard Merkel, Strafrechtler und Rechtsphilosoph, im Interview mit Sputnik. Er hat an der Universit&auml;t Hamburg gelehrt. Merkel warnt vor den Folgen des Angriffes, der das V&ouml;lkerrecht weiter zerst&ouml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/politik\/20170410315263359-us-raketenangriffe-professor-kommentar\/\">Sputniknews<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Neocons Have Trump on His Knees<\/strong><br>\nAfter slapping Donald Trump around for several months to make him surrender his hopes for a more cooperative relationship with Russia, the neocons and their liberal-interventionist allies are now telling the battered President what he must do next: escalate war in the Middle East and ratchet up tensions with nuclear-armed Russia.<br>\nStar neocon Robert Kagan spelled out Trump&rsquo;s future assignments in a column on Sunday in The Washington Post, starting out by patting the chastened President on the head for his decision to launch 59 Tomahawk missiles at an airstrip in Syria supposedly in retaliation for a chemical weapons attack blamed on the Syrian government (although no serious investigation was even conducted).<br>\nTrump earned widespread plaudits for his decisive action and his heart-on-the-sleeve humanitarianism as his voice filled with emotion citing the chemical-weapons deaths on April 4 of &ldquo;small children and even beautiful little babies.&rdquo; The U.S. media then helpfully played down reports from Syria that Trump&rsquo;s April 6 retaliatory missile strike had killed about 15 people, including nine civilians, four of whom were children.<br>\nHowever, for Kagan, the missile strike was only a good start. An advocate for &ldquo;regime change&rdquo; in Syria and a co-founder of the Project for the New American Century which pushed for the Iraq War, Kagan praised Trump &ldquo;for doing what the Obama administration refused to do,&rdquo; i.e. involve the U.S. military directly in attacks on the Syrian government.<br>\n&ldquo;But,&rdquo; Kagan added, &ldquo;Thursday&rsquo;s action needs to be just the opening salvo in a broader campaign not only to protect the Syrian people from the brutality of the Bashar al-Assad regime but also to reverse the downward spiral of U.S. power and influence in the Middle East and throughout the world. A single missile strike unfortunately cannot undo the damage done by the Obama administration&rsquo;s policies over the past six years.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2017\/04\/10\/neocons-have-trump-on-his-knees\/\">consortium news<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Spanien immer repressiver<\/strong><br>\nDass die spanischen Konservativen nicht zimperlich mit denen umgehen, die gegen ihre Politik protestieren, ist bekannt. Sogar Puppenspieler wurden schon als angebliche &ldquo;Terroristen&rdquo; in Untersuchungshaft genommen. Doch immer &ouml;fter werden nun Menschen auch real zu Haftstrafen f&uuml;r Kommentare in sozialen Medien verurteilt.<br>\nDas st&ouml;&szlig;t auf immer st&auml;rkere Kritik. &ldquo;Der Fall Cassandra ist der Tropfen, der das Fass zum &Uuml;berlaufen bringt&rdquo;, schreibt zum Beispiel die Professorin f&uuml;r Verfassungsrecht der Universit&auml;t von Kastilien&#8209;La Mancha. Ana Mar&iacute;a Valero Heredia steht in ihrer Beurteilung einer einj&auml;hrigen Haftstrafe nicht alleine, zu der die 21-j&auml;hrige Studentin Cassandra Vera vom Nationalen Gerichtshof in Madrid f&uuml;r bissige Beitr&auml;ge im Kurznachrichtendienst &ldquo;Twitter&rdquo; verurteilt wurde. Ein junger Mann, der seine Freundin brutal zusammengeschlagen hatte, bekam dagegen kurz zuvor nur neun Monate.<br>\nDie h&auml;rtere Strafe f&uuml;r die junge Frau aus der s&uuml;dostspanischen Region Murcia ist aber, da bei einer Strafe unter zwei Jahren ein Haftantritt normalerweise ausbleibt, dass sie sieben Jahre kein &ouml;ffentliches Amt bekleiden darf. &ldquo;Man hat mir mein Leben ruiniert&rdquo;, erkl&auml;rte sie im Interview. Denn sie wollte Geschichtsdozentin an der Universit&auml;t werden. Das sei nun praktisch unm&ouml;glich, auch weil ihr nun der Zugang zu Stipendien versperrt sei, ohne die sie die Kosten f&uuml;r Studium und Studiengeb&uuml;hren kaum aufbringen k&ouml;nne. Sie soll sich der &ldquo;Verherrlichung des Terrorismus&rdquo; und der &ldquo;Verh&ouml;hnung&rdquo; der Opfer schuldig gemacht haben, urteilte der f&uuml;r schwerste Kriminalit&auml;t zust&auml;ndige Nationale Gerichtshof in Madrid, wegen 13 satirischen Twitter-Ver&ouml;ffentlichungen. Und das ist kein Einzelfall an dem Sondergerichtshof.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Spanien-immer-repressiver-3677292.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang mit der immer noch g&uuml;ltigen neoliberalen Austerit&auml;tspolitik sieht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Neue K&uuml;rzungspolitik wird Griechenland nicht voranbringen<\/strong><br>\nDer Gr&uuml;nen-Europaabgeordnete Giegold hat die vereinbarten neuen Reformschritte f&uuml;r das hoch verschuldete Griechenland kritisiert. Statt Klientelismus und die Steuerflucht der Reichen zu bek&auml;mpfen, k&auml;men nun neue K&uuml;rzungen f&uuml;r die Armen und Alten, sagte Giegold im DLF.<br>\nB&uuml;&uuml;sker: Herr Giegold, wie wichtig ist es f&uuml;r Griechenland, dass diese Einigung nun gefunden wurde?<br>\nGiegold: Es ist nat&uuml;rlich gut und wichtig, dass es jetzt eine Vereinbarung gibt, denn das Damokles-Schwert eines Euroaustritts w&auml;re f&uuml;r Griechenland und f&uuml;r die anderen Eurol&auml;nder eine &ouml;konomische und soziale Trag&ouml;die. Allerdings dieses monatelange Geschacher war w&uuml;rdelos und auf Kosten der griechischen Bev&ouml;lkerung.<br>\nB&uuml;&uuml;sker: Aber wieso sprechen Sie von Geschacher? Es ist doch ganz normal, dass &uuml;ber Dinge verhandelt werden muss.<br>\nGiegold: Ich rede von Geschacher, weil es die ganze Zeit um eine v&ouml;llig absurde Verhandlungsposition ging. Der IWF wollte neue Austerit&auml;tspolitik, aber verbunden mit Schuldenerleichterungen, und Sch&auml;uble hat nun Austerit&auml;tspolitik ohne Schuldenerleichterungen durchgesetzt, mit neuen K&uuml;rzungen f&uuml;r die Armen und Alten, und das n&uuml;tzt weder der wirtschaftlichen Erholung Griechenlands, noch ist es sozial gerecht, sondern es bringt die Leute gegen Europa auf, und das ist wirklich bitter, gerade nach den Demonstrationen f&uuml;r den &ldquo;Pulse of Europe&rdquo; gestern.<br>\nB&uuml;&uuml;sker: Das ist Ihre Position. Alexis Tsipras seinerseits spricht von einem guten Kompromiss. Der erlaube es der Regierung, Ma&szlig;nahmen zu erlassen, um Armut und Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen und einen neuen Sozialstaat zu bauen. Eigentlich klingt das doch ziemlich optimistisch?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sven-giegold-neue-kuerzungspolitik-wird-griechenland-nicht.694.de.html?dram:article_id=383481\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier w&auml;re es wirklich spannend einmal zu erfahren, welche Position die Menschen, die sich bei Pulse of Europe engagieren, bez&uuml;glich des fortgesetzten Austerit&auml;tsdiktates gegen Griechenland einnehmen. Ist die Verelendung eines ganzes Landes und seiner B&uuml;rger ein europ&auml;ischer Wert, den es hochzuhalten gilt?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der in Vergessenheit geratene B&uuml;rgerkrieg<\/strong><br>\nIm Jemen herrscht nach wie vor B&uuml;rgerkrieg. Das Land muss mittlerweile als gescheiterter Staat angesehen werden, staatliche Strukturen sind kaum mehr existent, die Bev&ouml;lkerung hungert. Doch von der internationalen &Ouml;ffentlichkeit wird das Leid der Menschen kaum beachtet &ndash; der Konflikt in Syrien dominiert das Weltinteresse.<br>\nImmer wieder muss die Hilfsorganisation Care ihre Lebensmitteltransporte bei den jemenitischen Konfliktparteien spontan anmelden, um nicht selber zwischen die Fronten zu geraten. Der Konflikt zwischen der sunnitischen Regierung und den schiitischen Rebellen ist inzwischen so weit au&szlig;er Kontrolle geraten, dass der Jemen als sogenannter &ldquo;failed State&rdquo; gelten muss, die staatliche Strukturen sind quasi nicht mehr existent. Doch die internationale &Ouml;ffentlichkeit nimmt davon kaum Notiz. Marten Mylius ist der f&uuml;r den Jemen zust&auml;ndige Koordinator von Care: &ldquo;Und man muss nat&uuml;rlich auch sehen, dass die Bev&ouml;lkerung von Tais, das war nat&uuml;rlich eine Stadt, die fast zwei Jahre einen Belagerungsring ausgehalten hat. Und da haben wir hunderttausende Menschen da drin gehabt und das sind nat&uuml;rlich fatale milit&auml;rische Ziele, die da verfolgt werden und die sich auch sehr &auml;hneln mit Situationen in Madeia, in Syrien, das ist nicht sehr viel anders.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/jemen-der-in-vergessenheit-geratene-buergerkrieg.1766.de.html?dram:article_id=383543\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nun, warum sollte man &uuml;ber den Jemen auch gro&szlig;artig berichten, dort Bombardieren ja schlie&szlig;lich die &bdquo;Guten&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Steuer- und Abgabenreformen seit 1998 haben nur die reichsten 30 % entlastet<\/strong><br>\nWie hoch die Steuern sein sollen, h&auml;ngt vom gew&uuml;nschten Niveau der staatlichen Leistungen ab. Hier gibt es keine objektiv richtige Antwort, weil dies eine politische Entscheidung ist. Insofern ist auch die zuletzt gestiegene Steuerquote nicht per se ein Problem. Im europ&auml;ischen Vergleich sind die Steuern hierzulande nicht hoch. In Deutschland zahlt eine vierk&ouml;pfige Familie mit Durchschnittseinkommen so wenig Steuern wie in kaum einem anderen europ&auml;ischen Land. Alleinstehende Durchschnittsverdiener werden hierzulande steuerlich hingegen st&auml;rker belastet als in vielen anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern. Ber&uuml;cksichtigt man zus&auml;tzlich noch die Sozialabgaben, so r&uuml;ckt Deutschland bei der Steuerbelastung einer vierk&ouml;pfigen Familie mit Durchschnittseinkommen ins Mittelfeld, w&auml;hrend die Belastung eines durchschnittlich verdienenden Alleinstehenden mit Steuern und Sozialabgaben hierzulande im internationalen Vergleich hoch ist. (&hellip;)<br>\nW&auml;hrend in Deutschland das reichste Prozent der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber mehr als sechsmal so viel Verm&ouml;gen verf&uuml;gt wie die &auml;rmere H&auml;lfte, tragen Steuern auf Verm&ouml;gen nur wenig zum Aufkommen bei. Die Verm&ouml;gensteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben. Bei der Erbschaftsteuer gibt es auch nach der j&uuml;ngsten Reform eine sehr weitgehende Verschonung des Betriebsverm&ouml;gens. Das f&uuml;hrt dazu, dass milliardenschwere Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen nach wie vor steuerfrei &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen. Eine Steuerreform, die f&uuml;r mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgt und gleichzeitig ein zus&auml;tzliches Aufkommen f&uuml;r wichtige Zukunftsinvestitionen generiert, sollte daher bei der Besteuerung von Verm&ouml;gen ansetzen. Die weitgehende Verschonung von Betriebsverm&ouml;gen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer sollte abgeschafft werden. Zus&auml;tzlich kann eine Verm&ouml;gensteuer auf sehr hohe Verm&ouml;gen erhoben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/63667_108162.htm\">IMK<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Dreifache Spaltung, einfach vertuscht<\/strong><br>\nDer neue Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung besch&ouml;nigt die Lage. Wahrer Reichtum wird darin verschleiert.<br>\nWer als Leser erfahren m&ouml;chte, ob sich die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland w&auml;hrend des Berichtszeitraums vertieft hat, wo die Gr&uuml;nde hierf&uuml;r liegen und was dagegen zu tun ist, wird entt&auml;uscht. Nach den gesellschaftlichen, sozio&ouml;konomischen und politischen Ursachen der Einkommens- und Verm&ouml;gensspreizung im Land wird in dem Bericht n&auml;mlich gar nicht gefragt, genauso fehlen auch Empfehlungen zu deren Beseitigung.<br>\nGegenstand der Betrachtung sind allein die individuellen Ausl&ouml;ser pers&ouml;nlicher Notlagen wie zum Beispiel Erwerbslosigkeit, Trennung oder Scheidung vom (Ehe-)Partner oder (Fr&uuml;h-)Invalidit&auml;t, wohingegen die strukturellen Ursachen f&uuml;r soziale Auf- und Abstiege weitgehend im Dunkeln &shy;bleiben.<br>\nWahrer Reichtum wird verschleiert<br>\nEntgegen fr&uuml;heren Absichtsbekundungen von Andrea Nahles ist der Reichtum ein Stiefkind der statistischen Datenerfassung und -analyse geblieben. Die Ministerin hat zwar ein Forschungsprojekt zu Reichtum in Auftrag gegeben, diesen aber so diffus definieren lassen, dass die soziale Ungleichheit w&auml;hrend des Berichtszeitraums kaum zugenommen hat.<br>\n&bdquo;Einkommensreich&ldquo; ist demnach, wer &uuml;ber mehr als das Doppelte beziehungsweise das Dreifache des mittleren Netto&auml;quivalenzeinkommens der Gesamtbev&ouml;lkerung verf&uuml;gt &ndash; das sind 3.452 beziehungsweise 5.178 Euro pro Monat.<br>\nSolche aussagekr&auml;ftigen Zahlen&shy;angaben kommen im Regierungsbericht hingegen nicht vor: Die reichsten Geschwister unseres Landes, Susanne Klatten und Stefan Quandt, haben im Mai 2016 f&uuml;r das Vorjahr allein 994,7 Millionen Euro an Dividenden aus ihren BMW-Aktien bezogen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Debatte-Armuts--und-Reichtumsbericht\/!5393972\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das Finanzministerium, der &ldquo;Deep State&rdquo; und das Geldsystem<\/strong><br>\nWelche Rolle spielt das Finanzministerium im Machtpoker der Banken? Ist es Gegenspieler oder eher Teil eines &ldquo;Deep State&rdquo;? Und wer verdient eigentlich an den Staatsschulden?<br>\nWelche Rolle spielt das Finanzministerium im Machtpoker der Banken? Ist es Gegenspieler oder eher Teil eines &ldquo;Deep State&rdquo;? Und wer verdient eigentlich an den Staatsschulden? Telepolis fragte nach und erhielt l&uuml;ckenhafte Antworten.<br>\nBundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble geh&ouml;rt in Umfragen regelm&auml;&szlig;ig zu den beliebtesten Politikern des Landes. Im M&auml;rz f&uuml;hrte er die Riege der popul&auml;rsten K&ouml;pfe sogar an: 65 Prozent der Befragten waren mit seiner Arbeit zufrieden, so meldete ARD Deutschlandtrend. Sch&auml;uble erscheint vielen offenbar als beruhigender, vertrauensw&uuml;rdiger Pol im allgemeinen Chaos.<br>\nAktuell verwaltet er Haushalts&uuml;bersch&uuml;sse, Deutschland kann sich zugleich problemlos neu verschulden, dank niedriger Zinsen und angesichts von Gro&szlig;investoren, die auf Sicherheit bedacht sind und dem Staat gerne Geld leihen, selbst wenn sie dabei draufzahlen m&uuml;ssen. Alles bestens also?<br>\nIn einem ihrer Monatsberichte warnte die Bundesbank j&uuml;ngst: &ldquo;Das derzeit sehr niedrige Zinsniveau t&auml;uscht &uuml;ber die dauerhaften Lasten aus hohen Staatsschulden hinweg und l&auml;sst die Lage der Staatsfinanzen zu g&uuml;nstig erscheinen.&rdquo;<br>\nWas damit gemeint ist, d&uuml;rfte klar sein: Deutschland hat derzeit Schulden von etwa 1.100 Mrd. Euro angeh&auml;uft (nur der Bund, ohne die L&auml;nder und Kommunen). Selbst beim aktuell niedrigen Zinsniveau kostet das den Staat und damit die Steuerzahler 2017 gut 20 Milliarden Euro f&uuml;r Zinsen &ndash; viertgr&ouml;&szlig;ter Posten im Haushalt, noch vor den Ausgaben f&uuml;r Bildung oder f&uuml;r Gesundheit. Dieses Geld fehlt selbstverst&auml;ndlich anderswo. Zum Vergleich: F&uuml;r Hartz IV werden in diesem Jahr ca. 21 Milliarden Euro ausgegeben, also fast genau die gleiche Summe, die parallel an reiche Gl&auml;ubiger flie&szlig;t. Von 2012 bis 2016 summierten sich die Zinszahlungen Deutschlands auf mehr als 130 Mrd. Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-Finanzministerium-der-Deep-State-und-das-Geldsystem-3678541.html\">Paul Schreyer auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bargeldlose Gesellschaft mit Fokus auf die aktuellen Ereignisse in Indien<\/strong><br>\nUnsere Zivilbev&ouml;lkerung ist gut damit beraten, f&uuml;r die letzten Strohhalme ihrer Freiheit zu k&auml;mpfen. Die nahezu vollst&auml;ndige Abh&ouml;rung ist bereits vollzogen. De Maizi&egrave;re und Teile der CDU gehen bereits einen Schritt weiter, indem sie laut &uuml;ber eine Zensurbeh&ouml;rde unter dem Vorwand &ldquo;FakeNews&rdquo; nachdenken, wie unmittelbar vor Weihnachten 2016 verlautbart wurde &ndash; genannt &ldquo;Abwehrzentrum&rdquo;. Noch dazu droht die konkrete Abschaffung des Bargeldes. Mit allen drei gemeinsam bedeutet es eine nahezu vollst&auml;ndige &Uuml;berwachung und Kontrolle der B&uuml;rger.<br>\nDie Angebote des Online-Bankings erleben einen wahrhaftigen Boom, Slogans wie &ldquo;bequem zahlen&rdquo; sind allgegenw&auml;rtig und wir sehen uns vermehrt mit den &ldquo;Gefahren des Bargeldes&rdquo; konfrontiert. Dies f&ouml;rdere Korruption, Schwarzarbeit und Kriminalit&auml;t. Au&szlig;erdem sei die Bereitstellung des Bargeld-Verkehrs ungemein teuer, und die Abschaffung des Bargeldes sei ein wesentlicher Bestandteil der Terrorismusbek&auml;mpfung. All dies ist alleine deshalb falsch und irref&uuml;hrend, da dabei Bargeld lediglich als Medium fungiert. Der Wille, das Potenzial sind immer noch vorhanden, es w&uuml;rden andere Wege gefunden, um dies zu erm&ouml;glichen.<br>\nDie Fadenscheinigkeit dieser Argumentation entlarvte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig von Thiele:<br>\n&bdquo;Ob nun Scheine und M&uuml;nzen oder bargeldlose Zahlungsinstrumente aus gesamtwirtschaftlicher Sicht g&uuml;nstiger sind, l&auml;sst sich nur &auml;u&szlig;erst schwer quantifizieren. [&hellip;] Aus Sicht des Handels geh&ouml;rt im &Uuml;brigen gerade das oft als teuer beschriebene Bargeld zu den preiswerteren Zahlungsinstrumenten.&ldquo;<br>\nEine Abschaffung des Bargeldes ist demnach nicht nur unwirtschaftlich, sondern ist sogar gegen den Einzelhandel gerichtet. An anderer Stelle wird genauer ausgef&uuml;hrt, die bargeldlose Infrastruktur kostete nahezu zweieinhalb-mal soviel wie die Bargeld-Infrastruktur. Die Korruption w&uuml;rde damit nur und einzig von unten bek&auml;mpft, denn der gr&ouml;&szlig;te Anteil an Steuerflucht und Korruption geschieht bargeldlos. Sei es durch Steueroasen, schwarzen Banken und Briefkastenfirmen, der Einverleibung von Steuergeldern durch Regierungsvertretern. Die gr&ouml;&szlig;te Steuerflucht &uuml;berhaupt wird damit in keinster Weise einged&auml;mmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/theorieblog.attac.de\/2017\/04\/bargeldlose-gesellschaft-mit-fokus-auf-die-aktuellen-ereignisse-in-indien\/\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Arbeitnehmer sind die Verlierer<\/strong><br>\nDer Internationale W&auml;hrungsfonds f&uuml;hrt sinkende Lohnquoten auf den technischen Fortschritt zur&uuml;ck. Gewinner sind die Kapitalbesitzer.<br>\nWeltweit verlieren Arbeitnehmer seit Jahrzehnten im Verteilungskampf mit Verm&ouml;genden und Unternehmen. Vor allem in den reichen Nationen wie Deutschland und den USA, aber auch in den Schwellen-und Entwicklungsl&auml;ndern sank seit den 1980er Jahren die Lohnquote und damit der Anteil der Besch&auml;ftigten am Volkseinkommen deutlich. &Uuml;berall zeigte sich mit wenigen Ausnahmen das gleiche Ph&auml;nomen: Von den Produktivit&auml;tsgewinnen durch neue Techniken strichen die Kapitalbesitzer und die Firmeninhaber mehr ein als diejenigen, die mit ihrer Arbeit den zunehmenden Wohlstand erwirtschaften.<br>\nAuf diesen globalen Trend weist der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) in seinem Ausblick auf die Weltwirtschaft hin, mit dem er traditionell seine Fr&uuml;hjahrstagung und das G 20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs aus den f&uuml;hrenden Industrie- und Schwellenl&auml;ndern vorbereitet. Dort wird es Ende n&auml;chster Woche um die wachsende Unzufriedenheit vieler Menschen gehen, die sich ausgeschlossen f&uuml;hlen von den Vorteilen der Globalisierung.<br>\nLaut dem IWF-Bericht fiel die Lohnquote in den Industriestaaten von knapp 55 Prozent Ende der 1970er Jahre auf etwas mehr als 50 Prozent kurz vor der globalen Finanzkrise 2008\/2009, womit sie den tiefsten Stand in einem halben Jahrhundert erreicht. Seitdem erholte sie sich etwas, ohne aber wirklich die Verluste der Vergangenheit wettzumachen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/arbeit-soziales\/verteilungskampf-arbeitnehmer-sind-die-verlierer-a-1258136\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bayer will 7000 Kilometer laufen, um einen Job zu finden<\/strong><br>\nMehr als hundert Bewerbungen hat er erfolglos verschickt, jetzt will er Arbeitgeber von sich &uuml;berzeugen, indem er vom Nordkap bis nach Sizilien wandert: Thomas Rohrmann &uuml;ber die schwierige Jobsuche mit &uuml;ber 50. [&hellip;]<br>\nRohrmann, der zuletzt im Au&szlig;endienst in der Lebensmittelbranche gearbeitet hatte, dachte sich schon, dass es schwer werden w&uuml;rde mit der Jobsuche. Aber so schwer? Damit hatte er dann doch nicht gerechnet. Denn neun Monate und mehr als hundert Bewerbungen sp&auml;ter hat er noch immer keinen neuen Job. [&hellip;]<br>\nAls Verzweiflungstat will Rohrmann sie aber nicht verstanden wissen. &ldquo;Mich treibt eher die Wut als die Verzweiflung&rdquo;, sagt er. &ldquo;Ich bin 57, ich kann doch noch zehn Jahre arbeiten!&rdquo; [&hellip;]<br>\n&ldquo;Es kann doch nicht sein, dass man schon ab 40 zum alten Eisen geh&ouml;rt.&rdquo;<br>\nAuf 60 Prozent seiner Anschreiben habe er noch nicht mal eine Absage bekommen, erz&auml;hlt er. Nur ein einziges Mal sei er zum Vorstellungsgespr&auml;ch eingeladen worden. Und was aus der Stelle wurde, wei&szlig; er nicht. Auf Nachfragen reagierte niemand. &ldquo;So kann man nicht mit Leuten umgehen&rdquo;, sagt er.<br>\nWas er sich w&uuml;nsche, sei doch nur &ldquo;ein anst&auml;ndiger Job&rdquo;, die Stelle m&uuml;sse weder in der Lebensmittelbranche sein, noch im Vertrieb, noch nicht mal in Deutschland. Mit seiner Frau habe er das schon besprochen; er k&ouml;nne &uuml;berall in Europa arbeiten. Zur Not h&auml;tten sie dann eben eine Fernbeziehung. Nur eines, das k&ouml;nne er sich gar nicht vorstellen: Hartz IV zu beantragen. &ldquo;Das mach ich nicht. Da hab&rsquo; ich eine Schranke&rdquo;, sagt Rohrmann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/arbeitslos-mit-57-bayer-will-7000-kilometer-laufen-um-job-zu-finden-a-1142698.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &Uuml;ber 100 Bewerbungen, neun Monate arbeitslos? Kann ja alles gar nicht sein: Fachkr&auml;ftemangel, Rente mit 67&hellip; erstaunlich, da&szlig; das f&uuml;hrende neoliberale Magazin von dem Mann berichtet. Wahrscheinlich nur ein Einzelfall. Und nat&uuml;rlich wird die GroKo und werden die Parteien, die alles das zu verantworten haben &ndash; die Massenarbeitslosigkeit gerade bei &Auml;lteren, Hartz IV, die radikalen Rentenk&uuml;rzungen &ndash; bei der Bundestagswahl mit &uuml;bergro&szlig;er Mehrheit wiedergew&auml;hlt werden. Alternativlos.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist genau die gesellschaftliche Realit&auml;t hinter einem angeblich boomenden Arbeitsmarkt, ab 50 ist man f&uuml;r diesen tot. Und die Politik schaut einfach weg.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>W&auml;hler wissen oft nicht, was gut f&uuml;r sie ist<\/strong><br>\n&ldquo;Gegen Demokratie&rdquo; hei&szlig;t das neue Buch des US-Philosophen und Politikwissenschaftlers Jason Brennan. Darin fordert er nicht weniger, als die Demokratie abzuschaffen und ein volles Wahlrecht nur noch den Gebildeten, Wissenden und Informierten zuzugestehen.<br>\n&ldquo;W&auml;hler wissen einfach oft nicht, was wirklich gut f&uuml;r sie ist und ob ihre W&auml;hlerstimme wirklich ihren eigenen Interessen dient&rdquo;, sagte Brennan im Deutschlandradio Kultur. Zum Beispiel die Trump-W&auml;hler: &ldquo;Denen ist wahrscheinlich noch &uuml;berhaupt nicht bewusst, dass sie sich letztlich in die eigenen F&uuml;&szlig;e geschossen haben.&rdquo;<br>\nBei den Durchschnittsw&auml;hlern konstatiert Brennan au&szlig;erdem einen eklatanten Mangel an Wissen: &ldquo;Ihnen fehlen oft einfach die Fakten, sie haben auch keine Ahnung, was Sozialwissenschaften angeht.&rdquo; Das sei etwa bei den Brexit-Bef&uuml;rwortern deutlich geworden. Diese h&auml;tten sich bei ihrer Einsch&auml;tzung der Zahl der Einwanderer um den Faktor sechs geirrt, bei den Kosten f&uuml;r Wohlfahrtsprogramme gar um den Faktor 400. &ldquo;Die Remain-W&auml;hler, also die, die in der EU bleiben wollten, haben sich zwar auch geirrt bei gewissen Fakten, aber da war diese Fehlerdiagnose einfach nicht so hoch. Das hei&szlig;t, sie waren einfach besser informiert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/us-politologe-jason-brennan-waehler-wissen-oft-nicht-was.1008.de.html?dram:article_id=383291\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Doch kein Ende der Geschichte<\/strong><br>\nWoran liegt es, dass &uuml;berwunden geglaubte Ph&auml;nomene wie Nationalismus und Autoritarismus pl&ouml;tzlich wieder aufkommen? Zum Beispiel, dass viele sich von einer nur marktkonformen Demokratie im Stich gelassen f&uuml;hlten, meint der Soziologe Oliver Nachtwey.<br>\nNach dem Zerfall des Sowjetimperiums sprachen manche bereits vom &ldquo;Ende der Geschichte&rdquo;: Fortan seien der liberale Kapitalismus und die liberale Demokratie auf einem weltweiten Siegeszug. Heute m&uuml;sse man erkennen, dass man damals zu optimistisch gewesen sei und warnende Stimmen nicht h&ouml;ren wollte, meint der Soziologe Oliver Nachtwey:<br>\n&ldquo;Zum Beispiel Ralf Dahrendorf, der gro&szlig;e deutsche Soziologe, der schon in den 1990er-Jahren von einem m&ouml;glicherweise autorit&auml;ren 21. Jahrhundert gesprochen hat&rdquo;, sagte er im Deutschlandradio Kultur.<br>\nWissenschaftler wie Nachtwey beobachten &uuml;berall Tendenzen einer gesellschaftlichen Regression, eine R&uuml;ckwendung zu nationalischen, protektionistischen, autorit&auml;ren Einstellungen. In ihrem Buch &ldquo;Die gro&szlig;e Regression&rdquo; untersuchen sie die Gr&uuml;nde und Dynamiken, die dazu gef&uuml;hrt haben.<br>\nF&uuml;r Nachtwey spielt dabei die Ambivalenz von Individualisierungsprozessen eine gro&szlig;e Rolle: Einerseits habe sie sie die Menschen aus alten, starren Klassen- und Lebensverh&auml;ltnissen befreit. Heute k&ouml;nne jeder sein Leben so f&uuml;hren, wie er wolle. Gleichzeitig seien die Menschen durch die Individualisierung dem Markt sehr unmittelbar ausgesetzt: &ldquo;Wenn man nicht genug Gl&uuml;ck hat, nicht genug leistet, dann kann man sehr schnell absteigen, f&uuml;hlt sich sehr schnell abgewertet. Und dann ist der Markt pl&ouml;tzlich kein Freiheitsmedium mehr, sondern etwas im Grunde Autorit&auml;res, was die Leute bestraft, die nicht marktgerecht genug sind.&rdquo;<br>\nInwiefern durch diese Prozesse die Demokratie bedroht wird, ist Nachtwey zufolge derzeit offen. &ldquo;Es besteht schon eine gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r die Demokratie, dass die Menschen sich von der Demokratie abwenden, weil sie sich von ihr im Grunde im Stich gelassen f&uuml;hlen durch die Globalisierung, der die Demokratie nichts entgegensetzt, sondern wie die Kanzlerin Frau Merkel gesagt hat: man muss im Grunde marktkonform nur noch regieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/demokratie-in-gefahr-doch-kein-ende-der-geschichte.1008.de.html?dram:article_id=383480\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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