{"id":37845,"date":"2017-04-15T20:12:14","date_gmt":"2017-04-15T18:12:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845"},"modified":"2026-01-27T11:03:18","modified_gmt":"2026-01-27T10:03:18","slug":"anne-will-arbeitet-mit-einer-boesartigen-unterstellung-so-michael-lueders-im-nds-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845","title":{"rendered":"Anne Will arbeitet mit einer b\u00f6sartigen Unterstellung, so Michael L\u00fcders im NDS-Interview"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Eine differenzierende Haltung einzunehmen, gilt offenbar als nicht opportun.&ldquo; Das sagt der Nahost-Experte <strong>Michael L&uuml;ders<\/strong> im Interview mit den NachDenkSeiten zur Sendung Anne Will vom 9. April.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170415_lueders_duendar_nds.JPG\" alt=\"D&uuml;ndar, L&uuml;ders\" title=\"D&uuml;ndar, L&uuml;ders\"><br>\n<em>Ein aktuelles! Foto vom 13.4.2017 &ndash; Can D&uuml;ndar und Michael L&uuml;ders sch&auml;tzen und respektieren einander.<\/em><\/p><p>Im Gespr&auml;ch mit <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> findet der Bestseller-Autor, der gerade mit seinem Buch <em>&bdquo;Die den Sturm ernten: Wie der Westen Syrien ins Chaos st&uuml;rzte&ldquo;<\/em> f&uuml;r erhebliche &bdquo;Irritationen&ldquo; im Syrien-Diskurs der gro&szlig;en Medien sorgt, deutliche Worte zu einer problematischen Sendung in der ARD. Albrecht M&uuml;ller<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4153\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-37845-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170418_Anne_Will_mit_einer_boesartigen_Unterstellung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170418_Anne_Will_mit_einer_boesartigen_Unterstellung_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170418_Anne_Will_mit_einer_boesartigen_Unterstellung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170418_Anne_Will_mit_einer_boesartigen_Unterstellung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=37845-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170418_Anne_Will_mit_einer_boesartigen_Unterstellung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170418_Anne_Will_mit_einer_boesartigen_Unterstellung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Unter dem Titel &bdquo;Trump bek&auml;mpft Assad &ndash; Droht jetzt ein globaler Konflikt?&ldquo; diskutierte unter anderem bei Anne Will die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit L&uuml;ders &uuml;ber seine Einsch&auml;tzung der Situation in Syrien. <\/p><p>Das Problem: L&uuml;ders hat in der letzten Zeit immer wieder auch kritisch die Politik der westlichen Staaten in Sachen Syrien betrachtet. Auch verweist er darauf, dass die Hintergr&uuml;nde des Giftgaseinsatzes im August 2013 in der N&auml;he von Damaskus bislang nicht eindeutig gekl&auml;rt sind.  <\/p><p>Im Polit-Talk vom Sonntagabend betonte die Moderatorin gleich zu Beginn des Gespr&auml;chs mit L&uuml;ders, dass der ehemalige Nahost-Redakteur der ZEIT nicht als neutraler Beobachter in die Sendung eingeladen wurde, da er auch als Wirtschaftsberater t&auml;tig sei. <\/p><p>Die Implikationen waren offensichtlich: L&uuml;ders vertritt m&ouml;glicherweise deshalb eine von der Mehrheitsmeinung in Politik und Medien abweichende Ansicht, weil er wirtschaftliche Interessen verfolgt. <\/p><p>Im Interview sagt er nun, dass die Frage wohl darauf abzielte, &bdquo;mich pers&ouml;nlich zu diskreditieren und nicht darauf, eine sachliche Diskussion einzuleiten&ldquo;.<\/p><p>Stellung bezieht L&uuml;ders auch zu einem Artikel auf der ARD-Plattform &bdquo;Faktenfinder&ldquo;, die ihm vorwirft, unzureichend recherchiert zu haben sowie zu einer Kritik an ihm von Can D&uuml;ndar, dem ehemaligen Chefredakteur der t&uuml;rkischen Zeitung Cumhuriyet, der heute im deutschen Exil lebt.<br>\nF&uuml;hrende Medien hatten D&uuml;ndar im Hinblick auf eine &Auml;u&szlig;erung von L&uuml;ders bei Markus Lanz mit den Worten zitiert, diese sei &bdquo;totaler Unsinn&ldquo;. <\/p><p>Im Interview berichtet L&uuml;ders von einem Treffen zwischen ihm und D&uuml;ndar vor einigen Tagen und stellt fest: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Als &lsquo;Kronzeuge der Anklage&rsquo; gegen mich taugt er [Can D&uuml;ndar] jedenfalls nicht, denn wir sch&auml;tzen und respektieren einander.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Q: Sie waren schon oft Gast in Talkshows. K&uuml;rzlich waren Sie auch bei &bdquo;Anne Will&ldquo;. Haben Sie einen Unterschied zu Ihrer Teilnahme an anderen Talkshows bemerkt?&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nA: Mich hat sehr &uuml;berrascht, dass Frau Will das Gespr&auml;ch mit einer Frage zu meiner Person er&ouml;ffnet hat &ndash; einer Frage, die meines Erachtens darauf abzielte, mich pers&ouml;nlich zu diskreditieren und nicht darauf, eine sachliche Diskussion einzuleiten.<br>\n&nbsp;<br>\nQ: Frau Will <a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/annewill\/Trump-bekaempft-Assad-Droht-jetzt-ein-globaler-Konflikt,annewill5178.html\">sagte<\/a>: &bdquo;Wir haben Sie heute bewusst nicht als einen neutralen Nahost-Experten vorgestellt, sondern als Autor und als Politik- und Wirtschaftsberater. Sie sind, muss man sagen&hellip; ein Gesch&auml;ftsmann, der sein Wissen an Firmen verkauft, die im Nahen und Mittleren Osten ihre Gesch&auml;fte machen wollen. Spielen Ihre wirtschaftlichen Interessen da eine Rolle, wenn Sie sagen oder behaupten, dass es der Westen sei, der Syrien ins Chaos gest&uuml;rzt hat?&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nA: Die Art der Formulierung legt den Eindruck nahe: Der L&uuml;ders ist nicht seri&ouml;s, im Zweifel stellt er seine wirtschaftlichen Interessen &uuml;ber seine inhaltliche Arbeit. Das ist eine b&ouml;sartige Unterstellung.<br>\n&nbsp;<br>\nQ: Aber ist es nicht legitim, eine solche Frage zu stellen?&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nA: Grunds&auml;tzlich ja, aber der Ton macht die Musik. W&auml;re es Frau Will um die Sache gegangen, nicht lediglich um Diffamierung, so h&auml;tte sie sicher auch erw&auml;hnen k&ouml;nnen, dass der Mitdiskutant John Kornblum, vorgestellt lediglich als ehemaliger US-Botschafter in Berlin, als Deutschland-Chef der amerikanischen Investmentbank Lazard gewirkt hat.  Heute sitzt er, unter anderem, im Aufsichtsrat von Thyssen Krupp, von Motorola Europa und der Bayer AG, laut Wikipedia. Mitdiskutant Michael Wolffsohn ist Mitglied im Beirat Ost der Deutschen Bank. Das aber wurde mit keinem Wort erw&auml;hnt.<br>\nGemessen an diesen Schwergewichten muten meine eigenen &bdquo;wirtschaftlichen Interessen&ldquo; doch eher bescheiden an: Ich halte im Jahr f&uuml;nf, sechs &ouml;ffentliche Vortr&auml;ge vor Unternehmen oder Fachverb&auml;nden, die sich vor allem f&uuml;r meine politische Einordnung der Verh&auml;ltnisse in der arabisch-islamischen Welt interessieren. <\/p><p>Q: Welchen Grund sollte die Moderatorin gehabt haben, Sie pers&ouml;nlich anzugehen?<\/p><p>A: Gute Frage. Hat es m&ouml;glicherweise damit zu tun, dass meine Einordnung des Konfliktes in Syrien dem vorherrschenden Narrativ in Politik und Medien widerspricht? Demzufolge &bdquo;wir&ldquo; im Westen auf der Seite der &bdquo;Guten&ldquo; stehen, weil wir &bdquo;dem&ldquo; syrischen Volk in seinem Freiheitskampf gegen das Assad-Regime beistehen? Eine differenzierende Haltung einzunehmen, gilt offenbar als nicht opportun. Das k&ouml;nnte erkl&auml;ren, warum Kornblum wiederholt das Wort &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; in meine Richtung raunte und die ebenfalls anwesende Bundesverteidigungsministerin mir st&auml;ndig ins Wort gefallen ist. Kornblum scheint im medialen Diskurs die Rolle zuzufallen, in geopolitischen Belangen das abschlie&szlig;ende Urteil zu f&auml;llen. Im Oktober vorigen Jahres erkl&auml;rte er den Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, in der Bild-Zeitung zum &bdquo;Sowjet-General&ldquo;, weil der das russische Vorgehen in Syrien nicht in Bausch und Bogen verdammt hatte.<\/p><p>Q: Wenn der Eindruck stimmen sollte, dass man Sie diffamieren wollte: Ist der Versuch Ihrer Ansicht nach gelungen?<\/p><p>A: Ich habe mehrere hundert Emails erhalten von Zuschauern, die sich &uuml;ber den letztendlich doch allzu offenkundigen Versuch emp&ouml;rt haben, mich vorzuf&uuml;hren. Auf der Kommentarseite des ARD-Internetauftritts von &bdquo;Anne Will&ldquo; haben sich, wenn ich richtig gez&auml;hlt habe, mehr als 1000 User sehr kritisch &uuml;ber die Sendung ge&auml;u&szlig;ert. Aber in den Medien wirkt das Gift: Auf Welt.de wurde ich als &bdquo;munter draufloslabernder Assad-Apologet&ldquo; bezeichnet, obwohl ich sowohl in meinem Buch wie auch bei meinen Auftritten keinen Zweifel daran lasse, dass Assad ein brutaler Verbrecher ist, der Teile seines Volkes mit extremer Grausamkeit bek&auml;mpft.<br>\n&nbsp;<br>\nQ: Das ARD-Portal &bdquo;Faktenfinder&ldquo; hat Ihnen im Anschluss an &bdquo;Anne Will&ldquo; insbesondere vorgeworfen, die m&ouml;glichen Hintergr&uuml;nde des Giftgasangriffs auf die Ortschaft Ghouta unweit von Damaskus im August 2013 nicht &uuml;berzeugend dargestellt zu haben.<br>\n&nbsp;<br>\nA: Bei diesem Angriff sind vermutlich &uuml;ber 1000 Menschen ums Leben gekommen. Wir erinnern uns: Mit diesem Einsatz war die &bdquo;rote Linie&ldquo; &uuml;berschritten worden, die  US-Pr&auml;sident Obama im Jahr zuvor gezogen hatte. Sollte Giftgas eingesetzt werden, w&uuml;rden die USA milit&auml;risch reagieren, so die Botschaft. Doch Obama hat sich mit seiner Entscheidung, Angriff oder nicht, rund zehn Tage Zeit gelassen und am Ende keinen Vergeltungsschlag gegen das syrische Regime befohlen. Die Gr&uuml;nde untersuche ich in meinem Buch &bdquo;Die den Sturm ernten&ldquo;.<br>\nZum einen verweise ich auf den  amerikanischen Enth&uuml;llungsjournalisten Seymour Hersh. Er hat eine Reihe von Indizien vorgelegt, die darauf schlie&szlig;en lassen, dass die Urheberschaft des Assad-Regimes f&uuml;r diesen Angriff weniger eindeutig ist als gegenw&auml;rtig zumeist dargestellt.<br>\nZum anderen erw&auml;hne ich einen Artikel in der Zeitschrift &bdquo;The Atlantic&ldquo;&hellip; <\/p><p>Q: &hellip;mit dem Titel &bdquo;The Obama Doctrine&ldquo;&hellip;<\/p><p>A: &hellip;f&uuml;r den Interviews mit Obama selbst gef&uuml;hrt wurden. Darin wird eine Begegnung mit James Clapper, dem Nationalen Geheimdienstdirektor und somit Koordinator der US-Nachrichtendienste, geschildert, der den Pr&auml;sidenten im Vorfeld der geplanten Milit&auml;rschl&auml;ge aufsuchte. Mit Blick auf die Urheberschaft des Assad-Regimes f&uuml;r diesen Giftgasangriff sagte Clapper w&ouml;rtlich: This is not a slam dunk, das ist nicht eindeutig erwiesen.<br>\nUnd schlie&szlig;lich gebe ich die Vorw&uuml;rfe wieder, die zwei Parlamentsabgeordnete in Ankara hinsichtlich Giftgaslieferungen aus der T&uuml;rkei in Richtung syrische Rebellen erhoben haben, und &uuml;ber die von einer Reihe t&uuml;rkischer Zeitungen berichtet worden ist. In diesem Zusammenhang sind auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Adana zu nennen, die eine 130seitige Anklageschrift vorgelegt hat. <\/p><p>Q: Was ist der Hintergrund? <\/p><p>Im Mai 2013 waren 13 Mitglieder der Nusra-Front unweit von Adana verhaftet worden. Die &ouml;rtliche Polizei soll bei ihnen zwei Kilo Sarin gefunden haben. Nach dem gescheiterten t&uuml;rkischen Milit&auml;rputsch im Juli 2016 wurden die Staatsanw&auml;lte in Adana ausgetauscht, die Ermittlungen offenbar eingestellt.<br>\nDas Portal &bdquo;Faktenfinder&ldquo; behauptet, ich g&auml;be in meinem Buch als einzige Quelle f&uuml;r t&uuml;rkische Waffenlieferungen an syrische Dschihadisten einen SPIEGEL-Artikel vom 17. Januar 2015 an. Zu dieser Einsch&auml;tzung kann man bei einer fl&uuml;chtigen Durchsicht der Fu&szlig;noten kommen. <\/p><p>Q: Und bei einer genaueren Durchsicht? <\/p><p>A: Im Text selbst erw&auml;hne ich auch andere Quellen. Dass es sie gegeben hat, d&uuml;rfte zudem kaum strittig sein. Ob es auch zu Giftgaslieferungen kam, ist weniger klar, aber es gibt daf&uuml;r die eben genannten Indizien, die das Portal komplett unterschl&auml;gt &ndash; ebenso wie Obamas Begegnung mit James Clapper. Stattdessen lautet der zentrale Vorwurf, ich bez&ouml;ge mich in meiner Argumentation auf den Pulitzer-Preistr&auml;ger Hersh, obwohl dessen Recherchen doch l&auml;ngst widerlegt seien. Diese Einsch&auml;tzung teile ich in dieser Pauschalit&auml;t nicht.<br>\n&nbsp;<br>\nQ: &bdquo;Faktenfinder&ldquo; bezieht sich auf mehrere Quellen.&#8232; Das Portal f&uuml;hrt an:<\/p><ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/21225\/falschen-wolken-ueber-der-ukraine-die-photoshop-arbeiten-des-kreml-und-die-fehler-der-bellingcat-analyse\/\">Elliot Higgins (bekannt als &bdquo;Bellincat&ldquo;)<\/a><\/li>\n<li>OPCW<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/irak-krieg-new-york-times-kritisiert-eigene-berichterstattung-a-301518.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li>Ake Selstr&ouml;mvom (leitete die UN-Mission zur Aufkl&auml;rung des Angriffs in Ghouta)<\/li>\n<li>Human Rights Watch<\/li>\n<\/ul><p>&nbsp;<br>\nSind diese Gruppen, Organisationen oder Akteure &uuml;ber jeden Zweifel erhaben?&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nA: Dar&uuml;ber kann ich mir kein Urteil erlauben. Was den Giftgaseinsatz 2013 anbelangt, so bewegen wir uns auf der Ebene von Indizien, eine eindeutige Beweislage gibt es nicht. Wie man nun welche Indizien wie gewichtet und bewertet, dar&uuml;ber kann man allerdings streiten &ndash; und sollte das idealerweise konstruktiv tun, was den respektvollen Umgang miteinander einschlie&szlig;t. Alle Akteure im Syrien-Krieg haben Blut an ihren H&auml;nden, und es gibt keine Kriegspartei, der nicht alles zuzutrauen w&auml;re. Sollte sich am Ende herausstellen, dass das Assad-Regime dieses furchtbare Verbrechen begangen hat, werde ich darauf in meiner Arbeit umgehend verweisen.<br>\n&nbsp;<br>\nQ: Was hei&szlig;t das nun? Weisen Sie die Kritik von &bdquo;Faktenfinder&rdquo; zur&uuml;ck? <\/p><p>A: Grunds&auml;tzlich ja, aber ich r&auml;ume ein, dass ich in der Sendung &bdquo;Markus Lanz&ldquo; vom 5. April nicht ausreichend hervorgehoben habe, dass auch meine Deutung der Ereignisse auf Indizien beruht. Letztlich ringen wir alle in einer extrem un&uuml;bersichtlichen Lage um die Wahrheit. Das h&auml;tte ich klarer benennen m&uuml;ssen. Gleichwohl wundert mich, dass die Autoren nicht auf die eigentlich doch naheliegende Idee gekommen sind, mit mir das Gespr&auml;ch zu suchen.<br>\nBemerkenswert finde ich das Ende des Artikels.  Dort hei&szlig;t es lapidar, dass die Aussage der Verteidigungsministerin bei &bdquo;Anne Will&ldquo;, der zufolge der UN-Bericht zum Giftgas-Einsatz 2013 die Schuldfrage kl&auml;re (Assad-Regime) &bdquo;nicht zutreffend&ldquo; sei. &bdquo;Und so geht der Kampf der Interpretationen weiter.&ldquo;<br>\nMit anderen Worten: Die Ministerin sagt, wissentlich oder unwissentlich, die Unwahrheit. Ihre Falschaussage relativieren die Autoren jedoch unter Verweis auf einen &bdquo;Kampf der Interpretationen.&ldquo;   <\/p><p>Q: Can D&uuml;ndar, ehemals Chefredakteur der t&uuml;rkischen Zeitung Cumhuriyet, der heute im deutschen Exil lebt, bezeichnet Ihre Aussagen &uuml;ber t&uuml;rkische Giftgaslieferungen an syrische Rebellen als &bdquo;totalen Unsinn.&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nA: So stellt es die &bdquo;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&ldquo; dar. Bei unserem gemeinsamen Treffen am vorigen Donnerstag in seinem Berliner B&uuml;ro hat Can D&uuml;ndar Folgendes klargestellt: Er habe die Journalisten darauf hingewiesen, dass er pers&ouml;nlich nicht &uuml;ber Giftgaslieferungen geschrieben habe. In seiner Zeitung &bdquo;Cumhuriyet&ldquo; sind aber sehr wohl Artikel zu diesem Thema erschienen, auch zu der Zeit, als er Chefredakteur war. Nur aus seiner Feder eben &bdquo;leider nicht&ldquo;, wie er mir gegen&uuml;ber erkl&auml;rte. Can D&uuml;ndar verwies in dem Zusammenhang darauf, dass die Zeitung H&uuml;rriyet am 18. Dezember 2016 &uuml;ber die Lieferung von Chemikalien aus der T&uuml;rkei an den &bdquo;Islamischen Staat&ldquo; berichtet habe, die zur Waffenproduktion benutzt worden w&auml;ren. Der Autor des Berichts, der Washington-Korrespondent der Zeitung, Tolga Tanic, sei daraufhin fristlos entlassen worden.<br>\nIn der Sendung &bdquo;Markus Lanz&ldquo; vom 5. April ist mir allerdings in der Tat eine Ungenauigkeit unterlaufen. Dort hatte ich behauptet, Can D&uuml;ndar selbst habe &uuml;ber t&uuml;rkische Giftgaslieferungen an die Nusra-Front berichtet, den Al-Qaida Ableger in Syrien. Tats&auml;chlich hat er selbst &uuml;ber konventionelle Waffenlieferungen an islamistische Rebellen geschrieben. In meinem Buch steht es richtig, in der Sendung habe ich mich falsch erinnert. F&uuml;r diesen meinen Irrtum habe ich mich bei Can D&uuml;ndar entschuldigt. Als &bdquo;Kronzeuge der Anklage&ldquo; gegen mich taugt er jedenfalls nicht, denn wir sch&auml;tzen und respektieren einander. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Eine differenzierende Haltung einzunehmen, gilt offenbar als nicht opportun.&ldquo; Das sagt der Nahost-Experte <strong>Michael L&uuml;ders<\/strong> im Interview mit den NachDenkSeiten zur Sendung Anne Will vom 9. April.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170415_lueders_duendar_nds.JPG\" alt=\"D&uuml;ndar, L&uuml;ders\" title=\"D&uuml;ndar, L&uuml;ders\"\/><br \/> <em>Ein aktuelles! 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