{"id":37887,"date":"2017-04-19T08:31:58","date_gmt":"2017-04-19T06:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37887"},"modified":"2017-04-20T08:21:39","modified_gmt":"2017-04-20T06:21:39","slug":"hier-kommt-die-deutsche-uebersetzung-der-einschaetzung-des-mit-professors-postol-zum-geheimdienst-report-betreffend-den-giftgasangriff-vom-4-april-in-syrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37887","title":{"rendered":"Hier kommt die deutsche \u00dcbersetzung der Einsch\u00e4tzung des MIT-Professors Postol zum Geheimdienst Report betreffend den Giftgasangriff vom 4. April in Syrien"},"content":{"rendered":"<p>Die englische Ausgabe dieser Einsch&auml;tzung gibt es seit einigen Tagen im Netz. Aber es ist wichtig, diesen Text auch jenen zug&auml;nglich zu machen, die relativ komplizierte Texte nicht auf Englisch lesen k&ouml;nnen. Die Kernaussage: &bdquo;Ich habe mir das Dokument aufmerksam angesehen, und ich glaube, dass man zweifelsfrei zeigen kann, dass das Dokument keinen Beweis irgendeiner Art daf&uuml;r liefert, dass die US-Regierung konkret wei&szlig;, dass die syrische Regierung Verursacher des Giftgasangriffs in Khan Shaykhun, Syrien, am 4. April 2017&hellip; (war)&ldquo;. &ndash; Wir verdanken die &Uuml;bersetzung <strong>Carsten Weikamp<\/strong>, eng verbunden mit den NachDenkSeiten. Danke. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8020\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-37887-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170419_Einschaetzung_zum_Giftgasangriff_vom_4_April_in_Syrien_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170419_Einschaetzung_zum_Giftgasangriff_vom_4_April_in_Syrien_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170419_Einschaetzung_zum_Giftgasangriff_vom_4_April_in_Syrien_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170419_Einschaetzung_zum_Giftgasangriff_vom_4_April_in_Syrien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=37887-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170419_Einschaetzung_zum_Giftgasangriff_vom_4_April_in_Syrien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170419_Einschaetzung_zum_Giftgasangriff_vom_4_April_in_Syrien_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Schnelle Einsch&auml;tzung des Geheimdienst-Reports, den das Wei&szlig;e Haus am 11. April 2017 herausgegeben hat zum Giftgasangriff in Khan Shaykhun, Syrien<\/strong><\/p><p>Von Theodore A. Postol, Emeritierter Professor f&uuml;r Wissenschaft, Technologie und Nationale Sicherheitspolitik am Massachusetts Institute of Technology<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/imgur.com\/ZSl8o42\">Theodore Postol &ndash; A Quick Turnaround Assessment of the White House Intelligence Report Issued on April 11, 2017 About the Nerve Agent Attack in Khan Shaykhun, Syria &ndash; Imgur<\/a><\/p><blockquote><p>\nLieber Larry,<\/p>\n<p>ich beziehe mich auf das, was ich als ein Statement des Wei&szlig;en Hauses verstehe, das Behauptungen aufstellt &uuml;ber geheimdienstliche Erkenntnisse zum Giftgasangriff am 4. April 2017 in Khan Shaykhun in Syrien. Aus Ihrer Nachricht entnehme ich, dass diese Zusammenfassung geheimdienstlicher Informationen im Laufe des 11. April 2017 herausgegeben wurde.<\/p>\n<p>Ich habe mir das Dokument aufmerksam angesehen, und ich glaube, dass man zweifelsfrei zeigen kann, dass das Dokument keinen Beweis irgendeiner Art daf&uuml;r liefert, dass die US-Regierung konkret wei&szlig;, dass die syrische Regierung Verursacher des Giftgasangriffs in Khan Shaykhun, Syrien, um ca. 6:00 bis 7:00 Uhr am 4. April 2017.<\/p>\n<p>Tatsache ist, dass ein in dem Dokument angef&uuml;hrtes Beweisst&uuml;ck auf einen Angriff hinweist, der am Morgen des 4. April von Einzelpersonen am Boden ver&uuml;bt wurde, nicht aus der Luft.<\/p>\n<p>Dieser Schluss basiert auf einer Vermutung, die das Wei&szlig;e Haus anstellt hinsichtlich des Giftgasbeh&auml;lters und der Fotos dieses Beh&auml;lters. Meine Einsch&auml;tzung ist, dass dieser Beh&auml;lter h&ouml;chst wahrscheinlich manipuliert oder inszeniert ist, so dass keine ernsthaften Schl&uuml;sse aus den vom Wei&szlig;en Haus vorgelegten Fotos gezogen werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Wenn man &ndash; wie das Wei&szlig;e Haus &ndash; annimmt, dass das Sarin an dieser Stelle ausgetreten ist und dass an dieser Stelle nicht manipuliert worden ist, dann ist die plausibelste Schlussfolgerung, dass das Sarin aus einem improvisierten Beh&auml;lter ausgetreten ist, der aus einem 122mm Raketenrohr bestand, in das das Sarin gef&uuml;llt war und das auf beiden Seiten verschlossen war.<\/p>\n<p>Die einzige unbestreitbare Tatsache im Bericht des Wei&szlig;en Hauses ist, dass an jenem Morgen in Khan Shaykhun ein Chemiewaffenangriff mit Giftgas stattgefunden hat. Der Report wiederholt diesen Punkt an vielen Stellen, aber er enth&auml;lt absolut keinen Beweis daf&uuml;r, dass es sich dabei um einen Angriff mit einer Munition handelt, die aus einem Flugzeug abgeworfen wurde. Tats&auml;chlich gibt es im Report keinen Beweis daf&uuml;r, wer der Urheber dieser Gr&auml;ueltat war.<\/p>\n<p>Stattdessen konzentriert sich der Report auf die Verletzungen der Opfer, die zweifellos auf einen Giftgaseinsatz hindeuten.<\/p>\n<p>Als einzigen Beweis daf&uuml;r, dass es sich um einen Angriff der syrischen Regierung handele, f&uuml;hrt der Bericht einen Krater an, den man auf einer Stra&szlig;e im Norden von Khan Shaykhun identifiziert habe.<\/p>\n<p>Ich habe diesen Krater bei Google Earth gefunden, und es gibt absolut keinen Beweis, dass dieser Krater von einer Munition erzeugt wurde, die Giftgas freisetzen sollte, nachdem sie aus einem Flugzeug abgeworfen wurde.<\/p>\n<p>Die Karte von Google Earth, Abbildung 1 am Ende dieses Textabschnitts, zeigt den Ort des Kraters in der Stra&szlig;e n&ouml;rdlich von Khan Shaykhun wie im Report des Wei&szlig;en Hauses.<\/p>\n<p>Die Daten, die das Wei&szlig;e Haus anf&uuml;hrt, deuten eher darauf hin, dass die Munition am Boden angebracht wurde als dass sie aus einem Flugzeug abgeworfen wurde, vorausgesetzt, dass die Stelle nicht manipuliert wurde, ehe die Aufnahmen gemacht wurden. Das Wei&szlig;e Haus gibt allerdings unter Hinweis auf die Munition in diesem Krater an, dass diese fehlerhafte Datenquelle Basis der Schlussfolgerung sei, dass die Munition aus einem Flugzeug der syrischen Luftwaffe stamme.<\/p>\n<p>Eine Analyse der Tr&uuml;mmer auf den Bildern im Bericht des Wei&szlig;en Hauses weist deutlich darauf hin, dass die Munition h&ouml;chstwahrscheinlich mit einer separaten, direkt darauf angebrachten Sprengstoffeinheit am Boden platziert wurde, die den Beh&auml;lter zerst&ouml;rt und die behauptete Sarin-Ladung hat austreten lassen. <\/p>\n<p>Weil es hier auf die Zeit anzukommen scheint, habe ich anh&auml;ngend an diese Abhandlung die Beweise, dass der Bericht des Wei&szlig;en Hauses falsche und irref&uuml;hrende Schlussfolgerungen zieht, in Form einer Folge von Abbildungen zusammengefasst.<\/p>\n<p>Unter jeder der Abbildungen gibt es eine Beschreibung, aber ich werde die Abbildungen jetzt hier zusammenfassen und dann weitere Untersuchungen abwarten zu der Basis, auf die ich meine Schlussfolgerungen st&uuml;tze.<\/p>\n<p>Abbildung 1 zeigt die nord&ouml;stliche Ecke von Khan Shaykhun, wo sich der Krater befindet, den der Geheimdienstbericht des Wei&szlig;en Hauses als Austrittsort des Sarin-Angriffs bezeichnet.<\/p>\n<p>Das Google-Earth-Bild zeigt auch die Windrichtung &uuml;ber dem Krater. Um 03:00 Uhr morgens wehte der Wind nach S&uuml;den mit einer Geschwindigkeit von 1,5-2 m\/s. Gegen 06:00 Uhr wehte der Wind in s&uuml;d&ouml;stlicher Richtung mit 1-2 m\/s. Die Temperatur in Bodenn&auml;he war niedrig, etwa 50-55&deg; F [10-13&deg; C]. Das sind optimale Bedingungen f&uuml;r einen Giftgasangriff.<\/p>\n<p>Bei niedrigen Temperaturen in Bodenn&auml;he, keiner Sonneneinstrahlung und langsamer Luftbewegung bleibt die dichte kalte Luft nah am Boden, es gibt kaum Aufw&auml;rtsbewegung der Luft. Das sorgt daf&uuml;r, dass Partikel, Tr&ouml;pfchen oder Gasw&ouml;lkchen nah am Boden bleiben, w&auml;hrend sich die umgebende Luft &uuml;ber den Boden bewegt. Wir nehmen diese Bewegung als eine sanfte Brise an einem ruhigen Morgen vor Sonnenaufgang wahr.<\/p>\n<p>Man kann sich eine Sarin-Wolke in etwa wie eine Tintenwolke vorstellen, wie sie ein fl&uuml;chtender Oktopus abgibt. Die Tintenwolke sitzt im Wasser, und wenn sich das Wasser langsam bewegt, bewegt sich die Wolke entsprechend. W&auml;hrend die Wolke vom Wasser bewegt wird, breitet sie sich langsam in alle Richtungen aus. Und wenn die Wasserschicht, in der die Wolke ist, sich knapp &uuml;ber dem Meeresgrund bewegt, wird die Wolke dort Objekte bedecken.<\/p>\n<p>Das ist die Situation an einem k&uuml;hlen Morgen vor Sonnenaufgang, wenn nur leichter Wind geht.<\/p>\n<p>Abbildungen 5 und 6 zeigen die Wetterlage in Dreistunden-Intervallen in Khan Shaykhun vom 3. Bis 5. April, also vom Tag vor dem Anschlag bis zum Tag nach dem Angriff. Das Erstaunliche an dem Wetter ist, dass an den Tagen des 3. und des 5. April relativ starke Winde geweht haben. W&auml;re der Angriff also am Tag vorher oder am Tag danach am fr&uuml;hen Morgen ausgef&uuml;hrt worden, w&auml;re er also sehr ineffektiv gewesen. Die st&auml;rkeren Winde h&auml;tten die Giftwolke aufgel&ouml;st und die Vermischung mit Wind aus h&ouml;heren Schichten h&auml;tte das Giftgas vom Boden in h&ouml;here Schichten gehoben. Deswegen ist absolut klar, dass der Angriff kein Unfall war, sondern dass Tag und Uhrzeit sorgf&auml;ltig gew&auml;hlt waren.<\/p>\n<p>Abbildung 2 zeigt ein hochaufl&ouml;sendes Foto des Kraters, den der Report des Wei&szlig;en Hauses als Ursprung des Sarin-Angriffs identifiziert. Unter der Annahme, dass an der Stelle nicht manipuliert wurde, kann man ein Objekt erkennen, das das Wei&szlig;e Haus als Giftgasbeh&auml;lter bezeichnet.<\/p>\n<p>Der Beh&auml;lter sieht aus wie ein 122-mm-Rohr, wie es in der Herstellung von Artilleriegeschossen verwendet wird.<\/p>\n<p>In der Nahaufnahme des Beh&auml;lters in Abbildung 3 sieht es so aus, als ob das Rohr urspr&uuml;nglich am vorderen und hinteren Ende versiegelt gewesen sei. Von Bedeutung ist auch, dass das Rohr flach in den Krater gedr&uuml;ckt ist und einen Riss hat, der durch das Nachgeben der spr&ouml;den Metallh&uuml;lle entstanden ist, als diese pl&ouml;tzlich von oben eingedr&uuml;ckt wurde.<\/p>\n<p>Abbildung 4 zeigt den m&ouml;glichen Aufbau eines improvisierten Sarin-Verteilers, mit dessen Hilfe der Krater und die zerdr&uuml;ckte H&uuml;lle dessen zustande gekommen sein k&ouml;nnten, was urspr&uuml;nglich ein zylindrisches Rohr war. Eine realistische Annahme, wie dieser Verteilmechanismus funktioniert hat (nat&uuml;rlich wieder unter der Annahme wie der im Bericht des Wei&szlig;en Hauses, dass weder Krater noch Beh&auml;lter inszeniert waren), sieht so aus, dass eine Ladung Sprengstoff auf ein Ende des saringef&uuml;llten Rohres platziert und zur Detonation gebracht wurde.<\/p>\n<p>Der Sprengstoff h&auml;tte auf das Rohr wie ein stumpfer Vorschlaghammer gewirkt. Er h&auml;tte das Rohr in den Boden gedr&uuml;ckt und dabei den Krater erzeugt. Da das Rohr mit Sarin, einem nicht komprimierbaren Gas, gef&uuml;llt war, h&auml;tte das Sarin beim Flachdr&uuml;cken des Rohres gegen die W&auml;nde und Enden des Rohres gedr&uuml;ckt und den Riss entlang der L&auml;ngsseite des Rohres und den Bruch am Deckel am hinteren Ende bewirkt. Dieser Mechanismus ist im Grunde derselbe, wie wenn man mit einem Hammer auf eine Zahnpastatube schl&auml;gt, wodurch die Tube platzt und die Zahnpasta in alle Richtungen spritzt abh&auml;ngig von der Art der Risse der Tube.<\/p>\n<p>Wenn das der tats&auml;chliche Mechanismus ist, mit dem das Sarin freigesetzt wurde, dann deutet das darauf hin, dass das Rohr von Personen auf dem Boden platziert und nicht aus einem Flugzeug abgeworfen wurde.<\/p>\n<p>Abbildung 8 zeigt den improvisierten Sarinverteiler im Vergleich mit einer typischen Artillerierakete und der modifizierten Artillerierakete, die bei dem Sarin-Angriff am 21. August 2013 in Damaskus verwendet wurde.<\/p>\n<p>Damals (am 30. August 2013) hatte das Wei&szlig;e Haus unter Obama ebenfalls einen Geheimdienstbericht herausgegeben, der offensichtliche Ungenauigkeiten aufwies. So hie&szlig; es in dem Bericht zum Beispiel unzweideutig, dass die in Damaskus verwendete saringef&uuml;llte Artillerierakete aus einer von der syrischen Regierung kontrollierten Gegend abgefeuert wurde. Wie sich dann herausstellte, hatte die konkret verwendete Rakete kaum mehr als 2 km Reichweite, was weit entfernt von jeder Grenze gewesen ist, die die syrische Regierung zum damaligen Zeitpunkt gehalten hatte. Der damalige Bericht des Wei&szlig;en Hauses enthielt weitere kritische und schwerwiegende Fehler, die man getrost als amateurhaft bezeichnen kann. Zum Beispiel, dass die Abschuss- und Einschlagstellen der Raketen von US-Satelliten beobachtet worden seien. Diese Behauptung war absolut falsch, und jeder einigerma&szlig;en kompetente Geheimdienst-Analytiker h&auml;tte das gewusst. Die Raketen konnte man mit dem Space-Based Infrared Satellite (SBIRS) sehen, aber der Satellit konnte die Einschlagstellen absolut nicht erkennen, weil es beim Einschlagen keine Explosionen gegeben hatte. Diese Fehler waren klare Anzeichen daf&uuml;r, dass der Geheimdienstbericht des Wei&szlig;en Hauses in Teilen erfunden und nicht von kompetenten Geheimdienst-Experten verifiziert worden war.<\/p>\n<p>Genauso verh&auml;lt es sich mit dem aktuellen Geheimdienst-Report des Wei&szlig;en Hauses. Kein kompetenter Analytiker w&uuml;rde annehmen, dass der Krater, der als Ursprungsort des Sarin-Angriffs angef&uuml;hrt wird, ein unzweideutiger Hinweis darauf ist, dass die Munition von einem Flugzeug abgeworfen wurde. Kein kompetenter Analytiker w&uuml;rde annehmen, dass die Karkasse auf dem Foto tats&auml;chlich ein Sarin-Kanister ist. Jeder kompetente Analytiker h&auml;tte Fragen gehabt, ob die Tr&uuml;mmer im Krater echt waren oder inszeniert. Kein kompetenter Analytiker h&auml;tte die Tatsache &uuml;bersehen, dass der angebliche Sarinkanister von oben eher gewaltsam zerdr&uuml;ckt wurde als dass er durch eine Explosion von innen geplatzt w&auml;re. All diese h&ouml;chst amateurhaften Fehler weisen darauf hin, dass dieser Bericht des Wei&szlig;en Hauses, genau wie damals der Obama-Report, nicht wie behauptet von Geheimdienstexperten ordentlich &uuml;berpr&uuml;ft wurde.<\/p>\n<p>Ich habe in der Vergangenheit mit dem Geheimdienst zusammengearbeitet, und ich habe schwere Bedenken &uuml;ber die Politisierung der Geheimdienste, die in letzter Zeit immer h&auml;ufiger zu werden scheint &ndash; aber ich wei&szlig;, dass die Geheimdienste hoch kompetente Analytiker in ihren Reihen haben. Und wenn man diese Analytiker zu den Behauptungen des Wei&szlig;en Hauses ordentlich befragt h&auml;tte, dann h&auml;tten die nicht zugestimmt, dass das Dokument einen weiteren Weg nimmt.<\/p>\n<p>Ich stehe zur Verf&uuml;gung, um meinen Kommentar weiter auszuf&uuml;hren. Ich hatte bisher nur wenige Stunden, um den angeblichen Geheimdienstreport schnell zu &uuml;berpr&uuml;fen. Aber schon die schnelle Durchsicht zeigt ohne gro&szlig;e Analyse, dass der Bericht nicht korrekt sein kann, und es scheint, als ob er auch von den Geheimdiensten nicht richtig &uuml;berpr&uuml;ft worden w&auml;re.<\/p>\n<p>Das ist ein ernsthaftes Problem.<\/p>\n<p>Pr&auml;sident Obama war anfangs falsch &uuml;ber angebliche Geheimdienst-Beweise informiert worden, dass Syrien T&auml;ter des Giftgasangriffs am 21. August 2013 in Damaskus war. Das ist &ouml;ffentliches Wissen. Pr&auml;sident Obama hat gesagt, dass er anfangs falsch verstanden hatte, dass Geheimdienstinformationen eindeutig zeigten, dass Syrien die Quelle des Giftgasangriffs war. Diese Falschinformation wurde korrigiert, als der damalige nationale Geheimdienstchef, John Clapper, den Pr&auml;sidenten unterbrach, als der in einem Geheimdienstbriefing war. Laut Pr&auml;sident Obama sagte Clapper damals, dass die Geheimdienstinformation, dass Syrien hinter dem Giftgasangriff stecke, &bdquo;keine todsichere Sache&ldquo; sei.<\/p>\n<p>Die Frage, die unsere Nation beantworten muss, ist, wie es dazu kommen konnte, dass der Pr&auml;sident anfangs in die Irre gef&uuml;hrt wurde bei einer so grundlegend wichtigen Geheimdiensterkenntnis? Eine zweite, ebenso wichtige Frage ist, wie das Wei&szlig;e Haus einen Geheimdienstreport produzieren konnte, der so offensichtlich fehlerbehaftet und amateurhaft ist, und wie der dann ver&ouml;ffentlicht und niemals korrigiert werden konnte. Die gleiche Falschinformation aus dem Geheimdienst-Report vom 30. August 2013 trug Au&szlig;enminister John Kerry auch noch als Zeugenaussage dem Senate Foreign Relations Committee [Ausschuss des Senats f&uuml;r Au&szlig;enpolitik] vor!<\/p>\n<p>Wir haben wieder eine Situation, wo das Wei&szlig;e Haus einen offensichtlich falschen, irref&uuml;hrenden und amateurhaften Geheimdienstbericht herausgegeben hat.<\/p>\n<p>Dem Kongress und der &Ouml;ffentlichkeit sind im Namen der Geheimdienste Berichte vorgelegt worden &uuml;ber Massenvernichtungswaffen im Irak, technische Beweise, die angeblich von Satellitensystemen aufgenommen wurden und von denen jeder kompetente Analytiker wusste, dass sie falsch waren, und jetzt Bilder eines Kraters, denen jeder Analytiker, der auch nur ein kleines bisschen Kompetenz hat, nicht trauen wird.<\/p>\n<p>Es ist sp&auml;ter Abend, so dass ich meine Ausf&uuml;hrung hier beende.<\/p>\n<p>Ich stehe bereit, um dem Land jede Analyse und Hilfe bereitzustellen, die in meiner Macht liegt. Was ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann, ist, dass das, was das Wei&szlig;e Haus dem Land gerade mitteilt, nicht wahr sein kann, und dass die Tatsache, dass diese Information in diesem Format ver&ouml;ffentlicht wurde, ernste Fragen aufwirft hinsichtlich des Umgangs mit der nationalen Sicherheit unseres Landes.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nTheodore A. Postol\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die englische Ausgabe dieser Einsch&auml;tzung gibt es seit einigen Tagen im Netz. Aber es ist wichtig, diesen Text auch jenen zug&auml;nglich zu machen, die relativ komplizierte Texte nicht auf Englisch lesen k&ouml;nnen. 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